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    Erwachet! 1988 | 8. Januar
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      „Fahr vorsichtig!“

      Wie oft ist das schon Familienangehörigen oder Gästen beim Abschied gesagt worden! Und es ist eine passende Ermahnung. Eine Autofahrt kann verheerend enden. Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, ob man sicher an seinem Ziel ankommt. Jedes Jahr ist es bei Millionen nicht so.

      Kann die Verkehrssicherheit irgendwie verbessert werden? Unser Korrespondent in Großbritannien wirft einen Blick auf die Lage in mehreren Ländern und gibt praktischen Rat, der Führern von Kraftfahrzeugen helfen soll, so zu fahren, daß sie ihr eigenes Leben und das anderer schützen.

  • Verkehrssicherheit — ein absolutes Muß
    Erwachet! 1988 | 8. Januar
    • Verkehrssicherheit — ein absolutes Muß

      ÜBER das Autofahren hat jemand einmal gesagt: „Es gibt keine andere Tätigkeit, die so viel mutwillige Zerstörung und Leid ermöglicht und für die so wenig Übung und Verantwortungsgefühl verlangt wird.“ Mußtest du schon einmal einem Fahrzeug ausweichen? Warst du als Fußgänger, Fahrgast oder Fahrer schon einmal Zeuge eines Verkehrsunfalls und hast das Blutbad auf den Straßen beklagt?

      In Großbritannien „steigt die Zahl der Fußgänger, die getötet oder schwer verletzt werden, seit fünf Jahren ständig an“ (The Times).

      „Auf den kanadischen Straßen sterben etwa 4 000 Männer, Frauen und Kinder ... jedes Jahr“ (The Toronto Star).

      In den Vereinigten Staaten sind von 1981 bis 1985 durch Verkehrsunfälle 233 200 Menschen ums Leben gekommen (The World Almanac, 1987).

      „Im Straßenverkehr ... von Rio de Janeiro [Brasilien] werden mehr Menschen getötet, als in dieser Stadt an Tuberkulose, Krebs und Herzkrankheiten sterben“ (O Estado de S. Paulo).

      Was ergibt das weltweit?

      Das Autofahren fordert seinen Tribut

      Jedes Jahr kommen weltweit schätzungsweise eine viertel Million Menschen durch Verkehrsunfälle ums Leben. Gemäß der Zeitung Toronto Star sind das „mehr, als jährlich durch Kriege, Verbrechen und Industrieunfälle ihr Leben verlieren“.

      In Großbritannien wird der finanzielle Verlust, der durch einen einzigen Verkehrstoten entsteht, mit 252 000 Pfund Sterling angegeben. Warum ist die Summe so hoch? Zu den Beträgen, die in den Betreffenden investiert wurden, dem Verlust der Arbeitskraft und den materiellen Schäden kommen die Auslagen für den Krankentransport und das Krankenhaus sowie andere Kosten. Verkehrsgefährdendes Fahren ist in der Tat teuer.

      Das Auto — eine Mordwaffe?

      Der ehemalige britische Verkehrsminister John Moore hält es für „erstaunlich, daß, obwohl in Großbritannien etwa 5 000 Menschenleben jährlich ausgelöscht werden, die Medien ... [und die] britische Öffentlichkeit kaum einen Klagelaut von sich geben“. Interessengruppen, die sich für die Verkehrssicherheit einsetzen, behaupten, daß „Tötungen mit dem Fahrzeug akzeptabel zu werden drohen“.

      Ungeachtet des augenscheinlichen Mangels an Rücksicht kommt man an einer Schlußfolgerung nicht vorbei: Jemandes Fahrverhalten kann für andere Leben oder Tod bedeuten, möglicherweise auch für ihn selbst. Alex Miller, leitender Fahrprüfer bei der britischen Polizei (Strathclyde, Schottland), erklärte: „Jedes Auto ist eine Mordwaffe, die den Fahrer in die Lage versetzt, andere zu töten.“

      Was bedeutet das für den einzelnen Autofahrer? Stimmt einen der Gedanke nicht nachdenklich? Dennoch schenken viele Fahrzeugführer alldem nur geringe Beachtung, besonders diejenigen, die sich unter Alkoholeinfluß ans Steuer setzen.

      Wie berichtet wird, hat es in der Bundesrepublik Deutschland „1984 insgesamt 40 332 Verkehrsunfälle mit Personenschaden und 20 000 Kollisionen mit schwerem Sachschaden unter Alkoholeinfluß gegeben“. In Großbritannien wird einer von drei Todesfällen im Straßenverkehr mit Alkoholeinfluß in Verbindung gebracht.

      Schrecken solche Statistiken die Alkoholsünder ab? Nach Aussagen eines Polizeisprechers in England ist dies nicht der Fall, denn er bemerkte: „Es gibt nach wie vor eine wesentliche Anzahl von Fahrern, die es riskieren, sich selbst, ihre Familie und andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.“ Professor Robert Kendell von der Universität Edinburgh behauptete, daß „etwa 10 Prozent der männlichen Bevölkerung [Großbritanniens] mindestens einmal in der Woche trotz Überschreitung der gesetzlichen [Promille-]Grenze Auto fahren“. Denken denn solche Personen überhaupt nicht an andere?

      Britische Spirituosenhersteller möchten die Problematik entschärfen, indem sie Gaststätten-Abholprogramme fördern. Einbezogen sind Bus- oder Autovermietungsfirmen, die sich vertraglich verpflichten, die Fahrgäste zu ihrem Stammlokal und zurück zu bringen, und zwar unabhängig von deren körperlicher Verfassung. Einige Fahrer, die vorhaben, Alkohol zu trinken, versuchen die Gefahr zu umgehen, indem sie sich innerhalb einer Gruppe zuvor auf jemanden einigen, der sich mit alkoholfreien Getränken begnügt und bereit ist, die Gruppe nach Hause zu fahren. Sind diese Bemühungen, wie lobenswert sie auch immer sein mögen, erfolgreich? Laut Berichten der Zeitung Glasgow Herald sind solche Initiativen „nicht genug, um die Zahl der Fälle von Alkohol am Steuer spürbar zu senken“.

      Wie ist das Problem Alkohol am Steuer zu lösen? „Letzten Endes gilt es, dem Alkohol am Steuer die Gesellschaftsfähigkeit zu nehmen“, meinte Peter Joslin, Polizeichef von Warwickshire, und fügte hinzu: „Wir können nur raten: ‚Lassen Sie das Trinken sein, wenn Sie fahren wollen.‘“

      Ist diese Anweisung realistisch? In einigen Ländern wird die Einhaltung der Verkehrsgesetze streng überwacht, und Alkoholsünder werden empfindlich bestraft. In Schweden darf die Polizei Fahrern, die andere gefährden, das Auto abnehmen, wie sie auch einem Gewaltverbrecher das Messer oder die Schußwaffe abnehmen würde. Die britische Magistratenvereinigung unterstützt eine Bewegung, die fordert, den Fahrer vom Steuer zu verbannen, wenn die Alkoholkontrolle positiv ausgefallen und zu befürchten ist, daß er in der Zeit bis zur Gerichtsverhandlung das gleiche Delikt wieder begeht.

      Verkehrssicheres Fahren setzt jedoch mehr voraus, als nüchtern zu bleiben.

      [Bild auf Seite 3]

      Weltweit übersteigt jedes Jahr die Zahl der Verkehrstoten die Bevölkerungszahl von Island

  • Überhöhte Geschwindigkeit und Aggressionen vermeiden
    Erwachet! 1988 | 8. Januar
    • Überhöhte Geschwindigkeit und Aggressionen vermeiden

      „WENN das Auto heute erfunden würde, würde es verboten werden“, behauptete Geoff Large, stellvertretender Leiter der Abteilung Verkehrssicherheit bei der RoSPA (königliche Gesellschaft für Unfallverhütung). „Niemandem würde es je erlaubt, etwas zu verkaufen, wodurch allein in unserem Land [Großbritannien] jährlich eine drittel Million Menschen entweder verletzt würden oder ums Leben kämen.“

