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    Erwachet! 1987 | 8. März
    • In dem Magazin The Nation heißt es: „Afrika ... liefert reichlich und stetig landwirtschaftliche Erzeugnisse, die täglich in den fortschrittlichen Ländern konsumiert werden.“ Während der Hungersnot in Äthiopien waren die Einwohner Großbritanniens bestürzt, als sie erfuhren, daß sie äthiopisches Obst und Gemüse aßen. Abgesehen von Baumwolle exportiert Afrika Tee, Kaffee, Zucker, Kakao, Erdnüsse, Schnittblumen, Fleisch, Palmöl, Holz und viele andere Agrarprodukte.

  • Die Welt kommt zu Hilfe
    Erwachet! 1987 | 8. März
    • „Innerhalb eines Jahres“, heißt es in dem Magazin Newsweek, „starben 1 Million äthiopische Bauern und 500 000 sudanesische Kinder.“

  • Die Welt kommt zu Hilfe
    Erwachet! 1987 | 8. März
    • Im März 1984 rief Äthiopien um Hilfe und bat die Welt um eine Hilfslieferung von 450 000 Tonnen Getreide. Dies war keine übertriebene Forderung; der tatsächliche Bedarf war doppelt so hoch. Doch die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedstaaten schenkten dem Ruf kaum Gehör. Nicht einmal 100 000 Tonnen Getreide wurden angeboten, und das zu einer Zeit, wo die Getreideüberschüsse der Welt annähernd 190 000 000 Tonnen betrugen! Was noch schlimmer war — die geringe Menge der Nahrungsmittel kam erst nach Monaten an. In der Zwischenzeit grassierte der Hunger. In einem Notlager starben jeden Tag hundert Menschen.

      Im Oktober 1984 hatte ein britisches Fernsehteam in Äthiopien einen Zwischenaufenthalt, weil es auf ein anderes Flugzeug warten mußte. Die Filmleute nutzten die Zeit, um Auffanglager zu besichtigen, und filmten Menschen, die buchstäblich am Verhungern waren. „Ich weinte, als ich den Film schnitt“, sagte der Kameramann Mohammed Amin. „Ich brach zusammen und weinte hemmungslos.“

      Eine dramatische Reaktion

      Der Film wurde in den BBC-Fernsehnachrichten gezeigt und anschließend von 425 anderen Fernsehanstalten in der ganzen Welt gesendet. Eine dramatische Reaktion folgte. Die aufgebrachte Öffentlichkeit verlangte Schritte von seiten der Regierungen. Popmusiker setzten ihr einträgliches Geschäft dafür ein, an die Nächstenliebe zu appellieren. Bis heute haben sie über hundert Millionen Dollar zusammengebracht. All diese Publizität ist auf eines der größten Hilfsprogramme hinausgelaufen, die die Welt je gesehen hat.

      Schiffsladungen mit Überschußgetreide ergossen sich über Afrika. Regierungen aus Europa bildeten zusammen eine Luftbrücke, um Lebensmittel bis tief in den Sudan zu fliegen. Noch bemerkenswerter war die gemeinsame Operation, mit der man Nahrung in das Hochland Äthiopiens brachte. In seinem Buch Ethiopia: The Challenge of Hunger (Äthiopien: die Herausforderung des Hungers) beschreibt Graham Hancock die Szene auf dem Bole-Flughafen von Addis Abeba: „Flugzeuge mit sowjetischen, amerikanischen, ostdeutschen, britischen und verschiedenen anderen Hoheitszeichen waren auf dem Vorfeld aufgereiht und wurden mit Nahrungsmitteln beladen ... Es war wie ein Traum, in dem all die erhabenen Prinzipien, für die die Vereinten Nationen stehen, plötzlich zum Leben erweckt wurden, und es klang mir in den Ohren, als würden die Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet werden.“

      Obgleich die Reaktion der Welt auf die Notlage in Afrika spät kam, sollen dadurch über drei Millionen Menschenleben gerettet worden sein. Traurigerweise mangelt es aber in Afrika nach wie vor an Nahrungsmitteln. Gemäß aktuellen Berichten sind in Äthiopien, im Sudan und in Moçambique Millionen dem Hungertod nahe. „Warum ist Afrika nicht in der Lage, sich selbst zu ernähren?“ fragt man sich. Und was noch wichtiger ist: „Worin besteht die echte Lösung?“

  • Warum kann sich Afrika nicht selbst ernähren?
    Erwachet! 1987 | 8. März
    • „ICH säte ..., aber es regnete nicht“, erklärte Idris, ein äthiopischer Bauer. Seine Saat verdarb im Boden, und er war gezwungen, seinen Hof zu verlassen, um in einem Auffanglager ein neues Leben zu beginnen. „Früher hatte ich vier Ochsen zum Pflügen“, erzählte er weiter. „Als es nichts mehr zu essen gab, verkaufte ich zwei davon, und die anderen beiden schlachtete ich. ... Ich habe meine Zukunft aufgegessen“ (aus dem Buch Ethiopia: The Challenge of Hunger).

      Wie Idris tun sich viele afrikanische Bauern schwer, genügend Nahrung zu erzeugen. Einst nicht von fremder Hilfe abhängig, ist der Kontinent heute auf beträchtliche Lebensmittelimporte angewiesen. Warum ist dies der Fall? Warum müssen so viele Afrikaner hungrig zu Bett gehen?

      Dürre

      Afrika ist berüchtigt wegen seiner heimtückischen Dürren. Besonders gefährdet sind die Länder an der Südgrenze der Sahara. Seit 1960 hat die Niederschlagsmenge in dieser Region ständig abgenommen — ein Phänomen, das die Zeitschrift Ceres als „anhaltende Dürre in der Sahelzone“ bezeichnete. Doch für viele Bauern geht das Leben weiter.

      Fünf Länder in der Sahelzone erzielten 1983/84 eine Rekordernte an Baumwolle. Vielleicht trägt hierzulande der eine oder andere Kleidung, die aus dieser Baumwolle angefertigt wurde. Der Baumwollexport bringt zwar wertvolle Devisen ein, aber dafür ist ein anderer Preis zu zahlen. Die Länder in der Sahelzone mußten 1984 1,77 Millionen Tonnen Getreide importieren — ebenfalls ein Rekord. „Die Tatsache, daß man Baumwolle anbauen kann, Getreide hingegen nicht, hat mehr mit der Regierung und den Verfahrensweisen der Hilfsorganisationen zu tun als mit dem Niederschlag“, behauptet Lloyd Timberlake in seinem Buch Africa in Crisis (Afrika in der Krise).

      Abgesehen von Baumwolle exportiert Afrika Tee, Kaffee, Zucker, Kakao, Erdnüsse, Schnittblumen, Fleisch, Palmöl, Holz und viele andere Agrarprodukte. In dem US-Magazin The Nation wird erklärt: „Afrika ... liefert reichlich und stetig landwirtschaftliche Erzeugnisse, die täglich in den fortschrittlichen Ländern konsumiert werden.“ Während der Hungersnot in Äthiopien waren die Einwohner Großbritanniens bestürzt, als sie erfuhren, daß sie äthiopisches Obst und Gemüse aßen. Offensichtlich ist die Dürre nicht der einzige Grund dafür, daß sich Afrika nicht selbst ernähren kann.

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