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„Jehova brachte euch nach Frankreich, damit ihr die Wahrheit kennenlernt“Der Wachtturm 2015 | 15. August
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ALS Junge hatte Antoine Skalecki mal ein Pony, mal ein Pferd als ständigen Begleiter. 500 Meter unter Tage trotteten sie zusammen durch die schwach beleuchteten Stollengänge eines Bergwerks und zogen dabei schwere Kohlewagen. Da Antoines Vater bei einem Stolleneinsturz schwer verletzt worden war, hatte die Familie keine andere Wahl, als den Jungen zur Arbeit in die Zeche zu schicken. Dort musste er jeden Tag neun Stunden schuften. Einmal kam er selbst fast ums Leben, als ein Stollen einstürzte.
Ausrüstung polnischer Bergmänner und die Zeche in Dechy bei Sin-le-Noble, auf der Antoine Skalecki gearbeitet hat
Antoine war eines von vielen polnischen Kindern, die in den 1920er- und 1930er-Jahren in Frankreich geboren wurden. Ihre Eltern waren wie so viele andere von Polen nach Frankreich ausgewandert. Weshalb? Als nach dem 1. Weltkrieg Polen wieder unabhängig geworden war, wurde die Überbevölkerung in einigen Teilen des Landes zu einem großen Problem. Frankreich hingegen hatte mehr als eine Million Männer im Krieg verloren und benötigte deshalb dringend Bergmänner. Deswegen unterzeichneten im September 1919 Frankreich und Polen ein Anwerbeabkommen. 1931 lebten in Frankreich bereits 507 800 Polen. Viele von ihnen ließen sich in den Bergbaugebieten im Norden des Landes nieder.
Die fleißigen polnischen Einwanderer brachten ihre Kultur mit, in der die Religion stark verwurzelt war. Antoine, heute 90, erinnert sich: „Mein Großvater Joseph sprach von der Heiligen Schrift mit großer Ehrfurcht. Schon sein eigener Vater hatte diese Ehrfurcht in ihm geweckt.“
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„Jehova brachte euch nach Frankreich, damit ihr die Wahrheit kennenlernt“Der Wachtturm 2015 | 15. August
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Antoines Familie hörte von den Bibelforschern durch seinen Onkel, der 1924 das erste Mal eine Zusammenkunft besuchte.
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„Jehova brachte euch nach Frankreich, damit ihr die Wahrheit kennenlernt“Der Wachtturm 2015 | 15. August
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Um die neuen Verkündiger besser schulen zu können, ernannte das französische Zweigbüro 1948 die ersten fünf Kreisaufseher, von denen vier einen polnischen Hintergrund hatten. Und Antoine Skalecki war einer von ihnen.
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