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Höre zu! Jehovas Wächter sprichtDer Wachtturm 1988 | 15. September
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Höre zu! Jehovas Wächter spricht
„Zu einem Wächter habe ich dich dem Hause Israel gemacht, ... und du sollst sie von mir aus warnen“ (HESEKIEL 3:17).
1. Warum sollten wir zuhören, wenn Jehovas „Wächter“ spricht?
JEHOVAS „Wächter“ macht gerade jetzt die Botschaft Gottes bekannt. Hörst du zu? Dein Leben hängt davon ab, daß du mit Wertschätzung auf diese Botschaft reagierst und entsprechend handelst. Bald ‘werden die Nationen Jehova erkennen’, wenn er seinen Namen heiligt, indem er das gegenwärtige verderbte System vernichtet und sein Volk am Leben erhält. Hoffst du, zu den Überlebenden zu gehören? (Hesekiel 36:23; 39:7; 2. Petrus 3:8-13). Das ist möglich — doch nur dann, wenn du auf den „Wächter“ Jehovas hörst.
2. Welche Folgen hatte es für das Königreich Juda, nicht auf die Propheten Gottes zu hören?
2 Das Versäumnis, auf die Propheten Gottes zu hören, brachte im Jahre 607 v. u. Z. Unheil über das Königreich Juda. Bei feindlichen Nationen löste die durch die Babylonier herbeigeführte Verödung Schadenfreude aus. Aber wie wurde doch Jehovas Name verherrlicht, als er im Jahre 537 v. u. Z. die Rückkehr treuer Juden in ihr Heimatland bewirkte!
3. Was enthält das Buch Hesekiel?
3 Sowohl diese Verödung als auch die Wiederherstellung wurden von Hesekiel, dem Wächter Jehovas, vorhergesagt. Das Bibelbuch, das seinen Namen trägt und von ihm um 591 v. u. Z. in Babylonien vollendet wurde, enthält 1. Hesekiels Beauftragung, 2. prophetische Darstellungen, 3. gegen Israel gerichtete Botschaften, 4. Vorhersagen des Gerichts an Jerusalem, 5. Prophezeiungen gegen andere Nationen, 6. Verheißungen einer Wiederherstellung, 7. eine Prophezeiung gegen Gog von Magog und 8. eine Vision von Gottes Heiligtum. Wir laden dich ein, das Buch zu lesen, während wir es studieren. So wirst du seine Bedeutung für uns heute erkennen und auf den „Wächter“ Jehovas hören, wenn er spricht.a
Gottes Wächter beauftragt
4. (a) Was sah Hesekiel in einer Vision? (b) Um wen handelte es sich bei den „lebenden Geschöpfen“, und welche Eigenschaften besaßen sie?
4 Am 5. Tammuz 613 v. u. Z. (im fünften Jahr des Exils des judäischen Königs Jojachin in Babylon) befand sich der 30jährige Priester Hesekiel unter den jüdischen Gefangenen am „Strom Kebar“, einem bedeutenden Kanal des Euphrat. In einer Vision sah er den himmlischen Wagen Jehovas, der von „vier lebenden Geschöpfen“ begleitet wurde. (Lies Hesekiel 1:4-10.) Jedes „lebende Geschöpf“, das heißt jeder geflügelte Cherub, hatte vier Angesichter (Hesekiel 10:1-20; 11:22). Das deutet an, daß die Cherube von Gott verliehene Liebe (der Mensch), Gerechtigkeit (der Löwe), Macht (der Stier) und Weisheit (der Adler) besaßen. Jeder der Cherube stand neben einem riesigen „Rad inmitten eines Rades“, und Gottes Geist oder wirksame Kraft konnte sie in jede Richtung lenken (Hesekiel 1:1-21).
5. Was stellt der himmlische Wagen dar, und wie sollte dieser Anblick Jehovas Volk berühren?
5 Als Lenker des Wagens war eine herrliche Darstellung Jehovas zu sehen. (Lies Hesekiel 1:22-28.) Wie gut doch der Wagen die aus Engeln bestehende himmlische Organisation Gottes darstellt! (Psalm 18:10; 103:20, 21; Daniel 7:9, 10). Jehova fährt in dem Sinne auf ihr einher, daß er diese Geschöpfe beherrscht und sie gemäß seinem Vorhaben gebraucht. Der Wagenlenker strahlte zwar wie der ihn begleitende Regenbogen Ruhe aus, aber Hesekiel war überwältigt. Gewiß sollte uns dieser ehrfurchteinflößende Anblick der Herrlichkeit und Macht Jehovas, des höchsten Organisators seiner himmlischen Heerscharen, demütig stimmen — dankbar für das Vorrecht, Gott als Teil seiner irdischen Organisation zu dienen.
6. (a) Wozu wurde Hesekiel ernannt, und wie betrachtete er den Dienst für Gott? (b) Unter was für Menschen sollte Hesekiel prophezeien, und von welchem Nutzen ist es, zu wissen, wie Gott mit ihm handelte?
6 Hesekiel wurde zwar durch die Bezeichnung „Menschensohn“ an seine menschliche Herkunft und seinen niedrigen Stand erinnert, doch wurde er zum Propheten Jehovas ernannt. (Lies Hesekiel 2:1-5.) Gott sandte ihn zu „rebellischen Nationen“, den Königreichen Israel und Juda. Zunächst aß er auf göttlichen Befehl eine Buchrolle, die Totenklagelieder enthielt. Aber sie schmeckte wie Honig, weil er dankbar dafür war, Gottes Prophet zu sein. Auch für gesalbte Christen und ihre Mitdiener ist es gleichsam „süß“, Zeugen für Jehova zu sein. Hesekiel sollte unter hartherzigen und hartköpfigen Menschen prophezeien, doch Gott wollte sein Angesicht ebenso entschlossen machen wie das ihre und seine Stirn so hart wie einen Diamanten. Er sollte freimütig prophezeien, ganz gleich, ob sie zuhörten oder nicht. Es ist ermutigend, zu wissen, daß Gott uns helfen wird, in jedem Gebiet mutig Zeugnis zu geben, so wie er Hesekiel in schwierigen Situationen beistand (Hesekiel 2:6 bis 3:11).
7. Welche Verantwortung brachte Hesekiels Auftrag mit sich?
7 Das Essen der Buchrolle rief in Hesekiel einen ‘Grimm des Geistes’ hervor, der ihrer Botschaft entsprach. Er wohnte ‘sieben Tage betäubt’ in Tel-Abib und verdaute sozusagen die Botschaft (Hesekiel 3:12-15). Desgleichen müssen wir fleißig nachsinnen und studieren, um tiefe geistige Dinge zu erfassen. Da Hesekiel eine Botschaft zu verkündigen hatte, erhielt er den Auftrag, als Gottes Wächter zu dienen. (Lies Hesekiel 3:16-21.) Der neuernannte Wächter sollte die gesetzesübertretenden Israeliten warnend darauf hinweisen, daß ihnen die göttliche Urteilsvollstreckung bevorstand.
8. Wer dient heute als Jehovas „Wächter“, und wer ist mit dieser Klasse verbunden?
8 Würde Hesekiel als Wächter versagen, so würde ihn Jehova für den Tod der Opfer verantwortlich machen. Obwohl ihm diejenigen, die nicht wünschten, daß er ihnen Zurechtweisung erteilte, sinnbildliche Stricke anlegen würden, sollte er Gottes Botschaft freimütig verkündigen (Hesekiel 3:22-27). In der heutigen Zeit weigert sich die Christenheit zuzuhören und sucht gesalbten Christen Beschränkungen aufzuerlegen. Aber seit 1919 haben die Gesalbten als Jehovas „Wächter“ gedient und mutig seine für die „Zeit des Endes“ des gegenwärtigen Systems bestimmte Botschaft verkündigt (Daniel 12:4). Eine ständig zunehmende „große Volksmenge“ der „anderen Schafe“ Jesu ist in diesem Werk mit ihnen verbunden (Offenbarung 7:9, 10; Johannes 10:16). Die „Wächter“klasse macht Gottes Botschaft fortgesetzt bekannt. Jeder einzelne von den Gesalbten und von der „großen Volksmenge“ sollte daher den Wunsch haben, sie als regelmäßiger Verkündiger ebenfalls bekanntzumachen.
Dargestellte Prophezeiungen
9. (a) Inwiefern ist Hesekiel ein Beispiel für uns? (b) Wie stellte Hesekiel die babylonische Belagerung Jerusalems dar, und was wurde durch die 390 Tage und die 40 Tage angezeigt?
