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Der Glaube und unsere ZukunftDer Wachtturm 1998 | 15. April
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Der Glaube und unsere Zukunft
„Der Glaube ist die gesicherte Erwartung erhoffter Dinge“ (HEBRÄER 11:1).
1. Was für eine Zukunft wünschen sich die meisten Menschen?
SIND wir an der Zukunft interessiert? Die meisten Menschen sind es durchaus. Sie hoffen auf eine friedliche Zukunft, frei von Angst, auf annehmbare Lebensbedingungen, auf eine produktive und befriedigende Arbeit, auf gute Gesundheit und auf ein langes Leben. Das hat sich zweifellos schon jede der vorangegangenen Generationen gewünscht. Und in der heutigen, problembeladenen Welt wünscht man sich solche Verhältnisse mehr denn je.
2. Welche Ansicht über die Zukunft äußerte ein Staatsmann?
2 Ist es den Menschen auf dem Weg ins 21. Jahrhundert möglich, Aufschluß über die Zukunft zu erhalten? Vor mehr als 200 Jahren wies der amerikanische Staatsmann Patrick Henry auf eine Möglichkeit hin. Er sagte: „Ich glaube, man kann die Zukunft nur im Licht der Vergangenheit beurteilen.“ Gemäß dieser Auffassung kann man im wesentlichen nur aus dem, was der Mensch in der Vergangenheit getan hat, auf die Zukunft der Menschheitsfamilie schließen. Viele sind der gleichen Ansicht.
Wie sah die Vergangenheit aus?
3. Wie ist es angesichts der Vergangenheit um die Zukunftsaussichten bestellt?
3 Finden wir es ermutigend, daß die Zukunft lediglich ein Spiegelbild der Vergangenheit sein soll? Hat im Laufe der Zeitalter jede Generation eine bessere Zukunft gehabt als die vorhergehende Generation? Eigentlich nicht. Trotz der Hoffnungen, die die Menschen seit Tausenden von Jahren hegen, und trotz des materiellen Fortschritts in manchen Regionen ist die Geschichte voll von Berichten über Unterdrückung, Verbrechen, Gewalttätigkeit, Krieg und Elend. Die Welt hat eine Katastrophe nach der anderen erlebt, die alle hauptsächlich durch die unzulängliche Menschenherrschaft verursacht wurden. Treffend heißt es in der Bibel: „Der Mensch [hat] über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht“ (Prediger 8:9).
4, 5. (a) Warum waren die Menschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts voller Hoffnung? (b) Was ist aus ihren Zukunftshoffnungen geworden?
4 Tatsache ist, daß sich die katastrophale Geschichte der Menschheit wiederholt — nur daß die Katastrophen immer größer und zerstörerischer werden. Das 20. Jahrhundert ist ein Beweis dafür. Haben die Menschen aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und sie vermieden? Nun, zu Beginn des Jahrhunderts glaubten viele an eine bessere Zukunft — zum einen, weil schon relativ lange Frieden herrschte, und zum anderen wegen der Fortschritte in der Industrie, in der Wissenschaft und im Bildungsbereich. Wie ein Universitätsprofessor sagte, hielt man in der Zeit nach der Jahrhundertwende künftige Kriege für unmöglich, weil „die Menschen zu zivilisiert sind“. Ein ehemaliger britischer Premierminister sagte über die Erwartungen, die die Menschen damals hatten: „Alles wurde immer besser. In solch eine Welt wurde ich hineingeboren.“ Doch dann fügte er hinzu: „An einem Morgen des Jahres 1914 ging plötzlich und unerwartet alles zu Ende.“
5 Ungeachtet des Glaubens an eine bessere Zukunft, der zu jener Zeit vorherrschte, hatte das neue Jahrhundert kaum begonnen, als über die Welt die bis dahin schlimmste von Menschen verursachte Katastrophe hereinbrach — der Erste Weltkrieg. Als Beispiel für seine Natur diene das, was geschah, als britische Truppen 1916 die deutschen Linien an der Somme (Frankreich) angriffen. Innerhalb weniger Stunden verloren die Briten 20 000 Mann, und auch auf deutscher Seite gab es viele Tote. Dem vierjährigen Gemetzel fielen nahezu 10 Millionen Soldaten und Millionen von Zivilisten zum Opfer. Der Tod von so vielen Männern bewirkte einen vorübergehenden Rückgang der französischen Bevölkerung. Die Wirtschaft war ruiniert, was zur Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre führte. Kein Wunder, daß einige sagten, an dem Tag, als der Erste Weltkrieg begann, sei die Welt wahnsinnig geworden!
6. Besserten sich die Lebensbedingungen nach dem Ersten Weltkrieg?
6 War das die Zukunft, die sich jene Generation erhofft hatte? Auf gar keinen Fall! Von ihren Hoffnungen blieb nur ein Scherbenhaufen übrig, denn auch danach wurde es nicht im geringsten besser. 1939, nur 21 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, nahm eine noch schlimmere von Menschen verursachte Katastrophe ihren Anfang: der Zweite Weltkrieg. Er kostete etwa 50 Millionen Männern, Frauen und Kindern das Leben. Massive Bombardements legten Städte in Schutt und Asche. Und während im Ersten Weltkrieg bei einer Schlacht in wenigen Stunden Tausende von Soldaten getötet wurden, löschten im Zweiten Weltkrieg nur zwei Atombomben in Sekunden das Leben von über 100 000 Menschen aus. Noch furchtbarer war in den Augen vieler jedoch die systematische Ermordung von Millionen Menschen in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten.
