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    Der Wachtturm 1995 | 15. März
    • Lerne, an der Furcht Jehovas Freude zu finden

      „Kommt, ihr Söhne, hört mir zu; die Furcht Jehovas ist, was ich euch lehren werde“ (PSALM 34:11).

      1. Wie wird Gottes Königreich Furcht ausmerzen, und wird das sämtliche Furcht einschließen?

      ÜBERALL sehnen sich die Menschen danach, ein Leben zu führen, das frei ist von Furcht, zum Beispiel vor Verbrechen und Gewalt, vor Arbeitslosigkeit und vor schweren Krankheiten. Welch ein großer Tag, an dem diese Freiheit unter Gottes Königreich Wirklichkeit werden wird! (Jesaja 33:24; 65:21-23; Micha 4:4). Doch selbst dann wird nicht jede Furcht ausgemerzt sein, und wir sollten auch heute nicht versuchen, aus unserem Leben jegliche Furcht zu verbannen. Es gibt nämlich eine positive und eine negative Form der Furcht.

      2. (a) Welche Form der Furcht ist negativ, und welche Form ist wünschenswert? (b) Was ist Gottesfurcht, und wie geht das aus den angeführten Bibeltexten hervor?

      2 Furcht kann wie ein geistiges Gift wirken und die Denkfähigkeit lähmen. Sie kann den Mut rauben und die Hoffnung zunichte machen. Diese Furcht kann jemand überkommen, wenn er von einem Feind bedroht wird (Jeremia 51:30). Sie kann auch jemand befallen, der übertriebenen Wert darauf legt, von bestimmten einflußreichen Menschen anerkannt zu werden (Sprüche 29:25). Es gibt allerdings auch eine heilsame Furcht, eine Furcht, die uns davon abhält, übereilt zu handeln und uns selbst Schaden zuzufügen. Gottesfurcht schließt sogar noch mehr ein. Es ist eine ehrfurchtsvolle Scheu vor Jehova, gepaart mit einer gesunden Furcht, ihm zu mißfallen (Psalm 89:7). Die Furcht, Gottes Mißfallen zu erregen, entspringt der Wertschätzung für seine liebende Güte und Freundlichkeit (Psalm 5:7; Hosea 3:5). Sie schließt auch das Bewußtsein ein, daß Jehova der höchste Richter und der Allmächtige ist, der die Macht hat, diejenigen, die ihm nicht gehorchen wollen, sogar mit dem Tod zu bestrafen (Römer 14:10-12).

      3. Welcher Gegensatz besteht zwischen der Furcht Jehovas und der Furcht vor gewissen heidnischen Göttern?

      3 Gottesfurcht ist keine krankhafte, sondern eine gesunde Furcht. Sie veranlaßt einen Menschen, unerschütterlich für das einzutreten, was recht ist, und nicht durch unrechtes Handeln Kompromisse einzugehen. Sie hat nichts mit der Furcht zu tun, die man mit Phobos verband, einem griechischen Gott der Antike, der als böser, grauenvoller Gott beschrieben wurde. Und sie gleicht auch nicht der Furcht, die Hindus vor der Göttin Kali haben, einer Göttin, die mitunter als blutrünstig dargestellt wird, geschmückt mit Leichen, Schlangen und Schädeln. Gottesfurcht ist anziehend, nicht abstoßend. Sie ist mit Liebe und Wertschätzung verflochten. Daher bringt uns die Gottesfurcht Jehova näher (5. Mose 10:12, 13; Psalm 2:11).

      Warum einige sie haben, andere dagegen nicht

      4. In welchem Zustand befindet sich die Menschheit gemäß den Worten des Apostels Paulus, und worauf ist das zurückzuführen?

      4 Die Menschheit läßt sich im allgemeinen nicht von der Eigenschaft der Gottesfurcht leiten. Der Apostel Paulus beschreibt in Römer 3:9-18, wie weit sich die Menschen von der ursprünglichen Vollkommenheit entfernt haben. Nach der Feststellung, daß alle unter der Sünde sind, zitiert Paulus aus den Psalmen und sagt: „Es gibt keinen gerechten Menschen, auch nicht einen.“ (Siehe Psalm 14:1.) Er geht dann auf Einzelheiten ein und führt beispielsweise das Versäumnis der Menschen an, Gott zu suchen, ihre mangelnde Güte, ihr trügerisches Reden, ihr Fluchen und Blutvergießen. Welch eine genaue Beschreibung der heutigen Welt! Die meisten Menschen interessieren sich nicht für Gott und seine Vorsätze. Jeglicher Anschein von Güte bleibt allzuoft auf Gelegenheiten beschränkt, bei denen man sich dadurch einen Vorteil erhofft. Lügen und eine schmutzige Sprache sind gang und gäbe. Blutvergießen wird nicht nur in den Nachrichten, sondern auch in der Unterhaltung in den Vordergrund gestellt. Worauf ist diese Situation zurückzuführen? Wir alle sind unleugbar Nachkommen des Sünders Adam, doch das ist nicht der einzige Grund dafür, daß Menschen ihr Leben von dem prägen lassen, was der Apostel Paulus erwähnt. In Vers 18 wird erklärt, was noch eine Rolle spielt: „Es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen.“ (Siehe Psalm 36:1.)

