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Was sollte getan werden, wenn ein Geistlicher sündigt?Erwachet! 1992 | 8. Mai
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„Frei von Anklage“
In der Bibel heißt es: „Als Gottes Verwalter muß ein Aufseher [„Bischof“, Allioli (katholische Übersetzung)] frei von Anklage sein“ (Titus 1:7). Paulus sagte dies zu Titus, als er ihm den Auftrag erteilte, in den Versammlungen von Kreta Älteste zu ernennen. Doch was meinte Paulus damit?
Der Ausdruck „frei von Anklage“ ist die Wiedergabe des griechischen Begriffs anégklētos (sprich: anénklētos). Zu diesem Wort schreibt das Theologische Begriffslexikon zum Neuen Testament: „[anénklētos] setzt ... das juristische Forum eines anklagenden Gerichtshofes voraus und bezeichnet ein vorwurfsfreies Verhalten, gegen das keine Anklage erhoben werden kann.“ Somit muß ein Mann einen guten Leumund haben, bevor er zum Ältesten ernannt wird; es dürfen gegen ihn keine Vorwürfe oder Anklagen vorliegen. Und nur, wenn er von berechtigter Anklage frei bleibt, kann er das Amt eines Ältesten weiter innehaben. (Vergleiche 1. Timotheus 3:10.)
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Was sollte getan werden, wenn ein Geistlicher sündigt?Erwachet! 1992 | 8. Mai
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„Untadelig“
In der Bibel wird gesagt: „Der Aufseher [„Bischof“, Allioli] muß daher untadelig sein“ (1. Timotheus 3:2). Das griechische Wort, das mit „untadelig“ wiedergegeben wird, lautet anepílēmptos und bedeutet buchstäblich „nicht zu ergreifen sein“. Mit anderen Worten: Im Leben eines Aufsehers sollte sich nichts finden lassen, was ein Ankläger aufgreifen und gegen ihn verwenden könnte. Das Theologische Wörterbuch zum Neuen Testament führt zu der Bedeutung des griechischen Wortes aus, daß ein Aufseher „(gerade auch von Nichtchristen) nicht angegriffen werden kann wegen seiner sittlichen Haltung“.
Gott hat für diejenigen, die sein Volk leiten und sein Wort lehren, hohe Maßstäbe festgesetzt. Jakobus sagte über sich selbst und andere Älteste: „Wir [werden] ein schwereres Gericht empfangen.“ Und Jesus führte den Grundsatz an: „Wen man über vieles setzt, von dem wird man mehr als das Übliche verlangen“ (Jakobus 3:1; Lukas 12:48).
Wenn daher ein christlicher Aufseher auf eklatante Weise sündigt, aber bereut, kann er ein Glied der Versammlung bleiben, doch sollte er von seinem Aufseheramt entbunden werden. Er ist nicht mehr untadelig.
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