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    Der Wachtturm 2002 | 1. Januar
    • Alle echten Christen sind Evangeliumsverkündiger

      „Singt Jehova, segnet seinen Namen. Von Tag zu Tag tut die gute Botschaft der von ihm bewirkten Rettung kund“ (PSALM 96:2).

      1. Welche gute Botschaft müssen die Menschen hören, und wie haben Jehovas Zeugen diese Botschaft auf vorbildliche Weise verbreitet?

      IN EINER Welt, in der es täglich zu Katastrophen kommt, ist es wirklich tröstend, zu wissen, dass Krieg, Verbrechen, Hunger und Bedrückung bald ein Ende haben werden, wie die Bibel verkündet (Psalm 46:9; 72:3, 7, 8, 12, 16). Ist das nicht eine wirklich gute Botschaft, die jeder hören sollte? Jehovas Zeugen sind davon überzeugt. Sie sind überall dafür bekannt, eine „gute Botschaft von etwas Besserem“ zu predigen (Jesaja 52:7). Zwar mussten viele Zeugen Jehovas Verfolgung leiden, weil sie entschlossen waren, die gute Botschaft zu verkünden. Aber ihnen liegt das Wohl der Menschen am Herzen. Deshalb sind der Eifer und die Beharrlichkeit von Jehovas Zeugen geradezu sprichwörtlich geworden!

      2. Nenne einen Grund für den Eifer der Zeugen Jehovas.

      2 Der Eifer der Zeugen Jehovas gleicht dem der Christen im ersten Jahrhundert. Über sie hieß es treffend in der katholischen Zeitung L’Osservatore Romano: „Die ersten Christen betrachteten es gleich von ihrer Taufe an als ihre Aufgabe, das Evangelium zu verbreiten. Von Mund zu Mund übermittelten Sklaven das Evangelium.“ Warum sind Jehovas Zeugen wie diese ersten Christen so eifrig? Erstens, weil die gute Botschaft, die sie verkündigen, von Jehova Gott selbst stammt. Könnte es einen triftigeren Grund geben, eifrig zu sein? Durch ihr Predigen befolgen sie die Aufforderung des Psalmisten: „Singt Jehova, segnet seinen Namen. Von Tag zu Tag tut die gute Botschaft der von ihm bewirkten Rettung kund“ (Psalm 96:2).

      3. (a) Was ist ein zweiter Grund für den Eifer der Zeugen Jehovas? (b) Was gehört zu der ‘von Gott bewirkten Rettung’?

      3 Die Worte des Psalmisten rufen uns einen zweiten Grund für den Eifer der Zeugen Jehovas in den Sinn. Ihre Botschaft handelt von Rettung. Manche Menschen engagieren sich beispielsweise auf medizinischem, sozialem oder wirtschaftlichem Sektor, um die Lebensverhältnisse ihrer Mitmenschen zu verbessern, und derlei Bemühungen sind lobenswert. Doch alles, was Menschen füreinander bewirken können, ist sehr begrenzt im Vergleich zu der ‘von Gott bewirkten Rettung’. Durch Jesus Christus wird Jehova Sanftmütige von Sünde, Krankheit und Tod retten. Alle, die daraus Nutzen ziehen, werden ewig leben (Johannes 3:16, 36; Offenbarung 21:3, 4). Diese Rettung gehört heute zu den „wunderbaren Taten“, von denen Christen erzählen, wenn sie der Aufforderung Folge leisten: „Erzählt unter den Nationen von seiner [Gottes] Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen wunderbaren Taten. Denn Jehova ist groß und sehr zu preisen. Er ist furchteinflößend über allen anderen Göttern“ (Psalm 96:3, 4).

      Das Beispiel des Meisters

      4—6. (a) Aus welchem dritten Grund sind Jehovas Zeugen eifrig? (b) Wie bewies Jesus Eifer für das Werk, die gute Botschaft zu predigen?

      4 Es gibt noch einen dritten Grund, weshalb Jehovas Zeugen eifrig sind. Sie ahmen das Beispiel Jesu Christi nach (1. Petrus 2:21). Als vollkommener Mensch nahm er sich von ganzem Herzen der Aufgabe an, „den Sanftmütigen gute Botschaft kundzutun“ (Jesaja 61:1; Lukas 4:17-21). Deshalb wurde er ein Evangeliumsverkündiger — jemand, der die gute Botschaft kundtut. Er reiste kreuz und quer durch Galiläa und Judäa und „predigte die gute Botschaft vom Königreich“ (Matthäus 4:23). Und weil er wusste, dass viele für diese gute Botschaft empfänglich sein würden, sagte er zu seinen Jüngern: „Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. Bittet daher den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende“ (Matthäus 9:37, 38).

      5 Seinem eigenen Gebet entsprechend schulte Jesus andere zu Evangeliumsverkündigern. Nach einiger Zeit sandte er seine Apostel allein aus und sagte ihnen: „Während ihr hingeht, predigt, indem ihr sagt: ‚Das Königreich der Himmel hat sich genaht.‘ “ Wäre es nicht sinnvoller gewesen, sie hätten Programme zur Bekämpfung sozialer Missstände der damaligen Zeit aufgestellt? Hätten sie nicht in die Politik eingreifen sollen, um der grassierenden Korruption ihrer Tage etwas entgegenzusetzen? Nein. Vielmehr stellte Jesus die Norm für alle christlichen Evangeliumsverkündiger auf, wenn er seinen Nachfolgern sagte: „Während ihr hingeht, predigt“ (Matthäus 10:5-7).

