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  • 8. Bibelbuch — Ruth
    „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
    • Die Geschichte beginnt während einer Zeit der Hungersnot in Israel. Elimelech, ein Mann aus Bethlehem, überquert mit seiner Frau Noomi und den beiden Söhnen Machlon und Kiljon den Jordan, um sich vorübergehend im Land Moab anzusiedeln. Dort heiraten die Söhne Moabiterinnen, Orpa und Ruth. Unglücksschläge treffen die Familie — zuerst stirbt der Vater, später auch seine beiden Söhne. Drei kinderlose Witwen bleiben zurück, ohne einen Nachkommen Elimelechs. Als Noomi hört, daß Jehova seine Aufmerksamkeit Israel wieder zugewandt hat, indem er seinem Volk Brot gibt, beschließt sie, in ihr Heimatland, Juda, zurückzukehren. Die Schwiegertöchter machen sich mit ihr auf den Weg. Noomi drängt sie, nach Moab zurückzukehren, und bittet Jehova um die liebende Güte, ihnen Ehemänner aus ihrem eigenen Volk zu geben. Schließlich kehrt Orpa „zu ihrem Volk und ihren Göttern“ zurück. Ruth dagegen, die sich aufrichtig und unerschütterlich zur Anbetung Jehovas bekehrt hat, bleibt bei Noomi. Sie kleidet ihren Entschluß in folgende schöne Worte: „Wohin du gehst, werde ich gehen, und wo du die Nacht verbringst, werde ich die Nacht verbringen. Dein Volk wird mein Volk sein und dein Gott mein Gott. Wo du stirbst, werde ich sterben, und dort werde ich begraben werden. Möge Jehova mir so tun und dazu hinzufügen, wenn irgend etwas außer dem Tod eine Trennung zwischen mir und dir herbeiführen sollte“ (1:15-17). Die verwitwete und kinderlose Noomi, deren Name „Meine Lieblichkeit“ bedeutet, möchte trotzdem am liebsten Mara genannt werden, was „Bitter“ bedeutet.

      5. Welche vortrefflichen Eigenschaften offenbart Ruth, und wie wird sie von Boas ermutigt?

      5 Ruth liest Ähren auf dem Feld des Boas (2:1-23). Nach der Ankunft in Bethlehem läßt Noomi Ruth bei der Gerstenernte Ähren lesen. Boas, der Eigentümer des Feldes, ein älterer Jude und naher Verwandter ihres Schwiegervaters Elimelech, beobachtet sie. Obwohl Ruth gemäß Gottes Gesetz das Recht hat, Ähren zu lesen, bekundet sie Demut, da sie um Erlaubnis bittet, auf dem Feld zu sammeln (3. Mo. 19:9, 10). Das wird ihr bereitwillig gestattet, und Boas empfiehlt ihr, nur auf seinem Feld bei seinen jungen Frauen Ähren zu lesen. Er sagt, er habe von ihrer Treue Noomi gegenüber gehört, und ermutigt sie mit den Worten: „Möge Jehova deine Handlungsweise belohnen, und möge dir ein vollkommener Lohn von Jehova, dem Gott Israels, zuteil werden, unter dessen Flügeln Zuflucht zu suchen du gekommen bist“ (2:12). An jenem Abend teilt Ruth freigebig die Früchte ihrer Arbeit mit Noomi und erwähnt, daß ihr Erfolg beim Ährenlesen auf das Wohlwollen des Boas zurückzuführen ist. Noomi sieht darin die Hand Jehovas und sagt: „Gesegnet sei er von Jehova, der von seiner liebenden Güte gegenüber den Lebenden und den Toten nicht abgelassen hat. ... Der Mann ist mit uns verwandt. Er ist einer unserer Rückkäufer“ (2:20). Ja, Boas ist ein naher Verwandter, der im Namen des toten Elimelech rechtmäßige Nachkommen für Noomi erwecken könnte. Bis zum Ende der Gersten- und Weizenernte fährt Ruth fort, auf Boas’ Feldern Ähren zu lesen.

      6. Wie bittet Ruth um die Ehe durch Rückkauf, und wie reagiert Boas darauf?

      6 Als Rückkäufer heiratet Boas Ruth (3:1⁠—⁠4:22). Da Noomi selbst zu alt ist, um Kinder zu gebären, überträgt sie Ruth die Aufgabe, an ihrer Stelle die Ehe mit dem Rückkäufer einzugehen. In dieser wichtigen Jahreszeit ist es üblich, daß ein Grundbesitzer das Worfeln des Getreides persönlich überwacht. Geworfelt wird am Abend, um den Wind auszunutzen, der nach einem heißen Tag weht. Boas schläft dann auf der Dreschtenne, wo Ruth ihn findet. Leise geht sie zu ihm, deckt seine Füße auf und legt sich hin. Als er um Mitternacht aufwacht, gibt sie sich zu erkennen und bittet ihn, wie es für eine Frau Brauch ist, die das Recht der Schwagerehe fordert, seinen Rocksaum über sie auszubreiten.a „Gesegnet seist du von Jehova, meine Tochter“, sagt Boas, und er lobt sie dafür, daß sie nicht aus Leidenschaft oder Habgier den jungen Männern nachgeht. Ruth kann auf keinen Fall vorgeworfen werden, ihm ein unreines Verhältnis anzutragen; sie hat statt dessen einen Ruf als „eine tüchtige Frau“ (3:10, 11). Wie sie jedoch von Boas erfährt, gibt es noch einen anderen Rückkäufer, der näher verwandt ist als er; diesen wird er am Morgen befragen. Ruth bleibt bis zum Morgengrauen zu seinen Füßen liegen. Dann schenkt er ihr Getreide, und sie kehrt zu Noomi zurück, die sich gespannt nach dem Ausgang erkundigt.

      7. Wie verhandelt Boas wegen der Ehe, und womit wird sie schließlich gesegnet?

      7 Boas geht in aller Frühe zum Stadttor, um den Rückkäufer aufzusuchen. Er holt zehn ältere Männer der Stadt als Zeugen und gibt dem betreffenden nächsten Verwandten zuerst Gelegenheit, alles zurückzukaufen, was Elimelech gehörte. Wird er das tun? Er erklärt sich sofort damit einverstanden, da er seinen Reichtum dadurch offenbar vermehren kann. Als er jedoch von der Bedingung erfährt, mit Ruth die Schwagerehe einzugehen, fürchtet er um sein eigenes Erbe. Durch das Ausziehen einer Sandale zeigt er daraufhin seinen rechtsgültigen Verzicht an. Im Bibelbericht wird sein Name nicht genannt, sondern nur die unehrenhafte Bezeichnung „Soundso“ verwandt. Vor denselben Zeugen erkauft Boas dann Ruth als seine Frau. Geschieht das aus irgendeinem selbstsüchtigen Grund? Nein, sondern „damit der Name des Verstorbenen ... nicht abgeschnitten werde“ (4:1, 10). Alle Zeugen erflehen den Segen Jehovas für diese liebevolle Vorkehrung, und sie erweist sich tatsächlich als ein wunderbarer Segen. Ruth gebiert Boas trotz seines hohen Alters einen Sohn, und Noomi wird seine Wärterin. Er wird als „ein Sohn ... der Noomi“ bezeichnet und Obed genannt (4:17).

  • 8. Bibelbuch — Ruth
    „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
    • Alle Hauptpersonen in diesem erregenden Drama bekundeten einen hervorragenden Glauben an Jehova, und „[sie erlangten] durch ihren Glauben Zeugnis“ (Heb. 11:39). Sie sind vortreffliche Beispiele für uns heute. Noomi vertraute fest auf die liebende Güte Jehovas (1:8; 2:20).

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