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    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
    • Den Missionaren hinterhergepaddelt

      Doch einige Stunden nachdem die Missionare Gansé verlassen hatten, kam der 18jährige Buschneger Frederik Wachter dort an. Freunde erzählten ihm, daß in Gansé zwei große, weiße Männer gewesen seien, vermutlich Zeugen Jehovas. Frederik war enttäuscht. Ein Jahr lang hatte er nach den Zeugen gesucht, und nun waren sie dagewesen und wieder fortgegangen. Aber als Frederik erfuhr, daß die Missionare am nächsten Tag mit dem Zug abfahren würden, sagte er: „Ich muß sie einholen, bevor der Zug wegfährt.“ Würde er es schaffen?

      Am Montagmorgen, als die Missionare erwachten, bemerkten sie einen kleinen, schüchternen Buschneger, der draußen auf sie wartete. „Haben Sie in meinem Dorf gepredigt?“ fragte Frederik. „Ja“, antworteten die überraschten Missionare. „Warum fragen Sie?“

      „Ich habe Ihren Besuch verpaßt, aber ich bin gekommen, um Ihre Lehren noch besser kennenzulernen.“ Die Missionare setzten sich mit Frederik hin, beantworteten seine Fragen über den Sabbat, die Taufe, das Königreich und andere Themen, doch sie wollten wissen, wann dieser intelligente junge Mann zum erstenmal von Jehova gehört hatte. Das kam so:

      Vier Jahre nachdem sein Onkel 1950 die vier Bücher von den zwei Brüdern entgegengenommen hatte, die man kurz danach aus Gansé hinausgejagt hatte, fand Frederik die Bücher, las sie und lernte etwas über den Zustand der Toten kennen. Von da an weigerte er sich, bei den abergläubischen Zeremonien seines Stammes mitzumachen. Er trat auch aus der Herrnhuter Brüdergemeine aus und hatte den Wunsch, eines Tages Zeugen Jehovas zu treffen.

      An diesem Montagmorgen war sein Wunsch in Erfüllung gegangen. Aber nun fuhr der Zug ein. Bevor die Missionare einstiegen, gaben sie ihm das Buch „Gott bleibt wahrhaftig“ und luden ihn ein, bei seinem nächsten Besuch in der Hauptstadt auch das Zweigbüro zu besuchen. Frederik versprach zu kommen.

      Der erste Buschneger wird ein Bruder!

      Im darauffolgenden Monat, Oktober, klopfte ein barfüßiger junger Mann an die Tür des Missionarheims. Dirk Stegenga erinnert sich: „Frederik hatte das Buch ,Gott bleibt wahrhaftig‘ gelesen, wußte jede Einzelheit und verstand die Wahrheit. Zwei Wochen lang kam er täglich ins Missionarheim, um zu studieren. Aber er besuchte nicht die Zusammenkünfte. Wir wunderten uns.“

      „Als ich ihn eines Tages wieder einlud“, fährt Dirk fort, „senkte Frederik den Kopf und murmelte: ‚Ich habe keine Schuhe.‘ Er schämte sich, ohne Schuhe zu kommen. Natürlich wollten wir keinen ‚Reis‘christen aus ihm machen, indem wir ihm Schuhe gaben. Ich sagte statt dessen zu ihm: ‚Wir werden einen Film zeigen. Es wird also dunkel sein. Keiner wird sehen, daß Sie keine Schuhe haben.‘ Wie freuten wir uns doch, Frederik an diesem Abend unter den Anwesenden zu sehen!“ Und wie sehr er sich freute, durch den Film „Die Neue-Welt-Gesellschaft in Tätigkeit“ zu erfahren, daß Tausende von Afrikanern Jehova fröhlich dienten — ohne Schuhe!

      Nach zwei Wochen kehrte Frederik nach Hause zurück, und zwar mit einem weiteren Wunsch: den Kongreß „Triumphierendes Königreich“ im Dezember zu besuchen. Tag für Tag arbeitete er, um Geld für die Kongreßreise zu sparen. Er schaffte es. Am 11. Dezember ließ er sich taufen. Oh, welch eine Freude es doch war, den ersten Buschneger als Bruder willkommen zu heißen! Heute macht Bruder Wachter als Sonderpionier guten Gebrauch von seinem hervorragenden Gedächtnis für Bibelstellen. „Frederiks Erfahrung“, erklärt Dirk zusammenfassend, „machte mir klar, daß wir unbedeutende Werkzeuge in Jehovas Hand sind. Schließlich fand Frederik uns, nicht wir ihn.“

  • Surinam
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
    • [Bild auf Seite 215]

      Frederik Wachter, der erste Buschneger, der ein Zeuge wurde

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