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Verurteilst du die Welt durch deinen Glauben?Der Wachtturm 1989 | 1. Oktober
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„Durch Glauben ... errichtete [Noah] eine Arche zur Rettung seiner Hausgemeinschaft; und durch diesen Glauben verurteilte er die Welt“ (HEBRÄER 11:7).
1, 2. Was können wir durch eine nähere Betrachtung des Lebens Noahs lernen?
JEHOVA gewährte Noah und seiner Familie — insgesamt acht Personen — das Vorrecht, als einzige Menschen die Sintflut zu überleben. Das Leben aller anderen Zeitgenossen Noahs wurde abgekürzt, als sie von Gott hinweggefegt wurden und ein nasses Grab fanden. Noah ist somit unser gemeinsamer Vorfahr, und wir sollten ihm sehr dankbar sein, daß er Glauben bekundete.
2 Eine nähere Betrachtung des Lebens Noahs ist für uns äußerst aufschlußreich. Aus der Bibel erfahren wir, weshalb Gott ihm Gunst erwies und ihn rettete, während er die übrigen Menschen seiner Generation vernichtete. Derselbe göttliche Bericht läßt unmißverständlich erkennen, daß unsere Generation vor einem ähnlichen Gericht Gottes steht. Jesus erklärte diesbezüglich: „Dann wird große Drangsal sein, wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine gegeben hat, nein, noch wieder geben wird“ (Matthäus 24:21). Wenn wir Noahs Glauben nachahmen, dürfen wir die sichere Hoffnung hegen, die bevorstehende Vernichtung des gegenwärtigen bösen Systems zu überleben (Römer 15:4; vergleiche Hebräer 13:7).
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Verurteilst du die Welt durch deinen Glauben?Der Wachtturm 1989 | 1. Oktober
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4. (a) Wie betrachtete Jehova Noah, und warum? (b) Wie zeigte sich Gottes Liebe im Falle Noahs und seiner Familie, während Gottes Gerechtigkeit die Vernichtung jener bösen Welt verlangte?
4 Wie sehr unterschied sich Noah doch von der Generation seiner Tage! Er „fand Gunst in den Augen Jehovas. ... Noah war ein gerechter Mann. Er erwies sich als untadelig unter seinen Zeitgenossen. Noah wandelte mit dem wahren Gott“ (1. Mose 6:8, 9). Inwiefern wandelte Noah mit Gott? Insofern, als er richtig handelte, indem er zum Beispiel als ein Befürworter der Gerechtigkeit predigte und im Glauben und Gehorsam die Arche baute. Obwohl jene alte Welt vernichtet wurde, weil sie völlig verderbt war, „hielt [Gott] Noah, einen Prediger der Gerechtigkeit, mit sieben anderen in Sicherheit, als er eine Sintflut über eine Welt gottloser Menschen brachte“ (2. Petrus 2:5). Ja, unser liebevoller und gerechter Gott, Jehova, vernichtete nicht die Gerechten mit den Bösen. Er wies Noah an, zur Rettung seiner selbst, seiner Hausgemeinschaft und einer Anzahl Tiere eine riesige Arche zu bauen, damit die Erde nach der Sintflut wieder bevölkert werden konnte. Und Noah tat „geradeso“ (1. Mose 6:22).
5. Was wird in der Heiligen Schrift über Noahs Gerechtigkeit und seinen Glauben gesagt?
5 Als die Arche fertig war, wies Gott Noah an: „Geh in die Arche, du und alle deine Hausgenossen, denn dich habe ich als gerecht vor mir ersehen unter dieser Generation.“ Paulus faßte es folgendermaßen zusammen: „Durch Glauben bekundete Noah Gottesfurcht, nachdem er eine göttliche Warnung vor Dingen erhalten hatte, die noch nicht zu sehen waren, und errichtete eine Arche zur Rettung seiner Hausgemeinschaft; und durch diesen Glauben verurteilte er die Welt, und er wurde ein Erbe der Gerechtigkeit, die gemäß dem Glauben ist“ (1. Mose 7:1; Hebräer 11:7).
6. Inwiefern verurteilte Noah durch seinen Glauben die Welt seiner Tage?
6 Noah hatte einen hervorragenden Glauben. Er glaubte, was Gott über die Ausrottung jener Generation gesagt hatte. Noah hatte eine gesunde Furcht, Jehova zu mißfallen, und baute gehorsam nach dessen Auftrag die Arche. Zudem unterrichtete er als ein Prediger der Gerechtigkeit andere über die bevorstehende Vernichtung. Sie befolgten zwar seine Worte nicht, doch ließ er sich von jener bösen Welt nicht ‘in ihre Form pressen’ (Römer 12:2, Phillips). Durch seinen Glauben verurteilte Noah vielmehr die Welt wegen ihrer Schlechtigkeit und zeigte, daß sie die Vernichtung verdiente. Sein Gehorsam und seine gerechten Taten bewiesen, daß außer ihm und seinen Angehörigen noch andere hätten überleben können, wenn sie bereit gewesen wären, ihre Lebensweise zu ändern. Ja, Noah bewies, daß es trotz des Druckes, den sein unvollkommenes Fleisch auf ihn ausübte, trotz seiner bösen Umwelt und trotz der Bemühungen des Teufels möglich war, ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen.
Warum Gott das gegenwärtige System vernichten wird
7. Wieso wissen wir, daß wir in den letzten Tagen leben?
7 Mit jedem Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hat sich die Welt immer tiefer in Schlechtigkeit verstrickt. Das ist besonders seit dem Beginn des Ersten Weltkriegs der Fall. Unter der Menschheit grassieren beispielsweise geschlechtliche Unmoral, Verbrechen, Gewalttätigkeit, Kriege, Haß, Habgier und der Blutmißbrauch so sehr, daß sich Personen, die das Rechte lieben, fragen, ob die Verhältnisse noch schlimmer werden können. Die Bibel hat jedoch diese Entwicklung innerhalb unserer außerordentlich bösen Generation vorausgesagt und liefert damit einen weiteren Beweis dafür, daß wir in den „letzten Tagen“ leben (2. Timotheus 3:1-5; Matthäus 24:34).
8. Was haben einige über den Begriff Sünde gesagt?
8 Der Begriff Sünde ist heutzutage aus dem Denken der überwiegenden Mehrheit ausgelöscht worden. Vor mehr als 40 Jahren erklärte Papst Pius XII.: „Die Sünde unseres Jahrhunderts besteht darin, daß jeglicher Sinn für Sünde verlorengegangen ist.“ Die heutige Generation lehnt so etwas wie Sünde und Schuld ab. Dr. Karl Menninger schrieb in seinem Buch Whatever Became of Sin? (Was ist denn aus der Sünde geworden?): „Das Wort ‚Sünde‘ ist ... fast verschwunden — das Wort und der Gedanke. Warum? Sündigt niemand mehr?“ Viele haben die Fähigkeit verloren, Recht von Unrecht zu unterscheiden. Doch das überrascht uns nicht, denn Jesus sagte eine solche Entwicklung voraus, als er von dem ‘Zeichen seiner Gegenwart’ sprach, das in der „Zeit des Endes“ zu sehen sein sollte (Matthäus 24:3; Daniel 12:4).
Ein Beispiel des Gerichts in den Tagen Noahs
9. Inwiefern verglich Jesus die Ereignisse der Tage Noahs mit dem, was während seiner Gegenwart geschehen würde?
9 Jesus zeigte eine Parallele auf zwischen den Ereignissen der Tage Noahs und dem, was während seiner Gegenwart in Königreichsmacht von 1914 an geschehen würde. Er erklärte: „Geradeso wie die Tage Noahs waren, so wird die Gegenwart des Sohnes des Menschen [Jesus] sein. Denn so, wie sie in jenen Tagen vor der Sintflut waren: sie aßen und tranken, Männer heirateten und Frauen wurden verheiratet bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche hineinging, und sie nahmen keine Kenntnis davon, bis die Sintflut kam und sie alle wegraffte: so wird die Gegenwart des Sohnes des Menschen sein“ (Matthäus 24:37-39).
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