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Kann die Gottesfurcht von Nutzen sein?Der Wachtturm 1987 | 1. Dezember
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Kann die Gottesfurcht von Nutzen sein?
„Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht“ (PREDIGER 12:13).
1, 2. (a) Worauf sollte unsere Anbetung beruhen? (b) Was verlangt aber Gott noch? (5. Mose 10:12).
KLINGT der Ausdruck „Gottesfurcht“ in deinen Ohren fremd? Viele denken vielleicht, wenn sie Gott wirklich lieben, müßten sie ihn nicht auch noch fürchten. Ist tatsächlich beides nötig? Wenn ja, von welchem Nutzen ist dann die Gottesfurcht für uns?
2 Die Heilige Schrift zeigt, daß unsere Anbetung und unser Dienst für Gott auf Liebe beruhen müssen. Das macht Jesus deutlich, wenn er uns auffordert, Jehova mit unserem ganzen Herzen, unserer ganzen Seele, unserem ganzen Sinn und unserer ganzen Kraft zu lieben (Markus 12:30). Aber Gottes Wort betont auch die Bedeutung der Gottesfurcht. Prediger 12:13 fordert uns unmißverständlich auf: „Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht.“ Ist Jehova inkonsequent, wenn er von uns verlangt, ihn gleichzeitig zu fürchten und zu lieben?
3. Was sollte man in bezug auf Furcht berücksichtigen?
3 Durchaus nicht. Das wird uns klar, wenn wir berücksichtigen, daß es verschiedene Arten von Furcht gibt. Gewöhnlich denken wir bei diesem Wort an Angst oder eine krankhafte Gefühlsbewegung, die unsere Hoffnung zunichte machen und uns entmutigen kann. Jehova möchte offensichtlich nicht, daß wir ihm gegenüber solche Empfindungen haben. Er wünscht, daß wir zu ihm kommen wie ein Kind zu seinem Vater. Das Kind ist überzeugt, von seinem Vater geliebt zu werden, fürchtet sich aber gleichzeitig davor, ihm zu mißfallen. Eine solche Furcht wird uns helfen, unserem himmlischen Vater gegenüber gehorsam zu bleiben, wenn eine Versuchung an uns herantritt. Darin besteht die angemessene „Gottesfurcht“, die Christen haben sollten (Hebräer 5:7; 11:7).
4. Welche Art Furcht würde die Liebe ausschalten?
4 Jehova handelt nicht wie ein gefühlloser Richter. Er straft nicht einfach seine Diener bei jedem Versagen, sondern er liebt sie und möchte, daß sie Gelingen haben. Wenn wir daher einen Fehler oder eine Sünde begehen, sollte uns die Gottesfurcht nicht davon zurückhalten, mit ihm darüber zu sprechen (1. Johannes 1:9; 2:1). Unsere ehrfurchtsvolle Scheu vor Jehova bedeutet nicht, daß wir uns fürchten, von ihm abgewiesen oder verstoßen zu werden. In 1. Johannes 4:18 lesen wir: „Furcht gibt es nicht in der Liebe, sondern vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, weil die Furcht hemmend wirkt.“ „Vollkommene Liebe“ schaltet aber nicht die hohe Achtung und die angemessene Furcht aus, die wir vor Jehova, unserem Schöpfer und Lebengeber, haben sollten (Psalm 25:14).
An den Nutzen denken
5. (a) Wie nur kann man Weisheit erlangen? (b) Was veranlaßte einen früheren Drogenabhängigen, seine unvernünftige Lebensweise aufzugeben?
5 Betrachten wir einmal, welchen Nutzen die „Furcht Jehovas“ unter anderem mit sich bringt. Sie trägt zum Beispiel dazu bei, daß wir wahre Weisheit erlangen. Manche Menschen haben keine Mühe gescheut und auf vielerlei Weise versucht, diese Weisheit zu erwerben. Aber es ist ihnen nicht gelungen, weil sie eine grundlegende Voraussetzung außer acht gelassen haben: „Die Furcht Jehovas ist der Weisheit Anfang“ (Psalm 111:10; Sprüche 9:10). Beachten wir, inwiefern diese Furcht einem früheren Drogenabhängigen zu vernünftigem Handeln verholfen hat. Er erklärte: „Während ich Erkenntnis über Gott aufnahm, entwickelte ich auch eine Furcht, ihn zu verletzen oder ihm zu mißfallen. Ich wußte, daß er mich beobachtete, und hatte das Verlangen, ihm zu gefallen. Deshalb warf ich die Drogen, die ich noch besaß, in die Toilette und spülte sie weg.“ Dieser Mann aus Johannesburg (Südafrika) überwand seine schlechte Gewohnheit, gab sich Jehova hin und ist jetzt ein Diener Gottes.
