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Eine öffentliche Erklärung für Jehovas Namen abgebenDer Wachtturm 1994 | 15. September
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Eine öffentliche Erklärung für Jehovas Namen abgeben
„Laßt uns Gott allezeit ein Schlachtopfer der Lobpreisung darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abgeben“ (HEBRÄER 13:15).
1. Wozu forderte der Prophet Hosea seine israelitischen Brüder auf?
JEHOVAS Prophet Hosea hatte eine wichtige Botschaft für seine israelitischen Brüder. Im achten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung forderte er seine widerspenstigen Zeitgenossen auf zu bereuen. Er ermahnte sie mit den Worten: „Nehmt Worte mit euch, und kehrt zu Jehova um. Sprecht zu ihm, ihr alle: ‚Mögest du Vergehen verzeihen; und nimm an, was gut ist, und wir wollen dagegen die jungen Stiere unserer Lippen darbieten‘“ (Hosea 14:2). Durch die Aufforderung, Jehova ‘die jungen Stiere der Lippen’ darzubieten, ermunterte Hosea in seiner Prophezeiung die Israeliten, zu bereuen und Gott Opfer aufrichtigen Lobpreises darzubringen.
2. Was für Opfer darzubringen, werden Christen vom Apostel Paulus ermuntert?
2 Zeugen Jehovas bieten heute ‘die jungen Stiere ihrer Lippen’ dar. Sie beachten auch die Ermahnung des Apostels Paulus, der auf diese Worte aus der Prophezeiung Hoseas anspielte, als er schrieb: „Durch ihn [Jesus Christus] laßt uns Gott allezeit ein Schlachtopfer der Lobpreisung darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abgeben“ (Hebräer 13:15). Jehovas Diener preisen ihn somit freudig, beispielsweise durch das Königreichspredigtwerk (Matthäus 24:14).
3. Wie können wir Jehova „ein Schlachtopfer der Lobpreisung“ darbringen, und mit wessen Tätigkeit werden wir uns nun beschäftigen?
3 Eine öffentliche Erklärung für Jehovas Namen abzugeben ist ein Vorrecht, das unvollkommene Menschen eigentlich nicht verdienen. Welche Freude es uns doch bereitet, anderen von unserem Gott zu erzählen und Jehova dadurch „ein Schlachtopfer der Lobpreisung“, „die jungen Stiere unserer Lippen“, darzubieten! Wenn wir uns jetzt einmal damit beschäftigen, was die Bibel über Propheten und andere Diener Jehovas berichtet, werden wir gewiß ermuntert, heute die gute Botschaft vom Königreich öffentlich zu verkündigen. Wir können aus ihrem Leben vieles lernen, was uns hilft, unsere Predigttätigkeit freudig zu verrichten (Römer 15:4).
Die Rolle der Propheten
4, 5. (a) Welche Grundbedeutung haben die mit „Prophet“ übersetzten Wörter in den Ursprachen der Bibel? (b) Was zeigt, daß die Propheten eine herausragende Rolle in Gottes Einrichtung spielten?
4 Jehovas Propheten hatten das Vorrecht, seine Botschaft öffentlich zu verkündigen. Die Etymologie des hebräischen Begriffes für „Prophet“ (navíʼ) ist zwar unbekannt, aber die Verwendung dieses Ausdrucks in der Bibel zeigt, daß wahre Propheten Wortführer Jehovas waren, Männer Gottes mit inspirierten Botschaften. Das mit „Prophet“ übersetzte griechische Wort (prophḗtēs) bedeutet wörtlich „jemand, der herausspricht“ oder etwas „vor“ einem anderen sprechen. Ein Prophet ist jemand, der Botschaften, die einer göttlichen Quelle zugeschrieben werden, bekanntmacht. Oft, aber nicht immer, sagten Gottes wahre Propheten künftige Ereignisse voraus.
5 Über die herausragende Rolle der Propheten in Gottes Einrichtung heißt es in der Cyclopædia von M’Clintock und Strong: „Manchmal wurden sie um Rat gebeten ... Doch viel öfter verspürten sie den inneren Drang, die Menschen anzusprechen, ohne um Rat gefragt worden zu sein, und sie hatten keine Angst, ihre mahnende Stimme an Orten zu erheben, wo ihr Erscheinen möglicherweise Empörung und Schrecken verursachte“ (Band VIII, Seite 640). Betrachten wir einige Beispiele, um zu sehen, was die Propheten veranlaßte, so mutig Stellung zu beziehen.
Gefühle und Beweggründe
6, 7. Was ließ Jehova seinen Propheten Hesekiel essen, und welche Auswirkungen hatte dies?
6 Vor der Zerstörung Jerusalems im Jahr 607 v. u. Z. sprach Jehova durch seinen Propheten Hesekiel zu den Juden im Babylonischen Exil. Jehova sagte zu ihm: „Menschensohn, was du findest, iß. Iß diese Rolle, und geh, rede zum Hause Israel.“ Hesekiel gehorchte. Er berichtete: „Da öffnete ich meinen Mund, und er ließ mich nach und nach diese Rolle essen. Und er sagte weiter zu mir: ‚Menschensohn, du solltest deinen eigenen Bauch essen lassen, damit du gar deine Eingeweide mit dieser Rolle füllst, die ich dir gebe.‘ Und ich begann sie zu essen, und sie wurde in meinem Mund wie Honig so süß“ (Hesekiel 3:1-3).
