Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Der Brautpreis — Wie sollten Christen ihn betrachten?
    Der Wachtturm 1989 | 15. Januar
    • Wie es sich auf den Vater auswirken kann

      Unter den afrikanischen Völkern galt der Brautpreis als symbolische Geste, die zeigte, daß der Mann in der Lage war, eine Familie zu ernähren. Mitglieder seiner Familie suchten die Eltern des Mädchens auf, um den Brautpreis zu vereinbaren. In vielen Gebieten ist das nicht mehr der Fall, da die Väter von vornherein den höchstmöglichen Preis verlangen. Beträge zwischen 20 Dollar (dem in Nigeria gesetzlich festgelegten Preis) und 3 000 Dollar und mehr werden gefordert. Manchmal werden schon vor dem ersten Besuch der Eltern des Heiratswilligen Geschenke oder Geld erwartet. Und es mag, wie es in Zaire der Fall ist, sogar noch mehr bezahlt werden müssen, um „den Mund des Vaters zu öffnen“, das heißt, ihn zu bewegen, über den Preis für seine Tochter zu verhandeln. Selbst nachdem eine bestimmte Summe bezahlt worden ist, können weitere Zahlungen oder Geschenke gefordert werden.

      Solche Praktiken können zur Geldgier ermuntern. Die Bibel sagt allerdings: „Die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten“ (1. Timotheus 6:10). Aus Habgier mögen Menschen zu Erpressern werden und sich so Gottes Mißfallen zuziehen. In der Bibel heißt es, daß kein „Habgieriger — das heißt ein Götzendiener — irgendein Erbe im Königreich des Christus und Gottes hat“ (Epheser 5:5; vergleiche Sprüche 20:21; 1. Korinther 5:11; 6:10).

      Es ist im Prinzip nichts dagegen einzuwenden, dem Vater ein Brautgeld zu geben — sozusagen als Ausgleich für den Verlust einer Tochter, die er aufgezogen und geschult hat. Der künftige Schwiegersohn könnte diese Bezahlung richtigerweise als Zeichen seiner Wertschätzung für die Ausbildung seiner Verlobten betrachten. Einige Eltern mögen jedoch versuchen, für sämtliche Ausgaben entschädigt zu werden, aus dem Gefühl heraus, daß eine verheiratete Tochter ihnen nicht mehr helfen kann, die jüngeren Kinder großzuziehen. Solche Eltern mögen bemüht sein, den höchstmöglichen Brautpreis zu erhalten, als wäre ihre Tochter lediglich eine Handelsware. Aber Eltern schulden ihren Kindern eine gute Erziehung. Dieser Verpflichtung nachgekommen zu sein sollte sie mit Stolz erfüllen —, nicht das Bemühen, in Form von Geld oder durch das Ansehen, das mit einem hohen Brautpreis verbunden ist, möglichst viel erstattet zu bekommen. Die Bibel fordert Eltern keineswegs dazu auf, an materiellen Gewinn zu denken, den Kinder bringen können, sondern sagt vielmehr: „Nicht die Kinder sollten für ihre Eltern etwas zurücklegen, sondern die Eltern für ihre Kinder“ (2. Korinther 12:14).

      Manche angeblich christliche Väter stellen ihre Forderungen ohne Rücksicht auf die finanziellen Mittel der jungen christlichen Freier. Es hat sogar schon Fälle gegeben, in denen solche Väter angemessene Angebote christlicher Brüder abgelehnt haben, weil Weltmenschen mehr boten. Einige überlassen die Verhandlungen weltlichen Verwandten, die einen horrenden Preis verlangen. Während verhandelt wird, könnten die jungen Leute aber durch die bestehende Situation dazu veranlaßt werden, Hurerei zu begehen. Es kommt unter Weltmenschen nicht selten vor, daß ein frustriertes junges Paar eine Schwangerschaft für das einfachste Mittel hält, die Angehörigen des Mädchens zu zwingen, das anzunehmen, was der Freier bezahlen kann.

      Christen dürfen nicht so handeln. Gottes Wort verbietet Hurerei, und wenn jemand Hurerei begeht, kann er aus der Versammlung ausgeschlossen werden (1. Korinther 6:9; Hebräer 13:4). Ein Vater kann nicht jede Schuld von sich weisen, wenn seine erpresserischen Forderungen dazu beigetragen haben, daß seine Tochter unsittlich gehandelt hat. Eine solche Schuld könnte sich auf seine Stellung in der Versammlung nachteilig auswirken. Untheokratisch wäre es auch, von einem Weltmenschen ein Brautgeld anzunehmen (ganz gleich in welcher Höhe) und eine Gott hingegebene christliche Tochter mit einem solchen Mann zu verheiraten. Ein Bruder, der das tut, eignet sich auf keinen Fall für bestimmte Vorrechte in der Versammlung. Christliche Eltern sollten darauf bedacht sein, daß ein Kind fest mit der Christenversammlung verbunden bleibt, und ihm deshalb helfen, einen keuschen Wandel zu führen. Es sollte ihr Wunsch sein, daß eine Tochter glücklich verheiratet ist, und zwar „nur im Herrn“ — mit einem Mann, der Jehova ebenfalls liebt und tiefen Respekt vor seinen Gesetzen und Grundsätzen hat (1. Korinther 7:39).

      Es ist unchristlich, den Brautpreis als ein Mittel anzusehen, an seinem Kind Geld zu verdienen, indem man in erpresserischer Weise mehr fordert als das, was recht und billig ist. Ein christlicher Vater muß sich vor Habgier und Selbstsucht hüten, da andernfalls sein Geistiggesinntsein und seine Vorrechte in der Versammlung auf dem Spiel stehen (1. Korinther 6:9, 10).

      Glücklicherweise bekunden viele christliche Väter bei der Forderung des Brautpreises Besonnenheit, und das offenbart eine gute Einstellung. Einige haben sich sogar entschieden, keinen Brautpreis zu verlangen, um den Brauch nicht auszunutzen und keinen geistigen Schaden anzurichten.

      Wie es sich auf die Brautleute auswirken kann

      In manchen Fällen hat die Habgier des Mädchens die Summe beeinflußt, die die Eltern als Brautpreis bestimmten. Einige wünschen sich eine sehr kostspielige und prunkvolle Hochzeit und setzen ihren Eltern deswegen ständig zu. Andere fordern von ihren Eltern, ihnen teure Geräte für den neuen Haushalt zu kaufen. Um solchen Forderungen nachkommen zu können, mag es der Vater für notwendig erachten, den Brautpreis zu erhöhen.

      Das wiederum zwingt den Bräutigam, die Ehe zufolge einer kostspieligen Hochzeit und wegen des Kaufs teurer Möbel mit einer Schuldenlast zu beginnen. Gottes Wort sagt, daß „die Weisheit von oben ... vernünftig“ ist. Junge Paare sollten ihre „Vernünftigkeit allen Menschen bekanntwerden“ lassen, indem sie eine Hochzeit planen, die keinem eine schwere finanzielle Last aufbürdet (Jakobus 3:17; Philipper 4:5).

  • Der Brautpreis — Wie sollten Christen ihn betrachten?
    Der Wachtturm 1989 | 15. Januar
    • Auch haben Väter aus verschiedenen Gründen den Brautpreis zurückgegeben und ihre Tochter gezwungen, ihren Mann zu verlassen.

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen