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Erwachet! 1999
g99 8. 11. S. 11-14

Kann der Krieg gegen Drogen gewonnen werden?

DEN Krieg gegen Drogen gewinnen zu wollen ist ein lobenswertes, aber nicht einfach zu verwirklichendes Ziel. Hinter dem Handel mit unerlaubten Drogen stecken zwei starke Antriebskräfte: Angebot und Nachfrage. Fast hundert Jahre lang haben sich Regierungen und Strafverfolgungsbehörden hauptsächlich darauf konzentriert, das Angebot zu verringern. Sie sind dabei von einer einfachen Gleichung ausgegangen: Ohne Drogen gibt es auch keine Drogensüchtigen.

Das Angebot verknappen

Zu diesem Zweck haben Drogenfahnder der Polizei umfangreiche Mengen an Drogen beschlagnahmt, und durch internationale Zusammenarbeit konnten hochrangige Drogenschmuggler hinter Schloß und Riegel gebracht werden. Die rauhe Wirklichkeit jedoch sieht so aus, daß sich dank wirkungsvoller Polizeiarbeit zwar manche Drogenschmuggler gezwungen sehen, ihre Aktivitäten in ein anderes Gebiet zu verlagern, sich andere Märkte zu suchen oder einfallsreicher zu werden, doch Einhalt geboten wird ihnen dadurch nicht. Ein Drogenexperte räumte ein: „Wir werden den Drogenhändlern so lange nicht gewachsen sein, wie ihnen unbegrenzte Mittel zur Verfügung stehen, wir hingegen um jeden Pfennig unseres Budgets kämpfen müssen.“

Joe de la Rosa, ein auf Verbrechensverhütung spezialisierter Beamter der Polizei von Gibraltar, äußerte sich gegenüber Erwachet! dazu, wie schwierig es ist, den Drogenschmuggel zwischen Afrika und der Iberischen Halbinsel in den Griff zu bekommen. Er sagte: „1997 stellten wir fast 400 Kilogramm Cannabisharz sicher. Das meiste davon wurde nicht bei Drogenschmugglern beschlagnahmt, sondern wurde im Meer treibend gefunden oder war an den Strand gespült worden. Das vermittelt eine Vorstellung davon, welch immense Drogenmengen jährlich die Straße von Gibraltar überqueren. Was wir sicherstellen, ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Schmuggler, die den Stoff von Afrika nach Spanien schaffen, verfügen über Schnellboote, gegen die unsere Zollboote keine Chance haben. Und wenn die Schmuggler Gefahr wittern, entdeckt zu werden, werfen sie die Drogen einfach über Bord, so daß wir keine Beweise haben, sie vor Gericht zu bringen.“

In anderen Teilen der Welt sieht sich die Polizei ähnlichen Schwierigkeiten gegenüber. Unauffällig gekleidete Reisende, Leichtflugzeuge, Containerschiffe und sogar Unterseeboote werden eingesetzt, um Drogen über die Weltmeere oder über durchlässige Grenzen zu schmuggeln. In einem Bericht der Vereinten Nationen wird geschätzt, daß „mindestens 75 Prozent der internationalen Drogenlieferungen aus dem Verkehr gezogen werden müßten, um die Rentabilität des Drogenschmuggels substantiell zu verringern“. Gegenwärtig beträgt der Anteil an Kokain, der sichergestellt wird, nicht viel mehr als 30 Prozent der Gesamtmenge; bei anderen Drogen ist der Anteil wesentlich geringer.

Warum packen denn die Regierungen das Problem nicht bei der Wurzel an und vernichten alle Cannabis-, Schlafmohn- und Kokapflanzungen? Die Vereinten Nationen haben diesen Schritt unlängst empfohlen, doch das ist nicht so leicht umzusetzen. Hanf kann praktisch in jedem Garten angebaut werden. Ein Hauptanbaugebiet für Koka in den Anden liegt in einer Gegend, die als „außerhalb der staatlichen Kontrolle“ gilt. Ähnlich ist die Lage in entlegenen Gebieten Afghanistans und Myanmars, der wichtigsten Ursprungsländer von Opium und Heroin.

Was die Sache noch komplizierter macht, ist der Umstand, daß Drogenschmuggler ohne weiteres auf Designerdrogen umstellen können, nach denen steigende Nachfrage herrscht. Und in geheimen Labors lassen sich diese synthetischen Drogen fast überall auf der Welt herstellen.

Könnte der Drogenhandel durch wirkungsvollere Polizeiarbeit und höhere Gefängnisstrafen eingedämmt werden? Es gibt einfach zu viele Drogenhändler, zu viele Süchtige und zu wenige Polizeibeamte, als daß diese Methode funktionieren könnte. In den Vereinigten Staaten zum Beispiel sitzen nahezu zwei Millionen Menschen hinter Gittern — viele davon wegen Drogenvergehen. Doch die Androhung von Gefängnisstrafen hat die Menschen nicht davon abgehalten, Drogen zu nehmen. In vielen Entwicklungsländern, wo der Drogenhandel blüht, sieht sich eine unterbesetzte und schlechtbezahlte Polizei außerstande, der Flut Einhalt zu gebieten.