7 Unser Körper entzieht den Speisen, die wir essen, Nährstoffe, und diese werden gewissermaßen ein Teil von uns. In ähnlicher Weise sollte die von Hesekiel gegessene „Rolle“ — Jehovas Botschaft, die der Prophet verkündigen mußte — ein Teil von ihm werden und seine Gefühlsregungen beeinflussen. Gottes Worte regten Hesekiels innerste Gefühle so sehr an, daß es für ihn eine Lust war, diese Worte zu verkündigen. Bereitet es dir Freude, eine öffentliche Erklärung über die Botschaft Gottes abzulegen, sofern du ein Zeuge Jehovas bist?
8, 9. Was veranlaßte Amos zu prophezeien?
8 Beschäftigen wir uns nun einmal mit dem Propheten Amos. Er lebte im neunten Jahrhundert v. u. Z. und gehörte zu den ersten hebräischen Propheten, die ein Bibelbuch schrieben, das nach ihnen benannt wurde. Wie Hesekiel, so war auch Amos ein furchtloser Verkündiger des Wortes Jehovas. Kein Wunder, daß die Aussage „Dies ist, was Jehova gesprochen hat“ in dem Buch, das seinen Namen trägt, 11mal vorkommt! (Amos 1:3, 6, 9, 11, 13; 2:1, 4, 6; 3:12; 5:4; 7:17). Amos war sich der Notwendigkeit bewußt, Gottes Worte öffentlich zu verkündigen.
9 Gottes Prophet Amos reagierte unverzüglich auf göttliche Erklärungen; er handelte sofort. Durch Amos ließ Gott sagen: „Da ist ein Löwe, der gebrüllt hat! Wer wird sich nicht fürchten? Der Souveräne Herr Jehova selbst hat geredet! Wer wird nicht prophezeien?“ (Amos 3:8). Der Prophet verspürte den unwiderstehlichen Drang, die Botschaft Jehovas zu verkündigen.
10. Wie reagieren Jehovas heutige Diener, wenn dem Predigtwerk Widerstand geleistet wird?
10 Gleich einem Löwen brüllt Jehova Gerichtsbotschaften gegen das gegenwärtige böse Weltsystem. Jehovas neuzeitliche Diener fühlen sich heute wie Amos gedrängt, Gottes Worte öffentlich zu verkündigen. Selbst wenn sie von Gegnern bedroht werden, halten sie sich an das Vorbild der Apostel Petrus und Johannes, die unerschrocken erklärten: „Wir können nicht aufhören, von den Dingen zu reden, die wir gesehen und gehört haben.“ Die Apostel beteuerten außerdem: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 4:20; 5:29). Wie steht es also mit uns? Es wäre gut, einmal zu überprüfen, wie wir persönlich dazu eingestellt sind, eine öffentliche Erklärung für Jehovas Namen abzugeben.
„Aus der Fülle des Herzens“
11. Was sollte uns veranlassen, beharrlich eine öffentliche Erklärung für Jehovas Namen abzugeben?
11 Die Propheten Jehovas waren zweifellos dankbar für ihre Vorrechte. Dankbarkeit Jehova gegenüber sollte auch uns veranlassen, eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abzugeben. In Psalm 145:1, 2 heißt es: „Ich will dich erheben, o mein Gott und König, und ich will deinen Namen segnen auf unabsehbare Zeit, ja für immer. Den ganzen Tag will ich dich segnen, und ich will deinen Namen preisen auf unabsehbare Zeit, ja für immer.“ Läßt sich auch unsere Einstellung mit diesen Worten beschreiben? Ein regelmäßiges Bibelstudium hilft uns, unsere Wertschätzung für das zu vertiefen, was Jehova getan hat, was er gegenwärtig tut und was er noch für uns tun wird. Und stellen wir nicht fest, daß Gottes Wort, wenn wir es im Familienkreis studieren, Macht ausübt und in uns den Wunsch weckt, über Gott und seine Vorsätze zu sprechen? (Hebräer 4:12). Damit wir erfolgreich eine öffentliche Erklärung für den Namen Jehovas abgeben können, müssen wir auch vollen Gebrauch von den christlichen Veröffentlichungen machen, die Jehova Gott durch den gesalbten „treuen und verständigen Sklaven“ zur Verfügung stellt (Matthäus 24:45-47).
12. Wie können uns der Besuch christlicher Zusammenkünfte und das Nachsinnen helfen, eine öffentliche Erklärung abzugeben?
12 Der regelmäßige Besuch christlicher Zusammenkünfte ist ebenfalls unerläßlich, wenn wir Jehova aus einem dankbaren Herzen heraus preisen wollen. Jeder einzelne, der sich zu Jehovas Volk zählt, sollte die Ermahnung des Apostels Paulus beherzigen: „Laßt uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht“ (Hebräer 10:24, 25). Sind wir regelmäßig bei den christlichen Zusammenkünften anwesend? Sprechen wir oft über die biblischen Wahrheiten, die schönen Erfahrungen und die begeisternden Neuigkeiten in Verbindung mit der theokratischen Ausdehnung, von denen wir in den Zusammenkünften des Volkes Gottes hören? Falls wir zögern, uns über Jehova und seine Vorsätze zu äußern, sollten wir uns Zeit nehmen, um über sein Wort nachzusinnen, damit die Gedanken tief in unser Herz eindringen (Psalm 77:12; 143:5). Ja, sowohl die christlichen Zusammenkünfte als auch das regelmäßige Nachsinnen über Gottes Wort sollten dazu beitragen, daß wir das wunderbare Vorrecht schätzen, eine öffentliche Erklärung für den Namen Jehovas abzugeben.
