Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Der Griff in die Hausapotheke
    Erwachet! 2009 | Mai
    • Der Griff in die Hausapotheke

      „MIT 14 Jahren begann ich, Medikamente zu nehmen. Weil ich unbedingt dünn und attraktiv sein wollte, ließ ich mir von meinem Hausarzt Schlankheitspillen verschreiben. Ich fühlte mich nur dann gut, wenn ich bei den Jungs begehrt war. Allmählich rutschte ich in die Drogenszene ab, was einen moralisch bedenklichen Lebensstil mit sich brachte. Ständig war ich auf der Suche nach dem ultimativen Kick“, erzählt eine Frau namens Lena.a

      Marion, die unter Migräne litt, erhielt von ihrem Arzt ein Schmerzmittel. Mit der Zeit nahm sie immer mehr davon — nicht nur gegen die Kopfschmerzen, sondern weil sie zunehmend davon abhängig wurde. Außerdem griff sie zu Medikamenten anderer Familienmitglieder.

      Wie Untersuchungen belegen, verwenden tatsächlich immer mehr Jugendliche — und überraschend viele Erwachsene — Arzneimittel zweckentfremdet. Warum? Um sich zu beruhigen oder Ängste abzubauen, um abzunehmen, um leistungsfähiger zu sein oder einfach nur, um sich besser zu fühlen. Von den am häufigsten missbrauchten Medikamenten sind viele in praktisch jeder Hausapotheke zu finden: verschreibungspflichtige Beruhigungs-, Schlaf-, Schmerz- und Aufputschmittel ebenso wie frei verkäufliche Schmerztabletten, Antiallergika, Abführmittel, Hustensäfte und Nasensprays.b

      So verbreitet das Phänomen bereits ist — es ist weiter auf dem Vormarsch. In Afrika, Europa und Südasien gibt es zum Beispiel Gegenden, wo mittlerweile mehr Medikamente missbraucht werden als Drogen. Auch in den USA haben Medikamente praktisch allen illegalen Suchtmitteln den Rang abgelaufen, mit Ausnahme von Haschisch und Marihuana. Einem kürzlich erschienenen Zeitungsbericht zufolge ist dort die Zahl der 12- bis 17-Jährigen, die Medikamente missbrauchen, größer als die Zahl aller Kokain-, Heroin- und Amphetaminkonsumenten in dieser Altersgruppe. Die Nachfrage hat so stark zugenommen, dass sich das Fälschen von Arzneimitteln zu einem regelrechten Industriezweig entwickelt hat.

      Wie kann man sich und seine Kinder vor dem Missbrauch von Medikamenten und Drogen schützen?

      [Fußnoten]

      a Namen in der Artikelserie wurden geändert.

      b Viele in diesem Artikel angeführte Richtlinien gelten auch für den Missbrauch von Alkohol und Drogen.

      [Kasten auf Seite 3]

      Medikamentenabhängigkeit ist nach dem klinischen Wörterbuch Pschyrembel unter anderem gekennzeichnet durch ein „starkes, gelegentl. übermächtiges od. zwanghaft auftretendes Verlangen, eine Substanz zu konsumieren, um sich positive Empfindungen zu verschaffen od. unangenehme zu vermeiden“ sowie durch „verminderte Kontrollfähigkeit über Beginn, Beendigung u. Menge des Substanzgebrauchs“. Schädigungen werden dabei oft billigend in Kauf genommen. (Um eine normale Reaktion, die nicht auf eine psychische Abhängigkeit schließen lässt, handelt es sich hingegen, wenn nach Absetzen bestimmter ärztlich verordneter Medikamente wie Opioide Entzugserscheinungen auftreten.)

      Von Toleranz ist dann die Rede, wenn eine immer stärkere Dosis eines Medikaments erforderlich ist, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

  • Medikamente: Gebrauch oder Missbrauch?
    Erwachet! 2009 | Mai
    • Medikamente: Gebrauch oder Missbrauch?