6. Inwiefern bewahrt uns die „Furcht Jehovas“ vor Bösem, und wozu leitet sie uns an?
6 Hast du den Wunsch, das Böse zu meiden? „Die Furcht Jehovas bedeutet das Böse hassen“ (Sprüche 8:13). Ja, diese angebrachte Furcht kann dich vor vielen schlechten Gewohnheiten bewahren, die Gott verurteilt, wie Rauchen, Drogengenuß, Trunkenheit und geschlechtliche Unmoral. Außer daß du Jehova gefällst, schützt du dich auch vor schrecklichen Dingen, wie zum Beispiel vor furchtbaren Krankheiten, denen sich andere aussetzen (Römer 1:26, 27; 12:1, 2; 1. Korinther 6:9, 10; 1. Thessalonicher 4:3-8). Gottesfurcht wird dir nicht nur helfen, dich vor Bösem oder Perversem zu bewahren, sondern wird dich auch zu lauterem und vernünftigem Handeln anleiten, denn es heißt: „Die Furcht Jehovas ist lauter“ (Psalm 19:9).
7, 8. (a) Wie erlebte eine Jugendliche, daß man glücklich wird, wenn man Jehova fürchtet? (b) Welcher weitere Nutzen erwächst denen, die Jehova fürchten?
7 Die meisten Menschen möchten glücklich sein. Wie kannst du dieses Ziel erreichen? Gottes Wort sagt: „Glücklich ist der Mann, der Jehova fürchtet“ (Psalm 112:1; 128:1). Das wird durch die Erfahrung einer Jugendlichen bestätigt. Sie hatte nicht nur alle möglichen unerlaubten sexuellen Handlungen gepflegt, sondern sich auch mit Spiritismus befaßt und sich auf Diebstahl eingelassen. Als sie begann, die Bibel zu studieren, erkannte sie die Notwendigkeit, auf Jehova zu hören und ihn zu fürchten. Sie sagte: „Mir konnte nichts Besseres widerfahren, als Jehova kennenzulernen. Er hat mir sehr geholfen, die Wahrheit zu finden und glücklich zu werden. Ich weiß, daß ich ihm sehr viel zu verdanken habe, denn er hat mir die Augen geöffnet und mir eine Chance gegeben, indem er mich wirklich zum Nachdenken gebracht hat, so daß ich ihn finden konnte. Nun möchte ich anderen helfen, genauso glücklich zu sein.“
8 Jehova hat verheißen, die zu belohnen, die ‘seinen Namen fürchten’ (Offenbarung 11:18). Übrigens: „Die Furcht Jehovas gereicht zum Leben, und gesättigt wird man die Nacht verbringen; man wird nicht von Schlechtem heimgesucht werden“ (Sprüche 19:23). Die „Furcht Jehovas“ bewirkt, daß alle unsere Bedürfnisse befriedigt werden. Gepaart mit Demut, führt sie zu „Reichtum und Herrlichkeit und Leben“ (Sprüche 22:4; 10:27).
9. Inwiefern führt die „Furcht Jehovas“ zu der einzigen Lebensweise, die Weisheit verrät? (Hiob 28:28; Micha 6:9).
9 Ermuntert uns das nicht wirklich, den wahren Gott zu fürchten? Ja, die „Furcht Jehovas“ ist sehr erstrebenswert. Sie führt zu all dem, was echte Befriedigung bringt — heutzutage etwas Seltenes! Wie ermunternd sind doch die inspirierten Worte: „Obwohl ein Sünder hundertmal Schlechtes tun und es lange Zeit treiben mag, wie es ihm gefällt, weiß ich doch auch, daß es mit denen, die den wahren Gott fürchten, gut ausgehen wird, weil sie sich vor ihm gefürchtet haben. Mit dem Bösen aber wird es gar nicht gut ausgehen, noch wird er seine Tage verlängern, die wie ein Schatten sind, weil er sich vor Gott nicht fürchtet.“ (Prediger 8:12, 13)! Welcher Mensch wünscht sich nicht, daß ‘es mit ihm gut ausgeht’? Diese glückliche Erfahrung werden nur diejenigen machen, die Gott fürchten (Psalm 145:19).
10. Welches sind einige wichtige Gründe, die uns veranlassen sollten, Gott zu fürchten?
10 Sollten wir daher nicht fest entschlossen sein, tiefe Ehrfurcht, ja eine heilige Scheu vor Jehova, unserem himmlischen Vater, zu haben? Wir sollten wirklich eine heilsame Furcht haben, ihm zu mißfallen. Für all die liebende Güte und Freundlichkeit, die er uns erwiesen hat, sind wir sehr dankbar. Alles, was wir haben, stammt von ihm (Offenbarung 4:11). Zudem ist er der höchste Richter, der Allmächtige, der die Macht hat, diejenigen zu Tode zu bringen, die ihm nicht gehorchen. Der Apostel Paulus ermahnt uns: „Fahrt fort, ... mit Furcht und Zittern eure eigene Rettung zu bewirken“ (Philipper 2:12; Hosea 3:5; Lukas 12:4, 5).
11. (a) Welche Einstellung sollten Christen in den heutigen letzten Tagen vermeiden? (b) Welche Geisteshaltung sollte man entwickeln?