7. Wie sieht die Realität aus, wenn man das gesamte 20. Jahrhundert betrachtet?
7 Die Zahl derer, die im 20. Jahrhundert in Kriegen zwischen Nationen, in Bürgerkriegen und durch von Regierungen an den eigenen Bürgern verübte Morde umgekommen sind, beläuft sich gemäß übereinstimmenden Quellen auf etwa 200 Millionen Menschen. Eine Quelle spricht sogar von 360 Millionen. Man führe sich nur einmal das volle Ausmaß des Entsetzens vor Augen — den Schmerz, die Tränen, das Leid, das Los der Menschen, deren Leben ruiniert wurde! Hinzu kommen durchschnittlich etwa 40 000 Menschen, hauptsächlich Kinder, die täglich an Ursachen sterben, die mit Armut in Verbindung stehen. Dreimal so viele werden außerdem jeden Tag durch Abtreibungen getötet. Ungefähr eine Milliarde Menschen sind zu arm, um die Nahrungsmittel zu erwerben, die erforderlich wären, um die normale Tagesarbeit leisten zu können. All diese Verhältnisse sind in biblischen Prophezeiungen vorausgesagt worden und beweisen, daß wir in den „letzten Tagen“ des gegenwärtigen bösen Systems der Dinge leben (2. Timotheus 3:1-5, 13; Matthäus 24:3-12; Lukas 21:10, 11; Offenbarung 6:3-8).
Keine Lösungen von Menschen
8. Warum können menschliche Führer die Weltprobleme nicht lösen?
8 Da sich das 20. Jahrhundert dem Ende zuneigt, können wir seine Geschichte zu der vergangener Jahrhunderte hinzufügen. Und was läßt uns der Gesamtüberblick erkennen? Er zeigt uns, daß menschliche Führer noch nie die dringendsten Weltprobleme gelöst haben und daß sie diese weder heute noch in Zukunft lösen werden. Es übersteigt einfach ihre Fähigkeiten, eine Zukunft zu schaffen, wie wir sie uns wünschen, ganz gleich, wie gut sie es meinen mögen. Und manche der Mächtigen haben nicht einmal gute Absichten; sie streben nach Stellung und Macht um ihrer eigenen egoistischen und materiellen Ziele willen und sind nicht darauf bedacht, anderen zu nützen.
9. Warum muß bezweifelt werden, daß die Wissenschaft Antworten auf die Probleme des Menschen hat?
9 Bietet die Wissenschaft Lösungen? Die Vergangenheit läßt nicht darauf schließen. Wissenschaftler in den Diensten des Staates haben Unmengen an Geld, Zeit und Mühe aufgewandt, um unter anderem unvorstellbar zerstörerische chemische und biologische Waffen zu entwickeln. Die Nationen, einschließlich solcher, die es sich am wenigsten leisten können, geben jedes Jahr über 700 Milliarden Dollar für die Rüstung aus. Der „wissenschaftliche Fortschritt“ ist teilweise auch für die chemischen Stoffe verantwortlich, die zur Verschmutzung von Luft, Erdboden, Wasser und Nahrung beitragen.
10. Wieso kann nicht einmal eine gute Bildung eine bessere Zukunft garantieren?
10 Können wir darauf hoffen, daß die Bildungseinrichtungen der Welt eine bessere Zukunft schaffen, indem sie hohe sittliche Maßstäbe, Rücksichtnahme und Nächstenliebe lehren? Gewiß nicht. Dort geht es hauptsächlich um die Karriere, darum, das große Geld zu machen. Man regt nicht zur Zusammenarbeit an, sondern zum gnadenlosen Wettbewerb, und Moral wird an den Schulen auch nicht gelehrt. Statt dessen wird vielfach sexuelle Freizügigkeit toleriert, was zu einer gewaltigen Zunahme von Teenagerschwangerschaften und von Geschlechtskrankheiten geführt hat.
11. Wieso läßt das Verhalten der Konzerne Zweifel an einer besseren Zukunft aufkommen?
11 Werden sich die großen Konzerne der Welt plötzlich veranlaßt sehen, mit unserem Planeten fürsorglich umzugehen sowie Liebe zu anderen zu zeigen, indem sie nur noch Produkte herstellen, die wirklich und ausschließlich von Nutzen sind, statt lediglich Profit zu bringen? Das ist eher unwahrscheinlich. Werden sie keine Fernsehsendungen mehr produzieren, die voller Gewalt und Unsittlichkeit sind und die dazu beitragen, den Sinn der Menschen, vor allem der Jugend, zu verderben? Die jüngste Vergangenheit ist keineswegs ermutigend, weil das Fernsehen immer mehr zu einem Sammelbecken der Unsittlichkeit und der Gewalttätigkeit wird.
