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  • Zuerst muß die gute Botschaft gepredigt werden
    Der Wachtturm 1994 | 15. August
    • Zuerst muß die gute Botschaft gepredigt werden

      „Unter allen Nationen [muß] zuerst die gute Botschaft gepredigt werden“ (MARKUS 13:10).

      1, 2. Was ist das Markenzeichen der Zeugen Jehovas, und warum?

      WARUM predigen wir als Zeugen Jehovas so ausdauernd? Wir sind zweifellos weltweit für unser öffentliches Predigen bekannt, sei es von Haus zu Haus, auf den Straßen oder informell. Bei jeder passenden Gelegenheit geben wir uns als Zeugen Jehovas zu erkennen und bemühen uns taktvoll, mit anderen über die von uns geschätzte gute Botschaft zu sprechen. Tatsächlich kann gesagt werden, daß der Predigtdienst unser Markenzeichen ist (Kolosser 4:6).

      2 Überlegen wir einmal: Was kommt den Menschen normalerweise sofort in den Sinn, wenn sie in der Nachbarschaft eine Gruppe gutgekleideter Männer, Frauen und Kinder mit Taschen sehen? Etwa: „Ach, da kommen schon wieder die Katholiken (oder die Orthodoxen)!“? Oder: „Da kommen wieder die Leute von der Pfingstgemeinde (oder die Baptisten)!“? Nein. Die Leute wissen, daß sich in diesen Glaubensgemeinschaften nicht ganze Familien am Haus-zu-Haus-Dienst beteiligen. Manche religiöse Gruppen senden zwar einige „Missionare“ aus, die in bestimmten Gebieten zwei Jahre lang tätig sind, aber die große Masse ihrer Mitglieder beteiligt sich nicht an einem solchen Dienst. Nur Jehovas Zeugen erkennt man weltweit an ihrem Eifer, bei jeder passenden Gelegenheit anderen ihre Botschaft zu übermitteln. Und sie sind für ihre Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! bekannt (Jesaja 43:10-12; Apostelgeschichte 1:8).

      Der Gegensatz: die Geistlichkeit der Christenheit

      3, 4. Was wird in den Medien oft über Geistliche der Christenheit berichtet?

      3 Anders verhält es sich in einigen Ländern mit den Geistlichen; Berichte in den Medien haben schon wiederholt offenbart, daß nicht wenige von ihnen Pädophile, unmoralische Schwindler oder Betrüger sind. Ihre Werke des Fleisches und ihr extravaganter Lebensstil sind für jedermann deutlich zu erkennen. Ein bekannter Liedermacher komponierte ein Lied mit dem unverblümten Titel: „Würde Jesus in seiner Fernsehshow eine Rolex [eine sehr teure goldene Armbanduhr] tragen?“ Er fragt in dem Lied: „Wäre Jesus politisch tätig, wenn er wieder auf die Erde käme, hätte er ein zweites Anwesen in Palm Springs [eine Reichensiedlung in Kalifornien], und würde er verheimlichen wollen, wieviel er verdient?“ Wie treffend sind doch die Worte des Jakobus: „Ihr habt auf der Erde in Luxus gelebt und habt an sinnlichem Vergnügen Gefallen gefunden. Ihr habt am Schlachttag euer Herz fett gemacht“ (Jakobus 5:5; Galater 5:19-21).

      4 Die Freundschaft der Geistlichen mit Politikern und die Tatsache, daß sie bei Wahlen für politische Ämter kandidieren, entlarvt sie als neuzeitliche Schriftgelehrte und Pharisäer. Außerdem werden in Ländern wie den Vereinigten Staaten und Kanada die Kirchenkassen geleert durch die hohen Ausgaben in Verbindung mit Prozessen und Urteilen gegen Geistliche, die Schändliches mit Kindern und mit Erwachsenen getrieben haben (Matthäus 23:1-3).

      5. Warum hat sich die Geistlichkeit der Christenheit nicht als der „treue und verständige Sklave“ erwiesen?

      5 Zu Recht konnte Jesus zu den Geistlichen seiner Tage sagen: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr getünchten Gräbern gleicht, die zwar von außen schön scheinen, innen aber voll von Totengebeinen und jeder Art Unreinheit sind. So erscheint auch ihr von außen zwar vor Menschen gerecht, im Innern aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.“ Somit hat Gott nicht der Geistlichkeit der Christenheit — sei sie katholisch, protestantisch, orthodox oder überkonfessionell — den Auftrag gegeben, die gute Botschaft zu predigen. Sie hat sich nicht als der vorausgesagte „treue und verständige Sklave“ erwiesen (Matthäus 23:27, 28; 24:45-47).

      Warum muß die gute Botschaft zuerst gepredigt werden?

      6. Welche Ereignisse werden bald eintreten?

      6 Nur Markus gebraucht in seiner prägnanten Wiedergabe des Gebotes Jesu, die gute Botschaft unter allen Nationen zu predigen, das Wort „zuerst“ (Markus 13:10; vergleiche Matthäus 24:14). In der Guten Nachricht heißt es: „Bevor das Ende kommt, muß die Gute Nachricht allen Völkern verkündet werden.“ Der Gebrauch des Adverbs „zuerst“ zeigt an, daß auf das weltweite Evangelisierungswerk weitere Ereignisse folgen werden. Zu diesen werden die verheißene große Drangsal und Christi gerechte Herrschaft über die neue Welt gehören (Matthäus 24:21-31; Offenbarung 16:14-16; 21:1-4).