9 Demütig und freimütig stellte Hesekiel als nächstes Prophezeiungen in Pantomime dar, wodurch er ein Beispiel gab, das uns veranlassen sollte, von Gott übertragene Aufgaben demütig und mutig auszuführen. Um die Belagerung durch die Babylonier darzustellen, sollte er sich niederlegen, die Augen auf einen Ziegelstein gerichtet, in den er ein Bild Jerusalems eingeritzt hatte. Er sollte 390 Tage auf seiner linken Seite liegen, um die Vergehung des Zehnstämmereiches Israel zu tragen, und danach 40 Tage auf seiner rechten Seite, um die Sünde des Zweistämmereiches Juda zu tragen. Ein Tag galt für ein Jahr. Die 390 Jahre begannen mit der Gründung der Nation Israel im Jahre 997 v. u. Z. und endeten mit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z. Die 40 Jahre Judas rechneten von der Ernennung Jeremias zum Propheten Gottes im Jahre 647 v. u. Z. bis zur Verödung Judas im Jahre 607 v. u. Z. (Hesekiel 4:1-8; Jeremia 1:1-3).
10. Wie stellte Hesekiel die Auswirkungen der Belagerung dar, und was können wir daraus lernen, daß Gott ihm beistand?
10 Danach stellte Hesekiel die Auswirkungen der Belagerung dar. Um Hungersnot anzuzeigen, nahm er täglich nur etwas mehr als 200 Gramm Nahrung zu sich und trank nur ungefähr einen halben Liter Wasser. Sein Brot (ein ungesetzliches Gemisch aus Weizen, Gerste, dicken Bohnen, Linsen, Hirse und Spelt, über Dung gebacken) war unrein (3. Mose 19:19). Dadurch wurde veranschaulicht, daß die Bewohner Jerusalems große Not leiden würden. Doch wie ermutigend ist es, zu wissen, daß Jehova, genauso wie er Hesekiel unter schwierigen Verhältnissen beistand, auch uns helfen wird, treu zu bleiben und trotz aller Härten unseren Predigtauftrag zu erfüllen! (Hesekiel 4:9-17).
11. (a) Welche Handlungen werden in Hesekiel 5:1-4 erwähnt, und was bedeuteten sie? (b) Was sollte die Tatsache, daß Gott Hesekiels Darstellungen wahr machte, bei uns bewirken?
11 Mit einem Schwert schor sich Hesekiel dann das Haar und den Bart ab. (Lies Hesekiel 5:1-4.) Die der Hungersnot und der Pest zum Opfer Fallenden würden dem Drittel seines Haares gleichen, das er inmitten von Jerusalem verbrannte. Die Kriegstoten sollten dem Drittel entsprechen, das mit dem Schwert geschlagen würde. Überlebende würden unter die Nationen zerstreut, so wie er ein Drittel seines Haares in den Wind streute. Doch einige der ins Exil Weggeführten wären wie die wenigen Haare, die Hesekiel nicht verstreuen, sondern wegnehmen und in sein Gewand einwickeln sollte, um anzuzeigen, daß die Betreffenden nach der 70jährigen Verödung die wahre Anbetung in Juda wiederaufnehmen würden (Hesekiel 5:5-17). Die Tatsache, daß Jehova diese und die anderen prophetischen Darstellungen wahr machte, sollte uns dazu veranlassen, auf ihn als den Einen zu vertrauen, der Prophezeiungen erfüllt (Jesaja 42:9; 55:11).
Die Vernichtung steht bevor!
12. (a) Was würden Invasoren tun, wie in Hesekiel 6:1-7 angedeutet wird? (b) Was ist das Gegenbild des in Hesekiels Prophezeiung erwähnten Jerusalem, und was wird damit geschehen?
12 Im Jahre 613 v. u. Z. richtete Hesekiel das Wort an das Land, um anzuzeigen, was über die götzendienerischen Bewohner Judas käme. (Lies Hesekiel 6:1-7.) Invasoren würden die der falschen Anbetung dienenden Höhen, Räucherwerkständer und Altäre vernichten. Der Gedanke an die Verheerung durch Hungersnot, Pest und Krieg würde genügen, um jemand zu dem Ausruf „Ach!“ zu veranlassen und dazu, diesen Ausruf durch Klatschen mit den Händen und Stampfen mit den Füßen zu verstärken. Die Leichname geistiger Hurer würden auf den Höhen umherliegen. Wenn die Christenheit, das gegenbildliche Jerusalem, eine ähnliche Vernichtung erleidet, wird sie wissen, daß ihr Unheil von Jehova kommt (Hesekiel 6:8-14).
13. Um wen oder was handelte es sich bei dem „Stab“ in der Hand Jehovas, und was war die Folge davon, daß er gebraucht wurde?
13 Das „Ende“ sollte über „die vier äußersten Enden des Landes“ kommen, über das untreue Religionssystem Judas. Das Haupt eines Götzendieners wäre mit einem „Kranz“ von Unglücken umgeben, wenn der „Stab“ in Gottes Hand — Nebukadnezar und seine babylonischen Horden — gegen das Volk Jehovas und seinen Tempel vorginge. Die einzelnen aus der „Menge“ der Käufer und Verkäufer in Juda würden entweder getötet oder ins Exil weggeführt werden, und die Hände eines jeden, dem es gelänge, am Leben zu bleiben, würden erschlaffen. Beim Sturz ihres falschen Religionssystems würden sie sozusagen ihr Haupt zum Zeichen der Trauer kahlscheren (Hesekiel 7:1-18).
14. Was war durch Bestechung nicht für Jerusalem zu bewirken, und was läßt das hinsichtlich der Christenheit erkennen?
14 Jehova und seine Hinrichtungsstreitkräfte können nicht bestochen werden. (Lies Hesekiel 7:19.) Bestechung könnte den „verborgenen Ort“ (das Allerheiligste) nicht davor bewahren, von chaldäischen „Räubern“ entweiht zu werden, die die heiligen Geräte mitnahmen und den Tempel zerstörten. Jehova ließ „den Stolz der Starken aufhören“, als König Zedekia gefangengenommen wurde und man führende Persönlichkeiten der levitischen Priesterschaft tötete (2. Könige 25:4-7, 18-21). Nein, durch Bestechung konnten Sünder in dem belagerten Jerusalem der „Widerwärtigkeit“ nicht entrinnen, als Gott sie als Bundesbrüchige ‘richtete’. Desgleichen wird es der Christenheit bei der Entheiligung der Dinge, die sie als heilig betrachtet, nicht gelingen, sich durch Bestechung der Vollstreckung des über sie gefällten göttlichen Urteils zu entziehen. Dann wird es zu spät sein, auf den „Wächter“ Jehovas zu hören (Hesekiel 7:20-27).
Über Abscheulichkeiten seufzen
15. Was sah Hesekiel in Jerusalem, und wie sollte uns das berühren?
15 Am 5. Elul 612 v. u. Z. hatte Hesekiel eine Vision von Gottes Herrlichkeit. ‘Die Darstellung einer Hand nahm ihn beim Schopf’ und trug ihn durch den Geist der Inspiration nach Jerusalem. Auch der himmlische Wagen hatte sich dorthin bewegt. Was Hesekiel dann sah, sollte uns vor dem Gedanken zurückschrecken lassen, auf Abtrünnige zu hören (Sprüche 11:9). In der Tempelanlage verehrten abtrünnige Israeliten einen Götzen, ein Sinnbild (vielleicht einen heiligen Pfahl), das Gott zur Eifersucht reizte (2. Mose 20:2-6). Und welche Abscheulichkeiten Hesekiel doch sah, als er den inneren Vorhof betrat! (Lies Hesekiel 8:10, 11.) Wie schändlich, daß 70 Älteste der Israeliten falschen Göttern, die durch verabscheuungswürdige Wandbilder dargestellt wurden, Räucherwerk darbrachten! (Hesekiel 8:1-12).
16. Was läßt Hesekiels Vision in bezug auf die Auswirkungen der Abtrünnigkeit erkennen?
16 Hesekiels Vision zeigt, wie verheerend sich Abtrünnigkeit in geistiger Hinsicht auswirkt. Israelitinnen hatte man dazu überredet, den Tammuz zu beweinen, einen babylonischen Gott, den Liebhaber der Fruchtbarkeitsgöttin Ischtar. Und welch einen abscheulichen Anblick boten die 25 Israeliten, die im inneren Vorhof des Tempels die Sonne anbeteten! (5. Mose 4:15-19). Sie hielten Gott einen obszönen Zweig an die Nase — wahrscheinlich eine Darstellung des männlichen Glieds. Kein Wunder, daß Jehova ihre Gebete nicht erhörte! In der „großen Drangsal“ wird auch die Christenheit vergeblich die Hilfe Jehovas suchen (Hesekiel 8:13-18; Matthäus 24:21).