12. Wie werden die Menschen mit Krankheit und Tod konfrontiert?
12 Ärzte können, so aufrichtig sie auch sein mögen, Krankheit und Tod nicht besiegen. Am Ende des Ersten Weltkriegs waren sie zum Beispiel nicht in der Lage, die spanische Grippe einzudämmen; weltweit waren 20 Millionen Opfer zu beklagen. Heute grassieren Herzerkrankungen, Krebs und andere tödliche Krankheiten. Die Medizin konnte auch die gegenwärtige Aidsseuche noch nicht in den Griff bekommen. Eher ist das Gegenteil der Fall, denn in einem Bericht der Vereinten Nationen, der im November 1997 veröffentlicht wurde, kam man zu dem Schluß, daß sich das Aidsvirus doppelt so schnell verbreitet wie früher angenommen. Millionen sind bereits an Aids gestorben. Allein in einem der letzten Jahre haben sich weitere 3 Millionen Menschen mit dem Aidsvirus infiziert.
Wie Jehovas Zeugen die Zukunft sehen
13, 14. (a) Wie sehen Jehovas Zeugen die Zukunft? (b) Warum können Menschen keine bessere Zukunft herbeiführen?
13 Trotzdem glauben Jehovas Zeugen, daß dem Menschen eine glänzende Zukunft bevorsteht, sogar die bestmögliche. Doch sie erwarten nicht, daß diese Zukunft durch menschliche Bemühungen zu erreichen ist. Sie blicken statt dessen zum Schöpfer auf, zu Jehova Gott. Er weiß, wie die Zukunft aussieht — wie wunderbar sie tatsächlich sein wird. Er weiß auch, daß es für Menschen unmöglich ist, selbst eine solche Zukunft herbeizuführen. Als ihr Schöpfer kennt Gott ihre Grenzen besser als jeder andere. In seinem Wort sagt er ausdrücklich, daß er die Menschen nicht mit der Fähigkeit erschaffen hat, sich ohne göttliche Anleitung erfolgreich zu regieren. Gott hat durch die lange Zulassung der von ihm unabhängigen Menschenherrschaft diese Unfähigkeit über jeden Zweifel erhaben bewiesen. Ein Schriftsteller mußte anerkennen: „Der menschliche Geist hat es mit allen möglichen Kombinationen der Souveränität versucht, doch es hat nichts gebracht.“
14 In Jeremia 10:23 lesen wir folgende Worte des inspirierten Propheten: „Ich weiß wohl, o Jehova, daß nicht beim Erdenmenschen sein Weg steht. Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten.“ Weiter wird in Psalm 146:3 gesagt: „Setzt euer Vertrauen nicht auf Edle noch auf den Sohn des Erdenmenschen, bei dem es keine Rettung gibt.“ Weil Menschen von Geburt an unvollkommen sind, werden wir in Gottes Wort sogar davor gewarnt, auf uns selbst zu vertrauen, wie Römer 5:12 zeigt. In Jeremia 17:9 heißt es: „Das Herz ist verräterischer als sonst irgend etwas.“ Deshalb wird in Sprüche 28:26 erklärt: „Wer auf sein eigenes Herz vertraut, ist unvernünftig, wer aber in Weisheit wandelt, der wird entrinnen.“
15. Wo können wir die zu unserer Anleitung nötige Weisheit finden?
15 Wo können wir diese Weisheit finden? „Die Furcht Jehovas ist der Weisheit Anfang, und den Heiligsten erkennen, das ist Verständnis“ (Sprüche 9:10). Nur Jehova hat die Weisheit, die uns durch die gegenwärtigen schlimmen Zeiten hindurchführen kann. Und durch die Heilige Schrift, die er zu unserer Anleitung inspiriert hat, gewährt er uns Zugang zu seiner Weisheit (Sprüche 2:1-9; 3:1-6; 2. Timotheus 3:16, 17).
Die Zukunft der Menschenherrschaft
16. Wer bestimmt die Zukunft?
16 Was erfahren wir aus Gottes Wort über die Zukunft? Es zeigt, daß die Zukunft gewiß kein Spiegelbild dessen sein wird, was die Menschen in der Vergangenheit getan haben. Patrick Henrys Ansicht war daher nicht ganz korrekt. Die Zukunft der Erde und ihrer Bewohner wird nicht von Menschen bestimmt, sondern von Jehova Gott. Sein Wille wird auf der Erde geschehen, nicht der Wille irgendwelcher Menschen oder Nationen dieser Welt. „Viele Pläne sind im Herzen eines Mannes, aber der Rat Jehovas, der wird bestehen“ (Sprüche 19:21).
17, 18. Was ist Gottes Wille für unsere Zeit?