      7. Warum wünscht Gott, daß die gute Botschaft zuerst gepredigt wird?

      7 Doch warum wünscht Gott, daß die gute Botschaft zuerst gepredigt wird? Unter anderem deshalb, weil er ein Gott der Liebe, der Gerechtigkeit, der Weisheit und der Macht ist. Diese Eigenschaften Jehovas kommen durch die Erfüllung der Aussagen Jesu, die in Matthäus 24:14 und Markus 13:10 festgehalten wurden, auf eindrucksvolle Weise zum Ausdruck. Wir wollen kurz eine Eigenschaft nach der anderen betrachten und feststellen, in welcher Beziehung sie zum Predigen der guten Botschaft stehen.

      Die gute Botschaft und Jehovas Liebe

      8. Wieso zeigt das Predigen der guten Botschaft die Liebe Gottes? (1. Johannes 4:7-16).

      8 Wieso zeigt das Predigen der guten Botschaft die Liebe Gottes? Vor allem deshalb, weil es sich nicht um eine Botschaft handelt, die ausschließlich für eine Rasse oder eine Gruppe bestimmt ist. Es ist die gute Botschaft für ‘alle Nationen’. Gott hat so große Liebe zur Menschheitsfamilie, daß er seinen einziggezeugten Sohn auf die Erde sandte, damit er für die Sünden der gesamten Menschheit — nicht nur einer Rasse — als Loskaufsopfer diene. Der Apostel Johannes schrieb: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde“ (Johannes 3:16, 17). Die gute Botschaft, eine Botschaft, die eine neue Welt des Friedens, der Eintracht und der Gerechtigkeit verheißt, ist gewiß ein Beweis für Gottes Liebe (2. Petrus 3:13).

      Die gute Botschaft und Jehovas Macht

      9. Warum gebraucht Jehova für das Predigen der guten Botschaft nicht die mächtigen Religionsgemeinschaften der Christenheit?

      9 Wie offenbart sich Jehovas Macht durch das Predigen der guten Botschaft? Denken wir einmal über folgendes nach: Wen gebraucht er dazu, diesen Auftrag auszuführen? Sind es die mächtigsten Religionsgemeinschaften der Christenheit wie die katholische Kirche oder die führenden protestantischen Kirchen? Nein, ihre Einmischung in die Politik macht sie für diese Aufgabe ungeeignet (Johannes 15:19; 17:14; Jakobus 4:4). Jehova Gott beeindrucken weder ihr relativer Wohlstand noch ihre Verbindungen zur herrschenden Klasse und ihr Einfluß auf diese, noch ihre mit Traditionen durchsetzte Theologie. Menschliche Macht ist nicht erforderlich, um Gottes Willen auszuführen (Sacharja 4:6).

      10. Wen hat Gott für das Predigen auserwählt?

      10 Es verhält sich so, wie es der Apostel Paulus in seinem Brief an die Versammlung in Korinth zeigte: „Ihr seht eure Berufung, Brüder, daß nicht viele, die dem Fleische nach Weise sind, berufen wurden, nicht viele Mächtige, nicht viele von vornehmer Geburt; sondern Gott hat das Törichte der Welt auserwählt, damit er die Weisen beschäme; und Gott hat das Schwache der Welt auserwählt, damit er das Starke beschäme; und Gott hat das Unedle der Welt auserwählt und das, worauf man herabblickt, die Dinge, die nicht sind, um die Dinge, die sind, zunichte zu machen, damit sich vor Gott kein Fleisch rühme“ (1. Korinther 1:26-29).

      11. Was macht Jehovas Zeugen einzigartig?

      11 Unter Jehovas Zeugen gibt es nur ganz wenige Reiche und überhaupt niemand, der politische Macht hat. Aufgrund ihrer strikten Neutralität in politischen Angelegenheiten können sie gar keinen politischen Einfluß ausüben. Sie sind daher im Verlauf des 20. Jahrhunderts oft Opfer gemeiner Verfolgung geworden, die von geistlichen und politischen Führern angestiftet wurde. Doch trotz des heftigen Widerstands, den ihnen die Jünger des Nationalsozialismus, des Faschismus, des Kommunismus, des Nationalismus und der falschen Religion geleistet haben, predigen die Zeugen die gute Botschaft nicht nur in aller Welt, sondern sie haben zahlenmäßig auch eine erstaunliche Zunahme zu verzeichnen (Jesaja 60:22).

      12. Warum haben die Zeugen Erfolg?

      12 Worauf führen die Zeugen ihren Erfolg zurück? Jesus verhieß seinen Jüngern: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde.“ Was sollte also die Ursache ihres Erfolgs sein? Jesus sagte: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist.“ Ebenso ist heute die Kraft von Gott — nicht menschliches Vermögen — der Schlüssel für den Erfolg der Zeugen in ihrem weltweiten Predigtwerk. Gott bedient sich der anscheinend schwächsten Menschen, um das größte Schulungswerk der Geschichte durchzuführen (Apostelgeschichte 1:8; Jesaja 54:13).