      6 Später sandte Jesus eine weitere Gruppe seiner Jünger aus, die verkündigen sollten: „Das Königreich Gottes hat sich euch genaht.“ Als sie zurückkehrten und über ihre Erfolge in dem Predigtfeldzug berichteten, frohlockte Jesus und betete: „Ich preise dich öffentlich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du diese Dinge vor Weisen und Intellektuellen sorgfältig verborgen und sie Unmündigen geoffenbart hast“ (Lukas 10:1, 8, 9, 21). Im Vergleich zu den hochgebildeten religiösen Führern der Nation waren Jesu Jünger — vormals hart arbeitende Fischer, Landwirte und dergleichen — wie Unmündige. Aber die Jünger waren geschult worden, die beste aller Botschaften zu verkünden.

      7. Wem predigten Jesu Nachfolger nach seiner Himmelfahrt zuerst die gute Botschaft?

      7 Nach Jesu Himmelfahrt fuhren seine Nachfolger fort, die gute Botschaft der Rettung zu verbreiten (Apostelgeschichte 2:21, 38-40). Wem predigten sie zuerst? Gingen sie zu den Nationen, die Gott nicht kannten? Nein, ihr anfängliches Gebiet war Israel — das Volk, das seit mehr als 1 500 Jahren Jehova kannte. Hatten die Jünger das Recht, in einem Land zu predigen, wo Jehova bereits angebetet wurde? Ja. Jesus hatte ihnen gesagt: „Ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apostelgeschichte 1:8). Israel musste die gute Botschaft ebenso zu hören bekommen wie jede andere Nation.

      8. Wie ahmen Jehovas Zeugen heute die Nachfolger Jesu im ersten Jahrhundert nach?

      8 In ähnlicher Weise predigen heute Jehovas Zeugen auf der ganzen Erde. Sie arbeiten mit dem Engel zusammen, den Johannes sah und der eine ‘ewige gute Botschaft hatte, um sie als frohe Nachricht denen zu verkünden, die auf der Erde wohnen, sowie jeder Nation und jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk’ (Offenbarung 14:6). Im Jahr 2001 waren sie in 235 Ländern und Territorien tätig, darunter einige, die allgemein als christlich gelten. Ist es verkehrt von Jehovas Zeugen, an Orten zu predigen, wo die Christenheit bereits ihre Kirchen etabliert hat? Manche behaupten das und sagen vielleicht sogar, durch derartiges Evangelisieren würden ihnen ihre „Schäfchen gestohlen“. Doch Jehovas Zeugen denken daran, was Jesus für die einfachen Juden seiner Tage empfand. Obwohl sie schon eine Priesterschaft hatten, zögerte Jesus nicht, ihnen die gute Botschaft zu verkündigen. Er empfand „Mitleid mit ihnen, weil sie zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Matthäus 9:36). Sollten Jehovas Zeugen die gute Botschaft zurückhalten, wenn sie demütige Menschen finden, die nichts über Jehova und sein Königreich wissen, nur weil irgendeine Religion behauptet, für sie zuständig zu sein? Dem Beispiel der Apostel Jesu folgend, antworten wir mit Nein. Die gute Botschaft muss ausnahmslos „unter allen Nationen“ gepredigt werden (Markus 13:10).

      Alle ersten Christen beteiligten sich am Evangelisierungswerk

      9. Wer beteiligte sich in der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts am Predigen?

      9 Wer beteiligte sich im ersten Jahrhundert am Predigen? Die Tatsachen zeigen, dass alle Christen Evangeliumsverkündiger waren. Der Autor W. S. Williams erklärt: „Dem allgemeinen Zeugnis nach beteiligten sich alle Christen der Urkirche . . . am Predigen des Evangeliums.“ Über die Ereignisse am Pfingsttag 33 u. Z. berichtet die Bibel: „Sie alle [Männer und Frauen] wurden mit heiligem Geist erfüllt und fingen an, in verschiedenen Zungen zu reden, so wie der Geist ihnen gewährte, sich zu äußern.“ Männer wie Frauen, Junge wie Alte, Sklaven wie Freie wurden zu Evangeliumsverkündigern (Apostelgeschichte 1:14; 2:1, 4, 17, 18; Joel 2:28, 29; Galater 3:28). Als sich viele Christen aufgrund von Verfolgung gezwungen sahen, aus Jerusalem zu fliehen, ‘gingen diejenigen, die zerstreut worden waren, durch das Land und verkündigten die gute Botschaft des Wortes’ (Apostelgeschichte 8:4). All ‘diejenigen, die zerstreut worden waren’, verkündigten die gute Botschaft — nicht nur einige wenige Beauftragte.

      10. Welcher zweifache Auftrag wurde vor der Vernichtung des jüdischen Systems erfüllt?

      10 Dabei blieb es während jener frühen Jahre des Christentums. Jesus hatte vorhergesagt: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14). In Erfüllung jener Worte im ersten Jahrhundert wurde die gute Botschaft tatsächlich weit und breit gepredigt, bevor die Heere Roms das religiöse und politische System der Juden vernichteten (Kolosser 1:23). Darüber hinaus gehorchten alle Nachfolger Jesu seinem Gebot: „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28:19, 20). Die ersten Christen forderten Sanftmütige nicht erst auf, an Jesus zu glauben, und überließen es dann ihnen selbst, den richtigen Weg zu finden, wie es heute einige Prediger tun. Nein, sie lehrten sie, Jünger Jesu zu werden, gründeten Versammlungen und schulten sie, sodass sie ebenfalls die gute Botschaft predigen und Jünger machen konnten (Apostelgeschichte 14:21-23). Jehovas Zeugen heute folgen diesem Muster.

