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Den Herzenstrieb entwickeln, Jehova zu fürchtenDer Wachtturm 2001 | 1. Dezember
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Den Herzenstrieb entwickeln, Jehova zu fürchten
„Wenn doch nur dies ihr Herzenstrieb würde, mich zu fürchten und alle meine Gebote stets zu halten“ (5. MOSE 5:29).
1. Wieso dürfen wir davon überzeugt sein, daß die Menschen eines Tages keine Furcht mehr haben müssen?
SEIT Jahrhunderten wird die Menschheit von Furcht geplagt. Die Furcht vor Hunger, Krankheit, Verbrechen oder Krieg versetzt Millionen Menschen in ständige Sorge. Deshalb kommt in der Präambel zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Wunsch zum Ausdruck, eine Welt zu schaffen, in der alle Menschen Freiheit von Furcht genießen.a Glücklicherweise versichert uns Gott selbst, daß eine solche Welt kommen wird — wenn auch nicht durch menschliche Anstrengungen. Wie Jehova uns durch seinen Propheten Micha verspricht, wird sein Volk in der gerechten neuen Welt ‘von niemandem aufgeschreckt werden’ (Micha 4:4).
2. (a) Mit welchen Worten fordert uns die Bibel auf, Gott zu fürchten? (b) Welche Fragen können sich erheben angesichts unserer Verpflichtung, Gott zu fürchten?
2 Furcht kann allerdings auch eine positive Kraft sein. In der Heiligen Schrift werden Gottes Diener wiederholt aufgefordert, Jehova zu fürchten. Moses richtete die Aufforderung an das Volk Israel: „Jehova, deinen Gott, solltest du fürchten, und ihm solltest du dienen“ (5. Mose 6:13). Jahrhunderte später schrieb Salomo: „Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht“ (Prediger 12:13). Durch unser Predigtwerk, das wir unter der Leitung von Engeln verrichten, fordern wir ebenfalls alle Menschen auf: „Fürchtet Gott, und gebt ihm die Ehre“ (Offenbarung 14:6, 7). Christen sollen Jehova aber nicht nur fürchten, sondern ihn auch mit ihrem ganzen Herzen lieben (Matthäus 22:37, 38). Wie können wir Gott gleichzeitig lieben und fürchten? Warum muß man einen liebevollen Gott fürchten? Von welchem Nutzen ist es für uns, die Gottesfurcht zu vertiefen? Um diese Fragen beantworten zu können, müssen wir zunächst einmal verstehen, was es bedeutet, Gott zu fürchten, und wieso diese Art Furcht für unser Verhältnis zu Jehova von grundlegender Bedeutung ist.
Ehrfurcht, Ehrerbietung und Furcht
3. Was ist unter Gottesfurcht zu verstehen?
3 Gottesfurcht ist ein Empfinden, das Christen ihrem Schöpfer gegenüber haben sollten. Eine Definition von „Gottesfurcht“ lautet: „eine ehrfurchtsvolle Scheu vor dem Schöpfer, eine gesunde Furcht, ihm zu mißfallen“. Somit wird sowohl unsere Einstellung zu Gott als auch unsere Einstellung zu einem Verhalten, das er haßt, durch die Gottesfurcht beeinflußt. Beides ist offensichtlich von entscheidender Bedeutung und verdient gewissenhafte Beachtung. Wie es in einem biblischen Wörterbuch heißt, ist diese ehrerbietige Furcht für einen Christen „ein beherrschendes Motiv im Leben, sowohl in religiösen als auch in sittlichen Belangen“ (W. E. Vine, Expository Dictionary of New Testament Words).
4. Wie können wir die Ehrfurcht und die Ehrerbietung unserem Schöpfer gegenüber vertiefen?
4 Wie können wir die Ehrfurcht und die Ehrerbietung unserem Schöpfer gegenüber vertiefen? Es erfüllt uns mit Ehrfurcht, wenn wir eine herrliche Landschaft, einen imposanten Wasserfall oder einen eindrucksvollen Sonnenuntergang sehen. Dieses Empfinden wird noch verstärkt, sobald wir mit den Augen des Glaubens die Hand Gottes hinter solchen Schöpfungswerken erkennen. Außerdem werden wir uns wie König David bewußt, wie bedeutungslos wir im Vergleich zu Jehovas eindrucksvoller Schöpfung sind: „Wenn ich deine Himmel sehe, die Werke deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der sterbliche Mensch, daß du seiner gedenkst?“ (Psalm 8:3, 4). Aus dieser Ehrfurcht heraus entsteht Ehrerbietung, die uns veranlaßt, Jehova für alles, was er für uns tut, zu danken und ihn zu preisen. David schrieb an anderer Stelle: „Ich werde dich lobpreisen, weil ich auf furchteinflößende Weise wunderbar gemacht bin. Deine Werke sind wunderbar, wie meine Seele es sehr wohl weiß“ (Psalm 139:14).
5. Warum sollten wir Jehova fürchten, und wer gibt uns in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel?
5 Ehrfurcht und Ehrerbietung bewirken eine heilsame, angebrachte Furcht vor Gottes Schöpfermacht und seiner Autorität als rechtmäßiger Herrscher des Universums. Der Apostel Johannes sah in einer Vision, wie „die, die als Sieger über das wilde Tier und über sein Bild ... hervorgehen“ — die gesalbten Nachfolger Christi in ihrer himmlischen Stellung —, verkünden: „Groß und wunderbar sind deine Werke, Jehova Gott, du Allmächtiger. Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Ewigkeit. Wer wird dich nicht wirklich fürchten, Jehova, und deinen Namen verherrlichen?“ (Offenbarung 15:2-4). Gottesfurcht, die durch tiefe Ehrfurcht vor seiner Majestät entsteht, veranlaßt die Mitherrscher Christi im himmlischen Königreich, Gott als höchste Autorität zu ehren. Haben wir nicht allen Grund, Jehova zu fürchten, wenn wir berücksichtigen, was er alles vollbracht hat und wie gerecht er im Universum herrscht? (Psalm 2:11; Jeremia 10:7).
6. Warum sollten wir eine gesunde Furcht davor haben, Jehova zu mißfallen?
6 Außer Ehrfurcht und Ehrerbietung muß Gottesfurcht auch eine gesunde Furcht einschließen, Jehova zu mißfallen oder ihm gegenüber ungehorsam zu sein. Warum? Jehova ist zwar „langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte“, aber „keinesfalls wird er Straffreiheit gewähren“, was man auch nicht vergessen darf (2. Mose 34:6, 7). Jehova ist durchaus liebevoll und barmherzig, er duldet jedoch weder Ungerechtigkeit noch willentliche Missetaten (Psalm 5:4, 5; Habakuk 1:13). Niemand, der absichtlich und reuelos etwas praktiziert, was in Jehovas Augen böse ist, und sich gegen ihn stellt, wird ungestraft davonkommen. „Es ist etwas Furchtbares, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen“, erklärte der Apostel Paulus. Eine gesunde Furcht davor zu haben, es so weit kommen zu lassen, ist im Grunde genommen ein Schutz für uns (Hebräer 10:31).
„Ihm solltet ihr anhangen“
7. Welche Gründe haben wir, auf die rettende Macht Jehovas zu vertrauen?
7 Ehrerbietige Gottesfurcht und das klare Bewußtsein der ehrfurchtgebietenden Macht Jehovas gehen dem Vertrauen zu ihm voraus. Genauso, wie sich ein kleines Kind beschützt fühlt, wenn sein Vater in der Nähe ist, so fühlen wir uns geborgen und sicher unter Jehovas lenkender Hand. Beachten wir, wie die Israeliten reagierten, nachdem Jehova sie aus Ägypten herausgeführt hatte: „Auch sah dann Israel die große Hand, die Jehova gegen die Ägypter betätigt hatte; und das Volk begann Jehova zu fürchten und an Jehova ... zu glauben“ (2. Mose 14:31). Elisas Erfahrung bezeugt ebenfalls die Tatsache, daß ‘sich der Engel Jehovas rings um die her lagert, die ihn fürchten, und sie befreit’ (Psalm 34:7; 2. Könige 6:15-17). Die neuzeitliche Geschichte des Volkes Jehovas und wahrscheinlich auch unsere persönlichen Erfahrungen bestätigen, daß Gott seine Macht zugunsten derjenigen einsetzt, die ihm dienen (2. Chronika 16:9). Das macht uns folgendes bewußt: „In der Furcht Jehovas liegt ein starkes Vertrauen“ (Sprüche 14:26).
8. (a) Warum veranlaßt uns die Gottesfurcht, auf den Wegen Jehovas zu wandeln? (b) Erkläre, inwiefern wir Jehova „anhangen“ sollten.
8 Die heilsame Gottesfurcht bewirkt nicht nur Vertrauen zu Jehova, sondern motiviert uns auch, auf seinen Wegen zu wandeln. Als Salomo den Tempel einweihte, bat er Jehova in bezug auf die Israeliten: „[Mögen] sie dich fürchten, indem sie alle Tage, die sie auf der Oberfläche des Erdbodens leben, den du unseren Vorvätern gegeben hast, auf deinen Wegen wandeln“ (2. Chronika 6:31). Schon früher forderte Moses die Israeliten auf: „Jehova, eurem Gott, solltet ihr nachwandeln, und ihn solltet ihr fürchten, und seine Gebote solltet ihr halten, und auf seine Stimme solltet ihr hören, und ihm solltet ihr dienen, und ihm solltet ihr anhangen“ (5. Mose 13:4). Wie diese Verse deutlich zeigen, ergibt sich der Wunsch, auf Jehovas Wegen zu wandeln und ihm ‘anzuhangen’, aus dem Vertrauen zu Gott. Ja, die Gottesfurcht veranlaßt uns, Jehova zu gehorchen, ihm zu dienen und ihm so anzuhangen wie ein kleines Kind, das sich buchstäblich an seinen Vater klammert, dem es unerschütterlich vertraut (Psalm 63:8; Jesaja 41:13).