      Die gute Botschaft und Jehovas Weisheit

      13. (a) Warum sind Jehovas Zeugen freiwillig und ohne Bezahlung tätig? (b) Welche Antwort hat Jehova auf das Höhnen Satans?

      13 Die gute Botschaft wird von Freiwilligen gepredigt. Jesus sagte: „Kostenfrei habt ihr empfangen, kostenfrei gebt“ (Matthäus 10:8). Daher erhalten Jehovas Zeugen keine Bezahlung dafür, daß sie Gott dienen, noch erwarten sie eine solche. Tatsächlich führen sie in ihren Zusammenkünften nicht einmal Kollekten durch. Sie freuen sich, daß Gott durch ihren ergebenen, selbstlosen Dienst seinem Ankläger, Satan, dem Teufel, eine Antwort geben kann. Dieser geistige Widersacher Gottes hat im Prinzip behauptet, Menschen würden Gott nicht aus selbstlosen Beweggründen dienen. Jehova läßt in seiner Weisheit eine eindeutige Antwort auf Satans Höhnen geben — Millionen von loyalen christlichen Zeugen Jehovas predigen die gute Botschaft von Haus zu Haus, auf den Straßen und auf informelle Weise (Hiob 1:8-11; 2:3-5; Sprüche 27:11).

      14. Was ist die „verborgene Weisheit“, von der Paulus sprach?

      14 Ein anderer Beweis für Gottes Weisheit, die gute Botschaft predigen zu lassen, ist, daß die Königreichsverheißung an sich eine Offenbarung der Weisheit Gottes ist. Der Apostel Paulus schrieb: „Nun reden wir Weisheit unter denen, die reif sind, aber nicht die Weisheit dieses Systems der Dinge noch die der Herrscher dieses Systems der Dinge, die zunichte werden. Sondern wir reden Gottes Weisheit in einem heiligen Geheimnis, die verborgene Weisheit, die Gott vor den Systemen der Dinge zu unserer Herrlichkeit vorherbestimmt hat.“ Diese „verborgene Weisheit“ bezieht sich auf Gottes weise Maßnahmen zur Beendigung der Rebellion, die in Eden begann. Die Weisheit dieses heiligen Geheimnisses wurde durch Jesus Christus offenbar gemacht, der im Mittelpunkt der guten Botschaft von Gottes Königreich steht (1. Korinther 2:6, 7; Kolosser 1:26-28).a

      Die gute Botschaft und Gottes Gerechtigkeit

      15. Wieso wissen wir, daß Jehova ein Gott der Gerechtigkeit ist? (5. Mose 32:4; Psalm 33:5).

      15 Die Bedeutung des Wortes „zuerst“ aus Markus 13:10 wird vor allem in Verbindung mit Gerechtigkeit deutlich. Jehova ist ein Gott der Gerechtigkeit; diese wird allerdings durch liebende Güte gemildert. Er sagt durch seinen Propheten Jeremia: „‚Wer sich aber rühmt, rühme sich allein dessen: Einsicht zu haben und Erkenntnis von mir zu haben, daß ich Jehova bin, der liebende Güte, Recht und Gerechtigkeit auf der Erde übt; denn an diesen Dingen habe ich Gefallen‘ ist der Ausspruch Jehovas“ (Jeremia 9:24).

      16. Wie könnte man veranschaulichen, daß es die Gerechtigkeit erfordert, zuerst eine Warnung zu geben?

      16 Wie zeigt sich Jehovas Gerechtigkeit in Verbindung mit dem Predigen der guten Botschaft? Man könnte es folgendermaßen veranschaulichen: Eine Mutter hat einen köstlichen Schokoladenkuchen gebacken, der an dem betreffenden Tag erst später, wenn der Besuch gekommen ist, gegessen werden soll. Was wäre die normale Reaktion der Kinder, wenn die Mutter den Kuchen lediglich auf dem Küchentisch stehenlassen würde, ohne ihnen ein Wort zu sagen, wann er gegessen werden soll? Wir waren alle einmal Kinder. Ein kleiner Finger wird sich eine Kostprobe holen wollen. Würde die Mutter es versäumen, eine entsprechende Warnung zu geben, hätte sie wohl kaum Grund für eine Bestrafung. Erklärte sie dagegen ausdrücklich, der Kuchen werde erst später gegessen, wenn der Besuch gekommen sei, und er solle daher nicht angerührt werden, hätte sie eine deutliche Warnung ausgesprochen. Im Fall von Ungehorsam hätte sie das Recht, entschieden und gerecht vorzugehen (Sprüche 29:15).

      17. Wie hat Jehova seit 1919 auf besondere Weise Gerechtigkeit bewiesen?

      17 Jehova wird in seiner Gerechtigkeit kein Strafgericht über das gegenwärtige System der Dinge bringen, ohne zuvor eine gebührende Warnung zu geben. Daher läßt Jehova besonders seit 1919, nachdem der Erste Weltkrieg „Bedrängniswehen“ verursacht hatte, seine Zeugen über die ganze Erde ziehen und eifrig die gute Botschaft verkündigen (Matthäus 24:7, 8, 14). Jede Behauptung der Nationen, diese eindeutige Warnung nicht zu kennen, wäre ungerechtfertigt.

      Wie intensiv wird in der Welt gepredigt?

      18. (a) Welchen Hinweis gibt es für die Tätigkeit der Zeugen Jehovas in abgelegenen Gebieten? (b) Welche anderen Beispiele sind dir bekannt?

      18 Wie wirkungsvoll dieses weltweite Schulungswerk ist, geht zum Beispiel aus dem Buch Saga-Land. Eine Reise in den Norden hervor. Der Autor berichtet über sein Studium der Seekarten für die abgelegene Insel Foula, eine der nördlich von Schottland gelegenen Shetlandinseln: „Rings um die Insel legten alle möglichen WKS (Wracks), RKS (Felsen), LDGS (Unterwasserriffe) und OBS (Schiffahrtshindernisse) dem sich anpirschenden Seemann nahe fernzubleiben. Die Gewässer von Foula waren ein verwirrendes Minenfeld, das die Insel zu einem ungastlichen Ort für Sportsegler, Tagesausflügler und sogar Ihrer Majestät Bauarbeiterbrigaden machte, nicht allerdings — wie ich ein paar Tage später erfuhr — für die Zeugen Jehovas.“ Weiter schrieb er: „Ähnlich wie sie die Barackensiedlungen in Großstädten und die dritte Welt nach bekehrbaren Seelen durchstöbern, so missionierten sie auch auf der abgelegenen Insel Foula für ihren Glauben.“ Wie er zu berichten wußte, hatte man bei Andrew, einem Einheimischen, einige Monate zuvor ein Exemplar des englischen Wachtturms auf die Türschwelle gelegt. Dann fügte er hinzu: „Eine Woche später bekam ich auf den Färöer ein Exemplar des Vagnóp [Erwachet! in Dänisch] zu Gesicht und zwei Monate später in Nuuk in Grönland ein Exemplar des ... [Wachtturms in Dänisch].“ Welch ein beredtes Zeugnis für die eifrige Tätigkeit der Zeugen Jehovas in diesen nördlichen Breiten!

      Was veranlaßt Jehovas Zeugen weiterzumachen?

      19, 20. (a) Was veranlaßt Jehovas Zeugen, weiterhin zu predigen? (b) Welche Fragen werden als nächstes beantwortet?

      19 Es ist natürlich nicht leicht, im Haus-zu-Haus-Dienst Fremden Zeugnis zu geben, ganz gleich, wie viele Jahre man schon ein Zeuge Jehovas ist. Was veranlaßt Christen daher weiterzumachen? Ihre christliche Hingabe und ihr Verantwortungsbewußtsein. Paulus schrieb: „Wenn ich nun die gute Botschaft verkündige, ist das kein Grund für mich zum Rühmen, denn eine Notwendigkeit ist mir auferlegt. Tatsächlich, wehe mir, wenn ich die gute Botschaft nicht verkündigte!“ Wahre Christen haben eine Botschaft, die Leben bedeutet. Wie könnten sie diese also für sich behalten? Allein schon die Tatsache, daß man Blutschuld auf sich lädt, wenn man in Zeiten der Gefahr andere nicht warnt, ist ein zwingender Grund, die gute Botschaft zu predigen (1. Korinther 9:16; Hesekiel 3:17-21).

      20 Und wie wird die gute Botschaft gepredigt? Was ist der Schlüssel für den Erfolg der Zeugen Jehovas? Welche Merkmale in Verbindung mit ihrem Predigtdienst und ihrer Organisation lassen erkennen, daß sie die wahre Religion vertreten? Diese Fragen werden im folgenden Artikel beantwortet.

      [Fußnote]

      a Eine eingehendere Erklärung der Weisheit Gottes und des ‘heiligen Geheimnisses’ ist in dem von der Wachtturm-Gesellschaft herausgegebenen Werk Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2, Seite 1292, 1293 zu finden.

  • „Allen Nationen“ Zeugnis geben
    Der Wachtturm 1994 | 15. August
    • „Allen Nationen“ Zeugnis geben

      „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (MATTHÄUS 24:14).

      1. Warum dürfte das, was Jesus gemäß Matthäus 24:14 sagte, seine Nachfolger überrascht haben?

      WELCH eine Überraschung die obengenannten Worte Jesu für seine jüdischen Jünger gewesen sein müssen! Allein schon die Vorstellung, daß geheiligte Juden mit ‘unreinen’ Heiden, mit ‘Leuten aus den Nationen’, sprechen sollten, war ihnen fremd, ja widerwärtig.a Einem gewissenhaften Juden wäre es niemals eingefallen, das Haus eines Heiden zu betreten. Die jüdischen Jünger hatten noch vieles über Jesus, seine Liebe und seinen Auftrag zu lernen. Und sie mußten noch viel über Jehovas Unparteilichkeit lernen (Apostelgeschichte 10:28, 34, 35, 45).

      2. (a) In welchem Umfang führen Jehovas Zeugen ihr Predigtwerk durch? (b) Welche drei grundlegenden Faktoren tragen zum Wachstum der Zeugen Jehovas bei?

      2 Jehovas Zeugen haben die gute Botschaft unter den Nationen gepredigt, auch im heutigen Israel, und sie verkündigen sie gegenwärtig in mehr Nationen als je zuvor. 1994 sind über viereinhalb Millionen Zeugen Jehovas in etwa 230 Ländern und Inselgebieten tätig. Sie führen etwa viereinhalb Millionen Heimbibelstudien mit interessierten Personen durch. Das tun sie trotz weltweit verbreiteter Vorurteile, die oft auf Unkenntnis der Lehren und der Beweggründe der Zeugen Jehovas zurückzuführen sind. Das, was von den ersten Christen gesagt wurde, trifft auch auf sie zu: „In der Tat, was diese Sekte betrifft, ist ... bekannt, daß ihr überall widersprochen wird“ (Apostelgeschichte 28:22). Worauf ist ihre erfolgreiche Tätigkeit zurückzuführen? Es gibt mindestens drei Faktoren, die zu ihrem Wachstum beitragen: Sie folgen der Führung des Geistes Jehovas, sie ahmen die bewährten Methoden Christi nach, und sie gebrauchen die richtigen Hilfsmittel für eine wirkungsvolle Kommunikation.

      Jehovas Geist und die gute Botschaft

      3. Warum ist das, was erreicht wurde, für uns kein Grund zum Rühmen?

      3 Rühmen sich Jehovas Zeugen ihres Erfolgs, als wäre er auf irgendwelche besonderen Fähigkeiten ihrerseits zurückzuführen? Nein, denn für sie gelten die Worte Jesu: „Wenn ihr alles, was euch aufgetragen worden ist, getan habt, sagt: ‚Wir sind unnütze Sklaven. Was wir getan haben, ist das, was wir zu tun schuldig gewesen sind.‘“ Ungeachtet ihrer persönlichen Umstände übernehmen Jehovas Zeugen als Gott hingegebene, getaufte Christen freiwillig die Verantwortung, Gott zu dienen. Für einige bedeutet das Vollzeitdienst als Missionare oder als freiwillige Mitarbeiter in Zweigbüros und Druckereien, in denen christliche Veröffentlichungen hergestellt werden. Andere veranlaßt die christliche Willigkeit, bei der Errichtung von Gebäuden, die religiösen Zwecken dienen, mitzuwirken, den Vollzeitpredigtdienst als Pionierverkündiger durchzuführen oder in der Ortsversammlung als Verkündiger der guten Botschaft einen Teil ihrer Zeit im Predigtwerk einzusetzen. Wir haben keinen berechtigten Grund, uns zu rühmen, weil wir unsere Pflicht tun, das, „was wir zu tun schuldig ... sind“ (Lukas 17:10; 1. Korinther 9:16).

      4. Wodurch wird der weltweite Widerstand gegen das christliche Predigtwerk überwunden?

      4 Jeglicher Erfolg, den wir haben, ist dem Geist oder der wirksamen Kraft Jehovas zuzuschreiben. Wie in den Tagen des Propheten Sacharja kann auch heute gesagt werden: „Dies ist das Wort Jehovas an Serubbabel und lautet: ‚Nicht durch eine Streitmacht noch durch Kraft, sondern durch meinen Geist‘, hat Jehova der Heerscharen gesagt.“ Der weltweite Widerstand gegen das Predigtwerk der Zeugen Jehovas wird daher nicht durch menschliche Bemühungen überwunden, sondern unter der Anleitung und dem Schutz Jehovas (Sacharja 4:6).

      5. Welche Rolle spielt Jehova bei der Verbreitung der Königreichsbotschaft?

      5 Mit Bezug auf diejenigen, die günstig auf die Königreichsbotschaft reagieren, sagte Jesus: „Es steht in den PROPHETEN geschrieben: ‚Und sie werden alle von Jehova belehrt sein.‘ Jeder, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir. ... Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, es werde ihm vom Vater gewährt“ (Johannes 6:45, 65). Da Jehova in das Herz sehen und die Gedanken lesen kann, weiß er, wer wahrscheinlich günstig auf seine Liebe reagieren wird, selbst wenn der Betreffende ihn noch gar nicht kennt. Jehova bedient sich auch seiner Engel, um dieses einzigartige Predigtwerk zu leiten. Daß Engel einen Anteil daran haben, sah Johannes in einer Vision; er beschrieb sie wie folgt: „Ich sah einen anderen Engel in der Mitte des Himmels fliegen, und er hatte eine ewige gute Botschaft, um sie als frohe Nachricht denen zu verkünden, die auf der Erde wohnen, sowie jeder Nation und jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk“ (Offenbarung 14:6).

      Sich der geistigen Bedürfnisse bewußt sein

      6. Welche grundlegende Geisteshaltung muß vorhanden sein, damit jemand auf die gute Botschaft günstig reagiert?

      6 Jesus zeigte, was noch eine Rolle spielt, wenn Jehova einer Person Gelegenheit gibt, die gute Botschaft anzunehmen. Er sagte: „Glücklich sind die, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewußt sind, da das Königreich der Himmel ihnen gehört“ (Matthäus 5:3). Ein selbstzufriedener Mensch oder jemand, der nicht nach der Wahrheit sucht, ist sich der geistigen Bedürfnisse nicht bewußt. Sein Denken ist nur auf materielle, fleischliche Dinge ausgerichtet. Die Selbstgefälligkeit wird zu einem Hindernis. Wenn daher viele, die wir im Haus-zu-Haus-Dienst antreffen, die Botschaft ablehnen, müssen wir die verschiedenen Gründe berücksichtigen, weshalb die Menschen so reagieren.

      7. Warum lehnen viele die Wahrheit ab?

      7 Viele wollen deshalb nicht zuhören und lehnen jedes Gespräch ab, weil sie hartnäckig an dem Glauben festhalten, den sie von ihren Eltern übernommen haben. Andere fühlen sich zu einer Religion hingezogen, die zu ihrer Persönlichkeit paßt — einige verlangt es nach Mystizismus, manche sind sehr gefühlsbetont, wieder andere suchen nach Gemeinschaft in ihrer Kirche. Heute wählen nicht wenige einen mit Gottes Maßstäben unvereinbaren Lebensstil. Vielleicht führen sie ein unsittliches Leben und sagen deshalb: „Ich bin nicht interessiert.“ Andere dagegen, die sich für gebildet und wissenschaftlich versiert halten, weisen die Bibel als Schwarzweißmalerei zurück (1. Korinther 6:9-11; 2. Korinther 4:3, 4).

      8. Warum sollte die ablehnende Haltung vieler unseren Eifer nicht schwächen? (Johannes 15:18-20).

      8 Sollte die ablehnende Haltung der Mehrheit unseren Glauben und unseren Eifer im lebensrettenden Predigtdienst schwächen? Wir können aus den Worten des Paulus an die Römer Trost schöpfen: „Was denn ist der Fall? Wird vielleicht, wenn einige nicht Glauben bekundeten, ihr Unglaube die Treue Gottes unwirksam machen? Das geschehe nie! Sondern Gott werde als wahrhaftig befunden, wenn auch jeder Mensch als Lügner erfunden werde, so wie geschrieben steht: ‚Damit du dich in deinen Worten als gerecht erweist und den Sieg gewinnst, wenn du gerichtet wirst‘“ (Römer 3:3, 4).

      9, 10. Welche Beweise gibt es dafür, daß in vielen Ländern der Widerstand überwunden wurde?

      9 Eine Ermunterung können für uns die vielen Beispiele aus aller Welt sein, die zeigen, daß sich im Laufe der Zeit in Ländern, die sehr unempfänglich zu sein schienen, das Bild völlig verändert hat. Jehova und die Engel wußten, daß man dort gutgesinnte Menschen finden konnte — doch Jehovas Zeugen mußten unermüdlich sein und im Predigtdienst ausharren. Nehmen wir als Beispiel einige Länder, in denen der Katholizismus vor 50 Jahren ein offenbar unüberwindliches Hindernis darstellte — Argentinien, Brasilien, Irland, Italien, Kolumbien, Mexiko, Portugal und Spanien. 1943 gab es nur wenige Zeugen Jehovas; weltweit waren es gerade 126 000, davon lebten 72 000 in den Vereinigten Staaten. Die Ignoranz und die Vorurteile, mit denen die Zeugen konfrontiert wurden, schienen einer unüberwindlichen Mauer zu gleichen. Heute werden dagegen einige der besten Ergebnisse im Predigtwerk in diesen Ländern erzielt. Dasselbe trifft auf viele der ehemals kommunistischen Länder zu. Die 7 402 Personen, die 1993 auf dem Kongreß in Kiew (Ukraine) getauft wurden, sind ein Beweis dafür.

      10 Welche Methoden haben Jehovas Zeugen angewandt, um ihre Mitmenschen mit der guten Botschaft zu erreichen? Haben sie mit materiellen Vorteilen gelockt, um andere zu bekehren, wie manche gemeint haben? Sind sie nur zu den Armen und Ungebildeten gegangen, wie behauptet wurde?

      Erfolgreiche Methoden zur Übermittlung der guten Botschaft

      11. Welches vorzügliche Beispiel gab Jesus in seinem Predigtdienst? (Siehe Johannes 4:6-26.)

      11 Jesus und seine Jünger legten das Muster fest, an das sich Jehovas Zeugen im Werk des Jüngermachens bis auf den heutigen Tag halten. Jesus ging überallhin, wo Menschen waren, ob reich oder arm — in Häuser, auf öffentliche Plätze, an Seeufer, an Berghänge, selbst in die Synagogen (Matthäus 5:1, 2; 8:14; Markus 1:16; Lukas 4:15).

      12, 13. (a) Welches Beispiel gab Paulus Christen? (b) Wie ahmen Jehovas Zeugen das Vorbild des Paulus nach?

      12 Der Apostel Paulus konnte mit Bezug auf seinen Predigtdienst zu Recht sagen: „Ihr wißt wohl, wie ich vom ersten Tag an, da ich den Bezirk Asien betrat, die ganze Zeit bei euch gewesen bin, indem ich als ein Sklave für den Herrn ... [diente]; wobei ich mich nicht davon zurückhielt, euch alles, was nützlich war, kundzutun und euch öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren“ (Apostelgeschichte 20:18-20).

      13 Jehovas Zeugen sind in der ganzen Welt dafür bekannt, daß sie das apostolische Vorbild nachahmen und den Dienst von Haus zu Haus durchführen. Statt sich auf einen teuren, seichten und unpersönlichen Fernsehgottesdienst zu konzentrieren, gehen die Zeugen zu den Menschen hin, zu Arm und Reich, und sprechen sie persönlich an. Ihnen ist daran gelegen, sich über Gott und sein Wort zu unterhalten.b Sie wollen keine „Reischristen“ machen, indem sie materielle Gaben austeilen. Wenn Personen zu einem vernünftigen Gespräch bereit sind, zeigen sie diesen, daß die einzig wahre Lösung für die Probleme der Menschheit die Herrschaft des Königreiches Gottes ist, das die Zustände auf der Erde zum Besseren verändern wird (Jesaja 65:17, 21-25; 2. Petrus 3:13; Offenbarung 21:1-4).