      11. Wer beteiligt sich heute daran, die beste aller Botschaften für die Menschheit zu verkündigen?

      11 Eine Reihe Zeugen Jehovas haben das Beispiel von Paulus, Barnabas und anderen aus dem ersten Jahrhundert nachgeahmt und sind als Missionare ins Ausland gegangen. Ihre Tätigkeit hat sich sehr nützlich ausgewirkt, denn sie haben sich nicht in die Politik verstrickt oder sind auf andere Weise von ihrem Auftrag, die gute Botschaft zu predigen, abgewichen. Sie haben schlicht dem Gebot Jesu gehorcht: „Während ihr hingeht, predigt.“ Die meisten Zeugen Jehovas allerdings sind keine Auslandsmissionare. Viele gehen einer Arbeit nach, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen; andere gehen noch zur Schule. Manche haben Kinder aufzuziehen. Aber alle Zeugen Jehovas sprechen mit ihren Mitmenschen über die gute Botschaft, die sie kennen gelernt haben. Jung und Alt, Männer und Frauen, folgen freudig der biblischen Aufforderung: „Predige das Wort, halte dringend darauf in günstiger Zeit, in unruhvoller Zeit“ (2. Timotheus 4:2). Wie ihre Vorläufer im ersten Jahrhundert fahren sie „ununterbrochen fort, zu lehren und die gute Botschaft über den Christus, Jesus, zu verkündigen“ (Apostelgeschichte 5:42). Sie verkündigen die beste aller Botschaften für die Menschheit.

      Proselytenmacherei oder Evangelisierung?

      12. Was ist „Proselytenmachen“, und wie wird es heute betrachtet?

      12 In der griechischen Sprache gibt es das Wort prosḗlytos, was „Bekehrter“ bedeutet. Daraus leitet sich der Ausdruck „Proselytenmachen“ ab, was die Tätigkeit beschreiben soll, jemand zu bekehren. Heutzutage gibt es Personen, die dies als schädlich bezeichnen. In einer Veröffentlichung des Ökumenischen Rats der Kirchen ist sogar von „der Sünde des Proselytenmachens“ die Rede. Warum diese Einstufung? Im Catholic World Report wird dazu gesagt: „Infolge eines Trommelfeuers orthodoxer Beschwerden hat der Begriff ‚Proselytenmachen‘ den Beigeschmack erzwungener Bekehrung erhalten.“

      13. Nenne einige Beispiele schädlicher Proselytenmacherei.

      13 Ist Proselytenmachen schädlich? Das kann der Fall sein. Jesus sagte, die Proselytenmacherei der Schriftgelehrten und Pharisäer sei den von ihnen Bekehrten zum Schaden gewesen (Matthäus 23:15). Eine „erzwungene Bekehrung“ ist ganz eindeutig falsch. Wie beispielsweise der Geschichtsschreiber Josephus berichtet, unterwarf der Makkabäer Johannes Hyrkanos die Idumäer, „gestattete ihnen aber, im Lande zu bleiben, wenn sie die Beschneidung einführen und nach jüdischen Gesetzen leben wollten“. Wollten die Idumäer also unter der jüdischen Herrschaft leben, blieb ihnen nichts anderes übrig, als die jüdische Religion auszuüben. Im achten Jahrhundert u. Z., berichten Historiker, besiegte Karl der Große die Sachsen und zwang sie gewaltsam, sich zum Christentum zu bekehren.a Aber wie aufrichtig war die Bekehrung der Sachsen oder der Idumäer? Wie sehr fühlte sich beispielsweise der Idumäerkönig Herodes — der das Jesuskind umbringen lassen wollte — an das von Gott inspirierte Gesetz Mose gebunden? (Matthäus 2:1-18).

      14. Wie üben manche Missionare der Christenheit Druck auf Menschen aus, um sie zu bekehren?

      14 Kommt es heute noch zu Zwangsbekehrungen? In gewissem Sinne schon. Von Missionaren der Christenheit wurde berichtet, sie offerierten Bekehrungswilligen ein Stipendium im Ausland. Oder hungernde Flüchtlinge müssten sich eine Predigt von ihnen anhören, damit sie Lebensmittel von ihnen bekämen. 1992 gaben die Primasse der orthodoxen Kirchen anlässlich eines Kongresses eine Erklärung heraus, wonach „Proselytenmacherei mitunter durch materielle Verlockung erfolgt, mitunter durch verschiedene Formen der Gewalt“.

      15. Sind Jehovas Zeugen Proselytenmacher nach der heutigen Bedeutung des Begriffs? Erkläre es.

      15 Menschen unter Druck zu setzen, ihre Religion zu wechseln, ist verkehrt. Jehovas Zeugen verwenden unter keinen Umständen solche Methoden.b Deshalb sind sie keine Proselytenmacher nach der heutigen Bedeutung dieses Begriffs. Stattdessen ahmen sie die Christen des ersten Jahrhunderts nach und predigen jedermann die gute Botschaft. Geht jemand aus freien Stücken darauf ein, bieten sie ihm an, durch ein Bibelstudium mehr kennen zu lernen. Wer solches Interesse zeigt, lernt, auf der festen Grundlage einer genauen biblischen Erkenntnis an Gott und seine Vorsätze zu glauben. Das führt dazu, dass solche Personen den Namen Gottes, Jehova, anrufen, um gerettet zu werden (Römer 10:13, 14, 17). Ob jemand die gute Botschaft annehmen will oder nicht, ist seine ganz persönliche Entscheidung. Es wird keinerlei Zwang ausgeübt. Wäre das der Fall, hätte die Bekehrung keinen Sinn. Damit jemandes Anbetung für Gott annehmbar sein kann, muss sie von Herzen kommen (5. Mose 6:4, 5; 10:12).