      Die Automobilhersteller haben die Gefährlichkeit ihres Produktes erkannt. Deshalb werden Unsummen investiert und aufwendige Anstrengungen unternommen, um die Sicherheitsvorkehrungen in den heutigen Fahrzeugen zu verbessern. Doch wie auch die Londoner Zeitschrift Sunday Express Magazine schrieb, „wissen sicherheitsbewußte Fahrer, daß die Sicherheit des Autos — und seiner Insassen — nicht billig ist“. Was zieht aber in Wirklichkeit die Aufmerksamkeit des Kunden auf sich, obwohl die Werbung Sicherheitsausstattungen anpreist? Oft sind Leistungsdaten gefragt. Wie schnell das Fahrzeug seine Höchstgeschwindigkeit erreicht und wieviel Kilowatt sein Motor leistet. Beachtet wird auch, ob es schick oder sportlich aussieht.

      Der ehemalige Bundesrichter Richard Spiegel vertrat die Ansicht, daß der bundesdeutsche Autofahrer ein „neurotisches Verhältnis zur Geschwindigkeit“ habe, und bemerkte, daß überhöhte Geschwindigkeit nach wie vor die häufigste Unfallursache sei. Er sagte, daß „die Automobilindustrie dieses Bewußtsein offenbar für die Werbung nutzt“. Trifft das gleiche auch auf andere Länder zu?

      Andere Faktoren wie die steigende Verkehrsdichte und die Verschlechterung des Straßennetzes machen das Autofahren in vielen Ländern immer risikoreicher. Berichte aus Brasilien konzentrieren sich auf die Gefahren, die unbeschilderte Kreuzungen darstellen. „Diese Situationen“, so die Zeitung Brazil Herald, „sind für einen oder mehrere Fahrer verwirrend, sie zögern, und das führt möglicherweise zu einem Unfall.“

      Angesichts solcher Gefahren müssen Fahrer moderner Hochleistungsfahrzeuge verantwortungsbewußt, gut ausgebildet und um das Wohl anderer besorgt sein. In der schwedischen Publikation Trygg i trafiken? (Sicher im Verkehr?) ist folgendes zu lesen: „Neben dem Wahlrecht ist die Fahrerlaubnis das Bedeutendste, was einem die Gesellschaft anvertrauen kann.“

      Nur keine Aggressionen!

      Geschwindigkeit ist mörderisch. Angetrunkene Fahrer sind eine Lebensgefahr. Man mag sich jedoch sagen: Ich halte die Geschwindigkeitsbegrenzungen ein und trinke keinen Alkohol, wenn ich mich hinters Steuer setzen möchte. Mir ist bewußt, daß es beim Autofahren um Leben und Tod gehen kann. Was soll ich mehr tun?

      „Das Auto erweitert die Fähigkeit des Menschen, sich fortzubewegen, und ermöglicht es ihm, Entfernungen viel schneller zurückzulegen als mit eigener Kraft“, schreibt der Psychologe Zulnara Port Brasil und meint: „Daran ist an sich nichts verkehrt.“ Wo liegt das Problem dann? Es liegt, wie Zulnara sagt, „in der Art, wie der einzelne Fahrer jene Macht handhabt“.

      Zweifellos wird man dem Kommentar der französischen Tageszeitung Le Monde zustimmen, in dem es hieß: „Eine überall geförderte Geisteshaltung macht ... das Steuer zum Machtsymbol. ... Wenn man die Dummheit anderer nicht verhindern kann, ... so kann man zumindest sein eigenes Fahrverhalten beherrschen“ (Kursivschrift von uns).

      Was den modernen Kraftfahrzeugverkehr kompliziert und unsicher macht, ist gemäß der Zeitung Glasgow Herald die „steigende Aggressivität und Überempfindlichkeit hinter dem Steuer“. Zusammen mit der „Politik des äußersten Risikos“ und mit gehässigen Vergeltungsmethoden, die „immer häufiger in buchstäbliche Gewalt und Kollisionen münden“, ist das Rezept für die Verwüstung auf den Straßen vollständig. Der kanadische Polizeichef Ken Cocke äußerte sich wie folgt: „Die Leute setzen sich einfach über alle Regeln hinweg — und alle haben es eilig. Man meint, aggressiver sein zu müssen; jedermann drängelt, und keiner läßt den anderen vor.“

      Dieser aggressive Charakterzug der heutigen Autofahrer schafft echte Probleme. „Die ... als am schlimmsten bezeichnete und am häufigsten genannte Verfehlung“, schreibt der Rheinische Merkur, „[ist] das zu dichte Auffahren. ... Zudem können sich die wenigsten Verkehrsteilnehmer in die Situation des anderen einfühlen ... Besonders die Besitzer schneller Autos fühlen sich durch die Motorradfahrer herausgefordert und entwickeln Neidgefühle, die leicht in Aggression umschlagen können. ... So gibt jeder dritte zu, daß er sich bereits durch ein einfaches Überholen gestört oder sogar gekränkt fühlt.“

      Das Allerwichtigste: Sicher fahren!

      Auf den Highways der Vereinigten Staaten äußert sich diese Aggressivität offenbar durch eine Zunahme der Gewalttätigkeit. Im Wall Street Journal vom 3. August 1987 hieß es unter der Überschrift „Kraftfahrer werden immer gewalttätiger“: „Überall im Land stellt die Polizei in den Städten fest, daß auf den Highways mehr geschossen wird und mehr Faustkämpfe ausgetragen werden und daß es auch zu immer mehr Körperverletzungen anderer Art kommt — schon wegen eines unbedeutenden Zusammenstoßes. Es sind sogar Autofahrer getötet worden.“ Die New York Times vom 6. August 1987 berichtete: „Seit Mitte Juni sind auf den Freeways [Schnellstraßen] in Südkalifornien durch Gewaltakte vier Menschen umgebracht ... und 15 verletzt worden.“

      Ohne Zweifel ist es ein Muß, beim Fahren auf Sicherheit bedacht zu sein — im eigenen Interesse und im Interesse anderer. Der frühere britische Verkehrsminister John Moore beklagte die jährliche Zahl der Verkehrstoten und betonte: „Verkehrssicherheit ... muß für jeden Verkehrsteilnehmer absolut vorrangig werden.“

      Wie läßt sich aber das verkehrssichere Fahren praktisch verwirklichen? Worauf sollte man achten? Was raten sichere, erfahrene Fahrer? Im nächsten Artikel werden diese Fragen unter dem Thema behandelt: „Eine sichere Fahrweise entwickeln“.

  • Eine sichere Fahrweise entwickeln
    Erwachet! 1988 | 8. Januar
    • Eine sichere Fahrweise entwickeln

      SICHER, defensiv, vorsichtig, übervorsichtig, unberechenbar, forsch, waghalsig — so unterschiedlich werden Fahrer charakterisiert. Was würde auf dich zutreffen? Meistens stufen sich die Autofahrer selbst als sichere, vorsichtige Fahrer ein; das Urteil von Mitfahrern oder anderen Verkehrsteilnehmern könnte dagegen weniger löblich ausfallen.

      Zum sicheren Autofahren gehört vor allem ein verkehrssicheres Fahrzeug.

      Ist dein Fahrzeug verkehrssicher?

      In einigen Ländern werden die Fahrzeuge regelmäßig technisch überprüft. Die Ergebnisse sind meist überraschend. In Frankreich ergab zum Beispiel eine Überprüfung von fünf Jahre alten Fahrzeugen, daß 73 Prozent entweder in einem mittelmäßigen, sehr schlechten oder sogar gefährlichen Zustand waren.