      14. (a) Inwiefern haben viele Missionare und Pioniere eine solide Grundlage gelegt? (b) Was lernen wir aus der Erfahrung von Zeugen Jehovas in Japan?

      14 Damit das Werk in so vielen Ländern wie möglich durchgeführt werden konnte, haben mancherorts Missionare und Pioniere Vorarbeit geleistet. Sie legten die Grundlage, und später übernahmen dann die einheimischen Zeugen die Führung. Deshalb war keine große Zahl ausländischer Zeugen Jehovas nötig, um das Predigtwerk in Gang zu halten und eine gute Organisation zu gewährleisten. Ein herausragendes Beispiel dafür ist Japan. Ende der 40er Jahre gingen vor allem australasiatische und britische Missionare dorthin; sie erlernten die Sprache, paßten sich den etwas primitiven Verhältnissen der Nachkriegszeit an und begannen mit dem Predigtdienst von Haus zu Haus. Während des Zweiten Weltkriegs waren Jehovas Zeugen in Japan verboten und wurden verfolgt. Als die Missionare eintrafen, fanden sie deshalb nur eine Handvoll aktiver japanischer Zeugen vor. Doch inzwischen gibt es über 187 000 Verkündiger in mehr als 3 000 Versammlungen! Was war das Geheimnis ihres schnellen Erfolgs? Ein Missionar, der über 25 Jahre dort tätig war, sagte: „Es war äußerst wichtig, daß man lernte, sich mit den Menschen zu unterhalten. Dadurch, daß wir ihre Sprache beherrschten, konnten wir uns mit ihnen auf eine Stufe stellen, ihre Lebensweise verstehen und schätzenlernen. Wir mußten den Japanern zeigen, daß wir sie mochten. Bescheiden bemühten wir uns, ein Teil des dortigen Gemeinwesens zu werden, natürlich ohne christliche Werte preiszugeben.“

      Ein christliches Verhalten ist ebenfalls ein Zeugnis

      15. Wodurch beweisen Jehovas Zeugen ein christliches Verhalten?

      15 Die Menschen haben jedoch nicht nur auf die biblische Botschaft günstig reagiert. Sie haben auch tätiges Christentum gesehen. Sie konnten die Liebe, die Eintracht und die Einheit der Zeugen Jehovas selbst unter den schlimmsten Verhältnissen wie Bürgerkriegen, Stammeskonflikten und ethnischen Feindseligkeiten beobachten. Die Zeugen haben in allen Auseinandersetzungen eine eindeutig neutrale Haltung bewahrt und die Worte Jesu befolgt: „Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe, daß auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“ (Johannes 13:34, 35).

      16. Welche Erfahrung zeigt christliche Liebe in Tätigkeit?

      16 Ein Beispiel für Nächstenliebe ist der Fall eines älteren Mannes, der in einem Brief an eine Lokalzeitung von „Herrn und Frau Freundlich“ berichtete. Wie er erklärte, hatten seine Nachbarn ihm bereits beigestanden, als seine Frau im Sterben lag. „Seit ihrem Tod ... sind sie Spitze“, schrieb er. „Seitdem haben sie mich ‚adoptiert‘ ..., erledigen alle möglichen Hausarbeiten und helfen, die Probleme eines 74jährigen Rentners zu lösen. Noch ungewöhnlicher wird das Ganze durch die Tatsache, daß sie schwarz sind und ich weiß bin. Sie sind Zeugen Jehovas, ich bin ein ehemaliger Katholik.“

      17. Vor welchem Verhalten müssen wir uns hüten?

      17 Diese Erfahrung zeigt, daß wir auf verschiedene Weise Zeugnis geben können, auch durch unser alltägliches Verhalten. Ja, wenn wir uns nicht christlich verhielten, wäre unser Predigtdienst pharisäerhaft, wirkungslos. Wir möchten nicht denjenigen gleichen, die Jesus wie folgt beschrieb: „Alles ..., was sie euch sagen, tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen es wohl, aber handeln nicht entsprechend“ (Matthäus 22:37-39; 23:3).