13. Wie können wir aus unserem Herzen ‘Gutes hervorbringen’?
13 Aus einem Herzen, das von Dankbarkeit gegenüber Jehova überquillt, bringen wir Gutes hervor. „Ein guter Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens Gutes hervor“, stellte Jesus fest, „aber ein böser Mensch bringt aus seinem bösen Schatz Böses hervor; denn aus der Fülle des Herzens redet sein Mund“ (Lukas 6:45). Welche bessere Möglichkeit könnte es geben, ‘Gutes hervorzubringen’, als eine öffentliche Erklärung für den Namen Jehovas abzugeben und mit unseren Nachbarn, unseren Verwandten — ja mit allen, die uns begegnen — über seine Vorsätze zu sprechen?
Auswirkungen der öffentlichen Erklärung
14. (a) Was können der Verkündiger und der Hörer der Königreichsbotschaft erleben? (b) Was wird durch das Königreichspredigtwerk erreicht?
14 Gottes Propheten fanden Freude in ihrem Dienst, und das, was sie sagten, war empfänglichen Hörern von Nutzen. Eine öffentliche Erklärung über die Königreichsbotschaft abzulegen bringt denen, die es tun, ebenfalls große Freude (Apostelgeschichte 20:35). Und von welchem Nutzen es erst für empfängliche Hörer ist! Menschen, die die gute Botschaft annehmen, wird geholfen, Depressionen zu überwinden oder damit fertig zu werden. Trauernde freuen sich über die Aussicht der Auferstehung. Süchtige entkommen der Sklaverei des Nikotins, des Heroins und anderer Suchtmittel. Viele werden zu positiven Veränderungen in sittlicher Hinsicht angeregt, und alle, die die biblische Wahrheit annehmen, erlangen geistige Freiheit (Johannes 5:28, 29; 8:32). Die Verkündigung des Königreiches als einzige Hoffnung für die Menschheit dient auch dazu, die Bösen zu warnen, während ehrlichgesinnte Personen freudig auf die Botschaft reagieren. Auf diese Weise werden die Menschen voneinander getrennt, und wenn das göttliche Strafgericht an der bösen Welt vollstreckt wird, gehen die einen in die „ewige Abschneidung“ und die anderen in das „ewige Leben“ (Matthäus 24:14; 25:31-46; Hesekiel 33:1-9; 1. Timotheus 2:3, 4). Unser Predigtwerk ist eine beispiellose Rettungsaktion, das umfangreichste und weitreichendste öffentliche Verkündigungswerk, das jemals auf der Erde durchgeführt wurde.
15. Wie können wir Personen in unserem Predigtdienstgebiet helfen, die sich in Zukunft vielleicht als würdig erweisen?
15 Als Jehovas neuzeitliche Zeugen gehorchen wir freudig unserem himmlischen Vater und dienen ihm wie Sklaven (Römer 12:11). Daher reservieren wir uns gern regelmäßig Zeit, um uns daran zu beteiligen, die gute Botschaft öffentlich und von Haus zu Haus zu predigen (Apostelgeschichte 5:42; 20:20). Wie Berichte aus aller Welt zeigen, gibt es überall in unseren Gebieten immer noch einige würdige Personen. Die Veränderungen in der Welt betreffen die Menschen auf unterschiedlichste Weise. Viele sind unerwartet zu Flüchtlingen geworden, zu Fremden in einem fremden Land. Vielleicht leben auch in unserem Predigtdienstgebiet solche Menschen. In diesem Fall sollten wir unser möglichstes tun, um ihnen in geistiger Hinsicht zu helfen, während wir uns ‘an dem heiligen Werk der guten Botschaft Gottes beteiligen’ (Römer 15:16). Manche Christen haben eine Fremdsprache erlernt, damit sie diesen Menschen die gute Botschaft vom Königreich verkündigen können.
16. Was kann uns helfen, Jehovas Namen mit Ausharren zu verkündigen?
16 Viele Propheten Gottes standen vor einer sehr schwierigen Aufgabe. Es war nicht leicht für sie, unempfänglichen Menschen göttliche Botschaften zu verkündigen. Auch für ergebene Diener Jehovas ist es nicht immer leicht, eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abzugeben, vor allem in Gebieten, in denen sie auf nicht allzu großen Widerhall stoßen. Ein ernsthaftes Studium des Wortes Gottes sowie die Kraft, die Jehova verleiht, können uns allerdings die nötige Zuversicht geben, um beim Verkündigen der Königreichsbotschaft auszuharren (Philipper 4:13; Offenbarung 14:6). Was können wir in dieser Hinsicht noch von den Propheten Jehovas und seinen anderen Dienern aus alter Zeit lernen?