      ANGIE, ein junges Mädchen, machte sich Sorgen um ihr Gewicht. Nachdem sie in einem Gespräch ihrer Eltern mitbekommen hatte, dass die Medizin ihres Bruders Appetit zügelnd wirkte, zweigte sie alle paar Tage eine Tablette für sich ab. Um zu verhindern, dass ihre Eltern Verdacht schöpften, bat sie einen Freund, der dasselbe Mittel nahm, um einige seiner Pillen.a

      Warum werden gerade Medikamente häufig missbraucht? Zum einen sind sie leicht zugänglich — quasi griffbereit bei sich zu Hause. Zum anderen sehen viele junge Leute gar nichts Unrechtes darin, verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Konsultation eines Arztes einzunehmen. Und zudem scheinen Medikamente weniger gefährlich zu sein als Drogen — die illegale Variante für einen Rausch. So meinen manche Jugendliche: „Wenn ein Mittel schon Kindern verabreicht werden darf, kann es doch gar nicht schädlich sein.“

      Richtig eingesetzt können Medikamente zwar durchaus die Gesundheit fördern, die Lebensqualität erhöhen und sogar Leben retten. Missbraucht man sie allerdings, gleicht ihr Gefährdungspotenzial dem von Drogen. Stimulanzien (Aufputschmittel) zum Beispiel können Herz-Kreislauf-Beschwerden bis hin zu lebensbedrohenden Herz-Rhythmus-Störungen verursachen. Andere Wirkstoffe senken die Atemfrequenz und können zum Tod durch Atemstillstand führen. Auch die Wechselwirkung eines Mittels mit anderen Präparaten oder mit Alkohol hat womöglich verheerende Folgen. Anfang 2008 starb ein bekannter Schauspieler an einer tödlichen Kombination von „insgesamt sechs verschiedenen verschreibungspflichtigen Medikamenten“, hieß es in Focus-Online, „darunter Schmerzmittel, Schlaftabletten und Pillen gegen Angstzustände“.

      Es droht noch eine weitere Gefahr — Abhängigkeit. Übermäßig oder zweckentfremdet gebraucht, wirken manche Substanzen wie Drogen: Sie stimulieren Teile des Gehirns, die beim Erleben von Vergnügen in Aktion treten, sodass man ein starkes Verlangen nach der Substanz entwickelt. Doch statt dass sich ein dauerhaftes Hochgefühl einstellt oder sich Probleme leichter bewältigen lassen, wird alles nur noch schlimmer. Zum Beispiel kann es dazu führen, dass sich die Anspannung erhöht, dass Depressionszustände verstärkt werden, dass die Gesundheit ruiniert wird und man aufhört, normal zu funktionieren, oder dass man in die Abhängigkeit gleitet. Schlimmstenfalls tritt alles zusammen ein. In der Folge bleiben Probleme zu Hause, in der Schule oder am Arbeitsplatz nicht aus. Wo ist denn die Grenze zwischen richtigem Gebrauch und Missbrauch?

      Gebrauch oder Missbrauch?

      Einfach ausgedrückt werden Medikamente dann richtig gebraucht, wenn man sich an die Anweisungen eines Arztes hält, der sie nach genauer Kenntnis der Krankheitsgeschichte verschrieben hat. Es gilt, die Medizin in der korrekten Dosierung, zu den richtigen Zeiten, in der vorgeschriebenen Art und Weise und für den vorgesehenen medizinischen Zweck zu nehmen. Dennoch können auch dann unerwünschte oder unerwartete Nebenwirkungen auftreten. In diesem Fall ist man gut beraten, umgehend seinen Arzt zu informieren; er wird vermutlich die Medikation ändern oder das Mittel absetzen. Das Gleiche gilt auch für die Verwendung frei verkäuflicher Medikamente. Man sollte sie nur bei tatsächlichem Bedarf nehmen und dabei die Packungsbeilage genau beachten.

      Werden Medikamente zweckentfremdet genommen, wird die Dosierung verändert oder nimmt man Mittel, die einer anderen Person verschrieben wurden, begibt man sich auf äußerst gefährliches Terrain. Auch wie die Medizin eingenommen wird, ist von Belang. Manche Tabletten zum Beispiel müssen unzerkaut geschluckt werden, damit die Wirkstoffe langsam vom Körper aufgenommen werden können. Bei einem Missbrauch wird dieser Prozess häufig unterbrochen: Das Medikament wird zerteilt oder gekaut, es wird zermahlen und über die Nase aufgenommen, oder es wird in Wasser aufgelöst und gespritzt. Was folgt? Vielleicht ein euphorisches Hoch. Vielleicht ist es aber auch ein erster Schritt in die Abhängigkeit oder — schlimmer noch — in den Tod.

