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‘Zuerst das Königreich suchen’Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes
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Bereits im Wacht-Turm vom September 1920 war Jesu große Prophezeiung über ‘das Zeichen seiner Gegenwart und der Vollendung des Zeitalters’ untersucht worden (Mat. 24:3, EB). Die Aufmerksamkeit wurde auf das Predigtwerk gelenkt, das in Erfüllung von Matthäus 24:14 verrichtet werden muß, und es wurde gezeigt, welche Botschaft verkündigt werden sollte: „Die hier genannte gute Botschaft betrifft das Ende der alten Ordnung der Dinge und die Aufrichtung des messianischen Königreiches.“ Wie im Wacht-Turm erklärt wurde, muß dieses Werk aufgrund der Reihenfolge, in der Jesus es zusammen mit anderen Bestandteilen des Zeichens aufführte, „zwischen der Zeit des großen [Ersten] Weltkrieges und der Zeit der ‚großen Drangsal‘, die von dem Meister in Matthäus 24:21, 22 erwähnt wird“, getan werden. Dieses Werk war dringend. Wer würde es verrichten?
Die Verantwortung ruhte eindeutig auf den Gliedern der „Kirche“, der wahren Christenversammlung. 1932 wurden sie durch die Wachtturm-Ausgabe vom 1. September aufgefordert, die „Jonadab-Klasse“ zu ermutigen, sich im Sinne von Offenbarung 22:17 mit ihnen an dem Werk zu beteiligen. Die Jonadab-Klasse, die die Hoffnung auf ewiges Leben auf der paradiesischen Erde hat, reagierte entsprechend — viele ihrer Glieder mit großem Eifer.
Im Wacht-Turm wurde 1921 die überragende Bedeutung dieses Werkes betont, indem es hieß, „daß es geradeso wesentlich ist, am Dienste des Herrn teilzunehmen, wie es der Besuch einer Versammlung ist“. „Jeder muß ein Prediger des Evangeliums sein“, wurde 1922 erklärt. „Jehova hat das Predigen zur wichtigsten Arbeit gemacht, die jemand von uns in dieser Welt tun könnte“, war 1949 zu lesen. Häufig wurden die Worte des Apostels Paulus aus 1. Korinther 9:16 zitiert: „Eine Notwendigkeit ist mir auferlegt. Tatsächlich, wehe mir, wenn ich die gute Botschaft nicht verkündigte!“ Dieser Schrifttext wurde auf jeden Zeugen Jehovas angewandt.
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‘Zuerst das Königreich suchen’Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes
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Sind Jehovas Zeugen der Meinung, sie könnten sich durch ihre Predigttätigkeit die Rettung verdienen? Keineswegs. In dem Buch In der Anbetung des allein wahren Gottes vereint, durch das seit 1983 Studierenden geholfen worden ist, zur christlichen Reife zu gelangen, wird diese Frage behandelt. Es heißt darin: „Das Opfer Jesu hat uns auch die Gelegenheit eröffnet, ewiges Leben zu erlangen ... Dies ist keine Belohnung, die wir uns verdienen könnten. Ganz gleich, wieviel wir im Dienste Jehovas tun, können wir uns niemals ein solches Verdienst erwerben, daß Gott uns das Leben schulden würde. Das ewige Leben ist eine ‚Gabe ..., die Gott gibt, ... durch Christus Jesus, unseren Herrn‘ (Röm. 6:23; Eph. 2:8-10). Doch wenn wir an diese Gabe glauben und die Art und Weise, in der sie uns ermöglicht wurde, schätzen, werden wir dies zum Ausdruck bringen. Da wir erkennen, auf welch wunderbare Weise Jehova Jesus gebraucht hat, um seinen Willen durchzuführen, und wie wichtig es ist, daß wir alle den Fußstapfen Jesu genau nachfolgen, werden wir den christlichen Dienst zu einem der wichtigsten Dinge in unserem Leben machen.“
Kann man sagen, daß alle Zeugen Jehovas Verkündiger des Königreiches Gottes sind? Ja. Das versteht man unter einem Zeugen Jehovas. Vor mehr als fünfzig Jahren gab es einige, die dachten, sie hätten es nicht nötig, sich am Predigtdienst zu beteiligen, in die Öffentlichkeit und von Haus zu Haus zu gehen. Doch heute möchte kein Zeuge Jehovas aufgrund seiner Stellung in der Ortsversammlung oder in der weltweiten Organisation von diesem Dienst befreit werden. Männer und Frauen, Jung und Alt nehmen daran teil. Sie betrachten ihn als ein kostbares Vorrecht, als einen heiligen Dienst. Nicht wenige verrichten ihn trotz schwerer Gebrechen. Und wer körperlich einfach nicht in der Lage ist, von Haus zu Haus zu gehen, sucht andere Möglichkeiten, Menschen zu erreichen und ihnen persönlich Zeugnis zu geben.
Früher bestand bisweilen die Tendenz, daß man Neuen zu schnell erlaubte, sich am Predigtdienst zu beteiligen. Aber in den letzten Jahrzehnten hat man größeren Nachdruck darauf gelegt, daß sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, bevor sie dazu eingeladen werden. Was heißt das? Es bedeutet nicht, daß sie in der Lage sein müssen, alles in der Bibel zu erklären. Doch sollten sie, wie in dem Buch Organisiert, unseren Dienst durchzuführen gezeigt wird, die Grundlehren der Bibel kennen und daran glauben. Auch sollten sie im Einklang mit biblischen Maßstäben ein reines Leben führen. Jeder sollte wirklich ein Zeuge Jehovas sein wollen.
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