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EcuadorJahrbuch der Zeugen Jehovas 1989
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„Als wir unser Gebiet in der Stadt Ibarra bearbeiteten, stellten wir fest, daß es in der Nähe kleine Ortschaften gab, in denen wir nicht predigen konnten, wie zum Beispiel in San Antonio, wo schöne Holzschnitzereien, darunter viele religiöse Figuren, angefertigt wurden. Sobald der Ortsgeistliche von unserer Anwesenheit erfuhr, kam er entweder geritten oder zu Fuß mit einer Menschenmenge herbei und verursachte einen solchen Aufruhr, daß wir gehen mußten. Daher beschlossen wir, unsere Tätigkeit auf einen anderen nahe gelegenen Ort namens Atuntaqui zu konzentrieren.
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EcuadorJahrbuch der Zeugen Jehovas 1989
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Wieder in San Antonio
„Da der wutschnaubende Priester nach Atuntaqui gezogen war, wollten wir San Antonio erneut besuchen“, fährt Schwester Raunholm fort. „Wir hatten noch nicht bei vielen vorgesprochen, als die Kirchenglocken zu läuten begannen und sich mehrere Frauen mit Stöcken und Besen in den Händen auf der Straße versammelten. Ein Wohnungsinhaber bat uns herein, und während wir uns unterhielten, polterte jemand gegen die Tür. Es war der Dorfpolizist. Er forderte uns auf, den Ort zu verlassen, und sagte: ‚Sie wissen doch, was sich in Atuntaqui zugetragen hat, und Sie wissen, daß Sie nicht hierher zu kommen brauchen, da wir bereits Christen sind.‘ Ich fragte ihn, ob seiner Ansicht nach wahre Christen mit Stöcken in der Hand gegen andere vorgingen. Darauf schlug ich ihm vor, hinauszugehen und die Leute nach Hause zu schicken. Er meinte, er werde es versuchen, kam aber sofort wieder zurück und sagte, sie würden nicht auf ihn hören.
In diesem Augenblick lud uns ein Nachbar zu einem Gespräch mit seiner Familie in sein Haus ein und gab uns sogar Geleitschutz bis dorthin. Als wir drinnen waren, klopfte es wieder. Es war die Polizei, diesmal mit Gewehren bewaffnet. Der Dorfpolizist hatte sie von Ibarra herbeigerufen. Die Männer sagten: ‚Wir haben von Ihren Schwierigkeiten gehört. Sie können ruhig weiter von Haus zu Haus gehen. Wir werden hinter Ihnen hergehen.‘ Wir dankten ihnen für ihre Freundlichkeit und baten sie, den Priester aufzusuchen, da er der Anstifter war.“
Das tat die Polizei auch. Von dieser Zeit an hatten die Schwestern keine Probleme mehr mit dem Zeugnisgeben in San Antonio.
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