Gott zu lieben heißt, ihn zu fürchten
9. Welche Verbindung besteht zwischen der Liebe zu Gott und der Gottesfurcht?
9 Vom biblischen Standpunkt aus ist es nicht unmöglich, Gott zu fürchten und ihn gleichzeitig zu lieben. Die Israeliten wurden sogar aufgefordert, „Jehova ... zu fürchten, um auf allen seinen Wegen zu wandeln und ihn zu lieben“ (5. Mose 10:12). Zwischen Gottesfurcht und der Liebe zu Gott besteht somit eine enge Verbindung. Die Gottesfurcht veranlaßt uns, auf seinen Wegen zu wandeln, und das wiederum beweist unsere Liebe zu ihm (1. Johannes 5:3). Das ist durchaus vernünftig, denn wenn wir jemand lieben, sind wir zu Recht ängstlich darauf bedacht, ihn nicht zu kränken. Die Israeliten kränkten Jehova dagegen durch ihr rebellisches Verhalten in der Wildnis. Gewiß möchten wir niemals etwas tun, was unserem himmlischen Vater Schmerz bereitet (Psalm 78:40, 41). Wir erfreuen sein Herz hingegen durch Gehorsam und Treue, denn „Jehova findet Gefallen an denen, die ihn fürchten“ (Psalm 147:11; Sprüche 27:11). Die Liebe zu Gott veranlaßt uns, ihm zu gefallen, und die Gottesfurcht hält uns davon ab, ihn zu kränken. Es sind somit Empfindungen, die einander ergänzen, statt sich gegenseitig auszuschließen.
10. Wie zeigte Jesus, daß er an der Furcht Jehovas Freude hatte?
10 Der Lebensweg Jesu Christi zeigt deutlich, daß wir Gott gleichzeitig lieben und fürchten können. Der Prophet Jesaja schrieb Jesus betreffend: „Auf ihm soll sich der Geist Jehovas niederlassen, der Geist der Weisheit und des Verständnisses, der Geist des Rates und der Macht, der Geist der Erkenntnis und der Furcht Jehovas; und er wird seine Freude haben an der Furcht Jehovas“ (Jesaja 11:2, 3). Gemäß dieser Prophezeiung wurde Jesus durch Gottes Geist veranlaßt, seinen himmlischen Vater zu fürchten. Außerdem war diese Furcht, wie wir feststellen können, alles andere als einschränkend, sie erfüllte ihn mit Zufriedenheit. Für Jesus war es eine Freude, Gottes Willen zu tun und ihm zu gefallen, und das sogar unter den schwierigsten Umständen. Selbst als seine Hinrichtung am Marterpfahl nahe bevorstand, sagte er zu Jehova: „Nicht wie ich will, sondern wie du willst“ (Matthäus 26:39). Wegen dieser Gottesfurcht erhörte Jehova das Flehen seines Sohnes, er stärkte ihn und errettete ihn aus dem Tod (Hebräer 5:7).
Es lernen, Jehova zu fürchten
11, 12. (a) Warum müssen wir es lernen, Gott zu fürchten? (b) Wie lehrt uns Jesus, Jehova zu fürchten?
11 Im Gegensatz zu der unwillkürlichen Ehrfurcht, die uns angesichts der Kräfte und der Erhabenheit der Natur ergreift, stellt sich die Gottesfurcht nicht von selbst ein. Deshalb läßt Jesus Christus, der größere David, prophetisch die Einladung an uns ergehen: „Kommt, ihr Söhne, hört mir zu; die Furcht Jehovas ist, was ich euch lehren werde“ (Psalm 34:11). Inwiefern können wir von Jesus lernen, Jehova zu fürchten?
12 Jesus lehrt uns, Jehova zu fürchten, indem er uns hilft, die wunderbare Persönlichkeit unseres himmlischen Vaters zu verstehen (Johannes 1:18). Jesu Beispiel gewährt einen Einblick, wie Gott denkt und wie er mit anderen handelt, denn Jesus spiegelt die Persönlichkeit seines Vaters vollkommen wider (Johannes 14:9, 10). Außerdem wird uns durch Jesu Opfer Zutritt zu Jehova gewährt, wenn wir um die Vergebung unserer Sünden beten. Dieser herausragende Ausdruck der Barmherzigkeit Gottes an sich ist schon Grund genug, ihn zu fürchten. Der Psalmist schrieb: „Bei dir ist die wahre Vergebung, damit man dich fürchtet“ (Psalm 130:4).
13. Welche Schritte, die im Bibelbuch Sprüche umrissen werden, helfen uns, Jehova zu fürchten?
13 Im Bibelbuch Sprüche werden einzelne Schritte umrissen, die zeigen, wie wir die Gottesfurcht vertiefen können. „Mein Sohn, wenn du meine Reden annehmen und meine eigenen Gebote bei dir verwahren wirst, indem du der Weisheit dein Ohr leihst, so daß du dein Herz dem Unterscheidungsvermögen zuneigst, wenn du überdies nach Verständnis selbst rufst und zum Unterscheidungsvermögen deine Stimme erhebst, ... dann wirst du die Furcht Jehovas verstehen, und du wirst die wahre Erkenntnis Gottes finden“ (Sprüche 2:1-5). Um Gott fürchten zu können, müssen wir daher sein Wort studieren, uns aufrichtig bemühen, seine Unterweisung zu verstehen, und seinen Rat dann gewissenhaft befolgen.
