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Die Menschen: Bereitwillige PredigerGottes Königreich regiert!
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KAPITEL 6
Die Menschen: Bereitwillige Prediger
1, 2. Welches bedeutende Werk sagte Jesus voraus, und welche Frage stellt sich?
POLITIKER machen oft leere Versprechungen. Selbst wenn sie die besten Absichten haben, können sie häufig nicht Wort halten. Einen erfrischenden Gegensatz dazu bildet Jesus Christus, der messianische König. Er hält immer Wort.
2 Nachdem er 1914 als König eingesetzt worden war, konnte er eine rund 1 900 Jahre alte Prophezeiung wahr machen, die er kurz vor seinem Tod geäußert hatte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden“ (Mat. 24:14). Die Erfüllung dieser Worte gehört zum Zeichen seiner Gegenwart als regierender König. Nur: Woher würde der König in den letzten Tagen — einer Zeit des Egoismus, der Lieblosigkeit und der Gottlosigkeit — ein Heer von bereitwilligen Predigern nehmen? (Mat. 24:12; 2. Tim. 3:1-5). Dieser Frage wollen wir jetzt nachgehen, denn die Antwort betrifft jeden, der ein echter Christ sein will.
3. Worauf vertraute Jesus, und woher nahm er diese Zuversicht?
3 Sehen wir uns Jesu Prophezeiung noch einmal an. Aus den Worten „wird . . . gepredigt werden“ spricht große Zuversicht. Jesus war sich sicher, dass er in den letzten Tagen bereitwillige Unterstützer hätte. Woher nahm er dieses Vertrauen? Er hatte es bei seinem Vater beobachtet (Joh. 12:45; 14:9). In seiner vormenschlichen Existenz sah er aus nächster Nähe, wie sehr Jehova auf die Bereitwilligkeit seiner Anbeter vertraut. Woran war Jehovas Vertrauen zu erkennen?
„Dein Volk wird sich willig darbieten“
4. Wozu rief Jehova die Israeliten auf, und wie reagierten sie?
4 Denken wir einmal daran, was geschah, als Moses die Stiftshütte bauen sollte — das Zelt, das für die Nation Israel zum Zentrum der Anbetung wurde. Durch Moses forderte Jehova das ganze Volk auf, einen Beitrag zu dem Projekt zu leisten. Jeder, der „willigen Herzens“ war, sollte etwas beisteuern. Wie reagierten die Israeliten? „Sie brachten . . . weiterhin eine freiwillige Gabe, Morgen für Morgen.“ Es kam so viel zusammen, dass ihnen Einhalt geboten werden musste (2. Mo. 35:5; 36:3, 6). Die Israeliten hatten das Vertrauen Jehovas nicht enttäuscht.
5, 6. Was erwartete Jehova — und somit auch Jesus — gemäß Psalm 110:1-3 für die Zeit des Endes von wahren Anbetern?
5 Erwartete Jehova auch für die letzten Tage eine solche Bereitwilligkeit unter seinen Anbetern? Ja. Über 1 000 Jahre vor der Geburt Jesu beschrieb David unter Inspiration den Beginn der Regierung des Messias. (Lies Psalm 110:1-3.) Jesus, der neu eingesetzte König, würde von Feinden bekämpft werden. Doch er sollte auch ein Heer von Unterstützern haben. Sie müssten nicht zwangsverpflichtet werden. Selbst die Jüngeren unter ihnen würden sich freiwillig melden — so zahlreich wie Tautropfen, die in der Morgensonne den Erdboden mit einer glitzernden Decke überziehen.a
Die bereitwilligen Unterstützer des Königreiches sind so zahlreich wie Tautropfen (Siehe Absatz 5)
6 Jesus wusste, dass sich die Prophezeiung in Psalm 110 auf ihn bezog (Mat. 22:42-45). Er konnte also fest mit Unterstützern rechnen, die bereitwillig auf der ganzen Erde die gute Botschaft predigen würden. Was zeigt ein Blick in die Geschichte? Hat der König in der Zeit des Endes tatsächlich ein Freiwilligenheer aufgestellt?
„Es ist mein Vorrecht und meine Pflicht, diese Botschaft zu verkünden“
7. Was unternahm Jesus nach seiner Inthronisierung, um seine Nachfolger auf ihre Aufgabe vorzubereiten?
7 Kurz nach seiner Inthronisierung bereitete Jesus seine Nachfolger Schritt für Schritt auf ihre gewaltige Aufgabe vor. Wie in Kapitel 2 beschrieben, nahm er von 1914 bis Anfang 1919 zunächst eine Inspektion und Reinigung vor (Mal. 3:1-4). Im Jahr 1919 setzte er dann den treuen Sklaven ein und übertrug ihm die Leitung des Volkes Gottes (Mat. 24:45). Von da an teilte der Sklave geistige Speise aus. In Kongressvorträgen und Veröffentlichungen wurde nun stark betont, dass jeder Christ die Verantwortung hat, persönlich zu predigen.
8—10. Wie nahm die Predigttätigkeit durch Kongresse Aufschwung? (Siehe auch den Kasten „Kongresse, die das Predigtwerk ankurbelten“.)
8 Kongressvorträge. Erwartungsvoll versammelten sich die Bibelforscher vom 1. bis 8. September 1919 in Cedar Point (Ohio, USA) zu ihrem ersten großen Kongress nach dem Weltkrieg. Am zweiten Tag sagte Bruder Rutherford in einem Vortrag unmissverständlich: „Der Auftrag eines Christen auf der Erde . . . ist, die Botschaft vom Königreich des Herrn zu verkündigen.“
9 Den Höhepunkt bildete drei Tage später Bruder Rutherfords „Ansprache an die Mitarbeiter“. Sie wurde im Wacht-Turm unter der Überschrift „Die Verkündigung des Königreiches“ abgedruckt. Darin hieß es: „In besinnlichen Momenten fragt sich ein Christ natürlich: Wozu bin ich auf der Erde? Die Antwort muss sein: Der Herr hat mich in seiner Güte zu seinem Gesandten gemacht, um der Welt die göttliche Botschaft von der Versöhnung zu bringen, und es ist mein Vorrecht und meine Pflicht, diese Botschaft zu verkünden.“
10 In diesem historischen Vortrag wurde eine neue Zeitschrift angekündigt: Das Goldene Zeitalter, heute Erwachet!. Sie sollte auf das Königreich als einzige Hoffnung der Menschheit aufmerksam machen. Bruder Rutherford fragte, wer von den Anwesenden gern diese Zeitschrift verbreiten würde. In einem Bericht über den Kongress stand zu lesen: „Die Antwort war ein erhebendes Bild. 6 000 Menschen standen auf wie ein Mann.“b Der König hatte eindeutig bereitwillige Unterstützer, die sein Königreich bekannt machen wollten.
11, 12. Was sagte Der Wacht-Turm über den Zeitraum, in dem gepredigt werden sollte?
11 Veröffentlichungen. Im Wacht-Turm wurde immer klarer herausgestellt, wie wichtig das von Jesus vorausgesagte Predigtwerk war. Hier einige Beispiele aus den frühen 20er-Jahren.
12 Der Wacht-Turm vom September 1920 ging darauf ein, um welche Botschaft es in Matthäus 24:14 ging und wann sie gepredigt werden sollte. In dem Artikel „Das Evangelium des Königreiches“ hieß es: „Die gute Botschaft hier betrifft das Ende der alten Ordnung und die Aufrichtung des messianischen Königreiches.“ Über das Wann wurde deutlich gesagt, dass „diese Botschaft zwischen dem großen Weltkrieg [Erster Weltkrieg] und der ‚großen Drangsal‘ verkündigt werden muss“. Daher sei „jetzt die Zeit . . . , diese gute Botschaft in der Christenheit weit und breit auszurufen“.
13. Wie appellierte Der Wacht-Turm 1921 an die Bereitwilligkeit gesalbter Christen?
13 Müsste man auf Gottes Volk Druck ausüben, damit es Jesu Auftrag erfüllte? Nein. Der Artikel „Sei guten Mutes“ im Wacht-Turm vom Juni 1921 drückte Vertrauen in die Bereitwilligkeit gesalbter Christen aus. Sie wurden angeregt, sich zu fragen: „Ist es nicht sowohl mein größtes Vorrecht als auch meine Pflicht, an diesem Werke teilzunehmen?“ In dem Artikel hieß es weiter: „Wenn du das erkennst, wird es dir bestimmt wie Jeremia ergehen, in dessen Herzen das Wort des Herrn ‚wie brennendes Feuer, eingeschlossen in [seinen] Gebeinen‘ war, sodass er sich nicht zurückhalten konnte zu reden“ (Jer. 20:9). Diese anspornenden Worte spiegelten die Zuversicht wider, die Jehova und Jesus in loyale Unterstützer des Königreiches setzen.
14, 15. Welche Vorgehensweise wurde 1922 im Wacht-Turm empfohlen?
14 Wie sollte die Botschaft vom Königreich weitergegeben werden? Dazu erschien im Wacht-Turm (engl.) vom 15. August 1922 der prägnante Artikel „Dienst unbedingt erforderlich“. Gesalbten Christen wurde ans Herz gelegt, „die gedruckte Botschaft eifrig zu den Menschen zu tragen, mit ihnen an den Türen zu sprechen und ihnen zu bezeugen, dass das Königreich der Himmel nahe ist“.
15 Christus hat also von 1919 an durch seinen treuen und verständigen Sklaven wiederholt betont, dass es für Christen sowohl ein Vorrecht als auch eine Pflicht ist, die Botschaft vom Königreich zu verkündigen. Wie reagierten die Bibelforscher darauf?
