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Vorherbestimmung, VorherwissenEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Auch bei Esau und Jakob wurde durch Gottes Vorherwissen nicht ihr endgültiges Geschick festgelegt, sondern lediglich vorherbestimmt, welche der beiden aus den zwei Söhnen hervorgehenden Völkerschaften die Vorherrschaft über die andere erlangen würde (1Mo 25:23-26). Dadurch wurde ferner darauf hingewiesen, dass Jakob das Erstgeburtsrecht erhalten würde, mit dem das Vorrecht verbunden war, Teil der Abstammungslinie zu werden, aus der der abrahamische „Same“ hervorgehen sollte (1Mo 27:29; 28:13, 14).
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Vorherbestimmung, VorherwissenEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Die von Paulus zitierten Worte über Jehovas Liebe zu Jakob (Israel) und seinen Hass gegen Esau (Edom) stammen aus Maleachi 1:2, 3 und sind lange nach den Tagen Jakobs und Esaus niedergeschrieben worden. Aus der Bibel geht somit nicht unbedingt hervor, dass Jehova diese Meinung über die Zwillinge schon vor ihrer Geburt hatte. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die allgemeine Wesensart und das Temperament eines Kindes zur Zeit der Empfängnis von den Erbfaktoren der Eltern bestimmt werden. Gott kann diese Faktoren selbstverständlich sehen. David sagte von Jehova: „Deine Augen sahen sogar den Embryo von mir“ (Ps 139:14-16; siehe ferner Pr 11:5). Inwieweit Jehovas Vorherbestimmung in Verbindung mit den beiden Jungen durch diesen Einblick beeinflusst wurde, kann nicht gesagt werden, aber auf alle Fälle wurden dadurch, dass Gottes Wahl nicht auf Esau, sondern auf Jakob fiel, weder Esau noch seine Nachkommen, die Edomiter, zur Vernichtung verurteilt. Selbst einige der verfluchten Kanaaniter erhielten ja das Vorrecht, sich mit Gottes Bundesvolk zu verbinden, wodurch sie gesegnet wurden (1Mo 9:25-27; Jos 9:27; siehe KANAAN, KANAANITER Nr. 2).
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Vorherbestimmung, VorherwissenEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Die „Sinnesänderung“, die Esau mit Tränen ernsthaft suchte, war jedoch lediglich ein erfolgloser Versuch, seinen Vater Isaak zu veranlassen, seine Entscheidung zu ändern und Jakob nicht den ganzen für den Erstgeborenen bestimmten Segen zu überlassen. Esau bewies dadurch also nicht, dass er seine materialistische Einstellung vor Gott bereute (1Mo 27:32-34; Heb 12:16, 17).
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