Zum Überleben gekennzeichnet
17. Welche sieben Männer waren in einer Vision zu sehen, und was taten sie?
17 Als nächstes werden sieben Männer gezeigt: ein mit Linnen bekleideter Sekretär und sechs weitere Männer mit Waffen zum Zerschlagen. (Lies Hesekiel 9:1-7.) Die „sechs Männer“ stellen Jehovas himmlische Hinrichtungsstreitkräfte dar, obgleich er sich irdischer Werkzeuge bedienen kann. Mit den Menschen, deren Stirn der ‘Mann in Linnen’ kennzeichnete, würde Gott Mitleid haben, weil sie den im Tempel verübten Abscheulichkeiten nicht zustimmten. Die „sechs Männer“ begannen mit der Urteilsvollstreckung bei den 70 Ältesten, die Götzendienst trieben, den Frauen, die den Tammuz beweinten, und den 25 Sonnenanbetern. Diese und andere, die sich Gott gegenüber illoyal verhielten, kamen im Jahre 607 v. u. Z. durch die Babylonier ums Leben.
18. (a) Wer ist der neuzeitliche ‘Mann in Linnen’? (b) Was ist das Kennzeichen, wer ist heute gekennzeichnet, und welche Aussicht haben die Betreffenden?
18 Bei dem gegenbildlichen ‘Mann in Linnen’ handelt es sich um die Klasse der gesalbten Christen. Sie gehen von Haus zu Haus und bringen ein symbolisches Kennzeichen an denen an, die Glieder der „großen Volksmenge“ „anderer Schafe“ werden. Das „Kennzeichen“ beweist, daß diese „Schafe“ Gott hingegebene, getaufte Personen mit einer christusähnlichen Persönlichkeit sind. Sie ‘seufzen und stöhnen über die Abscheulichkeiten’, die in der Christenheit getan werden, und haben „Babylon die Große“, das Weltreich der falschen Religion, verlassen (Offenbarung 18:4, 5). Ihr „Kennzeichen“ zeigt Gottes Hinrichtungsstreitkräften eindeutig, daß sie in der „großen Drangsal“ verschont werden sollten. Sie können dieses „Kennzeichen“ dadurch bewahren, daß sie zusammen mit den Gesalbten noch mehr Menschen kennzeichnen. Beteilige dich also, wenn du ‘gekennzeichnet’ worden bist, selbst eifrig am ‘Kennzeichnungswerk’ (Hesekiel 9:8-11).
Die feurige Vernichtung steht bevor!
19. Was verbreitet der neuzeitliche ‘Mann in Linnen’ in der ganzen Christenheit?
19 Der mit Linnen bekleidete Mann trat zwischen das Räderwerk des himmlischen Wagens, um feurige Kohlen zu holen. Diese wurden über Jerusalem gestreut als Anzeichen dafür, daß die Zerstörung der Stadt ein Ausdruck des feurigen Zornes Gottes wäre (Hesekiel 10:1-8; Klagelieder 2:2-4; 4:11). In den Tagen Hesekiels wurde Jehovas Zorn durch die Babylonier ausgegossen (2. Chronika 36:15-21; Jeremia 25:9-11). Wie verhält es sich aber heute? Der gegenbildliche ‘Mann in Linnen’ verbreitet Gottes feurige Botschaft in der ganzen Christenheit, um anzukündigen, daß sich Gottes Zorn bald über sie, ja über ganz Groß-Babylon entladen wird. Wer sich weigert, auf den „Wächter“ Jehovas zu hören, kann natürlich nicht hoffen zu überleben (Jesaja 61:1, 2; Offenbarung 18:8-10, 20).
20. (a) Wie sollte sich die Harmonie zwischen den Rädern des himmlischen Wagens und den Cheruben auf uns auswirken? (b) Was taten einige Fürsten, und womit verglichen sie Jerusalem fälschlicherweise?
20 Erneut wird die Aufmerksamkeit auf den himmlischen Wagen, auf Gottes himmlische Organisation, gelenkt. Angesichts der zwischen den Rädern des Wagens und den Cheruben herrschenden Harmonie sollten wir zu uneingeschränkter Zusammenarbeit mit Gottes irdischer Organisation angeregt werden. Aus Loyalität sollten wir sie vor verräterischen Menschen schützen (Hesekiel 10:9-22). In den Tagen Hesekiels gab es solche Menschen, denn er sah 25 Fürsten, die zu einer Revolte gegen Gottes Hinrichtungsstreitkräfte anstifteten und dabei auf ägyptische Mithilfe setzten. Sie verglichen Jerusalem mit einem Kochtopf und sich selbst mit Fleisch, das darin in Sicherheit war. Doch wie sehr sie sich irrten! Einige der Verschwörer sollten durch das „Schwert“ der babylonischen „Fremden“ getötet werden, andere würden gefangengenommen werden, und das weil Gott die Juden dafür zur Verantwortung zog, daß sie seinen Bund gebrochen hatten (Hesekiel 11:1-13; 2. Mose 19:1-8; 24:1-7; Jeremia 52:24-27). Desgleichen wird die Christenheit unter dem Ansturm der Hinrichtungsstreitkräfte Jehovas zugrunde gehen, weil sie behauptet, mit Gott in einem Bund zu stehen, aber auf weltliche Bündnisse vertraut.
21. Was geschah nach der 70jährigen Verödung Judas, und welche vergleichbare Entwicklung wirkte sich auf den gesalbten Überrest aus?
21 Obwohl Israeliten ‘unter die Länder zerstreut’ worden waren, wie zum Beispiel im Jahre 617 v. u. Z., war doch Gott für reumütige Exilanten ein „Heiligtum“ oder eine Zuflucht (Hesekiel 11:14-16). Was konnte man aber noch erwarten? (Lies Hesekiel 11:17-21.) Nach der 70jährigen Verödung Judas wurde ein Überrest auf den gereinigten „Boden Israels“ zurückgebracht. Damit vergleichbar wurde im Jahre 1919 der gesalbte Überrest nach einer babylonischen Gefangenschaft befreit, und der einst verödete „Boden“ des geistigen Israel ist unter der Leitung des Geistes Gottes gereinigt worden. Die zur Bewahrung ‘Gekennzeichneten’ erfreuen sich daher heute zusammen mit dem wiederhergestellten Überrest des geistigen Israel der Gunst Gottes. Und hörst du weiterhin auf Gottes „Wächter“, dann kannst du zu den Überlebenden gehören, wenn Jehova sein Schwert aus der Scheide zieht.
[Fußnote]
a Soweit es die Zeit erlaubt, sollte der Studienleiter kursivgedruckte Bibeltexte in diesem und in den beiden folgenden Studienartikeln während des Versammlungsstudiums lesen lassen. Die gegenwärtig in der Theokratischen Predigtdienstschule behandelten Bibelhöhepunkte aus dem Buch Hesekiel können ebenfalls diesen Artikeln entnommen werden.
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Jehova zieht sein Schwert aus der ScheideDer Wachtturm 1988 | 15. September
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Jehova zieht sein Schwert aus der Scheide
„Alle von Fleisch werden erkennen müssen, daß ich selbst, Jehova, mein Schwert aus seiner Scheide gezogen habe“ (HESEKIEL 21:5).
1. Gegen wen schwang Jehova in Juda und in Israel sein Schwert?
JEHOVAS Schwert versetzt seine Feinde zu Recht in Schrecken. Wußten aber die Sünder in den Königreichen Juda und Israel wirklich, was geschah, als er es gegen sie schwang? Ja, sie waren davon in Kenntnis gesetzt worden, daß Jehova sein Schwert aus der Scheide gezogen hatte (Esra 9:6-9; Nehemia 1:8; 9:26-30).
2. Was sagte Jehova über sein „Schwert“, und zu welchen Fragen gibt dies Anlaß?
2 Durch seinen Propheten und Wächter Hesekiel sagte Gott: „Alle von Fleisch werden erkennen müssen, daß ich selbst, Jehova, mein Schwert aus seiner Scheide gezogen habe“ (Hesekiel 21:5). Galten diese Worte nur in alter Zeit? Oder haben sie auch eine Bedeutung für uns?
Vorschau auf das Gericht Jerusalems
3. Was berichtete Hesekiel den Exilanten in Babylon, und welche neuzeitliche Parallele gibt es dazu?
3 Wieder bewegte sich der Wagen Jehovas, und auch Hesekiels Aufenthaltsort änderte sich. Gottes wagenähnliche himmlische Organisation begab sich sozusagen auf einen Beobachtungsposten über dem Ölberg. Hier sagte Jesus später die Zerstörung voraus, die im Jahre 70 u. Z. über Jerusalem kam und ein prophetisches Vorbild des Endes der Christenheit war (Markus 13:1-20). In einer Vision war Hesekiel vom Strom Kebar nach Jerusalem versetzt worden; nun wurde er aber durch Gottes Geist in sein Haus des Exils in Babylonien zurückgebracht. Dort berichtete er anderen Exilanten ‘alles, was Jehova ihn hatte sehen lassen’. Desgleichen verkünden sowohl Gottes gesalbter „Wächter“ als auch die mit ihm verbundenen Zeugen heute alles, was ihnen der Lenker des himmlischen Wagens geoffenbart hat (Hesekiel 11:22-25).