      Hat man allerdings das Gefühl, eine Abhängigkeit zu entwickeln, obwohl man seine Medizin wie vorgeschrieben einnimmt, sollte man unverzüglich seinen Arzt einschalten. Er dürfte am besten in der Lage sein, das in den Griff zu bekommen, ohne dabei das eigentliche Problem zu vernachlässigen.

      Das Massenphänomen des Suchtmittelmissbrauchs ist ein Spiegelbild unserer Zeit. Die Familie — eigentlich ein Zufluchtsort vor dem Alltagsstress, wo man Liebe und Geborgenheit finden sollte — ist in der Krise. Moralische und religiöse Werte sind ebenso am Schwinden wie die Achtung vor dem Leben (2. Timotheus 3:1-5). Darüber hinaus fehlt eine Perspektive: Viele haben keine Hoffnung und sehen schwarz für die Zukunft. Was bleibt ist Leere. Also lebt man für den Moment und nimmt die Vergnügungen mit, wo es nur geht — manchmal ganz hemmungslos. In der Bibel heißt es: „Wo keine Vision ist, wird das Volk zügellos“ (Sprüche 29:18).

      Bestimmt möchte jeder von uns seine Familie vor all dem schützen, woran die Welt heute krankt. Aber was können Eltern tun? An wen kann man sich wenden, um zuverlässigen Rat zu erhalten? Und gibt es eine begründete Hoffnung auf ein besseres Morgen?

      [Fußnote]

      a Von der Website TeensHealth.

      [Kasten auf Seite 4]

      ALLES FÜR DEN KICK

      Manche würden für einen Kick so gut wie alles tun. Besonders schädlich ist zum Beispiel das Schnüffeln von bestimmten Reinigungsmitteln, von Nagellack und Nagellackentferner, Möbelpolitur, Benzin, Leim, Feuerzeuggas, Sprühfarbe und anderen Substanzen, die leicht flüchtige Stoffe enthalten. Durch das Inhalieren gelangen sie sehr schnell in die Blutbahn und lösen eine fast unmittelbare Reaktion aus.

      Ebenfalls schädlich ist der Missbrauch von frei verkäuflichen Medikamenten, die Alkohol enthalten oder schläfrig machen. Werden diese Substanzen in hohen Dosen genommen, beeinträchtigen sie die Sinne, insbesondere das Sehen und Hören. Sie können Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen, Benommenheit sowie Magenprobleme hervorrufen.

      [Kasten auf Seite 5]

      ARZNEIMITTELERSCHLEICHUNG

      „ ‚Arzneimittelerschleichen‘ ist ein unter Abhängigen und Missbrauchern sehr verbreitetes Verhalten“, heißt es im Physicians’ Desk Reference, einem amerikanischen Arzneimittelverzeichnis. „Zu den gängigen Taktiken gehört, einen Notarzt zu rufen, die Praxis erst kurz vor Dienstschluss aufzusuchen, nötige Untersuchungen, die Entnahme von Proben oder die Überweisung zu einem anderen Arzt zu verweigern; dazu zählen aber auch der wiederholte ‚Verlust‘ von Rezepten, Rezeptbetrug sowie das Zurückhalten von Behandlungsunterlagen beziehungsweise von Kontaktinformationen für andere behandelnde Mediziner.“ Die Bundesärztekammer berichtet: „Viele abhängige Patienten suchen zudem wegen des gleichen Problems unterschiedliche Ärzte auf, um Verschreibungswünsche erfüllt zu bekommen.“

      Zu den am häufigsten missbrauchten Medikamenten zählen:

      ◼ Opioide: Meist als Schmerzmittel verschrieben

      ◼ Beruhigungsmittel, die auf das Zentralnervensystem wirken: Bei Angstzuständen und Schlafproblemen verordnet (vielen als Tranquilizer bekannt)

      ◼ Stimulanzien: Bei einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADS/ADHS) verschrieben, ferner bei der Schlafstörung Narkolepsie oder bei Fettleibigkeitb

      [Fußnote]

      b Nach Angaben einer US-Behörde zur Bekämpfung von Drogenmissbrauch.

      [Kasten auf Seite 6]

      MEDIKAMENTE RICHTIG GEBRAUCHEN — WIE?

