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Glauben wir wirklich an die gute Botschaft?Der Wachtturm 2003 | 15. Januar
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Glauben wir wirklich an die gute Botschaft?
„Das Königreich Gottes hat sich genaht. Bereut und glaubt an die gute Botschaft“ (MARKUS 1:15).
1, 2. Wie würdest du Markus 1:14, 15 erklären?
MAN schrieb das Jahr 30 u. Z. Jesus Christus hatte in Galiläa seinen großartigen Dienst begonnen. Er predigte „die gute Botschaft Gottes“, und viele Galiläer fühlten sich von seiner Aussage angesprochen: „Die bestimmte Zeit ist erfüllt, und das Königreich Gottes hat sich genaht. Bereut und glaubt an die gute Botschaft“ (Markus 1:14, 15).
2 „Die bestimmte Zeit“ war gekommen, da Jesus seinen Dienst begann und sich die Menschen so entscheiden sollten, dass es ihnen Gottes Anerkennung eintragen würde (Lukas 12:54-56). Gottes Königreich hatte sich „genaht“, weil Jesus als designierter König zugegen war. Aufrichtige Menschen fühlten sich durch seine Predigttätigkeit dazu bewogen, zu bereuen. Doch wie konnten sie zeigen, dass sie ‘an die gute Botschaft glaubten’, und wie kann uns das heute gelingen?
3. Wodurch zeigen Menschen, dass sie an die gute Botschaft glauben?
3 Wie Jesus forderte auch der Apostel Petrus die Menschen auf zu bereuen. An Juden, die zu Pfingsten 33 u. Z. in Jerusalem waren, richtete Petrus die Worte: „Bereut, und jeder von euch lasse sich im Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden taufen, und ihr werdet als freie Gabe den heiligen Geist empfangen.“ Tausende bereuten, ließen sich taufen und wurden Nachfolger Jesu (Apostelgeschichte 2:38, 41; 4:4). Im Jahr 36 u. Z. unternahmen reumütige Nichtjuden die gleichen Schritte (Apostelgeschichte 10:1-48). Auch in unserer Zeit veranlasst der Glaube an die gute Botschaft Tausende, ihre Sünden zu bereuen, sich Gott hinzugeben und sich taufen zu lassen. Sie haben die gute Botschaft der Rettung angenommen und üben Glauben an das Loskaufsopfer Jesu aus. Außerdem üben sie Gerechtigkeit und haben für Gottes Königreich Stellung bezogen.
4. Was ist Glaube?
4 Doch was ist Glaube? Der Apostel Paulus schrieb: „Der Glaube ist die gesicherte Erwartung erhoffter Dinge, der offenkundige Erweis von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht“ (Hebräer 11:1). Unser Glaube gibt uns die Gewissheit, dass alles, was Gott in seinem Wort verheißt, schon so gut wie eingetroffen ist. Er gleicht einer Urkunde, die uns das Eigentum an einem Grundstück garantiert. Der Glaube ist auch „der offenkundige Erweis“ oder die Grundlage für die Überzeugung, dass es unsichtbare Dinge wirklich gibt. Obwohl wir sie nicht gesehen haben, überzeugen uns unsere geistige Wahrnehmung und tiefe Wertschätzung von ihrer Existenz (2. Korinther 5:7; Epheser 1:18).
Wir benötigen Glauben!
5. Warum ist Glaube so wichtig?
5 Zwar sind uns geistige Bedürfnisse angeboren, nicht aber der Glaube. Ja, „der Glaube ist nicht ein Besitz aller Menschen“ (2. Thessalonicher 3:2). Damit jedoch Christen die Verheißungen Gottes erben können, müssen sie Glauben haben (Hebräer 6:12). Paulus führte viele Beispiele des Glaubens an und schrieb dann: „Da wir denn von einer so großen Wolke von Zeugen umgeben sind, so lasst uns auch allen Ballast und die uns leicht umstrickende Sünde ablegen, und lasst uns in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren laufen, während wir unseren Blick auf den Hauptvermittler und Vervollkommner unseres Glaubens, Jesus, gerichtet halten“ (Hebräer 12:1, 2). Was ist „die uns leicht umstrickende Sünde“? Es ist der Unglaube oder auch der Verlust des einst gehegten Glaubens. Um einen starken Glauben zu bewahren, müssen wir ‘unseren Blick auf Jesus gerichtet halten’ und sein Beispiel nachahmen. Auch müssen wir Unsittlichkeit ablehnen, die Werke des Fleisches bekämpfen und uns vor Materialismus, weltlichen Philosophien und unbiblischen Überlieferungen hüten (Galater 5:19-21; Kolosser 2:8; 1. Timotheus 6:9, 10; Judas 3, 4). Außerdem müssen wir glauben, dass Gott mit uns ist und dass sich der Rat aus seinem Wort wirklich erfolgreich anwenden lässt.
6, 7. Warum ist es angebracht, um Glauben zu beten?
6 Wir können uns den Glauben nicht durch eigene Willenskraft aneignen. Glaube gehört zur Frucht des heiligen Geistes, der wirksamen Kraft Gottes (Galater 5:22, 23). Wie können wir daher vorgehen, wenn unser Glaube gestärkt werden muss? Jesus sagte: „Wenn nun ihr ... euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel denen heiligen Geist geben, die ihn bitten!“ (Lukas 11:13). Beten wir also um heiligen Geist, denn er kann in uns den nötigen Glauben erzeugen, damit wir auch unter den schwierigsten Umständen Gottes Willen tun können (Epheser 3:20).
