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„Ich bin gegen dich, Gog“Die reine Anbetung Jehovas – endlich wiederhergestellt!
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KAPITEL 17
„Ich bin gegen dich, Gog“
FOKUS: Wer mit „Gog“ gemeint ist und in welches „Land“ er einmarschiert
1, 2. Welcher Krieg steht der Menschheit bevor, und welche Fragen ergeben sich daraus? (Siehe Anfangsbild.)
SCHON seit Jahrtausenden vergießen die Menschen in ihren Kriegen unvorstellbar viel Blut. Man denke allein an das Blutbad, das in den zwei Weltkriegen angerichtet wurde. Doch der größte Krieg steht der Menschheit noch bevor. Es ist nicht ein Konflikt zwischen den Völkern der Erde, die für ihre selbstsüchtigen Interessen kämpfen. Vielmehr ist es der „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“ (Offb. 16:14). Heraufbeschworen wird dieser Krieg von einem überheblichen Feind. Er fällt in ein Land ein, das für Gott kostbar ist. Daraufhin entfesselt der Souveräne Herr Jehova seine zerstörerische Macht in nie gekanntem Ausmaß.
2 Das führt zu wichtigen Fragen: „Wer ist dieser Feind? In welches Land dringt er ein? Wann, warum und wie kommt es zu der Invasion?“ Da diese zukünftigen Ereignisse uns als Diener Jehovas betreffen, brennen wir zu Recht auf die Antworten. Sehen wir uns dazu die spannende Prophezeiung in Hesekiel, Kapitel 38 und 39 an.
Der Feind
3. Wie lässt sich die Prophezeiung über Gog von Magog zusammenfassen?
3 Lies Hesekiel 38:1, 2, 8, 18; 39:4, 11. Hier eine kurze Zusammenfassung: „Am Ende der Jahre“ wird ein Feind, „Gog vom Land Magog“ genannt, „in das Land“ des Volkes Gottes einmarschieren. Aufgrund dieses bösartigen Angriffs wird Jehova in „heftigem Zorn“ einschreiten und Gog besiegen.a Dann wird Jehova den Feind samt seiner Horde „allen möglichen Raubvögeln und den wilden Tieren des Feldes zum Fraß überlassen“. Zum Schluss erhält Gog „eine Grabstätte“. Um zu verstehen, wie sich diese Prophezeiung bald erfüllt, müssen wir zuerst wissen, wer Gog ist.
4. Wer ist Gog von Magog?
4 Wer ist Gog von Magog? Aus Hesekiels Beschreibung wird deutlich, dass er ein Feind der Diener Jehovas ist. Ist Gog eine prophetische Bezeichnung für Satan, den größten Feind der wahren Anbetung? So wurde es viele Jahrzehnte in unseren Publikationen erklärt. Weitere Nachforschungen haben jedoch zu einem klareren Verständnis geführt. Wie im Wachtturm gezeigt wurde, ist Gog von Magog kein Geistwesen, sondern ein Feind aus Fleisch und Blut – ein Zusammenschluss von Nationen, die gegen die reine Anbetung kämpfen werden.b Woher wissen wir das? Gehen wir zunächst darauf ein, dass Gog kein Geistwesen ist. Dazu untersuchen wir zwei Hinweise aus Hesekiels Prophezeiung.
5, 6. Wie lässt Hesekiels Prophezeiung erkennen, dass Gog von Magog kein Geistwesen sein kann?
5 „Ich werde dich allen möglichen Raubvögeln ... zum Fraß überlassen“ (Hes. 39:4). In der Bibel werden Raubvögel, die Leichen verschlingen, oft als Bild für ein göttliches Strafgericht gebraucht. Gott warnte damit sowohl die Israeliten als auch nichtisraelitische Völker (5. Mo. 28:26; Jer. 7:33; Hes. 29:3, 5). Diese Warnungen galten stets Menschen, nicht Geistwesen. Raubvögel und wilde Tiere fressen schließlich Fleisch, nicht Geister. Die Warnung Gottes in Hesekiels Prophezeiung legt daher nahe, dass Gog kein Geistwesen ist.
6 „Ich [werde] Gog dort in Israel eine Grabstätte geben“ (Hes. 39:11). Nirgends in der Bibel wird davon gesprochen, dass Geistwesen auf der Erde begraben werden. Ganz im Gegenteil. Satan und seine Dämonen kommen für 1 000 Jahre in den Abgrund und werden später in den Feuersee geschleudert, das heißt, für immer vernichtet (Luk. 8:31; Offb. 20:1-3, 10). Da Gog auf der Erde „eine Grabstätte“ erhält, können wir schlussfolgern, dass er kein Geistwesen sein kann.
