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Unser einzigartiges Sonnensystem — Wie es entstandDer Wachtturm 2007 | 15. Februar
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Unser einzigartiges Sonnensystem — Wie es entstand
EINE Kombination zahlreicher Faktoren macht den Teil des Universums, in dem wir leben, zu etwas Besonderem. Unser Sonnensystem liegt zwischen zwei Spiralarmen der Milchstraße in einem relativ sternarmen Gebiet. Fast alle Sterne, die wir nachts sehen können, sind so weit entfernt, dass sie selbst durch die größten Fernrohre betrachtet nur Lichtpunkte bleiben. Ist das von Bedeutung?
Befände sich unser Sonnensystem nahe dem Zentrum der Milchstraße, würden wir die gefährlichen Auswirkungen einer großen Sternkonzentration zu spüren bekommen. Dazu würde sehr wahrscheinlich eine Störung der Erdumlaufbahn gehören — was fatale Folgen für das menschliche Leben hätte. Doch offensichtlich befindet sich das Sonnensystem genau an der richtigen Stelle in der Galaxis, um vor dieser und anderen Gefahren geschützt zu sein, beispielsweise vor Überhitzung beim Passieren von Gaswolken oder vor anderen Quellen tödlicher Strahlung durch Sternexplosionen oder ähnliche Vorgänge.
Die Sonne ist ein idealer Stern für unsere Bedürfnisse. Ihre Abstrahlung ist gleichmäßig, sie ist langlebig und weder zu groß noch zu heiß. Die allermeisten Sterne in der Galaxis sind viel kleiner als unsere Sonne und liefern weder die richtige Art von Licht noch die richtige Wärmemenge, die für Leben auf einem Planeten wie der Erde nötig wären. Außerdem sind sehr viele Sterne gravitativ an mindestens einen anderen Stern gebunden und drehen sich umeinander. Im Gegensatz dazu ist die Sonne ein Einzelstern. Unser Sonnensystem wäre wohl kaum dauerhaft stabil, wenn es der Gravitationskraft von zwei oder mehr Sonnen ausgesetzt wäre.
Ein anderer Umstand, der unser Sonnensystem auszeichnet, ist die Position der äußeren Riesenplaneten, die fast kreisförmige Umlaufbahnen haben und die inneren terrestrischen Planeten durch ihre Gravitation nicht gefährden.a Sie übernehmen stattdessen eine Schutzfunktion, indem sie gefährliche Objekte absorbieren oder ablenken. „Asteroiden und Kometen trafen auf unseren Planeten, richteten jedoch nicht zu großen Schaden an, dank der Anwesenheit eines großen, weit von uns entfernten Gasplaneten (Jupiter)“, erklären die Wissenschaftler Peter D. Ward und Donald Brownlee in ihrem Buch Unsere einsame Erde. Man hat zwar andere Sonnensysteme mit Riesenplaneten entdeckt, aber die meisten dieser Riesen bewegen sich auf Umlaufbahnen, die für einen kleineren erdähnlichen Planeten gefährlich wären.
Die Rolle des Mondes
Seit jeher fasziniert unser Mond die Menschen. Er hat Dichter und Musiker inspiriert. So sagte ein althebräischer Schreiber über den Mond, er werde „auf unabsehbare Zeit festen Bestand haben“ und er sei gleichsam „ein treuer Zeuge in den Wolkenhimmeln“ (Psalm 89:37).
Der Mond wirkt sich tatsächlich auf das irdische Leben aus, vor allem durch seine Anziehungskraft, die die Gezeiten verursacht, auf die unter anderem Ebbe und Flut zurückzuführen sind. Die Gezeitenbewegungen sollen für die Meeresströmungen von grundlegender Bedeutung sein, die wiederum unser Klima wesentlich beeinflussen.
Dem Mond fällt eine weitere wichtige Aufgabe zu: Seine Gravitation stabilisiert den Winkel, den die Erdachse mit der Planetenbahn um die Sonne bildet. Gemäß dem Wissenschaftsmagazin Nature würde ohne den Mond die Neigung der Erdachse über lange Zeiträume zwischen „fast 0 [Grad] und 85 [Grad] schwanken“. Was wäre, wenn die Erdachse keine Neigung hätte? Wir müssten auf den wunderbaren Wechsel der Jahreszeiten verzichten und hätten unter Niederschlagsarmut zu leiden. Die Neigung der Erdachse verhindert auch Temperaturen, die wir nicht überleben könnten. „Wir verdanken unsere gegenwärtige Klimastabilität einem ungewöhnlichen Zustand, nämlich der Gegenwart des Mondes“, erklärt der Astronom Jacques Laskar. Unser Mond hat deshalb eine stabilisierende Wirkung, weil er groß ist — im Verhältnis weit größer als die Monde der Riesenplaneten.
Eine andere Funktion des Erdtrabanten ist, wie schon der Schreiber des Bibelbuches 1. Mose in alter Zeit feststellte, uns bei Nacht als Lichtquelle zu dienen (1. Mose 1:16).
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Unser einzigartiges Sonnensystem — Wie es entstandDer Wachtturm 2007 | 15. Februar
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Die Erde wurde für ein angenehmes Leben gestaltet
Ist nicht auch bei uns der Eindruck entstanden, dass das Leben auf der Erde, wie es gemäß dem biblischen Schöpfungsbericht ins Dasein kam, angenehm sein sollte? Sind wir schon einmal an einem sonnigen Tag aufgewacht, haben die frische Luft eingeatmet und waren froh, am Leben zu sein? Vielleicht sind wir durch einen Garten gegangen und haben uns an der Schönheit und am Geruch der Blumen erfreut. Oder wir haben uns in einem Obstgarten einige köstliche Früchte gepflückt. Solche Dinge, an denen man Freude hat, wären unmöglich, wenn nicht für Folgendes gesorgt worden wäre: 1. die reichen Wasservorräte der Erde, 2. die korrekt bemessene Menge an Wärme und Licht von der Sonne, 3. unsere Atmosphäre mit dem richtigen Gasgemisch und 4. fruchtbarer Boden.
All diese Gegebenheiten — die auf dem Mars, der Venus und unseren anderen Nachbarplaneten fehlen — sind nicht das Produkt des blinden Zufalls. Sie wurden fein aufeinander abgestimmt, um das Leben auf der Erde angenehm zu gestalten.
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