      Um sein eigenes Fahrzeug zu überprüfen, empfiehlt es sich, ähnlich vorzugehen wie ein Flugkapitän, der sicher sein muß, daß einem Start nichts mehr im Wege steht. Ein Vorschlag für eine Prüfliste befindet sich auf Seite 8.

      Außer einem verkehrstüchtigen Fahrzeug, das zugelassen und richtig versichert ist, benötigt man noch einen Führerschein. Dazu muß eine Prüfung abgelegt werden. Wirst du sie bestehen oder nicht?

      Die Fahrprüfung

      Für die meisten Fahrschüler ist die Fahrprüfung eine große Hürde. Natürlich ist bei ihnen die Prüfung das Thema Nummer 1. Die Prüfungsbedingungen sind von Land zu Land unterschiedlich.

      In der Bundesrepublik Deutschland, in Frankreich und in zahlreichen anderen Ländern legen die Fahrschüler eine zweiteilige Prüfung ab: die theoretische und die praktische Prüfung. In der Bundesrepublik gehört zur Fahrausbildung ein Erste-Hilfe-Kursus, in dem geübt wird, was bei einem Unfall zu tun ist. Außerdem sind eine mindestens eineinhalbstündige Fahrt in der Dunkelheit und mehr als zwei Fahrstunden auf der Autobahn vorgeschrieben. Nach bestandener Prüfung erhält der Fahrschüler den Führerschein auf Probe, der zwei Jahre gilt. Läßt sich der Neuling in dieser Zeit nichts zuschulden kommen, wird ihm eine unbegrenzte Fahrerlaubnis ausgestellt.

      In Japan werden 30 bis 60 Fahrstunden verlangt, an die sich eine dreiteilige Prüfung anschließt: eine medizinische Untersuchung (Seh- und Hörtest), die eigentliche Fahrprüfung und eine schriftliche Prüfung (Kenntnis der Verkehrsregeln).

      Gemäß der Londoner Times „scheitern Hunderte von erbosten Amerikanern [die ihren Wohnsitz in London haben] an der schwierigen britischen Fahrprüfung“. Angesichts einer Versagerquote von 51 Prozent (in den USA 15 Prozent) gilt sie als „eine der strengsten der Welt“.

      Die Unterschiede gehen über die technische Beherrschung des Fahrzeugs hinaus. Ben Yoshida, Fahrschulbesitzer in New York, behauptet: „In Tokio wird geprüft, inwieweit man das Fahrzeug technisch beherrscht, in den USA dagegen, wie sicher man fährt.“

      Ungeachtet der Unterschiede müssen sich alle Autofahrer mit der Verkehrssicherheit befassen. Wie können sie das tun?

      Eine Engländerin, die ihre Fahrprüfung im Alter von 50 Jahren ablegte und auch bestand, erachtete es als nützlich, zur Vorbereitung den britischen Highway Codea gründlich zu studieren. Sie stellte jedoch fest, daß es wie beim Erlernen jeder anderen Fertigkeit nicht damit getan war, ein Lehrbuch zu studieren.

      Fahrpraxis ist unerläßlich. Wer mit dem Autofahren beginnt, sollte lernen, wie er unter verschiedenen Verhältnissen sicher fahren kann. Mit dem Wetter ändern sich die Straßenverhältnisse. Wenn es beispielsweise auch nur ein wenig nieselt, haften die Reifen nicht mehr so gut wie auf trockener Straße. Demzufolge ist eine niedrigere Geschwindigkeit, gepaart mit einem geschärften Gefahrenbewußtsein, dringend erforderlich. Heftiger Regen verursacht zusätzliche Probleme, wie zum Beispiel Sichtbehinderung durch Wasser, das ein vorausfahrendes Fahrzeug aufwirbelt. Es ist daher ratsam, sich an verschiedene Wetterbedingungen zu gewöhnen und seine Fahrweise darauf einzustellen.