Läßt sich die Nachfrage senken?

Da die Bemühungen, das Drogenangebot einzudämmen, fehlgeschlagen sind, stellt sich die Frage, ob nicht die Nachfrage gesenkt werden kann. „Der Krieg gegen Drogen ist nicht einfach Sache von Polizei, Gerichten und Gefängnissen, sondern in Wirklichkeit ein Kampf um Herz und Sinn von Menschen“, hieß es im Nachrichtenmagazin Time.

Joe de la Rosa, der bereits zitiert wurde, glaubt ebenfalls, daß Aufklärung die einzige Möglichkeit ist, wirksam gegen unerlaubte Drogen vorzugehen. Er sagt: „Drogensucht ist ein gesellschaftliches Problem, dessen Ursachen in der Gesellschaft begründet liegen; deshalb müssen wir die Gesellschaft ändern oder zumindest die Denkweise der Menschen. Wir bemühen uns, Schulen, Eltern und Lehrer mit einzubeziehen, damit sich alle der Tatsache bewußt sind: Die Gefahr besteht, Drogen sind verfügbar, und ihre Kinder könnten ihnen zum Opfer fallen.“

Was Jehovas Zeugen getan haben

Seit vielen Jahren haben sich Jehovas Zeugen daran beteiligt, Menschen durch Aufklärung vor Drogen zu bewahren. Sie haben Informationen veröffentlicht, die Eltern helfen sollen, ihre Kinder über die Gefahren von Drogen aufzuklären.a Außerdem hat ihre Predigttätigkeit dazu beigetragen, Drogenkonsumenten und -schmuggler wieder in die Gesellschaft einzugliedern.

Ana, von der im vorangegangenen Artikel die Rede war, wurde von ihrer Schwester mit Jehovas Zeugen in Kontakt gebracht, weil diese gehört hatte, daß die Zeugen Drogensüchtigen erfolgreich geholfen hatten. Obwohl Ana nicht besonders an der Bibel interessiert war, besuchte sie nach einigem Zögern einen Kongreß der Zeugen Jehovas. Dort entdeckte sie einen Mann, der ein berüchtigter Drogenhändler gewesen war, aber seine äußere Erscheinung und seinen Lebensstil radikal geändert hatte. „Ich dachte mir, wenn er sich ändern kann, kann ich es auch“, erzählt Ana. „Die Verwandlung, die bei ihm vor sich gegangen war, überzeugte mich, daß ich das Angebot annehmen sollte, die Bibel zu studieren.

Von meinem allerersten Bibelstudium an beschloß ich, zu Hause zu bleiben, denn ich wußte, wenn ich das Haus verließe, würde ich andere Drogensüchtige treffen und wieder anfangen, Drogen zu nehmen. Mir war bereits klar, daß es falsch ist, Drogen zu nehmen, und daß Gott diese Sucht nicht gutheißt. Auch hatte ich gesehen, was Drogen aus Menschen machen und welchen Schaden ich meiner eigenen Familie zugefügt hatte. Doch ich benötigte geistige Kraft, um mich aus meinem Drogengefängnis zu befreien. Die Entgiftung war hart. Eine Zeitlang schlief ich einfach nur den ganzen Tag, bis die Auswirkungen des Drogenmißbrauchs nachließen. Aber es war die Mühe wert.“

Echte Hoffnung und ein Sinn im Leben

Pedro, Anas Ehemann, der ebenfalls im vorangegangenen Artikel erwähnt wurde, kam auf ähnliche Weise von den Drogen los. „Eines Tages — ich rauchte gerade Haschisch in der Wohnung meines Bruders — entdeckte ich ein Buch mit einem Titel, der mich neugierig machte“, erzählt Pedro. „Es war das Buch Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt. Ich nahm es mit nach Hause, las es und schlug die Bibelstellen nach. Dann war ich sicher, die Wahrheit gefunden zu haben.

Die Bibel zu lesen und anderen von dem zu erzählen, was ich lernte, verbesserte meine Stimmung und verringerte mein Verlangen nach Drogen. Ich beschloß, einen beabsichtigten Raubüberfall auf eine Tankstelle nicht zu begehen. Ein Freund studierte mit Jehovas Zeugen die Bibel, und bald folgte ich seinem Beispiel. Innerhalb von neun Monaten änderte ich meinen Lebensstil und ließ mich taufen. Während dieser Zeit boten mir viele frühere Freunde Drogen an, doch ich begann sofort, mit ihnen über die Bibel zu reden. Manche reagierten positiv; einer überwand sogar seine Sucht.