17 Was ist Gottes Wille für unsere Zeit? Sein Vorsatz besteht darin, dem gegenwärtigen gewalttätigen, unsittlichen System der Dinge ein Ende zu machen. Die jahrhundertelange schlechte Menschenherrschaft wird bald durch eine von Gott gebildete Regierung ersetzt werden. Die Prophezeiung aus Daniel 2:44 lautet: „In den Tagen dieser Könige [Regierungen, die heute existieren] wird der Gott des Himmels ein Königreich [im Himmel] aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen.“ Das Königreich wird auch den bösen Einfluß Satans, des Teufels, beseitigen, etwas, was für Menschen unmöglich wäre. Mit seiner Herrschaft über die Welt wird ein für allemal Schluß sein (Römer 16:20; 2. Korinther 4:4; 1. Johannes 5:19).
18 Beachten wir zudem, daß diese himmlische Regierung sämtliche Formen der Menschenherrschaft beseitigen wird. Die Herrschaft über die Erde wird nicht mehr Menschen überlassen. Diejenigen, die Gottes Königreich bilden, werden vom Himmel aus sämtliche Angelegenheiten auf der Erde zum Guten der Menschheit lenken (Offenbarung 5:10; 20:4-6). Auf der Erde werden treue Menschen im Einklang mit den Anweisungen des Königreiches Gottes wirken. Das ist die Herrschaft, um die Jesus uns beten lehrte, als er sagte: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:10).
19, 20. (a) Wie wird in der Bibel die Königreichsvorkehrung beschrieben? (b) Was wird die Herrschaft des Königreiches für die Menschheit bewirken?
19 Jehovas Zeugen glauben an das Königreich Gottes. Es entspricht den ‘neuen Himmeln’, über die der Apostel Petrus folgendes sagt: „Es [gibt] neue Himmel und eine neue Erde, die wir gemäß seiner Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen“ (2. Petrus 3:13). Bei der ‘neuen Erde’ handelt es sich um die neue menschliche Gesellschaft, die von den ‘neuen Himmeln’, Gottes Königreich, regiert wird. Es ist die gleiche Einrichtung, die Gott dem Apostel Johannes in einer Vision zeigte und die Johannes wie folgt beschrieb: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen ... Und er [Gott] wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen“ (Offenbarung 21:1, 4).
20 Beachten wir, daß es eine gerechte neue Erde sein wird. Alle ungerechten Elemente werden durch Gottes Eingreifen, die Schlacht von Harmagedon, beseitigt worden sein (Offenbarung 16:14, 16). In Sprüche 2:21, 22 wird dies prophetisch wie folgt beschrieben: „Die Rechtschaffenen sind es, die auf der Erde weilen werden, und die Untadeligen sind es, die darauf übrigbleiben werden. Was die Bösen betrifft, von der Erde werden sie weggetilgt.“ Und in Psalm 37:9 wird verheißen: „Die Übeltäter, sie werden weggetilgt, die aber auf Jehova hoffen, sind es, die die Erde besitzen werden.“ Würden wir nicht gern in dieser neuen Welt leben?
Den Verheißungen Jehovas vertrauen
21. Warum sollten wir den Verheißungen Jehovas vertrauen?
21 Können wir den Verheißungen Jehovas vertrauen? Hören wir einmal, was er durch seinen Propheten Jesaja sagt: „Gedenkt der ersten Dinge von langer Zeit her, daß ich der Göttliche bin, und da ist kein anderer Gott noch irgendeiner wie ich; der von Anfang an den Ausgang kundtut und von alters her die Dinge, die nicht getan worden sind; der spricht: ‚Mein eigener Beschluß wird bestehen, und alles, was mir gefällt, werde ich tun.‘ “ Im letzten Teil von Vers 11 heißt es: „Ich habe es ja geredet; ich werde es auch herbeiführen. Ich habe es gebildet, ich werde es auch tun“ (Jesaja 46:9-11). Ja, wir können sowohl auf Jehova vertrauen als auch auf seine Verheißungen, und zwar so, als ob sie sich bereits bewahrheitet hätten. In der Bibel wird es wie folgt ausgedrückt: „Der Glaube ist die gesicherte Erwartung erhoffter Dinge, der offenkundige Erweis von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht“ (Hebräer 11:1).
22. Warum können wir überzeugt sein, daß Jehova seine Verheißungen erfüllen wird?
22 Demütige Menschen bekunden solch einen Glauben, weil sie wissen, daß Gott seine Verheißungen verwirklichen wird. Wir lesen beispielsweise in Psalm 37:29: „Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen.“ Können wir das glauben? Gewiß, denn in Hebräer 6:18 heißt es, daß „es unmöglich ist, daß Gott lügt“. Gehört Gott die Erde, so daß er sie demütigen Menschen geben kann? In Offenbarung 4:11 wird gesagt: „Du [hast] alle Dinge erschaffen ..., und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen.“ Deshalb heißt es auch in Psalm 24:1: „Jehova gehört die Erde und das, was sie erfüllt.“ Die Erde wurde von Jehova erschaffen, sie gehört ihm, und er gibt sie denjenigen, die an ihn glauben. Um unser Vertrauen zu stärken, wird im nächsten Artikel gezeigt, wie Jehova seine Verheißungen gegenüber seinem Volk in vergangener Zeit und in unseren Tagen verwirklicht hat und warum wir absolut darauf vertrauen können, daß er es auch in Zukunft tun wird.
