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Den Verpflichtungen als Ehemann und Ältester ausgeglichen nachkommenDer Wachtturm 1996 | 15. Oktober
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Den Verpflichtungen als Ehemann und Ältester ausgeglichen nachkommen
„Der Aufseher muß ... Mann e i n e r Ehefrau [sein]“ (1. TIMOTHEUS 3:2).
1, 2. Warum ist der priesterliche Zölibat nicht biblisch?
IM ERSTEN Jahrhundert waren treue Christen darauf bedacht, ihrer Verantwortung, die sie auf verschiedenen Gebieten hatten, in ausgeglichener Weise nachzukommen. Meinte der Apostel Paulus mit der Aussage, ein Christ, der unverheiratet bleibt, werde „besser tun“, daß ein solcher Mann besser als ein Verheirateter geeignet ist, als Aufseher in der Christenversammlung zu dienen? Machte er dadurch tatsächlich die Ehelosigkeit zu einer Voraussetzung dafür, daß jemand Ältester werden kann? (1. Korinther 7:38). Von katholischen Geistlichen wird Ehelosigkeit gefordert. Doch ist der priesterliche Zölibat biblisch begründet? Die orthodoxen Kirchen gestatten ihren Gemeindepriestern, verheiratet zu sein, ihren Bischöfen dagegen nicht. Ist das im Einklang mit der Bibel?
2 Viele der 12 Apostel Christi, der Gründungsmitglieder der Christenversammlung, waren verheiratet (Matthäus 8:14, 15; Epheser 2:20). Paulus schrieb: „Haben wir nicht die Befugnis, eine Schwester als Ehefrau umherzuführen, wie auch die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas [Petrus]?“ (1. Korinther 9:5). In der New Catholic Encyclopedia wird eingeräumt, daß „das Zölibatsgesetz kirchlichen Ursprungs ist“ und daß „Diener Gottes des N[euen] T[estaments] nicht zur Ehelosigkeit verpflichtet waren“. Jehovas Zeugen halten sich nicht an Kirchengesetze, sondern an das biblische Vorbild (1. Timotheus 4:1-3).
Ältestenamt und Ehe sind vereinbar
3. Welche biblischen Aussagen lassen erkennen, daß christliche Aufseher verheiratet sein können?
3 Paulus forderte nicht, daß Männer, die zu Aufsehern ernannt werden, unverheiratet sein müssen, sondern er schrieb an Titus: „Aus diesem Grund habe ich dich auf Kreta gelassen, damit du die Dinge berichtigen mögest, die mangelhaft waren, und von Stadt zu Stadt Ernennungen älterer Männer [griechisch: presbýteros] vornehmest, wie ich dir Weisung gab; wenn irgendeiner frei von Anklage ist, der Mann e i n e r Ehefrau, der gläubige Kinder hat, die nicht der Ausschweifung oder der Widerspenstigkeit beschuldigt werden. Denn als Gottes Verwalter muß ein Aufseher [griechisch: epískopos, davon abgeleitet das Wort „Bischof“] frei von Anklage sein“ (Titus 1:5-7).
4. (a) Woher wissen wir, daß die Ehe kein biblisches Erfordernis für christliche Aufseher ist? (b) Welchen Vorteil hat ein unverheirateter Ältester?
4 Ein biblisches Erfordernis für das Ältestenamt ist die Ehe allerdings nicht. Jesus blieb ledig (Epheser 1:22). Auch Paulus, ein herausragender Aufseher in der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts, war unverheiratet, als er diese Aussagen machte (1. Korinther 7:7-9). Heute gibt es viele unverheiratete Christen, die Älteste sind. Als Unverheiratete haben sie möglicherweise mehr Zeit, ihren Pflichten als Aufseher nachzukommen.
‘Der Verheiratete ist geteilt’
5. Welche Tatsache müssen verheiratete Christen gemäß der Bibel anerkennen?
5 Wenn ein Christ heiratet, muß er sich dessen bewußt sein, daß er zusätzliche Pflichten übernimmt, die ihn Zeit und Aufmerksamkeit kosten werden. In der Bibel heißt es: „Der Unverheiratete ist um die Dinge des Herrn besorgt, wie er dem Herrn wohlgefalle. Der Verheiratete aber ist um die Dinge der Welt besorgt, wie er seiner Frau wohlgefalle, und er ist geteilt“ (1. Korinther 7:32-34). In welchem Sinn ist er geteilt?
6, 7. (a) In welcher Hinsicht ist ein Verheirateter „geteilt“? (b) Welchen Rat gab Paulus verheirateten Christen? (c) Wie könnte sich dieser Rat auf die Entscheidung eines Mannes auswirken, eine bestimmte Arbeit anzunehmen?
6 Ein Verheirateter gibt beispielsweise die Verfügungsgewalt über seinen Leib auf. Paulus zeigte das ganz deutlich: „Die Frau übt nicht Gewalt über ihren eigenen Leib aus, sondern ihr Mann; ebenso übt auch der Mann nicht Gewalt über seinen eigenen Leib aus, sondern seine Frau“ (1. Korinther 7:4). Einige, die ans Heiraten denken, messen dem vielleicht keine große Bedeutung bei, weil sie meinen, die Geschlechtsbeziehungen würden in ihrer Ehe nur eine untergeordnete Rolle spielen. Doch da voreheliche Keuschheit ein biblisches Erfordernis ist, kennen Christen vor der Eheschließung die intimen Bedürfnisse ihres künftigen Ehepartners gar nicht.