11 Nichts deutet darauf hin, daß wir Rettung erlangen können, wenn wir eine nachlässige Haltung einnehmen, wenn wir sowenig wie möglich tun und hoffen, es werde schon irgendwie gutgehen. Christen, die sich in den heutigen letzten Tagen bemühen, ein Verhältnis zu demjenigen zu haben, der in ihr Herz sehen kann und ihre innersten Gedanken und Absichten kennt, dürfen nicht so eingestellt sein (Jeremia 17:10). Nur wer Jehova gebührende Achtung zollt, wird von ihm anerkannt werden. Er sagt: „Auf diesen also werde ich schauen, auf den Niedergedrückten und den, der zerschlagenen Geistes ist und der vor meinem Wort zittert“ (Jesaja 66:2).
Wir müssen lernen, Jehova zu fürchten
12. (a) In welcher Hinsicht war die Nation Israel gegenüber anderen Nationen begünstigt? (b) Was erwartete Jehova als Gegenleistung?
12 Wenn wir die Handlungsweise Jehovas mit der Nation Israel betrachten, erkennen wir noch deutlicher die Notwendigkeit, ihn zu fürchten. Keiner anderen Nation wurde eine derartige Fürsorge und Aufmerksamkeit durch den Souverän des Universums zuteil (5. Mose 4:7, 8, 32-36; 1. Samuel 12:24). Mit eigenen Augen sahen die Israeliten, was Jehova mit den Ägyptern tat, die — da sie ihn nicht fürchteten — sein Volk versklavt und unterdrückt hatten. Was erwartete er als Gegenleistung? „Versammle das Volk, die Männer und die Frauen und die Kleinen und deinen ansässigen Fremdling, der innerhalb deiner Tore ist, damit sie hören und damit sie lernen mögen, da sie Jehova, euren Gott, fürchten und darauf achten sollen, alle Worte dieses Gesetzes auszuführen. Und ihre Söhne, die es nicht kennen, sollten zuhören, und sie sollen Jehova, euren Gott, fürchten lernen alle Tage, die ihr in dem Land lebt, in das ihr über den Jordan zieht, um es in Besitz zu nehmen“ (5. Mose 31:12, 13; 14:23).
13. Worum sollten Eltern vor allem besorgt sein?
13 Wie die Israeliten sollen Gottes neuzeitliche Diener „Jehova ... fürchten lernen“. Welch eine Verantwortung dies uns allen auferlegt — besonders den Eltern! Sie sollten sich deshalb fragen: Wie kann ich meinen Kindern behilflich sein, ein Herz zu entwickeln, das Jehova fürchtet? Gibt es für die Kinder, wenn sie eines Tages erwachsen sind und das Elternhaus verlassen, etwas, was sie in seelisch-geistiger oder physischer Hinsicht besser schützen könnte als die „Furcht Jehovas“? Jehova betont die Wichtigkeit dieser Tatsache, indem er sagt: „Wenn doch nur dies ihr Herzenstrieb würde, mich zu fürchten und alle meine Gebote stets zu halten, damit es ihnen und ihren Söhnen auf unabsehbare Zeit gut erginge!“ (5. Mose 5:29; 4:10).
14. Nenne einen Faktor, den Eltern nicht außer acht lassen dürfen, wenn sie ihre Kinder dazu erziehen wollen, Jehova zu fürchten, und erkläre, wie dabei vorzugehen ist.
14 Jeder Christ, der Kinder großgezogen hat, wird ohne weiteres bestätigen, daß dies keine leichte Aufgabe ist. Dessenungeachtet macht Gottes inspiriertes Wort Eltern auf einige wichtige Faktoren aufmerksam. Ein Faktor ist, mit der Erziehung bereits in jungen Jahren zu beginnen. Wie alt sollte das Kind sein? Als die Israeliten zusammenkamen, um von Jehova unterwiesen zu werden, waren auch die „Kleinen“ dabei (5. Mose 29:10-13; 31:12, 13). Zu solchen Anlässen nahmen die Israelitinnen offensichtlich ihre Säuglinge mit, da von allen verlangt wurde, anwesend zu sein. So lernten ihre Söhne und Töchter „von frühester Kindheit an“, daß sie bei solchen Zusammenkünften still sein und zuhören mußten (2. Timotheus 3:15). Bringt also eure „Kleinen“ mit zu den Zusammenkünften. Laßt sie auch einen Anteil am Predigtdienst haben, sobald sie dazu in der Lage sind. Viele Kinder lernen selbst im Vorschulalter, eine Zeitschrift oder ein Traktat anzubieten. Beginnt frühzeitig und mit kleinen Dingen, eure „Kleinen“ die „Furcht Jehovas“ zu lehren.
15. Worin besteht der zweite Faktor, und wie können Eltern diesbezüglich vorgehen?
15 Ein weiterer Faktor besteht darin, konsequent zu sein. Das ist dadurch möglich, daß wir uns bei der Erziehung und der Belehrung unserer Kinder stets an Gottes Wort halten. Selbst wenn es um Erholung oder Entspannung geht, sollten wir konsequent sein und uns in der Frage, was bei solchen Gelegenheiten erlaubt ist, von biblischen Grundsätzen leiten lassen (Epheser 6:4). Das erfordert bewußtes Bemühen, wie Gottes Wort klar erkennen läßt: „Es soll sich erweisen, daß diese Worte, die ich dir heute gebiete, auf deinem Herzen sind; und du sollst sie deinem Sohn einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg gehst und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst“ (5. Mose 6:4-9; 4:9; 11:18-21). Eine solche konsequente Handlungsweise wird für die Kinder im Laufe der Jahre eine große Hilfe sein, ein Herz zu entwickeln, das Jehova fürchtet.
16. (a) Worum handelt es sich beim dritten Faktor, und warum ist dies so bedeutsam? (b) Welche Fragen könnten sich Eltern stellen?
16 Eltern sollten auch bestrebt sein, ihren Kindern in Sinn und Herz einzuprägen, daß sie als Eltern ebenfalls Jehova fürchten (Psalm 22:23). Das können sie unter anderem dadurch erreichen, daß sie bei der Erziehung ihrer Kinder theokratischen Rat befolgen. Dies ist der dritte Faktor, den es zu beachten gilt. Eltern könnten sich fragen: Führe ich mit meinen Kindern ein regelmäßiges Bibelstudium durch? Schöpfe ich Hilfen wie die Bücher Mein Buch mit biblischen Geschichten und Auf den Großen Lehrer hören voll aus? Verwende ich, wenn die Kinder älter sind, das Buch Mache deine Jugend zu einem Erfolg sowie die Erwachet!-Artikel unter der Rubrik „Junge Leute fragen sich“? Sorge ich für wohltuende Entspannung und Unterhaltung, für Unterhaltung, die sich nicht schädlich auf meine Kinder auswirkt? Akzeptiere ich, was Jehovas Organisation über eine höhere Schulbildung sagt? Belehre ich meine Kinder dementsprechend? Werden die Ziele, die ich meinen Kindern setze, ihnen helfen, „Gottesfurcht“ zu haben? (Hebräer 5:7).
17. Wer hat den Nutzen, wenn Kinder lernen, Jehova zu fürchten? Veranschauliche es.
17 Den Nutzen und die Freude haben nicht nur deine Kinder, sondern auch du, wenn du alles dir Mögliche getan hast, sie in der „Furcht Jehovas“ zu belehren. Zum Beispiel fühlte sich eine Zeugin Jehovas am Ende eines Tages zwar „völlig erschlagen“, aber beim Gebet ihrer siebenjährigen Tochter fand sie wieder alles der Mühe wert. Ihr traten Tränen in die Augen, und sie hatte das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben, als sie ihre Tochter beten hörte: „Lieber Gott Jehova, vielen Dank für all das Gute, was du heute für mich getan hast. Und vielen Dank für das Essen. Hilf allen Brüdern im Gefängnis und in Konzentrationslagern, daß sie zu essen haben, Jehova, und auch allen dünnen Brüdern und Schwestern in anderen Ländern. Hilf ihnen auch, genügend Nahrung zu erhalten, Jehova. Und denen, die krank sind, hilf ihnen, daß es ihnen bessergeht, damit sie zu den Zusammenkünften kommen können. Laß die Engel bitte über mich wachen, wenn ich in der Nacht schlafe, und auch über Mutti und Vati und meinen Bruder und meine Oma und meinen Opa und über alle Brüder und Schwestern in der Wahrheit. Durch deinen Sohn Jesus. Amen.“
18. Inwiefern beeinflussen wir uns gegenseitig, was die „Furcht Jehovas“ betrifft?
18 Wir sollten nicht vergessen, daß wir, was die „Furcht Jehovas“ betrifft, uns gegenseitig durch unser Beispiel beeinflussen. Eltern beeinflussen ihre Kinder. Älteste und Dienstamtgehilfen beeinflussen die Versammlung. Reisende Aufseher beeinflussen diejenigen, denen sie dienen. Offensichtlich war das der Grund, warum die Könige in Israel angewiesen wurden, alle Tage ihres Lebens in Gottes Gesetz zu lesen und so ‘Jehova fürchten zu lernen’ (5. Mose 17:18-20). Das Beispiel, das der König in bezug auf die „Furcht Jehovas“ gab, konnte die gesamte Nation beeinflussen.
19. Was bezeugt die Geschichte bezüglich der Israeliten?
19 Die Geschichte bezeugt, daß Israel als Nation nicht an der Furcht Jehovas festhielt. Die Israeliten dachten, der Tempel in Jerusalem diene ihnen wie eine Art Talisman als Schutz, ganz gleich, ob sie den Gesetzen Gottes gehorchten oder nicht (Jeremia 7:1-4; Micha 3:11, 12). Aber sie hatten sich geirrt. Die Stadt Jerusalem und ihr Tempel wurden zerstört. Als die Israeliten später als Nation wiederhergestellt wurden, ließen sie es erneut an Gottesfurcht fehlen (Maleachi 1:6). Aus dieser Erfahrung, die im folgenden Artikel behandelt wird, können wir viel lernen.
20. Was könnten wir zusammenfassend darüber sagen, warum wir Jehova fürchten sollten?
20 Behalten wir also im Sinn, daß die „Furcht Jehovas“ unsere Liebe zu ihm nicht schwächt, sondern stärkt und untermauert. Durch unseren Gehorsam gegenüber allen seinen Geboten beweisen wir nicht nur, daß wir Jehova fürchten, sondern auch, daß wir ihn lieben. Beides ist unerläßlich. Das eine ist ohne das andere nicht möglich. Wie bedeutsam ist es doch, daß Eltern ihren Kindern diese „Furcht Jehovas“ und diese Liebe zu ihm einprägen! Und welch große Freude das für Alt und Jung mit sich bringt! Wir sollten demnach so eingestellt sein wie der Psalmist, der sagte: „Einige mein Herz, deinen Namen zu fürchten“ (Psalm 86:11).
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Halte an der Furcht Jehovas festDer Wachtturm 1987 | 1. Dezember
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Halte an der Furcht Jehovas fest
„‚Ich bin ein großer König‘, hat Jehova der Heerscharen gesagt, ‚und mein Name wird furchteinflößend sein unter den Nationen‘“ (MALEACHI 1:14).
1, 2. (a) Welche eindringliche Botschaft enthält das Buch Maleachi? (b) Was lernen wir aus den einleitenden Worten der Botschaft Jehovas?
„EIN prophetischer Spruch: Das Wort Jehovas über Israel durch Maleachi“ (Maleachi 1:1). Mit diesen kurzen Worten, die aufhorchen lassen, beginnt das Bibelbuch Maleachi. Ein prophetischer Spruch bedeutet in der Bibel gewöhnlich die Verurteilung von etwas Schlechtem. Das trifft gewiß auf das Buch Maleachi zu, das sich mit einer unmißverständlichen, nachdrücklichen Botschaft an das Volk Israel wendet. Unsere Betrachtung wird zeigen, wie wichtig es ist, an der Furcht Jehovas festzuhalten und unsere Liebe zu ihm zu bewahren.
2 Die beiden nächsten Verse lehren uns, wie man Rat erteilen sollte. Jehova versicherte seinen Zuhörern, daß er ihnen helfen wollte: „‚Ich habe euch geliebt‘, hat Jehova gesprochen.“ Welch eine beruhigende, herzerquickende Einleitung für Aufrichtige unter dem straffälligen Volk Israel! Weiter heißt es dann: „Und ihr habt gesagt: ‚Auf welche Weise hast du uns geliebt?‘ ‚War nicht Esau der Bruder Jakobs?‘ ist der Ausspruch Jehovas. ‚Aber ich liebte Jakob, und Esau habe ich gehaßt; und ich machte schließlich seine Berge zu einer wüsten Einöde und sein Erbe für die Schakale der Wildnis‘“ (Maleachi 1:2, 3).
3. Was sind die Gründe für Jehovas Empfindungen gegenüber Jakob und Esau?
3 Warum liebte Jehova Jakob und später die Nachkommen Jakobs, die Israeliten? Weil Jakob Gottesfurcht hatte und seine gottesfürchtigen Eltern achtete. Esau hingegen war ein selbstsüchtiger Mensch, der Gott nicht fürchtete. Er achtete auch nicht seine Eltern, die das von Gott verliehene natürliche Recht hatten, Gehorsam von ihm zu erwarten. Zu Recht liebte Jehova Jakob, haßte aber Esau. Das ist eine Warnung für uns. Wir dürfen niemals unsere Gottesfurcht verlieren und wie Esau, der nur seine fleischlichen Begierden zu befriedigen suchte, Materialisten werden (1. Mose 26:34, 35; 27:41; Hebräer 12:16).
4, 5. (a) Wie wirkte sich Jakobs und Esaus Handlungsweise auf ihre Nachkommen aus? (b) Wie hätte das die Israeliten berühren sollen?
4 Jakobs Handlungsweise erwies sich für seine Nachkommen, die Israeliten, als ein Segen. Esaus Handlungsweise erwies sich dagegen für seine Nachkommen, die Edomiter, als das Gegenteil. Die Edomiter genossen nicht den Segen Jehovas. Durch die heftige Feindschaft, die sie gegen sein Bundesvolk hegten, erregten sie seinen Haß. Die Heere Nebukadnezars setzten ihnen stark zu und später die Araber. Schließlich verschwanden die Edomiter als Nation, wie Jehova es prophezeit hatte (Obadja 18).
5 Gottes Gericht an Edom hatte bereits vor der Zeit Maleachis begonnen. Wie hätte das die Israeliten berühren sollen? Jehova sagte zu ihnen: „Eure eigenen Augen werden es sehen, und ihr, ihr werdet sprechen: ‚Hochgepriesen sei Jehova über dem Gebiet Israels‘“ (Maleachi 1:5). Die Israeliten hatten im Laufe der Jahrhunderte mit „eigenen Augen“ gesehen, welche Liebe Jehova ihnen als Nation erwiesen hatte.
Unsere Handlungen verraten, ob wir Gott fürchten
6. Welche Beschuldigung erhob Jehova gegen die Israeliten?
6 Der prophetische Spruch lautet weiter: „‚Ein Sohn seinerseits ehrt einen Vater und ein Knecht seinen großen Herrn. Wenn ich also ein Vater bin, wo ist die Ehre für mich? Und wenn ich ein großer Herr bin, wo ist die Furcht vor mir?‘ hat Jehova der Heerscharen zu euch gesprochen, o Priester, die ihr meinen Namen verachtet“ (Maleachi 1:6; 2. Mose 4:22, 23; 5. Mose 32:6). Jehova hatte die Israeliten zurechtgewiesen, für sie gesorgt und sie beschützt, so wie sich ein Vater seinem Sohn gegenüber verhalten würde. Welche Gegenleistung erwartete er daher mit gutem Recht? Geehrt und gefürchtet zu werden. In dieser Beziehung versagte die Nation einschließlich der Priester. Die Israeliten hatten keine Achtung vor dem Namen Jehovas, ja sie verachteten ihn sogar. Sie waren „abtrünnige Söhne“ (Jeremia 3:14, 22; 5. Mose 32:18-20; Jesaja 1:2, 3).
7. Wie dachten die Israeliten über diese Beschuldigung, und was antwortete ihnen Jehova darauf?
7 Die Israeliten stellten die Frage: „Auf welche Weise haben wir deinen Namen verachtet?“ Jehova antwortete mit allem Nachdruck: „‚Indem auf meinem Altar verunreinigtes Brot dargebracht wird.‘ ‚Und ihr habt gesprochen: „Auf welche Weise haben wir dich verunreinigt?“‘ ‚Dadurch, daß ihr sagt: „Der Tisch Jehovas ist etwas Verächtliches.“ Und wenn ihr ein blindes Tier zum Opfern darbringt: „Es ist nichts Schlechtes.“ Und wenn ihr ein lahmes Tier oder ein krankes darbringt: „Es ist nichts Schlechtes.“‘ ‚Bring es bitte zu deinem Statthalter hin. Wird er Gefallen an dir finden, oder wird er dich freundlich aufnehmen?‘ hat Jehova der Heerscharen gesprochen“ (Maleachi 1:6-8).
8. Was ließen die Handlungen der Israeliten erkennen?
8 Stellen wir uns einen Israeliten vor, der sich seine Viehherde ansieht und mit Schläue ein blindes oder lahmes Tier als Opfer für Jehova auswählt! Auf diese Weise konnte er den Anschein erwecken, er würde ein Opfer darbringen, und doch für sich selbst das Beste der Herde behalten. Er würde sich nicht getrauen, dem Statthalter gegenüber so zu handeln. Aber die Israeliten verhielten sich so Jehova gegenüber — als hätte er ihre betrügerischen Absichten nicht durchschauen können. Mit Recht fragte Jehova sie: „Wo ist die Furcht vor mir?“ Sie mögen zwar behauptet haben, Jehova zu fürchten, doch ihre Handlungen ließen eindeutig etwas anderes erkennen (5. Mose 15:21).
9. Wie reagierten die Priester auf die Handlungsweise des Volkes?
9 Wie reagierten die Priester auf diese verachtenswerten Opfer? Sie sagten: „Es ist nichts Schlechtes.“ Sie rechtfertigten die schlechte Handlungsweise der Israeliten. Obwohl also die aus dem Babylonischen Exil Zurückgekehrten mit Eifer begonnen hatten, die wahre Anbetung wiederherzustellen, wurden sie später sorglos, stolz und selbstgerecht. Sie hielten nicht an der Furcht Jehovas fest. Ihr Tempeldienst war somit ein Hohn, und ihre Feste waren reine Formsache (Maleachi 2:1-3; 3:8-10).
10. (a) Welches Opfer wünscht Jehova heute? (b) Wie nur kann unser Opfer die Billigung Jehovas finden?
10 Einige wenden vielleicht ein: „Das trifft nicht auf uns zu. Wir bringen keine Tieropfer dar.“ Aber wir haben eine andere Art Opfer darzubringen. Beachten wir die eindringliche Bitte des Paulus: „Ich [bitte] euch inständig, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber als ein lebendiges, heiliges, für Gott annehmbares Schlachtopfer darzustellen, das ist ein heiliger Dienst gemäß eurer Vernunft“ (Römer 12:1). Das Opfer, das Jehova heute wünscht, bist du — das heißt deine Kraft, deine Mittel und deine Fähigkeiten. Unser Opfer wird nur dann seine Billigung finden, wenn wir unser Bestes geben. Jehova die Überbleibsel darzubringen, sozusagen ein lahmes, krankes Opfer, wird sich mit Sicherheit auf unser Verhältnis zu ihm auswirken.
11. Was sollte jeder getaufte Diener Jehovas untersuchen?
11 Zwar mögen einige gleichsam sagen: „Es ist nichts Schlechtes.“ Doch wir wissen, wie Jehova darüber denkt. Untersuchen wir daher einmal gewissenhaft das „Opfer“ — unseren „heiligen Dienst“, der unseren Anteil am Predigen der Königreichsbotschaft sowie das persönliche Studium, das Gebet und den Besuch der Zusammenkünfte einschließt. Bist du davon überzeugt, daß du Jehova dein Bestes opferst? Oder ist es nur das, was du noch übrig hast? Es besteht die Gefahr, sich am Wochenende so sehr der Unterhaltung oder der Entspannung hinzugeben, daß man nicht mehr die Zeit und die Kraft hat, die gute Botschaft vom Königreich zu predigen und die Zusammenkünfte zu besuchen. Unsere ganze Lebensweise — unser Alltagsleben — sowie unsere Einstellung und unsere Beweggründe sollten davon zeugen, daß wir Jehova ein Opfer darbringen. Wir sollten nur unser Bestes geben.