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Jehova verwirklicht das, was er Treuen verheißen hatDer Wachtturm 1998 | 15. April
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Jehova verwirklicht das, was er Treuen verheißen hat
„Treu ist er, der die Verheißung gegeben hat“ (HEBRÄER 10:23).
1, 2. Warum können wir den Verheißungen Jehovas völlig vertrauen?
JEHOVA bittet seine Diener, einen festen Glauben an ihn und an seine Verheißungen zu entwickeln und zu bewahren. Wer einen solchen Glauben hat, kann völlig darauf vertrauen, daß Jehova das tun wird, was er verheißen hat. In seinem inspirierten Wort heißt es: „Jehova der Heerscharen hat geschworen, indem er sprach: ‚Gewiß, so, wie ich es erdacht habe, so soll es geschehen; und wie ich beschlossen habe, so wird es eintreffen‘ “ (Jesaja 14:24).
2 Die Aussage „Jehova der Heerscharen hat geschworen“ zeigt, daß er mit einem heiligen Eid bekräftigt hat, seine Verheißungen zu verwirklichen. Deshalb kann in seinem Wort gesagt werden: „Vertraue auf Jehova mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen eigenen Verstand. Beachte ihn auf all deinen Wegen, und er selbst wird deine Pfade gerademachen“ (Sprüche 3:5, 6). Wenn wir auf Jehova vertrauen und uns von seiner Weisheit leiten lassen, werden unsere Pfade unfehlbar zu ewigem Leben führen, denn die Weisheit Gottes ist „ein Baum des Lebens für die, die sie ergreifen“ (Sprüche 3:18; Johannes 17:3).
Wahrer Glaube in alter Zeit
3. Wie bewies Noah Glauben an Jehova?
3 Jehovas Vertrauenswürdigkeit wird durch das bestätigt, was er bereits in Verbindung mit wahren Gläubigen getan hat. Vor mehr als 4 400 Jahren unterrichtete Gott beispielsweise Noah davon, daß die Welt seiner Tage durch eine weltweite Flut vernichtet werden würde. Er wies Noah an, eine riesige Arche zu bauen, in der das Leben von Menschen und Tieren bewahrt werden sollte. Was tat Noah? Wir lesen in Hebräer 11:7: „Durch Glauben bekundete Noah Gottesfurcht, nachdem er eine göttliche Warnung vor Dingen erhalten hatte, die noch nicht zu sehen waren, und errichtete eine Arche zur Rettung seiner Hausgemeinschaft.“ Warum glaubte Noah an etwas, was nie zuvor geschehen war, an etwas, was „noch nicht zu sehen [war]“? Weil ihm genug über Gottes frühere Handlungsweise mit der Menschheitsfamilie bekannt war, um zu wissen, daß sich das bewahrheitet, was Gott sagt. Deshalb war Noah überzeugt, daß die Sintflut kommen würde (1. Mose 6:9-22).
4, 5. Warum setzte Abraham volles Vertrauen auf Jehova?
4 Ein weiteres Beispiel für wahren Glauben ist Abraham. Vor fast 3 900 Jahren forderte Gott ihn auf, seinen Sohn Isaak, den einzigen Sohn von seiner Frau Sara, zu opfern (1. Mose 22:1-10). Wie reagierte Abraham? In Hebräer 11:17 heißt es: „Durch Glauben brachte Abraham, als er auf die Probe gestellt wurde, Isaak so gut wie als Opfer dar.“ Im letzten Moment wurde ihm nämlich von einem Engel Jehovas Einhalt geboten (1. Mose 22:11, 12). Aber warum zog Abraham überhaupt in Betracht, so etwas zu tun? Weil er, wie in Hebräer 11:19 gezeigt wird, „damit [rechnete], daß Gott imstande sei, ... [Isaak] sogar von den Toten aufzuerwecken“. Wie konnte Abraham an eine Auferstehung glauben, ohne jemals eine erlebt zu haben und ohne daß seinerzeit Berichte darüber vorlagen?
5 Bedenken wir, daß Sara 89 Jahre alt war, als Gott ihr und Abraham einen Sohn verhieß. Sara konnte eigentlich keine Kinder mehr gebären — ihr Mutterleib war sozusagen tot (1. Mose 18:9-14). Doch Gott brachte ihn gewissermaßen wieder zum Leben, und sie gebar Isaak (1. Mose 21:1-3). Abraham war überzeugt, daß Gott, der Saras erstorbenen Mutterleib wiederhergestellt hatte, nötigenfalls auch in der Lage wäre, Isaaks Leben wiederherzustellen. In Römer 4:20, 21 wird über Abraham gesagt: „Wegen der Verheißung Gottes wankte er nicht im Unglauben, sondern wurde machtvoll durch seinen Glauben, indem er Gott die Ehre gab und völlig überzeugt war, daß er das, was er verheißen hatte, auch zu tun vermochte.“
6. Wie brachte Josua Vertrauen zu Jehova zum Ausdruck?
6 Vor mehr als 3 400 Jahren, als Josua über 100 Jahre alt war und nachdem er ein Leben lang erfahren hatte, wie vertrauenswürdig Gott ist, nannte er den Grund für sein Vertrauen: „Ihr wißt wohl mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, daß kein einziges Wort von allen guten Worten, die Jehova, euer Gott, zu euch geredet hat, dahingefallen ist. Sie alle sind für euch eingetroffen. Kein einziges Wort von ihnen ist dahingefallen“ (Josua 23:14).