7 Paulus zeigte, daß auch Eheleute, die ‘ihren Sinn auf die Dinge des Geistes richten’, auf die gegenseitigen sexuellen Bedürfnisse Rücksicht nehmen müssen. Er riet den Christen in Korinth: „Der Mann leiste seiner Frau das, was ihr zusteht, doch gleicherweise auch die Frau ihrem Mann. Entzieht es einander nicht, außer mit gegenseitiger Einwilligung für eine bestimmte Zeit, damit ihr dem Gebet Zeit widmen und wieder zusammenkommen könnt, so daß der Satan euch nicht wegen eures Mangels an Selbstbeherrschung beständig versuche“ (Römer 8:5; 1. Korinther 7:3, 5). Leider ist es in einigen Fällen zu Ehebruch gekommen, wenn dieser Rat außer acht gelassen wurde. Angesichts dessen sollte ein Christ alles sorgfältig abwägen, bevor er eine Arbeit annimmt, durch die er für längere Zeit von seiner Frau getrennt ist. Er ist nicht mehr so ungebunden wie ein Unverheirateter.
8, 9. (a) Was meinte Paulus mit der Aussage, daß verheiratete Christen „um die Dinge der Welt besorgt“ sind? (b) Worum sollten sich verheiratete Christen kümmern?
8 In welchem Sinn kann gesagt werden, daß verheiratete Christen, Älteste eingeschlossen, „um die Dinge der Welt [kósmos] besorgt“ sind? (1. Korinther 7:33). Paulus sprach hier keinesfalls von den schlechten Dingen der gegenwärtigen Welt, die alle wahren Christen meiden müssen (2. Petrus 1:4; 2:18-20; 1. Johannes 2:15-17). In Gottes Wort werden wir angewiesen, „Gottlosigkeit und weltliche [kosmikós] Begierden von uns zu weisen und inmitten dieses gegenwärtigen Systems der Dinge mit gesundem Sinn und Gerechtigkeit und Gottergebenheit zu leben“ (Titus 2:12).
9 Verheiratete Christen sind insofern „um die Dinge der Welt besorgt“, als sie sich angebrachterweise um profane Dinge kümmern, die Teil des normalen Ehelebens sind. Dazu gehören Wohnung, Nahrung, Kleidung, Entspannung — ganz zu schweigen von all dem, was noch hinzukommt, wenn Kinder da sind. Doch auch für ein kinderloses Ehepaar gilt: In einer erfolgreichen Ehe müssen Mann und Frau darauf bedacht sein, ihrem Ehepartner ‘wohlzugefallen’. Das ist besonders für christliche Älteste von Interesse, damit sie ihren Verpflichtungen in ausgeglichener Weise nachkommen.
Gute Ehemänner und gute Älteste
10. Was sollten Glaubensbrüder und Außenstehende bei einem Christen erkennen können, damit er sich als Ältester eignet?
10 Die Ehe ist zwar kein Erfordernis für das Ältestenamt, doch bevor ein verheirateter Christ für die Ernennung zum Ältesten empfohlen wird, sollte er sicher sein Bemühen erkennen lassen, ein guter, liebevoller Ehemann zu sein und seine Stellung als Haupt in der richtigen Weise auszufüllen (Epheser 5:23-25, 28-31). Paulus schrieb: „Wenn jemand nach dem Amt eines Aufsehers strebt, begehrt er vortreffliche Arbeit. Der Aufseher muß daher untadelig sein, Mann e i n e r Ehefrau“ (1. Timotheus 3:1, 2). Ein Ältester sollte offenkundig sein Äußerstes tun, ein guter Ehemann zu sein, ob seine Frau eine Glaubensschwester ist oder nicht. Selbst Außenstehende sollten feststellen können, daß er sich gut um seine Frau kümmert und seinen sonstigen Verpflichtungen nachkommt. Paulus fügte hinzu: „Ferner muß er auch ein vortreffliches Zeugnis von Außenstehenden haben, damit er nicht in Schmach und in eine Schlinge des Teufels gerate“ (1. Timotheus 3:7).
11. Was beinhaltet der Ausdruck „Mann e i n e r Ehefrau“, und welche Vorsicht sollten Älteste daher walten lassen?
11 Der Ausdruck „Mann e i n e r Ehefrau“ schließt natürlich Polygamie aus, aber er steht auch für eheliche Treue (Hebräer 13:4). Gerade Älteste müssen besonders vorsichtig sein, wenn sie Schwestern aus der Versammlung helfen. Sie sollten es vermeiden, allein zu einer Schwester zu gehen, die Rat und Trost benötigt. Es wäre gut, dies in Begleitung eines anderen Ältesten oder eines Dienstamtgehilfen zu tun oder gegebenenfalls die eigene Frau mitzunehmen, wenn es sich lediglich um einen ermunternden Besuch handelt (1. Timotheus 5:1, 2).