Um mit dem Drogenmißbrauch brechen zu können, braucht man eine Hoffnung. Die Bibel gab mir diese Hoffnung, sie gab meinem Leben einen Sinn, und sie zeigte mir deutlich, wie Gott über Drogen und Gewalt denkt. Ich bemerkte, daß ich mich immer besser fühlte, je mehr ich den Allmächtigen kennenlernte — und zwar ohne irgendwelche negativen Nebenwirkungen. Später half mir das Zusammensein mit anständigen Menschen, die ich in den Zusammenkünften der Zeugen Jehovas traf, auf diesem Weg weiterzugehen.“

Vom Drogenschmuggler zum Maurer

José, der im vorigen Artikel erwähnte Drogenschmuggler, ist heute wieder Maurer. Es fiel ihm nicht leicht, sein lukratives Geschäft aufzugeben. Er räumt ein: „Drogen bringen eine Menge Geld, aber es ist keine gute Art, sein Geld zu verdienen. Ich beobachte Jugendliche, die Handfeuerwaffen tragen und dicke Autos fahren. Familien brechen auseinander, auf den Straßen nehmen Verbrechen überhand, und etliche Drogensüchtige brechen Autos auf, begehen Ladendiebstahl oder überfallen Leute, um sich Geld für Drogen zu beschaffen. Viele fangen mit Haschisch an, machen mit Ecstasy oder anderen Pillen weiter und experimentieren irgendwann mit Kokain oder sogar mit Heroin. Mir ist nun klar, daß ich dazu beitrug, vielen den Einstieg in diesen Teufelskreis zu ermöglichen.

Als ich mit Jehovas Zeugen die Bibel studierte, kam ich immer mehr zu der Überzeugung, daß meine Drogengeschäfte verkehrt waren. Ich wollte ein gutes Gewissen haben, und meine Frau, die ebenfalls die Bibel studierte, wünschte das gleiche. Freilich ist es nicht leicht, mit dem Drogenhandel aufzuhören. Ich erklärte meinen Kunden und meinen Drogenkurieren, daß ich die Bibel studiere und den Drogenhandel aufgegeben habe. Anfangs glaubten sie mir einfach nicht, und manche glauben mir bis heute nicht. Trotzdem hörte ich vor fast zwei Jahren auf, und ich habe es keine Minute bereut.

Im letzten Jahr habe ich als Maurer gearbeitet, in meinem eigentlichen Beruf. Nun verdiene ich in einem Monat ein Viertel dessen, was ich als Drogenhändler an einem Tag verdiente. Aber mein jetziger Lebensstil ist weitaus besser, und ich bin glücklicher.“

Eine globale Lösung, die erfolgreich sein wird

Einige wenige mutige Drogenschmuggler haben den Drogenhandel aufgegeben. Und Tausenden Drogenabhängigen ist mit unterschiedlichen Hilfsprogrammen geholfen worden, ihre Sucht zu überwinden. Dennoch ist, wie es im World Drug Report heißt, „dauerhafte Enthaltsamkeit bei seit langem stark drogensüchtigen Personen eher die Ausnahme als die Regel“. Auf jeden von der Sucht Geheilten kommen mehrere neue Opfer, die darin verstrickt werden. Angebot und Nachfrage steigen stetig.

Soll der Krieg gegen Drogen gewonnen werden, ist eine globale Lösung erforderlich, denn das Problem hat bereits globale Ausmaße angenommen. Diesbezüglich stellte die Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen fest: „Zwar wurden Drogenmißbrauch, Drogenschmuggel und die damit verbundene Beschaffungskriminalität in den meisten Ländern als eine Hauptbedrohung für die Sicherheit eingestuft, doch die Öffentlichkeit war sich kaum der Tatsache bewußt, daß unerlaubte Drogen ein globales Problem darstellen, das sich durch nationale Anstrengungen allein nicht mehr lösen läßt.“

Werden sich jedoch die Regierungen der Welt zusammentun, um die Menschheit von dieser globalen Geißel zu befreien? Die bislang erzielten Ergebnisse sind nicht gerade ermutigend. Die Bibel weist hingegen auf eine himmlische Regierung als endgültige Lösung hin, eine Regierung, die nationale Grenzen überwindet. Die Bibel sichert uns zu, Gottes Königreich unter Jesus Christus werde „für immer und ewig“ regieren (Offenbarung 11:15). Unter Gottes Königreich wird durch die göttliche Belehrung sichergestellt werden, daß die Nachfrage nach Drogen völlig verschwindet (Jesaja 54:13). Und die gesellschaftlichen und emotionellen Probleme, die heute einen perfekten Nährboden für den Drogenmißbrauch bilden, werden dann ein für allemal der Vergangenheit angehören (Psalm 55:22; 72:12; Micha 4:4).

Benötigen Sie Hilfe?

Schon heute werden Menschen durch die Hoffnung auf Gottes Königreich unter Christus motiviert, mit Drogen zu brechen. Weitere Informationen erhalten Sie, wenn Sie sich mit Jehovas Zeugen in Ihrer Gegend in Verbindung setzen.

[Fußnote]

a Siehe Kapitel 34 des Buches Fragen junger Leute — Praktische Antworten mit dem Thema „Warum soll ich Drogen ablehnen?“, herausgegeben von der Wachtturm-Gesellschaft.

[Bild auf Seite 11]

Drogenfahnder bei einer Verhaftung

[Bildnachweis]

K. Sklute/SuperStock

[Bild auf Seite 12]

Pedro und seine Frau Ana studieren mit ihren Kindern die Bibel

[Bild auf Seite 13]

Pedro beim Installieren von Sicherheitsanlagen

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