      Wahrscheinlich sind nicht alle Autofahrer technisch begabt. Tatsächlich „weiß nicht einmal einer von fünf Autofahrern, wie hoch der Druck in den Reifen seines Autos sein muß oder in welchen Abständen eine Inspektion fällig ist“, schrieb die Londoner Tageszeitung Daily Mail. Weiter hieß es: „Nicht einmal jeder dritte wirft je einen Blick in eine Betriebsanleitung, und die moderne Fahrzeugtechnik überfordert fast jeden“. Wie sieht es bei dir persönlich aus?

      Man muß zwar nicht unbedingt mit allen technischen Einzelheiten vertraut sein, doch ein paar Grundkenntnisse können nicht schaden. Das wird einem helfen, „ein Gefühl für das Auto“ zu entwickeln.

      Verbessere dein Fahrverhalten

      Das Bestehen der Fahrprüfung vermittelt dem frischgebackenen Autofahrer ein gutes Gefühl — ein Erfolgserlebnis. Aber was kommt danach? Wird er sein Niveau halten? „Nach bestandener Fahrprüfung werden viele Fahrer ein wenig sorglos“, klagt ein Fahrlehrer und rät: „Man muß die eigenen Grenzen kennenlernen und wissen, wo unter den verschiedenen Bedingungen die Grenzen des Fahrzeugs liegen. Solange man das nicht herausgefunden hat, ist man unfallgefährdet.“ Ein Autofahrer räumt ein: „Wenn ich so fahren würde wie in den ersten Wochen nach der Fahrprüfung, wäre mein Verhalten im Verkehr sicherer.“ Warum? Er gibt zu: „Ich wage jetzt mehr.“

      Mit dem Erwerb des Führerscheins hat man grundsätzlich bewiesen, daß man ein Fahrzeug sicher führen kann. Um aber gut fahren zu können, muß man seine Geschicklichkeit im Autofahren ausbauen. Eine solche Verbesserung kann ohne Frage durch mehr Erfahrung erzielt werden und dadurch, daß man auf seine Fahrweise achtet.

      Es gilt, in bezug auf mögliche Gefahren wachsam zu sein. „Mangelnde Voraussicht und nicht zu wissen, was vor, hinter und neben dem Auto vor sich geht, ist heutzutage der hauptsächliche Fehler der Fahrer“, behauptet Alex Miller, Fahrprüfer bei der britischen Polizei. Man muß versuchen, das Unerwartete zu erahnen. Eine Hilfe dabei ist es, daß man es lernt, die Verkehrslage zu erfassen. (Siehe den Kasten auf dieser Seite.)

      Verkehrssicherheit erfordert Charakter

      „Das Ausschlaggebendste“, meint Fahrprüfer Miller, „ist der Charakter.“ Ein Kraftfahrer mit 30 Jahren Fahrpraxis in Afrika und Europa sieht dies so: „Das Fahren ist eine Sache des Charakters. Die Art, wie jemand fährt, ist ein Spiegelbild der Art, wie er mit anderen im Alltag umgeht.“

      Ein kanadischer Autofahrer lenkt die Aufmerksamkeit auf den Wert der richtigen Geisteshaltung und schreibt: „Würde die Fahrerlaubnis nicht als ein ‚Recht‘, sondern als ein ‚Vorrecht‘ angesehen, dann würde sich durch den ‚guten Ton‘ im Verkehr die Sicherheit auf den Autobahnen merklich bessern.“

      „Wenn Verkehrssicherheit mit Geisteshaltung gleichzusetzen ist“, heißt es im Autofahrerhandbuch des britischen Verkehrsministeriums, „dann ist die Demut einer ihrer wesentlichen Bestandteile.“ Für viele bedeutet das eine Änderung des Charakters. Ist das möglich? Ja. Vor allem muß man an andere denken und selbstlos sein. In einer biblischen Regel, der Goldenen Regel, kommt dies passend zum Ausdruck: „Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun“ (Matthäus 7:12).

      Wie sieht das aber in der Praxis aus? „Wenn das Klima im Straßenverkehr gereizt ist, fällt es einem wirklich schwer, gute Eigenschaften zu entwickeln“, bestätigt ein Autofahrer in England. Dem wird man zweifellos zustimmen. Die Versuchung, es anderen heimzuzahlen, ist stark. „Mein Gegenmittel sind Musikkassetten. Das wirkt erstaunlich beruhigend.“ (Siehe Kasten Seite 9.)

      „Man muß sehr darauf achten, daß man sich nicht aufreizen läßt“, rät ein erfahrener japanischer Autofahrer. „Am besten, man summt oder singt ein Lied, wenn man aus irgendeinem Grund gereizt ist.“

      Man sollte von anderen nicht zuviel erwarten. Unfallstatistiken sind eine deutliche Warnung vor den Risiken durch gefährliche Autofahrer. Eine defensive Fahrweise ist oberstes Gebot. Anders ausgedrückt: „Fahre so, als ob jeder andere Verkehrsteilnehmer eine Gefahrenquelle wäre.“

      Außerdem muß man einsehen, daß man von anderen lernen kann. Es lohnt sich, ihre Fähigkeiten zu studieren. (Siehe den Kasten auf dieser Seite.)

      „Es ist nichts Geheimnisvolles daran, ein As im Autofahren zu werden“, behauptet Jim Kenzie gemäß der Zeitung The Toronto Star. „Alles, was man braucht, ist ein bißchen Wissen, etwas gesunder Menschenverstand und etwas Rücksicht auf den anderen.“ Für neue und erfahrene Autofahrer gilt gleichermaßen, daß Prahlerei, Ungeduld und Eigensinn auf der Straße fehl am Platze sind.

      Wer ein Gefühl für sein Auto entwickelt, die Verkehrslage erfaßt, sich konzentriert, Gefahren vorausahnt und sich eine demütige Gesinnung aneignet, wird erfolgreich Auto fahren — und sicher!

      [Fußnote]

      a Diese von der Regierung herausgegebene Veröffentlichung, die seit ihrem Erscheinen im Jahre 1931 häufig revidiert worden ist und in Großbritannien als „Bestseller nur von der Bibel übertroffen wird“, enthält verständliche Sicherheitsrichtlinien für alle Verkehrsteilnehmer.

      [Kasten/Bilder auf Seite 8]

      Ist dein Fahrzeug verkehrssicher?

      Was man vor jeder Fahrt überprüfen sollte:

      Windschutzscheibe und andere Fenster: Sind sie sauber? Hat die Scheibenwaschanlage genug Wasser? Sind die Wischerblätter in gutem Zustand?

      Scheinwerfer, Brems- und Blinkleuchten: Sind sie in Ordnung?

      Reifen: Sind tiefe Einschnitte oder Risse, Brüche, Ausbuchtungen oder andere Schäden festzustellen?

      Bremsen: Nach dem Start so bald wie möglich auf Funktionsfähigkeit prüfen

      Regelmäßige Prüfung nach Betriebsanleitung:

      Motor: Ist der Ölstand ausreichend? Nicht zuviel Öl nachfüllen!

      Kühler: Ist genug Kühlflüssigkeit vorhanden? Fehlt Frostschutzmittel?

      Reifen: Stimmt der Reifendruck? Haben die Reifen genügend Profil? Sind sie gleichmäßig abgenutzt?

      Batterie: Stimmt der Flüssigkeitsstand in jeder Zelle? Nicht überfüllen!

      [Kasten auf Seite 9]

      Ablenkung am Lenkrad

      Autoradios liefern die neusten Nachrichten und Kassettenrecorder die Musik. Wird der Autofahrer dadurch gestört? Die Meinungen darüber sind geteilt. Manche Fahrer sagen, sie könnten sich gut konzentrieren, ganz gleich, was aus dem Lautsprecher töne. Andere ziehen es vor, bei starkem Verkehr Musik nur im Hintergrund spielen zu lassen. Sie beachten die Warnung, die im britischen Autofahrer-Handbuch gegeben wird: „Aufmerksames Zuhören kann die Konzentration behindern.“ Wie steht es dann um den Gebrauch von Autotelefonen? In dem Handbuch wird geraten: „Vor dem Telefonieren sollte man anhalten, ob man jemanden anruft oder angerufen wird.“b

      [Fußnote]

      b In Großbritannien werden den Autofahrern nur Anlagen empfohlen, bei deren Benutzung man beide Hände frei hat. Sie sollen aber auch nur dann benutzt werden, wenn das Telefonieren den Fahrer nicht vom Verkehr ablenkt.