12. Welcher Beschreibung zu entsprechen, sollten sich Frauen von Ältesten und Dienstamtgehilfen bemühen?
12 Als Paulus die Erfordernisse für Älteste und Dienstamtgehilfen aufzählte, richtete er übrigens auch einen Rat an die Frauen jener Männer, die für solche Vorrechte in Betracht kommen. Er schrieb: „Frauen müssen ebenfalls ernsthaft sein, nicht verleumderisch, mäßig in den Gewohnheiten, treu in allen Dingen“ (1. Timotheus 3:11). Ein christlicher Ehemann kann viel dazu beitragen, daß seine Frau dieser Beschreibung entspricht.
Biblische Pflichten gegenüber der Frau
13, 14. Warum sollte ein Ältester auch dann bei seiner Frau bleiben und ein guter Ehemann sein, wenn sie keine Glaubensschwester ist?
13 Der obenerwähnte Rat, der an die Frauen von Ältesten und Dienstamtgehilfen gerichtet ist, setzt natürlich voraus, daß sie Gott hingegebene Christinnen sind. Das ist im allgemeinen der Fall, weil Christen „nur im Herrn“ heiraten sollen (1. Korinther 7:39). Doch wie verhält es sich mit einem Bruder, der bereits verheiratet war, als er sich Jehova hingab, dessen Frau aber nicht gläubig wurde, oder mit einem Bruder, dessen Frau ohne seine Schuld von der Wahrheit abgefallen ist?
14 Das allein würde ihn nicht davon ausschließen, ein Ältester zu sein. Die Tatsache, daß seine Frau seinen Glauben nicht teilt, würde es allerdings auch nicht rechtfertigen, sich von ihr zu trennen. Paulus gab den Rat: „Bist du an eine Frau gebunden? Höre auf, eine Loslösung zu suchen“ (1. Korinther 7:27). Weiter erklärte er: „Wenn irgendein Bruder eine ungläubige Frau hat und sie dennoch einverstanden ist, bei ihm zu wohnen, so verlasse er sie nicht ... Wenn aber der Ungläubige dann weggeht, so mag er weggehen; ein Bruder oder eine Schwester ist unter solchen Umständen nicht sklavisch gebunden, sondern Gott hat euch zum Frieden berufen. Denn wie weißt du, Frau, daß du deinen Mann nicht retten wirst? Oder wie weißt du, Mann, daß du deine Frau nicht retten wirst?“ (1. Korinther 7:12, 15, 16). Auch ein Ältester, dessen Frau keine Zeugin Jehovas ist, sollte ein guter Ehemann sein.
15. Welchen Rat gab der Apostel Petrus christlichen Ehemännern, und wozu könnte es führen, wenn ein Ältester seine Frau vernachlässigen würde?
15 Ein christlicher Ältester muß sich bewußt sein, daß seine Frau seine liebevolle Aufmerksamkeit benötigt — ob sie eine Glaubensschwester ist oder nicht. Der Apostel Petrus schrieb: „Ihr Ehemänner, wohnt gleicherweise weiterhin bei ihnen [euren Frauen] gemäß Erkenntnis, indem ihr ihnen als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuteil werden laßt, da auch ihr mit ihnen Erben der unverdienten Gunst des Lebens seid, damit eure Gebete nicht behindert werden“ (1. Petrus 3:7). Ein Mann, der sich bewußt nicht um die Bedürfnisse seiner Frau kümmert, gefährdet sein persönliches Verhältnis zu Jehova; der Zugang zu Jehova könnte deshalb für ihn wie ‘mit Gewölk versperrt sein’, so daß ‘das Gebet nicht hindurchdringt’ (Klagelieder 3:44). Dadurch könnte er sich letztlich als ungeeignet erweisen, als christlicher Aufseher zu dienen.
16. Welche zentrale Aussage machte Paulus, und wie sollten Älteste darüber denken?
16 Wie bereits erwähnt, zielt die Argumentation des Paulus hauptsächlich darauf ab, daß ein Mann durch die Heirat einen Teil der Freiheit aufgibt, die er als Unverheirateter hatte und die es ihm gestattete, ‘in ständiger Dienstbereitschaft für den Herrn’ zu sein, „ohne sich ablenken zu lassen“ (1. Korinther 7:35). Berichte zeigen, daß einige verheiratete Älteste in ihrer Betrachtungsweise der inspirierten Worte des Paulus nicht immer ausgeglichen sind. Sie möchten das tun, was ihrer Ansicht nach von einem guten Ältesten verlangt wird, lassen dabei allerdings einige ihrer Pflichten als Ehemann außer acht. Manchen fällt es schwer, ein Vorrecht in der Versammlung abzulehnen, obwohl es für ihre Frau in geistiger Hinsicht offenkundig zum Nachteil ist, wenn sie es annehmen. Sie genießen zwar die Vorteile, die die Ehe mit sich bringt, aber sind sie auch bereit, die damit einhergehenden Verpflichtungen zu übernehmen?