Gemeinschaft im Predigtdienst
17. Welche biblischen Beispiele für förderliche Gemeinschaft im Dienst für Gott gibt es?
17 Gottes Prophet Moses erhielt bei der Ausführung seines Auftrags zu Beginn die Hilfe seines älteren Bruders Aaron. Jehova sagte zu Moses: „[Aaron] soll für dich zum Volk reden; und es soll geschehen, daß er dir als Mund dienen wird“ (2. Mose 4:16). Oder nehmen wir die Tage der Propheten Elia und Elisa, als „die Söhne der Propheten“ wirkten. Bei ihnen handelte es sich offenbar um Gruppen von Dienern Gottes, die zusammenarbeiteten, wobei sie zweifellos vorzügliche Gemeinschaft miteinander pflegten (2. Könige 2:3-5; 4:38; vergleiche 1. Samuel 10:5, 10). Natürlich waren weder Moses und Aaron noch „die Söhne der Propheten“ damit beschäftigt, die gute Botschaft vom Königreich zu verkündigen. Dennoch wirkte sich die Gemeinschaft positiv aus. Jahrhunderte später sandte Jesus Christus 70 Jünger „zu zweit“ in den Predigtdienst aus, und diese Gemeinschaft war für sie ohne Zweifel von Nutzen (Lukas 10:1-16; vergleiche Apostelgeschichte 17:10, 11; 20:20).
18. Inwiefern dient der gemeinsame Predigtdienst heute einem nützlichen Zweck?
18 Jehovas Zeugen führten 1953 ein, daß Königreichsverkündiger im Predigtdienst zusammenarbeiteten. Das geschah natürlich nicht nur um der Gemeinschaft willen. Durch dieses Schulungsprogramm sollten Gottes Diener noch erfolgreichere Lehrer und Verkündiger der guten Botschaft werden. Mit diesem Ziel im Sinn führten erfahrenere Königreichsverkündiger den Predigtdienst zusammen mit neuen Verkündigern durch. Das Schulungsprogramm für den Haus-zu-Haus-Dienst war von großem Nutzen und hat Jehovas Volk geholfen, auf noch bessere Weise eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abzugeben (1. Timotheus 4:16). Heutzutage kommt als weiterer Faktor die Sicherheit hinzu, weshalb es besonders in bestimmten Gegenden empfehlenswert ist, den Dienst „zu zweit“ durchzuführen.
19. Was sollten wir in bezug auf persönliche Ziele im Predigtdienst im Sinn behalten?
19 Ganz gleich, ob wir mit anderen Christen in den Predigtdienst gehen oder allein an den Türen vorsprechen, wir sollten uns bemühen, bestimmte persönliche Ziele anzustreben. Diese sollten realistisch und erreichbar sein. Benötigen wir Hilfe, unsere Einleitung so zu gestalten, daß wir das Interesse der Menschen in unserem Gebiet wecken? In diesem Fall können wir vielleicht einen Pionier (ein Vollzeitverkündiger des Königreiches) begleiten oder einen Verkündiger, der besonders erfolgreich gute Einleitungen verwendet. Unser Begleiter kann uns möglicherweise dabei helfen, Einleitungen vorzubereiten und zu gebrauchen, die in Unserem Königreichsdienst oder in dem Buch Unterredungen anhand der Schriften umrissen werden. Hören wir uns die Darbietungen unseres Begleiters genau an, wenn wir gemeinsam von Haus zu Haus Zeugnis geben. Versuchen wir es dann selbst mit einer ähnlichen Darbietung, bis wir in diesem Bereich unseres Dienstes Erfahrung gesammelt haben.
20, 21. Wann kann der gemeinsame Predigtdienst besonders von Nutzen sein?
20 Was ist zu tun, wenn wir Hilfe benötigen, um erfolgreiche Rückbesuche durchzuführen mit dem Ziel, ein Heimbibelstudium einzurichten? Vielleicht können wir über unseren Versammlungsbuchstudienleiter Vereinbarungen für den Predigtdienst mit einem Königreichsverkündiger treffen, der beim Einrichten von Heimbibelstudien Erfolg hat. Wir sollten allerdings keine „stillen Teilhaber“ sein, wenn wir zusammen Rückbesuche machen. Nachdem unser Begleiter uns gezeigt hat, wie man bei einem solchen Besuch vorgehen kann, ist es für uns sicher von Nutzen, beim nächsten Rückbesuch eine ähnliche Darbietung zu verwenden. Unser Begleiter kann nötigenfalls helfen und hinterher Ratschläge geben. (Vergleiche Galater 6:6.)
21 Der liebevolle Beistand eines Predigtdienstpartners kann uns helfen, unsere Ziele im Predigtdienst zu erreichen. Diese Hilfe und unsere echte Wertschätzung dafür, daß uns Jehova in seiner liebenden Güte das Vorrecht gewährt, dieses Werk durchzuführen, befähigen uns, beim Predigen des Königreiches noch erfolgreicher vorzugehen. Und wir wollen unser Vorrecht schätzen, Jehova dadurch zu segnen, daß wir stets gut von ihm reden und regelmäßig eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abgeben (Psalm 145:1, 2, 9-13).
