-
Eine wunderbare LaufbahnDer Wachtturm 1989 | 1. April
-
-
GEGEN die Reling der Kanalfähre gelehnt, starrte ich in der Morgendämmerung auf einen Punkt am Horizont. Zusammen mit meinem Bruder war ich am Abend zuvor in Southampton (England) an Bord des Schiffes nach Saint-Malo (Frankreich) gegangen. Wir waren jedoch nicht als Touristen unterwegs, sondern wollten in Frankreich die gute Botschaft von Gottes Königreich verkündigen. Nach der Ankunft in Saint-Malo holten wir unsere Fahrräder ab und radelten südwärts.
Damit begann für uns, meinen jüngeren Bruder John und mich, vor über 57 Jahren der Missionardienst im Ausland. Aber was hatte uns veranlaßt, Vollzeitdiener zu werden? Was hatte uns bewogen, das geruhsame Leben in unserem behaglichen Zuhause in England aufzugeben?
-
-
Eine wunderbare LaufbahnDer Wachtturm 1989 | 1. April
-
-
Unsere erste Zuteilung war die Stadt La Rochelle und deren Umgebung an der Westküste Frankreichs.
Pionierdienst in Frankreich — mit dem Fahrrad
Als wir von Saint-Malo südwärts fuhren, erfreuten wir uns an dem Anblick der Obstplantagen in der Normandie und an dem aromatischen Geruch aus den Apfelweinkeltereien. Damals konnte niemand ahnen, daß die nahen Strände der Normandie 13 Jahre später, während des Zweiten Weltkriegs, durch eine der blutigsten Schlachten der Geschichte verwüstet werden sollten; wir konnten uns allerdings auch nicht vorstellen, daß wir so lange im Vollzeitdienst stehen würden. Im Spaß sagte ich zu John: „Ich glaube, wir können fünf Jahre Pionierdienst schaffen. Bis Harmagedon kann es nicht mehr lange dauern.“
Nach dreitägiger Fahrt erreichten wir La Rochelle. Da wir beide etwas Französisch sprachen, hatten wir keine Schwierigkeiten, ein bescheidenes möbliertes Zimmer zu finden. Mit unseren Fahrrädern fuhren wir in alle Dörfer im Umkreis von 20 km und verbreiteten biblische Literatur. Dann zogen wir in eine andere Stadt und verfuhren dort ebenso. In jenem Teil Frankreichs waren wir damals die einzigen Zeugen.
Im Juli 1932 wurde John, der in der Schule Spanisch gelernt hatte, von der Gesellschaft nach Spanien gesandt. Ich setzte zwei Jahre lang mit verschiedenen Partnern aus England den Dienst in Südfrankreich fort. Da es dort keine Möglichkeit gab, Gemeinschaft mit anderen Zeugen zu pflegen, waren das regelmäßige Gebet und das Bibelstudium ungemein wichtig, damit wir unsere geistige Stärke bewahren konnten. Einmal im Jahr fuhren wir zum Besuch des Kongresses nach England.
Auf Betreiben der sehr einflußreichen katholischen Kirche wurden wir 1934 aus Frankreich ausgewiesen.
-
-
Eine wunderbare LaufbahnDer Wachtturm 1989 | 1. April
-
-
Als im September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, diente John in Bordeaux (Frankreich), und ich war Versammlungsdiener in Derby (England).
-