17. Was ist mit einigen Frauen von Aufsehern geschehen, und wodurch hätte das verhindert werden können?
17 Zeichnet sich ein christlicher Ältester durch Eifer aus, ist das gewiß lobenswert. Aber ist ein Christ ausgeglichen, wenn er zwar seine Pflichten in der Versammlung erfüllt, darüber aber die biblischen Verpflichtungen seiner Frau gegenüber unberücksichtigt läßt? Ein ausgeglichener Ältester wird nicht nur darauf bedacht sein, anderen in der Versammlung beizustehen, sondern sich auch um das geistige Wohl seiner Frau kümmern. Es ist schon vorgekommen, daß Frauen von Ältesten geistig schwach wurden oder sogar geistigen „Schiffbruch“ erlitten haben (1. Timotheus 1:19). Eine Frau ist zwar selbst dafür verantwortlich, ihre eigene Rettung zu bewirken, aber in manchen Fällen hätten die geistigen Probleme vermieden werden können, wenn die Ältesten ihre Frau ‘genährt und gepflegt hätten wie auch der Christus die Versammlung’ (Epheser 5:28, 29). Älteste müssen tatsächlich ‘auf sich selbst und auf die ganze Herde achtgeben’ (Apostelgeschichte 20:28). Wenn sie verheiratet sind, schließt das natürlich auch ihre Frau ein.
„Drangsal im Fleisch“
18. Was sind einige Aspekte der „Drangsal“, die verheiratete Christen verspüren, und wie könnte sich das auf die Tätigkeit eines Ältesten auswirken?
18 Der Apostel schrieb außerdem: „Wenn ein jungfräulicher Mensch heiratete, so würde ein solcher keine Sünde begehen. Indes werden die, die es tun, Drangsal im Fleisch haben. Ich aber schone euch“ (1. Korinther 7:28). Paulus wollte diejenigen, die sein Beispiel der Ehelosigkeit nachahmen konnten, vor den Sorgen bewahren, die die Ehe unweigerlich mit sich bringt. Auch wenn ein Ehepaar kinderlos ist, können Sorgen auftauchen, verursacht durch gesundheitliche Probleme, finanzielle Schwierigkeiten oder durch biblische Verpflichtungen gegenüber den betagten Eltern des Ehepartners (1. Timotheus 5:4, 8). Ein Ältester muß sich in vorbildlicher Weise dieser Verpflichtungen annehmen, was seine Tätigkeit als christlicher Aufseher manchmal einschränken wird. Glücklicherweise gelingt es den meisten Ältesten hervorragend, sowohl den Verpflichtungen gegenüber ihrer Familie als auch den Verpflichtungen gegenüber der Versammlung nachzukommen.
19. Was meinte Paulus mit seiner Aussage: „Die, die Ehefrauen haben, [seien] so, als ob sie keine hätten.“?
19 Paulus fügte hinzu: „Die verbleibende Zeit ist verkürzt. Fortan seien die, die Ehefrauen haben, so, als ob sie keine hätten“ (1. Korinther 7:29). Angesichts dessen, was er den Korinthern in diesem Kapitel bereits geschrieben hatte, meinte er damit offensichtlich nicht, daß verheiratete Christen ihre Frau in irgendeiner Hinsicht vernachlässigen sollten (1. Korinther 7:2, 3, 33). Das, was er damit sagen wollte, geht aus folgenden Worten hervor: „Die, die von der Welt Gebrauch machen, [seien] wie solche, die nicht vollen Gebrauch von ihr machen; denn die Szene dieser Welt wechselt“ (1. Korinther 7:31). Mehr noch als in den Tagen des Paulus oder des Apostels Johannes kann heute gesagt werden, daß „die Welt vergeht“ (1. Johannes 2:15-17). Daher können verheiratete Christen, die die Notwendigkeit verspüren, wegen der Nachfolge Christi gewisse Opfer zu bringen, nicht völlig in den Freuden und Vorrechten des Ehelebens aufgehen (1. Korinther 7:5).
Opferbereite Ehefrauen
20, 21. (a) Welche Opfer nehmen viele christliche Frauen bereitwillig auf sich? (b) Was kann eine Frau zu Recht von ihrem Mann erwarten, auch wenn er ein Ältester ist?
20 Gleich den Ältesten, die Opfer bringen, um anderen zu nützen, bemühen sich auch viele Frauen von Ältesten, zwischen ihren Verpflichtungen in der Ehe und den lebenswichtigen Königreichsinteressen einen Ausgleich zu finden. Tausende von christlichen Ehefrauen arbeiten gern mit ihrem Ehemann zusammen, so daß er seinen Aufgaben als Aufseher nachkommen kann. Jehova freut sich sehr darüber, und er segnet den vorzüglichen Geist, den diese Frauen bekunden (Philemon 25). Der ausgeglichene Rat des Paulus zeigt allerdings, daß auch die Frau eines Aufsehers von ihren Mann zu Recht ein vernünftiges Maß an Zeit und Aufmerksamkeit erwarten kann. Ein verheirateter Ältester hat die biblische Verpflichtung, seiner Frau ausreichend Zeit zu widmen und auf diese Weise seinen Verpflichtungen als Ehemann und Aufseher ausgeglichen nachzukommen.
21 Doch wie verhält es sich, wenn ein christlicher Ältester nicht nur Ehemann, sondern auch Vater ist? Das bringt für ihn zusätzliche Verantwortung mit sich, und er hat dann einen weiteren Aufsichtsbereich, wie wir im nächsten Artikel betrachten werden.
