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Wunder und Erscheinungen — Zeichen von Gott?Erwachet! 1989 | 8. März
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Und wie steht es mit der „Unbefleckten Empfängnis“, von der Bernadette sprach? Auch sie steht in krassem Widerspruch zur biblischen Lehre. Die Heilige Schrift zeigt, daß Maria wie alle Nachkommen Adams ‘in Sünde empfangen’ wurde und den Tod ererbte (Psalm 51:5; Römer 3:23). Wenn Maria ohne Sünde empfangen wurde, warum hat sie dann nach der Geburt Jesu ein Sündopfer dargebracht? (3. Mose 12:6; Lukas 2:22-24). Außerdem gibt es keinen einzigen Bibeltext, der die katholische Lehre, sie sei durch besondere Gnade vor der Erbsünde bewahrt worden, belegt. Da also die Verehrung Marias nicht in der Heiligen Schrift begründet ist, fragt man sich logischerweise, ob die Marienerscheinungen von Gott stammen.
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Wunder und Erscheinungen — Zeichen von Gott?Erwachet! 1989 | 8. März
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Ist es richtig, daß die Kirche ihren Fall selbst entscheidet?
Gemäß autoritativen katholischen Quellen müssen Erscheinungen zwei Voraussetzungen erfüllen. Erstens müssen sie in Einklang mit den Lehren der Kirche sein. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Erscheinung von Lourdes, wo sich die „Jungfrau“ als „Die Unbefleckte Empfängnis“ vorstellte. Interessanterweise hatte Papst Pius IX. wenige Jahre zuvor durch ein Dogma verkündet, daß Maria, die Mutter Jesu, bei ihrer Empfängnis vor der Erbsünde bewahrt wurde. Im Jahre 1933 sagte der zukünftige Papst Pius XII., daß die beiden Ereignisse miteinander in Beziehung stünden. Er erklärte: „Die Unbefleckte Jungfrau, Mutter Gottes und gesegnet unter den Frauen, wollte mit ihren eigenen Lippen bestätigen, was in Rom durch ihren unfehlbaren Papst erklärt worden war. Das tat sie bald danach in einer berühmten Erscheinung in der Grotte von Massabielle [Lourdes].“
Zweitens muß die Lebensführung des Empfängers der Erscheinung berücksichtigt werden. So erklärte der Bischof von Tours: „Die Kirche glaubte ... den Erscheinungen [von Lourdes] wegen Bernadettes Frömmigkeit.“ Und die Kirche sieht diese Bedingung sowohl bei Bernadette, die behauptete, Maria in der Nähe von Lourdes gesehen zu haben, als auch bei Lucia, die sie in Fátima gesehen haben will, dadurch erfüllt, daß beide später Nonnen wurden.
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Wunder und Erscheinungen — Zeichen von Gott?Erwachet! 1989 | 8. März
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[Kasten/Bild auf Seite 7]
11. Februar 1858
Ein 14jähriges französisches Mädchen namens Bernadette Soubirous, ihre Schwester und eine Freundin gingen in der Nähe von Lourdes, einem Ort im Südwesten Frankreichs unweit der spanischen Grenze, Brennholz suchen. Als Bernadette den Bach überqueren wollte, erschien ihr in einer Grotte eine „Dame“. Bei anderen Gelegenheiten bat die gleiche „Dame“, an jener Stelle eine Kapelle zu bauen, und rief die ganze Menschheit auf zu bereuen.
Bei einer weiteren Erscheinung hörte Bernadette die „Dame“ in ihrem Dialekt sagen: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis.“ Obwohl Behörden und sogar Geistliche Bernadette Soubirous nicht glaubten, beharrte sie darauf, daß ihre Erklärungen wahr seien. Schließlich anerkannte die katholische Kirche die Erscheinungen der „Jungfrau“. Das Ergebnis war das Marienheiligtum in Lourdes.
[Bild]
Lourdes
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