-
Mehr Prediger benötigtJahrbuch der Zeugen Jehovas 2015
-
-
„Komm herüber nach Mazedonien“
Die Geschichte von Jehovas Dienern in der Dominikanischen Republik wäre unvollständig, würde man nicht die vielen Zeugen erwähnen, die in dieses Land gezogen sind, weil sie dort dienen wollen, wo ein größerer Bedarf besteht. Angespornt durch die begeisternden Berichte über die vielen Bibelstudien in diesem Land, sind Ende der 80er-Jahre viele eingewandert und sozusagen der Einladung gefolgt: „Komm herüber nach Mazedonien“ (Apg. 16:9). Die Freude, die sie dort im Predigtdienst erlebten, sprang auf andere über, sodass das Land in den 90er-Jahren eine wahre Flut von Einwanderern erlebte.
Stevan und Miriam Norager aus Dänemark dienen zum Beispiel seit 2001 in der Dominikanischen Republik. Zuvor war Miriam zusammen mit ihrer Schwester schon anderthalb Jahre dort gewesen. Was veranlasste sie, später mit ihrem Mann so weit weg in ein Land zu ziehen, das eine andere Kultur und Sprache hat? Miriam erklärt: „Wir kommen beide aus geistig starken Familien. Unsere Eltern waren früher im Sonderdienst, und nachdem sie uns großgezogen hatten, nahmen sie den allgemeinen Pionierdienst auf. Sie ermunterten uns immer, Jehova im Vollzeitdienst unser Bestes zu geben.“
Seit 2006 sind Stevan und Miriam im Sonderdienst und konnten schon viele mit der Wahrheit in Berührung bringen. Stevan berichtet: „Wir sind sehr gesegnet worden. Zwar haben wir auch Schwierigkeiten und gesundheitliche Probleme — aber das ist nichts im Vergleich zu den großartigen Erfahrungen, die wir machen durften. Außerdem erleben wir die Freude, aufrichtigen Personen zu helfen, Jehova kennen und lieben zu lernen. Wir haben viele Freunde gefunden, die für uns wie eine Familie sind. Durch unseren Dienst sind wir demütiger und geduldiger geworden. Außerdem hat das einfache Leben unseren Glauben und unser Vertrauen in Jehova wirklich gestärkt.“
Jennifer Joy ist schon mehr als 20 Jahre im Land und unterstützt das Gebärdensprachgebiet
Jennifer Joy ist eine der vielen ledigen Schwestern, die zum Predigen in die Dominikanische Republik gezogen sind. Was gab den Anstoß dazu? Als sie 1992 ihre Tante Edith White besuchte, eine langjährige Missionarin, machte sie im Predigtdienst schöne Erfahrungen. Dabei lernte sie Schwestern kennen, die auch aus dem Ausland gekommen waren, um den großen Bedarf an Predigern zu decken. Jennifer sagt rückblickend: „Ich war schüchtern und nicht sehr selbstbewusst. Aber ich dachte: ‚Wenn sie das schaffen, kann ich es vielleicht auch.‘ “
Zunächst wollte Jennifer nur ein Jahr bleiben, doch aus dem einen Jahr sind jetzt über 20 Jahre geworden. Sie konnte schon vielen ihrer Bibelschüler helfen, ein Diener Jehovas zu werden. Jennifer war begeistert dabei, die Tätigkeit im Gebärdensprachgebiet mit aufzubauen, und hat auch mitgeholfen, Sprachkurse vorzubereiten.
Jehova hat bis jetzt für mich gesorgt. Warum sollte ich daran zweifeln, dass er nicht auch das nächste Jahr für mich sorgen wird?
Von was lebt Jennifer? Sie erzählt: „Jedes Jahr gehe ich für einige Monate zurück nach Kanada, um Geld zu verdienen. Über die Jahre war ich in den unterschiedlichsten Bereichen tätig. Dazu gehörte die Arbeit im Fotolabor, Fotografieren, Anstricharbeiten, die Reinigung von Büros, die Mitarbeit in der Scheinwerferproduktion sowie das Herstellen von Teppichen. Ich war Fremdenführerin, Englischlehrerin, Dolmetscherin und habe auch im Reisebüro gearbeitet.“ Jennifer vergleicht ihre Situation mit der der Israeliten in der Wildnis und sagt: „Sie lebten von jeder Äußerung des Mundes Jehovas. Er versprach, für sie zu sorgen, und genau das tat er. Sie hatten jeden Tag zu essen und ihre Kleider und Sandalen nutzten sich nicht ab (5. Mo. 8:3, 4; 29:5). Jehova hat versprochen, auch für uns zu sorgen (Mat. 6:33). Er hat bis jetzt für mich gesorgt. Warum sollte ich daran zweifeln, dass er nicht auch das nächste Jahr für mich sorgen wird?“
Fast 1 000 selbstlose Evangeliumsverkündiger sind aus den unterschiedlichsten Ländern gekommen: Japan, Österreich, Polen, Puerto Rico, Russland, Schweden, Spanien, Taiwan und den USA. Diese Verkündiger gehören mehr als 30 verschiedenen Nationen an und unterstützen jetzt Versammlungen in folgenden Sprachen: Amerikanische Gebärdensprache (ASL), Chinesisch, Englisch, Haitianisch, Italienisch, Russisch und Spanisch. Sie haben die gleiche Einstellung wie der Apostel Petrus: „Siehe! Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt“ (Mar. 10:28).
-