„Die Treuen werden sich als Freiwillige melden“
16. Wie reagierten manche Wahlälteste darauf, dass jeder predigen sollte?
16 In den 20er- und 30er-Jahren wehrten sich manche gegen die Ansicht, alle gesalbten Christen sollten sich am Predigtdienst beteiligen. Der Wacht-Turm vom 15. Dezember 1927 sagte: „In den Versammlungen gibt es Brüder in der verantwortlichen Stellung von Ältesten . . . , die andere nicht zum Dienst ermutigen und die selbst auch nicht am Dienst teilnehmen wollen . . . Sie spotten über die Anregung, von Tür zu Tür zu gehen, um den Menschen die Botschaft Gottes von seinem König und seinem Königreich zu bringen.“ Weiter hieß es unmissverständlich: „Für die Treuen ist die Zeit gekommen, solche Personen bezeichnet zu halten und zu meiden und ihnen zu sagen, dass ihnen nicht länger das Ältestenamt anvertraut wird.“c
17, 18. Wie reagierte die Mehrheit in den Versammlungen auf die Anweisungen vom Hauptbüro, und welchen Geist haben in den vergangenen 100 Jahren Millionen gezeigt?
17 Erfreulicherweise reagierte die Mehrheit in den Versammlungen begeistert auf die Anweisungen vom Hauptbüro. Man betrachtete es als Vorrecht, anderen die Botschaft vom Königreich zu überbringen. Der Wacht-Turm vom 15. März 1926 drückte es so aus: „Die Treuen werden sich als Freiwillige melden, . . . diese Botschaft den Menschen zu verkünden.“ Ja, sie entsprachen dem prophetischen Bild aus Psalm 110:3 und unterstützten bereitwillig den messianischen König.
18 In den vergangenen 100 Jahren haben sich Millionen Menschen bereitwillig angeboten, das Königreich bekannt zu machen. Die nächsten Kapitel gehen darauf ein, wie sie gepredigt haben — ihre Methoden und ihre Ausrüstung — und was sie erreicht haben. Zunächst möchten wir uns aber ansehen, warum sich in einer ichbezogenen Welt Millionen freiwillig an diesem Werk beteiligen. Dabei können wir uns einmal fragen: „Weshalb spreche ich mit anderen über die gute Botschaft?“
Zuerst das Königreich suchen
19. Warum suchen wir zuerst das Königreich?
19 Jesus forderte seine Nachfolger auf, immer „zuerst das Königreich“ zu suchen (Mat. 6:33). Warum befolgen wir diesen Rat? Hauptsächlich weil wir wissen, dass dieses Königreich für Gottes Vorsatz von zentraler Bedeutung ist. Wie im letzten Kapitel besprochen, hat der heilige Geist nach und nach faszinierende Wahrheiten über das Königreich enthüllt. Wenn sie das Herz berühren, fühlt man sich gedrängt, zuerst das Königreich zu suchen.
Wer die Wahrheit über das Königreich findet, fühlt sich wie jemand, der auf einen verborgenen Schatz stößt (Siehe Absatz 20)
20. Wie geht aus Jesu Gleichnis vom verborgenen Schatz hervor, wie seine Nachfolger reagieren würden?
20 Jesus wusste, wie seine Nachfolger auf den Rat reagieren würden, das Königreich an die erste Stelle zu setzen. Das lässt sein Gleichnis vom verborgenen Schatz erkennen. (Lies Matthäus 13:44.) Der Feldarbeiter in dem Gleichnis stößt zufällig auf einen verborgenen Schatz und erkennt sofort dessen Wert. „Vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenes Feld.“ Was sagt uns das? Wer die Wahrheit über das Königreich findet und ihren Wert erkennt, bringt gern jedes Opfer, um dem Königreich den Platz im Leben zu geben, den es verdient: den ersten Platz.d
21, 22. Erkläre an einem Beispiel, was es heißt, zuerst das Königreich zu suchen.
21 Treue Unterstützer des Königreiches beweisen nicht nur durch ihre Worte, sondern auch durch ihre Taten, was für sie das Wichtigste ist. Sie widmen dem Königreich ihre Fähigkeiten und Mittel, ja ihr ganzes Leben. Viele haben große Opfer gebracht, um im Vollzeitdienst stehen zu können. Alle diese bereitwilligen Prediger erleben ganz persönlich, wie Jehova einen segnet, wenn man das Königreich an die erste Stelle setzt. Dazu ein Beispiel.
22 Avery und Lovenia Bristow standen ab Ende der 20er-Jahre im Süden der Vereinigten Staaten gemeinsam im Vollzeitdienst. Lovenia erzählte einmal: „Avery und ich haben im Pionierdienst viele glückliche Jahre erlebt. Oft wussten wir nicht, woher wir das Geld für Benzin oder Lebensmittel nehmen sollten. Aber Jehova hat uns immer irgendwie geholfen. Wir machten einfach weiter und hatten immer das, was wir gerade brauchten.“ In Pensacola (Florida) hatten sie eines Tages kaum noch Geld und so gut wie nichts mehr zu essen. Als sie zu ihrem Wohnmobil zurückkamen, sahen sie zwei große Tüten mit Lebensmitteln und eine Notiz: „Mit lieben Grüßen von der Versammlung Pensacola“. Nach Jahrzehnten im Vollzeitdienst konnte Lovenia sagen: „Jehova lässt einen niemals im Stich. Er enttäuscht unser Vertrauen nie.“
23. Was bedeutet dir die Wahrheit über das Königreich, und wozu bist du entschlossen?
23 Wir können nicht alle gleich viel Zeit für das Predigen einsetzen. Die Lebensumstände sind bei jedem anders. Doch wir alle können die gute Botschaft mit ganzer Seele verkündigen (Kol. 3:23). Wenn man die Wahrheit über das Königreich als kostbaren Schatz betrachtet, ist man bereit, ja entschlossen, jedes Opfer zu bringen, damit man sein Bestes geben kann. Geht es dir nicht auch so?
24. Was ist eine der Glanzleistungen des Königreiches?
24 In den letzten 100 Jahren hat der König eindeutig dafür gesorgt, dass sich seine prophetischen Worte aus Matthäus 24:14 erfüllt haben. Und dazu musste er keinen Zwang ausüben. Seine Nachfolger haben sich von der egoistischen Welt abgewandt und sich bereitwillig als Prediger angeboten. Ihre weltweite Tätigkeit gehört zum Zeichen der Gegenwart Jesu als regierender König und ist eine der Glanzleistungen des Königreiches.
a In der Bibel wird Tau mit Überfluss verknüpft (1. Mo. 27:28; Mi. 5:7).
b In der Broschüre To Whom the Work Is Entrusted (Wem das Werk anvertraut ist) hieß es: „Durch die Arbeit mit dem Goldenen Zeitalter wird die Botschaft vom Königreich von Haus zu Haus bekannt gemacht . . . Außerdem sollte an jeder Tür ein Exemplar des Goldenen Zeitalters zurückgelassen werden, unabhängig davon, ob ein Abonnement abgeschlossen wird oder nicht.“ In den Jahren danach bot man sowohl Das Goldene Zeitalter als auch den Wacht-Turm als Abonnement an. Ab 1. Februar 1940 wurden dann auch Einzelexemplare angeboten und man erfasste die Zahl der verbreiteten Zeitschriften.
c Damals wurden Älteste von der Versammlung demokratisch gewählt. Man konnte also Männern, die gegen das Predigen waren, die Stimme verweigern. Der Wechsel zur theokratischen Ernennung der Ältesten wird in Kapitel 12 erörtert.
d Durch das Gleichnis von dem reisenden Kaufmann, der nach einer wertvollen Perle sucht, vermittelte Jesus einen ähnlichen Gedanken. Sobald der Kaufmann sie gefunden hat, verkauft er alles, was er hat, um sie erwerben zu können (Mat. 13:45, 46). Wie die beiden Gleichnisse erkennen lassen, kann man die Wahrheit über das Königreich auf verschiedene Art kennenlernen. Einige stolpern sozusagen darüber, andere suchen danach. Doch jeder ist zu Opfern bereit, damit das Königreich in seinem Leben an erster Stelle steht.
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Die Methoden: Alle Möglichkeiten zu predigen werden ausgeschöpftGottes Königreich regiert!
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KAPITEL 7
Die Methoden: Alle Möglichkeiten zu predigen werden ausgeschöpft
1, 2. (a) Was nutzte Jesus aus, um zu einer großen Menschenmenge sprechen zu können? (b) Wie haben sich seine treuen Nachfolger ein Beispiel daran genommen, und warum?
AN EINEM Seeufer versammelt sich eine große Menschenmenge um Jesus. Doch er besteigt ein Boot und fährt ein Stück hinaus. Warum? Weil er weiß, dass die Wasseroberfläche den Schall verstärkt und die vielen Leute seine Botschaft so besser verstehen können. (Lies Markus 4:1, 2.)
2 In der Zeit um die Geburt des Königreiches folgten treue Jünger dem Beispiel Christi. Sie beschritten neue Wege, die gute Botschaft vom Königreich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unter der Leitung des Königs stellen auch wir uns auf neue Situationen und technische Entwicklungen ein. Wir möchten vor dem Ende des heutigen Systems so viele Menschen wie nur möglich erreichen, wo immer sie auch leben (Mat. 24:14). Sehen wir uns nur einige Methoden an, die dafür genutzt wurden. Und denken wir darüber nach, wie wir den Glauben der Prediger der ersten Stunde nachahmen können.
Mittel, um die Massen zu erreichen
3. Warum waren unsere Zeitungsartikel manchen ein Dorn im Auge?
3 Presse. Den Wacht-Turm gab es schon seit 1879 und er hatte viele Menschen auf Gottes Königreich aufmerksam gemacht. Doch in den Jahren vor 1914 lenkte Christus die Dinge offenbar so, dass die gute Botschaft noch weitere Kreise ziehen konnte. Alles begann 1903. Dr. E. L. Eaton, Sprecher einer Gruppe protestantischer Geistlicher in Pennsylvania, forderte damals Charles Taze Russell zu einer Reihe von Debatten über biblische Lehren heraus. In einem Brief an Russell schrieb er: „Meiner Meinung nach wäre eine öffentliche Debatte über Fragen, in denen wir uns uneinig sind . . . , ungeheuer interessant für die Allgemeinheit.“ Russell und seine Weggefährten rechneten ebenfalls mit öffentlichem Interesse und sorgten dafür, dass die Debatten in der Pittsburgh Gazette, einer führenden Zeitung, abgedruckt wurden. Die Zeitung wollte seine Beiträge jede Woche bringen — so beliebt waren die Artikel und so überzeugend war Bruder Russells klare biblische Argumentation. Das muss den Feinden der Wahrheit ein Dorn im Auge gewesen sein.
1914 druckten über 2 000 Zeitungen Russells Predigten ab
4, 5. Welche Eigenschaft zeichnete Russell aus, und was können alle, die Verantwortung tragen, daraus lernen?
4 Es dauerte nicht lange und weitere Zeitungen interessierten sich für Russells Vorträge. Wie 1908 im Wacht-Turm berichtet wurde, erschienen die Predigten „regelmäßig in elf Zeitungen“. Brüder mit Presseerfahrung rieten Russell nun, den Sitz der Gesellschaft von Pittsburgh in eine bekanntere Stadt zu verlegen, weil dann vielleicht noch mehr Zeitungen die biblischen Artikel abdrucken würden. Nach reiflicher Erwägung siedelte Russell 1909 die Büros nach Brooklyn (New York) um. Das Ergebnis? Einige Monate später veröffentlichten rund 400 Zeitungen seine Aufsätze und es kamen immer mehr hinzu. Als das Königreich 1914 aufgerichtet wurde, konnte man Russells Predigten und Artikel in über 2 000 Zeitungen und in vier Sprachen lesen.
5 Aus Bruder Russells Verhalten kann man etwas Wichtiges ableiten. Jeder, der heute in Gottes Organisation eine gewisse Verantwortung trägt, tut gut daran, Russells Demut nachzuahmen. Wie? Indem er sich bei wichtigen Entscheidungen mit anderen berät. (Lies Sprüche 15:22.)
6. Was bewirkten biblische Zeitungsartikel bei einer Frau?
6 Was in den Zeitungsartikeln über das Königreich stand, gab vielen Menschen eine neue Richtung im Leben (Heb. 4:12). Ora Hetzel zum Beispiel, die sich 1917 taufen ließ, kam so mit der Wahrheit in Berührung. Sie sagte: „Als ich nach meiner Hochzeit meine Mutter in Rochester (Minnesota) besuchte, schnitt sie gerade Zeitungsartikel aus. Es waren Predigten von Russell. Mutter erzählte mir, was sie daraus gelernt hatte.“ Ora nahm die Wahrheit an und verkündigte ungefähr 60 Jahre lang treu das Königreich Gottes.
7. Warum hörte man damit auf, die Botschaft durch Zeitungen publik zu machen?
7 Ab 1916 machte man die gute Botschaft allerdings nicht mehr durch Zeitungen publik. Dafür gab es zwei Gründe. Zum einen tobte der Erste Weltkrieg und brachte Versorgungsengpässe mit sich. Darüber hieß es in einem Bericht von unserer Presseabteilung in England: „Zurzeit veröffentlichen nur knapp über 30 Zeitungen die Predigten. Wegen der hohen Papierpreise wird diese Zahl sehr wahrscheinlich demnächst stark zurückgehen.“ Zum anderen starb Bruder Russell am 31. Oktober 1916. Der Wacht-Turm (engl.) vom 15. Dezember 1916 gab bekannt: „Nun, da Bruder Russell von uns gegangen ist, wird die Rubrik mit den Predigten völlig eingestellt.“ Nach dem Ende dieser Ära fanden jedoch andere Predigtmethoden weiterhin großen Anklang. Zum Beispiel lockte das „Photo-Drama der Schöpfung“ viele Besucher an.
8. Was stellte man alles auf die Beine, um das „Photo-Drama der Schöpfung“ zu produzieren?
8 Dia- und Filmvorführungen. Russell und seine Weggefährten hatten etwa drei Jahre lang am „Photo-Drama der Schöpfung“ gearbeitet (Spr. 21:5). 1914 wurde es dann uraufgeführt. Das „Photo-Drama“ war eine neuartige Kombination aus Filmsequenzen, Tonaufnahmen und farbigen Glaslichtbildern. Beim Filmen der biblischen Szenen waren Hunderte von Personen und sogar Tiere beteiligt. In einem Bericht von 1913 hieß es: „In dem Tonfilm kam ein Großteil des Tierbestands eines der größten Zoos zum Einsatz, um Noahs Rolle in dem Spektakel zu untermalen.“ Außerdem kolorierten Künstler in London, New York, Paris und Philadelphia Hunderte von Glaslichtbildern Stück für Stück von Hand.
9. Warum wurde so viel Zeit und Geld in die Produktion des „Photo-Dramas“ investiert?
9 Warum wurde so viel Zeit und Geld in die Produktion des „Photo-Dramas“ investiert? Eine Resolution, die auf den Kongressen von 1913 angenommen wurde, erklärt dazu: „Der beispiellose Erfolg amerikanischer Zeitungen in der öffentlichen Meinungsbildung durch Cartoons und Ähnliches in den Nachrichtenteilen und Beilagen und die große Beliebtheit und vielfältige Anwendbarkeit von bewegten Bildern sprechen für sich. Deshalb halten wir es als fortschrittliche Prediger und Bibellehrer für gerechtfertigt, bewegten Bildern und Stereoskopbildern als wirkungsvoller und wünschenswerter Lehr- und Predigtmethode unsere volle Unterstützung zu geben.“
Oben: Vorführkabine für das „Photo-Drama“; unten: Glaslichtbilder vom „Photo-Drama“
10. Wo überall wurde das „Photo-Drama“ aufgeführt?
10 Das „Photo-Drama“ wurde 1914 täglich in 80 Städten aufgeführt. In den Vereinigten Staaten und in Kanada sahen es fast 8 Millionen Menschen. Im selben Jahr wurde es auch in Australien, Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Neuseeland, Norwegen, Schweden und in der Schweiz gezeigt. Für kleinere Städte stellte man eine vereinfachte Version ohne Filmsequenzen zusammen. Sie wurde „Heureka-Drama“ genannt und war kostengünstiger herzustellen und leichter zu transportieren. 1916 gab es das „Photo-Drama“ beziehungsweise das „Heureka-Drama“ in Armenisch, Dänisch-Norwegisch, Deutsch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Schwedisch und Spanisch.
1914 wurde das „Photo-Drama“ in voll besetzten Sälen gezeigt
11, 12. Welche Wirkung hatte das „Photo-Drama“ auf einen jungen Mann, und worin gibt er uns ein gutes Beispiel?
11 Der 18-jährige Charles Rohner sah das „Photo-Drama“ in Französisch und war fasziniert. Er erzählte: „Es wurde in meiner Heimatstadt Colmar im Elsass vorgeführt. Vom ersten Moment an hat mich beeindruckt, wie klar die biblische Wahrheit präsentiert wurde.“
12 Charles ließ sich daraufhin taufen und fing 1922 mit dem Vollzeitdienst an. Zunächst wurde er gebeten, bei der Vorführung des „Photo-Dramas“ in Frankreich mitzuhelfen. „Ich hatte mehrere Aufgaben“, berichtete er, „Geige zu spielen, die Buchführung zu machen und mich um die Literatur zu kümmern. Außerdem sollte ich das Publikum vor Programmbeginn zur Ruhe bringen. In der Pause boten wir Literatur an. Jeder von uns Brüdern und Schwestern bekam einen bestimmten Bereich des Saals zugeteilt. Mit einem Stapel Literatur gingen wir auf jeden Zuschauer in unserem Bereich zu. Auch am Eingang standen Tische voller Veröffentlichungen.“ 1925 wurde Charles in das Brooklyner Bethel eingeladen. Dort sollte er das Orchester der neu eingerichteten Rundfunkstation WBBR dirigieren. Wenn man über das Beispiel von Bruder Rohner nachdenkt, stellt sich einem die Frage: Bin ich auch bereit, jede Aufgabe anzunehmen, damit die Botschaft vom Königreich verbreitet wird? (Lies Jesaja 6:8.)
13, 14. Wie nutzte man den Rundfunk zur Verbreitung der guten Botschaft? (Siehe auch „Das Programm des WBBR“ und „Ein denkwürdiger Kongress“.)
13 Rundfunk. In den 20er-Jahren lief die Vorführung des „Photo-Dramas“ allmählich aus, doch nun bot sich der Rundfunk als wirksames Mittel an, die gute Botschaft vom Königreich bekannt zu machen. Am 16. April 1922 hielt Bruder Rutherford in der Metropolitan Opera in Philadelphia (Pennsylvania) eine historische Rundfunkansprache. Seinen Vortrag „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“ hörten schätzungsweise 50 000 Menschen. 1923 wurde dann erstmals ein Kongressprogramm ausgestrahlt. Man entschied sich dafür, künftig nicht nur kommerzielle Sender zu nutzen, sondern auch eine eigene Rundfunkstation einzurichten. Sie wurde auf Staten Island (New York) gebaut und unter dem Namen WBBR eingetragen. Am 24. Februar 1924 ging von dort aus die erste Sendung über den Äther.