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Als Vater und Ältester beiden Rollen gerecht werdenDer Wachtturm 1996 | 15. Oktober
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Als Vater und Ältester beiden Rollen gerecht werden
„In der Tat, wenn jemand seinem eigenen Haushalt nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Versammlung Gottes Sorge tragen?“ (1. TIMOTHEUS 3:5).
1, 2. (a) Wie konnten im ersten Jahrhundert unverheiratete Aufseher und verheiratete Aufseher ohne Kinder ihren Brüdern dienen? (b) Inwiefern sind Aquila und Priscilla ein Beispiel für viele heutige Ehepaare?
UNTER den Aufsehern in der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts gab es Unverheiratete, Verheiratete ohne Kinder und Familienväter. Einige Christen beachteten zweifellos den Rat des Apostels Paulus, den er in seinem ersten Brief an die Korinther, Kapitel 7 gab, und blieben ledig. Jesus hatte erklärt: „Es gibt Eunuchen, die sich wegen des Königreiches der Himmel selbst zu Eunuchen gemacht haben“ (Matthäus 19:12). Alleinstehende wie Paulus und wahrscheinlich einige seiner Reisegefährten waren beispielsweise ungebunden, so daß sie reisen konnten, um ihren Brüdern beizustehen.
2 In der Bibel wird nichts darüber gesagt, ob Barnabas, Markus, Silas, Lukas, Timotheus und Titus unverheiratet waren. Sollten sie verheiratet gewesen sein, dann hinderten ihre Familienpflichten sie zumindest nicht daran, längere Reisen zu unternehmen, um verschiedene Aufgaben auszuführen (Apostelgeschichte 13:2; 15:39-41; 2. Korinther 8:16, 17; 2. Timotheus 4:9-11; Titus 1:5). Möglicherweise wurden sie auch von ihrer Frau begleitet wie Petrus und „die übrigen Apostel“, die offensichtlich ihre Frau mitnahmen, wenn sie von Ort zu Ort reisten (1. Korinther 9:5). Aquila und Priscilla waren zum Beispiel ein Ehepaar, das bereit war, sein Zuhause aufzugeben; sie folgten Paulus von Korinth nach Ephesus, zogen dann nach Rom und schließlich wieder nach Ephesus. Aus der Bibel geht nicht hervor, ob sie Kinder hatten. Ihr ergebener Dienst für die Brüder trug ihnen den Dank ‘aller Versammlungen der Nationen’ ein (Römer 16:3-5; Apostelgeschichte 18:2, 18; 2. Timotheus 4:19). Heute gibt es zweifellos viele Ehepaare, denen es wie Aquila und Priscilla möglich wäre, in anderen Versammlungen zu dienen, und die gegebenenfalls dorthin ziehen könnten, wo mehr Hilfe benötigt wird.
Vater und Ältester
3. Was läßt darauf schließen, daß im ersten Jahrhundert viele Älteste verheiratet waren und Kinder hatten?
3 Wie es scheint, war im ersten Jahrhundert u. Z. die Mehrheit der christlichen Ältesten verheiratet und hatte Kinder. Als Paulus darlegte, welche Erfordernisse ein Mann erfüllen muß, der „nach dem Amt eines Aufsehers strebt“, erklärte er, daß ein solcher Christ jemand sein sollte, „der seinem eigenen Haushalt in vortrefflicher Weise vorsteht, der die Kinder mit allem Ernst in Unterwürfigkeit hält“ (1. Timotheus 3:1, 4).
4. Was wird bei verheirateten Ältesten, die Kinder haben, vorausgesetzt?
4 Wie wir bereits festgestellt haben, muß ein Ältester weder Kinder haben noch unbedingt verheiratet sein. Doch falls ein Christ verheiratet ist, eignet er sich nur dann als Ältester oder Dienstamtgehilfe, wenn er in angebrachter, liebevoller Weise seiner Aufgabe als Haupt seiner Frau nachkommt und er seine Kinder angemessenen Gehorsam gelehrt hat (1. Korinther 11:3; 1. Timotheus 3:12, 13). Ein Bruder, der sich offensichtlich schwertut, in seinem Haushalt die Führung zu übernehmen, wäre für besondere Vorrechte in der Versammlung nicht geeignet. Warum nicht? Paulus erklärte: „In der Tat, wenn jemand seinem eigenen Haushalt nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Versammlung Gottes Sorge tragen?“ (1. Timotheus 3:5). Wären schon seine eigenen Angehörigen nicht bereit, sich seiner Aufsicht unterzuordnen, wie würden dann andere reagieren?
„Der gläubige Kinder hat“
5, 6. (a) Welches Erfordernis in bezug auf die Kinder erwähnte Paulus gegenüber Titus? (b) Was wird von Ältesten, die Kinder haben, erwartet?
5 Als Paulus Titus anwies, in den Versammlungen auf Kreta Aufseher einzusetzen, nannte er folgende Voraussetzungen: „... wenn irgendeiner frei von Anklage ist, der Mann e i n e r Ehefrau, der gläubige Kinder hat, die nicht der Ausschweifung oder der Widerspenstigkeit beschuldigt werden. Denn als Gottes Verwalter muß ein Aufseher frei von Anklage sein.“ Doch was ist mit dem Erfordernis, „gläubige Kinder“ zu haben, gemeint? (Titus 1:6, 7).