      1. Anweisungen genau einhalten.

      2. Dosierung nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt ändern.

      3. Verschriebene Medikamente nicht eigenmächtig absetzen.

      4. Wenn nicht ausdrücklich verordnet, Tabletten nicht zerkleinert oder zermahlen einnehmen.

      5. Mögliche Auswirkungen des Medikaments auf die Fahrtüchtigkeit und andere Aktivitäten berücksichtigen.

      6. Wechselwirkungen rezeptpflichtiger oder frei verkäuflicher Medikamente mit Alkohol und anderen Präparaten beachten.

      7. Den Arzt über eine frühere Drogen- oder Genussmittelabhängigkeit informieren.

      8. Keine Medikamente nehmen, die jemand anders verordnet wurden, noch eigene weitergeben.c

      [Fußnote]

      c Nach Empfehlungen der US-Arzneimittelzulassungsbehörde.

  • Eltern: Kinder brauchen Schutz!
    Erwachet! 2009 | Mai
    • Eltern: Kinder brauchen Schutz!

      BESORGTE Eltern fragen sich zu Recht, woran es wohl liegt, dass immer mehr Teenager heimlich in die Hausapotheke greifen. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Einigen geht es einfach um den Kick. Andere wollen sich beim Lernen besser konzentrieren können oder ihre Probleme vergessen. Wieder andere leiden körperlich oder seelisch und wollen sich einfach besser fühlen. Tatsächlich ist schon bei 12-Jährigen ein voll ausgeprägtes Suchtverhalten beobachtet worden. Wie kommen sie denn an die Medikamente? Sie können auf buchstäblich Hunderttausenden von Websites aus dem Vollen schöpfen, ohne dabei mit unangenehmen Fragen konfrontiert zu werden. Mancher Jugendliche beschafft sich seine Pillen auch von sogenannten Freunden. Wie können Eltern ihre Kinder schützen?

      Ganz wichtig ist es zunächst einmal, offen mit seinen Kindern über die Gefahren von Medikamenten- und Drogenmissbrauch zu sprechen. Zu den praktischen Schritten gehört dann die sichere Aufbewahrung der Medikamente — vielleicht sogar unter Verschluss in der Hausapotheke. Wichtig ist auch zu wissen, welche Medikamente im Haus sind und wer sie wie verwendet. Wird ein Mittel nicht mehr benötigt, sollte es sicher entsorgt werden. Nimmt ein Jugendlicher nach Abklingen einer Erkältung trotzdem weiter Medikamente, tun die Eltern gut daran, sein Verhalten zu hinterfragen. Es ist angebracht, darauf zu achten, was die Kinder im Internet machen, wie sie mit ihrem Taschengeld umgehen und welche Post sie erhalten. Hellhörig werden sollte man auch dann, wenn ein Jugendlicher auf einmal andere Freunde hat, sich anders zurechtmacht und verhält oder wenn die schulischen Leistungen plötzlich abfallen.

      Wenn ein Kind ein Problem hat

      Angenommen, das eigene Kind hat tatsächlich ein Problem mit Suchtmitteln oder man hat einen begründeten Verdacht. Was dann? Am wichtigsten ist zunächst einmal, den Jugendlichen freundlich und liebevoll darauf anzusprechen. Die Bibel sagt: „Ein tiefes Wasser sind die Pläne im Herzen des Menschen, doch der Verständige schöpft es herauf “ (Sprüche 20:5, Einheitsübersetzung). Herauszufinden, was wirklich im Herzen eines solchen Kindes vor sich geht, ist oft so schwierig, als wollte man einen Eimer Wasser an einem dünnen Faden aus einem Brunnen ziehen. „Zieht“ man zu heftig daran, indem man zum Beispiel völlig aufgebracht reagiert und dem Kind heftige Vorwürfe macht, reißt der Faden der Kommunikation schnell ab. Es ist wichtig, im Sinn zu behalten, dass es um zweierlei geht. Zunächst will man herausfinden, ob überhaupt ein Problem besteht. Sollte das der Fall sein, gilt es festzustellen, was dahintersteckt. Häufig spielen dabei folgende Faktoren eine Rolle:

      ◼ Falsche Freunde und Gruppenzwang. „Lasst euch . . . nicht täuschen! Schlechter Umgang verdirbt auch den besten Charakter“, so heißt es in 1. Korinther 15:33 (Neue Genfer Übersetzung). Kluge Eltern helfen ihren Kindern deshalb erkennen, welchen gefährlichen Einfluss die falschen Freunde haben können. Natürlich sollten sie sie auch dabei unterstützen, sich die richtigen Freunde zu suchen (Sprüche 13:20). Sie könnten diese zum Beispiel zu sich nach Hause oder zu Familienausflügen einladen.

      ◼ Stress. In der heutigen Gesellschaft stehen Kinder unter ungeheurem Leistungsdruck. Nicht selten erwarten auch Eltern zu viel von ihren Kindern, was alles nur noch verschlimmert.a Es ist gut, sich zu fragen: Kenne ich die Stärken und die Schwächen meiner Kinder genau? Sind die Ziele, die ich ihnen vor Augen halte, vernünftig und helfe ich ihnen, sie zu erreichen? Vermeide ich konsequent, mein Kind mit anderen zu vergleichen? Das könnte es ziemlich niederschmettern und sogar depressiv werden lassen. Eins ist ganz klar: Erhalten Kinder die Liebe und Anerkennung, die sie so dringend brauchen, nicht zu Hause, suchen sie sie woanders. Eltern sind auch gut beraten, für eine Atmosphäre zu sorgen, in der Gott eine wichtige Rolle spielt, zum Beispiel dadurch, dass die Familie gemeinsam in der Bibel liest. Glücklich zu sein, hängt nämlich — wie Jesus Christus deutlich machte — davon ab, sich bewusst zu sein, dass man Gottes Anleitung braucht (Matthäus 5:3).

      ◼ Fehlende Verhaltensregeln. Es gibt Jugendliche, die Medikamente oder Drogen ausprobieren, weil ihre Eltern sie einfach machen lassen, was sie wollen. „Ein Knabe [oder ein Mädchen], dem freier Lauf gelassen wird, wird seiner Mutter Schande bereiten“, sagt die Bibel in Sprüche 29:15. Auch wenn sie lautstark dagegen protestieren mögen — Kinder fühlen sich im Grunde nur dann wohl, wenn die Grenzen klar sind. Dadurch spüren sie nämlich, dass sie ihren Eltern etwas bedeuten, und es vermittelt ihnen Geborgenheit. Die Bibel legt Eltern daher ans Herz, ihren Kindern vernünftige Richtlinien an die Hand zu geben und selbst mit gutem Beispiel voranzugehen (Epheser 6:4). Und wenn es in Jakobus 5:12 heißt: „Euer Ja bedeute ja und euer Nein nein“, dann zeigt das, wie wichtig es ist, konsequent zu sein.

      Besteht allerdings bereits eine Abhängigkeit, empfiehlt es sich, den Rat von Fachleuten einzuholen. Einen Entzug zu meistern, kann sehr schwierig sein und erfordert möglicherweise professionelle Hilfe. Gehört die Familie einer Versammlung (Ortsgemeinde) der Zeugen Jehovas an, steht Eltern auch die Hilfe der jeweiligen Ältestenschaft zur Verfügung (Jakobus 5:13-16). Diese erfahrenen Männer können sie vielleicht darin unterstützen, den Rat der Bibel umzusetzen, was den Heilungsverlauf beschleunigen kann.

      Der nächste Artikel beschäftigt sich mit weiteren Grundsätzen und geht darauf ein, warum wir allen Grund haben, uns auf die Zukunft zu freuen.

      [Fußnote]

      a Dazu auch der Artikel „Gestresste Kinder“ auf Seite 14.

      [Herausgestellter Text auf Seite 7]

      „Ein tiefes Wasser sind die Pläne im Herzen des Menschen, doch der Verständige schöpft es herauf“ (Sprüche 20:5, Einheitsübersetzung)

      [Kasten auf Seite 7]

      ANZEICHEN FÜR TEENAGER IN GEFAHR

      ◼ In der Familie ist es schon früher zu Suchtmittelmissbrauch gekommen

      ◼ Schwermut oder niedriges Selbstwertgefühl

      ◼ Der Teenager fühlt sich als Außenseiter oder hält sich für unbeliebt

      ◼ Häufige Antriebslosigkeit und Schlafprobleme

      ◼ Aggressives, rebellisches Auftreten gegenüber Autoritätspersonenb

      [Fußnote]

      b Nach Informationen von Teen Help.

