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Fortschrittliche und anpassungsfähige Verkündiger werdenDer Wachtturm 2005 | 1. Dezember
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10, 11. Wie passte Paulus Veranschaulichungen seinen Lesern an? (Siehe auch Fußnote.)
10 Wie erklärte Paulus tiefgründige biblische Wahrheiten? Der Apostel konnte komplizierte geistige Gedanken geschickt auf einfache Weise mit etwas veranschaulichen, was seine Leser kannten. Paulus wusste beispielsweise, dass man in Rom mit der im Römischen Reich verbreiteten Sklaverei vertraut war. Wahrscheinlich waren viele von denen, an die er schrieb, sogar selbst Sklaven. Daher veranschaulichte er sein gewichtiges Argument, dass man sich entweder der Sünde oder der Gerechtigkeit unterwirft, mit der Sklaverei (Römer 6:16-20).
11 „Bei den Römern konnte ein Sklavenhalter seinen Sklaven jederzeit freilassen. Der Sklave konnte sich die Freiheit auch erkaufen. Freiheit von der Sklaverei war für ihn auch dann möglich, wenn er zum Eigentum eines Gottes wurde“, heißt es in einer Erklärung. Jemand, der aus dem Sklavendienst befreit wurde, konnte gegen Lohn für seinen ehemaligen Besitzer weiterarbeiten. Darauf bezog sich Paulus anscheinend, als er schrieb, dass man sich seinen Herrn selbst wählen kann — entweder die Sünde oder die Gerechtigkeit. Die Christen in Rom waren von der Sünde befreit worden und gehörten nun Gott. Sie waren zwar frei, um Gott zu dienen, konnten es sich aber auch erwählen, stattdessen der Sünde — ihrem früheren Herrn — zu dienen. Diese einfache, für alle verständliche Veranschaulichung veranlasste die Christen in Rom, sich zu fragen: Wer ist mein Herr?b
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b Ähnlich ging Paulus vor, als er das neue Verhältnis zwischen Gott und dessen geistgezeugten „Söhnen“ erklärte. Er verwendete dabei einen Rechtsbegriff, mit dem seine Leser im Römischen Reich vertraut waren (Römer 8:14-17). „Adoption war insbesondere eine römische Praxis und mit der Vorstellung der Römer über die Familie eng verbunden“, heißt es in dem Buch St. Paul at Rome.
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