4. Wie reagierten die jüdischen Exilanten auf Hesekiels symbolische Handlungen?
4 Durch symbolische Handlungen zeigte Hesekiel den jüdischen Exilanten, daß nationales Unheil bevorstand. (Lies Hesekiel 12:1-7.) Der Prophet trug „Exilgepäck“, um die wenigen Dinge anzudeuten, die Gefangene auf den Schultern tragen konnten. Bald würde man überall in Jerusalem erschaudern. Viele nahmen diese Warnungen zwar nicht ernst, doch Hesekiel sollte dem Volk sagen: „Es wird keinen Aufschub mehr geben.“ Auch heute werden göttliche Warnungen und Prophezeiungen verachtet, dennoch können wir vieles tun, um Wahrheitssuchern zu helfen, auf ihre Erfüllung zu vertrauen (Hesekiel 12:8-28).
5. Welche Bloßstellung war angebracht, da der „Tag Jehovas“ bevorstand?
5 Wer nicht auf Jehovas Wächter hörte, sollte wissen, daß er Gottes „Schwert“ zu spüren bekäme. Deshalb wurden diejenigen, die für die falschen Vorstellungen bezüglich der Sicherheit Jerusalems und Judas verantwortlich waren, bloßgestellt. Falsche Propheten wurden mit schädlichen Füchsen verglichen, und es wurde gezeigt, daß Lügner die wankenden Mauern oder vergeblichen Unternehmungen des Volkes mit Tünche verputzten. Auch falsche Prophetinnen wurden angeprangert. Der „Tag Jehovas“ stand bevor, und sein Angesicht war gegen die gerichtet, die sich ‘von ihm zurückzogen’, das heißt sich davon ‘zurückzogen, Gott zu folgen’. Wenn wir uns Jehova hingegeben haben, möchten wir uns sicherlich nie von seinem heiligen Dienst zurückziehen (Hesekiel 13:1 bis 14:11).
6. Konnte irgendein Mensch die widerspenstigen Judäer retten, und was lehrt uns das?
6 Wer hätte die widerspenstigen Judäer retten können? Nicht einmal Gerechte wie Noah, Daniel und Hiob hätten sie befreien können, als Gott seine Gerichte über das Land brachte. Wenn wir gerettet werden möchten, müssen wir unserer persönlichen Verantwortung vor Gott nachkommen und seinen Willen tun (Hesekiel 14:12-23; Römer 14:12).
7. Womit wurde Juda verglichen, und was würde Gott mit den Treuen errichten?
7 Juda wurde wegen seiner untreuen Bewohner mit einem wilden Weinstock verglichen, der keine guten Früchte trug und nur für das Feuer taugte (Hesekiel 15:1-8). Auch mit einem Findelkind wurde es verglichen, das von Gott aus Ägypten gerettet und so lange genährt wurde, bis es zur Frau herangewachsen war. Jehova nahm sie sich zur Frau, aber sie wandte sich falschen Göttern zu und sollte wegen ihres geistigen Ehebruchs Vernichtung erleiden. Doch mit den Treuen würde Gott „einen auf unabsehbare Zeit dauernden Bund errichten“ — den neuen Bund mit dem geistigen Israel (Hesekiel 16:1-63; Jeremia 31:31-34; Galater 6:16).
8. (a) Womit wurden Babylon und Ägypten verglichen? (b) Wie sollte es uns berühren, daß Zedekia seinen Eid brach?
8 Als nächstes wurden die Herrscher Babylons und Ägyptens mit großen Adlern verglichen. Einer brach die Spitze einer Zeder ab, indem er König Jojachin absetzte und ihn durch Zedekia ersetzte. Dieser schwor Nebukadnezar einen Treueid, aber er brach ihn und suchte die militärische Hilfe des Herrschers von Ägypten, des anderen großen Adlers. Wenn sich Zedekia bei seinem Eid auf Gottes Namen berufen hatte, brachte er durch das Brechen des Eides Schmach auf Jehova. Schon der Gedanke daran, Schmach auf Gott zu bringen, sollte uns davor zurückschrecken lassen, jemals nicht Wort zu halten. Es ist tatsächlich ein Vorrecht für uns, als Zeugen Jehovas den göttlichen Namen zu tragen (Hesekiel 17:1-21).
9, 10. (a) Welche Prophezeiung ist in Hesekiel 17:22-24 zu finden, und was müssen wir tun, wenn wir aus ihrer Erfüllung Nutzen ziehen wollen? (b) Wer ist für die Folgen unseres Lebenswandels verantwortlich?
9 Die dann folgende messianische Prophezeiung ist sehr ermutigend. (Lies Hesekiel 17:22-24.) Mit dem „einen zarten [Schößling]“ ist Jesus Christus, der messianische König, gemeint. Von Jehova auf dem himmlischen Berg Zion gepflanzt, würde er zu einer „majestätischen Zeder“ werden — ein Schutz und ein Quell des Segens während seiner Herrschaft über die Erde (Offenbarung 14:1). Gestützt darauf, können wir tatsächlich Mut fassen.
10 Wenn wir aus der Erfüllung der messianischen Prophezeiung Nutzen ziehen wollen, müssen wir allerdings ein gutes Verhältnis zu Jehova bewahren. Hesekiels Mitexilanten dachten offensichtlich, sie stünden bei Gott vortrefflich da, und gaben ihren Vorfahren die Schuld für ihr Leid. Der Prophet wies jedoch darauf hin, daß jeder für die Folgen seines Lebenswandels verantwortlich ist (Hesekiel 18:1-29; vergleiche Jeremia 31:28-30). Dann folgte ein Aufruf. (Lies Hesekiel 18:30-32.) Ja, Jehova verfährt barmherzig mit Reumütigen und hat kein Gefallen an jemandes Tod. Daher sagt er: ‘Kehrt um, und bleibt am Leben.’ (Vergleiche 2. Petrus 3:9.)
11. Womit wurden die Herrscher Judas verglichen, und was würde mit Juda geschehen, wenn es mit Jehovas „Schwert“ geschlagen würde?
11 In einem Totenklagelied über den Sturz Judas wurden seine Herrscher mit jungen Löwen verglichen. König Jehoahas starb im ägyptischen Exil, Jojakim wurde von Nebukadnezar gefangengenommen und Jojachin nach Babylon ins Exil weggeführt. Dann setzte Nebukadnezar Zedekia auf den Thron in Juda, doch dieser Herrscher lehnte sich auf. Schließlich wurde er, gleich einem Löwen in einem Käfig, als Gefangener nach Babylon gebracht. In Übereinstimmung mit dem prophetischen Totenklagelied wurde Juda 607 v. u. Z. ein verdorbener Weinstock, „und es erwies sich, daß an ihr [an Juda] kein starker Stab war, kein Zepter zum Herrschen“. Juda war mit dem „Schwert“ Jehovas geschlagen worden (Hesekiel 19:1-14; Jeremia 39:1-7).
12. (a) Welche Sünden begingen Hesekiels Zeitgenossen wie auch ihre Vorfahren? (b) Warum fragten sie, ob Hesekiel nicht etwa Sprichwörter verfasse, und inwiefern ist das für uns eine Warnung?
12 Als „Männer von den Älteren Israels“ zu Hesekiel kamen, verkündigte er ihnen die Botschaft Gottes. Er wies darauf hin, daß Jehova die Israeliten aus Ägypten befreit und ihnen sein Gesetz gegeben hatte, doch sie hatten es verworfen und Götzendienst getrieben. Da Hesekiels Zeitgenossen ähnlicher Sünden schuldig waren, würde Gott mit ihnen ins Gericht gehen. Offensichtlich aus Skepsis und nicht etwa, weil sie nicht verstanden, was Hesekiel sagte, fragten sie: „Verfaßt er nicht Sprichwörter?“ Sie würden bald erfahren, daß es sich bei der Botschaft des Propheten nicht bloß um Sprichwörter handelte. Das sollte für uns eine Warnung sein, bezüglich der Erfüllung biblischer Vorhersagen eine skeptische Haltung einzunehmen (Hesekiel 20:1-49).
Jehova, der Kriegsmann
13. Was versinnbildlicht Gottes „Schwert“, und was müßten „alle von Fleisch“ erkennen, wenn dieses Schwert geschwungen würde?
13 Im siebten Jahr des Exils (am 10. Ab 611 v. u. Z.) verblieben nur noch weniger als zweieinhalb Jahre, bevor ‘die Schlacht am Tag Jehovas’ gegen Juda und Jerusalem beginnen sollte (Hesekiel 13:5; 20:1). Beachten wir, was Jehova, der Kriegsmann, damals durch Hesekiel sagte. (Lies Hesekiel 21:1-5.) Gottes „Schwert“ versinnbildlicht das irdische Werkzeug, das er benutzen würde, doch könnte es auch seine himmlische, wagenähnliche Organisation einschließen. ‘Gerechte’ und ‘böse’ Bewohner Judas und Israels würden ebenso wie die Nationen, die Gottes Volk nicht gut gesinnt waren, durch die Schärfe des „Schwertes“ Jehovas fallen. Ja, „alle von Fleisch“ würden erkennen müssen, daß Jehova gegen sie Krieg führt.
14. (a) Worauf machen Jehovas gesalbte Zeugen wie Hesekiel aufmerksam? (b) Was läßt erkennen, daß die Herrscher der Christenheit dem „Schwert“ Gottes nicht entrinnen werden?
14 Heute machen Jehovas gesalbte Zeugen wie Hesekiel auf das „Schwert“ aufmerksam, das Jehova gegen die Anhänger der Christenheit schwingen wird, bei deren Bereich es sich um den gegenbildlichen „Boden Israels“ handelt. Bald wird „alles Fleisch von Süden nach Norden“, das heißt alle, die die falsche Religion praktizieren, dieses „Schwert“ zu spüren bekommen. Selbstsichere hatten in den Tagen Hesekiels keinen Grund, zu jubeln und zu schlußfolgern, Jehovas „Schwert“ werde unter ihnen keine ‘Schlachtung veranstalten’. Dieses „Schwert“ verwarf das Zepter des Königreiches Juda genauso wie jeden anderen „Baum“ oder jedes andere Zepter. Bestimmt werden daher auch die Herrscher der Christenheit von Gottes Hinrichtungswerkzeug nicht verschont werden (Hesekiel 21:6-17).
15. Welches Ereignis in Verbindung mit Nebukadnezar zeigt, daß niemand das „Schwert“ Jehovas abwenden kann?
15 Hesekiels Prophezeiung zeigt weiter, daß niemand das „Schwert“ Jehovas abwenden kann, auch nicht die Dämonen. (Lies Hesekiel 21:18-22.) Wiewohl sich König Nebukadnezar dämonischer Wahrsagerei bedienen würde, würde Jehova dafür sorgen, daß der babylonische Herrscher gegen Jerusalem vorrücken würde, nicht gegen das schwächere Rabba, die Hauptstadt der Ammoniter. Aus einem Behältnis würde Nebukadnezar einen Pfeil herausziehen, der für Jerusalem markiert wäre. Er würde Teraphim (wahrscheinlich kleine Götzen in Form eines Menschen) benutzen und in der Leber eines getöteten Tieres nach Anzeichen suchen. Trotz Wahrsagung würde er jedoch den Weg zur judäischen Hauptstadt nehmen und sie belagern. Es stimmt, Nebukadnezar hatte mit König Zedekia einen Bund geschlossen. Doch Zedekia und andere Juden würden wegen ihrer Bundbrüchigkeit „sogar von der Hand ergriffen“ und gefangen nach Babylon geführt werden (Hesekiel 21:23, 24).
16. (a) Was geschah in Erfüllung von Hesekiel 21:25-27? (b) Wann begannen die Heidenzeiten, und mit welchem Ereignis endeten sie?
16 Durch seine Rebellion verwundete sich Zedekia selbst tödlich. (Lies Hesekiel 21:25-27.) Als Judas König abgesetzt wurde, wurden der königliche Turban und die Krone entfernt (2. Könige 25:1-7). Das ‘hohe’ Königreich Juda wurde ‘erniedrigt’, indem es 607 v. u. Z. verwüstet wurde. So wurden die ‘niedrigen’ nichtjüdischen Königreiche ‘erhöht’, und sie konnten ohne die Einmischung eines Vorbildkönigreiches Gottes auf der Erde herrschen (5. Mose 28:13, 15, 36, 43, 44). Damit begannen die „bestimmten Zeiten der Nationen“, die Heidenzeiten, die 1914 endeten, als Gott das Königtum Jesus Christus übergab, das heißt ‘dem, der das gesetzliche Recht darauf hatte’ (Lukas 21:20-24; Psalm 110:1, 2; Daniel 4:15-28; 7:13, 14). Da Jesus einen himmlischen Thron einnimmt, können die nichtjüdischen Nationen das, was das alte Jerusalem symbolisierte, nicht niedertreten, nämlich das Königreich des rechtmäßigen Erben Davids (Hebräer 12:22).
17. Welche „Lüge“ wurde von ammonitischen Propheten verkündet?
17 Ammonitische Propheten sagten, Ammons Hauptstadt Rabba werde der Zerstörung durch Nebukadnezars Schwert entgehen. Aber das war eine „Lüge“, denn das ganze Land Ammon sollte verwüstet werden. Wie Rabba nach Jerusalem zerstört wurde, so wird in unseren Tagen gemäß Gottes Beschluß auf die Vernichtung der Christenheit die Vernichtung der Nationen folgen (Hesekiel 21:28-32; Offenbarung 16:14-16).
Jerusalem angeklagt
18. Wegen welcher Sünden prangerte Hesekiel Jerusalem an, und wozu sollte uns dies veranlassen?
18 Wieder redete Hesekiel das Wort Jehovas und prangerte Jerusalem für seine Sünden an, wie zum Beispiel Blutvergießen, Götzendienst, zügelloser Wandel, Betrug und die Sünde, Gott vergessen zu haben. Seine mit Blutschuld beladenen Vorsteher schreckten in ihrem Machtmißbrauch nicht vor Mord zurück, und Verleumder entledigten sich ihrer Feinde durch Falschanklagen. Dieser Sünden wegen würden die Bewohner Jerusalems zerstreut werden. Das zu wissen sollte uns in dem Entschluß bestärken, uns nicht des Machtmißbrauchs, des zügellosen Wandels, der Verleumdung oder anderer schwerwiegender Sünden schuldig zu machen (Hesekiel 22:1-16).
19. Auf welche Weise würden die Bewohner Judas geschmolzen werden, und inwiefern hatten sie die Vernichtung verdient?
19 Jehova würde die Bewohner Judas auch in einem Ofen schmelzen, und zwar nicht, um sie zu läutern, sondern um sie in seinem feurigen Grimm gewissermaßen zu verflüssigen (Hesekiel 22:17-22). Das war für die zu einer Verschwörung anstiftenden Propheten, die gesetzlosen Priester, die gierigen Fürsten und das ungerechte Volk eine wohlverdiente Strafe. Sie alle wurden angeklagt. Da kein einziger unter ihnen für Gerechtigkeit eintrat, würde Gott sie mit dem Feuer seines Zornausbruchs ausrotten (Hesekiel 22:23-31).
Die Strafe verdient
20. Über welche symbolischen Frauen sollte Gottes Zorn ausgegossen werden, und was läßt sich im einzelnen über ihre Identität sagen?
20 Die Ausgießung des Zornes Gottes wurde als nächstes durch die Urteilsvollstreckung an zwei symbolischen Frauen dargestellt, die des geistigen Ehebruchs schuldig waren. Eine war Ohola, das Zehnstämmereich Israel mit seiner Hauptstadt Samaria. Sie war „die ältere“, weil sie aus den meisten Stämmen Israels bestand, die Stämme eingeschlossen, die von Ruben und Simeon, den ältesten Söhnen Jakobs, abstammten. Ihre Schwester war Oholiba, das Zweistämmereich Juda mit Jerusalem als Hauptstadt. Ohola bedeutet „ihr Zelt“. Oholiba bedeutet „mein Zelt ist in ihr“, was zutreffend war, da sich Gottes Zelt oder Tempel in Juda befand (Hesekiel 23:1-4).
21. Wo suchte Ohola Schutz, wodurch wir wovor gewarnt werden?
21 Ohola (Israel) hörte zu bestehen auf, als sie 740 v. u. Z. von den Assyrern besiegt wurde. Was hatte sie getan? (Lies Hesekiel 23:5-7.) Ohola hatte treulos gehandelt und Schutz in politischen Bündnissen gesucht. Das führte dazu, daß sie die falsche Anbetung ihrer Verbündeten übernahm und sich so ‘mit ihren mistigen Götzen verunreinigte’. Gewarnt durch Oholas geistigen Ehebruch, sollten wir uns vor weltlichen Bindungen hüten, die unseren Glauben zerstören können (Jakobus 4:4; 1. Johannes 2:15-17).
