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Eine so große Wolke von Zeugen!Der Wachtturm 1987 | 15. Januar
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Eine so große Wolke von Zeugen!
„Da wir denn von einer so großen Wolke von Zeugen umgeben sind, so laßt uns ... in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren laufen“ (HEBRÄER 12:1).
1, 2. (a) Welche bildhafte Vorstellung mag Paulus gehabt haben, als er an die hebräischen Christen schrieb? (b) Warum brauchten seine hebräischen Mitgläubigen einen starken Glauben?
STELL dir vor, du seist ein Läufer in einem Stadion. Du strengst beim Laufen jeden Muskel an und hältst deine Augen fest auf das Ziel gerichtet. Aber wie steht es mit den Beobachtern? Nun, sie alle sind erfolgreiche Läufer. Sie sind nicht nur Zuschauer, sondern aktive Zeugen in Wort und Tat.
2 Eine solche bildhafte Vorstellung mag der Apostel Paulus gehabt haben, als er an die hebräischen Christen schrieb (ca. 61 u. Z.). Sie brauchten einen starken Glauben (Hebräer 10:32-39). Nur durch Glauben konnten sie Jesu Aufforderung zur Flucht folgen, als Jerusalem von Belagerungsheeren umzingelt war (66 u. Z.) — wenige Jahre bevor es von den Römern zerstört wurde (70 u. Z.). Der Glaube sollte sie auch bewahren, wenn sie „um der Gerechtigkeit willen“ verfolgt wurden (Matthäus 5:10; Lukas 21:20-24).
3. Was ist „die uns leicht umstrickende Sünde“ (Hebräer 12:1), und in welchem Wettlauf sollen Christen mit Ausharren laufen?
3 Der Betrachtung verschiedener Glaubenstaten aus vorchristlicher Zeit (Hebräer, Kapitel 11) fügte Paulus die Ermahnung hinzu: „Da wir denn von einer so großen Wolke von Zeugen umgeben sind, so laßt uns auch allen Ballast [der uns in geistiger Hinsicht behindern würde] und die uns leicht umstrickende Sünde [Mangel an Glauben] ablegen, und laßt uns in dem vor uns liegenden Wettlauf [um das ewige Leben] mit Ausharren laufen“ (Hebräer 12:1). Paulus hob durch seinen Rückblick verschiedene Aspekte aktiven Glaubens hervor, und das ist für uns eine Hilfe, ganz gleich, ob wir gesalbte Christen sind, die am Wettlauf um Unsterblichkeit im Himmel teilnehmen, oder ob wir zu der „großen Volksmenge“ gehören, die endloses Leben auf einer paradiesischen Erde zum Ziel hat (Offenbarung 7:4-10; Lukas 23:43; Römer 8:16, 17). Doch was ist Glaube? Welche Facetten hat dieser geistige Edelstein? Wie werden wir handeln, wenn wir Glauben haben? Die Antworten auf diese Fragen kannst du herausfinden, indem du während des Privat- und des Versammlungsstudiums die angegebenen Verse aus Hebräer, Kapitel 11 und 12 liest.
Was Glauben ist
4. Was ist Glaube?
4 Zuerst definierte Paulus den Glauben. (Lies Hebräer 11:1-3.) Ein Teil des Glaubens ist „die gesicherte Erwartung erhoffter Dinge“. Wer Glauben hat, hat die Garantie, daß alles, was Gott verheißt, so gut wie erfüllt ist. Der Glaube ist auch „der offenkundige Erweis von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht“. Der überzeugende Beweis für unsichtbare Wirklichkeiten ist so überwältigend, daß der Glaube diesem Beweis gleichgestellt wird.
5. Was erkennen wir durch Glauben?
5 Durch Glauben „erlangten die Männer der alten Zeiten [das] Zeugnis“, daß sie Gott gefielen. Und „durch Glauben bemerken wir, daß die Systeme der Dinge“ — Erde, Sonne, Mond und Sterne — „durch Gottes Wort geordnet wurden, so daß das, was gesehen wird, aus Dingen geworden ist, die nicht in Erscheinung treten“. Wir sind davon überzeugt, daß Jehova der Schöpfer dieser Dinge ist, obwohl wir ihn nicht sehen können, weil er ein unsichtbarer Geist ist (1. Mose 1:1; Johannes 4:24; Römer 1:20).
Glauben und die „ehemalige Welt“
6. Warum hatte Abel die „gesicherte Erwartung“, daß sich Jehovas prophetische Worte über den ‘Samen der Frau’ bewahrheiten würden?
6 Eine der vielen Facetten des Glaubens besteht in der Erkenntnis, daß ein Opfer für Sünden nötig ist. (Lies Hebräer 11:4.) Der Glaube an ein blutiges Opfer wurde in der „ehemaligen Welt“ durch Abel, den zweiten Sohn des ersten Menschenpaares, Adam und Eva, demonstriert (2. Petrus 2:5). Zweifellos erkannte Abel an sich selbst die todbringenden Auswirkungen der Erbsünde (1. Mose 2:16, 17; 3:6, 7; Römer 5:12). Offensichtlich sah er auch die Erfüllung des Beschlusses Gottes, die für Adam beschwerliche Arbeit und für Eva beträchtliche Schmerzen in bezug auf Schwangerschaft mit sich brachte (1. Mose 3:16-19). Daher hatte Abel die „gesicherte Erwartung“, daß sich die anderen von Jehova vorausgesagten Dinge ebenfalls bewahrheiten würden. Das schloß die an den Erzbetrüger Satan gerichteten prophetischen Worte ein, die Gott zur Schlange sprach: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen“ (1. Mose 3:15).
7. (a) Wie zeigte Abel, daß er die Notwendigkeit eines Opfers für Sünden erkannte? (b) Auf welche Weise gab Gott ‘Zeugnis hinsichtlich Abels Gaben’?
7 Abel bekundete Glauben an den verheißenen Samen, indem er Gott ein Tieropfer darbrachte, das sinnbildlich für Abels eigenes Leben stehen konnte. Sein ungläubiger älterer Bruder Kain dagegen brachte blutlose Pflanzen dar. Danach vergoß Kain, als er zum Mörder wurde, Abels Blut (1. Mose 4:1-8). Doch Abel starb in dem Bewußtsein, daß Jehova ihn als gerecht betrachtete, denn ‘Gott gab Zeugnis hinsichtlich seiner Gaben’. Inwiefern? Indem er Abels glaubensvoll dargebrachtes Opfer annahm. Zufolge seines Glaubens und seiner göttlichen Anerkennung, über die der inspirierte Bericht bis heute Zeugnis ablegt, ‘redet Abel noch, obwohl er gestorben ist’. Er erkannte die Notwendigkeit eines Opfers für Sünden. Hast du Glauben an das weitaus bedeutungsvollere Loskaufsopfer Jesu Christi? (1. Johannes 2:1, 2; 3:23).
8. (a) Was lernen wir aus Henochs mutigem Zeugnisgeben in bezug auf Glauben? (b) Wie wurde Henoch „entrückt, damit er den Tod nicht sehe“?
8 Der Glaube wird uns bewegen, mit Freimut Gottes Botschaft zu verkünden. (Lies Hebräer 11:5, 6.) Henoch, ein früher Zeuge Jehovas, sagte mutig die Vollstreckung des göttlichen Urteils an den Gottlosen voraus (Judas 14, 15). Zweifellos versuchten seine Feinde, ihn zu töten, aber Gott „nahm ihn hinweg“, so daß er keine Todesqualen erleiden mußte (1. Mose 5:24). Doch er hatte vorher das „Zeugnis, daß er Gott wohlgefallen habe“. Inwiefern? „Durch Glauben wurde Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sehe.“ Auf ähnliche Weise wurde Paulus „in das Paradies entrückt“, höchstwahrscheinlich dadurch, daß er eine Vision von dem künftigen geistigen Paradies der Christenversammlung erhielt (2. Korinther 12:1-4). Offensichtlich erfreute sich Henoch also einer Vision des kommenden irdischen Paradieses, als Jehova ihn im Tode entschlafen ließ — in Sicherheit vor den Händen der Feinde. Um Gott zu gefallen, müssen wir wie Henoch mit Freimut Gottes Botschaft verkünden (Apostelgeschichte 4:29-31). Wir müssen auch glauben, daß Gott existiert und „denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“.
9. Wie zeigte Noah durch sein Verhalten, daß die Befolgung der Anweisungen Gottes ebenfalls eine Facette des Glaubens ist?
9 Eine andere Facette des Glaubens besteht darin, Gottes Anweisungen genau zu befolgen. (Lies Hebräer 11:7.) Noah handelte glaubensvoll, denn er ‘tat gemäß allem, was Gott ihm geboten hatte’ (1. Mose 6:22; 7:16). Er erhielt eine „göttliche Warnung vor Dingen ..., die noch nicht zu sehen waren“, und glaubte an Gottes Vorhersage, daß eine weltweite Flut hereinbrechen würde. Im Glauben und mit ehrerbietiger Gottesfurcht ‘errichtete Noah eine Arche zur Rettung seiner Hausgemeinschaft’. Durch Gehorsam und durch gerechte Taten verurteilte er die ungläubige Welt wegen ihrer bösen Werke und zeigte, daß sie die Vernichtung verdiente (1. Mose 6:13-22).
10. Für welche andere Tätigkeit nahm sich Noah Zeit, obwohl er die Arche baute?
10 Noah war auch insofern ein Zeuge Jehovas, als er ein „Prediger der Gerechtigkeit“ war (2. Petrus 2:5). Obwohl er eifrig mit dem Bau der Arche beschäftigt war, nahm er sich Zeit zum Predigen. Jehovas Zeugen tun heute das gleiche. Noah sprach freimütig als ein Verkündiger der Warnung Gottes, die an jene Menschen vor der Flut gerichtet war, aber „sie nahmen keine Kenntnis davon, bis die Sintflut kam und sie alle wegraffte“ (Matthäus 24:36-39).
Der Glaube der Patriarchen nach der Flut
11. (a) Wie zeigte Abraham, daß der Glaube völliges Vertrauen auf Jehovas Verheißungen einschließt? (b) Welche „Stadt“ erwartete Abraham glaubensvoll?
11 Der Glaube schließt völliges Vertrauen auf Jehovas Verheißungen ein. (Lies Hebräer 11:8-12.) Durch Glauben gehorchte Abraham (Abram) dem Gebot Gottes und verließ das Ur der Chaldäer, eine Stadt, die in materieller Hinsicht viel zu bieten hatte. Er glaubte an Jehovas Verheißung, daß sich „alle Familien des Erdbodens“ durch ihn segnen würden und daß seinem Samen ein Land gegeben werde (1. Mose 12:1-9; 15:18-21). Abrahams Sohn Isaak und sein Enkel Jakob wurden „Miterben derselben Verheißung“. Durch Glauben weilte Abraham „als Fremdling im Land der Verheißung wie in einem fremden Land“. Er hielt nach der „Stadt [Ausschau], die wahre Grundlagen hat, deren Erbauer und Bildner Gott ist“. Ja, Abraham wartete auf Gottes himmlisches Königreich, unter dem er zum Leben auf der Erde auferweckt würde. Nimmt das Königreich in deinem Leben einen solch wichtigen Platz ein? (Matthäus 6:33).
12. Was geschah, weil Sara Glauben an Jehovas Verheißungen hatte?
12 Auch die Frauen der gottesfürchtigen Patriarchen hatten Glauben an Jehovas Verheißungen. Ein Beispiel: Obwohl Abrahams Frau Sara bis zum Alter von etwa 90 Jahren unfruchtbar war und die „Altersgrenze überschritten hatte“, war sie durch Glauben in der Lage, „Samen zu empfangen, ... weil sie den [Gott] für treu erachtete, der die Verheißung gegeben hatte“. Zur bestimmten Zeit brachte Sara Isaak zur Welt. Daher wurden dem hundertjährigen Abraham, „einem so gut wie Erstorbenen“ (was die Fortpflanzungsfähigkeit betrifft), schließlich „Kinder geboren, so wie die Sterne des Himmels an Menge“ (1. Mose 17:15-17; 18:11; 21:1-7).
13, 14. (a) Wie reagierten Abraham, Isaak und Jakob, „ohne die Erfüllung der Verheißungen erhalten zu haben“? (b) Welchen Wert hat es für uns, die Loyalität der Patriarchen gegenüber Jehova zu betrachten, selbst wenn wir nicht die unmittelbare Erfüllung seiner Verheißungen sehen?
13 Der Glaube hilft uns, Jehova gegenüber loyal zu bleiben, selbst wenn wir nicht die unmittelbare Erfüllung seiner Verheißungen sehen. (Lies Hebräer 11:13-16.) Die treuen Patriarchen starben alle, ohne die vollständige Erfüllung der Verheißungen gesehen zu haben, die Gott ihnen gegeben hatte. Aber „sie sahen sie [die verheißenen Dinge] von fern und hießen sie willkommen und erklärten öffentlich, daß sie Fremde und zeitweilig Ansässige im Land seien“. Ja, sie lebten und starben im Glauben, denn Generationen vergingen, bis das Verheißene Land in den Besitz der Nachkommen Abrahams überging.
14 Abraham, Isaak und Jakob wurden durch die Tatsache, daß sie die Erfüllung der göttlichen Verheißungen nicht zu ihren Lebzeiten erhielten, nicht verbittert und sahen darin auch keinen Anlaß, abtrünnig zu werden. Sie verließen Jehova nicht, gingen nicht nach Ur zurück und wandten sich nicht weltlichen Betätigungen zu. (Vergleiche Johannes 17:16; 2. Timotheus 4:10; Jakobus 1:27; 1. Johannes 2:15-17.) Nein, jene Patriarchen ‘strebten’ nach einem Ort, der weitaus besser ist als Ur, „nämlich einem, der zum Himmel gehört“. Deshalb ‘schämt sich Jehova nicht, als ihr Gott angerufen zu werden’. Sie bewahrten bis zum Tod ihren Glauben an den Allerhöchsten und werden bald zum Leben auf der Erde auferweckt werden, die dann zum Herrschaftsbereich der „Stadt“, des messianischen Königreiches Gottes, das für sie bereitgemacht worden ist, gehören wird. Wie steht es jedoch mit dir? Selbst wenn du schon seit Jahren ‘in der Wahrheit wandelst’ und in Jehovas Dienst alt geworden bist, mußt du dein Vertrauen auf sein verheißenes neues System bewahren (3. Johannes 4; 2. Petrus 3:11-13). Welch einen Lohn doch du — ebenso wie die treuen Patriarchen — für einen solchen Glauben erhalten wirst!
15. (a) Warum war Abraham in der Lage, Isaak so gut wie als Opfer darzubringen? (b) Wie sollte das Ereignis in Verbindung mit Abraham und Isaak unseren Glauben berühren? (c) Was wurde durch dieses Ereignis prophetisch vorgeschattet?
15 Eine wesentliche Facette des Glaubens ist bedingungsloser Gehorsam gegenüber Jehova. (Lies Hebräer 11:17-19.) Da Abraham Jehova bedingungslos gehorchte, brachte er Isaak, seinen „einziggezeugten Sohn“ — den einzigen, den er von Sara hatte —, „so gut wie als Opfer dar“. Warum konnte Abraham das tun? Weil er ‘damit rechnete, daß Gott imstande sei, Isaak sogar von den Toten aufzuerwecken’, falls das nötig wäre, um die Verheißung einer Nachkommenschaft durch ihn zu erfüllen. Es fehlte nicht viel, und das Messer in Abrahams Hand hätte Isaaks Leben ein Ende bereitet, aber das wurde durch die Stimme eines Engels verhindert. Deshalb erhielt Abraham Isaak „in sinnbildlicher Weise“ vom Tod zurück. Ebenso sollten wir uns bewogen fühlen, Gott glaubensvoll zu gehorchen, selbst wenn unser Leben oder das unserer Kinder auf dem Spiel steht (1. Johannes 5:3). Es ist auch bemerkenswert, daß Abraham und Isaak damals prophetisch vorschatteten, auf welche Weise Jehova Gott seinen einziggezeugten Sohn, Jesus Christus, als ein Lösegeld zur Verfügung stellen würde, damit diejenigen, die Glauben an ihn ausüben, ewiges Leben haben könnten (1. Mose 22:1-19; Johannes 3:16).
16. Welches Beispiel geben uns die Patriarchen, was unsere Kinder und den Glauben an Gottes Verheißungen betrifft?
16 Wenn wir Glauben haben, werden wir unseren Nachkommen helfen, ihre Hoffnung auf das zu richten, was Gott für die Zukunft verheißt. (Lies Hebräer 11:20-22.) Obwohl Jehovas Verheißungen zu Lebzeiten der Patriarchen nicht vollständig erfüllt wurden, war ihr Glaube so stark, daß sie sie ihren Kindern als hochgeschätztes Erbe weitervermittelten. Daher „segnete auch Isaak Jakob und Esau hinsichtlich künftiger Dinge“, und der sterbende Jakob sprach einen Segen über Josephs Söhne Ephraim und Manasse aus. Da Joseph selbst den festen Glauben hatte, daß die Israeliten Ägypten verlassen würden, um in das Land der Verheißung zu ziehen, ließ er seine Brüder schwören, beim Wegzug seine Gebeine mitzunehmen (1. Mose 27:27-29, 38-40; 48:8-22; 50:24-26). Hilfst du deiner Familie, einen vergleichbaren Glauben an das zu entwickeln, was Jehova verheißen hat?
Glauben bewirkt, daß wir Jehova an die erste Stelle setzen
17. Inwiefern handelten Moses’ Eltern im Glauben?
17 Durch Glauben werden wir bewogen, Jehova und sein Volk allem voranzustellen, was die Welt zu bieten hat. (Lies Hebräer 11:23-26.) Die Israeliten waren Sklaven, die der Befreiung von der ägyptischen Knechtschaft bedurften, als Moses’ Eltern eine Glaubenstat vollbrachten. „Sie fürchteten den Befehl des Königs nicht“, der besagte, daß die männlichen Neugeborenen der Hebräer getötet werden sollten. Statt dessen verbargen sie Moses drei Monate und legten ihn schließlich in ein Kästchen aus Papyrus, das sie in das Schilf am Nilufer setzten. Er wurde von der Tochter Pharaos gefunden, und sie „zog ihn als ihren eigenen Sohn auf“. Zuerst wurde Moses aber im Hause seines Vaters Amram und seiner Mutter Jochebed erzogen und in geistiger Hinsicht betreut. Danach wurde er als ein Angehöriger der Hausgemeinschaft Pharaos „in aller Weisheit der Ägypter unterwiesen“ und wurde „machtvoll in seinen Worten und Taten“, das heißt machtvoll in intellektueller und körperlicher Hinsicht (Apostelgeschichte 7:20-22; 2. Mose 2:1-10; 6:20).
18. Wie stellte sich Moses aufgrund seines Glaubens zur Anbetung Jehovas?
18 Doch Moses ließ sich durch die ägyptische Erziehung und den materiellen Glanz des Königshauses nicht dazu verleiten, die Anbetung Jehovas aufzugeben und ein Abtrünniger zu werden. „Durch Glauben weigerte sich Moses, als er erwachsen war, der Sohn der Tochter Pharaos genannt zu werden“, was dadurch zum Ausdruck kam, daß er einen hebräischen Bruder verteidigte (2. Mose 2:11, 12). Moses erwählte es sich, „eher mit dem Volk Gottes [seinen israelitischen Mitanbetern Jehovas] schlecht behandelt zu werden, als den zeitweiligen Genuß der Sünde zu haben“. Wirst du, wenn du ein getaufter Diener Jehovas mit einer gut fundierten geistigen Schulung bist, dem Beispiel des Moses folgen und für die wahre Anbetung einstehen?
19. (a) Wodurch wird offenkundig, daß Moses Jehova und sein Volk an die erste Stelle im Leben setzte? (b) Nach welcher Belohnung hielt Moses Ausschau?
19 Moses teilte das Los des Volkes Jehovas, weil er „die Schmach des Christus für größeren Reichtum achtete als die Schätze Ägyptens“. Wahrscheinlich achtete Moses die Schmach, ein prophetisches Vorbild des Christus, des Gesalbten Gottes, zu sein, für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens. Als ein Angehöriger des Königshauses hätte er in Ägypten Reichtum und Ruhm genießen können. Aber er übte Glauben aus und „hielt seinen Blick auf die Belohnung gerichtet“ — ewiges Leben durch eine irdische Auferstehung in dem von Gott verheißenen neuen System.
20. Welcher Gesichtspunkt der Erfahrung des Moses zeigt, daß der Glaube uns als Diener Jehovas furchtlos macht?
20 Der Glaube macht uns furchtlos, weil wir auf Jehova als Befreier vertrauen. (Lies Hebräer 11:27-29.) Da Pharao erfuhr, daß Moses einen Ägypter getötet hatte, trachtete er ihm nach dem Leben. „Aber Moses eilte von Pharao weg, um im Land Midian zu wohnen“ (2. Mose 2:11-15). Folglich schien Paulus auf den späteren Auszug der Hebräer aus Ägypten anzuspielen, als er schrieb: „Durch Glauben verließ er [Moses] Ägypten, fürchtete aber die Wut des Königs [der Moses mit dem Tod drohte, da dieser für Israel als Gottes Vertreter amtete] nicht, denn er blieb standhaft, als sähe er den Unsichtbaren“ (2. Mose 10:28, 29). Obwohl Moses niemals Gott wirklich sah, war Jehovas Umgang mit ihm eine Realität, und deshalb handelte er so, als sähe er den „Unsichtbaren“ (2. Mose 33:20). Hast du ein ebenso enges Verhältnis zu Jehova? (Psalm 37:5; Sprüche 16:3).
21. Was geschah „durch Glauben“ im Hinblick auf Israels Auszug aus Ägypten?
21 Kurz vor Israels Auszug aus Ägypten hatte Moses „durch Glauben ... das Passah gefeiert und das Bespritzen mit Blut, damit der Vernichter ihre Erstgeborenen [die der Israeliten] nicht anrühre“. Ja, es erforderte Glauben, das Passah in der Überzeugung zu feiern, daß Israels erstgeborene Söhne verschont bleiben würden, wohingegen die der Ägypter sterben würden, und dieser Glaube wurde belohnt (2. Mose 12:1-39). „Durch Glauben gingen sie [die Israeliten] durchs Rote Meer wie über trockenes Land; als aber die Ägypter denselben Versuch machten, wurden sie verschlungen.“ Als welch wunderbarer Befreier sich Gott doch erwies! Aufgrund dieser Befreiung begannen die Israeliten, „Jehova zu fürchten und an Jehova und an Moses, seinen Knecht, zu glauben“ (2. Mose 14:21-31).
22. Welche Fragen in bezug auf Glauben stehen noch zur Diskussion?
22 Der Glaube des Moses und der Patriarchen ist wirklich ein Vorbild für Jehovas Zeugen von heute. Was geschah jedoch, als Gott mit Abrahams Nachkommen weiterhin als einer theokratisch organisierten Nation verfuhr? Was können wir aus anderen Glaubenstaten in alter Zeit lernen?
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Die Welt war ihrer nicht würdigDer Wachtturm 1987 | 15. Januar
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Die Welt war ihrer nicht würdig
„Sie wurden gesteinigt, sie wurden auf die Probe gestellt, ... und die Welt war ihrer nicht würdig“ (HEBRÄER 11:37, 38).
1, 2. Unter welchen Umständen bewahrten Jehovas Zeugen der alten Zeit ihre Lauterkeit, und wie berühren ihre Taten heutige Diener Gottes?
JEHOVAS ZEUGEN der alten Zeit bewahrten ihre Lauterkeit gegenüber Gott trotz vieler Prüfungen, die die ungerechte menschliche Gesellschaft über sie brachte. Zum Beispiel wurden Diener Gottes gesteinigt und mit dem Schwert hingeschlachtet. Sie erlitten Mißhandlungen und Drangsal. Dennoch wankten sie nicht im Glauben. Daher sagte der Apostel Paulus: „Die Welt war ihrer nicht würdig“ (Hebräer 11:37, 38).
2 Die glaubensstärkenden Taten gottergebener Menschen vor der Flut, der Patriarchen und des Moses spornen Jehovas neuzeitliche Zeugen an, Gott glaubensvoll zu dienen. Wie steht es jedoch mit den anderen, die in Hebräer, Kapitel 11 und 12 erwähnt werden? Inwiefern kann uns eine Betrachtung der Facetten ihres Glaubens helfen?
Der Glaube von Richtern, Königen und Propheten
3. Inwiefern zeigen die Ereignisse in Verbindung mit Jericho und Rahab, daß der Glaube durch Werke bewiesen werden muß?
3 Der Glaube ist mehr als eine persönliche Überzeugung; er muß durch Werke oder Taten bewiesen werden. (Lies Hebräer 11:30, 31.) Nach dem Tod des Moses konnten die Israeliten in Kanaan durch Glauben einen Sieg nach dem anderen erringen, doch das erforderte Anstrengungen ihrerseits. Zum Beispiel fielen durch den Glauben Josuas und anderer „die Mauern Jerichos, nachdem sie sieben Tage lang umzogen worden waren“. Aber „durch Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit denen [den ungläubigen Bewohnern Jerichos] um, die ungehorsam handelten“. Warum nicht? „Weil sie die Späher [der Israeliten] friedlich aufgenommen“ und ihren Glauben bewiesen hatte, indem sie sie vor den Kanaanitern versteckte. Rahabs Glaube hatte eine solide Grundlage, denn er gründete auf Berichten, die besagten, daß ‘Jehova die Wasser des Roten Meeres vor den Israeliten austrocknete’ und ihnen den Sieg über die Amoriterkönige Sihon und Og gewährte. Rahab nahm entsprechende Änderungen in sittlicher Hinsicht vor und wurde für ihren aktiven Glauben dadurch belohnt, daß sie mit ihrer Hausgemeinschaft bewahrt wurde, als Jericho fiel, und daß sie eine Vorfahrin Jesu Christi wurde (Josua 2:1-11; 6:20-23; Matthäus 1:1, 5; Jakobus 2:24-26).
4. Was wird durch die Erfahrungen Gideons und Baraks hervorgehoben, wenn es darum geht, in Gefahren Glauben zu bekunden?
4 Glauben bekundet man, indem man sich in Gefahren völlig auf Jehova verläßt. (Lies Hebräer 11:32) Paulus räumte ein, daß ihm die Zeit fehlte, von „Gideon, Barak, Simson, Jephtha, David wie auch von Samuel und den anderen Propheten“ zu berichten, deren Taten ein beredtes Zeugnis des Glaubens und des Vertrauens auf Gott in Gefahrensituationen sind. Zum Beispiel wurde der Richter Gideon aufgrund seines Glaubens von Gott befähigt, mit einer Schar von nur 300 Männern die Militärmacht der bedrückenden Midianiter zu zerschlagen (Richter 7:1-25). Ermutigt von der Prophetin Debora, errangen der Richter Barak und eine Fußtruppe von 10 000 dürftig ausgerüsteten Männern den Sieg über König Jabins weitaus größeres Heer, zu dem 900 mit Sicheln bewehrte Kriegswagen unter dem Kommando Siseras gehörten (Richter 4:1 bis 5:31).
5. Auf welche Weise bekundeten Simson und Jephtha Glauben, der von völligem Vertrauen auf Jehova zeugte?
5 Ein anderes Beispiel des Glaubens aus den Tagen der Richter Israels war Simson, ein mächtiger Feind der Philister. Zugegeben, letztlich wurde er ihr geblendeter Gefangener. Doch Simson brachte viele von ihnen zu Tode, als er die Säulen des Hauses umriß, in dem sie ihrem falschen Gott Dagon ein großes Opfer darbrachten. Ja, Simson starb mit jenen Philistern, aber nicht als ein verzweifelter Selbstmörder. Glaubensvoll verließ er sich auf Jehova und betete zu ihm um die Kraft, die er brauchte, um an jenen Feinden Gottes und seines Volkes Rache zu nehmen (Richter 16:18-30). Auch Jephtha, dem Jehova einen Sieg über die Ammoniter gewährte, offenbarte einen Glauben, der von völligem Vertrauen auf Jehova zeugte. Nur aufgrund eines solchen Glaubens konnte er sein Gelübde gegenüber Gott erfüllen, indem er seine Tochter als Jungfrau auf Lebenszeit dem Dienst Jehovas weihte (Richter 11:29-40).
6. Wie bewies David seinen Glauben?
6 Einen ebenfalls bemerkenswerten Glauben hatte David. Er war noch ein junger Mann, als er gegen den Philisterriesen Goliath kämpfte. „Du kommst zu mir mit Schwert und mit Speer und mit Wurfspieß“, sagte David, „ich aber komme zu dir mit dem Namen Jehovas der Heerscharen.“ David verließ sich auf Gott, tötete den riesenhaften Philister und wurde ein tapferer Krieger, der für die Interessen des Volkes Gottes kämpfte. David war aufgrund seines Glaubens ein Mann, der dem Herzen Jehovas angenehm war (1. Samuel 17:4, 45-51; Apostelgeschichte 13:22). Samuel und andere Propheten bekundeten in ihrem ganzen Leben großen Glauben und verließen sich völlig auf Gott (1. Samuel 1:19-28; 7:15-17). Welch hervorragende Vorbilder für Jehovas neuzeitliche Diener, für Jung und Alt!
7. (a) Wer ‘kämpfte durch Glauben Königreiche nieder’? (b) Wer ‘wirkte durch Glauben Gerechtigkeit’?
7 Durch Glauben können wir jeder Prüfung der Lauterkeit erfolgreich begegnen und alles vollbringen, was mit dem göttlichen Willen im Einklang ist. (Lies Hebräer 11:33, 34.) Als Paulus weitere Glaubenstaten anführte, hatte er offensichtlich hebräische Richter, Könige und Propheten im Sinn, denn kurz zuvor hatte er solche Männer namentlich erwähnt. Richter wie Gideon und Jephtha ‘kämpften durch Glauben Königreiche nieder’. Das gleiche tat König David, der die Philister, die Moabiter, die Syrer, die Edomiter und andere unterwarf (2. Samuel 8:1-14). Rechtschaffene Richter ‘wirkten Gerechtigkeit’ — ebenfalls durch Glauben —, und der gerechte Rat Samuels und anderer Propheten veranlaßte zumindest einige, Fehler zu vermeiden oder abzulegen (1. Samuel 12:20-25; Jesaja 1:10-20).
8. Welche Verheißung erhielt David, und wie erfüllte sie sich?
8 David gehörte zu denen, die durch Glauben „Verheißungen erlangten“. Jehova verhieß ihm: „Dein Thron wird ein auf unabsehbare Zeit feststehender werden“ (2. Samuel 7:11-16). Und diese Verheißung erfüllte Gott, indem er im Jahre 1914 das messianische Königreich aufrichtete (Jesaja 9:6, 7; Daniel 7:13, 14).
9. Unter welchen Umständen wurde ‘der Löwen Rachen durch Glauben verstopft’?
9 Der Prophet Daniel begegnete erfolgreich einer Prüfung der Lauterkeit, als er gemäß seiner täglichen Gewohnheit fortfuhr, zu Gott zu beten, obwohl der König ein Verbot erlassen hatte. Als Bewahrer der Lauterkeit konnte Daniel durch seinen Glauben ‘der Löwen Rachen verstopfen’, das heißt, Jehova bewahrte ihn in der Löwengrube, in die er geworfen worden war, am Leben (Daniel 6:4-23).
10. Wer tat durch Glauben „der Macht des Feuers Einhalt“, und wozu sind wir durch einen vergleichbaren Glauben in der Lage?
10 Daniels hebräische Gefährten Schadrach, Meschach und Abednego, die ebenfalls die Lauterkeit bewahrten, taten sozusagen „der Macht des Feuers Einhalt“. Als ihnen mit dem Tod in einem überhitzten Feuerofen gedroht wurde, sagten sie zu König Nebukadnezar, daß sie, ganz gleich, ob Gott sie erretten würde oder nicht, den Göttern des babylonischen Monarchen nicht dienen und das von ihm aufgestellte Bild nicht anbeten würden. Jehova löschte nicht das Feuer in dem Feuerofen, aber er bewirkte, daß es den drei Hebräern nichts anhaben konnte (Daniel 3:1-30). Durch einen ebensolchen Glauben sind wir in der Lage, sogar bis zum Tod durch die Hand des Feindes die Lauterkeit gegenüber Gott zu bewahren (Offenbarung 2:10).
11. (a) Wer entrann durch Glauben „der Schärfe des Schwertes“? (b) Wer wurde durch Glauben „mit Kraft erfüllt“? (c) Wer wurde „im Krieg tapfer“ und ‘trieb die Heere von Fremden auseinander’?
11 David ‘entrann der Schärfe des Schwertes’ der Männer König Sauls (1. Samuel 19:9-17). Auch die Propheten Elia und Elisa entkamen dem Tod durch das Schwert (1. Könige 19:1-3; 2. Könige 6:11-23). Doch wer wurde „aus einem Zustand der Schwäche mit Kraft erfüllt“? Nun, Gideon betrachtete sich und seine Männer als zu schwach, um Israel von den Midianitern zu befreien. Aber er wurde „mit Kraft“ von Gott erfüllt, der ihm den Sieg gab — und das mit nur 300 Mann! (Richter 6:14-16; 7:2-7, 22). Simson wurde „aus einem Zustand der Schwäche“ (nachdem ihm das Haar geschnitten worden war) von Jehova „mit Kraft erfüllt“ und weihte viele Philister dem Tod (Richter 16:19-21, 28-30; vergleiche Richter 15:13-19). Paulus mag auch an König Hiskia gedacht haben, der „aus einem Zustand der Schwäche mit Kraft erfüllt wurde“, und zwar in militärischer wie auch in physischer Hinsicht (Jesaja 37:1 bis 38:22). Zu den Dienern Gottes, die „im Krieg tapfer wurden“, gehörten der Richter Jephtha und König David (Richter 11:32, 33; 2. Samuel 22:1, 2, 30-38). Und zu denen, die „die Heere von Fremden auseinandertrieben“, gehörte der Richter Barak (Richter 4:14-16). All diese Großtaten sollten uns davon überzeugen, daß wir durch Glauben jeder Prüfung unserer Lauterkeit erfolgreich begegnen können und alles vollbringen können, was im Einklang mit dem Willen Jehovas ist.
Andere mit beispielhaftem Glauben
12. (a) Welche „Frauen erhielten ihre Toten durch Auferstehung“? (b) In welcher Hinsicht wird die Auferstehung gewisser Glaubensmänner eine „bessere“ sein?
12 Der Glaube schließt die Auferstehungshoffnung ein — eine Hoffnung, die uns hilft, unsere Lauterkeit gegenüber Gott zu bewahren. (Lies Hebräer 11:35.) „Frauen erhielten“ aufgrund ihres Glaubens „ihre Toten durch Auferstehung“. Durch Glauben und durch die Macht Gottes auferweckte Elia den Sohn einer Witwe in Zarephath, und Elisa erweckte den Jungen einer Sunamitin wieder zum Leben (1. Könige 17:17-24; 2. Könige 4:17-37). „Andere Männer aber wurden gefoltert [buchstäblich: „mit Stöcken geschlagen“], weil sie keine Erlösung durch ein Lösegeld annahmen, damit sie eine bessere Auferstehung erlangen könnten.“ Offensichtlich wurden diese in der Schrift nicht namentlich erwähnten Zeugen Jehovas zu Tode geprügelt, da sie sich weigerten, eine Befreiung zu akzeptieren, die erfordert hätte, an ihrem Glauben Abstriche zu machen. Ihre Auferstehung wird eine „bessere“ sein, denn sie werden dann nicht zwangsläufig wieder sterben müssen (wie zum Beispiel diejenigen, die von Elia und Elisa auferweckt wurden), und diese Auferstehung wird unter der Königreichsherrschaft Jesu Christi stattfinden, des „Ewigvaters“, dessen Loskaufsopfer die Möglichkeit zu endlosem Leben auf der Erde bietet (Jesaja 9:6; Johannes 5:28, 29).
13. (a) Wer erlitt „Verspottungen und Geißelungen“? (b) Wer erduldete „Fesseln und Gefängnisse“?
13 Haben wir Glauben, so werden wir in der Lage sein, Verfolgung zu ertragen. (Lies Hebräer 11:36-38.) Wenn wir verfolgt werden, ist es eine Hilfe, uns die Auferstehungshoffnung in den Sinn zu rufen und uns zu vergegenwärtigen, daß Gott uns stärken kann, wie er auch andere stärkte, die „ihre Erprobung [oder Glaubensprüfung] durch Verspottungen und Geißelungen, in der Tat, mehr als das, durch Fesseln und Gefängnisse“ erhielten. Die Israeliten „verspotteten [unablässig] seine Propheten, bis der Grimm Jehovas gegen sein Volk stieg“ (2. Chronika 36:15, 16). Durch Glauben ertrugen Michaja, Elisa und andere Diener Gottes „Verspottungen“ (1. Könige 22:24; 2. Könige 2:23, 24; Psalm 42:3). „Geißelungen“ waren in den Tagen der Könige Israels und der Propheten bekannt, und Jeremia erhielt von seinen Gegnern „Schläge“, und zwar nicht nur in Form von ehrenrührigen Backenstreichen. Seine Erfahrungen sowie die der Propheten Michaja und Hanani mögen uns in den Sinn kommen, wenn wir von „Fesseln und Gefängnissen“ lesen (Jeremia 20:1, 2; 37:15; 1. Könige 12:11; 22:26, 27; 2. Chronika 16:7, 10). Da die neuzeitlichen Zeugen Jehovas einen ähnlichen Glauben haben, sind sie imstande gewesen, „um der Gerechtigkeit willen“ ähnliche Leiden zu ertragen (1. Petrus 3:14).
14. (a) Wer gehörte zu denen, die „gesteinigt“ wurden? (b) Wer wurde möglicherweise „zersägt“?
14 „Sie wurden gesteinigt“, schrieb Paulus. Ein solcher Mann des Glaubens war Sacharja, der Sohn des Priesters Jehojada. Umhüllt vom Geist Gottes, äußerte er sich gegen die Abtrünnigen von Juda. Was war die Folge? Auf Befehl des Königs Joas wurde er von Verschwörern im Vorhof des Hauses Jehovas gesteinigt (2. Chronika 24:20-22; Matthäus 23:33-35). Paulus fügte hinzu: „Sie wurden auf die Probe gestellt, sie wurden zersägt.“ Er mag an den Propheten Michaja gedacht haben, der „auf die Probe gestellt“ wurde, und durch eine ungewisse jüdische Überlieferung wird angedeutet, daß Jesaja während der Herrschaft des Königs Manasse entzweigesägt wurde (1. Könige 22:24-28).
15. Wer erlitt „Mißhandlung“ und ‘irrte in Wüsten umher’?
15 Andere „starben durch Hinschlachtung mit dem Schwert“, wie zum Beispiel Gottes Propheten, die Zeitgenossen Elias waren und in den Tagen des bösen Königs Ahab „mit dem Schwert getötet“ wurden (1. Könige 19:9, 10). Elia und Elisa gehörten zu den Glaubensmännern, die ‘in Schaffellen, in Ziegenhäuten umhergingen, während sie Mangel, Drangsal, Mißhandlung erlitten’ (1. Könige 19:5-8, 19; 2. Könige 1:8; 2:13; vergleiche Jeremia 38:6). Nicht nur Elia und Elisa „irrten in Wüsten und Gebirgen und Höhlen und Klüften der Erde umher“, als sie verfolgt wurden, sondern auch die 100 Propheten, die Obadja in Gruppen zu je 50 in einer Höhle versteckte und mit Brot und Wasser versorgte, während die götzendienerische Königin Isebel „Jehovas Propheten vom Leben abschnitt“ (1. Könige 18:4, 13; 2. Könige 2:13; 6:13, 30, 31). Welch hervorragende Bewahrer der Lauterkeit! Kein Wunder, daß Paulus schrieb: „Die Welt [die ungerechte menschliche Gesellschaft] war ihrer nicht würdig.“
16. (a) Warum haben die vorchristlichen Zeugen Jehovas noch nicht die „Erfüllung der Verheißung“ empfangen? (b) In Verbindung womit werden Jehovas Zeugen der vorchristlichen Zeit „vollkommen gemacht“ werden?
16 Der Glaube vermittelt uns die Überzeugung, daß zu Gottes bestimmter Zeit alle, die ihn lieben, „die Erfüllung der Verheißung“ empfangen werden. (Lies Hebräer 11:39, 40.) Die vorchristlichen Bewahrer der Lauterkeit ‘erlangten Zeugnis durch ihren Glauben’, und diese Tatsache ist nun Bestandteil des Bibelberichtes. Aber die „Erfüllung der Verheißung“ Gottes durch eine irdische Auferstehung mit der Aussicht auf ewiges Leben unter der Königreichsherrschaft haben sie noch nicht empfangen. Warum nicht? „Damit sie nicht ... vollkommen gemacht würden“ ohne Jesu gesalbte Nachfolger, für die Gott „etwas Besseres vorgesehen hat“ — unsterbliches himmlisches Leben und das Vorrecht, mit Christus Jesus zu regieren. Die gesalbten Christen werden durch ihre Auferstehung, die nach der im Jahre 1914 erfolgten Aufrichtung des Königreiches begann, im Himmel „vollkommen gemacht“, bevor die Zeugen Jehovas der vorchristlichen Zeit auf der Erde auferweckt werden (1. Korinther 15:50-57; Offenbarung 12:1-5). Jene frühen Zeugen werden erst „vollkommen gemacht“ werden in Verbindung mit ihrer irdischen Auferstehung, ihrer Befreiung „von der Sklaverei des Verderbens“ und ihrer Erlangung menschlicher Vollkommenheit dank der Dienste des Hohenpriesters Jesus Christus und seiner 144 000 himmlischen Unterpriester während seiner Tausendjahrherrschaft (Römer 8:20, 21; Hebräer 7:26; Offenbarung 14:1; 20:4-6).
Halte den Blick auf den Vervollkommner unseres Glaubens gerichtet
17, 18. (a) Was müssen wir tun, damit wir in unserem Wettlauf um das ewige Leben erfolgreich sein können? (b) Inwiefern ist Jesus Christus der „Vervollkommner unseres Glaubens“?
17 Nach der Erörterung der Taten vorchristlicher Zeugen Jehovas wies Paulus auf das Hauptbeispiel des Glaubens hin. (Lies Hebräer 12:1-3.) Welch eine Ermunterung, „von einer so großen Wolke von Zeugen umgeben“ zu sein! Das spornt uns an, allen Ballast abzulegen, der unseren geistigen Fortschritt behindern könnte. Es hilft uns, die Sünde des Glaubensverlustes oder Glaubensmangels zu meiden und in dem christlichen Wettlauf um das ewige Leben mit Ausharren zu laufen. Um jedoch unser Ziel zu erreichen, müssen wir noch mehr tun. Was denn?
18 Wenn unser Wettlauf um das ewige Leben in Gottes neuem System von Erfolg gekrönt sein soll, müssen wir „unseren Blick auf den Hauptvermittler [oder Oberanführer] und Vervollkommner unseres Glaubens, Jesus, gerichtet halten“. Der Glaube Abrahams und anderer Bewahrer der Lauterkeit, die vor dem irdischen Dienst Jesu Christi lebten, war unvollkommen und unvollständig, da sie die damals noch nicht erfüllten Prophezeiungen über den Messias nicht verstanden. (Vergleiche 1. Petrus 1:10-12.) Aber durch die Geburt, den Dienst, den Tod und die Auferstehung Jesu wurden viele messianische Prophezeiungen erfüllt. Auf diese Weise ist durch Jesus Christus der Glaube in einem vervollkommneten Sinne „gekommen“ (Galater 3:24, 25). Außerdem blieb Jesus auch in seiner himmlischen Stellung der Vervollkommner des Glaubens seiner Nachfolger, beispielsweise durch die Ausgießung des heiligen Geistes auf sie zu Pfingsten 33 u. Z. und durch Offenbarungen, mit deren Hilfe ihr Glaube fortschreitend weiter entwickelt wurde (Apostelgeschichte 2:32, 33; Römer 10:17; Offenbarung 1:1, 2; 22:16). Wie dankbar wir doch für diesen „treuen Zeugen“, diesen „Oberanführer“ der Zeugen Jehovas sind! (Offenbarung 1:5; Matthäus 23:10).
19. Warum sollte Jesus ‘genau betrachtet’ werden?
19 Da es nicht leicht ist, die Schmähungen der Ungläubigen zu erdulden, empfahl Paulus: „Betrachtet genau den [Jesus], der von Sündern gegen ihre eigenen Interessen einen solchen Widerspruch erduldete, damit ihr nicht müde werdet und in euren Seelen ermattet.“ Ja, wenn wir unsere Augen auf den „treuen Zeugen“, Jesus Christus, gerichtet halten, werden wir niemals müde werden, den göttlichen Willen zu tun (Johannes 4:34).
20. Was hast du aus der Betrachtung von Hebräer 11:1 bis 12:3 über den Glauben gelernt?
20 Von der „großen Wolke von Zeugen“ können wir hinsichtlich der Facetten des Glaubens viel lernen. Zum Beispiel wird durch den Glauben eines Abel unsere Wertschätzung für Jesu Opfer gesteigert. Wahrer Glaube macht uns zu mutigen Zeugen, was man am Beispiel Henochs erkennt, der freimütig Jehovas Botschaft verkündete. Wir werden durch unseren Glauben bewogen, Gottes Anweisungen genau zu befolgen und als Prediger der Gerechtigkeit zu dienen, so wie das bei Noah der Fall war. Der Glaube Abrahams verdeutlicht uns die Notwendigkeit, Gott zu gehorchen und auf seine Verheißungen zu vertrauen, obwohl sich einige noch nicht erfüllt haben. Wie das Beispiel des Moses zeigt, hilft uns der Glaube, von dieser Welt unbefleckt zu bleiben und loyal zu Jehovas Volk zu stehen. Die Großtaten der Richter, Könige und Propheten Israels beweisen, daß der Glaube an Gott uns in Verfolgung und Prüfungen bewahren kann. Und wie dankbar wir doch dafür sind, daß das alles überragende Beispiel Jesu Christi unseren Glauben fest und unerschütterlich macht! Daher wollen wir mit Jesus als unserem Führer und mit der Kraft unseres Gottes fortfahren, als Zeugen Jehovas ausdauernden Glauben zu bekunden.
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