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„Zeitweilig Ansässige“, die Jehova vereint anbetenDer Wachtturm 2012 | 15. Dezember
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1. Wie denken manche über Ausländer, aber warum ist das verkehrt?
„AUSLÄNDER“ — für manchen schwingt allein in dem Wort schon Geringschätzung oder gar Verachtung mit. Wer Menschen von einer anderen Nation für minderwertig hält, verrät jedoch nicht nur einen eklatanten Mangel an Respekt, sondern ignoriert auch die Fakten. Eine Anthropologin schrieb einmal: „Die Menschen aller Rassen sind, wie die Bibel es sagt — Brüder.“ So verschieden Brüder oft sein können: Sie sind und bleiben Brüder.
2, 3. Wie denkt Jehova über Ausländer?
2 Wo auch immer wir leben, Ausländer gibt es überall. Das war schon im alten Israel so. Jehova Gott war ja mit dieser Nation durch den Gesetzesbund eine besondere Verbindung eingegangen. Somit galten für Ausländer, die in Israel lebten, zwar manche Beschränkungen, aber Jehova verlangte von den Israeliten, sie fair und respektvoll zu behandeln. Ein sehr gutes Beispiel für uns! Unter echten Christen haben Vorurteile oder Parteilichkeit nichts zu suchen. Warum nicht? Der Apostel Petrus erklärte: „Bestimmt merke ich, dass Gott nicht parteiisch ist, sondern dass für ihn in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist“ (Apg. 10:34, 35).
3 Ausländer in Israel kamen durch den engen Kontakt mit den Einheimischen in den Genuss vieler Vorteile. Daran wurde deutlich, wie Jehova über Ausländer denkt. Paulus brachte das einmal mit der Aussage auf den Punkt: „Ist er nur der Gott der Juden? Nicht auch der Menschen der Nationen? Doch, auch der Menschen der Nationen“ (Röm. 3:29; Joel 2:32).
4. Warum kann man sagen, dass es im „Israel Gottes“ keine Ausländer gibt?
4 Später löste Jehova seine besondere Verbindung mit der Nation Israel auf und schloss stattdessen einen neuen Bund mit der Versammlung der gesalbten Christen, „Israel Gottes“ genannt (Gal. 6:16). Und Paulus erklärte, dass es darin „weder Grieche noch Jude . . . , weder Beschneidung noch Unbeschnittenheit, Ausländer, Skythe, Sklave, Freier“ gibt, sondern dass „Christus alles und in allen ist“ (Kol. 3:11). So betrachtet sollte es in der Christenversammlung keine Ausländer geben.
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„Zeitweilig Ansässige“, die Jehova vereint anbetenDer Wachtturm 2012 | 15. Dezember
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ÜBER NATIONALE GRENZEN HINAUSSCHAUEN
11. Was verrät Salomos Einweihungsgebet darüber, wie Jehova Ausländer sieht?
11 Eine Einladung, die mit Jehovas Versprechen an Abraham im Einklang stand, finden wir in einem Gebet Salomos. Bei der Einweihung des Tempels im Jahr 1026 v. u. Z. erklärte er, Menschen aus allen Nationen würden Jehova mit seinem Volk preisen, als er von Herzen betete: „Auch auf den Ausländer, der nicht zu deinem Volk Israel gehört und der wegen deines Namens tatsächlich aus einem fernen Land kommt (denn sie werden von deinem großen Namen und deiner starken Hand und deinem ausgestreckten Arm hören), und er kommt in der Tat und betet zu diesem Haus hin, mögest du deinerseits von den Himmeln, deiner festen Wohnstätte, her hören, und du wollest gemäß allem tun, worum der Ausländer zu dir ruft, auf dass alle Völker der Erde deinen Namen kennenlernen, damit sie dich ebenso fürchten, wie es dein Volk Israel tut“ (1. Kö. 8:41-43).
12. Warum sehen manche Jehovas Zeugen als „weltfremd“ an?
12 Als Ausländer gilt ja jemand, der nicht die Staatsangehörigkeit des Landes besitzt, in dem er sich aufhält, und der in einer Gruppe oder Gemeinschaft als Fremder wahrgenommen wird. Das beschreibt sehr gut unsere Situation als Zeugen Jehovas. Unsere Loyalität gilt einer himmlischen Regierung: Gottes Königreich mit Christus als Herrscher. Aus der Politik unserer „Aufenthaltsländer“ halten wir uns deshalb strikt heraus — auch wenn manche uns deswegen als „weltfremd“ abstempeln.
Niemand von ihnen ist in Jehovas Augen ein Ausländer
13. (a) Warum ist das Konzept „Ausländer“ oft nur eine Frage der Wahrnehmung? (b) Hatte Jehova dieses Konzept jemals im Sinn?
13 Ausländer oder Fremde fallen zumeist auf, weil sie anders sind: Sie sehen anders aus, sprechen eine andere Sprache, kleiden sich anders, haben andere Bräuche. Doch was sie mit jedem anderen Menschen, egal welcher Herkunft, gemeinsam haben, überwiegt all solche Unterschiede bei Weitem. Genau genommen existiert das Konzept „Ausländer“ demnach nur in den Köpfen derer, die sich auf jemandes Andersartigkeit konzentrieren. Lernt man hingegen, tatsächliche (oder vermeintliche) Unterschiede zu überbrücken, verliert dieser Begriff weitgehend seine Bedeutung. Würden alle Menschen auf der Erde unter nur einer einzigen Regierung leben, dann gäbe es logischerweise überhaupt keine Ausländer. Genau das hatte Jehova ursprünglich mit den Menschen vor: Alle sollten eine Familie bilden unter einer Regierung, seiner Herrschaft. Ist so etwas heute auch nur ansatzweise denkbar?
14, 15. Was haben Jehovas Zeugen als Gruppe schätzen gelernt?
14 Einen erfrischenden Kontrast zur egoistischen und nationalistischen Gesinnung von heute bildet die Denkweise von Personen, die über nationale Grenzen hinausschauen können und es auch wollen. Vorurteile zu überwinden ist natürlich nicht immer so einfach. Ted Turner, Gründer des Nachrichtensenders CNN, schrieb über seine Zusammenarbeit mit hoch qualifizierten Persönlichkeiten aus aller Herren Länder: „Es war eine unglaubliche Erfahrung, diesen Personen zu begegnen. So nahm ich Menschen aus anderen Ländern immer weniger als ‚Ausländer‘ wahr und immer mehr als Mitbürger des gleichen Planeten. Allein der Begriff ‚ausländisch‘ bekam für mich einen abwertenden Beigeschmack, und so stellte ich die Regel auf, dass er in CNN weder auf Sendung noch in Gesprächen im Büro verwendet werden dürfe. ‚Ausländisch‘ solle durch ‚international‘ ersetzt werden.“
15 Rund um die Erde sind Jehovas Zeugen die Einzigen, die sich als Gruppe die Sichtweise Jehovas zu eigen gemacht haben. Dadurch haben sie es geschafft, nationale Schranken niederzureißen — und zwar nicht nur in den Köpfen, sondern auch im Herzen. Sie begegnen Menschen anderer Nationen und Volksgruppen nicht mit Misstrauen, Argwohn, geschweige denn mit offenem Hass. Vielmehr haben sie die Vielfalt an Eigenschaften und Talenten unter all diesen Gruppen als schöne Bereicherung schätzen gelernt. Hast du dir schon einmal bewusst gemacht, wie außergewöhnlich das ist und wie sehr das auch dein Leben bereichert?
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