Wer wirklich Gott fürchtet
12. Welcher Rat wird uns heute erteilt?
12 „Und nun“, heißt es in der Prophezeiung weiter, „bitte, besänftigt das Angesicht Gottes, damit er uns Gunst erweise“ (Maleachi 1:9). Jehova forderte die Israeliten auf, das Rechte zu tun, angebrachte Gottesfurcht zu bekunden und ihm das darzubringen, was ihm gebührt. Das müssen auch wir heute tun. Wir können nur dann die Gunst Jehovas erlangen und behalten, wenn wir seine Anforderungen erfüllen.
13. (a) In welche Falle können wir geraten, wenn wir keine Gottesfurcht haben? (b) Wie wirkte sich Habgier auf die israelitischen Priester aus?
13 Wenn wir nicht die richtige Gottesfurcht haben, kann es sein, daß unser Dienst für ihn eine reine Formsache ist und wir ihn um selbstsüchtigen Gewinnes willen verrichten. Beachten wir, welche Frage Jehova den israelitischen Priestern bezüglich ihres Tempeldienstes vorlegte: „‚Wer ist es auch unter euch, der die Türen schließen wird? Und ihr werdet meinen Altar nicht anstecken — umsonst. Kein Gefallen habe ich an euch‘, hat Jehova der Heerscharen gesprochen, ‚und an der Opfergabe aus eurer Hand habe ich kein Gefallen‘“ (Maleachi 1:10). O ja, die Priester versahen ihre Pflichten im Tempel, schlossen die Türen des Heiligtums ab und zündeten das Feuer auf den Altären an. Aber sie taten es nicht umsonst. Sie erwarteten Gaben und Bestechungsgelder von den Israeliten, die in den Tempel kamen, um Opfer darzubringen. Heute wie damals findet Jehova kein Gefallen an einem Dienst, der lediglich um selbstsüchtigen Gewinnes willen geleistet wird. So etwas ist in seinen Augen abscheulich.
14. Warum müssen wir uns beständig vor Habgier hüten?
14 Sich vor Selbstsucht und Habgier zu hüten ist also heute nicht weniger vonnöten als damals. Wiederholt werden wir in der Bibel vor Habgier gewarnt und darauf hingewiesen, daß Habgierige nicht die Gunst Jehovas haben (1. Korinther 6:10; Epheser 5:5). Mögen wir durch unsere Liebe zu Jehova und durch unsere Furcht vor ihm davon zurückgehalten werden, unseren Gottesdienst jemals aus selbstsüchtigen Erwägungen zu verrichten! Wenn eine derartige Neigung in unserem Herzen aufkommt, sollten wir sie schleunigst verscheuchen. Besonders Älteste und Dienstamtgehilfen werden davor gewarnt, „auf unehrlichen Gewinn erpicht“ zu sein (Titus 1:7; 1. Timotheus 3:8; 1. Petrus 5:2). Einige pflegen vielleicht absichtlich nur Freundschaft mit Brüdern, von denen sie in materieller Hinsicht unterstützt werden, was dazu führt, daß sie diese begünstigen und davor zurückschrecken, ihnen Rat zu erteilen. Wir möchten niemals den habgierigen Priestern Israels gleichen, die von ihren Landsleuten Gaben und Bestechungsgelder erwarteten.
15. (a) Wie deutete Maleachi an, daß es in allen Teilen der Erde Menschen geben würde, die Jehova fürchten? (b) Welche anderen Schriftstellen stützen dies ebenfalls?
15 Wenn Jehova heute fragen würde: „Wo ist die Furcht vor mir?“, gäbe es dann Menschen, die darauf antworten könnten: „Wir sind diejenigen, die dich fürchten.“? Ganz bestimmt. Um wen handelt es sich dabei? Um Jehovas treue Zeugen, die in allen Teilen der Erde zu finden sind. Diese internationale Gruppe und das Werk, das sie verrichtet, wurden in Maleachi 1:11 prophetisch angedeutet: „‚Denn vom Aufgang der Sonne selbst bis zu ihrem Untergang wird mein Name groß sein unter den Nationen, und ... meinem Namen [wird] eine Gabe dargebracht werden, ja eine reine Gabe; denn mein Name wird groß sein unter den Nationen‘, hat Jehova der Heerscharen gesprochen.“ (Siehe auch Psalm 67:7; Jesaja 33:5, 6; 41:5; 59:19; Jeremia 32:39, 40.)
16. Welche verschiedenen Bedeutungen könnte der Ausdruck vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang haben, und wie erfüllt sich das?
