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Henoch — Furchtlos trotz größter WidrigkeitenDer Wachtturm 1997 | 15. Januar
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Kam Henoch in den Himmel?
„Durch Glauben wurde Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sehen sollte.“ Manche Bibelübersetzungen deuten durch ihre Wiedergabe dieses Teils von Hebräer 11:5 an, Henoch sei gar nicht gestorben. Im Neuen Testament von Ulrich Wilckens heißt es beispielsweise: „Aufgrund des Glaubens ist Henoch (in den Himmel) entrückt worden, um den Tod nicht zu erfahren.“
Doch gut 3 000 Jahre nach Henoch stellte Jesus Christus fest: „Überdies ist kein Mensch in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der vom Himmel herabkam, der Menschensohn“ (Johannes 3:13). In der Fotobibel lautet diese Stelle: „Ist doch kein Mensch je in den Himmel gestiegen. Nur der war dort, der von ihm auf die Erde kam: der Menschensohn.“ Als Jesus dies sagte, war er selbst auch noch nicht in den Himmel aufgestiegen. (Vergleiche Lukas 7:28.)
Der Apostel Paulus sagte über Henoch und die anderen, die zu der großen Wolke vorchristlicher Zeugen gehörten, sie seien ‘alle gestorben’, und zwar „ohne die Erfüllung der Verheißungen erhalten zu haben“ (Hebräer 11:13, 39). Warum? Weil alle Menschen, Henoch eingeschlossen, von Adam die Sünde geerbt haben (Psalm 51:5; Römer 5:12). Rettung ist allein durch das Loskaufsopfer Christi Jesu möglich (Apostelgeschichte 4:12; 1. Johannes 2:1, 2). Zur Zeit Henochs war dieses Lösegeld noch nicht gezahlt worden. Demzufolge kam Henoch nicht in den Himmel, sondern er schläft im Tode, und ihn erwartet eine Auferstehung auf der Erde (Johannes 5:28, 29).
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Henoch — Furchtlos trotz größter WidrigkeitenDer Wachtturm 1997 | 15. Januar
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Gott nahm Henoch hinweg — Wie?
Jehova ließ nicht zu, daß Satan oder dessen irdische Helfer Henoch umbrachten. Im inspirierten Bericht wird gesagt: „Gott nahm ihn hinweg“ (1. Mose 5:24). Der Apostel Paulus beschrieb dies wie folgt: „Durch Glauben wurde Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sehen sollte, und er war nirgends zu finden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor seiner Entrückung hatte er das Zeugnis, daß er Gott wohlgefallen habe“ (Hebräer 11:5).
Wie wurde Henoch „entrückt, damit er den Tod nicht sehen sollte“ oder, wie es in der Übersetzung von Pfäfflin heißt, „ohne den Tod schmecken zu müssen“? Gott beendete Henochs Leben friedlich und ersparte ihm die Wehen eines Todes infolge von Krankheit oder Gewalt durch die Hand seiner Feinde. Ja, Jehova verkürzte Henochs Leben auf 365 Jahre — verglichen mit seinen Zeitgenossen war er damals noch ziemlich jung.
Wie erhielt Henoch ein „Zeugnis, daß er Gott wohlgefallen habe“? Welchen Beweis hatte er dafür? Wahrscheinlich versetzte Gott Henoch in einen Trancezustand, geradeso wie der Apostel Paulus „entrückt“ wurde, als er offenbar eine Vision des künftigen geistigen Paradieses der Christenversammlung erhielt (2. Korinther 12:3, 4). Das Zeugnis oder der Beweis, daß Henoch Gott wohlgefiel, könnte unter anderem in einer visionären Vorschau auf das künftige Paradies auf der Erde bestanden haben, in dem alle dann lebenden Menschen die Souveränität Gottes unterstützen. Vielleicht war es während einer solchen begeisternden Vision, daß Gott Henoch durch einen schmerzlosen Tod hinwegnahm, damit er bis zum Tag seiner Auferstehung schlafe. Anscheinend beseitigte Jehova den Leib Henochs, wie er dies auch in Moses’ Fall getan hatte, denn „er war nirgends zu finden“ (Hebräer 11:5; 5. Mose 34:5, 6; Judas 9).
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