6 Der Ausdruck „gläubige Kinder“ bezieht sich auf Kinder, die sich bereits Jehova hingegeben haben und getauft sind oder die Hingabe und Taufe anstreben. Die Glieder einer Versammlung erwarten, daß die Kinder von Ältesten gehorsam sind und sich gut benehmen. Man sollte erkennen können, daß ein Ältester tut, was er kann, um den Glauben seiner Kinder zu stärken. König Salomo schrieb: „Erzieh einen Knaben gemäß dem Weg für ihn; auch wenn er alt wird, wird er nicht davon abweichen“ (Sprüche 22:6). Was ist jedoch, wenn es ein Jugendlicher trotz dieser Schulung ablehnt, Jehova zu dienen, oder sogar eine schwere Sünde begeht?
7. (a) Woraus ist zu ersehen, daß das in Sprüche 22:6 Gesagte keine starre Regel ist? (b) Warum wird ein Ältester nicht automatisch seine Vorrechte verlieren, wenn eines seiner Kinder Jehova nicht dienen möchte?
7 Der oben zitierte Spruch ist selbstverständlich keine starre Regel. Der Grundsatz der Willensfreiheit wird dadurch nicht aufgehoben (5. Mose 30:15, 16, 19). Wenn Söhne oder Töchter alt genug sind, um Eigenverantwortung zu tragen, müssen sie in bezug auf ihre Hingabe und Taufe eine persönliche Entscheidung treffen. Möchte ein Jugendlicher Jehova nicht dienen, obwohl der Vater die erforderliche geistige Hilfe, Anleitung und Zucht erteilt hat, ist dieser nicht automatisch ungeeignet, als Aufseher zu dienen. Hat ein Ältester dagegen mehrere minderjährige Kinder, die zu Hause wohnen und von denen eines nach dem anderen geistig schwach wird und in Schwierigkeiten gerät, könnte er wahrscheinlich nicht mehr als ein Mann betrachtet werden, „der seinem eigenen Haushalt in vortrefflicher Weise vorsteht“ (1. Timotheus 3:4). Alles in allem geht es um folgendes: Es sollte offenkundig sein, daß ein Aufseher sein Bestes tut, ‘gläubige Kinder zu haben, die nicht der Ausschweifung oder der Widerspenstigkeit beschuldigt werden’.a
Mit einer „ungläubigen Frau“ verheiratet
8. Wie sollte sich ein Ältester gegenüber seiner ungläubigen Frau verhalten?
8 Paulus schrieb mit Bezug auf Christen, die mit einer ungläubigen Frau verheiratet sind: „Wenn irgendein Bruder eine ungläubige Frau hat und sie dennoch einverstanden ist, bei ihm zu wohnen, so verlasse er sie nicht ... [Denn] die ungläubige Frau ist in Verbindung mit dem Bruder geheiligt; sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig. ... [Denn] wie weißt du, Mann, daß du deine Frau nicht retten wirst?“ (1. Korinther 7:12-14, 16). Mit „ungläubig“ wurde hier nicht eine Frau ohne religiöse Überzeugung bezeichnet, sondern eine Frau, die nicht Jehova hingegeben war. Sie mag eine Jüdin oder eine Anhängerin heidnischer Götter gewesen sein. Heute könnte ein Ältester mit einer Frau verheiratet sein, die eine andere Religion praktiziert, die eine Agnostikerin oder sogar eine Atheistin ist. Solange sie bereit ist, bei ihm zu bleiben, sollte er sie nicht verlassen, nur weil beide unterschiedliche Glaubensansichten haben. Er sollte ‘bei ihr gemäß Erkenntnis wohnen, indem er ihr als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuteil werden läßt’, immer in der Hoffnung, sie zu retten (1. Petrus 3:7; Kolosser 3:19).
9. Wie sollte ein Ältester in einem Land vorgehen, wo das Gesetz beiden Eheleuten das Recht gibt, ihre Kinder mit ihren jeweiligen Glaubensansichten vertraut zu machen, und wie berührt das seine Vorrechte?
9 Hat solch ein Aufseher Kinder, wird er als Ehemann und Vater in angebrachter Weise den Grundsatz der Leitung durch ein Haupt befolgen und sie „in der Zucht und in der ernsten Ermahnung Jehovas“ aufziehen (Epheser 6:4). In vielen Ländern gibt das Gesetz beiden Eheleuten das Recht, ihren Kindern religiöse Unterweisung zu vermitteln. Unter diesen Umständen könnte eine Frau von ihrem Recht Gebrauch machen wollen, die Kinder mit ihren Glaubensansichten und religiösen Bräuchen vertraut zu machen, was einschließen könnte, daß sie sie in ihre Kirche mitnimmt.b Die Kinder sollten natürlich ihrem biblisch geschulten Gewissen folgen, wenn es darum geht, sich nicht an Zeremonien der falschen Religion zu beteiligen. Der Vater wird als Familienhaupt von seinem Recht Gebrauch machen, mit den Kindern zu studieren, und sie wenn möglich in den Königreichssaal mitnehmen. Wenn sie das Alter erreichen, ab dem sie eigene Entscheidungen treffen können, werden sie selbst entscheiden, welchen Weg sie gehen (Josua 24:15). Solange die Mitältesten und die Glieder der Versammlung erkennen können, daß der Vater alles tut, was ihm rechtlich möglich ist, um seine Kinder richtig im Weg der Wahrheit zu unterweisen, spricht nichts gegen seine Eignung als Aufseher.
‘Seinem Haushalt in vortrefflicher Weise vorstehen’
10. Was ist die hauptsächliche Pflicht eines Familienvaters, der ein Ältester ist?
10 Selbst wenn die Frau eines Ältesten und Vaters eine Glaubensschwester ist, ist es keine leichte Aufgabe für ihn, seiner Frau, seinen Kindern und den Versammlungsverpflichtungen das jeweils gebührende Maß an Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Die Bibel zeigt recht deutlich, daß ein christlicher Vater verpflichtet ist, sich um seine Frau und seine Kinder zu kümmern. Paulus schrieb: „Bestimmt hat jemand, der für die Seinigen und besonders für seine Hausgenossen nicht sorgt, den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger“ (1. Timotheus 5:8). In demselben Brief erklärte Paulus, daß nur solche verheirateten Männer für den Dienst als Aufseher empfohlen werden sollten, die sich bereits als gute Ehemänner und Väter erwiesen haben (1. Timotheus 3:1-5).
11. (a) In welcher Hinsicht muß ein Ältester ‘für die Seinigen sorgen’? (b) Inwiefern kann das einem Ältesten helfen, sich um seine Pflichten in der Versammlung zu kümmern?
11 Ein Ältester muß nicht nur materiell, sondern auch in geistiger und emotioneller Hinsicht für die Seinigen ‘sorgen’. Der weise König Salomo schrieb: „Bereite deine Arbeit draußen, und mache sie dir auf dem Feld zurecht. Danach sollst du auch deine Hausgemeinschaft aufbauen“ (Sprüche 24:27). Ein Aufseher sollte also einerseits für die materiellen und emotionellen Bedürfnisse seiner Frau und seiner Kinder sowie für deren Bedürfnis nach Entspannung sorgen, sie andererseits aber auch geistig „aufbauen“. Das kostet Zeit — Zeit, in der er sich nicht den Versammlungsangelegenheiten widmen kann. Doch es ist Zeit, die sich wirklich auszahlt, was das Glück und das Geistiggesinntsein der Familie betrifft. Hat ein Ältester eine geistig starke Familie, wird er, auf lange Sicht gesehen, wahrscheinlich weniger Zeit damit verbringen müssen, sich familiärer Probleme anzunehmen. Dadurch hat er den Kopf frei, sich um seine Pflichten in der Versammlung zu kümmern. Sein Beispiel als guter Ehemann und Vater ist der Versammlung von Nutzen (1. Petrus 5:1-3).
12. Auf welchem Gebiet sollten Familienväter, die Älteste sind, besonders vorbildlich sein?
12 Einem Haushalt in vortrefflicher Weise vorzustehen schließt auch ein, Zeit dafür einzuplanen, das Familienstudium zu leiten. Es ist außerordentlich wichtig, daß Älteste in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel geben, da starke Familien starke Versammlungen bilden. Es sollte nicht zur Regel werden, daß die Zeit eines Aufsehers so sehr von anderen Dienstvorrechten beansprucht wird, daß er keine Zeit mehr hat, mit seiner Frau und seinen Kindern zu studieren. Falls das der Fall sein sollte, müßte er seinen Zeitplan überprüfen. Vielleicht sollte er sich gewissen Dingen zu anderen Zeiten oder in geringerem Umfang widmen, gegebenenfalls sogar bestimmte Vorrechte abgeben.
Eine ausgewogene Aufsicht
13, 14. Welchen Rat hat der „treue und verständige Sklave“ Ältesten mit Familie schon früher gegeben?
13 Der Rat, in ausgeglichener Weise sowohl den Verpflichtungen gegenüber der Familie als auch gegenüber der Versammlung nachzukommen, ist nicht neu. Schon seit Jahren gibt der „treue und verständige Sklave“ diesen Rat (Matthäus 24:45). Vor 37 Jahren hieß es im Wachtturm (1. Dezember 1959, Seite 718): „Kommt es in Wirklichkeit nicht darauf an, daß wir alle Ansprüche, die auf unsere Zeit gemacht werden, in das richtige Gleichgewicht bringen? Auf dieser Waage sollte man den Interessen der eigenen Familie das richtige Gewicht geben. Bestimmt erwartet Jehova Gott von einem Manne nicht, daß er seine ganze Zeit der Tätigkeit für die Versammlung widmet, um seinen Brüdern und Nächsten behilflich zu sein, Rettung zu erlangen, und dabei die Rettung seiner eigenen Hausgenossen vernachlässigt. Ein Mann ist in erster Linie für seine Frau und seine Kinder verantwortlich.“
14 Im Wachtturm vom 1. November 1986 wurde auf Seite 22 der Rat gegeben: „Durch den gemeinsamen Predigtdienst werdet ihr euch zwar näherkommen, doch die speziellen Bedürfnisse der Kinder erfordern zusätzliche Zeit und seelische Kraft. Deshalb ist Ausgeglichenheit erforderlich, um zu entscheiden, wieviel Zeit ihr als Eltern ... für Aufgaben in der Versammlung einsetzen könnt, so daß ihr gleichzeitig in der Lage seid, in geistiger, seelischer und materieller Hinsicht für ‘die Euren’ zu sorgen. Ihr müßt [als Christen] ‚zuerst lernen, in ... [eurem] eigenen Hause Gottergebenheit zu pflegen‘ (1. Timotheus 5:4, 8).“