  • Etwas viel Besseres als Drogen
    Erwachet! 2009 | Mai
    • Etwas viel Besseres als Drogen

      NACH jahrelangem Suchtmittelmissbrauch fühlte sich Lena, von der im ersten Artikel berichtet wurde — mittlerweile 32 Jahre alt —, „völlig beherrscht von Schuldgefühlen und einer tief sitzenden Lebensangst“. Sie schreibt: „Ich wollte eine gute Ehefrau und Mutter sein, aber alles um mich herum und in der Welt war so traurig und trostlos — wofür lohnte es sich da, ein guter Mensch zu sein? Und die wenigen Male, da ich es versuchte, gingen daneben.“

      Dann ließ sich Lena von Zeugen Jehovas helfen, die Bibel zu verstehen. Die Wahrheiten aus Gottes Wort empfand sie schon bald als ungeheuer befreiend. Diese Erleichterung beschreibt sie als „das großartigste Gefühl, das ich je hatte“. Biblische Lebensregeln kennenzulernen und von der einzigartigen Zukunftshoffnung zu erfahren, gab ihr die nötige Motivation, ihr Leben neu zu ordnen und ihre Abhängigkeit zu überwinden.

      Anleitung fürs Leben

      Die biblischen Gesetze und Grundsätze wurden von unserem Schöpfer, Jehova Gott, regelrecht maßgeschneidert für uns. In Psalm 19:7, 8 heißt es: „Das Gesetz Jehovas ist vollkommen, bringt die Seele zurück [lässt sie wieder lebendig werden]. . . . Die Befehle Jehovas sind recht, erfreuen das Herz; das Gebot Jehovas ist rein, erleuchtet die Augen.“

      In 2. Korinther 7:1 zum Beispiel wird gesagt, wir sollten uns „von allem reinigen, was Körper und Geist beschmutzt“ (Gute Nachricht Bibel). Lena nahm diese Aufforderung ernst und das half ihr dabei, mit den schädlichen Gewohnheiten zu brechen. Ähnlich war es bei Marion, von der wir ebenfalls im ersten Artikel gelesen haben. Zur Erinnerung: Sie war von den Medikamenten abhängig geworden, die ihr gegen die Migräne verschrieben worden waren. Wie packte sie das Problem an? Sie sprach ganz offen mit ihrem Arzt darüber und er stellte daraufhin die Behandlung um.a Außerdem suchte und fand sie auch Unterstützung bei ihren Glaubensbrüdern und -schwestern.

      Lena und Marion fanden auch Hilfe durch das Gebet. In Philipper 4:6, 7 lesen wir: „Seid um nichts ängstlich besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen zusammen mit Danksagung eure Bitten bei Gott bekannt werden; und der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, wird euer Herz und eure Denkkraft . . . behüten.“ Wie dieser Frieden wirkt, erlebte ein Diener Gottes in alter Zeit, als ihn viele „beunruhigende Gedanken“ quälten und ihm Gott durch ermutigende Worte Ruhe, Trost und innere Zufriedenheit schenkte (Psalm 94:19). Diesen Trost finden wir nicht nur in der Bibel, sondern auch bei lieben Glaubensbrüdern und -schwestern — nicht zuletzt den Versammlungsältesten —, die persönliches Interesse zeigen und Beistand leisten.

      Allerdings kann es sein, dass sich jemand wegen seines Suchtproblems völlig unwürdig fühlt. Janice, eine Zeugin Jehovas, die über viele Jahre von Medikamenten abhängig war, schrieb: „Suchtkranke sind womöglich so weit von Jehova weg und so voller Hass auf sich selbst, dass es ihnen allein extrem schwerfällt oder überhaupt nicht gelingt, sich an Jehova um Hilfe zu wenden.“ Unter solchen Umständen ist es ganz besonders wichtig, die Hilfe erfahrener Christen in Anspruch zu nehmen. Ihre Liebe, ihr Engagement und ihre Gebete haben für den „sich nicht wohl Fühlenden“ eine heilsame Wirkung (Jakobus 5:15). Handelt es sich bei dem Betroffenen um ein Kind, ist es natürlich Sache der Eltern, dafür zu sorgen, dass es gesund wird und sein Verhältnis zu Gott wieder ins Reine bringt, um einen Rückfall zu vermeiden.