      5. Wie kommt es, daß nicht alle Menschen Gottesfurcht haben?

      5 Wie kommt es, daß nicht alle Menschen Gottesfurcht haben? Es ist ganz einfach so, daß einige sie entwickeln, andere dagegen nicht. Niemand von uns kommt mit Gottesfurcht auf die Welt, aber jeder kann sie erwerben. Wir müssen Gottesfurcht erlernen. Wenn sie allerdings in unserem Leben zu einer starken Triebkraft werden soll, müssen wir sie vertiefen.

      Eine ansprechende Einladung

      6. Wer läßt an uns die in Psalm 34:11 aufgezeichnete Einladung ergehen, und inwiefern geht aus diesem Bibeltext hervor, daß Gottesfurcht erlernt werden muß?

      6 In Psalm 34 ergeht die ansprechende Einladung an uns, die Furcht Jehovas zu erlernen. Dieser Psalm ist von David. Und wer wurde durch David vorgeschattet? Niemand anders als der Herr Jesus Christus. Der Apostel Johannes wandte die in Vers 20 dieses Psalms aufgezeichnete Prophezeiung ausdrücklich auf Jesus an (Johannes 19:36). Jesus läßt heute eine Einladung ergehen, die derjenigen aus Vers 11 gleicht, wo es heißt: „Kommt, ihr Söhne, hört mir zu; die Furcht Jehovas ist, was ich euch lehren werde.“ Hier wird deutlich gezeigt, daß die Gottesfurcht erlernbar ist, und Jesus Christus ist hervorragend geeignet, uns zu belehren. Wieso?

      7. Warum können wir von Jesus besonders viel über die Gottesfurcht lernen?

      7 Jesus Christus weiß, wie wichtig die Gottesfurcht ist. In Hebräer 5:7 heißt es über ihn: „In den Tagen seines Fleisches brachte Christus Flehen und auch Bitten mit starkem Schreien und Tränen vor dem dar, der ihn aus dem Tod erretten konnte, und er wurde wegen seiner Gottesfurcht erhört.“ Die Gottesfurcht war eine Eigenschaft, die er nicht erst angesichts des Todes am Marterpfahl bewies. Denken wir daran, daß der Sohn Gottes in Sprüche, Kapitel 8 als personifizierte Weisheit beschrieben wird. Und in Sprüche 9:10 heißt es: „Die Furcht Jehovas ist der Weisheit Anfang.“ Die Gottesfurcht war somit ein wesentlicher Bestandteil der Persönlichkeit des Sohnes Gottes, und das schon lange bevor er auf die Erde kam.

      8. Was erfahren wir aus Jesaja 11:2, 3 über die Furcht Jehovas?

      8 Außerdem heißt es in Jesaja 11:2, 3 mit Bezug auf Jesus, den messianischen König: „Auf ihm soll sich der Geist Jehovas niederlassen, der Geist der Weisheit und des Verständnisses, der Geist des Rates und der Macht, der Geist der Erkenntnis und der Furcht Jehovas; und er wird seine Freude haben an der Furcht Jehovas.“ Welch ansprechende Worte! Die Furcht Jehovas ist nichts Unangenehmes. Sie ist positiv und konstruktiv. Diese Eigenschaft wird in dem ganzen Herrschaftsbereich, in dem Christus als König regiert, zu finden sein. Er regiert bereits heute, und er unterweist alle, die als seine Untertanen eingesammelt werden, in der Furcht Jehovas. Auf welche Weise?

      9. Auf welche Weise belehrt uns Jesus Christus über die Furcht Jehovas, und was sollen wir lernen?

      9 Als Haupt der Versammlung und als messianischer König hilft Jesus uns durch die Zusammenkünfte der Versammlung und durch Kongresse, genau zu verstehen, was Gottesfurcht bedeutet und warum sie von so großem Nutzen ist. Auf diese Weise versucht er, unsere Wertschätzung für die Furcht Jehovas zu vertiefen, damit wir lernen, so wie er Freude daran zu finden.

      Werden wir uns entsprechend bemühen?

      10. Was müssen wir in den christlichen Zusammenkünften tun, damit wir die Furcht Jehovas verstehen?

      10 Lediglich die Bibel zu lesen oder die Zusammenkünfte in einem Königreichssaal zu besuchen ist natürlich keine Garantie dafür, daß wir Gottesfurcht haben. Beachten wir, was zu tun ist, um die Furcht Jehovas wirklich zu verstehen. In Sprüche 2:1-5 heißt es: „Mein Sohn, wenn du meine Reden annehmen und meine eigenen Gebote bei dir verwahren wirst, indem du der Weisheit dein Ohr leihst, so daß du dein Herz dem Unterscheidungsvermögen zuneigst, wenn du überdies nach Verständnis selbst rufst und zum Unterscheidungsvermögen deine Stimme erhebst, wenn du danach fortwährend wie nach Silber suchst und du wie nach verborgenen Schätzen ständig danach forschst, dann wirst du die Furcht Jehovas verstehen, und du wirst die wahre Erkenntnis Gottes finden.“ Wenn wir die Zusammenkünfte besuchen, müssen wir aufmerksam zuhören; wir müssen uns aufrichtig bemühen, uns auf die Hauptgedanken zu konzentrieren und sie im Sinn zu behalten, und wir müssen ernsthaft darüber nachdenken, wie unsere Empfindungen gegenüber Jehova unsere Einstellung zu erhaltenem Rat beeinflussen — ja wir müssen unser Herz öffnen. Dann werden wir die Furcht Jehovas verstehen.