      Die Sklavenklasse sorgt für die richtigen Hilfsmittel

      18. Wie werden wir durch biblische Veröffentlichungen ausgerüstet, aufrichtigen Menschen zu helfen?

      18 Ein anderer wichtiger Faktor in Verbindung damit, allen Nationen die gute Botschaft zu predigen, ist die Verfügbarkeit der biblischen Veröffentlichungen, die von der Watch Tower Bible and Tract Society gedruckt werden. Wir haben Bücher, Broschüren, Traktate und Zeitschriften, mit denen wir fast jeden aufrichtigen Fragesteller zufriedenstellen können. Wenn wir Muslime, Hindus, Buddhisten, Taoisten oder Juden antreffen, können wir das Buch Die Suche der Menschheit nach Gott oder eine Vielzahl von Traktaten und Broschüren verwenden, um ein Gespräch und gegebenenfalls ein Bibelstudium zu beginnen. Sollte ein Evolutionist die Schöpfung anzweifeln, können wir das Buch Das Leben — Wie ist es entstanden? Durch Evolution oder durch Schöpfung? gebrauchen. Fragt ein junger Mensch nach dem Sinn des Lebens, können wir ihn auf das Buch Fragen junger Leute — Praktische Antworten aufmerksam machen. Leidet jemand unter persönlichen Problemen — Depressionen, Erschöpfung, Vergewaltigung, Scheidung —, so haben wir Zeitschriften, die sich auf praktische Weise mit solchen Themen befassen. Die treue Sklavenklasse, die gemäß Jesu Voraussage für „Speise zur rechten Zeit“ sorgen würde, kommt ihrer Aufgabe wirklich nach (Matthäus 24:45-47).

      19, 20. Wodurch ist das Königreichswerk in Albanien beschleunigt worden?

      19 Doch damit die Nationen erreicht werden, müssen diese Veröffentlichungen in vielen Sprachen gedruckt werden. Wie ist es möglich, die Bibel und biblische Veröffentlichungen in über 200 Sprachen zu übersetzen? Am Beispiel Albanien kann kurz veranschaulicht werden, wieso die Klasse des treuen und verständigen Sklaven in der Lage ist, sich trotz großer Schwierigkeiten und ohne ein neuzeitliches Pfingsten zur Förderung der guten Botschaft unverzüglich weiterer Sprachen anzunehmen (Apostelgeschichte 2:1-11).

      20 Noch vor wenigen Jahren galt Albanien als das einzige wirklich atheistische kommunistische Land. In der Zeitschrift National Geographic hieß es 1980: „Albanien verbietet ... [die Religion]; es erklärte sich 1967 zum ‚ersten atheistischen Staat der Welt‘. ... Albaniens neue Generation kennt nur den Atheismus.“ Heute ist es mit dem Kommunismus vorbei, und Albaner, die ihre geistigen Bedürfnisse erkennen, reagieren günstig auf das Predigen der Zeugen Jehovas. 1992 wurde in Tirana ein kleines Übersetzerteam aus jungen Zeugen mit italienischen und englischen Sprachkenntnissen zusammengestellt. Qualifizierte Brüder aus anderen Ländern unterwiesen sie, wie man Laptops benutzt und Texte in Albanisch eingibt. Zunächst wurden Traktate und die Zeitschrift Der Wachtturm übersetzt. Sobald die Betreffenden Erfahrung gesammelt haben, arbeiten sie auch an der Übersetzung anderer wertvoller biblischer Veröffentlichungen. Gegenwärtig gibt es etwa 200 eifrige Zeugen Jehovas in dem kleinen Land (Bevölkerung: 3 262 000), und 1 984 Personen besuchten 1994 das Gedächtnismahl.

      Wir alle tragen eine Verantwortung

      21. In was für einem Zeitabschnitt leben wir?

      21 Die Weltereignisse streben einem Höhepunkt entgegen. Angesichts der Zunahme der Verbrechen und der Gewalttätigkeit, angesichts des Gemetzels und der Vergewaltigungen in Bürgerkriegen, angesichts der vorherrschenden lockeren Moral und deren Früchte in Form von sexuell übertragbaren Krankheiten sowie angesichts der Respektlosigkeit vor legitimer Autorität scheint die Welt anarchistisch, ja unregierbar zu werden. Wir leben in einem Zeitabschnitt, der mit der Zeit vor der Sintflut vergleichbar ist, die in 1. Mose beschrieben wird: „Da sah Jehova, daß die Schlechtigkeit des Menschen ausnehmend groß war auf der Erde und daß jede Neigung der Gedanken seines Herzens allezeit nur schlecht war. Und Jehova bedauerte, daß er Menschen auf der Erde gemacht hatte, und es schmerzte ihn in seinem Herzen“ (1. Mose 6:5, 6; Matthäus 24:37-39).

      22. Welche christliche Verantwortung tragen alle Zeugen Jehovas?

      22 Wie in den Tagen Noahs wird Jehova eingreifen. Doch in seiner Gerechtigkeit und Liebe möchte er, daß zuerst allen Nationen sowohl die gute Botschaft als auch die Warnungsbotschaft gepredigt wird (Markus 13:10). In dieser Hinsicht tragen Jehovas Zeugen eine Verantwortung, nämlich diejenigen zu finden, die den Frieden Gottes verdienen, und sie über seine Wege des Friedens zu belehren. Bald, zu Gottes bestimmter Zeit, wird der Predigtauftrag erfolgreich ausgeführt worden sein. „Dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 10:12, 13; 24:14; 28:19, 20).

      [Fußnoten]

      a Weitere Einzelheiten über die Heiden sind unter dem Stichwort „Nationen“ in dem von der Wachtturm-Gesellschaft herausgegebenen Werk Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2, Seite 433—435 zu finden.

      b Praktische Empfehlungen für den christlichen Predigtdienst sind im Wachtturm vom 15. August 1984, Seite 13, „Wie man ein wirkungsvoll tätiger Diener Gottes wird“ und Seite 19, „Mehr Jünger durch wirkungsvollen Gottesdienst“ zu finden.

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