      Janice begab sich in ein Therapiezentrum, schaffte den Entzug und ist seitdem nicht mehr abhängig. Sie berichtet: „Ich verlasse mich in schweren, unruhigen Zeiten ganz auf Jehova. Jetzt bin ich viel gelassener und mein früheres, lebenslustiges Ich kommt langsam wieder zum Vorschein.“

      Ein Leben ohne Probleme

      Der Tag kommt, wenn wir keine Medikamente mehr benötigen und es keine Suchtmittel mehr geben wird. Ist das realistisch? Offenbarung 21:3, 4 erklärt: „Das Zelt Gottes ist bei den Menschen . . . Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer noch Geschrei noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge [und damit alle heutigen Probleme] sind vergangen.“

      Die Bibel vergleicht diese Hoffnung mit einem „Anker für die Seele, der sowohl sicher als auch fest ist“ (Hebräer 6:18, 19). Gerieten früher Segelschiffe in einen Sturm, warfen die Seeleute den Anker aus. Verhakte er sich am Meeresgrund, konnte das Schiff den Sturm sicher überstehen, ohne Gefahr zu laufen, an gefährlichen Riffen oder Küsten zu zerschellen. So ähnlich hilft uns die sichere und feste Hoffnung, die die Bibel vermittelt, in stürmischen Zeiten der Prüfung — die ja ohne Frage uns alle treffen — emotional ausgeglichen zu bleiben und nicht im Glauben „Schiffbruch“ zu erleiden.

      Warum nicht einmal die Bibel untersuchen und selbst herausfinden, wie praktisch und ermutigend das ist, was sie rät und lehrt? Jehovas Zeugen sind Ihnen wirklich sehr gern dabei behilflich. Und seien Sie versichert: Sie werden keine Enttäuschung erleben.

      [Fußnote]

      a Nicht jeder Fall lässt sich mit dem von Marion vergleichen. Manche Menschen leiden zum Beispiel unter einer äußerst schmerzhaften Krankheit. Hier können oft nur sehr starke, potenziell abhängig machende Medikamente Abhilfe schaffen, die unter ärztlicher Kontrolle verabreicht werden. Solche Patienten wollen weder ein Suchtverlangen befriedigen noch suchen sie ein euphorisches Hoch. (Siehe Sprüche 31:6.)

      [Herausgestellter Text auf Seite 9]

      „Seid um nichts ängstlich besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen . . . eure Bitten bei Gott bekannt werden; und der Frieden Gottes . . . wird euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten“ (Philipper 4:6, 7)

      [Kasten/Bild auf Seite 10]

      PRAKTISCHE TIPPS FÜR EIN BESSERES WOHLBEFINDEN

      Körperliche Bewegung kann die „Stimmung für kurze Zeit heben und so eine kurze Verschnaufpause von der Depression bewirken“, heißt es in dem Buch So wird Ihre Psyche fit. Hilfreich sind auch andere Lebensgewohnheiten und eine bessere Ernährung — und zwar nicht nur im buchstäblichen Sinn. Nehmen wir zum Beispiel Valerie: Sie hatte als Kind unter Misshandlungen zu leiden gehabt und war von nicht weniger als 12 Medikamenten abhängig geworden. Aber sie hat den Entzug geschafft und führt heute ein verhältnismäßig normales Leben. Ihr Geheimnis?

      Statt viel Zeit mit Fernsehen und fragwürdigem Lesestoff zu verbringen, gewöhnte sie sich an, die Bibel zu studieren. Sie nahm sich die Zeit, sich mit bibelerklärenden Publikationen von Jehovas Zeugen zu befassen (wie diese Zeitschrift). Zudem betete sie unablässig zu Gott um die nötige Kraft und nahm die Hilfe in Anspruch, die ihre Glaubensbrüder ihr anboten. Beschäftigt hielt sie sich mit sinnvollen Aktivitäten, zum Beispiel die tröstende Botschaft der Bibel weiterzugeben. Abgesehen davon änderte sie auch ihre Essgewohnheiten grundlegend und stellte auf gesunde Kost um. Das Ergebnis? Selbst ihre Ärzte waren erstaunt, wie gut sie sich erholte. Sie ist in den vielen Jahren seither nie wieder rückfällig geworden.b

      [Fußnote]

      b Ist jemand wegen Depressionen, einer bipolaren Störung oder einer anderen Gemütskrankheit auf Medikamente angewiesen, lässt sich seine Situation wahrscheinlich nicht mit der von Valerie vergleichen. Ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt sollte die entsprechende Medikation nicht verändert werden.

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen