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Gott nannte sie „Fürstin“Der Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2017 | Nr. 5
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Der Apostel Paulus wurde von Gott rund 2 000 Jahre später dazu inspiriert, über den Glauben von Sara und Abraham zu schreiben: „Wenn sie sich wirklich fortwährend an jenen Ort erinnert hätten, von dem sie ausgezogen waren, so hätten sie Gelegenheit gehabt zurückzukehren“ (Hebräer 11:8, 11, 15). Doch weder Abraham noch Sara trauerten der Vergangenheit nach — sonst wären sie zurückgekehrt. In Ur wäre ihnen allerdings eine ganz besondere Ehre, die Jehova ihnen in Aussicht gestellt hatte, entgangen und wohl kaum jemand würde sich noch an sie erinnern. Ihr außergewöhnlicher Glaube berührt jedoch bis heute Millionen von Herzen.
Statt zurückzublicken, schaute Sara nach vorn. Sie unterstützte ihren Mann bei der Reise durch das Land — Lager abbrechen, mit den Herden weiterziehen und das Lager wieder aufschlagen. Und ohne Frage musste sie noch viele weitere Herausforderungen und Veränderungen meistern. Später wiederholte Jehova sein Versprechen gegenüber Abraham. Doch Sara wurde wieder mit keiner Silbe erwähnt (1. Mose 13:14-17; 15:5-7).
Irgendwann entschied sich Sara, mit Abraham über einen Gedanken zu sprechen, der sie schon einige Zeit beschäftigte. Vermutlich war Sara hin- und hergerissen, als sie zu ihm sagte: „Siehe, bitte! Jehova hat mich verschlossen, sodass ich keine Kinder gebären kann.“ Sie bat ihren Mann, mit ihrer Dienerin Hagar Kinder zu bekommen. Kaum vorstellbar, was sie durchmachte, als sie das sagte! Für heutige Verhältnisse klingt das zwar merkwürdig, aber damals war es durchaus üblich, dass ein Mann mit einer Nebenfrau einen Erben zeugte.b Vielleicht dachte Sara, dass Gott Abraham so zu einer großen Nation machen würde. Auf jeden Fall war sie bereit, ein großes Opfer zu bringen. Wie reagierte Abraham? Die Bibel sagt, dass er auf sie hörte (1. Mose 16:1-3).
Geht aus dem Bericht hervor, Jehova hätte Sara auf diesen Gedanken gebracht? Nein. Ihr Vorschlag zeugt vielmehr von einer recht menschlichen Sichtweise. Sie war der Meinung, Gott wäre für ihre Unfruchtbarkeit verantwortlich, und sie konnte sich keine andere Lösung vorstellen. Doch auch wenn ihr Vorschlag für sie viel Kummer und Leid bedeutete, zeugt er von großer Selbstlosigkeit — etwas, was man heute nur selten findet. Wir können Saras Glauben nachahmen, wenn wir wie sie eigene Interessen zurückstellen und den Willen Gottes an die erste Stelle setzen.
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Gott nannte sie „Fürstin“Der Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2017 | Nr. 5
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Als einer der Engel gegenüber Abraham das Versprechen Gottes wiederholte, dass Sara einen Sohn haben würde, hörte Sara heimlich am Zelteingang zu. Der Gedanke, in ihrem Alter noch ein Kind zu bekommen, war für sie so unglaublich, dass sie nicht anders konnte, als zu lachen. Sie sagte sich: „Nachdem ich verbraucht bin, soll ich wirklich Lustgefühle haben, während außerdem mein Herr alt ist?“ Der Engel korrigierte Saras Denken mit der geschickten Frage: „Ist für Jehova irgendetwas zu außergewöhnlich?“ Sara bekam Angst und wollte sich verteidigen. Ihre Reaktion war einfach nur menschlich. „Ich habe nicht gelacht!“, platzte sie heraus. Der Engel entgegnete ihr: „Du hast aber doch gelacht“ (1. Mose 18:9-15).
War das ein Zeichen für einen schwachen Glauben? Überhaupt nicht. Die Bibel sagt: „Durch Glauben empfing auch selbst Sara Kraft, Samen zu empfangen, sogar als sie die Altersgrenze überschritten hatte, weil sie den für treu achtete, der die Verheißung gegeben hatte“ (Hebräer 11:11). Sara kannte Jehova. Sie wusste, dass er jedes seiner Versprechen erfüllen kann. Und sicher brauchen wir alle diese Art von Glauben. Wenn auch wir Gott durch die Bibel besser kennenlernen, wird uns klar: Saras Glaube und ihr Vertrauen hatten eine solide Grundlage. Jehova ist treu und wird jedes Versprechen erfüllen — manchmal vielleicht sogar auf eine Weise, die uns so sehr überrascht, dass wir nicht anders können, als zu lachen.
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