14. Wie können wir den Rat beherzigen, der den Königen von Israel gegeben wurde?
14 Jeder König der Nation Israel wurde angewiesen, sich eine Abschrift des Gesetzes zu machen und ‘darin zu lesen alle Tage seines Lebens, damit er Jehova, seinen Gott, fürchten lerne, um alle Worte dieses Gesetzes zu halten’ (5. Mose 17:18, 19). Wenn wir lernen wollen, Jehova zu fürchten, sind Bibellesen und Studieren für uns genauso wichtig. Wenden wir in unserem Leben biblische Grundsätze an, dann machen wir uns allmählich von Gott stammende Weisheit und Erkenntnis zu eigen. Wir werden „die Furcht Jehovas verstehen“, weil wir sehen, wie gut sie sich auf unser Leben auswirkt, und wir schätzen unser Verhältnis zu Gott. Außerdem können Jung und Alt durch das regelmäßige Zusammenkommen mit Mitchristen das hören, was Gott lehrt, sowie lernen, Gott zu fürchten, und auf seinen Wegen wandeln (5. Mose 31:12).
Glücklich ist jeder, der Jehova fürchtet
15. Was hat die Gottesfurcht mit unserer Anbetung zu tun?
15 Wie die oben erwähnten Ausführungen zeigen, ist die Gottesfurcht eine förderliche Gesinnung, die jeder von uns vertiefen sollte, weil es sich um einen Grundbestandteil der Anbetung Jehovas handelt. Sie veranlaßt uns, absolut auf ihn zu vertrauen, auf seinen Wegen zu wandeln und ihm anzuhangen. Wie im Fall Jesu Christi kann die Gottesfurcht uns veranlassen, unserem Hingabegelübde gemäß zu leben — sowohl heute als auch bis in alle Ewigkeit.
16. Warum ermuntert uns Jehova, ihn zu fürchten?
16 Gottesfurcht ist niemals krankhaft oder übermäßig einschränkend. „Glücklich ist jeder, der Jehova fürchtet, der in seinen Wegen wandelt“, versichert uns die Bibel (Psalm 128:1). Jehova ermuntert uns, ihn zu fürchten, weil er weiß, daß dies ein Schutz für uns ist. Beachten wir, wie seine liebevolle Fürsorge aus folgenden Worten hervorgeht, die er an Moses richtete: „Wenn doch nur dies ihr [der Israeliten] Herzenstrieb würde, mich zu fürchten und alle meine Gebote stets zu halten, damit es ihnen und ihren Söhnen auf unabsehbare Zeit gutginge!“ (5. Mose 5:29).
17. (a) Welchen Nutzen ziehen wir daraus, Gott zu fürchten? (b) Welche Aspekte der Gottesfurcht werden im folgenden Artikel betrachtet?
17 Wenn es in vergleichbarer Weise unser Herzenstrieb wird, Gott zu fürchten, wird es uns gutgehen. In welcher Hinsicht? Solch eine Gesinnung wird vor allem Gott gefallen, und wir werden ihm näherkommen. Aus persönlicher Erfahrung wußte David folgendes: „Das Begehren derer, die ihn fürchten, wird er ausführen, und ihren Hilferuf wird er hören, und er wird sie retten“ (Psalm 145:19). Des weiteren wird uns die Gottesfurcht insofern von Nutzen sein, als sie sich auf unsere Einstellung zu dem, was schlecht ist, auswirkt (Sprüche 3:7). Im folgenden Artikel wird untersucht, wie diese Furcht uns helfen kann, unseren Glauben vor Gefahren zu schützen, und es werden einige biblische Beispiele von Menschen betrachtet, die Gott fürchteten und sich von Schlechtem abwandten.
[Fußnote]
a Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet.
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Fürchte Jehova, und halte seine GeboteDer Wachtturm 2001 | 1. Dezember
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Fürchte Jehova, und halte seine Gebote
„Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht“ (PREDIGER 12:13).
1, 2. (a) Inwiefern kann die Furcht Leib und Leben schützen? (b) Warum bemühen sich kluge Eltern, ihren Kindern eine gesunde Furcht zu vermitteln?
„SO WIE Mut das Leben in Gefahr bringt, so schützt es die Furcht“, beobachtete Leonardo da Vinci. Draufgängertum oder Tollkühnheit macht blind für Gefahr, während die Furcht zur Vorsicht mahnt. Wer zum Beispiel an den Rand eines steilen Abhangs kommt und sieht, wie tief er fallen könnte, weicht zumeist instinktiv zurück. In ähnlicher Weise fördert eine gesunde Furcht nicht nur ein gutes Verhältnis zu Gott, wie wir im vorhergehenden Artikel erfahren haben, sondern trägt auch dazu bei, uns vor Schaden zu bewahren.
2 Die Furcht vor vielen Gefahren der heutigen Zeit muß allerdings erlernt werden. Da sich kleine Kinder nicht bewußt sind, welche Bedrohung von der Elektrizität oder dem Stadtverkehr ausgeht, könnten sie leicht einen schweren Unfall haben.a Kluge Eltern versuchen, ihren Kindern eine gesunde Furcht zu vermitteln, indem sie sie immer wieder vor den Gefahren warnen, die überall lauern. Eltern wissen, daß diese Furcht für ihre Kinder lebensrettend sein kann.
3. Warum und wie warnt uns Jehova vor Gefahren für den Glauben?
3 Jehova ist genauso an unserem Wohl interessiert. Wie ein liebevoller Vater belehrt er uns zu unserem Nutzen durch sein Wort und seine Organisation (Jesaja 48:17). In Verbindung mit diesem göttlichen Lehrprogramm werden wir „immer und immer wieder“ vor geistigen Fallen gewarnt, damit wir eine gesunde Furcht vor solchen Gefahren entwickeln können (2. Chronika 36:15; 2. Petrus 3:1). Im Verlauf der Geschichte hätte mancher Schiffbruch im Glauben vermieden und viel Leid abgewendet werden können, ‘wenn es nur der Herzenstrieb der Menschen gewesen wäre, Gott zu fürchten und seine Gebote zu halten’ (5. Mose 5:29). Wie kann es in den gegenwärtigen ‘kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’, unser Herzenstrieb werden, Gott zu fürchten und Gefahren für den Glauben zu meiden? (2. Timotheus 3:1).
Von Schlechtem weichen
4. (a) Welches Haßgefühl sollten Christen entwickeln? (b) Wie berührt Jehova ein sündiger Lebenswandel? (Siehe Fußnote.)
4 „Die Furcht Jehovas bedeutet das Böse hassen“, heißt es in der Bibel (Sprüche 8:13). Ein Bibellexikon beschreibt dieses Haßgefühl als „gefühlsmäßige Einstellung gegenüber Personen und Dingen, die einem zuwider und verhaßt sind, die man verachtet und zu denen man weder Kontakt noch eine Beziehung wünscht“. Die Gottesfurcht schließt somit eine innere Abneigung oder einen Ekel gegenüber allem ein, was in Jehovas Augen schlecht ist (Psalm 97:10).b Sie veranlaßt uns, von Schlechtem zu weichen, genauso, wie wir — gewarnt durch unsere instinktive Furcht — vom Rand eines steilen Abhangs einige Schritte zurücktreten würden. „In der Furcht Jehovas weicht man von Schlechtem“, heißt es in der Bibel (Sprüche 16:6).
5. (a) Wie können wir unsere Gottesfurcht und unser Haßgefühl gegenüber dem, was schlecht ist, vertiefen? (b) Was lehrt uns die Geschichte der Nation Israel in dieser Hinsicht?
5 Wir können die gesunde Furcht und das Haßgefühl gegenüber dem Schlechten vertiefen, indem wir die schädlichen Folgen betrachten, die Sünde unvermeidlich mit sich bringt. Die Bibel versichert uns, daß wir das ernten, was wir säen — je nachdem, ob wir im Hinblick auf das Fleisch oder den Geist säen (Galater 6:7, 8). Darum beschrieb Jehova anschaulich, welche unabwendbaren Folgen es hat, seine Gebote zu mißachten oder die wahre Anbetung aufzugeben. Ohne göttlichen Schutz wäre zum Beispiel die kleine, wehrlose Nation Israel auf Gedeih und Verderb ihren grausamen, starken Nachbarn ausgeliefert gewesen (5. Mose 28:15, 45-48). Welch tragische Folgen Israels Ungehorsam hatte, wurde im einzelnen in der Bibel aufgezeichnet, und zwar „zur Warnung“, damit wir sowohl eine Lehre daraus ziehen als auch die Gottesfurcht vertiefen können (1. Korinther 10:11).
6. Was sind einige lehrreiche biblische Beispiele für Gottesfurcht? (Siehe Fußnote.)
6 Abgesehen von dem, was mit der Nation Israel als Ganzes geschah, enthält die Bibel Berichte über Personen, die von Eifersucht, Unsittlichkeit, Habgier oder Stolz getrieben wurden.c Einige dieser Personen hatten Jehova schon viele Jahre gedient, aber in einem entscheidenden Moment ihres Lebens war die Gottesfurcht nicht stark genug, und sie ernteten die bitteren Folgen. Über solche biblischen Beispiele nachzusinnen kann uns in dem Entschluß bestärken, niemals vergleichbare Fehler zu begehen. Wie traurig, wenn jemand erst eine persönliche Tragödie erleben muß, ehe er Gottes Rat beherzigt! Im Gegensatz zu der allgemeinen Auffassung ist Erfahrung — besonders in Verbindung mit Nachgiebigkeit gegen sich selbst — nicht die beste Lehrmeisterin (Psalm 19:7).