7, 8. Wann wird „der König des Nordens“ „zu seinem Ende kommen“, und wieso erinnert das an Gog von Magog?
7 Wer oder was verbirgt sich hinter Gog dann? Wer ist dieser Feind, der Jehovas Diener in einem Großangriff auslöschen will? Zwei Prophezeiungen helfen uns, Gog von Magog zu identifizieren.
8 „Der König des Nordens.“ (Lies Daniel 11:40-45.) Daniel kündigte verschiedene Weltmächte an, die im Lauf der Geschichte auf der Weltbühne erscheinen würden. Der Prophet sprach auch von zwei Rivalen – dem „König des Südens“ und dem „König des Nordens“. In diese Rollen schlüpften über die Jahrhunderte unterschiedliche Nationen und kämpften um die Vorherrschaft. Daniel sagte über den letzten Angriff des Königs des Nordens „in der Zeit des Endes“: „Er wird rasend vor Wut ausziehen, um viele auszulöschen und restlos zu vernichten.“ Sein Hauptangriffsziel werden Jehovas Diener sein.c Doch wie Gog von Magog wird er scheitern und nach seinem Angriff auf Gottes Volk „zu seinem Ende kommen“.
9. Warum kann man sagen, dass mit „den Königen der ganzen bewohnten Erde“ das Gleiche geschieht wie mit Gog von Magog?
9 „Die Könige der ganzen bewohnten Erde.“ (Lies Offenbarung 16:14, 16; 17:14; 19:19, 20.) Wie die Offenbarung voraussagt, werden „die Könige der Erde“ den „König der Könige“, Jesus, angreifen. Da Jesus im Himmel für sie unerreichbar ist, richten sie ihren Angriff auf seine Unterstützer auf der Erde. Doch in Armageddon werden die Könige der Erde auf der Verliererseite stehen. Interessant ist, dass auch sie ihr Ende finden, nachdem sie Jehovas Volk angegriffen haben – ganz ähnlich wie Gog von Magog.d
10. Was können wir über die Identität Gogs schlussfolgern?
10 Welchen Schluss legen all diese Überlegungen nahe? Erstens: Gog ist kein Geistwesen. Zweitens: Mit Gog sind Nationen der Erde gemeint, die sich schon bald gegen Gottes Volk wenden werden. Diese Nationen werden zweifellos einen Zusammenschluss bilden, sich also irgendwie verbünden. Um Gottes Volk in jedem Winkel der Erde angreifen zu können, müssen sie ja schließlich als Einheit vorgehen (Mat. 24:9). Der eigentliche Drahtzieher dieses Angriffs ist natürlich Satan. Immer, wenn Völker der Erde die wahre Anbetung bekämpft haben, stand er dahinter (1. Joh. 5:19; Offb. 12:17). Hesekiels Prophezeiung über Gogs Angriff auf Jehovas Volk betont jedoch die Rolle der Nationen der Erde.e
Das Land
11. Wie beschreibt Hesekiel das Land, in das Gog einfällt?
11 Wie wir in Absatz 3 gesehen haben, wird Gog von Magog Jehovas Zorn heraufbeschwören, weil er in ein für Jehova kostbares Land einfällt. Welches Land ist das? Gehen wir zu Hesekiels Prophezeiung zurück. (Lies Hesekiel 38:8-12.) Gog wird „in das Land einmarschieren, dessen Volk zurückgekehrt ist“, „ein aus den Völkern zusammengeführtes Volk“. Und es ist ein Land, dessen Bewohner „allesamt in Sicherheit“ leben, dessen Siedlungen „nicht durch Mauern, Riegel und Tore geschützt“ sind und dessen Volk „Reichtum und Besitz ansammelt“. Das ist das Land, das alle Diener Jehovas auf der Erde bewohnen. Warum können wir das sagen?
12. Welche Wiederherstellung erlebte das Land Israel?
12 Denken wir noch einmal an die Wiederherstellung im alten Israel, dem Land, in dem Gottes auserwähltes Volk über Jahrhunderte lebte, arbeitete und Jehova diente. Wie Jehova durch Hesekiel voraussagte, würde das Land wegen Israels Untreue verwüstet und menschenleer sein (Hes. 33:27-29). Jehova kündigte aber auch an, dass ein reumütiger Überrest aus Babylon zurückkehren sollte. Mit dem Segen Jehovas würde das Land Israel so prächtig werden „wie der Garten Eden“ (Hes. 36:34-36). Zu dieser Wiederherstellung kam es ab 537 v. u. Z., als jüdische Gefangene nach Jerusalem zurückkehrten und die wahre Anbetung in ihrer geliebten Heimat wiederherstellten.
13, 14. (a) Was ist das geistige Land? (b) Warum ist dieses Land für Jehova so wertvoll?
13 In der Neuzeit erlebten Gottes Diener eine ähnliche Wiederherstellung. Wie wir in Kapitel 9 erfahren haben, wurde Gottes Volk 1919 aus der langen Gefangenschaft in Groß-Babylon befreit. In diesem Jahr brachte Jehova seine Diener in ein Land, nämlich ins geistige Paradies – ein Zustand oder Umfeld, in dem wir uns geborgen fühlen und wo unsere Freundschaft zu Jehova gedeihen kann. Dort leben wir in Sicherheit und haben inneren Frieden (Spr. 1:33). Wir bekommen eine Fülle von geistiger Nahrung und es macht uns wirklich zufrieden, uns beim Verkünden von Gottes Königreich voll einzusetzen. Wir erleben, wie wahr die Aussage ist: „Es ist der Segen Jehovas, der reich macht, und diesem Segen fügt er keinen Schmerz hinzu“ (Spr. 10:22). Ganz gleich, wo wir auf der Erde sind: Solange wir die reine Anbetung in Wort und Tat unterstützen, befinden wir uns in diesem Land, im geistigen Paradies.
14 Warum bedeutet dieses Land Jehova so viel? Er selbst hat die Bewohner – „das Wertvolle aus allen Völkern“ – dorthin gebracht, sie zur reinen Anbetung gezogen (Hag. 2:7; Joh. 6:44). Sie bemühen sich sehr, die neue Persönlichkeit anzuziehen, die unseren wundervollen Gott widerspiegelt (Eph. 4:23, 24; 5:1, 2). Mit ihrem selbstlosen Einsatz machen sie ihm Ehre und beweisen ihre Liebe zu ihm (Röm. 12:1, 2; 1. Joh. 5:3). Wir können nur erahnen, wie glücklich Jehova sein muss, wenn er sieht, was seine Diener alles tun. Was für ein schöner Gedanke! Wenn die reine Anbetung in unserem Leben das Wichtigste ist, verschönern wir nicht nur das geistige Paradies, sondern machen außerdem Jehova eine Riesenfreude (Spr. 27:11).
Ganz gleich, wo wir auf der Erde sind: Solange wir die reine Anbetung unterstützen, befinden wir uns in dem geistigen Land (Siehe Absatz 13, 14)
Die Invasion
15, 16. Wann marschiert Gog von Magog in unser „Land“ ein?
15 Es ist natürlich keine schöne Vorstellung, dass sich bald Nationen verbünden und in unser geliebtes „Land“ einfallen. Deshalb möchten wir nicht unvorbereitet sein. Beschäftigen wir uns nun mit drei Fragen, die sich förmlich aufdrängen.
16 Wann fällt Gog von Magog in unser wiederhergestelltes Land ein? In der Prophezeiung heißt es: „Am Ende der Jahre wirst du in das Land einmarschieren“ (Hes. 38:8). Das lässt auf eine Zeit kurz vor dem Ende des heutigen Weltsystems schließen. Wie wir wissen, wird die große Drangsal mit der Vernichtung von Babylon der Großen beginnen. Und wann wird Gog zum entscheidenden Schlag gegen Jehovas Diener ausholen? Nach der Vernichtung der falschen Religion, aber noch vor dem Beginn von Armageddon.
17, 18. Wie wird Jehova die Ereignisse in der großen Drangsal lenken?
17 Warum dringt Gog in das wiederhergestellte Land von Jehovas reinen Dienern ein? Hesekiels Prophezeiung nennt zwei Faktoren: Jehovas Lenkung und Gogs Boshaftigkeit.
18 Jehovas Lenkung. (Lies Hesekiel 38:4, 16.) Jehova sagt zu Gog: „Ich werde ... Haken in deinen Kiefer treiben“ und „dich gegen mein Land heranführen“. Bedeutet das, dass Jehova die Nationen zwingen wird, seine eigenen Diener anzugreifen? Natürlich nicht! Niemals würde er über sein Volk etwas Schlechtes bringen (Hiob 34:12). Aber Jehova kennt seine Feinde und weiß: Sie werden seine Diener hassen und der Gelegenheit, sie auszurotten, nicht widerstehen können (1. Joh. 3:13). Als würde Jehova Gog an einem Haken führen, wird er alles so lenken, dass sich die Ereignisse gemäß seinem Willen und Zeitplan entwickeln. Irgendwann nach der Vernichtung von Babylon der Großen wird Jehova möglicherweise die Nationen irgendwie ködern, sodass sie ihr wahres Gesicht zeigen. Er wird gewissermaßen den Weg für den Angriff frei machen, der Armageddon auslöst, den größten Krieg der Menschheitsgeschichte. Dann wird er sein Volk befreien, für seine Souveränität eintreten und seinen großen Namen heiligen (Hes. 38:23).
Die Nationen werden versuchen, die reine Anbetung zu „plündern“, weil sie sie und ihre Unterstützer hassen
19. Warum hat es Gog auf die reine Anbetung abgesehen?
19 Gogs Boshaftigkeit. Die Nationen werden „einen boshaften Plan schmieden“. Sie werden versuchen, ihrem erbitterten Hass auf Jehovas Diener Luft zu machen, die scheinbar schutzlos sind, ohne „Mauern, Riegel und Tore“. Außerdem ist ihr Ziel der „Reichtum“ des Volkes Gottes, also „große Beute zu machen und viel zu plündern“ (Hes. 38:10-12). Welchen „Reichtum“? Jehovas Volk besitzt großen geistigen Reichtum. Unser größter Schatz ist die reine Anbetung, die wir nur Jehova schenken. Genau darauf haben es die Nationen abgesehen. Nicht etwa, weil ihnen etwas an ihr liegt, sondern weil sie die reine Anbetung und all ihre Unterstützer hassen.
Gog wird „einen boshaften Plan schmieden“, um die reine Anbetung auszulöschen (Siehe Absatz 19)
20. Wie wird Gog wohl in unser Land einfallen?
20 Wie fällt Gog in unser geistiges Paradies ein? Vielleicht werden die Nationen versuchen, unsere Glaubensausübung unmöglich zu machen. Um das zu erreichen, wollen sie uns eventuell von geistiger Nahrung abschneiden, unser Zusammenkommen verhindern, unsere Einheit zerstören oder uns vom Predigen der Botschaft Gottes abhalten. Schließlich gehört all das zum geistigen Paradies. Von Satan aufgestachelt, werden die Nationen versuchen, Jehovas Diener – und mit ihnen die reine Anbetung – von der Erde auszulöschen.
21. Warum bist du dankbar, dass Jehova uns wissen lässt, was auf uns zukommt?
21 Der bevorstehende Angriff Gogs von Magog richtet sich gegen alle, die sich in dem geistigen Land der Anbeter Jehovas befinden. Wie dankbar wir sein können, dass Jehova uns darauf vorbereitet! Seien wir schon vor der großen Drangsal entschlossen, die reine Anbetung hochzuhalten und sie zum Wichtigsten in unserem Leben zu machen! So verschönern wir das wiederhergestellte Land und können uns auf etwas wirklich Spektakuläres freuen: wie Jehova in Armageddon sein Volk verteidigt und seinen großen Namen heiligt. Dazu mehr im nächsten Kapitel.
a Das nächste Kapitel erklärt, wie und wann Jehovas großer Zorn gegen Gog von Magog aufflammt und was das für Diener Jehovas bedeutet.
b Siehe „Fragen von Lesern“ im Wachtturm vom 15. Mai 2015, S. 29, 30.
c Daniel 11:45 lässt erkennen, dass der König des Nordens es auf Gottes Volk abgesehen hat, wenn es dort heißt: „Er wird seine königlichen Zelte zwischen dem großen Meer [Mittelmeer] und dem heiligen Berg des Schönen Landes [wo einst Gottes Tempel stand und Gottes Volk anbetete] aufschlagen.“
d Die Bibel spricht auch von einem neuzeitlichen „Assyrer“, der Gottes Volk ausrotten möchte (Mi. 5:5). Sie kündigt also folgende Angriffe auf Gottes Volk an: durch Gog von Magog, den König des Nordens, die Könige der Erde und den Assyrer. Möglicherweise handelt es sich dabei nicht um vier unterschiedliche Angriffe, sondern um ein und denselben.
e Auf die Identität von „Gog und Magog“ aus Offenbarung 20:7-9 wird in Kapitel 22 des vorliegenden Buches eingegangen.
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„An jenem Tag ... wird mein heftiger Zorn aufflammen“Die reine Anbetung Jehovas – endlich wiederhergestellt!
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KAPITEL 18
„An jenem Tag ... wird mein heftiger Zorn aufflammen“
FOKUS: Gogs Angriff provoziert Jehovas Zorn und Jehova verteidigt sein Volk in Armageddon
1-3. (a) Wozu führt Jehovas „heftiger Zorn“? (Siehe Anfangsbild.) (b) Worum geht es jetzt?
DIE Männer, Frauen und Kinder stehen dicht beisammen und singen ein Königreichslied. Dann spricht ein Ältester ein inniges Gebet und fleht Jehova an, sie zu beschützen. Alle sind davon überzeugt, dass Jehova für sie da sein wird. Trotzdem brauchen sie Zuspruch und Ermutigung. Draußen wird das Kriegsgetöse immer lauter. Armageddon hat begonnen! (Offb. 16:14, 16).
2 Jehova wird im Krieg von Armageddon Menschen nicht gleichgültig oder emotionslos vernichten, sondern in „heftigem Zorn“. (Lies Hesekiel 38:18.) Die Wucht seines Zorns wird sich nicht gegen ein einzelnes Land oder dessen Armee richten, sondern gegen unzählige Einzelpersonen überall auf der Erde. „Die von Jehova Erschlagenen werden an jenem Tag von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde daliegen“ (Jer. 25:29, 33).
3 Was verursacht bei Jehova – dem Gott der Liebe, der „barmherzig und mitfühlend“ ist und „nicht schnell zornig wird“ – solch einen Zornausbruch? (2. Mo. 34:6; 1. Joh. 4:16). Die Antwort darauf nimmt uns die Angst, macht uns Mut und motiviert uns für das Predigen heute.
Was Jehovas „heftigen Zorn“ auslöst
4, 5. Worin unterscheidet sich Gottes Zorn von dem unvollkommener Menschen?
4 Zuerst müssen wir verstehen, dass sich Jehovas Zorn nicht mit dem eines unvollkommenen Menschen vergleichen lässt. Wenn ein Mensch vor Wut kocht, verliert er oft die Kontrolle über sich – meist mit fatalem Ausgang. Kain, Adams erster Sohn, beispielsweise wurde „sehr wütend“, weil Jehova sein Opfer abgelehnt, das von Abel aber angenommen hatte. Die Folge? Kain tötete seinen gerechten Bruder (1. Mo. 4:3-8; Heb. 11:4). Und denken wir auch an David, den Jehova als „einen Mann nach meinem Herzen“ bezeichnete (Apg. 13:22). Selbst dieser gute Mensch hätte fast ein schreckliches Verbrechen begangen, als er hörte, dass der reiche Grundbesitzer Nabal ihn und seine Männer lautstark beleidigt hatte. Wutentbrannt schnallten David und seine Soldaten ihre Schwerter um, entschlossen, den undankbaren Nabal samt allen anderen Männern seiner Hausgemeinschaft zu töten. Wie gut, dass Nabals Frau Abigail David und seine Männer davon abhalten konnte (1. Sam. 25:9-14, 32, 33). Aus gutem Grund inspirierte Jehova Jakobus zu den Worten: „Der Zorn eines Menschen führt nicht zu dem, was in Gottes Augen gerecht ist“ (Jak. 1:20).
Jehovas Zorn ist immer kontrolliert und nachvollziehbar
5 Im Gegensatz zu Menschen hat sich Jehova immer unter Kontrolle und sein Zorn ist immer nachvollziehbar. Selbst im „heftigen Zorn“ handelt er gerecht. Nie würde er „die Gerechten zusammen mit den Bösen vernichten“ (1. Mo. 18:22-25). Außerdem ist Jehovas Zorn immer berechtigt. Sehen wir uns nun zwei Gründe an, warum Jehova zornig wird, und die Lehren für uns.
6. Wie reagiert Jehova, wenn sein Name entweiht wird?
6 Erstens: Jehovas Name wird entweiht. Wer vorgibt, Jehova zu vertreten, aber schlecht handelt, schädigt Gottes Ruf und macht ihn zu Recht zornig (Hes. 36:23). Wie die letzten Kapitel gezeigt haben, brachte das Volk Israel große Schande auf den Namen Jehovas. Kein Wunder, dass ihre Denk- und Handlungsweise seinen Zorn heraufbeschwor. Er verlor aber nie die Kontrolle über sich. Seine Strafe hatte immer das richtige Maß, war niemals überzogen (Jer. 30:11). Und wenn die Strafe ihren Zweck erfüllt hatte, war die Sache für Jehova erledigt (Ps. 103:9).
7, 8. Was können wir aus Jehovas Reaktion auf das Verhalten Israels lernen?
7 Lehren: Jehovas Reaktion auf das Verhalten Israels ist eine ernste Warnung für uns. Auch wir haben die Ehre, Jehovas Namen zu tragen. Wir sind seine Zeugen (Jes. 43:10). Unsere Worte und Taten fallen auf den Gott zurück, den wir vertreten. Niemals möchten wir uns dreist verhalten, also bewusst verkehrt handeln, und so Schande auf Jehovas Namen bringen. Solch eine Heuchelei ruft Jehovas Zorn hervor, und früher oder später wird er handeln, um seinen Ruf zu verteidigen (Heb. 3:13, 15; 2. Pet. 2:1, 2).
8 Sollte uns das davon abhalten, Jehovas Nähe zu suchen? Nein. Wie wir wissen, ist Jehova geduldig und vergibt gern (Jes. 55:7; Röm. 2:4). Allerdings lässt er sich nicht von Gefühlen blenden. Es ist gut, einen gesunden Respekt vor ihm zu entwickeln. Hartnäckige Sünder machen ihn zornig und er duldet sie nicht in seinem Volk (1. Kor. 5:11-13). Jehova hat uns mitgeteilt, was seinen Zorn erregt. Es liegt an uns, alles zu vermeiden, was ihn provozieren könnte (Joh. 3:36; Röm. 1:26-32; Jak. 4:8).
9, 10. Wie reagiert Jehova, wenn sein Volk bedroht wird? Nenne Beispiele.
9 Zweitens: Jehovas Volk wird bedroht. Jehova wird zornig, wenn Feinde seine loyalen Diener angreifen, die bei ihm Schutz und Fürsorge suchen. Nachdem zum Beispiel die Israeliten Ägypten verlassen hatten, verfolgte Pharao mit seinem schlagkräftigen Heer das scheinbar schutzlose Volk, das sich am Ufer des Roten Meeres drängte. Doch als die Krieger den Israeliten auf dem trockenen Meeresboden nachjagten, nahm Jehova die Räder ihrer Kriegswagen ab und warf die Ägypter „mitten ins Meer“. „Nicht ein Einziger von ihnen überlebte“ (2. Mo. 14:25-28). Loyale Liebe zu seinem Volk war der Grund, warum Jehovas Zorn gegen die Ägypter entflammte. (Lies 2. Mose 15:9-13.)
So wie zur Zeit Hiskias ein Engel das Volk Gottes vor den Assyrern beschützte, werden Engel auch uns beschützen (Siehe Absatz 10, 23)
10 Aus Liebe zu seinem Volk wurde Jehova auch zur Zeit von König Hiskia aktiv. Die damals mächtigste und brutalste Militärmacht, Assyrien, rückte gegen Jerusalem vor. Jehovas Dienern drohte eine Belagerung, die zu einem langsamen, elenden Tod führen würde (2. Kö. 18:27). Was tat Jehova? Er sandte einen Engel, der in nur einer Nacht 185 000 Soldaten tötete (2. Kö. 19:34, 35). Stellen wir uns einmal den nächsten Morgen im assyrischen Lager vor. Überall unberührte Speere, Schilde und Schwerter. Keine Trompeten, die zum Wecken blasen. Keine Befehle für die Truppen. Eine beklemmende Stille liegt über den Zelten. Ein Lager voller Leichen.
11. Was gibt es uns, wenn wir lesen, wie Jehova auf die Bedrohung seines Volkes reagiert hat?
11 Lehren: Diese Reaktionen Jehovas sind eine deutliche Warnung an Feinde, die uns bedrohen. Wenn man ihn zornig macht, ist es „etwas Furchtbares, dem lebendigen Gott in die Hände zu fallen“ (Heb. 10:31). Uns hingegen beruhigen diese Begebenheiten und machen uns mutiger. Zu wissen, dass unser Hauptfeind Satan keinen Erfolg haben wird, nimmt uns die Angst. Schon bald wird seine „kurze Frist“ enden! (Offb. 12:12). Bis es so weit ist, bleiben wir mutig und zuversichtlich. Niemand kann uns davon abhalten, Jehovas Willen zu tun – kein Mensch, keine Organisation, keine Regierung! (Lies Psalm 118:6-9.) Diese Überzeugung drückte der Apostel Paulus so aus: „Wenn Gott für uns ist, wer wird gegen uns sein?“ (Röm. 8:31).
12. Was wird bewirken, dass in der großen Drangsal Jehovas Zorn entflammt?
12 Jehova wird uns in der großen Drangsal beschützen, genau wie die Israeliten, die am Roten Meer in der Falle saßen, und die Juden, die von den Assyrern bedroht wurden. Wenn unsere Feinde versuchen, uns zu vernichten, wird Jehovas tiefe Liebe zu uns bewirken, dass sein Zorn entflammt. Alle, die so unvernünftig sind, uns anzugreifen, werden gewissermaßen Jehovas Pupille antasten. Augenblicklich und entschlossen wird er reagieren (Sach. 2:8, 9). Die anschließende Schlacht wird beispiellos sein. Doch Jehovas Zornausbruch dürfte seine Feinde eigentlich nicht überraschen. Warum nicht?
Wie Jehova gewarnt hat
13. Wovor hat Jehova gewarnt?
13 Jehova wird „nicht schnell zornig“. Immer und immer wieder hat er deutlich davor gewarnt, dass er alle vernichten wird, die sich ihm widersetzen und sein Volk bedrohen (2. Mo. 34:6, 7). Dazu hat Jehova Propheten eingesetzt wie Jeremia, Hesekiel, Daniel, Christus Jesus und die Apostel Petrus, Paulus und Johannes. (Siehe Kasten „Jehova warnt vor dem großen Krieg“.)
14, 15. Wofür hat Jehova alles gesorgt, und warum?
14 Jehova ließ diese Warnungen in seinem Wort festhalten. Er sorgte auch dafür, dass die Bibel das meistübersetzte und auflagenstärkste Buch aller Zeiten wurde. Auf der ganzen Erde hat er ein Heer von Freiwilligen, die vor seinem großen Tag warnen und zeigen, wie man Frieden mit ihm haben kann (Zeph. 1:14; Ps. 2:10-12; 110:3). Er hat seine Diener dazu gebraucht, bibelerklärende Veröffentlichungen in Hunderte von Sprachen zu übersetzen. Und jedes Jahr verwenden sie Hunderte Millionen von Stunden darauf, mit anderen über die Verheißungen und Warnungen aus seinem Wort zu sprechen.
15 Das alles hat Jehova getan, „weil er nicht will, dass irgendjemand vernichtet wird, sondern dass alle zur Reue finden“ (2. Pet. 3:9). Und wir dürfen diesen liebevollen, geduldigen Gott vertreten und dabei mithelfen, seine Botschaft bekannt zu machen! Doch für alle, die die Warnungen ignorieren, ist die Zeit bald abgelaufen.
Wann Jehovas „heftiger Zorn aufflammen“ wird
16, 17. Woher weiß Jehova, wann der Schlusskrieg beginnt?
16 Jehova hat für den Schlusskrieg einen Tag festgesetzt. Er weiß bereits, wann seine Feinde ihren Angriff auf sein Volk starten werden (Mat. 24:36). Woher weiß Jehova das?
17 Wie in Kapitel 17 dieses Buches beschrieben wurde, sagt Jehova zu Gog: „Ich werde ... Haken in deinen Kiefer treiben.“ Er wird die Völker in einen alles entscheidenden Krieg locken (Hes. 38:4). Das bedeutet weder, dass Jehova diesen Krieg beginnt, noch, dass er seinen Feinden den freien Willen nimmt. Er kann ihnen jedoch ins Herz sehen und weiß, wie sie unter bestimmten Umständen reagieren (Ps. 94:11; Jes. 46:9, 10; Jer. 17:10).
18. Wie wird es dazu kommen, dass Menschen gegen den Allmächtigen Krieg führen?
18 Jehova stiftet diesen Konflikt also nicht an und erzwingt ihn auch nicht. Wieso bringen sich Menschen dann in so eine Lage – gegen den Allmächtigen höchstpersönlich zu kämpfen? Wahrscheinlich werden sie zu diesem Zeitpunkt davon überzeugt sein, dass es keinen Gott gibt oder die Menschen ihm gleichgültig sind. Vielleicht weil sie kurz zuvor alle religiösen Organisationen Babylons ausgelöscht haben und schlussfolgern: „Wenn Gott existieren würde, hätte er sich für seine Organisationen starkgemacht.“ Sie werden nicht verstehen, dass Gott selbst es ihnen ins Herz gegeben hat, die Religionen zu beseitigen, die ihn so falsch dargestellt haben (Offb. 17:16, 17).
19. Was wird nach der Vernichtung der falschen Religion vermutlich geschehen?
19 Irgendwann nach der Vernichtung der falschen Religion wird Jehova sein Volk vermutlich eine schonungslose Botschaft predigen lassen – vergleichbar mit dem in der Offenbarung erwähnten Hagel, bei dem jeder Hagelstein über 20 Kilogramm wiegt (Offb. 16:21, Fn.). Diese Botschaft – wahrscheinlich eine Erklärung über das baldige Ende der politischen und wirtschaftlichen Systeme – wird die Leute so quälen, dass sie über Gott lästern. Wahrscheinlich wird genau diese Botschaft die Nationen reizen, einen Großangriff auf Gottes Volk zu unternehmen, um es ein für alle Mal zum Schweigen zu bringen. In ihren Augen werden wir schutzlos sein, eine leichte Beute. Was für ein Irrtum!
Wie sich Jehovas Zorn entlädt
20, 21. Wer ist Gog, und wie wird es mit ihm ausgehen?
20 Wie in Kapitel 17 erklärt wurde, steht der von Hesekiel gebrauchte prophetische Titel „Gog vom Land Magog“ für einen Zusammenschluss von Nationen, die uns angreifen (Hes. 38:2). Die Einheit dieses Zweckbündnisses wird allerdings am seidenen Faden hängen. Hinter der Fassade der Zusammenarbeit wird Rivalität, Stolz und Nationalismus weiter ihr Denken bestimmen. Für Jehova wird es daher ein Leichtes sein zu bewirken, dass sie ihr Schwert gegen ihren „eigenen Bruder“ richten (Hes. 38:21). Doch das bedeutet nicht, dass sich die Nationen selbst vernichten.
21 Unsere Feinde werden vor ihrer Vernichtung das Zeichen des Menschensohnes sehen – wahrscheinlich werden Jehova und Jesus auf übernatürliche Weise ihre Macht zeigen. Ihre Gegner werden Dinge sehen, die sie in Panik versetzen. Jesus sagte voraus: „Die Menschen werden ohnmächtig werden vor Angst und Erwartung dessen, was auf die bewohnte Erde zukommt“ (Luk. 21:25-27). Zu ihrem Entsetzen werden sie feststellen, dass sie sich mit ihrem Angriff auf Jehovas Volk gewaltig verrechnet haben. Sie werden den Schöpfer als Krieger kennenlernen müssen: Jehova, den Herrn der Heere (Ps. 46:6-11; Hes. 38:23). Zweifellos wird Jehova himmlische Heere und Naturgewalten so einsetzen, dass seine Feinde ausgelöscht, aber seine loyalen Diener beschützt werden. (Lies 2. Petrus 2:9.)
Wenn Jehovas Volk bedroht wird, wird er seine Heere einsetzen und seinen Zorn entladen (Siehe Absatz 21)
22, 23. Wer wird Gottes Volk beschützen, und wie betrachten sie sicher ihre Aufgabe?
Wozu sollte uns Jehovas Tag motivieren?
22 Wie sehr Jesus dem Tag entgegenfiebern muss, an dem er den Kampf gegen Gottes Feinde anführt und gleichzeitig die beschützt, die seinen Vater lieben und ihm dienen! Und wie sich die Gesalbten dann wohl fühlen! Irgendwann vor dem Ausbruch von Armageddon werden die Letzten von ihnen in den Himmel kommen, damit alle 144 000 an Jesu Seite kämpfen können (Offb. 17:12-14). Viele von ihnen haben in den letzten Tagen mit „anderen Schafen“ zusammengearbeitet und dabei enge Freunde gewonnen. Dann werden die Gesalbten sowohl über die Autorität als auch die Macht verfügen, alle zu verteidigen, die sie in ihren Prüfungen so treu unterstützt haben (Mat. 25:31-40).
23 Zu Jesu Heer werden auch Engel gehören (2. Thes. 1:7; Offb. 19:14). Sie haben ihm schon geholfen, Satan und die Dämonen aus dem Himmel zu werfen (Offb. 12:7-9). Außerdem waren sie daran beteiligt, Menschen einzusammeln, die Jehova dienen wollen (Offb. 14:6, 7). Wie passend, dass Jehova ihnen gestattet, diese Treuen zu beschützen! Vor allem aber wird es für jeden in Jehovas Heer eine Ehre sein, durch das Vernichten der Feinde Gottes seinen Namen zu heiligen und zu rechtfertigen! (Mat. 6:9, 10).
24. Wie wird die große Volksmenge reagieren?
24 Mit solch einem mächtigen, hoch motivierten Heer an unserer Seite brauchen wir als andere Schafe nicht in Panik zu geraten. Tatsächlich werden wir Jesu Aufforderung nachkommen: „Richtet euch auf und hebt den Kopf, denn eure Befreiung ist nah“ (Luk. 21:28). Wie wichtig es doch ist, dass wir vor dem Tag Jehovas so vielen wie möglich helfen, unseren barmherzigen, fürsorglichen Vater kennen und lieben zu lernen! (Lies Zephanja 2:2, 3.)
In Armageddon wird Jehovas Volk nicht kämpfen. Die Feinde werden sich gegenseitig angreifen. Uns werden Engel beschützen (Hes. 38:21) (Siehe Absatz 22-24)
25. Worum geht es im nächsten Kapitel?
25 Von Menschen geführte Kriege hinterlassen Chaos und Elend. Armageddon dagegen wird zu Ordnung und Glück führen. Wie wird es wohl sein, wenn Jehovas Zorn vorüber ist, seine Krieger ihre Schwerter abgelegt haben und das letzte Kriegsgetöse verhallt ist? Um diese großartige Zukunft geht es im nächsten Kapitel.
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