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  • Die gute Botschaft gelangt in die Landgebiete Südafrikas
  • Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1991
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  • Eine Sonntagsschule im Zululand
  • Im trockenen Bushveld
  • Ein Häuptling erläßt eine Verordnung
  • Vielen Wahrheitssuchern freudig helfen
  • Früchte der Arbeit
Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1991
w91 15. 11. S. 24-27

Die gute Botschaft gelangt in die Landgebiete Südafrikas

AUFGEBRACHTE Menschenmassen — Sondereinheiten der Polizei setzen Tränengas ein. Von blutigen Unruhen wurden in den letzten Jahren kleinere und größere Städte in der Republik Südafrika heimgesucht. Selbst die wunderschönen Landgebiete, wo mehr als 40 Prozent der Bevölkerung leben, blieben von politischen Gewaltakten nicht verschont. Inmitten all dieser Konflikte haben Jehovas Zeugen jedoch nicht aufgehört, ‘die gute Botschaft des Friedens’ zu verkündigen (Epheser 6:15).

Seit Jahren führen Jehovas Zeugen alljährlich dreimonatige Predigtfeldzüge durch, die sich speziell auf die Landbevölkerung konzentrieren. Im Jahre 1990 beteiligten sich beispielsweise über 12 000 Königreichsverkündiger aus 334 Versammlungen an dem Feldzug. Natürlich sind viele Hindernisse zu überwinden, um die verstreut lebenden Landbewohner Südafrikas zu erreichen.

Unter anderem müssen sich die Zeugen mit einer Vielzahl von Kulturkreisen und Sprachen befassen. Welch ein buntes Gemisch das ist! So gibt es Englisch und Afrikaans sprechende Bauern sowie Pedis, Sothos, Tsongas, Tswanas, Vendas, Xhosas und Zulus. Jede Gruppe hat ihre eigene Kultur und Sprache. Es müssen auch große Entfernungen auf holprigen Straßen überwunden werden. All das erfordert einen Geist der Aufopferung, erheblichen Zeitaufwand und finanzielle Mittel. Doch Jehova hat die Anstrengungen der Zeugen reichlich gesegnet. Wir möchten nun von einigen Schwierigkeiten, aber auch von den Freuden dieses einzigartigen Zweiges der Predigttätigkeit erzählen. (Vergleiche Maleachi 3:10.)

Eine Sonntagsschule im Zululand

Im Herzen des subtropischen Zululands liegt das tiefe Umvotital. Von den Felsen aus sieht man in der Ferne mehrere Zuludörfer mit strohgedeckten Hütten (Zulukrale). An einem Sonntag des Jahres 1984 erreichten zwei Königreichsverkündiger auf einer kurvenreichen, staubigen Straße das Tal. Wegen des feuchtheißen Klimas hat die Gegend den Spitznamen Kwa-Sathane (Wohnsitz Satans) — offenbar eine Anspielung auf die Irrlehre vom Höllenfeuer, das vom Teufel geschürt wird.

Schweißgebadet sprachen die Brüder eine Frau namens Doris an, die eine Sonntagsschulklasse leitete. Nachdem Doris die Königreichsbotschaft gehört hatte, lud sie die Zeugen sofort ein, das Wort an ihre aus etwa 40 Jugendlichen bestehende Gruppe zu richten. Mit welchem Ergebnis? In der darauffolgenden Woche kehrten die Brüder mit 70 Exemplaren des Buches Mein Buch mit biblischen Geschichten zurück, die an der dortigen Schule verwendet werden sollten. Innerhalb weniger Wochen wurde aus der Sonntagsschulatmosphäre eine Atmosphäre, wie man sie von einer Bibelstudiengruppe kennt. Statt Kirchenliedern wurden Königreichslieder gesungen, und zwar auf die für Afrika typische Weise — mit dem natürlichen, reizvollen Klang. Es dauerte nicht lange, und die Gruppe war auf über 60 Teilnehmer angewachsen. Ein Bruder rief begeistert aus: „Welch eine herzerfrischende Erfahrung es doch war, mitzuhelfen, diese Sonntagsschule in eine Stätte der wahren Anbetung umzuwandeln!“

Im trockenen Bushveld

Weil sich die Kirche in die politischen Unruhen einmischt, sind viele weiße Bauern vorsichtig, ja sogar mißtrauisch, wenn man sie mit der biblischen Botschaft anspricht. Das zeigt der Bericht einer Gruppe aus Johannesburg, die etwa 640 km zurücklegte, um die gute Botschaft in einem Teil Transvaals zu verkündigen:

„Wir sind nun fast vier Stunden in Richtung Norden über das hügelige Bushveld gefahren. Eine Luftspiegelung tanzt vor unseren Augen auf der geraden Straße und flimmert in der afrikanischen Sonne. Unvermittelt geht die Asphaltstraße in eine unbefestigte Straße voller Schlaglöcher und ausgefahrener Furchen über. Schließlich gelangen wir über einen sandigen Weg zu einem Gehöft.

Mit einem ‚Guten Morgen, Meneer [Herr]!‘ begrüßen wir einen stämmigen Bauern.

‚Morgen!‘ gibt er schroff zurück. ‚Worum geht’s?‘

Nachdem wir uns vorgestellt haben, erklären wir den Grund unseres Kommens. Kaum haben wir das letzte Wort über die Lippen gebracht, da schreit er auch schon los: ‚Mein Pfarrer hat mich vor euch gewarnt! Ihr seid alle Kommunisten und Antichristen. Verlaßt augenblicklich mein Grundstück, bevor ich ...!‘

Die Körperhaltung des Bauern läßt nichts Gutes ahnen, er kann jeden Moment gewalttätig werden. So bleibt uns nichts anderes übrig, als uns zurückzuziehen und ‘den Staub von unseren Füßen zu schütteln’ (Matthäus 10:14). Davon gibt es genug, um dies sogar buchstäblich zu tun.

Auf dem nächsten Hof erleben wir die gleiche Reaktion. Dann kommt uns der Gedanke, daß der Pfarrer der Niederländischen Reformierten Kirche wahrscheinlich nichts Eiligeres zu tun hat, als herumzutelefonieren, um ,seine Herde‘ vor der drohenden ,Gefahr‘ in der Nachbarschaft zu warnen. Schließlich treffen wir einen Bauern an, der uns erlaubt, mit seinen Arbeitern zu sprechen, obwohl er selbst nicht interessiert ist.

Genau darauf haben wir gewartet! In der Nähe einiger Akazien stehen dicht nebeneinander etwa 10 bescheidene, kleine Lehmhütten. Wir spüren förmlich die neugierigen, musternden Blicke aus den Hütten, während wir fein säuberlich Literatur auf der Kühlerhaube unseres Wagens stapeln — ein Stapel Bibeln, ein Stapel Bücher Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben, ein Stapel Mein Buch mit biblischen Geschichten und eine Auswahl Broschüren, die die kleine Ausstellung vervollständigen. Ein einheimischer Junge läuft los und informiert die Dorfbewohner über unsere Ankunft. Es dauert nicht lange, und etwa 30 Personen versammeln sich um unseren Wagen, um die Botschaft zu hören.

Wir spielen ein Tonband mit einer Predigt in Tschwana ab und beobachten, wie glücklich die Menschen sind, die gute Botschaft von Gottes Königreich und von der Hoffnung auf ein Paradies in ihrer eigenen Sprache zu hören. Es geht sehr lebhaft zu, während die Publikationen ihren Besitzer wechseln. Wir tun uns schwer, allen Literaturwünschen zügig nachzukommen. Ein alter Mann bietet uns sogar Geld für das Tonbandgerät an. Die Wertschätzung für die gute Botschaft berührt uns tief. Sie kommt auf mannigfaltige Weise zum Ausdruck — durch ein scheues Lächeln, eine Berührung oder ein leises ,Dankeschön!‘

Ganz spontan bilden die Kinder eine unregelmäßige Reihe und singen ein traditionelles Abschiedslied. Plötzlich verblaßt alles andere zur Bedeutungslosigkeit — die staubigen, holprigen Straßen und die gelegentlich unfreundliche Reaktion der Menschen. All die Anstrengungen haben sich gelohnt!“

Ein Häuptling erläßt eine Verordnung

Eine Versammlung von Soweto hatte eine Predigtdienstzuteilung für ein Stammesgebiet unweit der im Osten gelegenen Stadt Piet Retief. Die Sitte schreibt dort vor, daß ein Besucher sein Begehr zuerst dem induna (Häuptling) des Gebietes vorträgt. Die Brüder kamen der Anordnung nach, und wie überrascht waren sie doch, als der Häuptling sie herzlich willkommen hieß und ihnen sogar in seinem Haus Unterkunft anbot! Außerdem verfaßte er ein mit seinem Amtssiegel versehenes Schreiben, das die Verkündiger im Haus-zu-Haus-Dienst vorzeigten. Es lautete: „Diese Personen sind Prediger des Königreiches Gottes. Heißt sie willkommen, und hört ihnen zu!“

Die Resonanz war so überwältigend, daß die Zeugen planten, am Nachmittag des betreffenden Sonntags im Hof des Häuptlings einen öffentlichen Vortrag zu halten. Dieser „Königreichssaal“ unter freiem Himmel war bis auf den letzten Platz gefüllt, und die Zusammenkunft wurde mit Lied und Gebet eröffnet und beendet. Ähnliche Erfahrungen mit aufgeschlossenen Menschen hat es auch in anderen Landgebieten gegeben.

Nehmen wir beispielsweise Nathaniel aus dem kleinen Dorf Pitsedisulejang in einer Gegend Bophuthatswanas, die von einer Dürre heimgesucht worden war. Als Entwicklungshelfer der Gemeinde arbeitete er an einem Projekt, das darauf abzielte, den Einheimischen beizubringen, wie man mit Erfolg Gemüse anbaut. Er träumte davon, diese dürre Gegend in ein Paradies zu verwandeln. Als er jedoch erfuhr, daß bald weltweit ein Paradies erstehen würde, strahlten seine Augen. Eifrig notierte er jeden Bibeltext, den ihm die Verkündiger zeigten. Unverzüglich wurde Nathaniel mit der nächsten Versammlung — etwa 30 km entfernt — in Verbindung gebracht.

Vielen Wahrheitssuchern freudig helfen

„Jehova führte uns vor Augen, daß Armut für einen geistig Hungernden kein Hindernis darstellt, die Wahrheit kennenzulernen“, sagte Monika, eine Pionierin oder Vollzeitkönigreichsverkündigerin. Sie hatte sich einer Pioniergruppe angeschlossen, die in den weiten Ebenen des Oranjefreistaats im Landesinnern von Hof zu Hof predigte. Wie empfanden die Pioniere, nachdem sie sich für diese Menschen verausgabt und ihnen die gute Botschaft überbracht hatten? „Ließe sich all das, was wir erlebt haben, je mit Geld bezahlen?“ war ihre Antwort. Tatsächlich wurden die Pioniere für ihre Anstrengungen in geistiger Hinsicht reich belohnt.

Auch wenn ein geistig Hungernder nicht lesen kann, läßt er sich nicht davon abhalten, die biblische Wahrheit kennenzulernen. Die schön illustrierte Broschüre Für immer auf der Erde leben! wird besonders von denen gut aufgenommen, die nicht oder nur sehr wenig lesen können. Alt und Jung gleicherweise sind von den farbenfrohen Bildern vom Paradies begeistert. Ein Vollzeitarbeiter, der beim Drucken der Literatur hilft, bemerkte: „Diese Broschüre erleichtert es den Menschen, sich das Paradies als eine Realität vorzustellen, und vertieft ihre natürliche Achtung und Ehrfurcht vor der Bibel.“

Aus demselben Grund ist auch die Publikation Mein Buch mit biblischen Geschichten sehr beliebt. In einem abgelegenen Gebiet Lebowas staunten zwei unserer Schwestern nicht schlecht, als sie dieses Buch in Pedi bei einem alten sehbehinderten Mann und seiner Frau entdeckten. Das Ehepaar benutzte es als Grundlage bei der Belehrung der einheimischen Kinder. Es war vom Studieren und Unterstreichen schon so abgenutzt, daß es fast in seine Bestandteile zerfiel. Beide waren außer sich vor Freude über ein neues Exemplar.

Somit decken wahrheitsgetreue christliche Veröffentlichungen einen großen Bedarf, wenn es darum geht, den nach der Wahrheit Hungernden zu helfen. Bemerkenswerterweise stellt die Watch Tower Society einen beachtlichen Anteil aller Druckerzeugnisse her, die es in den vielen einheimischen Sprachen Südafrikas gibt. Allein 1990 wurden 113 529 Bücher, Broschüren und Zeitschriften, die von der Gesellschaft gedruckt worden sind, in den Landgebieten Südafrikas verbreitet.

Früchte der Arbeit

Ist es bei den schönen Erfahrungen geblieben, oder hat die Literaturabgabe in den Landgebieten Südafrikas Frucht getragen? Ganz bestimmt! Als unmittelbares Ergebnis der Verkündigung der guten Botschaft in diesem Land wurden seit 1989 vier Versammlungen gegründet, und es entstanden neun Verkündigergruppen. Sonderpioniere auf Zeit und allgemeine Pioniere waren maßgeblich an dem Werk beteiligt.

Erinnerst du dich an Doris und ihre Sonntagsschule in dem abgelegenen Tal des Zululands? Heute ist sie eine getaufte Zeugin Jehovas. Überdies macht eine blühende Gruppe von neun Königreichsverkündigern dort weiterhin gute Fortschritte. Viele Neue besuchen die Zusammenkünfte, die in der Wohnung von Doris durchgeführt werden, und sieben Personen, mit denen sie Bibelstudien durchführte, ließen sich auf dem letzten Bezirkskongreß im Dezember 1990 in Durban taufen.

Solche Früchte sind für die Königreichsverkündiger in Südafrika ein herzerfrischender Ansporn. Sie nehmen die Worte des Apostels Paulus ernst, der sagte: „Laßt uns denn, solange wir günstige Zeit dafür haben, gegenüber allen das Gute wirken“ (Galater 6:10). Ja, Jehovas Zeugen sind bestrebt, alle ehrlichgesinnten Menschen zu erreichen, einschließlich der Landbevölkerung im „entferntesten Teil der Erde“ (Apostelgeschichte 1:8).

[Karten/Bilder auf Seite 24]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

Lebowa

TRANSVAAL

Soweto

Piet Retief

Bophuthatswana

ORANJEFREISTAAT

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