22. Was tut die Christenheit wie Ohola und Oholiba, und was wird mit ihr geschehen?
22 Oholiba (Juda) sündigte noch mehr als ihre Schwester, und daher kam im Jahre 607 v. u. Z. durch die Babylonier ein nationales Unglück über sie. Ihre Kinder fielen durch das Schwert oder wurden in Gefangenschaft geführt, und sie wurde unter den Nationen entehrt. Wie Ohola und Oholiba begeht die Christenheit geistigen Ehebruch, was in den Augen des Gottes, den sie anzubeten behauptet, eine Sünde ist. Der Protestantismus mit seinen vielen Glaubensgemeinschaften hat sich durch die kommerziellen und politischen Mächte der Welt noch mehr verunreinigt als seine ältere Schwester, der Katholizismus. Deshalb wird Jehova dafür sorgen, daß die gesamte Christenheit vernichtet wird. Dann werden die Menschen wissen, daß er der Souveräne Herr Jehova ist. Wir werden in unserer Entschlossenheit bestärkt, ungebührliche weltliche Bindungen zu meiden, wenn wir daran denken, daß sich die Verbündeten der Christenheit in Kürze gegen sie wenden und das Urteil Gottes an ihr als dem wichtigsten Teil Groß-Babylons, des Weltreiches der falschen Religion, vollstrecken werden (Hesekiel 23:8-49; Offenbarung 17:1-6, 15-18).
Heuchler bestürzt
23. Wie wurde Ende Dezember 609 v. u. Z. Jerusalem in der an Hesekiel gerichteten Botschaft Gottes dargestellt, und was würde mit der Stadt geschehen?
23 Noch an demselben Tag, an dem Nebukadnezar Ende Dezember seine 18monatige Belagerung Jerusalems begann (am 10. Tebeth 609 v. u. Z.), ließ Gott Hesekiel eine weitere anschauliche Botschaft zukommen. Das belagerte Jerusalem wurde darin als ein Kochtopf dargestellt, in dem die Bewohner der Stadt ‘gekocht’ würden. Moralischer Schmutz hatte bewirkt, daß sich in diesem symbolischen Kochtopf „Rost“ ansetzte. „Stück um Stück“ würden die Sünder aus Jerusalem herausgebracht werden, und Jerusalems Wehe würde erst mit seiner Zerstörung enden. Jehova hatte die Stadt gemäß ihren bösen Handlungen gerichtet, und sie mußte zerstört werden, genauso wie die Christenheit vernichtet werden muß (Hesekiel 24:1-14).
24. (a) Warum ließ Hesekiel beim Tod seiner Frau keinen Kummer erkennen? (b) Wie wird die Christenheit reagieren, wenn Jehovas „Schwert“ über sie kommt, und was wird sie erkennen müssen?
24 Hesekiel sollte sich als nächstes auf ungewöhnliche Weise verhalten. (Lies Hesekiel 24:15-18.) Warum sollte der Prophet keinen Kummer erkennen lassen, als seine Frau starb? Um zu zeigen, wie bestürzt die Juden über die Zerstörung Jerusalems und des Tempels und die Vernichtung seiner Einwohner wären. Hesekiel hatte bereits genug über derartige Angelegenheiten gesagt; er würde Gottes Botschaft erst wieder verkündigen, wenn ihm vom Sturz Jerusalems berichtet würde. Auch die Christenheit und ihre heuchlerischen Anhänger werden bei ihrer Vernichtung wie betäubt sein. Und nachdem die „große Drangsal“ begonnen hat, wird das genügen, was die gesalbte Wächterklasse bereits über das Ende der Christenheit gesagt hat (Matthäus 24:21). Aber wenn Gottes „Schwert“ über die Christenheit kommt, werden diese bestürzten Religionsanhänger und andere ‘erkennen müssen, daß er Jehova ist’ (Hesekiel 24:19-27).
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„Sie werden erkennen müssen, daß ich Jehova bin“Der Wachtturm 1988 | 15. September
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„Sie werden erkennen müssen, daß ich Jehova bin“
„Ich werde meinen heiligen Namen nicht mehr entweihen lassen; und die Nationen werden erkennen müssen, daß ich Jehova bin“ (HESEKIEL 39:7).
1, 2. Wieso wissen wir, daß Jehova die Entweihung seines Namens nicht endlos tolerieren wird?
JEHOVAS heiliger Name wurde in alter Zeit durch die Israeliten entweiht. Das geht aus dem Buch Hesekiel deutlich hervor. Aber auch die Angehörigen der Christenheit entweihen den Namen des Gottes, den sie anzubeten vorgeben.
2 Wird der universelle Souverän die Entweihung seines Namens endlos tolerieren? Nein, denn er hat erklärt: „Ich werde meinen heiligen Namen nicht mehr entweihen lassen; und die Nationen werden erkennen müssen, daß ich Jehova bin“ (Hesekiel 39:7; siehe auch Hesekiel 38:23). Was wird das bedeuten? Und was können wir aus den weiteren Kapiteln des Buches Hesekiel lernen?
Prophezeiungen gegen andere
3. (a) Wie reagierten andere Nationen auf das Leid Judas? (b) Wegen welcher Geisteshaltung wurde der „König“ von Tyrus beseitigt, und wie sollte uns das berühren?
3 Nach der Zerstörung Jerusalems wurde Ammon verurteilt, weil es sich über Judas Leid lustig gemacht hatte, und Moab, weil es gegenüber dem Zweistämmereich eine verächtliche Haltung eingenommen hatte. Edom wurde der Böswilligkeit für schuldig erklärt, und der rachsüchtige Geist der Philister sollte Gottes „grimmige Zurechtweisungen“ nach sich ziehen (Hesekiel 25:1-17; Sprüche 24:17, 18). Tyrus sollte durch Nebukadnezar oder Nebukadrezar (eine dem Babylonischen ähnlichere Schreibweise) fallen, weil es über Jerusalems Unglück frohlockte (Hesekiel 26:1-21). Es wurde mit einem Schiff verglichen, das mit Sicherheit sinken würde (Hesekiel 27:1-36). Der „König“ von Tyrus (offensichtlich die Herrscherlinie) wurde beseitigt, weil er wie Satan eine stolze Geisteshaltung hatte (Hesekiel 28:1-26). Bestimmt sollten wir daher die Sünde des Hochmuts vermeiden, durch die wir dazu verleitet werden könnten, Jehovas Namen zu entweihen (Psalm 138:6; Sprüche 21:4).
4. Was stand Pharao und Ägypten bevor?
4 Hesekiel sagte eine 40jährige Verwüstung Ägyptens voraus. Sein Reichtum würde Nebukadrezar als Lohn zufallen für die bei der Vollstreckung des Urteils Jehovas an Tyrus geleisteten militärischen Dienste (Hesekiel 29:1-21). Als Gott dafür sorgte, daß die Ägypter zerstreut wurden, ‘erkannten sie, daß er Jehova ist’ (Hesekiel 30:1-26). Der stolze Pharao, der Ägypten vertrat, wurde mit einer hochragenden Zeder verglichen, die umgehauen werden sollte (Hesekiel 31:1-18). Schließlich hob Hesekiel ein Totenklagelied an über Pharao und das Hinabfahren Ägyptens in den Scheol (Hesekiel 32:1-32).
Die Pflicht des Wächters
5. (a) Nur unter welchen Voraussetzungen erkennt Gott einen geistigen Wächter an? (b) Was bedeutet es, ‘wirklich in den Satzungen des Lebens zu wandeln’?
5 Hesekiel wurde an seine Pflicht als Wächter erinnert (Hesekiel 33:1-7). Selbstverständlich erkennt Gott nur einen geistigen Wächter an, der seiner Pflicht nachkommt und die Bösen warnt. (Lies Hesekiel 33:8, 9.) Wie Hesekiel verkündet die gesalbte „Wächter“klasse daher freimütig die göttlichen Warnungen. Da Gott kein Gefallen am Tod der Bösen hat, wird er ihnen Vergangenes nicht zur Last legen, wenn sie seine Warnungen beachten und ‘wirklich in den Satzungen des Lebens wandeln’. In diesen Satzungen zu wandeln bedeutete in den Tagen Hesekiels, das mosaische Gesetz zu halten, doch heute bedeutet es, das Lösegeld Christi anzunehmen und sein Nachfolger zu sein (1. Petrus 2:21). An der Art und Weise, wie Gott bestraft oder belohnt, gibt es nichts auszusetzen, und in der „großen Drangsal“ bewahrt zu werden hängt von der Beachtung seiner Satzungen ab (Hesekiel 33:10-20; Matthäus 24:21).
6. Inwiefern gleichen heute viele den jüdischen Exilanten zur Zeit Hesekiels?
6 Gegen Ende des Jahres 607 v. u. Z. berichtete ein Flüchtling über die Zerstörung Jerusalems, und Hesekiel begann wieder, Jehovas Botschaft zu verkündigen (Hesekiel 33:21-29). Wie reagierten die Exilanten? (Lies Hesekiel 33:30-33.) Heute gleichen viele den jüdischen Exilanten, für die Hesekiel der Sänger ‘eines sinnlichen Liebesliedes’ war. Diesen Menschen gefällt der Klang der Königreichsbotschaft, wenn die Gesalbten und ihre Gefährten von Haus zu Haus ihre Besuche machen, doch sie nehmen die Botschaft nicht an. Für sie ist sie wie ein schönes Liebeslied, aber sie geben sich nicht Jehova hin, und sie werden die „große Drangsal“ nicht überleben.
Der „e i n e Hirte“ Jehovas
7. Welches Vorgehen Jehovas in unserer Zeit läßt sich mit dem vergleichen, was Jehova für seine Schafe in den Tagen Hesekiels tat?
7 Nach dem Sturz Jerusalems verurteilte Jehova in einer Botschaft an Hesekiel die regierenden „Hirten Israels“, die seinen heiligen Namen entweiht hatten. Wie gut doch diese Worte auf die Herrscher der Christenheit passen! (Lies Hesekiel 34:1-6.) Im Gegensatz zu Jesus Christus, dem vortrefflichen Hirten, „mästen“ sich die politischen Herrscher der Christenheit in materieller Hinsicht auf Kosten der „Schafe“ (Johannes 10:9-15). Aber Gott wird seine Schafe befreien, indem er die Herrscher der Christenheit in der „großen Drangsal“ ihrer Gewalt beraubt, genauso wie er seine Schafe befreite, als er bei der Verwüstung Judas den selbstsüchtigen Hirten die Herrschaft entzog (Offenbarung 16:14-16; 19:11-21). Jehova bekundete Liebe zu seinem schafähnlichen Volk, als er es 537 v. u. Z. aus Babylon befreite, und diese Eigenschaft bekundete er auch, als er 1919 u. Z. durch Jesus Christus, den größeren Cyrus, den Überrest des geistigen Israel aus der Gefangenschaft Groß-Babylons befreite (Hesekiel 34:7-14).
8. Was würde Jehova tun, wenn ein ‘fettes Schaf’ die Herde bedrücken würde, und wie müssen christliche Unterhirten die Schafe behandeln?
8 Gott ist liebevoll um seine Schafe besorgt. (Lies Hesekiel 34:15, 16.) Wenn ein ‘fettes Schaf’ heute Gottes Herde bedrücken würde, so würde Jehova ein solches „Schaf“ jetzt mit einem Gemeinschaftsentzug „weiden“ und in der „großen Drangsal“ mit Vertilgung. Im Jahre 1914 setzte er „e i n e n Hirten“, Jesus Christus, über den gesalbten Überrest. Seit 1935 leitet er die Einsammlung einer „großen Volksmenge“ „anderer Schafe“, die heute gemeinsam mit den gesalbten ‘Schafen der Weide Jehovas’ dienen. Christliche Unterhirten müssen wie Gott und Christus alle diese Schafe liebevoll behandeln (Hesekiel 34:17-31; Offenbarung 7:9; Johannes 10:16; Psalm 23:1-4; Apostelgeschichte 20:28-30).
Ein „Garten Eden“
9. Was tat Jehova, da er beschlossen hatte, daß das Land Juda und Israel Sabbat halten sollte?
9 Wenden wir uns wieder dem verödeten Land Juda und Israel zu. Nach Gottes Beschluß sollte es Sabbat halten, indem es 70 Jahre unbewohnt blieb. Deshalb verhinderte er, daß Edom und andere Nationen dieses Gebiet besetzten (2. Chronika 36:19-21; Daniel 9:2). Tatsächlich wurde Edom samt der Berggegend Seir, wie vorhergesagt, ebenfalls verwüstet, als es 602/601 v. u. Z. von den Babyloniern unterworfen wurde (Hesekiel 35:1 bis 36:5; Jeremia 25:15-26).
10. Auf welche Entwicklungen in unseren Tagen deutete die Wiederherstellung eines Überrests in Juda (537 v. u. Z.) hin?
10 Die Wiederherstellung eines Überrests im Land Juda 537 v. u. Z. deutete auf begeisternde Entwicklungen in unseren Tagen hin. Im Jahre 1919 begann die Wiederbevölkerung der „Berge Israels“, des geistigen Landes der gesalbten Zeugen Jehovas, mit einem geistig wiederbelebten Überrest (Hesekiel 36:6-15). Gott reinigte die Glieder des Überrests von religiöser Unreinheit und legte einen „neuen Geist“ in sie, wodurch er sie in die Lage versetzte, die Frucht seines heiligen Geistes hervorzubringen (Galater 5:22, 23). Und damit Weltmenschen den Namen Jehovas wegen der Züchtigung seines Volkes nicht entweihen konnten, hat er den Überrest überaus gesegnet (Hesekiel 36:16-32).
11. Was hat Gott im Einklang mit Hesekiel 36:33-36 mit dem geistigen Land des gesalbten Überrests getan?
11 Nachdem ein Überrest nach Juda zurückgekehrt war, wurde dieses Land in einen fruchtbaren „Garten Eden“ verwandelt. (Lies Hesekiel 36:33-36.) Ebenso ist das einst verödete Land des gesalbten Überrests seit 1919 in ein fruchtbares geistiges Paradies verwandelt worden, in dem sich jetzt auch die „große Volksmenge“ befindet. Jeder Gott hingegebene Christ sollte sich bemühen, dieses geistige Paradies rein zu erhalten, da es von einem heiligen Volk bewohnt wird (Hesekiel 36:37, 38).
Die Einheit wiederhergestellt
12. Wie wird in Hesekiel 37:1-14 die Wiederbelebung der jüdischen Nation der alten Zeit veranschaulicht, und welche Parallele gab es dazu in der Neuzeit?
12 Im Exil in Babylon waren die Juden fast eine tote Nation, vergleichbar mit Gebeinen auf einem Feld (Hesekiel 37:1-4). Aber was sah Hesekiel als nächstes? (Lies Hesekiel 37:5-10.) Diese Gebeine wurden mit Sehnen, Fleisch und Haut überkleidet und durch Lebensodem wiederbelebt (Hesekiel 37:11-14). Gott auferweckte die jüdische Nation, als 42 360 Personen aus allen Stämmen Israels und etwa 7 500 Nichtisraeliten die Gelegenheit ergriffen, Juda wieder zu bevölkern, Jerusalem und seinen Tempel wieder aufzubauen und in ihrem Heimatland die wahre Anbetung wiedereinzuführen (Esra 1:1-4; 2:64, 65). Auch der verfolgte Überrest des geistigen Israel glich 1918 diesen verdorrten Gebeinen — er war getötet worden, was sein Zeugniswerk in der Öffentlichkeit betraf. Aber 1919 hat Jehova jene Gesalbten als Königreichsverkündiger wiederbelebt (Offenbarung 11:7-12). Diese Parallele sollte unsere Überzeugung stärken, daß sie zusammen mit ihren Gefährten die irdische Organisation bilden, deren sich Jehova heute bedient. (Siehe Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1975, Seite 85 bis 124.)
13. Wie wird in Hesekiel 37:15-20 die Wiederherstellung der organisatorischen Einheit des Volkes Jehovas der alten Zeit veranschaulicht, und welche Parallele gibt es dazu?
13 Wie wurde die Wiederherstellung der organisatorischen Einheit des Volkes Jehovas der alten Zeit veranschaulicht? (Lies Hesekiel 37:15-20.) Zu der Vereinigung der beiden Stäbe (einer gekennzeichnet für das Zweistämmereich Juda, der andere für das Zehnstämmereich Israel) gibt es eine neuzeitliche Parallele. Während des Ersten Weltkriegs versuchten ehrgeizige Männer, die Einheit der Diener Gottes zu sprengen, aber im Jahre 1919 wurden die treuen Gesalbten unter Christus, ihrem „e i n e n König“ und „e i n e n Hirten“, geeint. Zudem ist jetzt die „große Volksmenge“ — vergleichbar mit den mehr als 7 500 Nichtisraeliten, die nach Juda zurückkehrten — mit dem gesalbten Überrest vereint worden. Welch eine Freude, im geistigen Paradies zu sein und unter unserem „e i n e n König“ in Einheit Jehova zu dienen! (Hesekiel 37:21-28).
Gog greift an!
14. Wer ist Gog von Magog, und was wird er unternehmen? (Hesekiel 38:1-17).
14 Als nächstes wird ein dramatisches Ereignis vorausgesagt. In der Absicht, Gottes Namen zu entweihen und sein Volk zu vernichten, wird Gog von Magog den Überrest des geistigen Israel angreifen, der Jehovas „Frau“ oder himmlische Organisation vertritt (Offenbarung 12:1-17). Bei Gog handelt es sich um den „Herrscher dieser Welt“, um Satan, den Teufel. Den Namen Gog erhielt er nach seinem Hinauswurf aus dem Himmel im Anschluß an die Geburt des Königreiches im Jahre 1914 (Johannes 12:31). Das „Land Magog“ ist der Ort im Bereich der Erde, auf den der Einfluß Gogs und seiner Dämonen beschränkt worden ist. Wenn religionsfeindliche Streitkräfte die Christenheit und den übrigen Teil Groß-Babylons vernichtet haben, wird Jehova veranlassen, daß sich Gog gegen den scheinbar schutzlosen Überrest des geistigen Israel und dessen Gott hingegebene Gefährten wendet (Hesekiel 38:1-17; Offenbarung 17:12-14).