22. Welche Fragen werden wir nach dem Studium des nächsten Artikels beantworten können?
22 Als Zeugen Jehovas besuchen wir die Menschen im Haus-zu-Haus-Dienst immer wieder. Viele hören der guten Botschaft mit echter Wertschätzung zu. Manche sträuben sich jedoch, der Königreichsbotschaft Aufmerksamkeit zu schenken. Was sollten wir unter solchen Umständen tun? Wie können wir in dem Werk, mit dem Jehova sein Volk beauftragt hat, ausharren? Welche biblischen Beispiele können uns helfen oder anleiten? Diese Fragen werden im nächsten Artikel beantwortet.
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Nehmt euch die Propheten Gottes als BeispielDer Wachtturm 1994 | 15. September
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Nehmt euch die Propheten Gottes als Beispiel
„Brüder, nehmt euch beim Erleiden von Ungemach und beim Geduldüben die Propheten als Beispiel, die im Namen Jehovas geredet haben“ (JAKOBUS 5:10).
1. Was hilft Jehovas Dienern, selbst unter Verfolgung die Freude zu bewahren?
JEHOVAS Diener strahlen vor Freude trotz der Verzweiflung, die gegenwärtig auf der ganzen Erde herrscht. Das ist so, weil sie wissen, daß sie Gott gefallen. Zeugen für Jehova halten selbst angesichts von Verfolgung und Widerstand an ihrer Predigttätigkeit fest, denn ihnen ist bewußt, daß sie um der Gerechtigkeit willen leiden. Jesus Christus sagte zu seinen Nachfolgern: „Glücklich seid ihr, wenn man euch schmäht und euch verfolgt und lügnerisch allerlei Böses gegen euch redet um meinetwillen. Freut euch, und springt vor Freude, da euer Lohn groß ist in den Himmeln; denn ebenso verfolgte man vor euch die Propheten“ (Matthäus 5:10-12). Ja, Gottes Diener erachten jede Glaubensprüfung als eine Freude (Jakobus 1:2, 3).
2. Was kann uns gemäß Jakobus 5:10 helfen, Geduld zu üben?
2 Der Jünger Jakobus schrieb: „Brüder, nehmt euch beim Erleiden von Ungemach und beim Geduldüben die Propheten als Beispiel, die im Namen Jehovas geredet haben“ (Jakobus 5:10). Walter Bauer definiert das hier mit „Beispiel“ wiedergegebene griechische Wort (hypódeigma) als „d. Beispiel, d. Muster, d. Vorbild ..., im guten Sinne als etwas, das zur Nacheiferung anspornt“. Wie aus Johannes 13:15 zu erkennen ist, ist es „nicht nur ein Beispiel ..., sondern ein Vorbild“ (Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament). Demnach können sich neuzeitliche Diener Jehovas diese treuen Propheten zum Vorbild nehmen, was das „Erleiden von Ungemach“ und das „Geduldüben“ betrifft. Was läßt eine nähere Betrachtung ihres Lebens sonst noch erkennen? Und wie kann uns das bei unserer Predigttätigkeit helfen?
Sie erlitten Ungemach
3, 4. Wie reagierte der Prophet Amos auf den Widerstand Amazjas?
3 Jehovas Propheten erlitten oft Ungemach oder wurden schlecht behandelt. Im neunten Jahrhundert v. u. Z. leistete zum Beispiel der Priester Amazja, ein Kälberanbeter, dem Propheten Amos erbitterten Widerstand. Amazja beschuldigte Amos ungerechtfertigterweise, sich gegen Jerobeam II. verschworen zu haben, weil er prophezeit hatte, daß der König durch das Schwert sterben und Israel ins Exil gehen würde. Verächtlich sagte Amazja zu Amos: „O Visionenseher, geh, lauf hinweg in das Land Juda, und dort iß Brot, und dort magst du prophezeien. Aber in Bethel sollst du fortan nicht mehr prophezeien, denn es ist das Heiligtum eines Königs, und es ist das Haus eines Königtums.“ Unbeeindruckt von diesem verbalen Angriff, antwortete Amos: „Ich war kein Prophet, noch war ich der Sohn eines Propheten; sondern ich war ein Viehhirt und ein Maulbeerfeigenritzer. Und Jehova nahm mich dann hinter der Kleinviehherde weg, und Jehova sagte darauf zu mir: ‚Geh, prophezeie meinem Volk Israel‘“ (Amos 7:10-15).
4 Jehovas Geist gab Amos die Kraft, mutig zu prophezeien. Stellen wir uns Amazjas Reaktion vor, als Amos sagte: „Höre das Wort Jehovas: ‚Sagst du: „Du sollst nicht gegen Israel prophezeien, und du sollst kein Wort gegen das Haus Isaaks fallenlassen.“? Dies ist daher, was Jehova gesprochen hat: „Was deine Frau betrifft, in der Stadt wird sie eine Prostituierte werden. Und was deine Söhne und deine Töchter betrifft, durch das Schwert werden sie fallen. Und was deinen Boden betrifft, mit dem Meßseil wird er ausgeteilt werden. Und was dich selbst betrifft, auf unreinem Boden wirst du sterben; und was Israel betrifft, es wird ganz gewiß von seinem eigenen Boden hinweg ins Exil gehen.“‘“ Die Prophezeiung erfüllte sich tatsächlich (Amos 7:16, 17). Welch ein Schock für den abtrünnigen Amazja!
