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  • Durch Ausharren den Sieg erringen
    Der Wachtturm 1991 | 1. November
    • Durch Ausharren den Sieg erringen

      „Ihr bedürft des Ausharrens, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Erfüllung der Verheißung empfangen mögt“ (HEBRÄER 10:36).

      1. Warum ist das Ausharren für jeden Diener Jehovas heute ein Muß?

      DIE ganze Welt liegt in der Macht eines aufwieglerischen Gottes. Ihr unsichtbarer Herrscher, Satan, der Teufel, konzentriert sein ganzes Bemühen darauf, Jehova zu widerstehen und gegen die Rechtfertigung der universellen Souveränität Jehovas durch das messianische Königreich zu kämpfen. Deshalb ist es nicht zu vermeiden, daß jemand, der sich Gott hingegeben und in der Streitfrage der Souveränität auf seiner Seite Stellung bezogen hat, von der Welt ständig angefeindet wird (Johannes 15:18-20; 1. Johannes 5:19). Jeder von uns muß daher alle Kraft zusammennehmen, um so lange auszuharren, bis die Welt in Harmagedon völlig besiegt wird. Damit wir zu den Dienern Gottes gehören, die die Welt durch ihren Glauben und ihre Lauterkeit besiegen, müssen wir unbeirrt bis zum Ende ausharren (1. Johannes 5:4). Wie sind wir dazu in der Lage?

      2, 3. Inwiefern sind Jehova Gott und Jesus Christus die größten Beispiele des Ausharrens?

      2 Wir können uns durch zwei herausragende Beispiele des Ausharrens ermuntern lassen. Um wen handelt es sich dabei? Ein Beispiel ist Jesus Christus, „der Erstgeborene aller Schöpfung“, der seit seiner Erschaffung zu einer unbekannten Zeit in der Vergangenheit bis heute fortgesetzt Gott treu gedient hat. In seinem beharrlichen treuen Dienst für Gott gibt Jesus allen vernunftbegabten Geschöpfen, die nach ihm im Himmel und auf der Erde ins Dasein gekommen sind, ein Beispiel (Kolosser 1:15, 16). Doch das größte Beispiel des Ausharrens ist Jehova Gott, der die Rebellion gegen seine universelle Souveränität lange Zeit ertragen hat und sie noch so lange ertragen wird, bis er darangeht, die Streitfrage der Souveränität endgültig zu klären.

      3 Jehova hat beispielhaftes Ausharren bewiesen in Angelegenheiten, die seine Würde und seine stärksten Empfindungen berührten. Er hat sich angesichts ungeheurer Provokationen beherrscht und sich davon zurückgehalten, gegen diejenigen vorzugehen, die ihn geschmäht haben — Satan, der Teufel, eingeschlossen. Wir sind für Gottes Ausharren und seine Barmherzigkeit sehr dankbar. Ohne sie würden wir nicht leben, nicht einmal die kürzeste Zeit. Ja, Jehova Gott zeichnet sich durch sein einzigartiges Ausharren aus.

      4, 5. (a) Wieso wird durch die von Paulus gebrauchte Veranschaulichung von einem Töpfer das Ausharren und die Barmherzigkeit Gottes deutlich? (b) Wieso wird sich Gottes Barmherzigkeit nicht als vergeblich erweisen?

      4 Der Apostel Paulus unterstreicht das Ausharren und die Barmherzigkeit Gottes, wenn er schreibt: „Hat der Töpfer nicht Gewalt über den Ton, um aus derselben Masse ein Gefäß für einen ehrenhaften Gebrauch, ein anderes für einen unehrenhaften Gebrauch zu machen? Wenn nun Gott, obwohl gewillt, seinen Zorn zu zeigen und seine Macht kundzutun, die Gefäße des Zorns, die zur Vernichtung passend gemacht sind, mit viel Langmut duldete, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an Gefäßen der Barmherzigkeit kundtun könnte, die er zur Herrlichkeit im voraus bereitet hat, nämlich uns, die er nicht nur aus den Juden berufen hat, sondern auch aus den Nationen, was dann?“ (Römer 9:21-24).

      5 Wie diese Worte zeigen, hält Jehova in der gegenwärtigen Zeit seines Ausharrens an der Verwirklichung seines glorreichen Vorsatzes fest und erweist bestimmten Gefäßen — das heißt Menschen — Barmherzigkeit. Er bereitet diese Gefäße zu ewiger Herrlichkeit und vereitelt so die bösen Absichten Satans, des Teufels, seines großen Widersachers, und all seiner Horden. Nicht alle Menschen haben sich als Gefäße des Zorns erwiesen, die die Vernichtung verdienen. Das spricht für das geduldige Ausharren Gottes, des Allmächtigen. Seine Barmherzigkeit wird nicht vergeblich sein. Das Ergebnis wird 1. eine herrliche Königreichsfamilie in den Himmeln unter Jehovas geliebtem Sohn, Jesus Christus, sein und 2. eine wiederhergestellte, vollkommene Menschheit auf einer paradiesischen Erde — alles Erben des ewigen Lebens.

      Bis zum Ende ausharren

      6. (a) Warum können Christen eine Prüfung des Ausharrens nicht vermeiden? (b) Was bezeichnet das griechische Wort für „Ausharren“ gewöhnlich?

      6 Da wir eine solch wunderbare Hoffnung haben, sollten uns Jesu stärkende Worte ständig in den Ohren klingen: „Wer ... bis zum Ende ausgeharrt haben wird, der wird gerettet werden“ (Matthäus 24:13). Den Lauf als christlicher Jünger gut zu beginnen ist zwar wichtig. Aber letztendlich zählt, ob wir ausharren, ob wir den Lauf gut beenden. Das betonte der Apostel Paulus mit den Worten: „Ihr bedürft des Ausharrens, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Erfüllung der Verheißung empfangen mögt“ (Hebräer 10:36). Das hier mit „Ausharren“ übersetzte griechische Wort lautet hypomonḗ. Es bezeichnet gewöhnlich mutiges, standhaftes oder geduldiges Ausharren, ohne angesichts von Hindernissen, Verfolgungen, Prüfungen oder Versuchungen die Hoffnung zu verlieren. Wenn wir hoffen, schließlich gerettet zu werden, müssen wir uns einer Erprobung des Ausharrens unterziehen, die zur notwendigen Vorbereitung auf die Rettung gehört.

      7. Welche Selbsttäuschung müssen wir vermeiden, und wessen Beispiel wird uns helfen auszuharren?

      7 Wir sollten uns nicht durch den selbstgefälligen Gedanken täuschen, wir könnten die Prüfung schnell hinter uns bringen. Damit die Streitfragen bezüglich der universellen Souveränität und der Lauterkeit des Menschen entscheidend geklärt werden können, hat sich Jehova selbst nicht geschont. Er hat Unangenehmes erduldet, obwohl er es augenblicklich hätte beseitigen können. Auch Jesus Christus war ein Vorbild im Ausharren (1. Petrus 2:21; vergleiche Römer 15:3-5). Da wir diese strahlenden Vorbilder haben, sind wir bestimmt bereit, bis zum Ende auszuharren (Hebräer 12:2, 3).

      Eine notwendige Voraussetzung

      8. Welche Eigenschaft, die wir alle benötigen, bekundete der Apostel Paulus?

      8 Keinem Diener Gottes — selbst nicht in frühster Zeit — blieb es erspart, seine Lauterkeit durch Ausharren unter Beweis zu stellen. Sehr bekannte Personen der biblischen Geschichte, die bis in den Tod treu blieben und für ewiges Leben in den Himmeln in Frage kamen, mußten ihre Standhaftigkeit beweisen. Saulus von Tarsus, der frühere Pharisäer, schrieb zum Beispiel an die Korinther: „Ich habe mich in keiner einzigen Sache als geringer erwiesen als eure superfeinen Apostel, auch wenn ich nichts bin. In der Tat, die Zeichen eines Apostels sind durch alles Ausharren und durch Zeichen und Wunder und Machttaten unter euch vollbracht worden“ (2. Korinther 12:11, 12). Trotz aller Arbeitslast schätzte Paulus seinen Dienst so hoch ein, daß er in vielem ausharrte und sich ernsthaft bemühte, keine Schmach darauf zu bringen (2. Korinther 6:3, 4, 9).

      9. (a) Inwiefern bekundete der gesalbte Überrest Ausharren, und mit welchem Ergebnis? (b) Was dient uns als Ansporn, den Dienst für Gott treu fortzusetzen?

      9 In der Neuzeit wußten gesalbte Christen, die bereits vor dem Ersten Weltkrieg Gott dienten, daß 1914 die Zeiten der Nationen enden würden, und viele von ihnen erwarteten, in jenem denkwürdigen Jahr ihren himmlischen Lohn zu empfangen. Das geschah jedoch nicht. Wie es sich gezeigt hat, wurden ihnen noch Jahrzehnte hinzugefügt. Während dieser unerwarteten Verlängerung ihres irdischen Lebens unterzog Jehova Gott sie einer Reinigung (Sacharja 13:9; Maleachi 3:2, 3). Fortgesetztes Ausharren machte sie noch wertvoller. Als Diener Jehovas freuten sie sich, als sein Namensvolk bezeichnet zu werden (Jesaja 43:10-12; Apostelgeschichte 15:14). Nachdem sie zwei Weltkriege und zahlreiche kleinere Konflikte überstanden haben, sind sie jetzt begeistert, daß ihnen bei der Verkündigung der guten Botschaft von einer wachsenden großen Volksmenge „anderer Schafe“ geholfen wird, die bereits über vier Millionen zählt. Das geistige Paradies, dessen sie sich erfreuen, hat sich über die ganze Erde ausgebreitet, selbst bis zu den entferntesten Inseln des Meeres. Diese Gunstbezeigung, die wir um so mehr schätzen, je länger wir leben, hat uns angespornt, weiterhin treuen Dienst für Jehova Gott zu leisten, bis sein Wille und sein Vorsatz völlig verwirklicht worden sind.

      10. Was ist regelmäßig nötig, damit bei uns keine Schwächung auftritt?

      10 Unser Lohn hängt von unserer Standhaftigkeit ab. Deshalb bedürfen wir in bezug auf diese wichtige Eigenschaft unablässig der Ermunterung (1. Korinther 15:58; Kolosser 1:23). Damit keine Schwächung des Volkes Jehovas auftritt, müssen wir regelmäßig ermuntert werden, an der Wahrheit festzuhalten und an dem Vorrecht, die Wahrheit zu verbreiten, wie die neugegründeten Versammlungen im ersten Jahrhundert durch wiederholte Besuche des Paulus und Barnabas ermuntert wurden (Apostelgeschichte 14:21, 22). Wir sollten fest entschlossen und darauf bedacht sein, daß, wie sich der Apostel Johannes ausdrückte, die Wahrheit in uns bleibt, und „sie wird immerdar mit uns sein“ (2. Johannes 2).

      Mit unerschütterlichem Ausharren warten

      11. Wie scheint Gottes Regel im Falle seiner Diener gelautet zu haben, und wie läßt sich das im Falle Josephs veranschaulichen?

      11 Es erfordert Zeit, bis eine Prüfung, die über uns kommt, vollendet ist (Jakobus 1:2-4). „Warte! Warte! Warte!“ So scheint Gottes Regel im Falle seiner Diener der alten Zeit gelautet zu haben, wenn sie auf ihre Entschlossenheit, im Glauben zu bleiben, geprüft wurden. Aber das Warten erwies sich für jene treuen Diener Gottes letzten Endes immer als lohnend. Joseph mußte zum Beispiel 13 Jahre als ein Sklave und Gefangener warten; durch diese Erfahrung wurde jedoch seine Persönlichkeit geläutert (Psalm 105:17-19).

      12, 13. (a) Inwiefern war Abraham ein Beispiel für treues Ausharren? (b) In welcher Hinsicht werden uns Abrahams Glauben und Ausharren als beispielhaft hingestellt?

      12 Abraham war bereits 75 Jahre alt, als Gott ihn aus dem Ur der Chaldäer rief und ihn aufforderte, in das Land der Verheißung zu ziehen. Er war etwa 125 Jahre, als er die mit einem Eid verbundene Bestätigung der Verheißung Gottes empfing. Das war, unmittelbar nachdem er seinen starken Glauben dadurch bewiesen hatte, daß er sogar bereit war, seinen geliebten Sohn Isaak zu opfern, doch der Engel Jehovas hielt seine Hand zurück und verhinderte so die Opferung (1. Mose 22:1-18). Die fünfzig Jahre, in denen Abraham als ein Gast in einem fremden Land wartete, waren eine lange Zeit, aber er hielt noch weitere 50 Jahre durch, bis er im Alter von 175 Jahren starb. In der ganzen Zeit war Abraham ein treuer Zeuge und Prophet Jehovas (Psalm 105:9-15).

      13 Abrahams Glauben und Ausharren werden allen Dienern Gottes, die durch Jesus Christus, den Samen Abrahams, die verheißenen Segnungen empfangen möchten, als beispielhaft hingestellt (Hebräer 11:8-10, 17-19). In Hebräer 6:11-15 heißt es in Verbindung mit ihm: „Wir begehren ..., daß jeder von euch denselben Fleiß zeige, um die volle Gewißheit der Hoffnung bis ans Ende zu haben, damit ihr nicht träge werden mögt, sondern Nachahmer derer seid, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben. Denn als Gott dem Abraham seine Verheißung gab, schwor er bei sich selbst, da er nicht bei einem Größeren schwören konnte, indem er sprach: ‚Ganz bestimmt will ich dich segnend segnen, und ich will dich mehrend mehren.‘ Und so erlangte Abraham, nachdem er Geduld bekundet hatte, diese Verheißung.“

      14. Warum sollten wir nicht denken, die Prüfung des Ausharrens sei endlos und der Lohn eine Illusion?

      14 Der gesalbte Überrest hat seit dem Ende der Zeiten der Nationen im Jahre 1914 — als einige mit der Verherrlichung der wahren Christenversammlung im Himmel rechneten — bereits 77 Jahre vergehen sehen. Wie lange der Überrest noch warten muß, wissen wir nicht. Sollten wir deswegen wanken und meinen, wir müßten endlos warten und die Belohnung sei eine Illusion? Nein. Das würde nie zur Rechtfertigung der Souveränität Gottes und zur Ehre seines Namens beitragen. Er stünde dann vor der Welt nicht gerecht da, wenn er uns den Sieg schenkte und uns den damit verbundenen Preis des ewigen Lebens zuteil werden ließe. Ganz gleich, wie lange es dauern wird, der Überrest und seine mit Schafen vergleichbaren treuen Gefährten sind entschlossen, zu warten, bis Jehova zu seiner Zeit handelt. Durch eine solch beispielhafte Beharrlichkeit ahmen sie die Handlungsweise Abrahams nach (Römer 8:23-25).

      15. (a) Was ist unsere Parole, und welche Erfahrungen haben wir mit Gottes Unterstützung triumphierend durchgestanden? (b) Welche Ermahnung des Paulus ist heute noch passend?

      15 Die Parole lautet also immer noch: Im Tun des Willens Gottes ausharren (Römer 2:6, 7). In der Vergangenheit hat er uns in schwierigen Situationen gestützt — zum Beispiel in Gefängnissen und Konzentrationslagern — und hat uns zur Verherrlichung seines Namens und Vorsatzes triumphierend daraus hervorgehen lassen.a In der Zeit, die bis zur Vollendung unserer Prüfung noch verstreicht, wird Jehova genauso handeln. Die ermahnenden Worte des Paulus sind heute noch passend: „Standhaftigkeit und Ausdauer [„geduldiges Ausharren“, Reinhardt] ist allerdings notwendig, damit ihr den Willen Gottes erfüllt und alles erlangt, was Gott euch durch Seine Verheißungen zugesagt hat“ (Hebräer 10:36, Viebahn; Römer 8:37).

      16. Warum sollten wir unsere Hingabe an Jehova nicht so betrachten, als sei sie zeitlich begrenzt oder unter Vorbehalt erfolgt?

      16 Solange Jehova in der verderbten Welt ein Werk für uns zu tun hat, wollen wir, dem Beispiel Jesu folgend, dieses Werk verrichten, bis es vollendet ist (Johannes 17:4). Wir haben unsere Hingabe an Jehova nicht so verstanden, daß wir ihm nur eine kurze Zeit dienen würden, bis Harmagedon käme. Wir haben uns ihm für ewig hingegeben. Das Werk, das Gott für uns vorgesehen hat, wird nicht mit der Schlacht von Harmagedon vorbei sein. Aber erst nachdem wir das Werk verrichtet haben, das vor Harmagedon zu tun ist, werden wir die großartigen Dinge erleben, die nach jenem großen Krieg geschehen sollen. Dann werden wir außer mit dem freudigen Vorrecht, weiterhin Gottes Werk zu verrichten, mit den lange erhofften, von ihm verheißenen Segnungen belohnt werden (Römer 8:32).

      Liebe zu Gott hilft uns auszuharren

      17, 18. (a) Was wird uns helfen, in Zeiten der Belastung auszuharren und Gott zu gefallen? (b) Was hilft uns, den Sieg zu erringen, und was sagen wir nicht hinsichtlich der verbleibenden Zeit?

      17 In Zeiten der Belastung mögen wir uns vielleicht fragen: „Wie können wir noch länger ausharren?“ Wie lautet die Antwort? Indem wir Gott mit unserem ganzen Herzen, unserem ganzen Sinn, unserer ganzen Seele und unserer ganzen Kraft lieben. „Die Liebe ist langmütig und gütig. Die Liebe ist nicht eifersüchtig, sie prahlt nicht, bläht sich nicht auf. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, erduldet alles. Die Liebe versagt nie“ (1. Korinther 13:4, 7, 8). Unser Ausharren zählt nicht, es sei denn, wir harren aus Liebe zu Gott aus. Ertragen wir aber aus Ergebenheit gegenüber Jehova Bürden, so vertieft sich zufolge unseres Ausharrens unsere Liebe zu ihm. Jesus wurde durch die Liebe zu Gott, seinen Vater, befähigt auszuharren (Johannes 14:30, 31; Hebräer 12:2). Wenn unser wahres Motiv Liebe zu Gott, unserem Vater, ist, was gäbe es dann, was wir nicht ertragen könnten?

      18 Durch unsere unerschütterliche Liebe zu Jehova Gott sind wir befähigt worden, in der heutigen äußerst kritischen Zeit der Prüfung Sieger über die Welt zu bleiben. Und Jehova wird uns durch Jesus Christus weiterhin die nötige Hilfe zuteil werden lassen, ungeachtet, wie lange das alte System der Dinge noch geduldet wird (1. Petrus 5:10). Wir machen natürlich keine Voraussage, wieviel Zeit noch verbleibt, und wir setzen auch kein bestimmtes Datum fest. Das überlassen wir Jehova Gott, der die Zeit genau einhält (Psalm 31:15).

      19, 20. (a) Wie sollten wir jeden Tag betrachten, an dem wir ausharren? (b) Welche Torheit möchten wir vermeiden, und warum?

      19 Die Generation, die gemäß der Vorhersage Augenzeuge des „Abschlusses des Systems der Dinge“ werden sollte, ist allerdings nun an Jahren vorgerückt (Matthäus 24:3, 32-35). Vergessen wir also nie, daß mit jedem vergehenden Tag, an dem wir ausharren, für Satan und seine Dämonen ein Tag weniger verbleibt, an dem sie das Universum allein schon durch ihr Dasein verunreinigen, und daß wir wieder einen Tag der Zeit näher gekommen sind, wo Jehova die Existenz der „Gefäße des Zorns, die zur Vernichtung passend gemacht sind“, nicht mehr duldet (Römer 9:22). Wenn die Langmut Jehovas in kurzem zu Ende geht, wird sich sein Zorn über alle gottlosen Männer und Frauen entladen. Jehova wird so sein göttliches Mißfallen an ihrer Handlungsweise zum Ausdruck bringen, obwohl er sie die ganze Zeit geduldet hat.

      20 Wir wären sehr töricht, wenn wir unsere Bemühungen aufgeben würden, den herrlichen Preis zu erlangen, der uns durch Jesus Christus in Aussicht steht. Statt dessen sind wir entschlossen, in dieser höchst bedeutungsvollen Zeit, in der sich Jehova bald als universeller Souverän rechtfertigen wird, weiterhin treue Zeugen für ihn zu sein.

      [Fußnote]

      a Christine Elizabeth King schrieb zum Beispiel: „Nur gegen die Zeugen war die [NS-]Regierung machtlos, denn obwohl sie Tausende getötet hatte, ging das Werk weiter, und im Mai 1945 war die Bewegung der Zeugen Jehovas im Unterschied zum Nationalsozialismus immer noch da. Die Zahl der Zeugen hatte zugenommen. Sie waren keinen Kompromiß eingegangen. Die Bewegung hatte Märtyrer gewonnen und einen weiteren Kampf im Krieg Jehovas erfolgreich ausgefochten“ (The Nazi State and the New Religions: Five Case Studies in Non-Conformity, Seite 193).

  • In dem Wettlauf mit Ausharren laufen
    Der Wachtturm 1991 | 1. November
    • In dem Wettlauf mit Ausharren laufen

      „Laßt uns in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren laufen“ (HEBRÄER 12:1).

      1. (a) Was liegt vor uns, wenn wir uns Jehova Gott hingeben? (b) Auf was für eine Art Wettlauf muß sich ein Christ einstellen?

      ALS wir uns Jehova durch Jesus Christus hingaben, hat er uns, bildlich gesprochen, in einen Wettlauf geschickt, an dessen Ende allen, die den Lauf erfolgreich beenden, ein Preis zuteil wird. Welcher Preis? Ewiges Leben! Um diesen wundervollen Preis zu gewinnen, darf sich ein christlicher Läufer nicht nur auf einen kurzen Sprint einstellen, sondern er muß auf einen Langstreckenlauf vorbereitet sein. Er benötigt also Ausharren. Ja, er muß ausharren, weil der Wettlauf lang und mühevoll ist und weil während des Laufs Hindernisse auftauchen.

      2, 3. (a) Was wird uns helfen, den christlichen Wettlauf bis zum Ende durchzustehen? (b) Wieso war die Freude für Jesus eine Hilfe, in dem Wettlauf mit Ausharren zu laufen?

      2 Was wird uns helfen, diesen Wettlauf bis zum Ende durchzustehen? Was half Jesus auszuharren, während er als Mensch auf der Erde lebte? Er schöpfte innere Kraft aus der Freude. In Hebräer 12:1-3 heißt es: „Da wir denn von einer so großen Wolke von Zeugen umgeben sind, so laßt uns auch allen Ballast und die uns leicht umstrickende Sünde ablegen, und laßt uns in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren laufen, während wir unseren Blick auf den Hauptvermittler und Vervollkommner unseres Glaubens, Jesus, gerichtet halten. Für die vor ihm liegende Freude erduldete er einen Marterpfahl, der Schande nicht achtend, und hat sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt. Ja, betrachtet genau den, der von Sündern gegen ihre eigenen Interessen einen solchen Widerspruch erduldete, damit ihr nicht müde werdet und in euren Seelen ermattet.“

      3 Während seines gesamten Dienstes konnte Jesus aufgrund der Freude Jehovas in dem Wettlauf verharren. (Vergleiche Nehemia 8:10.) Seine Freude half ihm sogar, einen schändlichen Tod am Marterpfahl zu erdulden, wonach er die unaussprechliche Freude erlebte, von den Toten auferweckt zu werden und zur Rechten seines Vaters aufzufahren, von wo aus er Gottes Werk zu Ende führen kann. Dadurch, daß er als Mensch auf Gottes Seite ausharrte, bewahrte er sich sein Recht auf ewiges Leben. Ja, in Lukas 21:19 heißt es: „Durch euer Ausharren werdet ihr eure Seele erwerben.“

      4. Was für ein Beispiel hat Jesus seinen Laufgefährten gegeben, und woran sollten wir denken?

      4 Jesus Christus hat seinen Laufgefährten das beste Beispiel gegeben, und durch sein Beispiel haben wir die Gewißheit, daß auch wir siegen können (1. Petrus 2:21). Was Jesus uns zu tun auffordert, können wir tun. Wie er ausharrte, können auch wir ausharren. Und während wir ihn standhaft nachahmen, sollten wir an die Gründe zur Freude denken (Johannes 15:11, 20, 21). Freude bestärkt uns darin, den Wettlauf im Dienst Jehovas so lange fortzusetzen, bis wir den herrlichen Preis des ewigen Lebens errungen haben (Kolosser 1:10, 11).

      5. Wieso können wir uns freuen und für den vor uns liegenden Wettlauf gestärkt werden?

      5 Jehova sorgt für Kraft, die über das Normale hinausgeht, um uns zu helfen, in dem Wettlauf zu verharren. Wenn wir verfolgt werden, stärkt uns diese Kraft sowie die Erkenntnis, warum wir das Vorrecht haben, Verfolgung zu erdulden (2. Korinther 4:7-9). Was immer wir auch erdulden, weil wir Gottes Namen ehren und seine Souveränität unterstützen, es ist ein Grund zur Freude — eine Freude, die uns niemand nehmen kann (Johannes 16:22). Das erklärt, warum sich die Apostel freuten, daß „sie für würdig erachtet worden waren, um seines Namens willen in Unehre zu kommen“, nachdem sie auf Befehl des jüdischen Sanhedrins geschlagen worden waren, weil sie über die wunderbaren Dinge Zeugnis abgelegt hatten, die Jehova in Verbindung mit Jesus gewirkt hatte (Apostelgeschichte 5:41, 42). Ihre Freude entsprang nicht der Verfolgung an sich, sondern der tiefen inneren Befriedigung, zu wissen, daß sie Jehova und Jesus gefielen.

      6, 7. Warum kann ein christlicher Läufer frohlocken, auch während er Drangsal erduldet, und was ist das Ergebnis?

      6 Eine weitere stützende Kraft in unserem Leben ist die Hoffnung, die uns Gott gegeben hat. Paulus sagte: „Laßt uns ... uns des Friedens mit Gott erfreuen durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir auch durch Glauben unseren Zutritt erlangt haben zu dieser unverdienten Güte, in der wir jetzt stehen; und laßt uns aufgrund der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes frohlocken. Und nicht nur das, sondern laßt uns frohlocken, während wir in Drangsalen sind, da wir wissen, daß Drangsal Ausharren bewirkt, Ausharren aber einen bewährten Zustand, der bewährte Zustand aber Hoffnung, und die Hoffnung führt nicht zur Enttäuschung“ (Römer 5:1-5).

      7 Drangsale an sich sind kein Anlaß zur Freude, aber die friedsamen Früchte, die dadurch hervorgebracht werden, sind es. Diese Früchte sind Ausharren, ein bewährter Zustand, Hoffnung und die Erfüllung der Hoffnung. Unser Ausharren trägt uns Gottes Wohlgefallen ein. Wenn wir Gott gefallen, dürfen wir zuversichtlich auf die Erfüllung seiner Verheißungen hoffen. Diese Hoffnung hält uns auf dem richtigen Weg und gibt uns in Drangsal Auftrieb, bis sich die Hoffnung verwirklicht (2. Korinther 4:16-18).

      Glücklich ist, wer ausharrt

      8. Warum ist die Wartezeit für uns keine vergeudete Zeit?

      8 Während wir auf Gottes bestimmte Zeit warten, wo die Läufer den Preis erhalten, erfahren wir Veränderungen. Es handelt sich um Verbesserungen in geistiger Hinsicht, die das Ergebnis erfolgreich bestandener Prüfungen sind und uns große Gunst bei Gott eintragen. Sie beweisen, was wir sind, und geben uns Gelegenheit, dieselben vorzüglichen Eigenschaften zu offenbaren, die die Treuen der alten Zeit bekundeten, besonders unser Vorbild, Jesus Christus. Der Jünger Jakobus schrieb: „Erachtet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Prüfungen geratet, da ihr ja wißt, daß die geprüfte Echtheit eures Glaubens Ausharren bewirkt. Doch laßt das Ausharren sein Werk vollständig haben, damit ihr vollständig und in jeder Hinsicht gesund seid und es euch an nichts fehlt“ (Jakobus 1:2-4). Ja, wir können erwarten, in mancherlei Prüfungen zu geraten, doch sie werden dazu dienen, daß wir fortgesetzt die richtigen Eigenschaften entwickeln. So zeigen wir, daß wir in dem Wettlauf verharren werden, bis der Preis gewonnen ist, ganz gleich, auf welche Hindernisse wir stoßen.

      9, 10. (a) Warum sind diejenigen, die Prüfungen erdulden, glücklich, und wie sollten wir uns Prüfungen stellen? (b) Wer waren die Glücklichen in alter Zeit, und wieso können wir zu ihnen gezählt werden?

      9 Kein Wunder also, daß Jakobus sagte: „Glücklich ist der Mann, der die Prüfung erduldet, denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Jehova denen verheißen hat, die ihn beständig lieben“ (Jakobus 1:12). Stellen wir uns also den Prüfungen — gewappnet mit den gottgemäßen Eigenschaften, die uns stärken, sie zu bestehen (2. Petrus 1:5-8).

      10 Bedenken wir: Gott handelt mit uns weder auf eine neue noch auf eine ungewöhnliche Weise. Mit den Treuen der alten Zeit, einer „Wolke von Zeugen“, handelte er ebenso, während sie ihre Standhaftigkeit ihm gegenüber unter Beweis stellten (Hebräer 12:1). In seinem Wort wird von seinem Wohlgefallen an ihnen berichtet, und wir preisen sie alle glücklich, weil sie unter Prüfung ausharrten. Jakobus schrieb: „Brüder, nehmt euch beim Erleiden von Ungemach und beim Geduldüben die Propheten als Beispiel, die im Namen Jehovas geredet haben. Seht! Wir preisen die glücklich, die ausgeharrt haben. Ihr habt vom Ausharren Hiobs gehört und habt gesehen, welchen Ausgang Jehova gab, daß Jehova voll inniger Zuneigung und barmherzig ist“ (Jakobus 5:10, 11). Es war vorhergesagt, daß in den kritischen letzten Tagen Menschen auf die Weltbühne treten, die Jehova in Lauterkeit dienen wie die Propheten früherer Jahrhunderte. Freuen wir uns nicht, diejenigen zu sein, die das tun? (Daniel 12:3; Offenbarung 7:9).

      Durch Jehovas ermutigendes Wort unterstützt

      11. Wie kann uns Gottes Wort helfen auszuharren, und warum sollten wir nicht den felsigen Stellen in Jesu Gleichnis gleichen?

      11 Paulus wies auf eine andere Hilfe hin, als er sagte, daß wir „durch geduldiges Ausharren und durch die Ermutigung aus den Schriften an unserer Hoffnung festhalten können“ (Römer 15:4, The Twentieth Century New Testament). Die Wahrheit, Gottes Wort, muß tief in uns wurzeln, damit sie bei uns stets die richtige Reaktion hervorruft. Wir haben überhaupt keinen Nutzen, wenn wir dem felsigen Boden gleichen, von dem in Jesu Gleichnis vom Sämann die Rede ist: „Ebenso sind die, die auf die felsigen Stellen gesät sind: Sobald sie das Wort gehört haben, nehmen sie es mit Freuden an. Sie haben jedoch keine Wurzel in sich, bleiben aber eine Zeitlang; sobald dann Drangsal oder Verfolgung wegen des Wortes entsteht, werden sie zum Straucheln gebracht“ (Markus 4:16, 17). Die Wahrheit aus Gottes Wort wurzelt in solchen nicht tief; daher sind sie in Zeiten der Drangsal nicht in der Lage, sich auf diesen wahren Quell der Kraft und Hoffnung zu stützen.

      12. In bezug worauf sollten wir uns nicht selbst betrügen, wenn wir die gute Botschaft annehmen?

      12 Jeder, der die gute Botschaft vom Königreich annimmt, sollte sich in bezug auf das, was folgen wird, nicht selbst betrügen. Er beginnt einen Lebensweg, der Drangsal oder Verfolgung mit sich bringt (2. Timotheus 3:12). Doch sollte er es „für lauter Freude“ erachten, daß er das Vorrecht hat, in mancherlei Prüfungen zu geraten, weil er am Wort Gottes festhält und mit anderen darüber spricht (Jakobus 1:2, 3).

      13. Wie und warum freute sich Paulus über die Christen in Thessalonich?

      13 Im ersten Jahrhundert tobten Gegner in Thessalonich, weil Paulus dort predigte. Als er nach Beröa ging, reisten diese Verfolger ihm nach, um weitere Unruhe zu stiften. An die Treuen, die in Thessalonich geblieben waren, schrieb der verfolgte Apostel: „Wir sind verpflichtet, Gott für euch allezeit Dank zu sagen, Brüder, da es sich ziemt, denn euer Glaube wächst überaus, und die Liebe eines jeden und von euch allen zueinander nimmt zu. Daher sind wir selbst stolz auf euch unter den Versammlungen Gottes wegen eures Ausharrens und Glaubens in all euren Verfolgungen und den Drangsalen, die ihr ertragt. Dies ist ein Beweis des gerechten Gerichts Gottes und führt dazu, daß ihr des Königreiches Gottes für würdig erachtet werdet, für das ihr tatsächlich leidet“ (2. Thessalonicher 1:3-5). Obwohl die Christen in Thessalonich unter Feinden zu leiden hatten, glichen sie immer mehr Christus und nahmen an Zahl zu. Wie war das möglich? Weil sie sich durch Jehovas ermutigendes Wort stärken ließen. Sie gehorchten den Anweisungen des Herrn und liefen in dem Wettlauf mit Ausharren (2. Thessalonicher 2:13-17).

      Anderen zur Rettung

      14. (a) Aus welchen Gründen verharren wir trotz Härten freudig im Dienst? (b) Worum beten wir, und warum?

      14 Vor allem um der Rechtfertigung Gottes willen erdulden wir treu und ohne zu klagen Härten und Verfolgungen. Aber es gibt noch einen weiteren selbstlosen Grund: damit wir anderen die Königreichsbotschaft übermitteln können, so daß mehr Verkündiger des Königreiches Gottes erweckt werden mögen, die eine „öffentliche Erklärung ... zur Rettung“ ablegen (Römer 10:10). Wer im Dienst Gottes tätig ist, sollte darum beten, daß der Herr der Ernte seine Arbeit segnet, indem er für mehr Königreichsverkündiger sorgt (Matthäus 9:38). Paulus schrieb an Timotheus: „Die Dinge, die du von mir mit der Unterstützung vieler Zeugen gehört hast, diese Dinge vertraue treuen Menschen an, die ihrerseits hinreichend befähigt sein werden, andere zu lehren. Nimm als ein vortrefflicher Soldat Christi Jesu teil am Erleiden von Ungemach“ (2. Timotheus 2:2, 3).

      15. Warum müssen wir uns wie Soldaten verhalten oder wie jemand, der „in Wettspielen kämpft“?

      15 Wer Soldat wird, gibt das weniger eingeschränkte Leben eines Zivilisten auf. Und wir dürfen uns nicht in die Angelegenheiten derer verstricken, die nicht zum Heer des Herrn gehören, sondern in Wirklichkeit auf der gegnerischen Seite stehen. Deshalb schrieb Paulus weiter an Timotheus: „Kein Mensch, der als Soldat dient, verwickelt sich in die Geschäfte des Lebens, damit er das Wohlgefallen dessen erlange, der ihn als Soldat angeworben hat. Außerdem wird jemand, auch wenn er in Wettspielen kämpft, nicht gekrönt, wenn er nicht nach den Regeln gekämpft hat“ (2. Timotheus 2:4, 5). Läufer, die im Wettlauf um die „Krone des Lebens“ den Sieg anstreben, müssen Selbstbeherrschung üben und unnötige Belastungen und Verstrickungen vermeiden. So können sie sich darauf konzentrieren, die gute Botschaft der Rettung anderen zu überbringen (Jakobus 1:12; vergleiche 1. Korinther 9:24, 25).

      16. Was kann nicht gebunden werden, und zu wessen Nutzen harren wir aus?

      16 Aus Liebe zu Gott und den mit Schafen vergleichbaren Menschen, die ihn suchen, nehmen wir gern vieles auf uns, um anderen die gute Botschaft der Rettung zu überbringen. Feinde mögen uns binden, weil wir Gottes Wort predigen. Aber weder das Wort Gottes noch das Reden darüber — das zur Rettung weiterer Menschen gereicht — kann durch Ketten gebunden werden. Paulus erklärte Timotheus, warum er bereit war, Prüfungen auf sich zu nehmen: „Erinnere dich daran, daß Jesus Christus von den Toten auferweckt wurde und aus dem Samen Davids war, gemäß der guten Botschaft, die ich predige; in Verbindung mit ihr erleide ich Ungemach bis zu Fesseln wie ein Übeltäter. Dessenungeachtet ist das Wort Gottes nicht gebunden. Deshalb werde ich weiterhin alle Dinge um der Auserwählten willen erdulden, damit auch sie die Rettung erlangen mögen, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus samt ewiger Herrlichkeit zu finden ist“ (2. Timotheus 2:8-10). Heute denken wir nicht nur an den kleinen Überrest derer, denen das himmlische Königreich in Aussicht steht, sondern auch an die große Volksmenge anderer Schafe des vortrefflichen Hirten, Jesus Christus, die große Volksmenge, die im irdischen Paradies unter Christi Königreich leben wird (Offenbarung 7:9-17).

      17. Warum sollten wir in dem Wettlauf nicht aufgeben, und was ist das Ergebnis, wenn wir ihn bis zum Ende fortsetzen?

      17 Wenn wir aufgäben, würden wir weder uns selbst noch sonst jemandem zur Rettung verhelfen. Dadurch, daß wir ungeachtet der sich auftürmenden Hindernisse im christlichen Wettlauf ausharren, bewahren wir uns die Aussicht auf den Preis und können anderen zur Rettung verhelfen, während wir ein eindrucksvolles Beispiel der Stärke geben. Ganz gleich, welche Hoffnung wir haben — die himmlische oder die irdische —, wir können uns die vorzügliche Einstellung des Paulus zu eigen machen und ‘dem Ziel entgegenjagen, dem Preis’ (Philipper 3:14, 15).

      Den Wettlauf standhaft fortsetzen

      18. Wovon hängt das Gewinnen des Preises ab, doch was müssen wir vermeiden, wenn wir bis zum Ende durchhalten möchten?

      18 Unseren christlichen Lauf zur Rechtfertigung Jehovas siegreich zu beenden und den Preis, den er uns in Aussicht stellt, zu gewinnen hängt davon ab, daß wir den Wettlauf über die volle Länge standhaft fortsetzen. Wir können aber nicht bis zum Ende durchhalten, wenn wir uns mit Dingen beladen, die nicht der Sache der Gerechtigkeit dienen. Selbst wenn wir solche Dinge ablegen, sind die Anforderungen immer noch streng genug, weshalb wir alle uns zu Gebote stehende Kraft aufbieten müssen. Deshalb gab Paulus den Rat: „Laßt uns auch allen Ballast und die uns leicht umstrickende Sünde ablegen, und laßt uns in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren laufen“ (Hebräer 12:1). Wie Jesus sollten wir die Leiden, die wir zu ertragen haben, nicht überbetonen, sondern sie als einen geringen Preis betrachten, den wir für den Siegespreis zu zahlen haben. (Vergleiche Römer 8:18.)

      19. (a) Welche Zuversicht brachte Paulus kurz vor seinem Lebensende zum Ausdruck? (b) Welche Zuversicht sollten wir in bezug auf den verheißenen Lohn haben, während das Ende des Wettlaufs naht?

      19 Kurz vor seinem Lebensende konnte Paulus sagen: „Ich habe den vortrefflichen Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt. Fortan ist mir die Krone der Gerechtigkeit aufbehalten“ (2. Timotheus 4:7, 8). Wir möchten in diesem Wettlauf, bei dem Ausharren erforderlich ist, den Preis ewigen Lebens gewinnen. Falls wir nicht mehr ausharren, nur weil der Wettlauf etwas länger ist, als wir zu Beginn erwartet haben, werden wir versagen, wenn wir nahe daran sind, den verheißenen Lohn zu erhalten. Du kannst dich darauf verlassen: Daß es den Lohn gibt, steht außer Frage.

      20. Wozu sollten wir bis zum Ende des Wettlaufs entschlossen sein?

      20 Mögen also unsere Augen nicht müde werden, nach dem Beginn der großen Drangsal Ausschau zu halten, in der zuerst Babylon die Große vernichtet wird und dann der übrige Teil der Organisation des Teufels (2. Petrus 3:11, 12). Blicken wir angesichts all der eindrucksvollen Zeichen, die wir um uns herum sehen, glaubensvoll vorwärts. Gürten wir die Lenden unserer Kraft zum Ausharren, und setzen wir den Wettlauf, in den uns Gott geschickt hat, mutig fort, bis das Ende erreicht und der Siegespreis gewonnen ist — zur Rechtfertigung Jehovas durch Jesus Christus.

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