7, 8. Was taten treue Christen im ersten Jahrhundert zu ihrer Rettung, und warum konnten sie es tun?
7 Viele demütige Menschen bewiesen vor etwa 1 900 Jahren echten Glauben. Auf Grund der Erfüllung biblischer Prophezeiungen erkannten sie, daß Jesus der Messias war, und sie nahmen seine Lehren an. Da sie über eine solide Grundlage verfügten — offenkundige Tatsachen und die Hebräischen Schriften —, setzten sie Glauben in das, was Jesus lehrte. Sie glaubten daher auch seiner Ankündigung, daß wegen Unglaubens Gottes Strafgericht über Judäa und Jerusalem kommen würde. Und als er ihnen sagte, welche Handlungsweise ihrerseits erforderlich wäre, um ihr Leben zu retten, handelten sie entsprechend.
8 Jesus forderte die Gläubigen auf zu fliehen, wenn Jerusalem von Heeren umlagert sein würde. Im Jahr 66 u. Z. kamen römische Heere gegen Jerusalem herauf. Unerklärlicherweise zogen die Römer aber wieder ab. Das war für die Christen das Signal, die Stadt zu verlassen, denn Jesus hatte gesagt: „Wenn ihr ... die Stadt Jerusalem von Heeren umlagert seht, dann erkennt, daß ihre Verwüstung nahe gekommen ist. Dann sollen die, die in Judäa sind, in die Berge zu fliehen beginnen, und die in ihrer Mitte sind, sollen hinausgehen, und die, die sich an Orten auf dem Land befinden, sollen nicht in sie hineingehen“ (Lukas 21:20, 21). Diejenigen, die echten Glauben hatten, verließen Jerusalem und Umgebung und flohen in Sicherheit.
Welche Folgen es hat, wenn es an Glauben fehlt
9, 10. (a) Wie zeigten die geistlichen Führer, daß sie keinen Glauben an Jesus hatten? (b) Welche Folgen hatte es, daß es ihnen an Glauben fehlte?
9 Was taten diejenigen, die keinen echten Glauben hatten? Sie flohen nicht, als sich ihnen die Gelegenheit dazu bot. Sie dachten, ihre Führer könnten sie retten. Auch diese Führer und ihre Anhänger hatten den Beweis für Jesu Messianität. Aber weshalb nahmen sie das nicht an, was er gesagt hatte? Schuld daran war ihr böser Herzenszustand. Dieser zeigte sich bereits deutlich, als sie zusehen mußten, daß viele aus dem Volk zu Jesus strömten, nachdem er Lazarus auferweckt hatte. In Johannes 11:47, 48 heißt es dazu: „Die Oberpriester und die Pharisäer [versammelten] den Sanhedrin [das höchste jüdische Gericht] und begannen zu sagen: ‚Was sollen wir tun, denn dieser Mensch [Jesus] tut viele Zeichen? Wenn wir ihn so gewähren lassen, werden sie alle an ihn glauben, und die Römer werden kommen und sowohl unsere Stätte als auch unsere Nation wegnehmen.‘ “ Vers 53 lautet: „Darum hielten sie von jenem Tag an Rat, um ihn zu töten.“
10 Welch ein herausragendes Wunder Jesus doch vollbracht hatte — er hatte Lazarus von den Toten auferweckt! Doch die geistlichen Führer wollten Jesus deshalb töten. Ihre unglaubliche Bosheit offenbarte sich außerdem durch folgendes: „Die Oberpriester ... hielten Rat, um auch Lazarus zu töten, weil viele von den Juden seinetwegen dorthin gingen und an Jesus glaubten“ (Johannes 12:10, 11). Lazarus war gerade von den Toten auferstanden, doch die Priester wollten ihn wieder tot sehen! Sie interessierte weder der Wille Gottes noch das Wohl des Volkes. Selbstsüchtig waren sie auf ihre Stellung und ihren Vorteil bedacht. „Sie liebten die Ehre von Menschen mehr als selbst die Ehre von Gott“ (Johannes 12:43). Doch sie mußten für ihren Mangel an Glauben bezahlen. Im Jahr 70 u. Z. kehrten die römischen Heere zurück und zerstörten ihre Stätte und ihre Nation, und viele von ihnen verloren das Leben.