1922 hörten schätzungsweise 50 000 Menschen den Rundfunkvortrag „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“
14 Den Zweck des WBBR beschrieb Der Wacht-Turm vom 15. Januar 1925 wie folgt: „Wir glauben, dass der Rundfunk bis jetzt der sparsamste und wirksamste Weg ist, die Botschaft der Wahrheit auszubreiten.“ Weiter hieß es: „Wenn der Herr es für passend hält, dass wir weitere Radiostationen für die Ausbreitung der Wahrheit bauen, so wird er das Geld auf seine eigene gute Weise beschaffen“ (Ps. 127:1). 1926 besaß man 6 Rundfunkstationen. 2 davon standen in den Vereinigten Staaten: WBBR in New York und WORD bei Chicago. Die anderen 4 befanden sich in Kanada, und zwar in Alberta, Britisch-Kolumbien, Ontario und Saskatchewan.
15, 16. (a) Wie reagierten kanadische Geistliche auf unsere Sendungen? (b) Wie ergänzten sich die Rundfunkvorträge und der Haus-zu-Haus-Dienst?
15 Die großflächige Ausstrahlung der biblischen Wahrheit blieb der Geistlichkeit nicht verborgen. Bruder Albert Hoffman, der die Rundfunkstation in Saskatchewan gut kannte, berichtete: „Immer mehr Menschen erfuhren von den Bibelforschern [heute Jehovas Zeugen]. Bis zum Jahr 1928 wurde ein großartiges Zeugnis gegeben. Doch schließlich verloren alle kanadischen Stationen der Bibelforscher auf Betreiben der Kirche ihre Lizenz.“
16 Danach ließ man in Kanada jedoch von kommerziellen Sendern weiter Bibelvorträge ausstrahlen (Mat. 10:23). Um die Einschaltquoten zu erhöhen, wurde eine Liste dieser Sender im Wacht-Turm und im Goldenen Zeitalter (heute Erwachet!) abgedruckt. So konnten die Verkündiger bei ihrer Tätigkeit von Haus zu Haus die Leute anregen, sich diese Sendungen anzuhören. Welche Wirkung hatte das? Im Bulletin vom Januar 1931 stand zu lesen: „Die Nutzung des Rundfunks hat den Brüdern echten Auftrieb für das Predigen von Tür zu Tür gegeben. Es sind viele Berichte über Zuhörer eingegangen, die nach einem Vortrag von Bruder Rutherford nur zu gern die angebotenen Bücher entgegennahmen.“ Das Bulletin bezeichnete die Rundfunksendungen und den Dienst von Haus zu Haus als „die beiden großen Bereiche der Öffentlichkeitsarbeit innerhalb der Organisation des Herrn“.
17, 18. Welche Rolle spielte der Rundfunk in späteren Jahren?
17 In den 30er-Jahren regte sich Widerstand dagegen, dass wir kommerzielle Rundfunksender nutzten. Ende 1937 passte man sich der veränderten Situation an und konzentrierte sich mehr auf den Dienst von Tür zu Tür.a Dennoch spielte der Rundfunk weiter eine wichtige Rolle dabei, die Botschaft vom Königreich in entfernte oder politisch isolierte Teile der Welt dringen zu lassen. Von 1951 bis 1991 beispielsweise brachte ein Westberliner Sender regelmäßig Bibelvorträge, die man in der DDR hören konnte. Von 1961 an strahlte ein Rundfunksender in Surinam (Südamerika) mehr als 30 Jahre lang landesweit jede Woche eine 15-minütige biblische Sendung aus. Von 1969 bis 1977 produzierte man über 350 Sendungen mit dem Thema „Die ganze Schrift ist nützlich“. Sie wurden von 291 Rundfunkstationen in 48 US-Bundesstaaten ausgestrahlt. 1996 standen „Antworten auf Ihre Fragen zur Bibel“ wöchentlich auf dem Programm eines Rundfunksenders in Apia, der Hauptstadt des südpazifischen Inselstaates Samoa.
18 Ende des 20. Jahrhunderts spielte der Rundfunk keine entscheidende Rolle mehr für die Verbreitung der guten Botschaft. Doch es bahnte sich eine technische Neuerung an, durch die man eine Leserschaft ungeahnten Ausmaßes erreichen kann.
19, 20. Warum wurde jw.org ins Leben gerufen, und mit welchem Ergebnis? (Siehe auch den Kasten „JW.ORG“.)
19 Das Internet. 2013 hatten über 2,7 Milliarden Menschen — fast 40 Prozent der Weltbevölkerung — einen Internetzugang. Schätzungsweise 2 Milliarden gehen mit ihrem Smartphone oder Tablet-PC online. Diese Zahl nimmt weltweit zu, doch das schnellste Wachstum bei der mobilen Internetnutzung ist derzeit in Afrika zu verzeichnen, wo über 90 Millionen ein mobiles Endgerät besitzen. Diese Entwicklungen haben die Art und Weise, wie man sich Informationen beschafft, revolutioniert.
20 Seit 1997 nutzt Jehovas Volk dieses Mittel der Massenkommunikation. 2013 stand die Website jw.org in rund 300 Sprachen zur Verfügung und biblische Informationen gab es in über 520 Sprachen zum Downloaden. Jeden Tag wird über 750 000 Mal auf die Website zugegriffen. Außerdem werden monatlich über 3 Millionen komplette Bücher, 4 Millionen komplette Zeitschriften und 22 Millionen Audiodateien heruntergeladen.
21. Was zeigt das Beispiel eines Mannes namens Sina?
21 Die Website leistet unschätzbare Dienste dabei, die gute Botschaft von Gottes Königreich publik zu machen, und das sogar in Ländern, wo wir nicht ungehindert predigen können. Anfang 2013 stieß ein Mann namens Sina auf jw.org und rief in unserer Weltzentrale in den Vereinigten Staaten an, um mehr Informationen über die Bibel zu erhalten. Das Ungewöhnliche daran: Sina ist muslimischer Herkunft und lebt in einem entlegenen Dorf. In seiner Heimat unterliegt die Tätigkeit der Zeugen Jehovas starken Einschränkungen. Sein Anruf führte zu einem Bibelstudium per Internet mit einem Bruder in den Vereinigten Staaten. Die beiden skypen zwei Mal wöchentlich.
Man konzentriert sich auf den Einzelnen
22, 23. (a) Ersetzen Methoden, mit denen man die Massen erreicht, das Predigen von Tür zu Tür? (b) Wie hat der König unsere Bemühungen gesegnet?
22 Keines der Mittel, mit denen wir die Massen erreicht haben, wie Zeitungsartikel, das „Photo-Drama“, Rundfunksendungen und unsere Website, ersetzte jemals das Predigen von Tür zu Tür. Warum nicht? Weil sich Jehovas Diener Jesus zum Vorbild nehmen. Er predigte nicht nur großen Menschenmengen, sondern konzentrierte sich auf den Einzelnen (Luk. 19:1-5). Dazu regte er auch seine Jünger an, und er sagte ihnen, welche Botschaft sie übermitteln sollten. (Lies Lukas 10:1, 8-11.) Wie in Kapitel 6 besprochen, haben die verantwortlichen Brüder schon immer jedem Diener Jehovas nahegelegt, den Einzelnen anzusprechen (Apg. 5:42; 20:20).
23 Heute, 100 Jahre nach der Geburt des Königreiches, erzählen fast 8 Millionen Verkündiger anderen von Gottes Vorsatz. Der König hat eindeutig die Methoden gesegnet, mit denen wir Gottes Reich verkündet haben. Und wie das nächste Kapitel zeigt, hat er uns auch die nötige Ausrüstung an die Hand gegeben, damit wir jeder Nation, jedem Stamm und Menschen jeder Sprache die gute Botschaft überbringen können (Offb. 14:6).
a 1957 beschlossen die verantwortlichen Brüder, die letzte unserer Rundfunkstationen (WBBR in New York) zu schließen.
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Die Ausrüstung: Hilfsmittel für das weltweite PredigenGottes Königreich regiert!
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KAPITEL 8
Die Ausrüstung: Hilfsmittel für das weltweite Predigen
1, 2. (a) Was trug im 1. Jahrhundert dazu bei, dass sich die gute Botschaft im ganzen Römischen Reich ausbreiten konnte? (b) Was beweist, dass wir heute die Unterstützung Jehovas haben? (Siehe den Kasten „Eine gute Botschaft in über 670 Sprachen“.)
PFINGSTEN 33 u. Z. Die Besucher Jerusalems können kaum glauben, was sie da hören. Durch ein Wunder können Galiläer fließend andere Sprachen sprechen und sie haben eine spannende Botschaft zu überbringen — ein Beweis, dass Gott mit diesen Jüngern Jesu ist. (Lies Apostelgeschichte 2:1-8, 12, 15-17.) Ihre gute Botschaft erreicht Menschen unterschiedlichster Herkunft und verbreitet sich danach im ganzen Römischen Reich (Kol. 1:23).
2 Wir können heute nicht durch ein Wunder andere Sprachen sprechen. Aber Jehovas Zeugen übersetzen die Botschaft vom Königreich in über 670 Sprachen; das sind weit mehr als im 1. Jahrhundert (Apg. 2:9-11). Es wurden so große Mengen Literatur in so vielen Sprachen hergestellt, dass die Botschaft vom Königreich in jeden Winkel der Erde gedrungen ist.a Jehova lässt das Predigtwerk eindeutig durch den König Jesus Christus leiten (Mat. 28:19, 20). Sehen wir uns nun einige der Hilfsmittel an, die in den vergangenen 100 Jahren beim Predigen benutzt wurden. Dabei fällt auf, wie uns der König fortlaufend geschult hat, auf den Einzelnen einzugehen und echte Bibellehrer zu werden (2. Tim. 2:2).
Der König hilft seinen Dienern, den Samen der Wahrheit auszusäen
3. Warum benutzen wir beim Predigen die verschiedensten Hilfsmittel?
3 Jesus verglich das „Wort vom Königreich“ mit Samenkörnern und das Herz eines Menschen mit dem Erdboden (Mat. 13:18, 19). Wie ein Gärtner den Boden vor der Aussaat mit verschiedenen Geräten lockert, hat auch Jehovas Volk verschiedene Mittel benutzt, um Millionen Herzen für die gute Botschaft empfänglich zu machen. Manche dieser Werkzeuge waren vorübergehend nützlich. Andere, wie zum Beispiel Bücher und Zeitschriften, leisten nach wie vor unschätzbare Dienste. Im Gegensatz zu den Methoden der Massenkommunikation, die im vorigen Kapitel beschrieben wurden, förderten die hier besprochenen Werkzeuge den persönlichen Kontakt (Apg. 5:42; 17:2, 3).
Die Herstellung von Grammofonen und Verstärkeranlagen in Toronto (Kanada)
4, 5. Wie setzte man Schallplatten ein, aber was kam dabei zu kurz?
4 Schallplattenvorträge. Von den 30er-Jahren bis in die 40er spielten die Verkündiger auf tragbaren Grammofonen biblische Kurzvorträge ab. Die Platten liefen weniger als fünf Minuten und hatten oft kurze Titel wie „Dreieinigkeit“, „Fegefeuer“ und „Königreich“. Wie wurden sie eingesetzt? Bruder Clayton Woodworth jun., der sich 1930 in den Vereinigten Staaten taufen ließ, erzählte: „Ich hatte ein Grammofon zum Aufziehen in der Form eines Handköfferchens. Es besaß einen abnehmbaren Arm, den ich am Rand exakt aufsetzen musste, um die Platte richtig abspielen zu können. Ich ging zu einer Tür, machte den Koffer auf, montierte den Arm und klingelte. Sobald der Bewohner öffnete, sagte ich, dass ich ihm gern eine wichtige Botschaft vorspielen würde.“ Wie waren die Reaktionen? „Viele nahmen das Angebot an, doch andere machten einfach die Tür zu. Hin und wieder hielt man mich für einen Grammofonverkäufer.“
1940 gab es mehr als 90 Aufnahmen verschiedener Vorträge und über eine Million Platten
5 Im Jahr 1940 gab es Aufnahmen von mehr als 90 verschiedenen Kurzvorträgen und über eine Million Platten. John E. Barr — damals Pionier in England und später Mitglied der leitenden Körperschaft — sagte: „In den Jahren 1936 bis 1945 arbeitete ich mit dem Grammofon. Ohne diesen ständigen Begleiter fühlte ich mich verloren. Bruder Rutherfords Stimme an der Türschwelle zu hören gab mir so richtig Auftrieb. Man hatte das Gefühl, er stehe neben einem. Natürlich kam beim Grammofondienst nach wie vor das Lehren zu kurz. Man lernte dabei nicht, Herzen anzusprechen.“
6, 7. (a) Welche Vor- und Nachteile hatten die Zeugniskarten? (b) Wie hat Jehova die Zunge seiner Diener gelöst?
6 Zeugniskarten. Ab 1933 wurden die Verkündiger angeregt, beim Predigen von Haus zu Haus Zeugniskarten zu verwenden. So eine Karte maß etwa 8 mal 13 Zentimeter. Sie enthielt eine kurze biblische Botschaft und eine Beschreibung des Literaturangebots. Man gab die Karte einfach dem Wohnungsinhaber und bat ihn, sie zu lesen. Lilian Kammerud, später Missionarin in Puerto Rico und Argentinien, berichtete: „Der Dienst mit der Zeugniskarte kam mir sehr gelegen.“ Weshalb? „Nicht jeder von uns konnte die biblische Botschaft gut vermitteln. Ich lernte dadurch, auf Menschen zuzugehen.“
Zeugniskarte in Italienisch
7 Bruder David Reusch (1918 getauft) bemerkte: „Die Zeugniskarten machten es den Brüdern leichter, denn nur ganz wenige fühlten sich befähigt, die richtigen Worte zu finden.“ Dieses Hilfsmittel war allerdings nur von begrenztem Nutzen. Bruder Reusch erzählte: „Manchmal dachten die Leute, wir könnten nicht reden. Und in gewisser Hinsicht waren viele von uns ja auch stumm. Aber Jehova bereitete uns nun darauf vor, in der Öffentlichkeit als Prediger aufzutreten. Schon bald löste er unsere Zunge, und wir lernten, an den Türen die Bibel zu verwenden. Das wurde ab den 40er-Jahren durch die Theokratische Predigtdienstschule erreicht.“ (Lies Jeremia 1:6-9.)
8. Wie können wir uns von Christus schulen lassen?
8 Bücher. Seit 1914 hat Jehovas Volk über 100 verschiedene Bücher mit biblischen Themen veröffentlicht. Einige davon waren als Handbuch für wirkungsvolles Predigen gedacht. Anna Larsen aus Dänemark, die seit 70 Jahren als Verkündigerin im Einsatz ist, berichtet: „Durch die Theokratische Predigtdienstschule und die dazugehörigen Lehrbücher hat uns Jehova geholfen, beim Predigen geschickter zu werden. Ich weiß noch, wie 1945 das erste dieser Lehrbücher herauskam: Theokratische Hilfe für Königreichsverkündiger. 1946 folgte dann ‚Ausgerüstet für jedes gute Werk‘. Und seit 2001 haben wir das Buch Nutze die Belehrung der Theokratischen Predigtdienstschule.“ Die Theokratische Predigtdienstschule und die jeweiligen Bücher haben entscheidend dazu beigetragen, dass wir als Prediger „hinreichend befähigt“ sind (2. Kor. 3:5, 6). Wer an der Schule teilnimmt und jede Woche in seinem Buch die Tipps des Schulaufsehers mitverfolgt, lässt sich von Christus zu einem immer besseren Lehrer ausbilden (2. Kor. 9:6; 2. Tim. 2:15).
9, 10. Welche Rolle haben Bücher beim Säen und Bewässern gespielt?
9 Jehova hat durch seine Organisation auch dafür gesorgt, dass wir biblische Grundlehren leichter erklären können. Besonders gut wirkte sich das Buch Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt aus. Es erschien 1968 und war sofort ein voller Erfolg. Unser Königreichsdienst vom Dezember 1968 schrieb: „Die Nachfrage nach Wahrheits-Büchern ist so groß gewesen, dass die Brooklyner Druckerei vom September an Nachtschicht fahren musste.“ Weiter hieß es: „An einem bestimmten Stichtag im August lagen sogar Bestellungen auf eineinhalb Millionen mehr Exemplare vor, als geliefert werden konnten!“ Bis 1982 waren über 100 Millionen Exemplare in 116 Sprachen gedruckt worden. In den 14 Jahren von 1968 bis 1982 kamen durch das Wahrheits-Buch über 1 Million Verkündiger des Königreiches hinzu.b
10 Ein weiteres wirkungsvolles Bibelstudienbuch wurde 2005 herausgegeben. Es ist betitelt Was lehrt die Bibel wirklich? und hat bereits eine Auflage von rund 200 Millionen Exemplaren in 256 Sprachen. Das Ergebnis? In nur 7 Jahren — von 2005 bis 2012 — wurden ungefähr 1,2 Millionen neue Verkündiger der guten Botschaft gezählt. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Bibelstudien von 6 Millionen auf über 8,7 Millionen. Jehova segnet wirklich unsere Bemühungen, den Samen der Wahrheit zu säen und zu bewässern. (Lies 1. Korinther 3:6, 7.)
11, 12. Erkläre anhand der angeführten Bibeltexte, für wen unsere Zeitschriften gedacht sind.
11 Zeitschriften. Ursprünglich war Der Wacht-Turm hauptsächlich für die „kleine Herde“ gedacht, diejenigen mit „der himmlischen Berufung“ (Luk. 12:32; Heb. 3:1). Am 1. Oktober 1919 kam eine weitere Zeitschrift heraus, die eine ganz andere Leserschaft ansprechen sollte: die Öffentlichkeit. Die Zeitschrift wurde bei den Bibelforschern und der Allgemeinheit immer beliebter und hatte über viele Jahre eine wesentlich höhere Auflage als Der Wacht-Turm. Anfangs hieß sie Das Goldene Zeitalter. 1937 wurde sie in Trost umbenannt und seit 1946 kennt man sie als Erwachet!.
12 Über die Jahrzehnte haben sich Aufmachung und Format von Wachtturm und Erwachet! geändert, doch der Zweck ist derselbe geblieben: Gottes Königreich zu verkündigen und den Glauben an die Bibel zu fördern. Heute gibt es den Wachtturm als Studienausgabe und als Ausgabe für die Öffentlichkeit. Die Studienausgabe richtet sich an die „Hausknechte“, das heißt sowohl an die „kleine Herde“ als auch an die „anderen Schafe“ (Mat. 24:45; Joh. 10:16).c Die Ausgabe für die Öffentlichkeit ist für Leser gedacht, die mit der Wahrheit noch nicht vertraut sind, aber Achtung vor der Bibel und vor Gott haben (Apg. 13:16). Erwachet! spricht Menschen an, die kaum etwas über die Bibel und den wahren Gott wissen (Apg. 17:22, 23).
13. Was ist an unseren Zeitschriften bemerkenswert? (Dazu auch die Übersicht „Weltrekorde für Publikationen“.)
13 Anfang 2014 lag die monatliche Auflage von Erwachet! bei 44 Millionen; beim Wachtturm waren es 46 Millionen. Erwachet! wurde in rund 100 Sprachen übersetzt und Der Wachtturm in mehr als 200. Damit sind diese Zeitschriften die meistübersetzten und am weitesten verbreiteten Periodika auf der Welt. So beachtlich das auch ist, es sollte uns nicht überraschen, denn sie enthalten genau die Botschaft, die nach Jesu Worten auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt würde (Mat. 24:14).
14. Worauf haben wir immer großen Wert gelegt, und warum?
14 Die Bibel. Russell und seine Weggefährten hatten eine Körperschaft gegründet, um Literatur herausgeben zu können. 1896 änderten sie deren Namen auf Watch Tower Bible and Tract Society ab, damit das Wort Bibel darin erschien. Diese Änderung war passend, denn die Bibel war immer das wichtigste Werkzeug zur Verkündigung der guten Botschaft vom Königreich (Luk. 24:27). Wie der Name der Körperschaft sagt, haben Gottes Diener stets großen Wert auf das Verbreiten und Lesen der Bibel gelegt. 1926 zum Beispiel druckten wir auf unseren eigenen Maschinen The Emphatic Diaglott, eine Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften von Benjamin Wilson. Ab 1942 druckten und verbreiteten wir etwa 700 000 Exemplare der gesamten King James Version. Nur zwei Jahre später wurde von uns die American Standard Version gedruckt, die den Namen Jehova an 6 823 Stellen enthält. Im Jahr 1950 waren bereits 250 000 Exemplare in Umlauf.
15, 16. (a) Was schätzt du an der Neuen-Welt-Übersetzung? (Dazu auch der Kasten „Schnelleres Übersetzen der Bibel“.) (b) Wie können wir Jehova zu unserem Herzen sprechen lassen?
15 Im Jahr 1950 erschien die Neue-Welt-Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften in Englisch. Die gesamte Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift kam 1961 in einem Band heraus (dt. 1971). Diese Übersetzung macht Jehova alle Ehre, weil sein Name darin an Stellen wieder eingesetzt wurde, wo er auch im hebräischen Urtext stand. Der Gottesname erscheint außerdem 237 Mal im Haupttext der Christlichen Griechischen Schriften. Die Neue-Welt-Übersetzung wurde mehrmals überarbeitet (in Englisch zuletzt 2013), um zu gewährleisten, dass sie so genau und verständlich wie nur möglich ist. 2013 hatte die Neue-Welt-Übersetzung (als Gesamt- oder Teilausgabe) eine Auflage von 201 Millionen in 121 Sprachen.
16 Wie sind die Reaktionen, wenn Menschen die Neue-Welt-Übersetzung in ihrer Muttersprache lesen? Ein Mann aus Nepal sagte: „Viele fanden die alte Bibel in Nepali schwer verständlich, weil sie in der Literatursprache geschrieben ist. Jetzt, wo wir eine Bibel in der Alltagssprache haben, verstehen wir sie viel, viel besser.“ Als eine Frau in der Zentralafrikanischen Republik ihre Bibel in Sango aufschlug, fing sie an zu weinen und meinte: „Das ist die Sprache meines Herzens.“ Wie diese Frau können wir alle Jehova zu unserem Herzen sprechen lassen, wenn wir täglich in seinem Wort lesen (Ps. 1:2; Mat. 22:36, 37).
Gründe zur Dankbarkeit
17. Wie können wir uns für unsere Ausrüstung und Schulung dankbar zeigen, und wie wird sich das auf uns auswirken?
17 Wie dankbar können wir doch für die Ausrüstung und die fortlaufende Schulung sein, die uns der König Jesus Christus zukommen lässt! Wenn wir regelmäßig die Literatur lesen, die Jehovas Organisation druckt, und sie auch anderen schmackhaft machen, werden wir ähnlich wie Schwester Opal Betler empfinden. Sie ließ sich am 4. Oktober 1914 taufen und berichtete aus ihrem Leben: „Jahrelang benutzten mein Mann und ich Grammofone und Zeugniskarten. Wir predigten mit Büchern, Broschüren und Zeitschriften von Haus zu Haus. Wir nahmen an Feldzügen und Märschen teil und verteilten gedruckte Proklamationen. Später wurden wir geschult, Nachbesuche [heute Rückbesuche] bei Interessierten zu machen und Heimbibelstudien zu leiten. Wir hatten ein glückliches, ausgefülltes Leben.“ Jesus sagte voraus, dass seine Nachfolger gemeinsam säen und ernten und sich freuen würden. Das haben außer Opal und ihrem Mann Edward noch unzählige andere erlebt. (Lies Johannes 4:35, 36.)
18. Was ist ein Grund zu großer Freude?
18 Viele, die dem König noch nicht dienen, halten uns womöglich für „ungelehrte und gewöhnliche Menschen“ (Apg. 4:13). Doch diese „gewöhnlichen Menschen“ haben unter der Leitung des Königs einige der meistübersetzten und auflagenstärksten Veröffentlichungen aller Zeiten herausgebracht. Und was noch wichtiger ist: Christus hat uns geschult und angespornt, diese Hilfsmittel zu nutzen, um die gute Botschaft Menschen aller Nationen zu überbringen. Ist es nicht etwas ganz Besonderes, zusammen mit Christus den Wahrheitssamen auszustreuen und Jünger zu ernten?
a Allein in den vergangenen 10 Jahren wurden über 20 Milliarden biblische Publikationen hergestellt. Außerdem steht den weltweit über 2,7 Milliarden Internetnutzern unsere Website jw.org zur Verfügung.
b Einige andere Bibelstudienbücher sind Die Harfe Gottes (1921), „Gott bleibt wahrhaftig“ (1946), Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben (1982) und Erkenntnis, die zu ewigem Leben führt (1995).
c Siehe den Artikel „Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave?“ im Wachtturm vom 15. Juli 2013, Absatz 13, wo unser verfeinertes Verständnis über die „Hausknechte“ erörtert wird.
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Die Ergebnisse: „Die Felder“ sind „weiß . . . zur Ernte“Gottes Königreich regiert!
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KAPITEL 9
Die Ergebnisse: „Die Felder“ sind „weiß . . . zur Ernte“
1, 2. (a) Warum standen Jesu Jünger vor einem Rätsel? (b) Was für eine Ernte erwähnte Jesus?
DIE Jünger stehen vor einem Rätsel. Jesus hat gerade zu ihnen gesagt: „Erhebt eure Augen, und schaut die Felder an, dass sie weiß sind zur Ernte.“ Sie blicken in die Richtung, in die Jesus deutet, sehen aber nirgends weiße Felder, nur grüne — die Farbe der unreifen Gerste. „Was für eine Ernte?“, fragen sie sich wahrscheinlich, denn es sind noch Monate bis dahin (Joh. 4:35).
2 Jesus sprach jedoch nicht von einer Getreideernte. Er wollte seinen Jüngern zwei wichtige Merkmale einer geistigen Ernte klarmachen, bei der Menschen eingesammelt werden. Um welche Merkmale geht es? Das erfahren wir, wenn wir uns den Bericht etwas näher ansehen.
Aufruf zur Tat und Aussicht auf Freude
3. (a) Was veranlasste Jesus möglicherweise zu der Aussage, dass die Felder „weiß sind zur Ernte“? (Siehe Fußnote.) (b) Wie erläuterte Jesus seine Worte?
3 Jesu Gespräch mit seinen Jüngern ergab sich Ende des Jahres 30 u. Z. in der Nähe der samaritischen Stadt Sychar. Während die Jünger in die Stadt gingen, blieb Jesus bei einem Brunnen und sprach mit einer Frau über tiefe Gedanken. Sie verstand schnell, wie bedeutsam seine Lehren waren. Als die Jünger zurückkamen, eilte die Frau nach Sychar, um ihren Nachbarn die sensationellen Neuigkeiten zu erzählen. Ihre Worte stießen auf großes Interesse, und viele Samariter liefen zu dem Brunnen, um Jesus kennenzulernen. Als Jesus seinen Blick über die Felder hinaus in die Ferne schweifen ließ, sah er eine Menschenmenge kommen. Vielleicht war das der Moment, in dem er sagte: „Schaut die Felder an, dass sie weiß sind zur Ernte.“a Seine anschließenden Worte „Der Schnitter . . . sammelt Frucht zum ewigen Leben“ verdeutlichen, dass er nicht von einer buchstäblichen, sondern von einer geistigen Ernte sprach (Joh. 4:5-30, 36).
4. (a) Auf welche zwei Merkmale der Ernte wies Jesus hin? (b) Welche Fragen werden wir untersuchen?
4 Welche zwei wichtigen Merkmale dieser Ernte stellte Jesus heraus? Erstens: Die Arbeit ist dringend. Seine Aussage, dass die Felder „weiß sind zur Ernte“, war für seine Nachfolger ein Aufruf zur Tat. Wie dringlich das Werk war, betonte er mit den Worten: „Schon empfängt der Schnitter Lohn.“ Ja, die Ernte hatte schon begonnen — man durfte keine Zeit verlieren. Zweitens: Die Arbeiter freuen sich. Nach Jesu Worten würden sich Sämann und Schnitter „zusammen freuen“ (Joh. 4:35b, 36). Ähnlich wie sich Jesus gefreut haben muss, als er sah, dass „viele der Samariter“ an ihn glaubten, würden auch seine Jünger tiefe Freude bei ihrem vollen Einsatz in der Ernte empfinden (Joh. 4:39-42). Dieser Bericht aus dem 1. Jahrhundert hat uns viel zu sagen, denn er veranschaulicht, was heute bei der größten Ernte aller Zeiten vor sich geht. Wann begann die Ernte in neuerer Zeit? Wer macht dabei mit? Wie sehen die Ergebnisse aus?
Unser König geht bei der größten Ernte aller Zeiten führend voran
5. Wer geht bei der weltweiten Ernte führend voran, und wie zeigt die Vision von Johannes, dass die Arbeit dringend ist?
5 In einer Vision zeigte Jehova dem Apostel Johannes, wie er Jesus damit beauftragt, bei einer weltweiten Einsammlung von Menschen führend voranzugehen. (Lies Offenbarung 14:14-16.) In dieser Vision trägt Jesus eine „goldene Krone“ und hat eine „scharfe Sichel“ in der Hand. Die Krone unterstreicht seine Stellung als regierender König. Und die Sichel steht für seine Rolle beim Ernten. Durch die Worte des Engels: „Die Ernte der Erde ist ausgereift“, betont Jehova, wie dringend die Arbeit ist. „Weil die Stunde zum Ernten gekommen ist“, darf man keine Zeit verlieren. Auf Gottes Befehl: „Schick deine Sichel hinein“, legt Jesus sie an, und die Erde wird abgeerntet, das heißt, Menschen werden eingesammelt. Diese spannende Vision erinnert uns daran, dass die Felder auch heute „weiß sind zur Ernte“. Können wir durch diese Vision ermitteln, wann die weltweite Ernte begann?
6. (a) Wann begann die „Erntezeit“? (b) Erkläre, wann die eigentliche „Ernte der Erde“ anfing.
6 Gemäß Offenbarung 14 trägt Jesus bereits eine Krone, als er zum Ernten aufgefordert wird (Vers 14). Somit ist seine Einsetzung als König schon vorbei (Dan. 7:13, 14). Der Ernteaufruf kam also irgendwann nach 1914 (Vers 15). Dieselbe Abfolge begegnet uns im Gleichnis über die Weizenernte, wo Jesus sagt: „Die Ernte ist ein Abschluss eines Systems der Dinge.“ Die Erntezeit und der Abschluss des heutigen Systems fallen demnach zusammen: Sie begannen 1914. „Zur Erntezeit“, das heißt während dieses Zeitabschnitts, setzte die eigentliche Weizenernte ein (Mat. 13:30, 39). Von unserer heutigen Warte aus erkennen wir, dass sie einige Jahre nach Jesu Regierungsantritt anfing. Zunächst läuterte Jesus von 1914 bis in die erste Jahreshälfte von 1919 seine gesalbten Nachfolger (Mal. 3:1-3; 1. Pet. 4:17). Darauf startete 1919 „die Ernte der Erde“. Durch den neu eingesetzten treuen Sklaven gab Jesus unverzüglich zu verstehen, wie dringend das Predigtwerk war. Was geschah daraufhin?
7. (a) Wie erkannte man, dass das Predigtwerk dringend ist? (b) Wozu wurden die Brüder angespornt?
7 Im September 1920 schrieb Der Wacht-Turm: „Nach der Heiligen Schrift hat die Versammlung offenbar das große Vorrecht, die Botschaft vom Königreich zu überbringen.“ Durch die prophetischen Worte Jesajas beispielsweise erkannte man, dass die Botschaft vom Königreich weltweit verkündigt werden musste (Jes. 49:6; 52:7; 61:1-3). Wie das zu schaffen sein sollte, wusste man nicht, aber man war sich sicher, Jehova würde den Weg öffnen. (Lies Jesaja 59:1.) Das geschärfte Bewusstsein für die Dringlichkeit des Predigtwerks spornte die Brüder an, ihren Einsatz zu steigern. Wie zeigte sich das?
8. Welche zwei Merkmale des Predigtwerks erfasste man 1921/22?
8 Im März 1922 gab Der Wacht-Turm bekannt: „Es war bisher das beste Jahr; noch nie haben so viele Menschen die Botschaft der Wahrheit gehört wie 1921.“ Weiter hieß es: „Es liegt noch viel Arbeit vor uns. . . . lasst sie uns mit einem freudigen Herzen tun.“ Offensichtlich hatten die Brüder die zwei Merkmale des Predigtwerks erfasst, die Jesus seinen Aposteln vor Augen geführt hatte: Die Arbeit ist dringend, und die Arbeiter sind mit Freude dabei.
9. (a) Was schrieb Der Wachtturm 1955 über die Ernte, und warum? (b) Wie hat die Zahl der Verkündiger in den vergangenen 50 Jahren zugenommen? (Siehe die Grafik „Weltweites Wachstum“.)
9 Als man in den 30er-Jahren verstand, dass eine große Volksmenge anderer Schafe auf die Botschaft vom Königreich ansprechen würde, predigte man noch intensiver (Jes. 55:5; Joh. 10:16; Offb. 7:9). Das Ergebnis? Die Zahl der Verkündiger stieg von 41 000 im Jahr 1934 auf 500 000 im Jahr 1953. Der Wachtturm vom 1. März 1955 folgerte treffend: „Durch Jehovas Geist und die Macht seines Wortes ist diese große, weltweite Predigternte eingebracht worden“ (Sach. 4:6).b
WELTWEITES WACHSTUM
Land
1962
1987
2013
Australien
15 927
46 170
66 023
Brasilien
26 390
216 216
756 455
Frankreich
18 452
96 954
124 029
Italien
6 929
149 870
247 251
Japan
2 491
120 722
217 154
Mexiko
27 054
222 168
772 628
Nigeria
33 956
133 899
344 342
Philippinen
36 829
101 735
181 236
USA
289 135
780 676
1 203 642
Sambia
30 129
67 144
162 370
ZUNAHME AN BIBELSTUDIEN
1950
234 952
1960
646 108
1970
1 146 378
1980
1 371 584
1990
3 624 091
2000
4 766 631
2010
8 058 359
Das Ergebnis der Ernte anschaulich vorhergesagt
10, 11. Welche Merkmale des Wachstums werden in dem Gleichnis vom Senfkorn herausgestellt?
10 Jesus schilderte in seinen Gleichnissen vom Königreich in lebendiger Sprache, was durch die Ernte erreicht würde. Sehen wir uns dazu das Gleichnis vom Senfkorn und das vom Sauerteig an. Wir konzentrieren uns dabei vor allem auf die Erfüllung in der Zeit des Endes.
11 Das Gleichnis vom Senfkorn. Ein Mensch sät ein Senfkorn. Es wird schließlich zu einem Baum, in dem die Vögel Unterschlupf finden. (Lies Matthäus 13:31, 32.) Welche Merkmale des Wachstums werden in dem Gleichnis herausgestellt? (1) Das Ausmaß des Wachstums ist verblüffend. Das „winzigste“ aller Samenkörner wird gemäß Markus 4:31, 32 zu einem Baum, der „große Zweige“ treibt. (2) Das Wachstum ist gewiss. Im Markusevangelium heißt es weiter über das Senfkorn: „Wenn es gesät ist, geht es auf.“ Jesus sagte nicht „geht es vielleicht auf“, sondern „geht es auf“. Das Wachstum lässt sich nicht aufhalten. (3) Der immer größer werdende Baum lädt die „Vögel des Himmels“ dazu ein, sich in seinem Schatten niederzulassen. Was bedeuten diese drei Merkmale für die geistige Ernte von heute?
12. Wie lässt sich das Gleichnis vom Senfkorn auf die heutige Ernte übertragen? (Siehe auch die Grafik „Zunahme an Bibelstudien“.)
12 (1) Ausmaß des Wachstums: In diesem Gleichnis wird die Ausbreitung der Botschaft vom Königreich und das Wachstum der Christenversammlung hervorgehoben. Seit 1919 werden fleißige Erntearbeiter in die wieder bestehende Christenversammlung eingesammelt. Damals waren es nur wenige, aber die Zahl stieg rasch an. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist eine phänomenale Zunahme zu verzeichnen (Jes. 60:22). (2) Gewissheit: Das Wachstum der Christenversammlung lässt sich nicht aufhalten. Die Feinde Gottes konnten das zarte Pflänzchen mit noch so viel Geröll zuschütten, es kämpfte sich durch — allen Widerständen zum Trotz (Jes. 54:17). (3) Sich niederlassen: „Die Vögel des Himmels“, die sich in dem Baum niederlassen, stehen für viele Millionen aufrichtige Menschen aus etwa 240 Ländern und Territorien. Sie haben positiv auf die Botschaft vom Königreich reagiert und sich der Christenversammlung angeschlossen (Hes. 17:23). Dort erhalten sie geistige Nahrung, können aufleben und finden Schutz (Jes. 32:1, 2; 54:13).
Das Gleichnis vom Senfkorn zeigt, dass man sich in der Christenversammlung gut aufgehoben und geschützt fühlt (Siehe Absatz 11, 12)
13. Welche Merkmale werden in dem Gleichnis vom Sauerteig hervorgehoben?
13 Das Gleichnis vom Sauerteig. Eine Frau mischt unter eine Masse Mehl etwas Sauerteig, der alles durchsäuert. (Lies Matthäus 13:33.) Welche zwei Merkmale werden hier hervorgehoben? (1) Wachstum bewirkt eine Umwandlung. Die Masse wird durchsäuert. (2) Wachstum bedeutet Ausbreitung. Der Sauerteig durchsäuert alle „drei großen Maß Mehl“ — die ganze Masse. Wie lassen sich diese zwei Punkte auf die geistige Ernte von heute übertragen?
14. Wie lässt sich das Gleichnis vom Sauerteig auf die heutige Ernte übertragen?
14 (1) Umwandlung: Der Sauerteig steht für die Botschaft vom Königreich und die Masse Mehl für die Menschheit. Wie der Sauerteig das Mehl verändert, sobald beides vermengt wird, verändert auch die Botschaft vom Königreich das Herz der Menschen, wenn sie darauf ansprechen (Röm. 12:2). (2) Ausbreitung: Die Vermehrung des Sauerteigs steht für die Ausbreitung dieser Botschaft. Er durchdringt die ganze Masse. Ähnlich hat sich die gute Botschaft „bis zum entferntesten Teil der Erde“ ausgebreitet (Apg. 1:8). Dieses Merkmal des Gleichnisses deutet außerdem darauf hin, dass die Botschaft vom Königreich auch Verbotsländer erreicht. Das Wachstum geht dort natürlich weitgehend unbemerkt vor sich.
15. Wie haben sich die Worte aus Jesaja 60:5, 22 erfüllt? (Siehe auch die Kästen „Jehova machte es möglich“ und „Wie ‚der Kleine‘ zu einer ‚mächtigen Nation‘ wurde“.)
15 Rund 800 Jahre bevor Jesus diese Gleichnisse erzählte, prophezeite Jesaja in bildhafter Sprache, wie groß die Ernte sein würde und wie viel Freude sie auslösen würde.c „Von fern her“ würden Menschen zur Organisation Gottes strömen. Jehova sagte zu einer „Frau“, die heute auf der Erde durch die Gesalbten vertreten wird: „Du [wirst] sehen und gewiss strahlen, und dein Herz wird tatsächlich beben und weit werden, denn der Reichtum des Meeres wird sich dir zuwenden; ja das Vermögen der Nationen wird zu dir kommen“ (Jes. 60:1, 4, 5, 9). Das können viele langjährige Diener Jehovas nur bestätigen. Sie strahlen heute vor Freude darüber, dass aus einer Handvoll Verkündiger in ihrem Land viele Tausende geworden sind.
Warum alle Grund zur Freude haben
16, 17. Was ist ein Grund, warum „sich der Sämann und der Schnitter zusammen freuen können“? (Siehe auch den Kasten „Zwei Traktate berühren zwei Herzen im Amazonaswald“.)
16 Wir erinnern uns bestimmt daran, dass Jesus zu seinen Aposteln sagte: „Der Schnitter . . . sammelt Frucht zum ewigen Leben, sodass sich der Sämann und der Schnitter zusammen freuen können“ (Joh. 4:36). Warum gibt die weltweite Ernte Anlass, sich gemeinsam zu freuen? Greifen wir einmal drei Gründe heraus.
17 Erstens freuen wir uns über die Rolle, die Jehova bei dem Ganzen spielt. Beim Predigen der Botschaft vom Königreich sät man Samen (Mat. 13:18, 19). Kann man jemandem helfen, ein Jünger Christi zu werden, bringt man die Ernte ein. Und wir alle empfinden tiefe Freude, wenn wir staunend beobachten, wie Jehova den Samen vom Königreich „sprossen“ und „wachsen“ lässt (Mar. 4:27, 28). Manche Samenkörner gehen erst später auf und jemand anders bringt die Ernte ein. Vielleicht ist es dir auch schon so gegangen wie Joan aus Großbritannien, die sich vor 60 Jahren taufen ließ. Sie berichtete: „Schon mehrere haben mir gesagt, ich hätte vor Jahren Samen in ihr Herz gesät, als ich ihnen von der Wahrheit erzählte. Irgendwann haben dann andere ein Bibelstudium mit ihnen angefangen und ihnen geholfen, sich für Jehova zu entscheiden. Ich freue mich, dass meine Saat aufgegangen ist und geerntet wurde.“ (Lies 1. Korinther 3:6, 7.)
18. Welcher Grund zur Freude wird in 1. Korinther 3:8 genannt?
18 Zweitens können wir freudige Arbeiter sein, wenn wir im Sinn behalten, was Paulus sagte: „Jeder [wird] seinen eigenen Lohn gemäß seiner eigenen mühevollen Arbeit empfangen“ (1. Kor. 3:8). Der Lohn wird für die Arbeit gegeben, nicht für die Ergebnisse. Das kann allen Mut machen, die in ihrem Predigtgebiet nur wenig Widerhall finden. In Gottes Augen trägt jeder Zeuge, der mit ganzem Herzen Samen sät, „viel Frucht“ und hat deshalb Grund, sich zu freuen (Joh. 15:8; Mat. 13:23).
19. (a) Was hat Jesu Prophezeiung aus Matthäus 24:14 mit unserer Freude zu tun? (b) Was dürfen wir nicht vergessen, wenn es uns persönlich nicht gelingt, Jünger zu machen?
19 Drittens freuen wir uns, weil sich durch unsere Arbeit eine Prophezeiung erfüllt. Denken wir an Jesu Antwort auf die Frage seiner Apostel: „Was wird das Zeichen deiner Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge sein?“ Als ein Merkmal dieses Zeichens führte er ein globales Predigtwerk an. Sprach er hier vom Jüngermachen? Nein. Jesus sagte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis“ (Mat. 24:3, 14). Die Verkündigung des Königreiches — das Aussäen von Samen — ist somit ein Bestandteil des Zeichens. Wenn es uns also beim Predigen der guten Botschaft nicht gelingt, Jünger zu machen, gelingt es uns dennoch, „Zeugnis“ abzulegen.d Wie auch immer die Menschen reagieren, wir tragen zur Erfüllung der Prophezeiung Jesu bei und fühlen uns geehrt, „Gottes Mitarbeiter“ zu sein (1. Kor. 3:9). Wenn das kein Grund zur Freude ist!
„Vom Aufgang der Sonne selbst bis zu ihrem Untergang“
20, 21. (a) Wie erfüllen sich die Worte aus Maleachi 1:11? (b) Was hast du dir für die Ernte vorgenommen, und warum?
20 Im 1. Jahrhundert führte Jesus seinen Aposteln vor Augen, wie dringend die Ernte war. Dasselbe hat Jesus seinen Jüngern auch von 1919 an klargemacht. Sie haben daraufhin ihre Anstrengungen gesteigert und ihre Erntearbeit war nicht mehr aufzuhalten. Wie Maleachi voraussagte, wird heute „vom Aufgang der Sonne selbst bis zu ihrem Untergang“ gepredigt (Mal. 1:11). Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang — von Osten nach Westen, ja überall — arbeiten Sämann und Schnitter freudig zusammen. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang — von morgens bis abends, ja den ganzen Tag — arbeiten wir in dem Bewusstsein, dass die Zeit drängt.
21 Wenn wir auf die letzten 100 Jahre zurückblicken und sehen, wie eine kleine Gruppe von Dienern Gottes zu einer „mächtigen Nation“ geworden ist — hüpft da nicht unser Herz vor Freude? (Jes. 60:5, 22). Diese Freude und unsere Liebe zu Jehova, dem „Herrn der Ernte“, motiviert uns auch weiter, bei der größten Ernte aller Zeiten bis zum Ende mitzumachen (Luk. 10:2).
a Als Jesus von weißen Feldern sprach, nahm er eventuell auf die weißen Gewänder der näher kommenden Samariter Bezug.
b Mehr über diese Jahre und die Jahrzehnte danach erfährt man aus dem Buch Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes, Seite 425 bis 520. Dort werden die Ergebnisse des Erntewerks von 1919 bis 1992 beschrieben.
c Näheres über diese anschauliche Prophezeiung findet man in dem Buch Die Prophezeiung Jesajas — Licht für alle Menschen II, Seite 303 bis 320.
d Dieses wichtige Detail verstanden schon die ersten Bibelforscher. Zions Wacht-Turm (engl.) vom 15. November 1895 schrieb: „Wird auch noch so wenig Weizen eingesammelt, so wird doch zumindest reichlich Zeugnis für die Wahrheit abgelegt. . . . Das Evangelium können alle predigen.“
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Predigtwerk: Das Königreich wird weltweit bekannt gemachtGottes Königreich regiert!
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Links: Eine Vollzeitpredigerin in Korea (1931); rechts: Gespräch mit einer gehörlosen Koreanerin heute
TEIL 2
Predigtwerk: Das Königreich wird weltweit bekannt gemacht
DAS Wochenende ist gekommen und du möchtest früh in den Predigtdienst starten. Aber du fühlst dich noch ein bisschen müde und zögerst einen Moment. Wäre das schön, den ganzen Vormittag auszuspannen! Doch dann betest du und ziehst los. Deine Dienstpartnerin ist eine ältere Schwester, die dich mit ihrer Ausdauer und lieben Art tief beeindruckt. Während ihr den Menschen von der biblischen Wahrheit erzählt, kommt dir in den Sinn, dass deine Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt alle dieselbe Botschaft predigen, dieselbe Literatur verbreiten und dieselbe Schulung erhalten. Glücklich kehrst du nach Hause zurück. Du bist so froh, dass du nicht daheimgeblieben bist!
Die Predigttätigkeit ist zurzeit der wichtigste Auftrag des Königreiches. Nach Jesu Worten sollte dieses Werk in den letzten Tagen ein gewaltiges Ausmaß annehmen (Mat. 24:14). Wie hat sich Jesu Prophezeiung erfüllt? Heute erkennen weltweit Millionen, dass Gottes Königreich eine Realität ist. Teil 2 wird sich nun mit den Menschen, den Methoden und der Ausrüstung befassen, die für das Predigtwerk so unentbehrlich sind.
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