16 Mit welch treffenden Worten Maleachi hier von dem großen Werk spricht, das heute in Verbindung mit der Verkündigung der guten Botschaft auf der ganzen Erde verrichtet wird! (Matthäus 24:14; Offenbarung 14:6, 7). Vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang bedeutet geographisch von Osten nach Westen. Ganz gleich, wo wir heute auf der Erde sind, finden wir Menschen, die Jehova fürchten und seinen Willen tun. Vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang bedeutet aber auch während des ganzen Tages. Ja, ergebene Diener Gottes bringen ständig Lobpreis dar. Wie Jehova verheißen hat, wird sein Name von denen, die ihn wirklich fürchten, auf der ganzen Erde verkündigt (2. Mose 9:16; 1. Chronika 16:23, 24; Psalm 113:3).
Bewahre angebrachte Gottesfurcht
17. Wozu kann es führen, wenn wir unsere Achtung und unsere Furcht vor Jehova verlieren?
17 Für Personen, die Jehova nicht achten und fürchten, ist die Anbetung und der Dienst eine Last. Jehova sagte zu den Israeliten: „Ihr entweiht mich, indem ihr sprecht: ‚Der Tisch Jehovas ist etwas Verunreinigtes, und seine Frucht ist etwas zu Verachtendes, seine Speise.‘ Und ihr habt gesagt: ‚Siehe! Welche Mühsal!‘“ (Maleachi 1:12, 13). Das gleiche kann heute der Fall sein. Für diejenigen, die die Furcht Jehovas verlieren, könnten die Zusammenkünfte, der Predigtdienst und andere christliche Aktivitäten zu einer Last werden.
18. Was ist dann und wann mit einigen neuzeitlichen Dienern Jehovas geschehen?
18 Beachten wir, wie solche Personen im Wachtturm vom 1. Februar 1937 beschrieben wurden: „Für die Untreuen ist das Vorrecht, Gott zu dienen und nach seinem Gebot andern die Früchte des Königreiches zu überbringen, nur eine mühsame äußerliche Zeremonie geworden; denn sie bietet ihnen keine Gelegenheit, in den Augen der Menschen zu glänzen. Die Königreichsbotschaft in gedruckter Form von Haus zu Haus zu verbreiten und sie den Menschen vorzulegen ist zu demütigend für diese Eingebildeten. Sie haben keine Freude daran ... Darum haben sie auch bis heute gesagt: ‚Dieses Herumtragen von Büchern ist nichts anderes als ein Buchhandelsgeschäft. Was für eine mühselige Aufgabe ist doch das!‘“ Auch heute gibt es dann und wann Personen, die den Predigtdienst als eine schwere Last empfinden und die Zusammenkünfte als langweilig ansehen. So etwas kann geschehen, wenn wir die Furcht Jehovas nicht bewahren und damit auch unsere Liebe zu ihm verlieren.
19. Wie können wir weiterhin unsere Dankbarkeit für Jehovas Vorkehrungen zum Ausdruck bringen?
19 An der Furcht Jehovas festzuhalten bewirkt, daß wir demütig vor ihm sind und stets all das schätzen, was er für uns tut. Wir sind Jehova dankbar für das Vorrecht, mit unseren christlichen Brüdern zusammenzusein, sei es bei einer kleinen Zusammenkunft in einer Wohnung oder bei einer großen Zusammenkunft von Zehntausenden in einem Stadion. Unsere Dankbarkeit kommt durch unsere Anwesenheit zum Ausdruck und dadurch, daß wir andere durch unsere erbauenden Gespräche und durch die Kommentare in den Zusammenkünften „zur Liebe und zu vortrefflichen Werken“ anreizen (Hebräer 10:24, 25). Wenn es dein Vorrecht ist, Programmpunkte darzubieten, solltest du es vermeiden, die Vorbereitung bis zur letzten Minute aufzuschieben und in aller Eile einige Gedanken zusammenzustellen. Behandle solche Zuteilungen niemals als etwas Gewöhnliches. Es sind heilige Vorrechte, und die Art und Weise, wie wir uns ihrer annehmen, läßt erkennen, ob wir Jehova achten und fürchten.
20. (a) Was dürfen wir nie vergessen? (b) Zu welchem Schluß kommen wir?
20 Wie traurig ist es doch um diejenigen bestellt, die nicht an der Furcht Jehovas festhalten! Sie haben keine Wertschätzung für das unverdiente Vorrecht, ein Verhältnis zum Souverän des Universums zu haben. „‚Ich bin ein großer König‘, hat Jehova der Heerscharen gesagt, ‚und mein Name wird furchteinflößend sein unter den Nationen‘“ (Maleachi 1:14; Offenbarung 15:4). Vergessen wir das nie! Mögen wir alle dem Psalmisten gleichen, der sagte: „Ein Mitgenosse bin ich von all denen, die dich wirklich fürchten“ (Psalm 119:63). Nach der Betrachtung dieses Themas kommen wir zu demselben Schluß wie Salomo: „Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht. Denn der wahre Gott selbst wird jederlei Werk ins Gericht über alles Verborgene bringen im Hinblick darauf, ob es gut ist oder böse“ (Prediger 12:13).
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