      11. Was müssen wir inständig und häufig tun, um unsere Gottesfurcht zu vertiefen?

      11 Psalm 86:11 lenkt unsere Aufmerksamkeit auf einen weiteren wichtigen Faktor: das Gebet. „Unterweise mich, o Jehova, in deinem Weg. Ich werde wandeln in deiner Wahrheit“, betete der Psalmist. „Einige mein Herz, deinen Namen zu fürchten.“ Jehova war dieses Gebet wohlgefällig, denn er ließ es in der Bibel aufzeichnen. Auch wir müssen zu Jehova um Hilfe beten, wenn wir unsere Gottesfurcht vertiefen wollen, und es wird für uns von Nutzen sein, inständig und häufig zu beten (Lukas 18:1-8).

      Das Herz spielt eine Rolle

      12. Warum bedarf das Herz besonderer Aufmerksamkeit, und was gehört alles dazu?

      12 Noch etwas anderes sollten wir in Verbindung mit Psalm 86:11 beachten. Der Psalmist bat nicht lediglich um ein intellektuelles Verständnis der Gottesfurcht. Er sprach von seinem Herzen. Beim Vertiefen der Gottesfurcht spielt das sinnbildliche Herz eine Rolle; es bedarf besonderer Aufmerksamkeit, da es für den inneren Menschen steht und sich dieser in all unserem Tun offenbart, einschließlich der Gedanken, der Einstellung, der Wünsche, der Beweggründe und der Ziele.

      13. (a) Was könnten Anzeichen dafür sein, daß jemandes Herz geteilt ist? (b) Auf welches Ziel sollten wir hinarbeiten, während wir die Gottesfurcht vertiefen?

      13 In der Bibel werden wir warnend darauf hingewiesen, daß das Herz geteilt sein kann. So kann es beispielsweise verräterisch sein (Psalm 12:2; Jeremia 17:9). Es kann uns zu guten Handlungen anregen — zum Besuch der Versammlungszusammenkünfte und zum Predigtdienst —, aber es kann auch bestimmte Aspekte der Lebensweise der Welt lieben. Letzteres hindert uns womöglich daran, uns wirklich mit ganzer Seele zur Förderung der Königreichsinteressen einzusetzen. Unser verräterisches Herz mag uns davon zu überzeugen suchen, daß wir schließlich ebensoviel tun wie mancher andere. In der Schule oder am Arbeitsplatz könnte es zudem von Menschenfurcht beeinflußt werden. Vielleicht geben wir uns deswegen in dieser Umgebung nur ungern als Zeugen Jehovas zu erkennen und tun möglicherweise sogar etwas, was sich für Christen nicht schickt. Hinterher jedoch schlägt uns das Gewissen. Zu Menschen dieser Art wollen wir gewiß nicht gehören. Wie der Psalmist beten wir daher zu Jehova: „Einige mein Herz, deinen Namen zu fürchten.“ Uns ist daran gelegen, daß der innere Mensch, der sich in all unserem Tun offenbart, davon zeugt, daß wir ‘den wahren Gott fürchten und seine Gebote halten’ (Prediger 12:13).

      14, 15. (a) Was wollte Jehova seinem Volk geben, wie aus der Voraussage über die Wiederherstellung Israels nach der Gefangenschaft in Babylon hervorgeht? (b) Was tat Jehova, um seinem Volk die Gottesfurcht ins Herz zu pflanzen? (c) Warum wandte sich Israel von den Wegen Jehovas ab?

      14 Jehova verhieß, seinem Volk ein solch gottesfürchtiges Herz zu geben. Er kündigte die Wiederherstellung Israels an und sagte gemäß Jeremia 32:37-39: „Ich will sie an diesen Ort zurückbringen und sie in Sicherheit wohnen lassen. Und sie werden gewiß mein Volk werden, und ich selbst werde ihr Gott werden. Und ich will ihnen e i n Herz und e i n e n Weg geben, damit sie mich allezeit fürchten, zum Guten für sie und für ihre Söhne nach ihnen.“ Gemäß Vers 40 bekräftigte er diese Verheißung mit den Worten: „Die Furcht vor mir werde ich in ihr Herz legen, damit sie nicht von mir abweichen.“ Im Jahr 537 v. u. Z. brachte Jehova die Israeliten seiner Verheißung entsprechend wieder nach Jerusalem zurück. Wie stand es aber mit dem anderen Teil der Verheißung — ihnen ‘e i n Herz zu geben, damit sie ihn allezeit fürchten’? Warum wandten sich die Israeliten in alter Zeit, nachdem sie aus Babylon zurückgebracht worden waren, als Nation von Jehova ab, weshalb ihr Tempel im Jahr 70 u. Z. zerstört und nie wieder aufgebaut wurde?

      15 Der Fehler lag keinesfalls bei Jehova. Er hatte alle Schritte unternommen, seinem Volk Gottesfurcht ins Herz zu legen. Aus Barmherzigkeit sorgte er für die Befreiung des Volkes aus Babylon und dessen Rückkehr in das Heimatland, so daß es allen Grund gehabt hätte, tiefe Ehrfurcht vor ihm zu haben. Gott bekräftigte dies in Form von Mahnungen, Rat und Zurechtweisung durch die Propheten Haggai, Sacharja und Maleachi sowie durch Esra, der als Lehrer zu ihnen gesandt wurde, ferner durch den Statthalter Nehemia und schließlich durch seinen eigenen Sohn. Zeitweise hörte das Volk darauf, zum Beispiel als die Israeliten auf die Aufforderung Haggais und Sacharjas hin den Tempel wieder aufbauten und als sie in den Tagen Esras alle fremdländischen Frauen wegsandten (Esra 5:1, 2; 10:1-4). Doch noch häufiger gehorchten sie nicht. Sie merkten nicht ständig auf; sie waren nicht fortgesetzt für Rat empfänglich; ihr Herz war nicht unablässig offen. Die Israeliten vertieften ihre Gottesfurcht nicht, und infolgedessen war die Gottesfurcht auch keine starke Triebkraft in ihrem Leben (Maleachi 1:6; Matthäus 15:7, 8).

      16. Wem hat Jehova Gottesfurcht ins Herz gepflanzt?

      16 Jehovas Verheißung, seinem Volk Gottesfurcht ins Herz zu legen, blieb aber nicht unerfüllt. Er schloß einen neuen Bund mit dem geistigen Israel, das heißt mit den Christen, denen er die himmlische Hoffnung verliehen hat (Jeremia 31:33; Galater 6:16). 1919 befreite Gott sie aus der Gefangenschaft Groß-​Babylons, des Weltreichs der falschen Religion. Die ihm gebührende Furcht pflanzte er ihnen tief ins Herz ein. Das ist von großem Nutzen für sie und auch für die „große Volksmenge“, deren Angehörige auf ein Leben als irdische Untertanen des Königreiches hoffen (Jeremia 32:39; Offenbarung 7:9). Die Furcht Jehovas erfüllt auch ihr Herz.

      Wie die Gottesfurcht in unser Herz gepflanzt wird

      17. Wie pflanzt uns Jehova Gottesfurcht ins Herz?

      17 Wie pflanzt uns Jehova Gottesfurcht ins Herz? Durch die Wirksamkeit seines Geistes. Und über welches Erzeugnis des heiligen Geistes verfügen wir? Über die Bibel, das inspirierte Wort Gottes (2. Timotheus 3:16, 17). Durch das, was er in der Vergangenheit getan hat, durch die Art und Weise, wie er heute in Erfüllung seines prophetischen Wortes mit seinen Dienern handelt, sowie durch Prophezeiungen über kommende Dinge schafft er für uns alle eine gute Grundlage zur Vertiefung unserer Gottesfurcht (Josua 24:2-15; Hebräer 10:30, 31).

      18, 19. Wie tragen Kongresse und Zusammenkünfte der Versammlung dazu bei, daß wir Gottesfurcht erwerben?

      18 Bemerkenswerterweise sagte Jehova gemäß 5. Mose 4:10 zu Moses: „Versammle das Volk zu mir, damit ich sie meine Worte hören lasse, daß sie mich fürchten lernen alle Tage, die sie auf dem Erdboden am Leben sind, und damit sie ihre Söhne lehren.“ Auch heute hat Jehova in reichem Maße für Hilfe gesorgt, damit wir lernen, ihn zu fürchten. Auf unseren Kongressen und in den Zusammenkünften der Versammlung sprechen wir über Jehovas liebende Güte und Freundlichkeit. Das war zum Beispiel der Fall, als wir das Buch Der größte Mensch, der je lebte studierten. Wie wirkte sich dieses Studium auf uns und auf unsere Einstellung zu Jehova aus? Hat es uns in dem Wunsch bestärkt, Gott niemals zu mißfallen, als wir feststellten, wie Gottes Sohn verschiedene Seiten der großartigen Persönlichkeit des Vaters widerspiegelte? (Kolosser 1:15).

      19 In unseren Zusammenkünften studieren wir auch Berichte, die zeigen, wie Jehova sein Volk in vergangenen Zeiten befreit hat (2. Samuel 7:23). Durch das Studium des Bibelbuches Offenbarung mit Hilfe des Buches Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe! erhalten wir Kenntnis von prophetischen Visionen, die sich in unserem Jahrhundert bereits erfüllt haben, sowie über furchteinflößende Ereignisse, die noch in der Zukunft liegen. In Psalm 66:5 heißt es hinsichtlich all der Taten Gottes: „Kommt und seht die Taten Gottes. Seine Handlungsweise mit den Menschensöhnen ist furchteinflößend.“ Ja, richtig betrachtet, flößen diese Taten Gottes unserem Herzen die Furcht Jehovas ein, eine tiefe Ehrfurcht. So können wir verstehen, wie Jehova seine Verheißung erfüllt: „Die Furcht vor mir werde ich in ihr Herz legen, damit sie nicht von mir abweichen“ (Jeremia 32:40).

      20. Was müssen wir tun, damit die Gottesfurcht in unserem Herzen fest verankert wird?

      20 Offensichtlich gelangt diese Furcht jedoch nicht ohne Bemühen unsererseits in unser Herz. Die Ergebnisse stellen sich nicht automatisch ein. Jehova tut seinen Teil. Wir müssen dadurch, daß wir unsere Gottesfurcht vertiefen, den unsrigen tun (5. Mose 5:29). Genau das versäumte das fleischliche Israel. Die Glieder des geistigen Israel und ihre Gefährten vertrauen dagegen auf Jehova und verspüren bereits in vielerlei Hinsicht den Nutzen, der gottesfürchtigen Menschen zuteil wird. Worin dieser unter anderem besteht, werden wir im nächsten Artikel betrachten.

  • Welchen Nutzen es hat, den wahren Gott zu fürchten
    Der Wachtturm 1995 | 15. März
    • Welchen Nutzen es hat, den wahren Gott zu fürchten

      „Ich, Jehova, bin dein Gott, der dir zum Nutzen dich lehrt, der dich auf den Weg treten läßt, auf dem du wandeln solltest“ (JESAJA 48:17).

      1. Welches Leid hätte durch Gottesfurcht verhindert werden können?

      HÄTTE Adam seine Gottesfurcht vertieft, hätte ihn das davon abhalten können, jene Sünde zu begehen, die ihm den ewigen Tod brachte und seinen Nachkommen Tausende von Jahren voller Leid. Wenn in alter Zeit die Nation Israel den Rat Jehovas beachtet hätte, ihn zu fürchten und zu lieben, wäre sie weder in die Gefangenschaft nach Babylon geführt worden, noch hätte sie Gottes Sohn verworfen und sich dadurch schuldig gemacht, daß sein Blut vergossen wurde. Würde die heutige Welt Gott fürchten, gäbe es keine Korruption in der Politik und in der Wirtschaft, es gäbe weder Verbrechen noch Krieg (Sprüche 3:7).

      2. Warum sollten wir trotz der Zustände in der Welt um uns herum die Furcht Jehovas vertiefen?

      2 Doch ungeachtet dessen, was die Welt um uns herum tut, können wir als einzelne, als Familie und als Versammlung der Diener Jehovas Nutzen daraus ziehen, daß wir die Ehrfurcht vor dem wahren Gott vertiefen. Das ist im Einklang mit dem Hinweis, den Moses der Nation Israel gab: „Was fordert Jehova, dein Gott, von dir, als Jehova, deinen Gott, zu fürchten, um auf allen seinen Wegen zu wandeln und ihn zu lieben und Jehova, deinem Gott, mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele zu dienen, die Gebote Jehovas ... zu halten, ... dir zum Guten?“ (5. Mose 10:12, 13). Von welchem Nutzen ist es für uns, Jehova, den wahren Gott, zu fürchten?

      Weisheit — kostbarer als Gold

      3. (a) Worin besteht der größte Nutzen für uns? (b) Was bedeutet das, was in Psalm 111:10 gesagt wird?

      3 Der größte Nutzen besteht in wahrer Weisheit. In Psalm 111:10 heißt es: „Die Furcht Jehovas ist der Weisheit Anfang.“ Was bedeutet das? Weisheit ist die Fähigkeit, Erkenntnis erfolgreich anzuwenden, um Probleme zu lösen, Gefahren abzuwenden und bestimmte Ziele zu erreichen. Sie schließt ein gesundes Urteilsvermögen ein. Der Anfang, der erste Bestandteil oder die Grundlage dieser Weisheit, ist die Furcht Jehovas. Warum? Weil die gesamte Schöpfung das Werk seiner Hände ist. Sie ist von ihm abhängig. Er stattete die Menschen mit Willensfreiheit aus, jedoch nicht mit der Fähigkeit, ohne seine Anleitung ihre eigenen Schritte erfolgreich zu richten (Josua 24:15; Jeremia 10:23). Nur wenn wir diese grundlegenden Tatsachen des Lebens anerkennen und im Einklang damit leben, können wir auf Dauer Erfolg haben. Wenn uns unsere Erkenntnis über Jehova die unerschütterliche Überzeugung verleiht, daß sein Wille ganz sicher ausgeführt wird und daß es keinen Zweifel an seiner Verheißung und seiner Fähigkeit gibt, Treue zu belohnen, dann wird uns die Gottesfurcht veranlassen, weise zu handeln (Sprüche 3:21-26; Hebräer 11:6).

      4, 5. (a) Warum verfügte ein junger Mann trotz seiner Universitätsausbildung nicht über wahre Weisheit? (b) Wie erwarben der Mann und seine Frau später wahre Weisheit, und inwiefern veränderte das ihr Leben?

      4 Betrachten wir ein Beispiel: Vor einigen Jahrzehnten besuchte ein junger Mann die Universität von Saskatchewan (Kanada). Im Studienfach Biologie wurde die Evolution gelehrt. Nach seinem Abschluß spezialisierte er sich auf Atomphysik, und er erhielt ein Stipendium, so daß er sein Studium an der Universität Toronto fortsetzen konnte. Während seines Studiums stieß er auf wunderbare Beweise von Ordnung und Planung im Aufbau der Atome. Aber die Fragen, wer all das geplant hat, wann er dies plante und warum, blieben unbeantwortet. Könnte er sein Wissen auch ohne die Antworten in einer Welt, die damals in einen Weltkrieg verwickelt war, sinnvoll einsetzen? Wovon sollte er sich leiten lassen? Vom Nationalismus? Von dem Streben nach materiellem Lohn? Hatte er wirklich wahre Weisheit erworben?

      5 Kurze Zeit nach seiner Graduierung begannen Zeugen Jehovas, mit ihm und seiner Frau die Bibel zu studieren. Nun erhielten die beiden aus Gottes Wort die Antworten auf ihre oft gestellten Fragen. Sie lernten den Schöpfer, Jehova Gott, kennen. Bei ihrem Bibelstudium kamen sie auf Moses und die Vorgänge am Roten Meer sowie auf Daniel und seine Gefährten in Babylon zu sprechen, und sie verstanden, daß man nicht Menschen, sondern Gott fürchten soll (2. Mose 14:10-31; Daniel 3:8-30). Diese Gottesfurcht, gepaart mit echter Liebe zu Jehova, begann ihr Leben zu beeinflussen. Bald änderte sich ihre ganze Lebensweise. Der junge Mann hatte endlich denjenigen kennengelernt, mit dessen Werken er sich im Biologiestudium befaßt hatte. Er verstand den Vorsatz desjenigen, auf dessen Weisheit er in seinem Studium der Physik gestoßen war. Statt sein Wissen zur Herstellung von Mitteln zu gebrauchen, die zur Vernichtung seiner Mitmenschen eingesetzt würden, wollte er zusammen mit seiner Frau anderen helfen, Gott und den Nächsten zu lieben. Sie nahmen den Vollzeitdienst als Verkündiger des Königreiches Gottes auf. Später besuchten sie die Wachtturm-Bibelschule Gilead und wurden dann als Missionare ausgesandt.

      6. Vor welch kurzsichtigem Streben werden wir uns hüten, wenn wir über die in der Furcht Jehovas wurzelnde Weisheit verfügen, und was werden wir statt dessen tun?

      6 Natürlich kann nicht jeder Missionar werden. Aber wir alle können die Weisheit besitzen, die in der Furcht Jehovas wurzelt. Wenn wir diese Weisheit vertiefen, werden wir uns nicht begierig mit menschlichen Philosophien beschäftigen, die eigentlich nur Mutmaßungen über den Sinn des Lebens sind. Wir werden uns mit dem Studium der Bibel befassen, die von Jehova Gott, dem Quell des Lebens, inspiriert wurde, der allein in der Lage ist, uns ewiges Leben zu geben (Psalm 36:9; Kolosser 2:8). Statt Sklaven eines Wirtschaftssystems zu werden, das am Rande des Ruins dahinwankt, befolgen wir den Rat Jehovas, mit Nahrung und Bedeckung zufrieden zu sein, während wir unser Verhältnis zu Gott als das Wichtigste in unserem Leben betrachten (1. Timotheus 6:8-12). Statt so zu handeln, als ob unsere Zukunft davon abhinge, es in der Welt zu etwas zu bringen, glauben wir der Aussage des Wortes Jehovas, daß die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, daß aber derjenige für immer bleibt, der den Willen Gottes tut (1. Johannes 2:17).

      7. (a) Wie wird uns durch Sprüche 16:16 geholfen, bezüglich unserer Wertvorstellungen ausgeglichen zu sein? (b) Welchen Lohn trägt es ein, Gottes Willen zum Mittelpunkt des Lebens zu machen?

      7 In Sprüche 16:16 werden wir durch die wahrheitsgemäße Aussage ermuntert: „Sich Weisheit verschaffen [die Weisheit, deren Anfang die Furcht Jehovas ist], o wieviel besser ist es als Gold! Und sich Verständnis verschaffen ist erwählenswerter als Silber.“ Weisheit und Verständnis dieser Art werden uns veranlassen, das Tun des Willens Gottes zum Mittelpunkt unseres Lebens zu machen. Und welches Werk hat Gott seinen Zeugen für die gegenwärtige Zeit der Menschheitsgeschichte anvertraut? Sie sollen sein Königreich predigen und aufrichtigen Menschen helfen, wahre Jünger Jesu Christi zu werden (Matthäus 24:14; 28:19, 20). Es ist ein Werk, das Lohn in Form von echter Befriedigung und großer Freude einträgt. Aus gutem Grund wird daher in der Bibel gesagt: „Glücklich ist der Mensch, der Weisheit gefunden hat“ (Sprüche 3:13).

      Sie bewahrt uns vor Missetaten

      8. (a) Nenne einen zweiten Nutzen, der sich aus der Gottesfurcht ergibt. (b) Was ist das Böse, vor dem wir geschützt sind? (c) Wie wird die Gottesfurcht zu einer starken Triebkraft?

      8 Ein zweiter Nutzen, der sich aus der Gottesfurcht ergibt, besteht darin, daß wir davor bewahrt werden, etwas Böses zu tun. Jemand, der tiefen Respekt vor Gott hat, legt nicht selbst fest, was gut und was böse ist. Für ihn ist das, was Gott als gut betrachtet, nicht schlecht, noch hält er Dinge, die Gott als böse bezeichnet, für gut (Psalm 37:1, 27; Jesaja 5:20, 21). Wer von Gottesfurcht motiviert wird, läßt es außerdem nicht dabei bewenden, lediglich zu wissen, was Jehova als gut oder als böse bezeichnet. Er liebt, was Jehova liebt, und er haßt, was Jehova haßt. Demgemäß handelt er im Einklang mit Gottes Maßstäben. Daher heißt es in Sprüche 16:6: „In der Furcht Jehovas weicht man von Schlechtem.“ Diese Gottesfurcht wird zu einer starken Triebkraft, so daß der Betreffende etwas vollbringen kann, wozu er aus eigener Kraft nicht in der Lage wäre.

      9. Wie beeinflußte der entschiedene Wunsch, Gott nicht zu mißfallen, die Entscheidung einer Mexikanerin, und mit welchem Ergebnis?

      9 Selbst wenn jemand erst anfängt, diese Furcht zu entwickeln, kann sie ihn davon abhalten, etwas zu tun, was er sein Leben lang bereuen würde. Zum Beispiel sprach eine schwangere Frau in Mexiko mit einer Zeugin Jehovas über das Thema Abtreibung. Die Zeugin las der Frau verschiedene Bibeltexte vor und erklärte dann: „Für den Schöpfer ist das Leben etwas sehr Wertvolles, auch das Leben der Ungeborenen“ (2. Mose 21:22, 23; Psalm 139:13-16). Ein medizinischer Test hatte ergeben, daß das Kind möglicherweise mit Mißbildungen zur Welt kommen würde. Auf Grund dessen, was diese Frau aus Gottes Wort erfahren hatte, entschloß sie sich, das Kind trotzdem auszutragen. Ihr Arzt wollte sie daraufhin nicht weiterbehandeln, und ihr Mann drohte ihr, sie zu verlassen, doch sie gab nicht nach. Schließlich brachte sie ein völlig normales und gesundes hübsches Mädchen zur Welt. Von Dankbarkeit erfüllt, suchte sie nach Zeugen Jehovas, und mit ihr wurde dann ein Bibelstudium begonnen. Es verging nicht einmal ein Jahr, bis sie und ihr Mann sich taufen ließen. Einige Jahre später hatten sie auf einem Bezirkskongreß die Freude, die Zeugin zu treffen, die ursprünglich mit der Frau gesprochen hatte, und sie stellten ihr ihre reizende vierjährige Tochter vor. Die gebührende Achtung vor Gott und der entschiedene Wunsch, ihm nicht zu mißfallen, kann das Leben eines Menschen wesentlich beeinflussen.

      10. Von welchen Missetaten kann man ablassen, wenn man sich mit Gottesfurcht wappnet?

      10 Gottesfurcht kann für uns ein Schutz vor einer Vielzahl von Missetaten sein (2. Korinther 7:1). Wenn richtig entwickelt, kann sie jemandem helfen, von geheimen Sünden abzulassen, Sünden, die nur dem Betreffenden selbst und Jehova bekannt sind. Sie kann ihm beispielsweise helfen, von der Sklaverei der Alkohol- oder der Drogensucht frei zu werden. Ein ehemaliger Drogenabhängiger aus Südafrika erklärte: „Während ich Erkenntnis über Gott aufnahm, entwickelte ich auch eine Furcht, ihn zu verletzen oder ihm zu mißfallen. Ich wußte, daß er mich beobachtete, und hatte das Verlangen, ihm zu gefallen. Deshalb warf ich die Drogen, die ich noch besaß, in die Toilette und spülte sie weg.“ Auf ähnliche Weise war die Gottesfurcht schon Tausenden von Menschen eine Hilfe (Sprüche 5:21; 15:3).

      Sie bewahrt uns davor, vor Menschen zu zittern

      11. Vor welcher Schlinge, der viele zum Opfer fallen, kann uns die gesunde Furcht Jehovas bewahren?

      11 Eine gesunde Gottesfurcht bewahrt uns auch vor Menschenfurcht. Die meisten Menschen werden mehr oder weniger stark durch Menschenfurcht beeinflußt. Selbst die Apostel verließen Jesus Christus und flohen, als ihn die Soldaten im Garten Gethsemane festnahmen. Später, im Hof des Hohenpriesters, leugnete Petrus, ein Jünger Jesu zu sein, ja ihn überhaupt zu kennen, weil er aus dem Gleichgewicht gebracht und von Furcht ergriffen worden war (Markus 14:48-50, 66-72; Johannes 18:15-27). Doch den Aposteln wurde geholfen, ihr geistiges Gleichgewicht zurückzuerlangen. In den Tagen König Jojakims wurde dagegen Urija, der Sohn Schemajas, von Furcht derart überwältigt, daß er seinen Dienst als Prophet Jehovas aufgab und aus dem Land floh; trotzdem wurde er ergriffen und getötet (Jeremia 26:20-23).

      12. (a) Auf welchen Schutz vor Menschenfurcht wird in Sprüche 29:25 hingewiesen? (b) Wie kann man das Vertrauen auf Gott vertiefen?

      12 Was kann einem helfen, die Menschenfurcht zu besiegen? In Sprüche 29:25 heißt es warnend: „Vor Menschen zu zittern ist das, was eine Schlinge legt.“ Es wird allerdings hinzugefügt: „Wer aber auf Jehova vertraut, wird beschützt werden.“ Der Schlüssel ist das Vertrauen auf Jehova. Dieses Vertrauen gründet sich auf Erkenntnis und Erfahrung. Durch das Studium seines Wortes lernen wir die Beweise für die Richtigkeit der Wege Jehovas kennen. Wir lernen Ereignisse kennen, die seine Vertrauenswürdigkeit, die Zuverlässigkeit seiner Verheißungen (einschließlich der einer Auferstehung), seine Liebe und seine Allmacht zeigen. Wenn wir dann im Einklang mit dieser Erkenntnis handeln, also das tun, was Jehova wünscht, und entschlossen das zurückweisen, wovor er warnt, verspüren wir persönlich seine liebende Fürsorge und seine Vertrauenswürdigkeit. Wir erkennen selbst Beweise für das Wirken seiner Macht bei der Ausführung seines Willens. Unser Vertrauen in ihn wird größer und damit auch unsere Liebe zu ihm sowie unser aufrichtiger Wunsch, alles zu unterlassen, was ihm mißfallen würde. Ein solches Vertrauen baut auf einer festen Grundlage auf. Es dient als Bollwerk gegen die Menschenfurcht.

