Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Bilderverehrung — Ihre Ursprünge in alter Zeit
    Der Wachtturm 2002 | 1. Juli
    • Bilderverehrung — Ihre Ursprünge in alter Zeit

      „Durch Bilder können wir Anteil haben an der Güte und der Heiligkeit Gottes sowie seiner Heiligen“ (GRIECHISCH-ORTHODOXE ERZDIÖZESE VON AUSTRALIEN).

      AN EINEM schwülen Augusttag brennt die Sonne auf die Betonstufen nieder, die auf der Insel Tínos im Ägäischen Meer zum Kloster der „Allerheiligsten Mutter Gottes“ hinaufführen. Die sengende Hitze kann die Entschlossenheit der mehr als 25 000 frommen griechisch-orthodoxen Pilger nicht schwächen, zentimeterweise bis zu der prunkvoll geschmückten Ikone der Mutter Jesu vorzudringen.

      Ein gelähmtes junges Mädchen, dem die Schmerzen und die Verzweiflung im Gesicht geschrieben stehen, kriecht auf blutenden Knien. Nicht weit von ihr hält sich eine erschöpfte alte Frau, die aus einem weit entfernten Landesteil angereist ist, mit letzter Kraft auf ihren müden Beinen. Schweißüberströmt versucht ein ungeduldiger Mann mittleren Alters, sich einen Weg durch die drängende Menge zu bahnen. Ihr Ziel ist es, das Marienbild zu küssen und vor ihm niederzufallen.

      Diese tiefreligiösen Menschen haben zweifellos den aufrichtigen Wunsch, Gott anzubeten. Wie viele sind sich jedoch bewusst, dass die Ursprünge der Bilderverehrung auf Bräuche zurückgehen, die viele Jahrhunderte älter sind als der christliche Glaube?

      Die Verbreitung von Heiligenbildern

      In der orthodoxen Gesellschaft sind Heiligenbilder oder Ikonen überall zu finden. In Kirchengebäuden nehmen Ikonen von Jesus, Maria und vielen „Heiligen“ einen äußerst wichtigen Platz ein. Gläubige ehren diese Bilder oft durch Küsse, Weihrauch und brennende Kerzen. Außerdem gibt es in fast jeder Wohnung eine Ecke mit Ikonen, in der gebetet wird. Viele orthodoxe Christen sprechen davon, mit dem Göttlichen in Verbindung zu treten, wenn sie eine Ikone verehren. Nicht wenige glauben sogar, Ikonen verfügten über göttliche Gnade und Wunderkräfte.

      Für diese Gläubigen ist es wahrscheinlich eine überraschende Erkenntnis, dass die Christen des ersten Jahrhunderts den Gebrauch von Ikonen oder Kultbildern in der Anbetung nicht billigten. In dem Buch Byzanz wird erklärt: „Die frühen Christen hatten aus jüdischen Vorstellungen eine Abneigung gegen den Götzendienst übernommen und sahen scheel auf jede Verehrung von Darstellungen Heiliger.“ Dasselbe Buch berichtet weiter: „Vom 5. Jahrhundert an erlangten Ikonen oder Bildnisse . . . in zunehmendem Maße eine Vorzugsstellung im öffentlichen und privaten Gottesdienst.“ Worauf geht der Gebrauch von Ikonen oder Kultbildern zurück, wenn nicht auf das Christentum des ersten Jahrhunderts?

      Ihre Wurzeln aufspüren

      Der Forscher Vitalij Ivanovich Petrenko schrieb: „Der Gebrauch von Bildern und das damit verbundene Brauchtum reicht bis weit vor die christliche Ära zurück und ‚stammt aus dem Heidentum‘.“ Viele Historiker gehen darin einig, dass die Wurzeln der Ikonen- oder Bilderverehrung in den Religionen des alten Babylons, Ägyptens und Griechenlands zu finden sind. In Griechenland zum Beispiel wurden religiöse Darstellungen als Statuen ausgeführt, denen göttliche Kräfte zugeschrieben wurden. Von einigen dieser Bilder hieß es, sie seien nicht mit Händen gemacht worden, sondern vom Himmel gefallen. Bei besonderen Festen wurden solche Kultbilder in einem Umzug durch die Stadt getragen, und man brachte ihnen Opfer dar. „Das Kultbild selbst wurde von den Verehrern als Gottheit betrachtet, obwohl immer wieder versucht wurde, . . . zwischen der Gottheit und dessen Bild einen Unterschied zu machen“, sagte Petrenko.

      Wie konnten solche Vorstellungen und Bräuche in das Christentum eindringen? Derselbe Forscher stellte dazu fest, dass in den Jahrhunderten nach dem Tod der Apostel Christi vor allem in Ägypten „das christliche Gedankengut mit einem ‚heidnischen Cocktail‘ konfrontiert wurde — einer Mischung aus ägyptischen, griechischen, jüdischen, orientalischen und römischen Bräuchen und Glaubensansichten, die neben dem christlichen Glauben praktiziert wurden“. Das führte schließlich dazu, dass „christliche Kunsthandwerker eine . . . [synkretistische] Methode übernahmen und heidnische Symbole verwendeten, die sie in einen anderen Zusammenhang stellten, ohne sie jedoch vollständig vom heidnischen Einfluss zu reinigen“.

      Bald standen Heiligenbilder im Mittelpunkt des privaten und öffentlichen religiösen Lebens. Der Historiker Will Durant beschreibt in dem Buch Zeitalter des Glaubens, wie es dazu kam: „Als die Zahl der Heiligen, die ihren Kult erhielten, zunahm, entstand das Bedürfnis, sie kenntlich zu machen und ihrer zu gedenken; Bilder von den Heiligen und von Maria entstanden in großer Zahl, und im Falle Christi wurden nicht nur seine bildhafte Gestalt, sondern auch das Kreuz Gegenstand der Verehrung — für einfache Geister sogar magische Talismane. Ein natürlicher Freiheitsdrang der volkstümlichen Fantasie ließ die heiligen Reliquien, Bilder und Statuen zu Anbetungsobjekten werden; man warf sich vor ihnen nieder, küsste sie, brannte Kerzen und Weihrauch vor ihnen, bekränzte sie mit Blumen und erwartete Wundertaten von ihren okkulten Kräften. . . . Kirchenväter und Konzile erklärten wiederholt, dass die Heiligenbilder keine Gottheiten, sondern nur Erinnerungsstücke an sie seien; das Volk sah über solche Unterschiede hinweg.“

      Heute würden viele, die Kultbilder verwenden, in ähnlicher Weise argumentieren und sagen, dass diese lediglich Gegenstand der Verehrung seien — nicht der Anbetung. Sie behaupteten wahrscheinlich, dass religiöse Bilder rechtmäßige, ja sogar unentbehrliche Hilfen bei der Gottesanbetung seien. Mancher unserer Leser mag genauso denken. Die Frage ist nur: Wie denkt Gott darüber? Könnte es sein, dass die Verehrung eines Bildes tatsächlich auf dessen Anbetung hinausläuft? Lauern dahinter vielleicht versteckte Gefahren?

      [Kasten/Bild auf Seite 4]

      Was ist eine Ikone?

      Im Gegensatz zu Statuen, wie sie vielfach in der römisch-katholischen Kirche verwendet werden, sind Ikonen zweidimensionale Bilder von Christus, Maria, „Heiligen“, Engeln sowie Personen oder Begebenheiten aus der Bibel beziehungsweise Ereignissen aus der Geschichte der orthodoxen Kirche. Normalerweise sind sie auf transportable Holztafeln gemalt.

      Gemäß der orthodoxen Kirche „sind die Ikonen der Heiligen nicht mit Bildern von Menschen aus Fleisch und Blut vergleichbar“. Außerdem rückt auf Ikonen „der Hintergrund perspektivisch nach vorn“ — die Darstellung wird in der Tiefe nicht verkleinert. Normalerweise „gibt es weder Schatten noch können Tag oder Nacht angedeutet werden“. Man glaubt außerdem, das Holz und die Farbe einer Ikone könnten „von Gottes Gegenwart erfüllt werden“.

      [Bild auf Seite 4]

      Die Verwendung von Bildern ist auf heidnische Bräuche zurückzuführen

      [Bildnachweis auf Seite 3]

      © AFP/CORBIS

  • Gott „im Geist“ anbeten
    Der Wachtturm 2002 | 1. Juli
    • Gott „im Geist“ anbeten

      „Mit wem wollt ihr Gott vergleichen und welches Bild an seine Stelle setzen?“ (JESAJA 40:18, „EINHEITSÜBERSETZUNG“).

      VIELLEICHT sind wir aufrichtig davon überzeugt, dass die Verwendung von Bildern in der Gottesverehrung zulässig ist. Womöglich fühlen wir uns dadurch enger mit dem Hörer des Gebets verbunden, der ja unsichtbar ist und einem unpersönlich und abstrakt vorkommen kann.

      Steht es uns aber völlig frei, uns so an Gott zu wenden, wie wir es für richtig halten? Ist genau genommen nicht Gott selbst die höchste Autorität für das, was annehmbar ist und was nicht? Jesus wies auf Gottes Einstellung dazu hin, als er sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Johannes 14:6).a Allein schon diese Worte schließen den Gebrauch von Ikonen oder anderen Devotionalien aus.

      Ja, es gibt eine bestimmte Anbetungsform, die für Jehova Gott annehmbar ist. Wie sieht sie aus? Jesus erklärte bei einer anderen Gelegenheit: „Es kommt die Stunde, und sie ist jetzt da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden. Denn der Vater sucht solche Anbeter. Gott ist Geist, und die anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Johannes 4:23, 24).

      Könnte Gott, der „Geist“ ist, durch ein stoffliches Bild dargestellt werden? Völlig unmöglich. Selbst das beeindruckendste Kultbild würde niemals an die Herrlichkeit Gottes heranreichen. Kein Bild von Gott könnte eine wahrheitsgemäße Darstellung von ihm liefern (Römer 1:22, 23). Würde jemand also „in der Wahrheit anbeten“, wenn er sich durch ein von Menschen gemachtes Bild an Gott wenden würde?

      Die unzweideutigen Aussagen der Bibel

      Gottes Gesetz verbot die Herstellung von Bildern zu Kultzwecken. Das zweite der Zehn Gebote bestimmte: „Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, kein Abbild von dem, was im Himmel droben oder unten auf der Erde oder im Wasser unter der Erde ist. Du sollst dich nicht vor diesen Bildern niederwerfen und sie nicht verehren“ (2. Mose 20:4, 5). In den inspirierten Christlichen Schriften wird außerdem geboten: „Fliehet den Götzendienst“ (1. Korinther 10:14).

      Viele werden sich allerdings dagegen verwahren, die Verwendung von Kultbildern mit Götzendienst gleichzustellen. Die meisten orthodoxen Christen werden zum Beispiel in Abrede stellen, dass sie tatsächlich die Ikonen anbeten, vor denen sie sich verbeugen, niederknien oder beten. Ein orthodoxer Priester schrieb: „Wir erweisen ihnen Ehrerbietung, weil es sich um sakrale Gegenstände handelt und weil wir das verehren, was auf den Ikonen dargestellt wird.“

      Trotzdem bleibt die Frage offen: Billigt Gott die Verwendung von Bildern, und sei es nur zum Zweck so genannter indirekter Verehrung? Die Bibel gestattet nirgendwo einen solchen Brauch. Als sich die Israeliten einmal ein Bild von einem Kalb machten, sollte dies angeblich zur Verehrung Jehovas dienen. Jehova missbilligte dies jedoch zutiefst und sprach von Abtrünnigkeit (2. Mose 32:4-7).

      Die verborgene Gefahr

      Materielle Objekte in der Anbetung zu verwenden ist gefährlich. Es kann einen leicht dazu verleiten, den Gegenstand anzubeten statt den Gott, den er vertreten soll. Mit anderen Worten, das Bild steht in götzendienerischer Weise im Mittelpunkt.

      Genau das geschah mit gewissen Gegenständen in den Tagen der Israeliten. Moses stellte zum Beispiel kurz nach dem Auszug aus Ägypten eine Kupferschlange her. Ursprünglich diente das auf einer Stange befestigte Schlangenbild als eine Art Heilmittel. Wer von Gott mit einem Schlangenbiss bestraft wurde, konnte auf die Kupferschlange schauen und so Gottes Hilfe erhalten. Aber nachdem sich das Volk im Land der Verheißung niedergelassen hatte, machte es dieses standartenartige Bild offenbar zu einem Götzen, als ob die Heilwirkung von der Kupferschlange an sich ausgegangen wäre. Man verbrannte Räucherwerk davor und bezeichnete sie als Nehuschtan (4. Mose 21:8, 9; 2. Könige 18:4).

      Die Israeliten versuchten auch, die Bundeslade als Zaubermittel gegen ihre Feinde zu benutzen, was katastrophale Folgen hatte (1. Samuel 4:3, 4; 5:11). Und in Jeremias Tagen machten sich die Bürger Jerusalems mehr Gedanken um den Tempel als um den Gott, der darin angebetet wurde (Jeremia 7:12-15).

      Die Neigung, an Gottes Stelle gewisse Dinge anzubeten, ist immer noch weit verbreitet. Der Forscher Vitalij Ivanovich Petrenko sagte dazu: „Das Heiligenbild . . . wird zum Gegenstand der Anbetung mit der Gefahr des Götzendienstes . . . Man muss einräumen, dass dies ein im Wesentlichen heidnischer Gedanke ist, der durch den Volksglauben in die Ikonenverehrung eingebracht wurde.“ Etwas Ähnliches äußert der griechisch-orthodoxe Priester Demetrios Constantelos in seinem Buch Understanding the Greek Orthodox Church: „Es ist möglich, dass ein Christ eine Ikone zum Gegenstand der Anbetung macht.“

      Das Argument, Heiligenbilder seien nur eine Hilfe in der relativen Anbetung, ist äußerst fragwürdig. Warum? Ist es nicht so, dass bestimmte Bilder oder Ikonen von Maria oder den „Heiligen“ größerer Verehrung würdig geachtet werden und als wirksamer gelten als andere, auf denen dieselbe längst verstorbene Person dargestellt ist? Zum Beispiel hat eine Ikone mit einem Marienbild auf Tínos (Griechenland) ihre eigene ergebene orthodoxe Anhängerschaft, der die ebenso treuen Anhänger einer anderen Marienikone in Soumela (Nordgriechenland) gegenüberstehen. Beide Gruppen halten ihre Ikone für die überlegene, da sie mehr eindrucksvolle Wunder vollbringen würde als die andere, auch wenn auf beiden dieselbe tote Person dargestellt ist. In der Praxis schreiben die Menschen also bestimmten Ikonen die eigentlichen Kräfte zu und beten sie an.

      Sollte man sich an die „Heiligen“ oder an Maria wenden?

      Wie verhält es sich überhaupt mit der Verehrung bestimmter Personen wie Maria oder die „Heiligen“? Jesus wies eine Versuchung Satans mit einem Zitat aus 5. Mose 6:13 zurück und sagte: „Dem Herrn, deinem Gott, sollst du huldigen und ihm allein dienen“ (Matthäus 4:10). Wie er später sagte, würden die wahren Anbeter „den Vater“ anbeten und niemand sonst (Johannes 4:23). Angesichts dessen rügte ein Engel den Apostel Johannes, der ihn anbeten wollte, mit den Worten: „Nur nicht! . . . Gott bete an!“ (Offenbarung 22:9).

      Wäre es angebracht, zu Maria, der menschlichen Mutter Jesu, oder zu bestimmten „Heiligen“ zu beten, sie zu bitten, sich bei Gott für uns einzusetzen? Die klare Antwort der Bibel lautet: „E i n e r ist Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus“ (1. Timotheus 2:5).

      Unser Verhältnis zu Gott nicht gefährden

      Die Verwendung von Ikonen oder Heiligenbildern in der Anbetung verstößt gegen die eindeutige biblische Lehre. Daher können wir dadurch weder Gottes Wohlgefallen noch Rettung erlangen. Wie Jesus sagte, hängt ewiges Leben stattdessen davon ab, Erkenntnis über den allein wahren Gott in sich aufzunehmen, sich mit seiner unvergleichlichen Persönlichkeit vertraut zu machen sowie mit seinen Vorsätzen und seiner Handlungsweise mit den Menschen (Johannes 17:3). Bilder, die nicht sehen, fühlen oder sprechen können, helfen einem nicht, Gott kennen zu lernen und ihn auf annehmbare Weise anzubeten (Psalm 115:4-8). Diese höchst wichtige Belehrung vermittelt einzig und allein ein Studium des Wortes Gottes, der Bibel.

      Die Bilderanbetung ist aber nicht nur nutzlos, sondern kann sogar glaubensschädigend sein. Wieso? Vor allem deshalb, weil sie das Verhältnis zu Jehova zerstören kann. Gott sagte die Israeliten betreffend, die ihn „durch Gräuelbilder“ erzürnten, Folgendes voraus: „Ich will mein Angesicht von ihnen wenden“ (5. Mose 32:16, 20, Katholische Volksbibel). Wollten sie ihr Verhältnis zu Gott erneuern, mussten sie ihre ‘Götzen verachten’ (Jesaja 31:6, 7, Einheitsübersetzung).

      Wie angebracht ist daher der biblische Rat: „Meine Kinder, hütet euch vor den Götzen!“ (1. Johannes 5:21, EÜ).

      [Fußnote]

      a Sofern nicht anders angegeben, wurden die Bibelzitate der katholischen Jerusalemer Bibel entnommen.

      [Kasten auf Seite 6]

      Ihnen wurde geholfen, „im Geist“ anzubeten

      Olivera war ein frommes Mitglied der orthodoxen Kirche in Albanien. Als der Staat 1967 jede Religionsausübung verbot, praktizierte sie ihren Glauben heimlich weiter. Sie verwendete den größten Teil ihrer kargen Rente dafür, Gold- und Silberikonen, Weihrauch und Kerzen zu kaufen. Diese verbarg sie in ihrem Bett, und häufig schlief sie in einem Stuhl, der daneben stand, damit die Ikonen nicht gesehen oder gestohlen wurden. Als Olivera Anfang der 1990er Jahre von Zeugen Jehovas besucht wurde, erkannte sie in deren Botschaft den Klang der biblischen Wahrheit. Ihr wurde gezeigt, dass man gemäß der Bibel richtigerweise „im Geist“ anbetet, und sie erfuhr, wie Gott über die Verwendung von Ikonen denkt (Johannes 4:24, Jerusalemer Bibel). Die Zeugin, die mit ihr die Bibel studierte, bemerkte, dass es bei jedem Besuch in Oliveras Wohnung weniger Ikonen gab. Schließlich waren sie alle verschwunden. Olivera sagte nach ihrer Taufe: „Heute habe ich Jehovas heiligen Geist statt nutzlose Ikonen. Ich bin so dankbar, dass sein Geist mich auch ohne Ikonen erreicht.“

      Athena, die auf der griechischen Insel Lesbos lebt, war ein äußerst aktives Mitglied der orthodoxen Kirche. Sie sang im Chor und hielt sich gewissenhaft an die religiöse Überlieferung, auch was die Verwendung von Ikonen betraf. Zeugen Jehovas machten Athena darauf aufmerksam, dass nicht alles, was man sie gelehrt hatte, mit der Bibel übereinstimmte. Darunter fiel auch der Gebrauch von Ikonen und Kreuzen bei der Anbetung. Athena bestand darauf, eigene Nachforschungen über den Ursprung dieser religiösen Gegenstände anzustellen. Nachdem sie sich anhand verschiedener Nachschlagewerke eingehend informiert hatte, war sie vom nichtchristlichen Ursprung dieser Dinge überzeugt. Weil sie Gott „im Geist“ anbeten wollte, beseitigte sie ihre Ikonen, ungeachtet ihres materiellen Werts. Athena nahm jedoch freudig jeden Verlust in Kauf, um Gott innerlich rein und auf annehmbare Art und Weise anzubeten (Apostelgeschichte 19:19).

      [Kasten/Bild auf Seite 7]

      Ikonen als reine Kunstwerke?

      Seit einigen Jahren sind orthodoxe Ikonen weltweit beliebte Sammlerstücke. Die Sammler sehen in den Ikonen normalerweise keinen Sakralgegenstand, sondern ein Kunstwerk als Zeugnis der byzantinischen Kultur. Es ist nicht außergewöhnlich, wenn die Wohnung oder das Büro von Personen, die sich als Atheisten bezeichnen, mit zahlreichen Ikonen dekoriert ist.

      Aufrichtige Christen lassen jedoch den eigentlichen Zweck der Ikone nicht außer Acht. Sie ist Gegenstand religiöser Verehrung. Christen werden anderen zwar nicht das Recht absprechen, Ikonen zu besitzen, aber persönlich würden sie solche nicht einmal als Sammlerstücke in Besitz haben. Dies ist im Einklang mit dem Grundsatz aus 5. Mose 7:26, der gemäß der Jerusalemer Bibel lautet: „Einen Gräuel [das heißt in der Anbetung verwendete Bilder] darfst du auch nicht in dein Haus bringen, sonst verfällst du gleich ihm dem Banne! Gewaltigen Ekel und Abscheu musst du davor empfinden“.

      [Bild auf Seite 7]

      Gott gestattet die Verwendung von Bildern in der Anbetung nicht

      [Bild auf Seite 8]

      Biblische Erkenntnis hilft uns, Gott im Geist anzubeten

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen