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Laß nicht nach, das zu tun, was vortrefflich istDer Wachtturm 1988 | 15. Juli
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15. Wozu ermuntert uns Galater 6:9, und wie sollte das unsere Einstellung zu den Besuchen beeinflussen, die wir mit der guten Botschaft bei unseren Mitmenschen machen?
15 Im Grunde genommen gibt es in allen unseren Gebieten nur zwei Arten von Menschen: solche, die im Augenblick Interesse haben, und solche, bei denen das nicht der Fall ist. Folglich bleibt uns nichts anderes übrig, als fortgesetzt ‘nach denen zu forschen, die es verdienen’. Das zählt zu den vielen hervorragenden Werken, die wir als Christen tun sollten, um unsere Liebe zu Jehova und unsere Loyalität ihm gegenüber zu beweisen. Deshalb „laßt uns nicht nachlassen, das zu tun, was vortrefflich ist, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten“ (Galater 6:9). Da wir jetzt so kurz vor dem Ende des gegenwärtigen Systems stehen, dürfen wir keinesfalls aufgeben oder ermüden, sondern müssen unsere Mitmenschen weiter mit der guten Botschaft vom Königreich besuchen. Jehova hat noch nicht gesagt, das Werk sei zu Ende.
Warum wir ‘fortgesetzt reden’ sollten
16. (a) Aufgrund welcher Umstände kann sich an dem Widerhall in unserem Gebiet etwas ändern? (b) Welche Beispiele für einen veränderten Widerhall am Ort kannst du anführen?
16 Daran zu denken, daß Loyalität gegenüber Jehova durch eifrige Tätigkeit im Königreichspredigtwerk zum Ausdruck kommt, wird uns auch helfen, eine gute Einstellung zu bewahren. Überdies treten in den Gebieten in verschiedener Hinsicht immer wieder Veränderungen ein. Einige Leute ziehen um, oder ihre Verhältnisse mögen sich ändern. Bei unserem letzten Vorsprechen waren sie vielleicht nicht interessiert, doch die eine oder andere Situation wie der Verlust der Arbeitsstelle, der Tod eines Angehörigen, eine bedeutsame Wende im Ringen der Supermächte oder eine ernste Krankheit kann bewirken, daß sie bei unserem nächsten Besuch empfänglich sind. Andere haben gehört, daß ein Freund oder Angehöriger ein Zeuge Jehovas geworden ist, und möchten jetzt vielleicht von uns erfahren, inwiefern unsere Glaubensansichten diesen Wandel hervorgerufen haben könnten.
17. Wie reagieren heute einige auf die Königreichsbotschaft? Führe örtliche Beispiele an.
17 Bedenken wir auch, daß viele, die in den letzten Jahren herangewachsen sind, heute eine Familie haben, das Leben höchstwahrscheinlich nicht mehr so leicht nehmen wie früher und sich Fragen stellen, die nur Gottes Wort beantworten kann. Eine junge Mutter bat beispielsweise zwei Zeugen einzutreten und sagte: „Als Mädchen konnte ich immer nicht verstehen, warum meine Mutter die Zeugen Jehovas abwies und ihnen erklärte, sie sei nicht interessiert, wenn sie doch nur über die Bibel sprechen wollten. Ich entschloß mich daher, sobald ich erwachsen und verheiratet sei und eine eigene Wohnung hätte, Jehovas Zeugen einzuladen und sie zu bitten, mir die Bibel zu erklären.“
18. Wie wirkt sich der Wandel in der religiösen Szene auf das Gebiet aus, in dem wir predigen und lehren?
18 Ist dir aufgefallen, daß einige Personen, die sich jahrelang nicht mit uns unterhalten wollten und der Meinung waren, „gerettet“ zu sein, jetzt aufrichtige Fragen stellen? Warum? Weil sich ihr religiöses Denken gewandelt hat. Wie sie selbst sagen, sind sie ziemlich ernüchtert und schockiert wegen der politischen Tätigkeit einiger prominenter Fernsehprediger, denen sie einmal vertraut haben, sowie wegen der Enthüllungen in bezug auf deren unmoralischen Lebenswandel und die Veruntreuung von Kirchengeldern. Wahrscheinlich wird sich noch mehr dergleichen ereignen, während sich die Verhältnisse in Babylon der Großen bis zur Zeit ihrer Vernichtung weiter verschlimmern (Offenbarung 18:1-8).
19, 20. Was zeigt, daß es uns nicht entmutigen sollte, immer wieder zu Menschen zu gehen, die die Botschaft ablehnen?
19 Jedenfalls sollten wir uns nicht entmutigen lassen, wenn die meisten Menschen unempfänglich sind. Auch nach unserer Verabschiedung vergessen sie uns wahrscheinlich nicht so schnell. In Kanada wurde eine Frau von zwei Zeugen Jehovas besucht. Sie brachte ziemlich deutlich zum Ausdruck, daß sie nicht interessiert sei. Etwas später dachte sie über die Äußerungen der Zeugen nach und wollte sie noch erreichen, um ihnen einige Fragen zu stellen, die in ihr aufgestiegen waren. Sie setzte sich in ihren Wagen und fuhr in der Nachbarschaft umher, um die beiden zu suchen, konnte sie aber nicht ausfindig machen. Gab sie auf? Nein, sie fuhr zu einer Freundin und erkundigte sich, ob sie bei ihr seien. Das war zwar nicht der Fall, doch die Freundin erwähnte, daß sie mit einer Zeugin zusammen arbeite, und versprach, die interessierte Frau mit dieser Zeugin in Verbindung zu bringen. Das führte zu mehreren Besuchen in der Wohnung der Interessierten, wozu diese verschiedene Freundinnen, Nachbarinnen, Verwandte und Arbeitskolleginnen einlud. Mitunter waren bis zu 15 Personen anwesend. Im Laufe der Zeit konnte die Zeugin dort 430 Bücher und Bibeln sowie 2 015 Zeitschriften zurücklassen.
20 Viele schätzen unsere Besuche. In einem Brief an ein Zweigbüro der Watch Tower Society schrieb eine Frau: „Ich möchte mich dafür bedanken, daß Sie den Angehörigen Ihrer Glaubensgemeinschaft große Herzenshingabe eingeflößt haben. Vielen Dank dafür, daß Sie kommen ... und die Liebe des Herrn auch anderen zuteil werden lassen. Diese einfache Tat gibt anderen sehr viel. ... Einige mögen zwar herzlos sein, andere gleichgültig und wieder andere empfänglich, ... doch es tut einem unwahrscheinlich gut, daß jemand kommt, der einen an geistige Dinge erinnert. Ich finde es schön, daß man miteinander über den Herrn spricht.“ In einem anderen Brief bat uns ein Wohnungsinhaber, die Menschen nicht aufzugeben, ganz gleich, wie sie sich uns gegenüber verhalten. „So laßt uns nicht nachlassen, das zu tun, was vortrefflich ist, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten“ (Galater 6:9). Dieses Werk hat die Anerkennung und den Segen Jehovas, und durch unsere Teilnahme daran beweisen wir unsere Liebe zu ihm und zu unserem Nächsten (Matthäus 22:37-39). Führen wir es daher vollständig aus. (Vergleiche Philipper 1:6.)
21. (a) Woran liegt es zumindest teilweise, daß es schwierig erscheint, immer wieder in häufig bearbeitete Gebiete zu gehen? (b) Was werden wir in dem folgenden Artikel besprechen?
21 Wir sollten der Tatsache ins Auge sehen, daß nicht immer die Leute der Grund sind, warum das häufige Bearbeiten des Gebiets schwierig erscheinen mag. Bisweilen sind wir es selbst. Gehen wir mit negativen Vorstellungen ans Werk — in dem Gedanken, es seien uns ja bereits alle bekannt und auch die Art und Weise, wie sie reagieren? Das kann unsere Einstellung beeinflussen und wahrscheinlich auch den Klang unserer Stimme und unseren Gesichtsausdruck. Gebrauchen wir immer noch dieselben Methoden und Formulierungen wie vor Jahren? Da in unserem Gebiet Veränderungen vor sich gegangen sind, spricht möglicherweise das, womit wir früher Erfolg hatten, andere, ‘die es verdienen’, nicht an. Vielleicht müssen wir anders vorgehen und unsere Tätigkeit aus einem neuen Blickwinkel sehen.
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Gib beständig acht auf dein LehrenDer Wachtturm 1988 | 15. Juli
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1. Warum ist es für uns nicht an der Zeit, in unserem Königreichspredigtwerk nachzulassen?
JEHOVA beschleunigt gegenwärtig die Einsammlung schafähnlicher Menschen. Gewiß ist es daher für seine Diener nicht an der Zeit, im Werk der Verkündigung des Königreiches und des Jüngermachens nachzulassen (Jesaja 60:8, 22; Matthäus 24:14; 28:19, 20). Wir sollten im Einklang mit dem Geist handeln, der durch Gottes Wirken in unserer Zeit zum Ausdruck kommt. Während das Ende näher rückt, werden wir immer häufiger bei unseren Mitmenschen vorsprechen. Ja, durch die vermehrte Zeugnistätigkeit vieler neuer Verkündiger und Pioniere kommt heute Leben in das weltweite Feld. Und diese freudige Einsammlung wird noch an Schwung zunehmen (Jesaja 60:11; vergleiche Psalm 126:5, 6).
2. (a) Aus welcher Energiequelle können wir gemäß Jesaja 40:28-31 die nötige Kraft schöpfen, um das Königreichspredigtwerk zu Ende zu führen? (b) Welchen guten Grund haben wir, heute der Qualität unseres Predigtdienstes besondere Aufmerksamkeit zu schenken?
2 Statt einem Gefühl der ‘Ermüdung’ zu erliegen, weil gewisse Gebiete häufig bearbeitet werden, sollten wir die Notwendigkeit erkennen, Jehova um die nötige „dynamische Kraft“ zu bitten, damit wir das Werk zu Ende führen können (Jesaja 40:28-31; 1. Johannes 5:14). Es stimmt, daß bereits Millionen Menschen eingesammelt worden sind, die zu der „großen Volksmenge“ „anderer Schafe“ gehören. Aber das, womit wir früher bestimmten Personen erfolgreich helfen konnten, mag bei anderen, die immer noch in unseren Gebieten anzutreffen sind, nicht mehr wirksam sein (Offenbarung 7:9, 10; Johannes 10:16). Deshalb müssen wir der Qualität unseres Predigtdienstes besondere Aufmerksamkeit schenken.
3. Wie können wir mit neuer Begeisterung für unseren Predigtdienst erfüllt werden?
3 Mit erneuter Entschlossenheit sollten wir uns darauf konzentrieren, im Predigtdienst noch wirkungsvoller vorzugehen. Dadurch können wir mit neuer Begeisterung für unseren Dienst erfüllt werden. Wie aber läßt sich das erreichen? Indem wir ‘beständig auf uns selbst und auf unser Lehren achtgeben’ und unseren Predigtdienst nicht einfach routinemäßig verrichten (1. Timotheus 4:16). Unsere Lippen dürfen nicht nur ein oberflächliches „Schlachtopfer der Lobpreisung“ darbringen (Hebräer 13:15). Wir sollten in unserem Werk geschickt vorgehen (Sprüche 22:29). Ja, eine geschickte Bearbeitung unseres Gebiets ist unerläßlich. Nachfolgend führen wir einige Gesichtspunkte unseres Predigtdienstes an, auf die wir ‘beständig achtgeben’ sollten.
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