7 Um mehr Glauben zu beten, ist durchaus angebracht. „Ich glaube! Hilf mir, wo ich des Glaubens bedarf!“, flehte der Vater eines kleinen Jungen, aus dem Jesus einen Dämon austreiben sollte (Markus 9:24). Jesu Jünger sagten: „Gib uns mehr Glauben“ (Lukas 17:5). Beten wir somit um Glauben in der Gewissheit, dass Gott solche Gebete erhört (1. Johannes 5:14).
Glaube an Gottes Wort unerlässlich
8. Wie kann uns der Glaube an Gottes Wort helfen?
8 Kurz vor seinem Opfertod sagte Jesus zu seinen Nachfolgern: „Euer Herz werde nicht beunruhigt. Übt Glauben aus an Gott, übt auch Glauben aus an mich“ (Johannes 14:1). Wir Christen glauben an Gott und seinen Sohn. Doch wie verhält es sich mit Gottes Wort? Es kann unser Leben sehr zum Guten beeinflussen, wenn wir es studieren und uns daran halten, in dem festen Glauben, dass es keinen besseren Rat und keine bessere Anleitung für uns gibt (Hebräer 4:12).
9, 10. Wie würdest du die Aussage über den Glauben in Jakobus 1:5-8 erklären?
9 Als unvollkommene Menschen haben wir mit vielen Problemen im Leben zu kämpfen. Doch der Glaube an Gottes Wort kann uns wirklich helfen (Hiob 14:1). Nehmen wir beispielsweise an, wir wissen nicht, wie wir mit einer bestimmten Prüfung fertig werden sollen. Gottes Wort gibt uns dazu folgenden Rat: „Wenn es also einem von euch an Weisheit fehlt, so bitte er Gott unablässig, denn er gibt allen großmütig und ohne Vorwürfe zu machen; und sie wird ihm gegeben werden. Er bitte aber unablässig im Glauben, ohne irgendwie zu zweifeln, denn wer zweifelt, ist gleich einer Meereswoge, die vom Wind gejagt und umhergetrieben wird. In der Tat, jener Mensch denke nicht, dass er von Jehova etwas empfangen werde; er ist ein unentschlossener Mann, unbeständig in all seinen Wegen“ (Jakobus 1:5-8).
10 Jehova wird uns keine Vorwürfe machen, wenn es uns an Weisheit fehlt und wir darum beten. Vielmehr wird er uns helfen, die Prüfung im rechten Licht zu sehen. Vielleicht werden wir durch Glaubensbrüder oder unser Studium auf Bibelstellen aufmerksam gemacht, die uns weiterhelfen. Oder wir erhalten auf andere Weise Anleitung durch Jehovas heiligen Geist. Unser himmlischer Vater wird uns die nötige Weisheit schenken, mit Prüfungen fertig zu werden, wenn wir ‘unablässig im Glauben bitten, ohne irgendwie zu zweifeln’. Wären wir gleich einer vom Wind umhergetriebenen Meereswoge, dürften wir nicht erwarten, etwas von Jehova zu empfangen. Warum nicht? Weil das bedeuten würde, dass wir im Gebet oder in anderer Hinsicht — ja sogar in unserem Glauben — unentschlossen und unbeständig sind. Deshalb müssen wir fest an Gottes Wort und an die darin enthaltene Anleitung glauben. Betrachten wir einige Beispiele dafür, wie die Bibel Hilfe und Anleitung vermittelt.
Glaube und Lebensunterhalt
11. Welche Sicherheit hinsichtlich unserer täglichen Bedürfnisse gibt uns der Glaube an Gottes Wort?
11 Angenommen, wir haben gegenwärtig mit Entbehrungen oder Armut zu kämpfen. Was dann? Durch Glauben an Gottes Wort können wir die gesicherte Erwartung hegen, dass Jehova heute für unsere täglichen Bedürfnisse sorgen und in der Zukunft allen, die ihn lieben, Überfluss schenken wird (Psalm 72:16; Lukas 11:2, 3). Es kann uns ermuntern, darüber nachzudenken, wie Jehova für seinen Propheten Elia während einer Hungersnot Nahrung beschaffte. Später bewirkte Gott durch ein Wunder, dass der Mehl- und Ölvorrat einer Frau nicht ausging, sodass sie, ihr Sohn und Elia am Leben blieben (1. Könige 17:2-16). Jehova sorgte auch für seinen Propheten Jeremia, als die Babylonier Jerusalem belagerten (Jeremia 37:21). Es war zwar nicht besonders viel, was Jeremia und Elia zu essen hatten, aber Jehova sorgte für sie. Das Gleiche tut er für alle, die heute Glauben an ihn ausüben (Matthäus 6:11, 25-34).
12. Wie wird uns der Glaube helfen, unser Brot zu verdienen?
12 Glauben zu haben und biblische Grundsätze zu befolgen, wird uns keinen materiellen Reichtum einbringen, aber es wird uns helfen, unser Brot zu verdienen. Ein Beispiel: Die Bibel fordert uns auf, bei der Arbeit ehrlich und tüchtig zu sein (Sprüche 22:29; Prediger 5:18, 19; 2. Korinther 8:21). Unterschätzen wir nie, wie wertvoll es ist, als Arbeitnehmer in einem guten Ruf zu stehen. Selbst dort, wo gute Arbeitsplätze knapp sind, hat ein ehrlicher, geschickter und fleißiger Arbeiter bessere Chancen als andere. Er besitzt vielleicht nicht viel, aber in der Regel verfügt er über das zum Leben Notwendige und hat die Genugtuung, Brot zu essen, das er sich selbst verdient hat (2. Thessalonicher 3:11, 12).
Glaube hilft uns, Kummer zu ertragen
13, 14. Wie hilft uns Glaube, Kummer zu ertragen?
13 Gottes Wort zeigt ganz realistisch, dass es natürlich ist, zu trauern, wenn ein lieber Angehöriger stirbt. Der treue Patriarch Abraham trauerte um seine geliebte Frau Sara (1. Mose 23:2). David war untröstlich, als er erfuhr, dass sein Sohn Absalom tot war (2. Samuel 18:33). Sogar Jesus, ein vollkommener Mensch, weinte um seinen verstorbenen Freund Lazarus (Johannes 11:35, 36). Beim Tod eines geliebten Menschen droht uns die Traurigkeit womöglich zu überwältigen, aber der Glaube an die Verheißungen des Wortes Gottes kann uns helfen, diesen Kummer zu ertragen.
14 Paulus sprach von seiner Hoffnung zu Gott, dass „es eine Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten geben wird“ (Apostelgeschichte 24:15). Wir müssen daran glauben, dass Gott es zahllosen Menschen ermöglichen wird, wieder zum Leben zu kommen (Johannes 5:28, 29). Zu ihnen werden Abraham und Sara gehören, Isaak und Rebekka, Jakob und Lea — ja alle, die im Tod entschlafen sind und die eine Auferstehung in Gottes neuer Welt erwartet (1. Mose 49:29-32). Wie viel Freude herrschen wird, wenn liebe Angehörige aus dem Todesschlaf erwachen und wieder hier auf der Erde leben werden! (Offenbarung 20:11-15). Bis dahin wird uns der Glaube — auch wenn er nicht allen Kummer beseitigt — befähigen, unserem Gott nahe zu bleiben, der uns hilft, den Schmerz der Trauer zu ertragen (Psalm 121:1-3; 2. Korinther 1:3).
Glaube stärkt bei Depressionen
15, 16. (a) Warum kann man sagen, dass es nichts Neues ist, wenn Glaubensmenschen niedergeschlagen sind? (b) Was kann man gegen Niedergeschlagenheit tun?
15 Gottes Wort zeigt auch, dass selbst jemand, der Glauben ausübt, von Depressionen heimgesucht werden kann. Hiob kam es in seiner schweren Prüfung so vor, als habe Gott ihn verlassen (Hiob 29:2-5). Nehemia war betrübt, weil Jerusalem samt seinen Mauern verwüstet dalag (Nehemia 2:1-3). Petrus war so niedergeschmettert, weil er Jesus verleugnet hatte, dass er ‘bitterlich weinte’ (Lukas 22:62). Und Paulus bat seine Glaubensbrüder in der Versammlung Thessalonich dringend, ‘bekümmerten Seelen tröstend zuzureden’ (1. Thessalonicher 5:14). Es ist also nichts Neues, wenn Glaubensmenschen heute an Depressionen leiden. Was können wir jedoch tun, um mit Depressionen fertig zu werden?
16 Möglicherweise sind wir deprimiert, weil wir mehreren ernsten Problemen gleichzeitig gegenüberstehen. Statt alle als einen einzigen großen Berg zu betrachten, gelingt es uns vielleicht, ein Problem nach dem anderen zu lösen, indem wir biblische Grundsätze anwenden. Das kann unsere Niedergeschlagenheit lindern. Uns nicht zu viel vorzunehmen und uns genügend Ruhe zu gönnen, kann ebenfalls nützlich sein. Eines ist sicher: Der Glaube an Gott und sein Wort fördert unser geistiges Wohlergehen, weil er uns in der Überzeugung bestärkt, dass Jehova wirklich für uns sorgt.
17. Wieso wissen wir, dass Jehova für uns sorgt?
17 Petrus gibt uns die folgende tröstliche Zusicherung: „Erniedrigt euch ... unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch zur gegebenen Zeit erhöhe, wobei ihr all eure Sorge auf ihn werft, denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5:6, 7). Der Psalmist schrieb in einem Lied: „Jehova stützt alle Fallenden und richtet auf alle Niedergebeugten“ (Psalm 145:14). Wir sollten diesen Zusicherungen glauben, denn sie stehen in Gottes Wort. Selbst wenn die Niedergeschlagenheit länger anhält, ist es doch sehr glaubensstärkend, zu wissen, dass wir all unsere Sorge auf unseren liebenden himmlischen Vater werfen können.
Glaube bei anderen Prüfungen
18, 19. Wie hilft uns der Glaube, mit Krankheit fertig zu werden und kranke Glaubensbrüder zu trösten?
18 Unser Glaube kann auf eine harte Probe gestellt werden, wenn wir selbst oder liebe Angehörige schwer erkranken. Die Bibel berichtet nicht, dass Christen wie Epaphroditus, Timotheus oder Trophimus durch ein Wunder geheilt worden wären, doch zweifellos half Jehova ihnen auszuharren (Philipper 2:25-30; 1. Timotheus 5:23; 2. Timotheus 4:20). Und über den, „der mit Rücksicht auf den Geringen handelt“, schrieb der Psalmist: „Jehova selbst wird ihn auf einem Krankenlager stützen; sein ganzes Bett wirst du während seiner Krankheit gewiss umwandeln“ (Psalm 41:1-3). Wie können uns die Worte des Psalmisten helfen, kranke Glaubensbrüder zu trösten?
19 Wir können Kranken unter anderem dadurch geistigen Beistand leisten, dass wir mit ihnen und für sie beten. Zwar bitten wir Gott heute nicht darum, Wunderheilungen zu vollbringen, aber wir können darum beten, dass er einem Kranken die nötige Kraft gibt, sein Leiden zu ertragen, ihn aber auch geistig stärkt, um in dieser Zeit der Schwachheit ausharren zu können. Jehova wird ihn stützen, und sein Glaube wird gestärkt durch die Aussicht auf eine Zeit, da ‘kein Bewohner sagen wird: „Ich bin krank“ ’ (Jesaja 33:24). Wie tröstend ist es doch, zu wissen, dass gehorsame Menschen durch den auferweckten Jesus Christus und durch Gottes Königreich dauerhaft von Sünde, Krankheit und Tod befreit werden! Für diese großartige Zukunftshoffnung danken wir Jehova, der ‘all unsere Krankheiten heilen wird’ (Psalm 103:1-3; Offenbarung 21:1-5).
20. Warum ist es zutreffend, dass uns der Glaube durch die „unglücklichen Tage“ des Alters hindurchhelfen kann?
20 Der Glaube kann uns auch durch die „unglücklichen Tage“ des Alters hindurchhelfen, wenn Gesundheit und Kraft nachlassen (Prediger 12:1-7). Deshalb können die Älteren unter uns mit den Worten des betagten Psalmisten beten: „Du bist meine Hoffnung, o Souveräner Herr Jehova ... Wirf mich nicht weg in der Zeit des Alters; gerade wenn meine Kraft versagt, verlass mich nicht“ (Psalm 71:5, 9). Der Psalmist spürte, dass er auf Jehovas Unterstützung angewiesen war. Genauso geht es heute vielen unserer Glaubensbrüder, die im Dienst für Gott alt geworden sind. Zufolge ihres Glaubens können sie sich der nie versagenden Unterstützung der ewigen Arme Jehovas sicher sein (5. Mose 33:27).
Den Glauben an Gottes Wort bewahren
21, 22. Wie wirkt sich unser Glaube auf unser Verhältnis zu Gott aus?
21 Der Glaube an die gute Botschaft und an das gesamte Wort Gottes hilft uns, Jehova immer näher zu kommen (Jakobus 4:8). Wiewohl Souveräner Herr, ist er gleichzeitig auch unser Schöpfer und Vater (Jesaja 64:8; Matthäus 6:9; Apostelgeschichte 4:24). Der Psalmist schrieb in einem Lied: „Du bist mein Vater, mein Gott und der Fels meiner Rettung“ (Psalm 89:26). Üben wir Glauben an Jehova und an sein inspiriertes Wort aus, dann können auch wir ihn als ‘den Fels unserer Rettung’ betrachten. Welch eine herzerfreuende Ehre!
22 Jehova ist der Vater geistgezeugter Christen und ihrer Gefährten, die die Hoffnung hegen, ewig auf der Erde zu leben (Römer 8:15). Und der Glaube an unseren himmlischen Vater führt nie zur Enttäuschung. David sagte: „Falls mein eigener Vater und meine eigene Mutter mich verließen, würde ja Jehova selbst mich aufnehmen“ (Psalm 27:10). Außerdem wird uns zugesichert: „Jehova wird sein Volk um seines großen Namens willen nicht im Stich lassen“ (1. Samuel 12:22).
23. Was ist notwendig, damit wir auf Dauer ein gutes Verhältnis zu Jehova genießen können?
23 Um auf Dauer ein gutes Verhältnis zu Jehova genießen zu können, müssen wir freilich an die gute Botschaft glauben und die Heilige Schrift als das annehmen, was sie wirklich ist: das Wort Gottes (1. Thessalonicher 2:13). Unser Glaube an Jehova muss unerschütterlich sein, und wir müssen unseren Pfad von seinem Wort erleuchten lassen (Psalm 119:105; Sprüche 3:5, 6). Unser Glaube wird wachsen, wenn wir zu Jehova beten im Vertrauen auf sein Mitgefühl, seine Barmherzigkeit und seine Hilfe.
24. Welcher tröstliche Gedanke ist in Römer 14:8 zu finden?
24 Glaube veranlasste uns einst, uns Gott für alle Ewigkeit hinzugeben. Mit einem starken Glauben sind und bleiben wir seine ergebenen Diener, selbst wenn wir sterben sollten, denn wir haben die Hoffnung auf eine Auferstehung. Ja, „wenn wir leben und auch wenn wir sterben, gehören wir Jehova“ (Römer 14:8). Behalten wir diesen tröstlichen Gedanken im Sinn und bewahren wir unser Vertrauen auf Gottes Wort, sodass wir auch künftig an die gute Botschaft glauben.
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Wie stark ist unser Glaube?Der Wachtturm 2003 | 15. Januar
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Wie stark ist unser Glaube?
„Ihr steht durch euren Glauben“ (2. KORINTHER 1:24).
1, 2. Warum müssen wir Glauben haben, und wie kann unser Glaube gestärkt werden?
JEHOVAS Diener wissen, dass sie Glauben haben müssen. Ja, ‘ohne Glauben ist es unmöglich, Gott wohlzugefallen’ (Hebräer 11:6). Deshalb tun wir gut daran, um heiligen Geist zu beten und um Glauben, der zu dessen vortrefflicher Frucht gehört (Lukas 11:13; Galater 5:22, 23). Den Glauben unserer Brüder nachzuahmen, kann ebenfalls unseren Glauben festigen (2. Timotheus 1:5; Hebräer 13:7).
2 Unser Glaube wird auch dadurch gestärkt, dass wir beharrlich dem Weg folgen, den Gottes Wort für alle Christen vorgezeichnet hat. Der Glaube kann wachsen, wenn wir täglich in der Bibel lesen und sie mithilfe der Veröffentlichungen, die der „treue Verwalter“ zur Verfügung stellt, eifrig studieren (Lukas 12:42-44; Josua 1:7, 8). Unsere regelmäßige Anwesenheit bei christlichen Zusammenkünften und Kongressen bewirkt, dass wir uns durch unseren Glauben gegenseitig ermuntern (Römer 1:11, 12; Hebräer 10:24, 25). Zudem wird unser Glaube gestärkt, wenn wir unseren Mitmenschen predigen (Psalm 145:10-13; Römer 10:11-15).
3. Welche Hilfe für den Glauben erhalten wir von liebevollen christlichen Ältesten?
3 Liebevolle christliche Älteste helfen uns, unseren Glauben zu befestigen, indem sie uns biblischen Rat geben und uns ermuntern. Sie empfinden genauso wie der Apostel Paulus, der zu den Korinthern sagte: „Wir sind Mitarbeiter an eurer Freude, denn ihr steht durch euren Glauben“ (2. Korinther 1:23, 24). Eine andere Bibelübersetzung gibt den Text folgendermaßen wieder: „Wir sind Helfer zu eurer Freude; denn im Glauben seid ihr fest verwurzelt“ (Einheitsübersetzung). Die Gerechten leben zufolge des Glaubens. Natürlich kann niemand stellvertretend für uns Glauben ausüben oder loyale Bewahrer der Lauterkeit aus uns machen. Was das angeht, müssen wir ‘unsere eigene Last tragen’ (Galater 3:11; 6:5).
4. Wie kann unser Glaube durch Bibelberichte über treue Diener Gottes gestärkt werden?
4 Die Heilige Schrift enthält zahlreiche Berichte über Glaubensmenschen. Wahrscheinlich kennen wir viele ihrer herausragenden Taten. Aber haben wir uns schon einmal gefragt, wie sie Tag für Tag Glauben bekundeten, mitunter ein langes Leben hindurch? Darüber nachzudenken, wie sie unter ähnlichen Umständen, wie wir sie erleben, diese Eigenschaft bewiesen, kann unseren Glauben stärken.
Glaube verleiht uns Mut
5. Wie zeigt die Bibel, dass uns der Glaube die Kraft verleiht, Gottes Wort mutig zu verkünden?
5 Der Glaube gibt uns die Kraft, Gottes Wort mutig zu verkünden. Henoch prophezeite unerschrocken die Vollstreckung des göttlichen Urteils. Er sagte: „Siehe! Jehova kam mit seinen heiligen Myriaden, um an allen das Gericht zu vollziehen und alle Gottlosen all ihrer gottlosen Taten zu überführen, die sie auf gottlose Weise begingen, und all der anstößigen Dinge, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben“ (Judas 14, 15). Henochs gottlose Feinde wollten ihn auf diese Worte hin zweifellos umbringen. Trotzdem erhob er voller Glauben mutig seine Stimme, und Gott „nahm ihn hinweg“, indem er Henochs Leben beendete, während sich dieser in einem Trancezustand befand — offenbar ohne dass er die Wehen des Todes verspüren musste (1. Mose 5:24; Hebräer 11:5). Zwar erleben wir heute keine derartigen Wunder, aber Jehova erhört unsere Gebete, sodass wir sein Wort voller Glauben und Mut verkünden können (Apostelgeschichte 4:24-31).
6. Wie halfen Noah der von Gott kommende Glaube und Mut?
6 Durch Glauben errichtete Noah „eine Arche zur Rettung seiner Hausgemeinschaft“ (Hebräer 11:7; 1. Mose 6:13-22). Noah war auch ein „Prediger der Gerechtigkeit“, der seinen Zeitgenossen mutig Gottes Warnung verkündete (2. Petrus 2:5). Wahrscheinlich haben sie damals genauso über seine Ankündigung einer Sintflut gespottet, wie heute einige spotten, wenn wir ihnen aus der Bibel beweisen, dass das gegenwärtige System der Dinge bald vernichtet wird (2. Petrus 3:3-12). Wie Henoch und Noah können aber auch wir eine solche Botschaft verkünden, weil Gott uns Glauben gegeben und Mut verliehen hat.
Glaube macht uns geduldig
7. Wie bewiesen Abraham und andere Glauben und Geduld?
7 Gerade weil wir das Ende des gegenwärtigen bösen Systems erwarten, benötigen wir Glauben und Geduld. Zu denen, die „durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben“ werden, gehört der gottesfürchtige Patriarch Abraham (Hebräer 6:11, 12). Durch Glauben verließ er die Stadt Ur mit all ihrem Komfort und wurde ein Fremdling in einem fernen Land, das Gott ihm verheißen hatte. Isaak und Jakob wurden Erben derselben Verheißung. Doch „alle diese starben im Glauben, ohne die Erfüllung der Verheißungen erhalten zu haben“. Durch Glauben ‘strebten sie nach einem besseren Ort, nämlich einem, der zum Himmel gehört’. Deshalb hat Gott „ihnen eine Stadt bereitgemacht“ (Hebräer 11:8-16). Ja, Abraham, Isaak und Jakob — samt ihren gottesfürchtigen Frauen — warteten geduldig auf Gottes himmlisches Königreich, unter dem sie zum Leben auf der Erde auferweckt werden.
8. Trotz welcher Umstände zeichneten sich Abraham, Isaak und Jakob durch Geduld und Glauben aus?
8 Abraham, Isaak und Jakob verloren ihren Glauben nicht. Weder nahmen sie das Land der Verheißung in Besitz, noch erlebten sie, wie sich durch Abrahams Samen alle Nationen segneten (1. Mose 15:5-7; 22:15-18). Obwohl die ‘Stadt, deren Erbauer Gott ist’, erst Jahrhunderte später ins Dasein kommen sollte, zeichneten sich diese Männer ihr Leben lang durch Glauben und Geduld aus. Bestimmt sollten wir jetzt, wo das messianische Königreich im Himmel tatsächlich regiert, erst recht geduldig und glaubensstark bleiben (Psalm 42:5, 11; 43:5).
Glaube lässt uns nach den erhabensten Zielen streben
9. Wie wirkt sich der Glaube auf unsere Ziele aus?
9 Die treuen Patriarchen übernahmen zu keiner Zeit den verderbten Lebensstil der Kanaaniter, denn sie hatten weit erhabenere Ziele. Auch uns vermittelt der Glaube geistige Ziele; dadurch können wir verhindern, dass wir von der Welt vereinnahmt werden, die in der Macht des Bösen, Satans, des Teufels, liegt (1. Johannes 2:15-17; 5:19).
10. Wieso wissen wir, dass Joseph weit erhabenere Ziele hatte, als in der Welt berühmt zu werden?
10 Durch göttliche Fügung wurde Jakobs Sohn Joseph als Lebensmittelverwalter in Ägypten eingesetzt. Aber er wollte nicht einer der Großen in dieser Welt werden. Im Glauben daran, dass Jehova seine Verheißungen erfüllen würde, sagte der 110-jährige Joseph seinen Brüdern: „Ich sterbe nun; aber Gott wird euch ganz gewiss seine Aufmerksamkeit zuwenden, und er wird euch bestimmt aus diesem Land hinaufbringen in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat.“ Joseph wollte im Land der Verheißung begraben werden. Nach seinem Tod wurde er einbalsamiert und in Ägypten in einen Sarg gelegt. Als aber die Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei befreit wurden, nahm der Prophet Moses Josephs Gebeine mit sich, um sie im Land der Verheißung begraben zu lassen (1. Mose 50:22-26; 2. Mose 13:19). Ein Glaube wie derjenige Josephs sollte uns veranlassen, uns weit erhabenere Ziele zu setzen, als in der Welt berühmt zu werden (1. Korinther 7:29-31).
11. Wie zeigte Moses, dass er sich Glaubensziele gesetzt hatte?
11 Moses ‘erwählte es sich, eher mit dem Volk Gottes schlecht behandelt zu werden, als den zeitweiligen Genuss der Sünde zu haben’, der ihm als hochgebildetem Mitglied der königlichen Familie Ägyptens zugänglich war (Hebräer 11:23-26; Apostelgeschichte 7:20-22). Er musste deshalb auf weltliches Ansehen und auf ein großartiges Begräbnis mit einem Sarkophag in einer berühmten ägyptischen Grabstätte verzichten. Doch welchen Wert hätte das gehabt im Vergleich zu der Ehre, ein „Mann des wahren Gottes“, Mittler des Gesetzesbundes, Prophet Jehovas und Bibelschreiber zu sein? (Esra 3:2). Fragen wir uns: Halte ich eine renommierte weltliche Karriere für erstrebenswert oder lässt mich mein Glaube nach weit erhabeneren Zielen im Dienst Jehovas streben?
Glaube hat ein lohnendes Leben zur Folge
12. Wie wirkte sich Rahabs Glaube auf ihr Leben aus?
12 Der Glaube lässt uns nicht nur nach den erhabensten Zielen streben, sondern hat auch ein lohnendes Leben zur Folge. Für Rahab von Jericho muss das Leben als Hure alles andere als sinnvoll gewesen sein. Doch ihr Leben änderte sich drastisch, als sie Glauben ausübte! Sie wurde „durch Werke [des Glaubens] gerechtgesprochen, nachdem sie die [israelitischen] Boten gastfreundlich aufgenommen und sie auf einem anderen Weg weggesandt hatte“, sodass sie ihren kanaanitischen Feinden entkommen konnten (Jakobus 2:24-26). Rahab erkannte Jehova als den wahren Gott an und bewies ihren Glauben auch dadurch, dass sie ihr Leben der Prostitution aufgab (Josua 2:9-11; Hebräer 11:30, 31). Sie heiratete nicht einen ungläubigen Kanaaniter, sondern einen Diener Jehovas (5. Mose 7:3, 4; 1. Korinther 7:39). Rahab wurde die großartige Ehre zuteil, eine Vorfahrin des Messias zu werden (1. Chronika 2:3-15; Ruth 4:20-22; Matthäus 1:5, 6). Und sie wird zusammen mit anderen — von denen manche ebenfalls einen unsittlichen Lebenswandel aufgegeben haben — eine weitere Belohnung erhalten: eine Auferstehung zum Leben im Paradies auf der Erde.
13. Welche Sünde beging David mit Bathseba, doch welche Einstellung bekundete er?
13 Nachdem Rahab ihren sündigen Lebenswandel aufgegeben hatte, lebte sie ganz offensichtlich fortan rechtschaffen. Es gibt aber auch Personen, die schwer sündigten, nachdem sie Gott schon lange hingegeben waren. König David beging mit Bathseba Ehebruch, ließ ihren Mann in der Schlacht töten und nahm sie dann zur Frau (2. Samuel 11:1-27). Später bereute David zutiefst betrübt und bat Jehova inständig: „Deinen heiligen Geist o nimm nicht weg von mir.“ David büßte Gottes Geist nicht ein. Er glaubte, dass Jehova in seiner Barmherzigkeit ein wegen der Sünde „gebrochenes und zerschlagenes Herz“ nicht verachten werde (Psalm 51:11, 17; 103:10-14). Zufolge ihres Glaubens durften David und Bathseba einen Platz in der Abstammungslinie des Messias einnehmen (1. Chronika 3:5; Matthäus 1:6, 16; Lukas 3:23, 31).
Göttliche Zusicherung stärkt den Glauben
14. Welche Zusicherung erhielt Gideon, und wie kann sich dieser Bericht auf unseren Glauben auswirken?
14 Obwohl wir durch Glauben wandeln, benötigen wir mitunter vielleicht eine Zusicherung, dass Gott uns helfen wird. So erging es dem Richter Gideon — einer derjenigen, „die durch Glauben Königreiche niederkämpften“ (Hebräer 11:32, 33). Als die Midianiter und ihre Verbündeten in Israel einfielen, ‘hüllte Gottes Geist Gideon ein’. Weil er sich versichern wollte, dass Jehova mit ihm war, schlug er Proben mit einem Wollvlies vor, das er über Nacht auf der Dreschtenne ausbreitete. Bei der ersten Probe entstand allein auf dem Vlies Tau, während die Erde ringsherum trocken blieb. Bei der zweiten Probe war es genau umgekehrt. Gestärkt durch diese Zusicherung, handelte der umsichtige Gideon voller Glauben und besiegte die Feinde Israels (Richter 6:33-40; 7:19-25). Wollen wir uns vor einer Entscheidung der Hilfe Jehovas versichern, heißt das nicht, dass wir zu wenig Glauben hätten. Im Gegenteil, es zeugt von Glauben, wenn wir die Bibel und christliche Veröffentlichungen zurate ziehen und um die Leitung des heiligen Geistes beten, bevor wir entscheiden (Römer 8:26, 27).
15. Inwiefern kann es uns helfen, über den Glauben Baraks nachzudenken?
15 Der Glaube des Richters Barak wurde gestärkt, weil er eine Zusicherung in Form einer Ermunterung erhielt. Die Prophetin Debora spornte ihn an, die Initiative zu ergreifen, um die vom kanaanitischen König Jabin bedrückten Israeliten zu befreien. Voller Glauben und mit der Zusicherung göttlicher Unterstützung führte Barak 10 000 dürftig gerüstete Männer in die Schlacht und triumphierte über die viel stärkere Streitmacht Jabins unter dem Heerobersten Sisera. Jener Sieg wurde in einem begeisternden Lied von Debora und Barak besungen (Richter 4:1 bis 5:31). Debora ermutigte Barak, als von Gott eingesetzter Führer Israels zu handeln, und so gehörte er zu den Dienern Jehovas, die durch Glauben „die Heere von Fremden auseinander trieben“ (Hebräer 11:34). Darüber nachzudenken, wie Gott Barak segnete, weil er voller Glauben handelte, kann auch uns zum Handeln veranlassen, wenn wir ein wenig zögern, eine schwierige Aufgabe im Dienst für Jehova zu erfüllen.
Glaube fördert Frieden
16. Welches gute Beispiel gab Abraham, als er Frieden mit Lot suchte?
16 Der Glaube hilft uns nicht nur, schwierige Aufgaben im Dienst für Gott zu erfüllen, sondern er trägt auch zum Frieden und zur inneren Ruhe bei. Der betagte Abraham ließ seinen jüngeren Neffen Lot die besten Weidegründe aussuchen, als sie sich voneinander trennen mussten, weil sich ihre Hirten zankten (1. Mose 13:7-12). Bestimmt betete Abraham glaubensvoll um Gottes Hilfe, jenes Problem zu lösen. Statt zuerst an seine Interessen zu denken, regelte er die Sache friedlich. Haben wir eine Meinungsverschiedenheit mit einem Glaubensbruder, sollten wir an Abrahams Beispiel liebevoller Rücksichtnahme denken, die Angelegenheit glaubensvoll zum Gegenstand unserer Gebete machen und ‘Frieden suchen’ (1. Petrus 3:10-12).
17. Woraus ist ersichtlich, dass ein offensichtliches Zerwürfnis zwischen Paulus, Barnabas und Markus friedlich beigelegt wurde?
17 Beachten wir, wie es uns helfen kann, den Frieden zu fördern, wenn wir glaubensvoll christliche Grundsätze anwenden. Als Paulus zu seiner zweiten Missionsreise aufbrechen wollte, stimmte Barnabas seinem Vorschlag zu, die Versammlungen auf Zypern und in Kleinasien wieder zu besuchen. Allerdings wollte Barnabas seinen Cousin Markus mitnehmen. Damit war Paulus nicht einverstanden, weil Markus sie in Pamphylien verlassen hatte. „Dadurch gab es einen heftigen Zornausbruch“, und die beiden trennten sich im Streit. Barnabas nahm Markus mit nach Zypern; Paulus erwählte sich Silas als Gefährten, ging „durch Syrien und Zilizien und stärkte die Versammlungen“ (Apostelgeschichte 15:36-41). Im Lauf der Zeit wurde das offensichtliche Zerwürfnis jedoch beigelegt, denn Markus befand sich später mit Paulus in Rom, und der Apostel äußerte sich lobend über ihn (Kolosser 4:10; Philemon 23, 24). Als Paulus um 65 u. Z. in Rom gefangen war, wies er Timotheus an: „Nimm Markus und bring ihn mit dir, denn er ist mir für den Dienst nützlich“ (2. Timotheus 4:11). Paulus hatte sein Verhältnis zu Barnabas und Markus mit Sicherheit zum Gegenstand seiner glaubensvollen Gebete gemacht und so die innere Ruhe erlangt, die der „Frieden Gottes“ bewirkt (Philipper 4:6, 7).
18. Wovon können wir im Fall von Euodia und Syntyche ausgehen?
18 Natürlich ‘straucheln wir alle oft’, weil wir unvollkommen sind (Jakobus 3:2). Schwierigkeiten entstanden zum Beispiel zwischen zwei Christinnen, über die Paulus schrieb: „Euodia ermahne ich und Syntyche ermahne ich, gleichen Sinnes im Herrn zu sein. ... steh diesen Frauen weiterhin bei, die für die gute Botschaft Seite an Seite mit mir gestritten haben“ (Philipper 4:1-3). Höchstwahrscheinlich lösten diese beiden gottesfürchtigen Frauen ihr Problem auf friedlichem Weg, beispielsweise indem sie den in Matthäus 5:23, 24 aufgezeichneten Rat befolgten. Biblische Grundsätze anzuwenden, trägt auch heute maßgeblich dazu bei, den Frieden zu fördern.
Glaube befähigt uns auszuharren
19. Welche zermürbende Situation konnte dem Glauben Isaaks und Rebekkas nichts anhaben?
19 Durch Glauben können wir auch Widrigkeiten ertragen. Vielleicht sind wir bedrückt, weil ein getauftes Mitglied unserer Familie Gott ungehorsam geworden ist und einen Ungläubigen geheiratet hat (1. Korinther 7:39). Isaak und Rebekka hatten viel Kummer, weil ihr Sohn Esau gottlose Frauen heiratete. Diese Hethiterinnen „waren für Isaak und Rebekka ein Anlass zur Bitterkeit des Geistes“ — und zwar so stark, dass Rebekka sagte: „Ich bin so weit, dass mich mein Leben wegen der Töchter Heths anwidert. Wenn sich Jakob je eine Frau von den Töchtern Heths nimmt wie diese von den Töchtern des Landes, was habe ich da noch vom Leben?“ (1. Mose 26:34, 35; 27:46). Aber selbst jene so zermürbende Situation zerstörte zu keiner Zeit den Glauben Isaaks und Rebekkas. Bewahren auch wir uns einen starken Glauben, wenn uns irgendwelche Umstände das Leben schwer machen.
20. Welches Beispiel im Glauben geben uns Noomi und Ruth?
20 Die betagte Witwe Noomi aus dem Stamm Juda wusste, dass Söhne von Frauen aus ihrem Stamm Vorfahren des Messias werden könnten. Da ihre eigenen Söhne aber kinderlos gestorben waren und sie mittlerweile zu alt war, um selbst noch Kinder zu bekommen, standen die Aussichten für ihre Familie, zur Abstammungslinie des Messias zu gehören, denkbar schlecht. Und doch wurde ihre verwitwete Schwiegertochter Ruth die Frau des betagten Boas, schenkte ihm einen Sohn und wurde eine Vorfahrin Jesu, des Messias (1. Mose 49:10, 33; Ruth 1:3-5; 4:13-22; Matthäus 1:1, 5). Der Glaube Noomis und Ruths überdauerte alle Widrigkeiten und trug ihnen Freude ein. Auch wir werden große Freude ernten, wenn wir unter Schwierigkeiten den Glauben bewahren.
21. Wie wirkt sich der Glaube auf uns aus, und wozu sollten wir entschlossen sein?
21 Wir wissen zwar nie, was ein Tag uns persönlich bringen wird, aber durch Glauben sind wir jeder Herausforderung gewachsen. Der Glaube verleiht uns Mut und macht uns geduldig. Er lässt uns nach den erhabensten Zielen streben und führt zu einem lohnenden Leben. Der Glaube wirkt sich positiv auf unser Verhältnis zu unseren Mitmenschen aus und übersteht Widrigkeiten. Seien wir daher entschlossen, zu denen zu gehören, „die Glauben haben zum Lebendigerhalten der Seele“ (Hebräer 10:39). In der Stärke unseres liebevollen Gottes, Jehova, und zu seiner Verherrlichung wollen wir jetzt und auch in Zukunft einen starken Glauben bekunden.
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