Wie in unserer Zeit Glaube bewiesen wird
11. Wodurch wurde Anfang des 20. Jahrhunderts echter Glaube bewiesen?
11 Auch in unserem Jahrhundert gab es viele Männer und Frauen, die echten Glauben bewiesen. Nach der Jahrhundertwende erwarteten die Menschen im allgemeinen eine friedliche, glückliche Zukunft. Im Gegensatz dazu verkündeten diejenigen, die Glauben auf Jehova setzten, daß die Menschheit an der Schwelle der konfliktreichsten Zeit der Geschichte stehe. Das wurde in Gottes Wort unter anderem in Matthäus, Kapitel 24 und in 2. Timotheus, Kapitel 3 vorausgesagt. Als 1914 der Erste Weltkrieg begann, traf das, was diese Glaubensmenschen gesagt hatten, tatsächlich ein. Für die Welt begannen nun die angekündigten ‘letzten Tage’ — ‘kritische Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’ (2. Timotheus 3:1). Wieso war Jehovas Dienern damals die Wahrheit über künftige Weltereignisse bekannt, während sie allen anderen verborgen geblieben war? Weil sie wie Josua davon überzeugt waren, daß kein Wort Jehovas dahinfallen würde.
12. In welche Verheißung Jehovas setzen seine Diener heute volles Vertrauen?
12 Heute gibt es weltweit fast 6 Millionen Menschen, die Jehova dienen und auf ihn vertrauen. Sie erkennen in der Erfüllung des prophetischen Wortes Gottes den Beweis, daß er dem gegenwärtigen gewalttätigen, unsittlichen System der Dinge bald ein Ende machen wird. Deshalb sind sie zuversichtlich, daß die Zeit für die Verwirklichung der Worte aus 1. Johannes 2:17 nahe ist, die lauten: „Die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar.“ Die Diener Jehovas vertrauen völlig darauf, daß er diese Verheißung verwirklichen wird.
13. Wie weit können wir in unserem Vertrauen zu Jehova gehen?
13 Wie weit können wir in unserem Vertrauen zu Jehova gehen? Bis zum Äußersten! Selbst wenn wir heute unser Leben verlieren sollten, weil wir ihm dienen, wird er uns in der Auferstehung ein weit besseres Leben schenken. Jesus gab uns die Zusicherung: „Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften [das heißt in Gottes Gedächtnis] sind, seine Stimme hören und herauskommen werden“ (Johannes 5:28, 29). Kennen wir irgendeinen Arzt, Politiker, Wissenschaftler, Geschäftsmann oder sonst jemand, der das tun kann? Wie die Geschichte zeigt, ist ihnen das unmöglich. Doch Jehova kann es, und er wird es tun!
Eine wunderbare Zukunft für die Treuen
14. Welche wunderbare Zukunft wird Treuen in Gottes Wort verheißen?
14 Jesus wies auf die Gewißheit hin, daß es eine neue Erde unter Gottes himmlischem Königreich geben wird, als er sagte: „Glücklich sind die Mildgesinnten, da sie die Erde erben werden“ (Matthäus 5:5). Damit unterstrich er Gottes Verheißung gemäß Psalm 37:29: „Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen.“ Und als ein Übeltäter kurz vor Jesu Tod Glauben an ihn zum Ausdruck brachte, sagte Jesus zu ihm: „Du wirst mit mir im Paradies sein“ (Lukas 23:43). Ja, als König des Königreiches Gottes wird Jesus dafür sorgen, daß dieser Mann auf der Erde auferweckt werden wird mit der Aussicht, für immer im Paradies zu leben. Heute können diejenigen, die ihren Glauben auf Jehovas Königreich setzen, dem Leben im Paradies entgegenblicken, in dem Gott „jede Träne von ihren Augen abwischen [wird], und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein“ (Offenbarung 21:4).
15, 16. Warum wird das Leben in der neuen Welt so friedlich sein?
15 Versetzen wir uns im Geist in diese neue Welt. Stellen wir uns vor, wir würden bereits darin leben. Sofort fallen uns die glücklichen Menschen ins Auge, die vollkommen friedlich beisammenwohnen. Sie leben unter ähnlichen Verhältnissen, wie sie in Jesaja 14:7 beschrieben werden: „Die ganze Erde ist zur Ruhe gekommen, ist frei geworden von Ruhestörung. Die Menschen sind fröhlich geworden mit Jubelrufen.“ Wieso fühlen sie sich dazu veranlaßt? Beachten wir beispielsweise, daß die Haustüren keine Schlösser haben. Diese sind nicht nötig, weil es weder Verbrechen noch Gewalttaten gibt. Es ist genauso, wie es gemäß Gottes Wort sein sollte: „Sie werden tatsächlich sitzen, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und da wird niemand sein, der sie aufschreckt“ (Micha 4:4).
16 Auch gibt es keinen Krieg mehr, denn dieser ist in der neuen Welt geächtet. Sämtliche Waffen sind in Geräte umgewandelt worden, die dem Frieden dienen. Jesaja 2:4 hat sich in vollem Umfang erfüllt: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssen und ihre Speere zu Winzermessern. Nation wird nicht gegen Nation das Schwert erheben, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen.“ Aber eigentlich haben wir genau das erwartet. Warum? Weil viele Bewohner der neuen Welt gelernt haben, dies zu tun, während sie Gott in der alten Welt dienten.