      Evangelisierung in unserer Zeit

      16. Wie ist das Evangelisierungswerk der Zeugen Jehovas in der Neuzeit gewachsen?

      16 In der Neuzeit haben Jehovas Zeugen unablässig die gute Botschaft vom Königreich gepredigt, wodurch Matthäus 24:14 eine größere Erfüllung erfahren hat. Ein wichtiges Werkzeug in ihrem Evangelisierungswerk ist Der Wachtturm gewesen.c Als 1879 die ersten Ausgaben dieser Zeitschrift erschienen, betrug die Auflage etwa 6 000 in nur einer Sprache. Gut 122 Jahre später, im Jahr 2001, ist die Auflage auf 23 042 000 Exemplare in 141 Sprachen gestiegen. Gleichzeitig mit diesem Anstieg hat auch die Evangelisierungstätigkeit von Jehovas Zeugen entsprechend zugenommen. Wurden im 19. Jahrhundert jährlich einige wenige Tausend Stunden im Evangelisierungswerk eingesetzt, waren es im Jahr 2001 1 169 082 225 Stunden. Im gleichen Jahr wurden auch durchschnittlich 4 921 702 kostenlose Heimbibelstudien im Monat durchgeführt. Wie viel hervorragende Arbeit doch geleistet wurde! Beteiligt haben sich daran 6 117 666 Königreichsverkündiger.

      17. (a) Was für falsche Götter werden heute angebetet? (b) Was muss jeder, ungeachtet der Sprache, Nationalität oder des sozialen Status, erfahren?

      17 Der Psalmist sagt: „Alle Götter der Völker sind wertlose Götter; was aber Jehova betrifft, er hat ja die Himmel gemacht“ (Psalm 96:5). In der heutigen säkularisierten Welt sind Nationalismus, nationale Symbole, prominente Persönlichkeiten, materielle Güter und sogar der Wohlstand an sich zum Gegenstand der Anbetung gemacht worden (Matthäus 6:24; Epheser 5:5; Kolosser 3:5). Mohandas K. Gandhi sagte einmal: „Ich bin der festen Meinung, dass . . . Europa heutzutage nur dem Namen nach christlich ist. In Wirklichkeit betet es den Mammon an.“ Tatsache ist: Die gute Botschaft muss überall gehört werden. Jedermann — ungeachtet der Sprache, Nationalität oder des sozialen Status — muss von Jehova und seinen Vorsätzen erfahren. Wir wünschten, alle würden der Aufforderung des Psalmisten nachkommen: „Schreibt Jehova Herrlichkeit und Stärke zu. Schreibt Jehova die Herrlichkeit zu, die seinem Namen gehört“ (Psalm 96:7, 8). Jehovas Zeugen helfen anderen, Jehova kennen zu lernen, damit sie ihm die gebührende Herrlichkeit zuschreiben können. Und wer diese Hilfe annimmt, hat großen Nutzen davon. Worin besteht der Nutzen? Darauf wird im folgenden Artikel eingegangen.

      [Fußnoten]

      a Gemäß dem katholischen Lexikon für Theologie und Kirche bestimmte zur Zeit der Reformation der jeweilige Landesherr, zu welcher Religion seine Untertanen sich bekennen mussten nach dem Motto cuius regio, eius et religio, was so viel heißt wie „wessen das Land, dessen die Religion“.

      b Bei einer Tagung der United States International Religious Freedom Commission am 16. November 2000 unterschied ein Teilnehmer ausdrücklich zwischen Personen, die jemand zur Bekehrung zwingen wollen, und der Tätigkeit von Jehovas Zeugen. Er wies darauf hin, dass Jehovas Zeugen anderen auf eine Weise predigen, die ihnen die Freiheit lässt, einfach zu sagen: „Das interessiert mich nicht“, und das Gespräch zu beenden.

      c Die Zeitschrift trägt den vollständigen Titel Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich.

  • Die Segnungen der guten Botschaft
    Der Wachtturm 2002 | 1. Januar
    • Die Segnungen der guten Botschaft

      „Jehova [hat] mich gesalbt . . ., um den Sanftmütigen gute Botschaft kundzutun. Er hat mich gesandt, um die zu verbinden, die gebrochenen Herzens sind, . . . um zu trösten alle Trauernden“ (JESAJA 61:1, 2).

      1, 2. (a) Als was gab sich Jesus zu erkennen, und wie tat er dies? (b) Welche Segnungen brachte die von Jesus verkündigte gute Botschaft mit sich?

      ZU Beginn seines Dienstes befand sich Jesus an einem Sabbattag in der Synagoge von Nazareth. Gemäß dem Bericht „wurde ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja gereicht, und er öffnete die Buchrolle und fand die Stelle, wo geschrieben war: ‚Jehovas Geist ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, um den Armen gute Botschaft zu verkünden.‘ “ Jesus las weiter aus dem prophetischen Text vor. Dann setzte er sich und sagte: „Heute ist dieses Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt worden“ (Lukas 4:16-21).