15. Was wird geschehen, wenn Gog Jehovas Zeugen angreift?
15 Was wird geschehen, wenn Gog Jehovas Zeugen angreift? (Lies Hesekiel 38:18-23.) Jehova wird sein Volk retten. Durch Wolkenbrüche hervorgerufene Überschwemmungen, riesige Hagelsteine, herniederströmendes Feuer und die Pest werden zu seinen Waffen zählen. In ihrer Verwirrung werden Gogs Streitkräfte ihre Schwerter gegeneinander richten. Doch bevor Gott sie aus dem Dasein auslöscht, ‘werden sie erkennen müssen, daß er Jehova ist’.
16. (a) Was wird mit dem „Land Magog“ geschehen? (b) Wie sollte uns die Kenntnis der im Zusammenhang mit Gog vorausgesagten Ereignisse berühren?
16 Wenn Satan und seine Dämonen in den Abgrund geworfen werden, wird das „Land Magog“, das heißt ihr Ort der Erniedrigung im Bereich der Erde, für immer zu bestehen aufhören (Offenbarung 20:1-3). Gogs Kriegsausrüstung wird so groß sein, daß ihre Beseitigung einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Vögel und andere Tiere werden sich an den unbegrabenen Kadavern der Menge Gogs gütlich tun. Wie sollte uns all das berühren? Nun, zu wissen, daß Gogs Angriff bevorsteht, Jehova sein Volk jedoch retten wird, sollte unseren Glauben stärken und bewirken, daß wir uns freuen, weil diese Ereignisse zur Heiligung des lange entweihten Namens Gottes führen werden (Hesekiel 39:1-29).
Blicke auf Jehovas Heiligtum!
17. (a) Welche Vision wurde Hesekiel im Jahre 593 v. u. Z. gewährt? (b) Wofür ist die Existenz des in der Vision gezeigten Tempels ein Beweis?
17 Im Jahre 593 v. u. Z., dem 14. Jahr nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem, wurde Hesekiel eine Vision von einem neuen, der Anbetung Jehovas dienenden Heiligtum gewährt. Es hatte gemäß den Messungen, die ein Engel, der Führer des Propheten, vornahm, gigantische Ausmaße (Hesekiel 40:1 bis 48:35). Dieser Tempel stellte das ‘wahre Zelt, das Jehova aufschlug’, dar und wies die „sinnbildlichen Darstellungen der Dinge in den Himmeln“ auf. Jesus Christus betrat im Jahre 33 u. Z. das Allerheiligste, „den Himmel selbst“, um Gott den Wert seines Loskaufsopfers darzubringen (Hebräer 8:2; 9:23, 24). Der in der Vision gezeigte Tempel beweist, daß die reine Anbetung den Angriff Gogs überdauern wird. Welch ein Trost für diejenigen, die den Namen Jehovas lieben!
18. Welche Merkmale des in der Vision gezeigten Tempels werden unter anderem im Bericht erwähnt?
18 Der Tempel wies viele Merkmale auf. Zum Beispiel waren in seiner äußeren und seiner inneren Mauer insgesamt sechs Tore (Hesekiel 40:6-35). Im äußeren Vorhof befanden sich dreißig Speiseräume (wahrscheinlich zum Essen von Gemeinschaftsschlachtopfern) (40:17). Im inneren Vorhof stand der Altar für Brandopfer (43:13-17). Ein hölzerner Altar, anscheinend zum Verbrennen von Räucherwerk, stand im ersten Raum des Tempels (41:21, 22). Das Allerheiligste maß 20 Ellen im Quadrat und die Mauer um den Tempel 500 Rohrlängen (1 600 m) auf jeder Seite. Welch ein großartiges Haus, das mit der Herrlichkeit Gottes erfüllt war! (Hesekiel 41:4; 42:16-20; 43:1-7).
19. Wie sollten uns die Einzelheiten des Tempels und die Tatsache berühren, daß die dort Dienenden den Maßstäben Gottes entsprechen mußten?
19 Die vielen Einzelheiten des Tempels, der Schlachtopfer, Opfergaben und Feste sollten uns die Notwendigkeit einprägen, die Anweisungen der Organisation Gottes sorgfältig zu befolgen in dem Bewußtsein, daß alle Anstrengungen unternommen werden sollten, Jehova und seine Anbetung zu erhöhen (Hesekiel 45:13-25; 46:12-20). Die im Tempel Dienenden mußten Gottes hohen Maßstäben entsprechen und hatten die Aufgabe, das Volk über „den Unterschied zwischen Heiligem und Nichtheiligem“ zu unterweisen (Hesekiel 44:15, 16, 23). Das sollte uns veranlassen, als Volk Jehovas die Heiligkeit zu bewahren (Epheser 1:3, 4).
20. (a) Was wird durch das Wasser versinnbildlicht, das aus dem Tempel floß? (b) Welche Wirkung wird dieses symbolische Wasser haben?
20 Aus dem Tempel floß ein Strom, durch den das Salzwasser des Toten Meeres geheilt oder süß gemacht wurde, so daß es darin von Fischen wimmelte (Hesekiel 47:1-11). Dieser Strom versinnbildlicht Gottes Vorkehrung zum Erlangen ewigen Lebens, die Jesu Opfer einschließt, ein Opfer, das für die Überlebenden des Angriffs Gogs und für andere — auch für die Auferweckten — vollauf genügt (Johannes 5:28, 29; 1. Johannes 2:2; Offenbarung 22:1, 2). Das Tote Meer stellt das Element dar, in dem die Menschheit existiert hat — die Verurteilung zu ererbter Sündhaftigkeit und zum Tod sowie die Herrschaft Satans. Gleich den Fischen im süß gewordenen Wasser des Toten Meeres wird die erlöste Menschheit in der geheilten Umwelt, das heißt unter der Herrschaft des Messias, gedeihen.
21. Wessen wird sich die gehorsame Menschheit in der neuen Welt erfreuen, wie durch Hesekiel 47:12 angedeutet wird?
21 Die Heilung steht auch mit Bäumen in Zusammenhang, die längs des in der Vision gezeigten Stromes stehen. (Lies Hesekiel 47:12.) In der neuen Welt wird sich die gehorsame Menschheit vollkommener körperlicher und geistiger Gesundheit erfreuen. Und warum auch nicht? Das Laub dieser Fruchtbäume besitzt eine anhaltende Heilwirkung. Welch ein Segen für diejenigen, die Jehova erkennen und ihm dienen!
Dann werden sie ihn erkennen!
22. Was deutet darauf hin, daß Gott den Menschen im Paradies einen von ihm bestimmten Platz zuweisen wird?
22 Dadurch, daß wir heute schon mit Jehovas Organisation zusammenarbeiten, können wir Eigenschaften entwickeln, die uns zur Zusammenarbeit befähigen, wenn Gott den Menschen im irdischen Paradies den Platz zuweist, den er für sie bestimmt. Daß solche Zuteilungen erfolgen, wird dadurch angedeutet, daß in der Vision Hesekiels nördlich und südlich eines Landstreifens, der für die Verwaltung bestimmt war, Stammeszuteilungen vorgenommen wurden. Der dreiteilige Landstreifen oder „Beitrag“ schloß einen Teil für die nichtpriesterlichen Leviten ein und einen Teil für die Priester, in dem sich auch der in der Vision gezeigte Tempel befand. Im Mittelpunkt des südlichen Teils lag eine Stadt mit einem Stab von Arbeitern, die aus allen Stämmen kamen und unter einem kollektiven „Vorsteher“ — Fürsten oder Vertreter des Messias auf der „neuen Erde“ — tätig waren (Hesekiel 47:13 bis 48:34; 2. Petrus 3:13; Psalm 45:16).
23. Was müssen wir heute tun, damit wir zu der erlösten Menschheit gehören, die im Paradies leben wird?
23 Vom Thron seines himmlischen Heiligtums aus wird Gott die sinnbildliche Stadt, die Hesekiel sah, segnen. (Lies Hesekiel 48:35.) Dieser irdische Verwaltungssitz wird Jehova-Schamma oder „Jehova selbst ist dort“ genannt werden. Bekunde weiterhin unverbrüchliche Liebe zu Gott, und du kannst als Teil der erlösten Menschheit dann im Paradies leben, wenn sich auf der Erde niemand mehr in geistiger Finsternis befindet, sondern alle erkennen werden, daß Jehova der eine lebendige und wahre Gott ist (Habakuk 2:14). Vermeide es, bei der Vernichtung der Bösen gegen deinen Willen zur Anerkennung des Namens Gottes gezwungen zu werden. Übe Glauben aus, und zeige, daß du unter den Überlebenden zu sein hoffst, wenn Gott die Worte erfüllen wird: „Die Nationen werden erkennen müssen, daß ich Jehova bin“ (Hesekiel 36:23).
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