5. Welche Parallele kann man zwischen der Situation der neuzeitlichen Diener Jehovas und der des Propheten Amos ziehen?
5 Jehovas Diener befinden sich heute in einer ähnlichen Situation. Als Verkündiger der Botschaften Gottes erleiden wir Ungemach, und viele Menschen sprechen verächtlich von unserer Predigttätigkeit. Zugegeben, die Befugnis zu predigen hat uns kein theologisches Seminar erteilt. Vielmehr drängt uns Jehovas heiliger Geist, die gute Botschaft vom Königreich zu verkündigen. Wir verändern oder verwässern Gottes Botschaft nicht. Gehorsam wie Amos verkündigen wir sie ungeachtet der Reaktion unserer Zuhörer (2. Korinther 2:15-17).
Sie übten Geduld
6, 7. (a) Wodurch zeichnete sich Jesajas Prophezeien aus? (b) Inwiefern handeln Jehovas neuzeitliche Diener wie Jesaja?
6 Gottes Propheten übten Geduld. Ein Beispiel dafür war Jesaja, der im achten Jahrhundert v. u. Z. als Gottes Prophet diente. Gott sagte zu ihm: „Geh, und du sollst zu diesem Volk sprechen: ‚Hört immer wieder, aber versteht nicht; und seht immer wieder, aber erlangt keine Erkenntnis.‘ Mache das Herz dieses Volkes unempfänglich, und mache selbst ihre Ohren schwerhörig, und verklebe sogar ihre Augen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören und damit ihr eigenes Herz nicht verstehe und damit sie nicht wirklich umkehren und Heilung für sich erlangen“ (Jesaja 6:9, 10). Die Menschen reagierten tatsächlich genau so. Doch war das für Jesaja ein Grund aufzuhören? Nein, er verkündigte geduldig und eifrig Jehovas Warnungsbotschaften. Im Hebräischen vermittelt der Satzbau der oben zitierten Worte Gottes den Gedanken einer „längeren Fortdauer“ der Ankündigungen des Propheten, die die Menschen „immerfort“ hörten (Gesenius’ Hebräische Grammatik).
7 Heute reagieren viele auf die gute Botschaft nicht anders, als es seinerzeit die Menschen auf die von Jesaja übermittelten Worte Jehovas taten. Doch gleich dem treuen Propheten lassen wir die Königreichsbotschaft „immerfort“ hören. Wir tun dies mit Eifer und mit Beharrlichkeit, weil es der Wille Jehovas ist.
„Geradeso taten sie“
8, 9. In welcher Hinsicht ist Jehovas Prophet Moses ein vorzügliches Beispiel?
8 Der Prophet Moses war ein Muster an Geduld und Gehorsam. Er entschloß sich, sich auf die Seite der versklavten Israeliten zu stellen, mußte aber geduldig warten, bis die Zeit ihrer Befreiung kam. 40 Jahre lang lebte er in Midian, bis Gott ihn dazu gebrauchte, das Volk Israel aus der Sklaverei zu führen. Als Moses und sein Bruder Aaron vor dem ägyptischen Herrscher standen, sagten und taten sie gehorsam das, was Gott ihnen geboten hatte. Ja, „geradeso taten sie“ (2. Mose 7:1-6; Hebräer 11:24-29).
9 Geduldig ertrug Moses mit dem Volk Israel 40 harte Jahre in der Wildnis. Er befolgte auch gehorsam die göttlichen Anweisungen für die Errichtung der Stiftshütte Israels und für die Herstellung der anderen Dinge, die in Verbindung mit der Anbetung Jehovas benötigt wurden. Der Prophet hielt sich so genau an Gottes Anweisungen, daß wir lesen: „Moses ging daran, gemäß allem zu tun, was Jehova ihm geboten hatte. Geradeso tat er“ (2. Mose 40:16). Wenn wir unseren Predigtdienst in Verbindung mit Jehovas Organisation durchführen, wollen wir an Moses’ Gehorsam denken und den Rat des Apostels Paulus befolgen, ‘denen zu gehorchen, die unter uns die Führung übernehmen’ (Hebräer 13:17).
Sie hatten eine positive Einstellung
10, 11. (a) Was zeigt, daß der Prophet Hosea eine positive Einstellung hatte? (b) Wie können wir eine positive Einstellung bewahren, wenn wir die Menschen in unserem Gebiet ansprechen?
10 Die Propheten mußten eine positive Einstellung haben, weil sie sowohl Gerichtsbotschaften äußerten als auch Prophezeiungen, die Gottes liebevolle Fürsorge für die in Israel verstreut lebenden Treuen deutlich machten. Das traf auf Hosea zu, der mindestens 59 Jahre lang Prophet war. Mit einer positiven Einstellung übermittelte er immer wieder die Botschaften Jehovas, und er schloß sein prophetisches Buch mit den Worten ab: „Wer ist weise, daß er diese Dinge verstehen kann? Verständig, daß er sie erkennen kann? Denn die Wege Jehovas sind gerade, und die Gerechten sind es, die darauf wandeln werden; aber die Übertreter, sie werden darauf straucheln“ (Hosea 14:9). Solange Jehova uns gestattet, Zeugnis zu geben, wollen wir positiv eingestellt sein und weiterhin nach denjenigen suchen, die so weise sind, Gottes unverdiente Güte anzunehmen.