      13. Wie kann uns die Gottesfurcht am Arbeitsplatz, zu Hause und in der Schule helfen?

      13 Unser Vertrauen auf Jehova, gepaart mit Gottesfurcht, wird uns fest für das einstehen lassen, was recht ist, wenn uns ein Arbeitgeber mit der Entlassung droht, weil wir uns weigern, unehrliche Geschäftsmethoden anzuwenden. (Vergleiche Micha 6:11, 12.) Die Gottesfurcht befähigt Tausende von Christen, trotz des Widerstands von andersgläubigen Angehörigen in der wahren Anbetung auszuharren. Sie gibt auch Jugendlichen in der Schule den Mut, sich als Zeugen Jehovas zu erkennen zu geben, und die Kraft, mit dem Spott von Mitschülern fertig zu werden, die keine Achtung vor biblischen Maßstäben haben. Eine jugendliche Zeugin Jehovas sagte daher: „Was sie denken, ist überhaupt nicht von Belang. Was Jehova denkt, das zählt.“

      14. Wie können Diener Jehovas siegreich sein, selbst wenn ihr Leben in Gefahr ist?

      14 Dieselbe Überzeugung stärkt wahre Christen, selbst unter Lebensgefahr an den Wegen Jehovas festzuhalten. Sie wissen, daß sie mit Verfolgung von seiten der Welt rechnen müssen. Ihnen ist bewußt, daß die Apostel ausgepeitscht wurden und daß auch Jesus Christus von bösen Menschen geschlagen und getötet wurde (Markus 14:65; 15:15-39; Apostelgeschichte 5:40; vergleiche Daniel 3:16-18). Doch Jehovas Diener sind voller Zuversicht, daß Jehova ihnen die Kraft zum Ausharren geben kann, daß sie mit seiner Hilfe siegreich sein können und daß Jehova auf jeden Fall die Treuen belohnen wird — falls nötig, sogar durch eine Auferstehung zum Leben in seiner neuen Welt. Ihre mit Ehrfurcht gepaarte Liebe zu Gott ist für sie ein starker Ansporn, alles zu meiden, was ihm mißfallen würde.

      15. Wie konnten Zeugen Jehovas in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern ihre Lauterkeit bewahren?

      15 Dieser Ansporn befähigte Zeugen Jehovas, in den 30er und 40er Jahren die Schrecken der nationalsozialistischen Konzentrationslager zu überstehen. Sie beherzigten Jesu Rat aus Lukas 12:4, 5: „Ich [sage] euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts weiter tun können. Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Gewalt hat, in die Gehenna zu werfen. Ja, ich sage euch, diesen fürchtet.“ Gustav Auschner, ein Zeuge Jehovas, der im Konzentrationslager Sachsenhausen war, schrieb später, daß die SS nach der Hinrichtung von August Dickmann drohte, alle zu erschießen, die nicht ein Dokument unterschreiben und so ihrem Glauben abschwören würden. „Keiner unterschrieb.  ... Wir fürchteten Jehova mehr als ihre Kugeln.“ Die Menschenfurcht führt zu Kompromissen, die Gottesfurcht dagegen stärkt uns, das Rechte zu tun.

      Die Bewahrung von Leben

      16. Wie konnte Noah in den vielen Jahrzehnten bis zur Flut auf dem rechten Weg bleiben, und welchen Ausgang hatte das für ihn und seine Hausgemeinschaft?

      16 Noah lebte in den letzten Tagen der vor der Sintflut bestehenden Welt. Jehova hatte beschlossen, die damalige böse Welt wegen der Schlechtigkeit des Menschen zu vernichten. Doch bis dahin befand sich Noah in dieser Welt voller Gewalt, Ausschweifung und Gleichgültigkeit gegenüber Gottes Willen. Obwohl Noah als Prediger der Gerechtigkeit tätig war, „nahmen [die Menschen] keine Kenntnis davon, bis die Sintflut kam und sie alle wegraffte“ (Matthäus 24:39). Noah schreckte vor dem Werk nicht zurück, das Gott ihm übertragen hatte. Er „ging daran, gemäß allem zu tun, was Gott ihm geboten hatte. Geradeso tat er“ (1. Mose 6:22). Wie konnte Noah in all den Jahren bis zur Flut auf dem rechten Weg bleiben? Die Antwort wird in Hebräer 11:7 gegeben: „Durch Glauben bekundete Noah Gottesfurcht, nachdem er eine göttliche Warnung vor Dingen erhalten hatte, die noch nicht zu sehen waren.“ Auf Grund dessen wurden er, seine Frau sowie seine Söhne mit ihren Frauen durch die Flut hindurch bewahrt.

      17. (a) Was sollten wir tun, ungeachtet dessen, was andere Menschen tun? (b) Warum sind diejenigen, die Jehova fürchten, wirklich glückliche Menschen?

      17 Wir leben in einer Zeit, die in vieler Hinsicht den Tagen Noahs gleicht (Lukas 17:26, 27). Wiederum ergeht eine Warnung. In Offenbarung 14:6, 7 wird von einem Engel berichtet, der in der Mitte des Himmels fliegt und Menschen aus jeder Nation, aus jedem Stamm und jeder Zunge auffordert: „Fürchtet Gott, und gebt ihm die Ehre.“ Beachten wir diese Worte, ungeachtet dessen, was die Welt um uns herum tut, und fordern wir auch andere dazu auf. Wie Noah sollten wir im Glauben handeln und Gottesfurcht bekunden. Wenn wir das tun, kann unser Leben und das Leben vieler weiterer bewahrt werden. Wer darüber nachdenkt, von welchem Nutzen es ist, den wahren Gott zu fürchten, wird genauso empfinden wie der inspirierte Psalmist, der sang: „Glücklich ist der Mann, der Jehova fürchtet, an dessen Geboten er große Lust gefunden hat“ (Psalm 112:1).

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