17. Welche Lebensbedingungen werden unter Gottes Königreich herrschen?
17 Uns fällt außerdem auf, daß es keine Armut gibt. Niemand lebt in einer verwahrlosten Hütte, trägt zerlumpte Kleidung oder ist obdachlos. Jeder hat ein komfortables Heim und ein gepflegtes Grundstück mit schönen Bäumen und Blumen (Jesaja 35:1, 2; 65:21, 22; Hesekiel 34:27). Und nirgendwo herrscht Hunger, denn Gott hat sein Versprechen wahr gemacht, daß es für alle reichlich Nahrung geben wird: „Es wird Fülle an Getreide auf der Erde geben; auf dem Gipfel der Berge wird Überfluß sein“ (Psalm 72:16). Unter der Leitung des Königreiches Gottes wird das Paradies über die ganze Erde ausgedehnt, genauso wie Gott es seinerzeit in Eden vorgesehen hatte (1. Mose 2:8).
18. Wovor brauchen sich die Menschen in der neuen Welt nicht mehr zu fürchten?
18 Wir staunen auch über die Vitalität und Kraft, die jeder hat. Das ist deshalb der Fall, weil alle nun vollkommen sind an Körper und Geist. Krankheit, Schmerz und Tod gibt es nicht mehr. Niemand sitzt im Rollstuhl oder liegt in einem Krankenhausbett. All das gehört für immer der Vergangenheit an (Jesaja 33:24; 35:5, 6). Und nicht einmal mehr Tiere stellen eine Bedrohung dar, denn auch sie sind durch Gottes Macht friedlich geworden (Jesaja 11:6-8; 65:25; Hesekiel 34:25).
19. Warum wird in der neuen Welt jeder Tag eine „Wonne“ sein?
19 Welch eine wunderbare Gemeinschaft die treuen Bewohner der neuen Welt doch bilden! Ihre Kräfte und Fähigkeiten sowie die Reichtümer der Erde setzen sie für nützliche Zwecke ein und nicht für zerstörerische Ziele, nicht für den Wettbewerb, sondern für die Zusammenarbeit. Außerdem können wir jedem trauen, den wir treffen, denn wie vorausgesagt wurde, sind alle Menschen „von Jehova Belehrte“ (Jesaja 54:13). Da sich jeder von Gottes Gesetzen leiten läßt, ist ‘die Erde erfüllt mit der Erkenntnis Jehovas, wie die Wasser das ganze Meer bedecken’ (Jesaja 11:9). Jeder Tag in der neuen Welt ist, wie es in Psalm 37:11 heißt, tatsächlich eine „Wonne“.
Eine glückliche Zukunft zugesichert
20. Was müssen wir tun, damit wir uns einer friedlichen Zukunft erfreuen können?
20 Was müssen wir tun, um solch eine glückliche Zukunft zu erleben? In Jesaja 55:6 werden wir aufgefordert: „Sucht Jehova, während er sich finden läßt. Ruft ihn an, während er sich als nahe erweist.“ Unsere Einstellung bei der Suche nach Jehova sollte sich mit dem decken, was in Psalm 143:10 gesagt wird: „Lehre mich deinen Willen tun, denn du bist mein Gott.“ Wer das tut, kann in den gegenwärtigen letzten Tagen untadelig vor Jehova wandeln und einer wunderbaren Zukunft entgegenblicken. „Achte auf den Untadeligen, und behalte den Rechtschaffenen im Auge, denn die Zukunft dieses Mannes wird friedevoll sein. Die Übertreter selbst aber werden bestimmt miteinander vertilgt werden; der Bösen Zukunft wird tatsächlich abgeschnitten“ (Psalm 37:37, 38).
21, 22. Wen bringt Gott heute zusammen, und wie werden sie geschult?
21 Jehova ruft in der heutigen Zeit aus jeder Nation diejenigen heraus, die seinen Willen tun möchten. Sie sollen seinem Willen gemäß die Grundlage einer neuen irdischen Gesellschaft bilden, wie es in einer biblischen Prophezeiung vorausgesagt wurde: „Im Schlußteil der Tage [die Zeit, in der wir jetzt leben] ... [werden] viele Völker ... bestimmt hingehen und sagen: ‚Kommt, und laßt uns zum Berg Jehovas [seiner erhabenen wahren Anbetung] hinaufziehen, ... er wird uns über seine Wege unterweisen, und wir wollen auf seinen Pfaden wandeln‘ “ (Jesaja 2:2, 3).
22 In Offenbarung 7:9 werden die Betreffenden als „eine große Volksmenge ... aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen“ beschrieben. In Vers 14 heißt es: „Das sind die, die aus der großen Drangsal kommen“; sie überleben also das Ende des gegenwärtigen Systems. Die Grundlage für die neue Welt besteht mittlerweile schon aus fast 6 Millionen Menschen, und jedes Jahr kommen viele weitere hinzu. All diese treuen Diener Jehovas werden für das Leben in der neuen Welt geschult. Sie erlernen neben den geistig-religiösen auch alle anderen Fertigkeiten, die benötigt werden, um die Erde in ein Paradies umzuwandeln. Und sie setzen ihr volles Vertrauen darauf, daß dieses Paradies Wirklichkeit wird, denn „treu ist er, der die Verheißung gegeben hat“ (Hebräer 10:23).
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