15. Warum benötigt ein Ältester, der Frau und Kinder hat, Weisheit und Unterscheidungsvermögen?
15 Ein Bibelspruch lautet: „Durch Weisheit wird eine Hausgemeinschaft aufgebaut, und durch Unterscheidungsvermögen wird sie sich als fest gegründet erweisen“ (Sprüche 24:3). Ja, damit ein Aufseher seinen theokratischen Pflichten nachkommen und gleichzeitig seine Hausgemeinschaft aufbauen kann, benötigt er ganz gewiß Weisheit und Unterscheidungsvermögen. Gemäß der Bibel muß er sich um mehrere Bereiche der Aufsicht kümmern. Seine Familie und seine Pflichten in der Versammlung fallen darunter. Es erfordert seinerseits Unterscheidungsvermögen, in diesen Bereichen ausgeglichen zu bleiben (Philipper 1:9, 10). Wenn er Prioritäten setzt, muß er sich von Weisheit leiten lassen (Sprüche 2:10, 11). Wie sehr er sich auch dafür verantwortlich fühlt, sich seiner Vorrechte in der Versammlung anzunehmen, darf er darüber nicht vergessen, daß er als Ehemann und Vater vor Gott in erster Linie die Verantwortung für das Wohl und die Rettung seiner Familie trägt.
Gute Väter und gute Älteste
16. Inwiefern ist es für einen Ältesten von Vorteil, wenn er Familienvater ist?
16 Ein Ältester mit gut erzogenen Kindern kann ein echter Gewinn sein. Wer gelernt hat, für seine Angehörigen gut zu sorgen, kann auch anderen Familien in der Versammlung helfen. Er versteht ihre Probleme besser und kann Rat geben, aus dem die eigene Erfahrung spricht. Es ist eine Freude, daß weltweit Tausende von Ältesten in hervorragender Weise ihren Aufgaben als Ehemann, Vater und Aufseher nachkommen.
17. (a) Was darf ein Mann, der Vater und Ältester ist, nie vergessen? (b) Wie können andere Glieder der Versammlung Einfühlungsvermögen bekunden?
17 Damit ein Familienvater ein Ältester sein kann, muß er ein reifer Christ sein, der für seine Frau und seine Kinder sorgt und gleichzeitig seine Angelegenheiten so zu regeln weiß, daß er anderen in der Versammlung Zeit und Aufmerksamkeit widmen kann. Er darf nie vergessen, daß seine Hirtentätigkeit bei ihm zu Hause beginnt. Da verheiratete Älteste mit Kindern die Verantwortung tragen, sich sowohl um ihre Angehörigen als auch um die Versammlung zu kümmern, werden sich die Glieder der Versammlung bemühen, ihre Zeit nicht ungebührlich in Anspruch zu nehmen. Ein Ältester wird beispielsweise nach abendlichen Zusammenkünften nicht immer lange bleiben können, wenn seine Kinder am nächsten Morgen in die Schule müssen. Die anderen Glieder der Versammlung sollten dafür Verständnis haben und Einfühlungsvermögen bekunden (Philipper 4:5).
Wir sollten unsere Ältesten schätzen
18, 19. (a) Was wurde uns durch die Betrachtung von 1. Korinther, Kapitel 7 vor Augen geführt? (b) Wie sollten wir die christlichen Männer betrachten, mit denen wir uns hier befaßt haben?
18 Durch die Betrachtung von Kapitel 7 des ersten Briefes, den Paulus an die Korinther schrieb, wurde uns vor Augen geführt, daß es viele ledige Männer gibt, die seinem Rat entsprechend ihre Freiheit dazu nutzen, den Königreichsinteressen zu dienen. Außerdem gibt es Tausende von verheirateten Brüdern ohne Kinder, die, während sie ihrer Frau die gebührende Aufmerksamkeit schenken, als vorzügliche Aufseher in Bezirken, Kreisen, Versammlungen oder in Zweigbüros der Watch Tower Society dienen, wobei ihre Frau in lobenswerter Weise mit ihnen zusammenarbeitet. Und schließlich gibt es in den fast 80 000 Versammlungen des Volkes Jehovas viele Väter, die sich nicht nur liebevoll um ihre Frau und ihre Kinder kümmern, sondern sich auch die Zeit nehmen, ihren Brüdern als fürsorgliche Hirten zu dienen (Apostelgeschichte 20:28).
19 Der Apostel Paulus schrieb: „Die älteren Männer, die in vortrefflicher Weise als Vorsteher dienen, halte man doppelter Ehre für würdig, besonders die, die hart arbeiten in Wort und Lehre“ (1. Timotheus 5:17). Ja, Älteste, die zu Hause und in der Versammlung in vorzüglicher Weise dienen, verdienen unsere Liebe und unseren Respekt. Wir sollten ‘Männer von dieser Art weiterhin werthalten’ (Philipper 2:29).
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