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  • Die geistigen Trunkenbolde — Wer sind sie?
    Der Wachtturm 1991 | 1. Juni
    • Die „Trunkenbolde Ephraims“

      3. Welche aufrüttelnde Strafankündigung äußerte Jesaja?

      3 Vers 1 des 28. Kapitels enthält die aufrüttelnden Worte: „Wehe der hoheitsvollen Krone der Trunkenbolde Ephraims und der welkenden Blüte seiner Zierde der Schönheit, die auf dem Haupt des fruchtbaren Tals der vom Wein Überwältigten ist!“ Wie die Israeliten doch schockiert gewesen sein müssen, diese vernichtende Strafankündigung zu hören! Wer waren die „Trunkenbolde Ephraims“? Was war ihre „hoheitsvolle Krone“? Und was war das „Haupt des fruchtbaren Tals“? Ja noch wichtiger ist die Frage: Was bedeuten diese Worte für uns heute?

      4. (a) Was war Ephraim, und was war das Haupt des fruchtbaren Tals? (b) Warum fühlte sich Israel sicher?

      4 Ephraim war der größte der zehn Stämme Israels. Deshalb bezog sich der Name „Ephraim“ manchmal auf das ganze nördliche Königreich. Die „Trunkenbolde Ephraims“ waren also in Wirklichkeit die Trunkenbolde Israels. Die Hauptstadt Israels war Samaria. Es lag auf einem Hügel am Ende eines fruchtbaren Tals. Der Ausdruck „Haupt des fruchtbaren Tals“ bezieht sich daher auf die Stadt Samaria. Als die Worte geschrieben wurden, war das Königreich Israel in religiöser Hinsicht sehr verderbt. Außerdem hatte es sich politisch mit Syrien gegen Juda verbündet und fühlte sich nun sicher (Jesaja 7:1-9). Das sollte sich jedoch ändern. Eine Krise bahnte sich an. Deshalb erklärte Jehova: „Wehe der hoheitsvollen Krone der Trunkenbolde Ephraims.“

      5. (a) Was war Israels hoheitsvolle Krone? (b) Wer waren die Trunkenbolde Ephraims?

      5 Was war die „hoheitsvolle Krone“? Eine Krone ist ein Symbol königlicher Gewalt. Die „hoheitsvolle Krone“ war offensichtlich Israels Stellung als eigenständiges, von Juda unabhängiges Königreich. Ein bestimmtes Geschehen sollte allerdings der königlichen Unabhängigkeit Israels ein Ende machen. Wer waren denn die „Trunkenbolde Ephraims“? Zweifellos gab es in Israel buchstäbliche Trunkenbolde, denn Samaria war der Schauplatz eines zügellosen heidnischen Kultes. Die Bibel spricht indessen von einer noch schlimmeren Art der Trunkenheit. In Jesaja 29:9 lesen wir: „Sie sind berauscht worden, doch nicht mit Wein; sie haben geschwankt, doch nicht von berauschendem Getränk.“ Es handelte sich um geistige Trunkenheit, um einen verunreinigenden, todbringenden Rausch. Die Führer Israels, besonders die religiösen, wurden eindeutig durch eine solche geistige Trunkenheit beeinträchtigt.

      6. Was machte das alte Israel trunken?

      6 Woher rührte aber die geistige Trunkenheit des alten Israel? Im Grunde genommen war sie auf das Bündnis zurückzuführen, das es mit Syrien gegen Juda geschlossen hatte. Dieses Bündnis gab den Führern der Nation ein gutes Gefühl, so daß sie sich in Sicherheit wiegten. Durch die geistige Trunkenheit verlor Israel den Blick für die Wirklichkeit. Wie ein buchstäblicher Trunkenbold war Israel optimistisch, obwohl kein Grund dafür bestand. Stolz trug es sein berauschendes Bündnis mit Syrien gleichsam wie eine Zierde oder einen Kranz der Schönheit zur Schau. Doch wie Jesaja sagte, war es eine welkende Zierde, die nicht mehr lange bestehen sollte.

      7, 8. Was sollte das alte Israel erleben, obwohl es ein gutes Gefühl hatte?

      7 Das wird in Jesaja, Kapitel 28, Vers 2 betont: „Siehe! Jehova hat einen Starken und Kraftvollen. Wie ein Hagelwetter, ein zerstörender Sturm, wie ein Gewitter mit gewaltigen, daherflutenden Wassern wird er sicherlich ein Niederwerfen zur Erde bewirken mit Macht.“ Wer war dieser „Starke und Kraftvolle“? Zur Zeit des Volkes Israel war es das mächtige Assyrische Reich. Jene grausame, rücksichtslose Weltmacht würde wie ein Hagelwetter mit gewaltigen, daherflutenden Wassern über Israel herfallen. Mit welchem Ergebnis?

      8 Jesaja sagte weiter: „Mit Füßen werden die hoheitsvollen Kronen der Trunkenbolde Ephraims zertreten werden. Und die welkende Blume seiner Zierde der Schönheit, die auf dem Haupt des fruchtbaren Tals ist, soll der Frühfeige vor dem Sommer gleich werden, damit, wenn der Sehende sie sieht, während sie noch in seiner hohlen Hand ist, er sie verschlingt“ (Jesaja 28:3, 4). Samaria, die Hauptstadt Israels, war für Assyrien wie eine reife Feige, die nur noch gepflückt und verschlungen werden mußte. Israels kranz- oder girlandenähnliches Bündnis mit Syrien sollte zertreten werden. Es würde keinen Wert haben am Tag der Abrechnung. Ja noch schlimmer: Die mit einer Krone vergleichbare Herrlichkeit Israels — seine Unabhängigkeit — würde unter den Füßen des assyrischen Feindes zermalmt werden. Welch eine Katastrophe!

  • Die geistigen Trunkenbolde — Wer sind sie?
    Der Wachtturm 1991 | 1. Juni
    • 13. Welche Situation im ersten Jahrhundert u. Z. ließ sich mit der in Israel und Juda vergleichen, und welche vergleichbare Situation besteht heute?

      13 Erfüllten sich Jesajas Prophezeiungen nur damals an Israel und Juda? Keineswegs. Sowohl Jesus als auch der Apostel Paulus zitierten Jesajas Worte über die geistige Trunkenheit und wandten sie auf die religiösen Führer ihrer Tage an (Jesaja 29:10, 13; Matthäus 15:8, 9; Römer 11:8). Heute ist eine ähnliche Situation wie zur Zeit Jesajas entstanden — diesmal in der Christenheit, einer weltweiten religiösen Organisation, die behauptet, Gott zu vertreten. Statt standhaft für die Wahrheit einzutreten und sich auf Jehova zu verlassen, setzt die Christenheit — Katholiken wie Protestanten — ihren Glauben in die Welt. Daher torkelt sie umher wie die Trunkenbolde von Israel und Juda. Die geistigen Trunkenbolde jener Nationen der alten Zeit stellen treffend die heutigen geistlichen Führer der Christenheit dar. Untersuchen wir einmal, inwiefern man das sagen kann.

      14. Inwiefern sind die religiösen Führer der Christenheit ebenso trunken, wie es die Führer Samarias und Jerusalems in alter Zeit waren?

      14 Wie Samaria und Jerusalem hat die Christenheit in tiefen Zügen von dem Wein der politischen Bündnisse getrunken. 1919 gehörte sie zu den allerersten Befürwortern des Völkerbundes. Obwohl Jesus sagte, Christen seien kein Teil der Welt, pflegen die Führer der Christenheit Beziehungen zu politischen Führern (Johannes 17:14-16). Der symbolische Wein dieser Aktivitäten wirkt auf die Geistlichkeit anregend. (Vergleiche Offenbarung 17:4.) Es gefällt ihren Vertretern, von Politikern zu Rate gezogen zu werden und sich in der Gesellschaft der Großen der Welt zu bewegen. Die Folge ist, daß sie keine wahre geistige Anleitung geben können. Sie speien Unreinheit aus, statt die reine Botschaft der Wahrheit zu reden (Zephanja 3:9). Da sie nicht klar sehen und verwirrt sind, können sie die Menschheit nicht sicher leiten (Matthäus 15:14).

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