      2 Auf diese Weise gab sich Jesus als der vorausgesagte Evangeliumsverkündiger zu erkennen: als derjenige, der gute Botschaft ausruft und Trost bringt (Matthäus 4:23). Und was Jesus zu sagen hatte, war wirklich eine gute Botschaft! Er erklärte seinen Zuhörern: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird keineswegs in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens besitzen“ (Johannes 8:12). Auch sagte er: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8:31, 32). Ja, Jesus hatte „Worte ewigen Lebens“ (Johannes 6:68, 69). Licht, Leben, Freiheit — das sind bestimmt kostbare Segnungen!

      3. Welche gute Botschaft predigten Jesu Jünger?

      3 Nach Pfingsten 33 u. Z. setzten Jesu Jünger das von ihm begonnene Evangelisierungswerk fort. Sie predigten Israeliten ebenso wie Leuten aus den Nationen die „gute Botschaft vom Königreich“ (Matthäus 24:14; Apostelgeschichte 15:7; Römer 1:16). Diejenigen, die die Botschaft annahmen, lernten Jehova Gott kennen. Sie wurden aus der religiösen Sklaverei befreit und in eine neue, geistige Nation aufgenommen — „das Israel Gottes“, dessen Mitglieder die Aussicht haben, gemeinsam mit ihrem Herrn, Jesus Christus, für immer im Himmel zu regieren (Galater 5:1; 6:16; Epheser 3:5-7; Kolosser 1:4, 5; Offenbarung 22:5). Das waren wirklich kostbare Segnungen!

      Evangeliumsverkündigung heute

      4. Wie wird der Auftrag, die gute Botschaft zu predigen, heute ausgeführt?

      4 Heute führen gesalbte Christen, unterstützt von einer wachsenden „großen Volksmenge“ „anderer Schafe“, den prophetischen Auftrag weiter aus, der ursprünglich Jesus übertragen wurde (Offenbarung 7:9; Johannes 10:16). Infolgedessen ist die gute Botschaft in einem nie da gewesenen Ausmaß gepredigt worden. Jehovas Zeugen sind in 235 Länder und Territorien ausgezogen, „um den Sanftmütigen gute Botschaft kundzutun . . ., um die zu verbinden, die gebrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangengenommenen und das weite Öffnen der Augen selbst den Gefangenen; um auszurufen das Jahr des Wohlwollens seitens Jehovas und den Tag der Rache seitens unseres Gottes; um zu trösten alle Trauernden“ (Jesaja 61:1, 2). Daher dient das christliche Evangelisierungswerk nach wie vor vielen Menschen zum Segen und bringt denen echten Trost, „die in allerlei Drangsal sind“ (2. Korinther 1:3, 4).

      5. Wodurch unterscheiden sich Jehovas Zeugen von den Kirchen der Christenheit, was das Predigen der guten Botschaft angeht?

      5 Es ist nicht zu bestreiten, dass auch die Kirchen der Christenheit verschiedene Formen der Evangeliumsverkündigung fördern. Viele senden Missionare ins Ausland, um dort Proselyten zu machen. Das Orthodox Christian Mission Center Magazine berichtet beispielsweise über die Tätigkeit orthodoxer Missionare in Madagaskar, Simbabwe, Tansania und dem südlichen Afrika. Doch die übergroße Mehrheit der Mitglieder orthodoxer Kirchen — ebenso wie der übrigen Kirchen der Christenheit — sind nicht an diesem Werk beteiligt. Im Gegensatz dazu bemühen sich alle getauften Zeugen Jehovas, zu evangelisieren. Ihnen ist bewusst: Durch das Verkündigen der guten Botschaft zeigt sich, dass ihr Glaube echt ist. Paulus sagte: „Mit dem Herzen übt man Glauben zur Gerechtigkeit, mit dem Mund aber legt man eine öffentliche Erklärung ab zur Rettung.“ Ein Glaube, der nicht zum Handeln antreibt, ist eigentlich tot (Römer 10:10; Jakobus 2:17).

      Eine gute Botschaft, die ewige Segnungen bringt

      6. Welche gute Botschaft wird heute gepredigt?

      6 Jehovas Zeugen predigen die beste aller Botschaften. Sie zeigen aufgeschlossenen Personen direkt aus der Bibel, dass Jesus sein Leben opferte, um es Menschen zu ermöglichen, sich Gott zu nahen, Vergebung ihrer Sünden zu erlangen und ewig zu leben (Johannes 3:16; 2. Korinther 5:18, 19). Sie verkündigen, dass Gottes Königreich, mit Jesus Christus als gesalbtem König an der Spitze, im Himmel aufgerichtet worden ist und bald die Bosheit von der Erde beseitigen und dafür sorgen wird, das Paradies auf der Erde wiederherzustellen (Offenbarung 11:15; 21:3, 4). Der Prophezeiung Jesajas entsprechend unterrichten sie ihre Mitmenschen davon, dass gegenwärtig „das Jahr des Wohlwollens seitens Jehovas“ andauert, da sie die gute Botschaft noch annehmen können. Sie weisen aber auch warnend darauf hin, dass bald der „Tag der Rache seitens unseres Gottes“ anbricht, wenn Jehova reuelose Übeltäter beseitigen wird (Psalm 37:9-11).

      7. Welche Erfahrung verdeutlicht, dass Jehovas Zeugen geeint sind, und worauf ist ihre Einheit zurückzuführen?

      7 In einer von Unglücken und Katastrophen geplagten Welt ist das die einzige gute Botschaft, die ewige Segnungen mit sich bringt. Wer sie annimmt, wird in eine geeinte, weltweite Bruderschaft von Christen aufgenommen, die sich nicht durch Nationalität, Stammeszugehörigkeit oder ungleiche wirtschaftliche Verhältnisse auseinander dividieren lassen. Sie haben sich ‘mit Liebe gekleidet, denn Liebe ist ein vollkommenes Band der Einheit’ (Kolosser 3:14; Johannes 15:12). Deutlich wurde das beispielsweise im vergangenen Jahr in einem afrikanischen Land. Eines Morgens wurden die Bewohner der Hauptstadt von Gewehrfeuer geweckt. Ein Putschversuch war im Gang. Als es in der Folge zu Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volksgruppen kam, wurde eine Familie der Zeugen Jehovas kritisiert, weil sie Glaubensbrüdern einer anderen Volksgruppe Zuflucht gewährt hatte. Die Familie erwiderte: „In unserem Haus halten sich ausschließlich Zeugen Jehovas auf!“ Aus welcher Volksgruppe jemand stammte, war für sie unwichtig. Was zählte, war christliche Liebe: Bedürftigen Trost zu spenden. Eine Verwandte, die keine Zeugin Jehovas ist, bemerkte: „Mitglieder aller Religionen verrieten ihre Glaubensbrüder. Jehovas Zeugen waren die Einzigen, die nicht so handelten.“ An vielen Berichten über ähnliche Vorkommnisse in Ländern, in denen bürgerkriegsähnliche Unruhen herrschen, wird deutlich, dass Jehovas Zeugen wirklich „Liebe zur ganzen Bruderschaft“ haben (1. Petrus 2:17).

      Menschen ändern sich dank der guten Botschaft

      8, 9. (a) Welche Änderungen nehmen Personen vor, die die gute Botschaft annehmen? (b) Wie verdeutlichen die genannten Erfahrungen, welche Kraft die gute Botschaft hat?

      8 Die gute Botschaft wirkt sich auf „gegenwärtiges und künftiges Leben“ aus, um mit Paulus zu sprechen (1. Timotheus 4:8). Sie bietet nicht nur eine wunderbare und gesicherte Zukunftshoffnung, sondern verbessert auch das gegenwärtige Leben. Der einzelne Zeuge Jehovas lässt sich von Gottes Wort, der Bibel, leiten und bringt sein Leben mit dem Willen Gottes in Einklang (Psalm 119:101). Da er Eigenschaften wie Gerechtigkeit und Loyalität entwickelt, wird seine ganze Persönlichkeit neu gestaltet (Epheser 4:24).

      9 Als Beispiel sei Franco angeführt. Er hatte Probleme, sich zu beherrschen. Wenn irgendetwas misslang, bekam er einen Wutanfall und zerschlug Gegenstände. Seine Frau studierte mit Zeugen Jehovas die Bibel, und deren christliches Beispiel half Franco allmählich erkennen, dass er sich ändern musste. Er studierte ebenfalls mit den Zeugen die Bibel und schaffte es mit der Zeit, Frieden und Selbstbeherrschung als Frucht des Geistes hervorzubringen (Galater 5:22, 23). Er war einer von 492 Personen in Belgien, die sich während des Dienstjahres 2001 taufen ließen. Ein weiteres Beispiel ist Alejandro. Dieser junge Mann war derart süchtig nach Drogen, dass er schließlich auf einer Müllhalde lebte und alles sammelte, was sich irgendwie zu Geld machen ließ, damit er seine Drogensucht finanzieren konnte. Als Alejandro 22 Jahre alt war, boten ihm Zeugen Jehovas an, mit ihm die Bibel zu studieren, und er war einverstanden. Er besuchte christliche Zusammenkünfte und las jeden Tag in der Bibel. Er stellte sein Leben so schnell um, dass er sich nach nicht einmal sechs Monaten am Evangelisierungswerk beteiligen konnte — als einer von 10 115, die dies vergangenes Jahr in Panama taten.

      Die gute Botschaft — ein Segen für Sanftmütige

      10. Was für Menschen sind für die gute Botschaft aufgeschlossen, und wie ändert sich ihre Lebenseinstellung?

      10 Jesaja sagte voraus, die gute Botschaft werde Sanftmütigen gepredigt werden. Wer ist damit gemeint? Es sind Personen, die im Bibelbuch Apostelgeschichte als „zum ewigen Leben richtig eingestellt“ beschrieben werden (Apostelgeschichte 13:48). Es sind demütige, aus allen Gesellschaftsschichten stammende Menschen, die ihr Herz für die Botschaft der Wahrheit öffnen. Sie erleben, dass die Segnungen, die es einträgt, Gottes Willen zu tun, bei weitem alles übertreffen, was die von Gott entfremdete Welt zu bieten hat (1. Johannes 2:15-17). Doch wie gelingt es Jehovas Zeugen, in ihrem Evangelisierungswerk das Herz von Menschen anzusprechen?

      11. Wie sollte die gute Botschaft gemäß den Worten des Paulus gepredigt werden?

      11 Untersuchen wir das Beispiel des Apostels Paulus; er schrieb an die Korinther: „So kam ich denn, Brüder, als ich zu euch kam, nicht mit übertriebener Redekunst oder Weisheit, um euch das heilige Geheimnis Gottes zu verkünden. Denn ich beschloss, unter euch nichts zu wissen außer Jesus Christus und ihn an den Pfahl gebracht“ (1. Korinther 2:1, 2). Paulus versuchte nicht, die Zuhörer durch seine Gelehrsamkeit zu beeindrucken. Er lehrte ausschließlich von Gott verbürgte Tatsachen, die wir heute in der Bibel nachlesen können. Beachten wir auch, wozu Paulus Timotheus, seinen Mitarbeiter im Evangelisierungswerk, aufforderte: „Predige das Wort, halte dringend darauf“ (2. Timotheus 4:2). Timotheus sollte „das Wort“ predigen, die Botschaft Gottes. Zudem schrieb Paulus an Timotheus: „Tu dein Äußerstes, dich selbst Gott als bewährt darzustellen, als ein Arbeiter, der sich wegen nichts zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit recht handhabt“ (2. Timotheus 2:15).

      12. Wie ahmen Jehovas Zeugen heute das Beispiel des Paulus nach und befolgen seinen Rat?

      12 Jehovas Zeugen ahmen das Beispiel des Paulus nach und befolgen seinen Rat an Timotheus. Sie erkennen, welche Macht Gottes Wort hat, und nutzen es wirkungsvoll, um ihren Mitmenschen passende Worte der Hoffnung und des Trostes zu zeigen (Psalm 119:52; 2. Timotheus 3:16, 17; Hebräer 4:12). Zwar machen sie auch guten Gebrauch von bibelerklärenden Schriften, die es interessierten Personen ermöglichen, wann immer sie gerade Zeit haben, mehr aus der Bibel zu lernen. Aber Jehovas Zeugen sind stets darauf bedacht, ihren Mitmenschen die Worte der Heiligen Schrift näher zu bringen. Sie wissen, dass Gottes inspiriertes Wort das Herz demütiger Personen anregt. Davon abgesehen wird auch ihr eigener Glaube gestärkt, wenn sie die Bibel so gebrauchen.

      „. . . um zu trösten alle Trauernden“

      13. Welche Ereignisse machten es 2001 vielerorts erforderlich, Trauernde zu trösten?

      13 Das Jahr 2001 blieb von Katastrophen nicht verschont, weshalb viele Menschen Trost nötig hatten. Besonderes Aufsehen erregten im vergangenen September die Terroranschläge in den Vereinigten Staaten auf die Gebäude des World Trade Center in New York und das Pentagon bei Washington (D. C.). Sie versetzten die Menschen überall im Land in Schock. Angesichts solcher Ereignisse bemühen sich Jehovas Zeugen, ihrem Auftrag gerecht zu werden, ‘alle Trauernden zu trösten’. Wie sie dabei vorgehen, wird an einigen Erfahrungen deutlich.

      14, 15. Wie konnten Zeugen Jehovas bei zwei Gelegenheiten trauernde Menschen wirkungsvoll anhand der Heiligen Schrift trösten?

      14 Eine Vollzeitverkündigerin des Evangeliums sprach auf einem Gehweg eine Dame an und fragte sie, wie sie über die jüngsten Terroranschläge denke. Die Dame brach in Tränen aus. Sie sagte, sie sei sehr bekümmert und wünschte, sie könnte irgendwie helfen. Die Zeugin erklärte ihr, dass Gott an uns allen sehr interessiert ist, und las ihr Jesaja 61:1, 2 vor. Diese inspirierten Worte erschienen der Frau passend, da doch, wie sie sagte, jeder am Trauern sei. Sie nahm ein Traktat entgegen und bat die Zeugin, sie zu Hause zu besuchen.

      15 Zwei Zeugen Jehovas trafen beim Predigen der guten Botschaft einen Mann an, der in seinem Geräteschuppen arbeitete. Sie sagten, angesichts der jüngsten tragischen Ereignisse am World Trade Center würden sie ihm gern Worte des Trostes aus der Heiligen Schrift zeigen. Er willigte ein, und so lasen sie ihm 2. Korinther 1:3-7 vor, wo unter anderem gesagt wird, dass ‘durch den Christus der Trost überströmt’. Der Mann bedankte sich, dass Jehovas Zeugen ihren Mitmenschen Trost spendeten, und sagte: „Gott segne das wunderbare Werk, das Sie verrichten.“

      16, 17. An was für Erfahrungen wird die Macht der Bibel deutlich, Menschen zu helfen, die wegen tragischer Ereignisse trauern oder bestürzt sind?

      16 Ein Zeuge Jehovas, der bei Interessierten wieder vorsprach, traf dort den Sohn einer Frau, die schon einmal Interesse gezeigt hatte. Der Zeuge sagte, er sei darum besorgt, wie es seinen Nachbarn nach den jüngsten tragischen Ereignissen gehe. Der Mann zeigte sich erstaunt, dass der Zeuge seine Freizeit dafür opferte, Leute zu besuchen und sich um sie zu kümmern. Er erzählte, er habe zum Zeitpunkt der Anschläge ganz in der Nähe des World Trade Center gearbeitet und alles direkt beobachten können. Auf seine Frage, warum Gott Leiden zulasse, las ihm der Zeuge Passagen aus der Bibel vor, unter anderem Psalm 37:39, wo es heißt: „Die Rettung der Gerechten ist von Jehova; er ist ihre Festung in der Zeit der Bedrängnis.“ Der Mann erkundigte sich freundlich nach dem Wohlergehen des Zeugen und seiner Familie, bat ihn wiederzukommen und bedankte sich herzlich für den Besuch.

      17 Unter den vielen tausend Trauernden, die in den Tagen nach den Terroranschlägen von Zeugen Jehovas getröstet wurden, war auch eine Frau, die die Zeugen im Rahmen ihrer Besuche bei Nachbarn antrafen. Die Frau war völlig fassungslos angesichts der Ereignisse und hörte aufmerksam zu, als die Zeugen ihr Psalm 72:12-14 vorlasen, wo es heißt: „Er wird den Armen befreien, der um Hilfe ruft, auch den Niedergedrückten und jeden, der keinen Helfer hat. Es wird ihm leid sein um den Geringen und den Armen, und die Seelen der Armen wird er retten. Von Bedrückung und von Gewalttat wird er ihre Seele erlösen, und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen.“ Diese Worte waren überaus bedeutsam. Die Frau bat die Zeugen, die Verse noch einmal zu lesen, und ließ sie dann in die Wohnung, um die Unterhaltung fortzusetzen. Am Ende hatten sie ein Bibelstudium bei ihr eingerichtet.

      18. Wie half ein Zeuge Jehovas seinen Mitmenschen, als er gebeten wurde, mit ihnen zu beten?

      18 Ein Zeuge Jehovas arbeitet in einem Restaurant in einer recht vornehmen Wohngegend, wo die Menschen bislang wenig Interesse an der guten Botschaft vom Königreich zeigten. Nach den Terroranschlägen waren die dort lebenden Menschen offenbar erschüttert. In der gleichen Woche bat die Geschäftsführerin des Restaurants am Freitagabend alle Anwesenden, nach draußen zu gehen und mit einer Kerze in der Hand eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer einzulegen. Aus Rücksicht auf ihre Gefühle ging der Zeuge mit und stand still auf dem Gehweg. Die Geschäftsführerin wusste, dass er ein Zeuge Jehovas ist, und bat ihn deshalb nach der Schweigeminute, für alle ein Gebet zu sprechen. Der Zeuge willigte ein und nahm in seinem Gebet auf die allgemeine Trauer Bezug, sagte aber auch, die Trauernden brauchten trotz ihres Kummers nicht ohne Hoffnung zu sein. Er sprach von der Zeit, da so etwas Schreckliches nicht mehr geschehen wird, und sagte, alle könnten durch eine genaue Erkenntnis aus der Bibel dem Gott des Trostes näher kommen. Die Geschäftsführerin sagte „Amen“ und trat dann an den Zeugen heran, dankte ihm, umarmte ihn und sagte, das sei das schönste Gebet gewesen, das sie je gehört habe. Die über 60 Personen, die sich außerhalb des Restaurants befanden, äußerten sich ähnlich.

      Ein Segen für das Gemeinwesen

      19. Woran ist erkennbar, dass manchen Menschen auffällt, für welch hohe Maßstäbe Jehovas Zeugen eintreten?

      19 Gerade in der heutigen Zeit wirkt sich die Tätigkeit von Jehovas Zeugen für die Gemeinden, in denen sie leben, besonders positiv aus, wie viele ausdrücklich festgestellt haben. Es liegt auf der Hand, dass Menschen, die für Frieden, Ehrlichkeit und hohe Sittenmaßstäbe eintreten, Gutes bewirken. In einem zentralasiatischen Land trafen Zeugen Jehovas einen pensionierten Beamten des früheren Geheimdienstes an. Dieser erzählte, er sei einst beauftragt worden, verschiedene Religionsgemeinschaften zu untersuchen. Als er sich mit Jehovas Zeugen befasst habe, sei er von deren Ehrlichkeit und vorbildlichem Verhalten beeindruckt gewesen. Er habe ihren festen Glauben und die Tatsache bewundert, dass sich ihre Lehren auf die Heilige Schrift stützen. Nun willigte der Mann in ein Bibelstudium ein.

      20. (a) Was zeigt der Bericht über die Tätigkeit der Zeugen Jehovas im vergangenen Jahr? (b) Was deutet darauf hin, dass noch viel zu tun bleibt, und wie denken wir über unsere Aufgabe, das Evangelium zu verkündigen?

      20 Es ließen sich Tausende von Erfahrungen erzählen, aber die wenigen hier genannten zeigen deutlich, dass Jehovas Zeugen während des Dienstjahres 2001 sehr fleißig waren.a Sie führten Gespräche mit Millionen Menschen, trösteten viele Trauernde, und ihr Evangelisieren wurde gesegnet. 263 431 symbolisierten ihre Hingabe an Gott, indem sie sich taufen ließen. Weltweit wuchs die Zahl der Evangeliumsverkündiger um 1,7 Prozent. Und die Zahl von 15 374 986 Anwesenden bei der jährlichen Feier zum Gedenken an den Tod Jesu deutet an, dass noch viel zu tun bleibt (1. Korinther 11:23-26). Wir wollen daher nicht aufhören, nach Sanftmütigen zu suchen, die die gute Botschaft annehmen. Und solange das Jahr des Wohlwollens seitens Jehovas andauert, wollen wir weiter die trösten, die „gebrochenen Herzens“ sind. Ist das nicht eine höchst ehrenvolle Aufgabe? Sicher stimmen wir alle in die Worte Jesajas mit ein: „Ganz gewiss werde ich in Jehova frohlocken. Meine Seele wird freudig sein in meinem Gott“ (Jesaja 61:10). Möge Gott uns auch in Zukunft gebrauchen, während er die prophetischen Worte erfüllt: „Der Souveräne Herr Jehova [wird] Gerechtigkeit und Lobpreis sprossen lassen vor allen Nationen“ (Jesaja 61:11)!

      [Fußnote]

      a Die Tabelle auf Seite 19 bis 22 enthält den Bericht über die Tätigkeit der Zeugen Jehovas im Dienstjahr 2001.

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