7. Wen lädt Jehova in sein sinnbildliches Zelt ein?
7 Ein weiterer gewichtiger Grund, die Gottesfurcht zu vertiefen, ist der Wunsch, unser Verhältnis zu Gott zu bewahren. Wir sind ängstlich darauf bedacht, Jehova nicht zu mißfallen, weil wir seine Freundschaft sehr schätzen. Wen betrachtet Gott als Freund, als jemand, den er in sein sinnbildliches Zelt einlädt? Nur denjenigen, der „untadelig wandelt und Gerechtigkeit übt“ (Psalm 15:1, 2). Wenn wir das bevorrechtigte Verhältnis zu unserem Schöpfer schätzen, werden wir darauf bedacht sein, in seinen Augen untadelig zu wandeln.
8. Inwiefern nahmen in Maleachis Tagen einige Israeliten die Freundschaft mit Gott für selbstverständlich?
8 In Maleachis Tagen nahmen einige Israeliten die Freundschaft mit Gott leider für selbstverständlich. Statt Jehova zu fürchten und zu ehren, opferten sie kranke und lahme Tiere auf seinem Altar. Ihr Mangel an Gottesfurcht offenbarte sich auch in ihrer Einstellung zur Ehe. Aus nichtigen Gründen ließen sie sich von der Ehefrau ihrer Jugend scheiden, um eine jüngere Frau zu heiraten. Doch Jehova ‘haßt Ehescheidung’, und durch ihren verräterischen Geist hatten sich jene Israeliten von ihrem Gott entfremdet, wie Maleachi zeigte. Wie konnte Gott ihre Opfer mit Wohlwollen betrachten, wenn der Altar sinnbildlich mit Tränen bedeckt war — mit den bitteren Tränen der von ihnen verlassenen Frauen? Die eklatante Respektlosigkeit gegenüber seinen Maßstäben veranlaßte Jehova zu der Frage: „Wo ist die Furcht vor mir?“ (Maleachi 1:6-8; 2:13-16).
9, 10. Wie können wir zeigen, daß wir Jehovas Freundschaft schätzen?
9 Genauso sieht Jehova heute den Kummer der vielen unschuldigen Ehepartner und Kinder, denen von selbstsüchtigen und unmoralischen Ehemännern und Vätern oder sogar von Ehefrauen und Müttern ein solcher Schlag versetzt wurde. Er ist darüber gewiß betrübt. Ein Freund Gottes wird alles so sehen, wie Gott es sieht, und wird bewußt darauf hinarbeiten, seine Ehe zu stärken, weltliches Denken zurückweisen, das die Bedeutung des Ehebundes herabsetzt, und ‘vor der Hurerei fliehen’ (1. Korinther 6:18).
10 Der Haß auf alles, was in den Augen Jehovas schlecht ist, ob in der Ehe oder in anderen Lebensbereichen, verbunden mit tiefer Wertschätzung für seine Freundschaft, wird uns seine Gunst und Anerkennung eintragen. Der Apostel Petrus erklärte unmißverständlich: „Bestimmt merke ich, daß Gott nicht parteiisch ist, sondern daß für ihn in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist“ (Apostelgeschichte 10:34, 35). Es gibt viele biblische Beispiele dafür, wie die Gottesfurcht Menschen unter schwierigen Verhältnissen unterschiedlicher Art veranlaßt hat, das Rechte zu tun.
Drei Personen, die Gott fürchteten
11. Unter welchen Umständen erwies sich Abraham als „gottesfürchtig“?
11 Die Bibel berichtet von einem Mann, den Jehova persönlich als seinen Freund bezeichnete: von dem Patriarchen Abraham (Jesaja 41:8). Abrahams Gottesfurcht wurde auf die Probe gestellt, als Gott ihn aufforderte, Isaak als Opfer darzubringen. Er sollte seinen einzigen Sohn opfern, durch den Gott seine Verheißung erfüllen wollte, Abrahams Nachkommen zu einer großen Nation zu machen (1. Mose 12:2, 3; 17:19). Würde der „Freund Jehovas“ diese schmerzliche Prüfung bestehen? (Jakobus 2:23). In dem Augenblick, als Abraham sein Messer erhob, um Isaak zu töten, rief Jehovas Engel: „Strecke deine Hand nicht gegen den Knaben aus, und tu ihm gar nichts, denn jetzt weiß ich wirklich, daß du gottesfürchtig bist, indem du mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten hast“ (1. Mose 22:10-12).
12. Worauf gründete sich Abrahams Gottesfurcht, und wie können wir eine ähnliche Gesinnung beweisen?
12 Abraham hatte zwar schon früher bewiesen, daß er Jehova fürchtete, aber bei dieser Gelegenheit offenbarte er seine Gottesfurcht auf außergewöhnliche Weise. Die Bereitschaft, Isaak zu opfern, war weit mehr als ein Beweis für respektvollen Gehorsam. Abraham handelte in dem unerschütterlichen Vertrauen zu seinem himmlischen Vater, daß dieser die Verheißung nötigenfalls durch die Auferweckung Isaaks erfüllen würde. Wie Paulus schrieb, war Abraham „völlig überzeugt ..., daß er [Gott] das, was er verheißen hatte, auch zu tun vermochte“ (Römer 4:16-21). Sind wir bereit, Gottes Willen selbst dann auszuführen, wenn es größere Opfer verlangt? Sind wir völlig davon überzeugt, daß ein solcher Gehorsam langfristig von Nutzen ist, aus dem Bewußtsein heraus, daß Jehova „denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“? (Hebräer 11:6). Das ist echte Gottesfurcht (Psalm 115:11).
13. Warum konnte sich Joseph zu Recht als ein Mann bezeichnen, der ‘den wahren Gott fürchtete’?
13 Untersuchen wir ein weiteres Beispiel für tätige Gottesfurcht — das Beispiel Josephs. Als Sklave in Potiphars Hausgemeinschaft war Joseph täglich dem Druck ausgesetzt, Hurerei zu begehen. Es gab offenbar keine Möglichkeit, der Frau seines Herrn aus dem Weg zu gehen, die unentwegt unmoralische Annäherungsversuche machte. Schließlich „packte sie ihn“. Darauf „ergriff [er] die Flucht und lief hinaus“. Was veranlaßte ihn, unverzüglich von Schlechtem zu weichen? Der wichtigste Umstand war zweifellos die Gottesfurcht, der Wunsch, auf keinen Fall „diese große Schlechtigkeit [zu] begehen und in Wirklichkeit gegen Gott [zu] sündigen“ (1. Mose 39:7-12). Joseph konnte sich zu Recht als ein Mann bezeichnen, der ‘den wahren Gott fürchtete’ (1. Mose 42:18).
14. Inwiefern offenbarte sich in Josephs Barmherzigkeit echte Gottesfurcht?
14 Jahre später stand Joseph unvermittelt seinen Brüdern gegenüber, die so herzlos gewesen waren, ihn in die Sklaverei zu verkaufen. Er hätte leicht ihr dringendes Bedürfnis nach Nahrungsmitteln ausnutzen können, um sich für das Unrecht zu rächen, das sie ihm angetan hatten. Doch Mitmenschen tyrannisch zu behandeln ist kein Zeichen von Gottesfurcht (3. Mose 25:43). Als Joseph daher genügend Beweise für einen Sinneswandel bei seinen Brüdern sah, verzieh er ihnen barmherzigerweise. Wie Joseph sollte auch uns die Gottesfurcht veranlassen, Böses mit Gutem zu besiegen, und uns davon abhalten, einer Versuchung zu erliegen (1. Mose 45:1-11; Psalm 130:3, 4; Römer 12:17-21).
15. Warum erfreute Hiob durch seinen Lebenswandel das Herz Jehovas?
15 Ein weiteres Musterbeispiel für einen gottesfürchtigen Menschen war Hiob. Jehova sagte zum Teufel: „Hast du dein Herz auf meinen Knecht Hiob gerichtet, daß es seinesgleichen keinen gibt auf der Erde, einen Mann, untadelig und rechtschaffen, gottesfürchtig und von Schlechtem weichend?“ (Hiob 1:8). Viele Jahre erfreute Hiob durch seinen untadeligen Lebenswandel das Herz seines himmlischen Vaters. Hiob fürchtete Gott, weil er wußte, daß es das Richtige und der beste Lebensweg war. „Siehe! Die Furcht Jehovas — das ist Weisheit, und sich vom Schlechten abwenden ist Verstand“, erklärte Hiob nachdrücklich (Hiob 28:28). Als verheirateter Mann erwies Hiob jungen Frauen keine ungebührliche Aufmerksamkeit, noch hegte er ehebrecherische Pläne in seinem Herzen. Obwohl er reich war, wollte er sein Vertrauen nicht auf Reichtum setzen, und er hütete sich vor jeder Form des Götzendienstes (Hiob 31:1, 9-11, 24-28).
16. (a) Auf welche Weise übte Hiob liebende Güte? (b) Wie zeigte Hiob, daß er nicht unversöhnlich war?
16 Gottesfurcht bedeutet allerdings nicht nur, von Schlechtem zu weichen, sondern auch Gutes zu tun. Daher bewies Hiob freundliches Interesse an Blinden, Lahmen und Armen (3. Mose 19:14; Hiob 29:15, 16). Hiob begriff auch folgendes: „Was irgendeinen betrifft, der seinem Mitmenschen liebende Güte vorenthält: Er wird dann auch die Furcht des Allmächtigen verlassen“ (Hiob 6:14). Jemandem liebende Güte vorzuenthalten kann unter anderem darin bestehen, keine Vergebung zu gewähren oder Groll zu hegen. Auf Gottes Anweisung hin betete Hiob für seine drei Gefährten, die ihm viel Kummer bereitet hatten (Hiob 42:7-10). Können wir ebenso versöhnlich gegenüber einem Mitchristen sein, der uns irgendwie verletzt hat? Ein aufrichtiges Gebet für jemand, der uns beleidigt hat, kann maßgeblich dazu beitragen, eine Verärgerung zu überwinden. Die Segnungen, die Hiob wegen seiner Gottesfurcht genoß, geben uns einen Vorgeschmack auf ‘die überströmende Güte Jehovas, die er aufgespart hat für die, die ihn fürchten’ (Psalm 31:19; Jakobus 5:11).
Gottesfurcht kontra Menschenfurcht
17. Wie kann sich Menschenfurcht auf uns auswirken, aber warum ist solch eine Furcht kurzsichtig?
17 Während Gottesfurcht uns antreiben kann, das Rechte zu tun, kann Menschenfurcht unseren Glauben schwächen. Darum sagte Jesus zu den Aposteln, als er sie ermunterte, eifrige Verkündiger der guten Botschaft zu sein: „Werdet nicht furchtsam vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib in der Gehenna vernichten kann“ (Matthäus 10:28). Menschenfurcht ist kurzsichtig, wie Jesus erklärte, denn Menschen können auf keinen Fall unsere Lebensaussichten zunichte machen. Außerdem fürchten wir Gott, weil wir uns dessen bewußt sind, daß im Vergleich zu seiner ehrfurchtgebietenden Macht die Macht der Nationen bedeutungslos ist (Jesaja 40:15). Wie Abraham haben wir absolutes Vertrauen in Jehovas Macht, seine treuen Diener aufzuerwecken (Offenbarung 2:10). Daher sagen wir voller Vertrauen: „Wenn Gott für uns ist, wer wird gegen uns sein?“ (Römer 8:31).
18. Inwiefern belohnt Jehova diejenigen, die ihn fürchten?
18 Ob der Gegner ein Familienangehöriger ist oder jemand, der seine Mitschüler schikaniert, wir werden folgendes feststellen: „In der Furcht Jehovas liegt ein starkes Vertrauen“ (Sprüche 14:26). Wir können Gott um Kraft bitten in dem Bewußtsein, daß er uns erhören wird (Psalm 145:19). Jehova vergißt diejenigen nicht, die ihn fürchten. Durch seinen Propheten Maleachi gibt er uns die Zusicherung: „Zu jener Zeit redeten diejenigen miteinander, die Jehova fürchten, jeder mit seinem Gefährten, und Jehova merkte unablässig auf und hörte zu. Und ein Gedenkbuch begann vor ihm geschrieben zu werden für diejenigen, die Jehova fürchten, und für diejenigen, die an seinen Namen denken“ (Maleachi 3:16).
19. Welche Furcht wird es einmal nicht mehr geben, doch welche wird für immer bestehen?
19 Die Zeit ist nahe, wo jeder auf der Erde Jehova anbeten wird. Die Menschenfurcht wird verschwunden sein (Jesaja 11:9). Auch Furcht vor Hunger, Krankheit, Verbrechen oder Krieg wird es nicht mehr geben. Aber die Gottesfurcht wird bis in alle Ewigkeit fortbestehen, weil Gottes treue Diener im Himmel und auf der Erde ihm weiterhin den Respekt, den Gehorsam und die Ehre erweisen werden, die ihm gebühren (Offenbarung 15:4). Bis dahin wollen wir alle den inspirierten Rat Salomos beherzigen: „Möge dein Herz nicht neidisch sein auf Sünder, sondern sei in der Furcht Jehovas den ganzen Tag. Denn in diesem Fall wird es eine Zukunft geben, und deine Hoffnung, sie wird nicht abgeschnitten werden“ (Sprüche 23:17, 18).
[Fußnoten]
a Manche Erwachsene verlieren die Furcht vor Gefahr, wenn sie arbeitsbedingt regelmäßig mit gefährlichen Situationen zu tun haben. Auf die Frage, warum so vielen Schreinern ein Finger fehlt, antwortete ein erfahrener Handwerker lakonisch: „Sie verlieren die Furcht vor den schnelläufigen Kreissägen.“
b Auch Jehova empfindet einen solchen Ekel. Zum Beispiel wird in Epheser 4:29 eine schmutzige Sprache als „faules Wort“ bezeichnet. Das im Griechischen verwendete Wort für „faul“ bezieht sich bei buchstäblichem Gebrauch auf faules Obst, faulen Fisch oder faules Fleisch. Solch ein Begriff beschreibt anschaulich, welchen Abscheu wir gegenüber einer beleidigenden oder obszönen Sprache empfinden sollten. In ähnlicher Weise werden Götzen in der Bibel häufig als „mistig“ bezeichnet (5. Mose 29:17; Hesekiel 6:9). Unser natürlicher Ekel vor Mist oder Exkrementen hilft uns, Gottes Abscheu gegenüber jeder Form des Götzendienstes zu verstehen.
c Entsprechende Beispiele liefern die biblischen Berichte über Kain (1. Mose 4:3-12), David (2. Samuel 11:2 bis 12:14), Gehasi (2. Könige 5:20-27) und Usija (2. Chronika 26:16-21).
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