      [Kasten auf Seite 10]

      Die Verkehrslage erfassen

      In einer Broschürenreihe der britischen königlichen Gesellschaft für Unfallverhütung (RoSPA), die sowohl Fahrschülern als auch erfahrenen Autofahrern eine Hilfe sein soll, wird zunächst anerkannt, daß die Automobilindustrie viel investiert, damit ihre Fahrzeuge hohen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Doch es wird daran erinnert, daß „ein Auto nicht sicherer sein kann als der Fahrer, der hinter dem Steuer sitzt“. Diese Gesellschaft empfiehlt allen Fahrern, „die Verkehrslage zu erfassen“. Wie ist das möglich? Was gehört alles dazu?

      1. Anzeichen für den Straßenzustand und die Verkehrslage früh erkennen. Ein Fahrer sollte die meiste Zeit nach vorn sehen und auf Hinweise achten, die ihn auf Gefahrenquellen aufmerksam machen. Er sollte jedoch auch wissen, was am Straßenrand vor sich geht.

      2. Die Gegend, das Wetter, die Jahres- oder die Tageszeit und andere Verkehrsteilnehmer berücksichtigen. Die Fahrweise sollte davon abhängen, wo man sich befindet — in der Stadt oder auf dem Land. Nasse, vereiste oder schneebedeckte Straßen sind gefährlich. Nebelbänke sind eine besondere Gefahrenquelle. Starker Wind kann das Auto aus der Spur wehen. Das blendende Licht der Sonne oder entgegenkommender Autos kann das Sehvermögen vorübergehend drastisch einschränken, wenn nicht gar völlig aufheben. In der Urlaubszeit sind viele unerfahrene Fahrer unterwegs. Mit Fußgängern und Tieren muß man ebenfalls rechnen. Wenn man an einem haltenden Bus vorbeifährt, sollte man auf Schatten von Fußgängern achten, die vor dem Bus die Straße überqueren wollen.

      3. Aus dem Beobachteten Rückschlüsse für das eigene Fahrverhalten ziehen. Man muß sich genau überlegen, wie man angesichts des Beobachteten zu reagieren hat, und den Umständen entsprechend vorsichtig fahren.

      „Diese Methode“, so die RoSPA, „wird von erfahrenen Autofahrern ständig angewandt. ... Sie müßte auch zur Verbesserung deiner fahrerischen Leistungen beitragen.“ Darüber hinaus „weiß man, daß dadurch die Unfallwahrscheinlichkeit sinkt“.

      [Kasten auf Seite 11]

      Tips von Experten

      Sei darauf bedacht, die Fahrt für die Mitfahrer angenehm und störungsfrei zu gestalten.

      Betrachte das Fahren als eine Fertigkeit, die vervollkommnet werden sollte.

      Halte dein Fahrzeug in erstklassigem Zustand.

      Behalte im Auge, was sich in weiter, mittlerer und naher Entfernung abspielt.

      Blicke in die verschiedenen Spiegel, um zu wissen, was hinter und neben dem Fahrzeug vor sich geht.

      Denke an den toten Winkel.

      Schaue vor dem Abbiegen oder dem Spurwechsel in den Spiegel, und betätige den Fahrtrichtungsanzeiger frühzeitig.

      Drehe dich nötigenfalls vor einer Richtungsänderung um, statt dich nur auf die Spiegel zu verlassen.

      Bleibe geduldig. Bewahre die Ruhe.

      Sicheres Fahren bedeutet, die Verkehrsgesetze einzuhalten.

      [Bild auf Seite 7]

      Durch die Fahrprüfung wird festgestellt, ob man sicher fahren kann

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