11 Beharrlich und mit einer positiven Einstellung müssen wir ‘nach denen forschen, die es verdienen’ (Matthäus 10:11). Hätten wir beispielsweise unseren Schlüssel verloren, würden wir sicher unseren Weg zurückverfolgen und an den verschiedenen Stellen suchen, wo wir gewesen sind. Möglicherweise finden wir ihn erst nach mehrfachem Suchen. Ähnlich beharrlich wollen wir sein, wenn wir nach schafähnlichen Menschen forschen. Wie sehr wir uns doch freuen, wenn in häufig bearbeitetem Gebiet jemand positiv auf die gute Botschaft reagiert! Und welch eine Freude ist es, daß Gott das Werk in Ländern segnet, in denen unsere Predigttätigkeit früher Einschränkungen unterlag! (Galater 6:10).
Quellen der Ermunterung
12. Welche Prophezeiung Joels hat eine Erfüllung im 20. Jahrhundert, und wie erfüllt sie sich?
12 Die Worte der Propheten Jehovas können für uns in unserem Predigtdienst eine große Ermunterung sein. Betrachten wir zum Beispiel die Prophezeiung Joels. Sie enthält Gerichtsbotschaften, die im neunten Jahrhundert v. u. Z. unter anderem an die abtrünnigen Israeliten gerichtet waren. Doch Joel wurde auch inspiriert, folgendes zu prophezeien: „Es [soll] geschehen, daß ich meinen Geist auf Fleisch von jeder Art ausgießen werde, und eure Söhne und eure Töchter werden tatsächlich prophezeien. Was eure alten Männer betrifft, Träume werden sie haben. Was eure jungen Männer betrifft, Visionen werden sie sehen. Und sogar auf die Knechte und auf die Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen“ (Joel 2:28, 29). Das erfüllte sich an den Nachfolgern Jesu von Pfingsten 33 u. Z. an. Und welch eine großartige Erfüllung erleben wir in unserem Jahrhundert! Heute gibt es Millionen, die „prophezeien“, das heißt die Botschaft Jehovas verkündigen — und von diesen stehen weit über 600 000 im Vollzeitpredigtdienst als Pionier.
13, 14. Was kann jungen Christen helfen, im Predigtdienst Freude zu finden?
13 Viele Königreichsverkündiger sind junge Leute. Es ist für sie nicht immer leicht, mit Älteren über die Bibel zu sprechen. Manchmal bekommen jugendliche Diener Jehovas zu hören: „Ihr verschwendet eure Zeit mit dem Predigen“ und: „Ihr solltet lieber einer anderen Tätigkeit nachgehen.“ Junge Zeugen Jehovas könnten daraufhin taktvoll ihr Bedauern ausdrücken, daß der Betreffende so denkt. Ein jugendlicher Verkündiger der guten Botschaft zum Beispiel hält es für günstig, folgendes hinzuzufügen: „Ich glaube, daß es für mich von Nutzen ist, mit älteren Personen wie Ihnen zu sprechen, und ich tu’ es gern.“ Das Predigen der guten Botschaft ist natürlich alles andere als Zeitverschwendung. Leben steht auf dem Spiel. Durch Joel sagte Gott nämlich auch: „Es soll geschehen, daß jeder, der den Namen Jehovas anruft, sicher davonkommen wird“ (Joel 2:32).
14 Kinder, die ihre Eltern im Königreichspredigtwerk begleiten, schätzen elterliche Hilfe, wenn es darum geht, sich persönliche Ziele zu setzen. Nach und nach machen Kinder Fortschritte, angefangen vom Vorlesen eines Bibeltextes über das Darlegen ihrer biblisch begründeten Hoffnung bis zum Anbieten von Veröffentlichungen, wenn jemand Interesse zeigt. Jungen Königreichsverkündigern, die ihren persönlichen Fortschritt sehen und den Segen Jehovas verspüren, bereitet das Predigen der guten Botschaft große Freude (Psalm 110:3; 148:12, 13).
Eifer und eine wartende Haltung
15. Wie kann uns das Beispiel Hesekiels helfen, unseren Eifer für das Königreichspredigtwerk erneut zu entfachen?
15 Gottes Propheten waren auch insofern beispielhaft, als sie Eifer bewiesen und eine wartende Haltung einnahmen — etwas, was auch von uns heute im Predigtdienst erwartet wird. Als wir die Wahrheit aus Gottes Wort kennenlernten, wurden wir wahrscheinlich von einem brennenden Eifer angetrieben, mutig darüber zu sprechen. Doch seitdem mögen Jahre vergangen sein, und wir haben unser Predigtdienstgebiet wahrscheinlich schon oft bearbeitet. Womöglich nehmen heute immer weniger Menschen die Königreichsbotschaft an. Hat das unseren Eifer erlahmen lassen? Wenn ja, dann sollten wir uns einmal mit dem Propheten Hesekiel beschäftigen, dessen Name „Gott stärkt“ bedeutet. Hesekiel hatte es mit hartherzigen Menschen aus dem alten Israel zu tun, aber Gott stärkte ihn und machte seine Stirn im übertragenen Sinn härter als Kieselstein. Dadurch konnte Hesekiel seinen Dienst viele, viele Jahre durchführen, ob die Menschen hörten oder nicht. Sein Beispiel zeigt, daß wir dasselbe tun können, und es kann uns helfen, unseren Eifer für das Predigtwerk erneut zu entfachen (Hesekiel 3:8, 9; 2. Timotheus 4:5).
16. Welche Haltung, die auch Micha bekundete, sollten wir uns zu eigen machen?
16 Ein Musterbeispiel an Geduld war Micha, der im achten Jahrhundert v. u. Z. prophezeite. „Was ... mich betrifft“, schrieb er, „nach Jehova werde ich ständig Ausschau halten. Ich will eine wartende Haltung gegenüber dem Gott meiner Rettung bekunden. Mein Gott wird mich hören“ (Micha 7:7). Michas Zuversicht wurzelte in seinem starken Glauben. Wie der Prophet Jesaja wußte Micha, daß Jehova das, was er sich vorgenommen hat, mit Sicherheit tun wird. Das wissen auch wir (Jesaja 55:11). Entwickeln wir daher eine wartende Haltung, was die Erfüllung der Verheißungen Gottes betrifft. Und predigen wir die gute Botschaft voller Eifer, selbst in Gebieten, in denen die Menschen wenig Interesse an der Königreichsbotschaft haben (Titus 2:14; Jakobus 5:7-10).
Heute Geduld üben
17, 18. Welche Beispiele aus alter Zeit und aus der Neuzeit können uns helfen, Geduld zu üben?
17 Einige Propheten Jehovas harrten in dem ihnen übertragenen Dienst jahrelang aus, ohne die Erfüllung ihrer Prophezeiungen zu erleben. Doch ihr geduldiges Ausharren — oftmals während sie Ungemach erlitten — läßt uns erkennen, daß wir unseren Predigtdienst völlig durchführen können. Wir können auch aus dem Beispiel der treuen Gesalbten in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Nutzen ziehen. Obwohl sich ihre himmlische Hoffnung nicht so schnell erfüllte, wie sie es erwartet hatten, ließen sie nicht zu, daß Enttäuschung wegen der anscheinenden Verzögerung ihren Eifer dämpfte, Gottes Willen so zu tun, wie er es ihnen offenbart hatte.
18 Jahrelang verbreiteten viele dieser Christen regelmäßig den Wachtturm und die Begleitzeitschrift Erwachet! (früher Das Goldene Zeitalter und später Trost genannt). Eifrig gaben sie diese wertvollen Zeitschriften den Menschen auf der Straße und an den Haustüren ab, wenn sie, wie wir es heute bezeichnen, ihre Zeitschriftenroute bedienten. Als eine ältere Schwester ihren irdischen Lauf vollendete, wurde sie von den Passanten schnell vermißt; für viele war es ein vertrauter Anblick gewesen, daß die Schwester auf der Straße predigte. Welch ein Zeugnis sie doch im Verlauf der vielen Jahre ihres treuen Dienstes gegeben hatte, wie die anerkennenden Äußerungen derjenigen zeigten, die ihren Predigtdienst beobachtet hatten! Geben wir als Königreichsverkündiger regelmäßig die Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! an die Menschen weiter, die wir im Predigtdienst antreffen?
19. Welche Ermunterung können wir Hebräer 6:10-12 entnehmen?
19 Betrachten wir auch die Geduld und den treuen Dienst der Brüder, die in der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas dienen. Einige von ihnen sind jetzt schon über achtzig, manche über neunzig Jahre alt; trotzdem sind sie immer noch Königreichsverkündiger und kümmern sich eifrig um die ihnen übertragenen Aufgaben (Hebräer 13:7). Und wie verhält es sich mit anderen Älteren, die eine himmlische Hoffnung haben, sowie mit einigen der „anderen Schafe“, die an Jahren fortgeschritten sind? (Johannes 10:16). Sie können sicher sein, daß Gott nicht ungerecht ist und daß er ihre Arbeit und die Liebe nicht vergessen wird, die sie seinem Namen gegenüber erzeigen. Viele betagte Zeugen Jehovas harren zusammen mit ihren jüngeren Glaubensbrüdern darin aus, das zu tun, was sie können; sie üben Glauben aus und beweisen Geduld im Dienst für Gott (Hebräer 6:10-12). Schließlich werden sie — entweder durch die Auferstehung wie die Propheten der alten Zeit oder dadurch, daß sie die bevorstehende „große Drangsal“ überleben — die kostbare Belohnung des ewigen Lebens erhalten (Matthäus 24:21).
20. (a) Was hast du aus dem „Beispiel“ der Propheten gelernt? (b) Inwiefern kann uns Geduld, wie sie die Propheten hatten, eine Hilfe sein?
20 Welch ein vorzügliches Beispiel Gottes Propheten uns doch hinterlassen haben! Weil sie Leiden erduldeten, Geduld übten und noch andere gottgefällige Eigenschaften offenbarten, waren sie bevorrechtigt, im Namen Jehovas zu sprechen. Wir, seine neuzeitlichen Zeugen, wollen wie sie sein, genauso unbeirrbar wie der Prophet Habakuk, der erklärte: „Auf meinem Wachtposten will ich stehen bleiben, und ich will mich fortgesetzt auf dem Bollwerk aufstellen; und ich werde Wache halten, um zu sehen, was er [Gott] durch mich reden wird“ (Habakuk 2:1). So entschlossen wollen auch wir sein, während wir Geduld üben und freudig fortfahren, eine öffentliche Erklärung für den erhabenen Namen unseres großen Schöpfers, Jehova, abzugeben (Nehemia 8:10; Römer 10:10).
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