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Science-fiction — Der Weg zum PublikumserfolgErwachet! 1995 | 8. Dezember
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Science-fiction — Der Weg zum Publikumserfolg
DIE amerikanische Filmindustrie erlebte 1982 eine Premiere besonderer Art. In der Filmsaison 1982/83 war der beliebteste Filmschauspieler nicht ein Mensch. Gemäß dem Werk The Illustrated History of the Cinema war es E.T., ein groteskes, aber irgendwie niedliches außerirdisches Wesen, das in dem Film E.T. Der Außerirdische die Hauptrolle spielte.
Dieser bemerkenswerte Umstand ist nur e i n Beweis für die große Popularität, deren sich die Science-fiction (SF) in den letzten Jahren erfreut. Einst verbannt in Groschenhefte und für die literarische Kost von Einzelgängern und Träumern gehalten, ist Science-fiction heute ein fester Bestandteil der Unterhaltung. Was steckt aber hinter der ungeheuren Popularität?
Zunächst muß man sich mit der Geschichte der Science-fiction befassen. Seit undenklichen Zeiten erzählen Menschen phantastische Märchen, um andere zu beeindrucken oder einfach um sie zu unterhalten. Im 17. und 18. Jahrhundert trat Europa jedoch in eine Zeit des wissenschaftlichen und materiellen Fortschritts ein. Viele zogen traditionelle Vorstellungen und Autoritäten in Zweifel. In diesem Klima begannen einige darüber zu spekulieren, wie sich der wissenschaftliche Fortschritt auf die Zukunft der Menschheit auswirken könnte.
Es ist ungewiß, wer genau die Science-fiction ersann. Die im 17. Jahrhundert lebenden Schriftsteller Francis Godwin und Cyrano de Bergerac schrieben Romane über die Raumfahrt. 1818 schrieb Mary Shelley das Buch Frankenstein, oder der moderne Prometheus, das von einem Wissenschaftler handelt, der Leben erschaffen kann, und das die schrecklichen Folgen beschreibt.
Einige Schriftsteller bedienten sich des SF-Romans, um auf Mängel in der menschlichen Gesellschaft hinzuweisen. Jonathan Swift, der die englische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts verhöhnte, verpackte seine Satire in mehrere fiktive Reisebeschreibungen. Das Ergebnis war Gullivers Reisen, eine bissige Allegorie, die als „erstes literarisches Meisterstück“ des SF-Genres bezeichnet wird.
Gewöhnlich wird die moderne Science-fiction jedoch Jules Verne und H. G. Wells zugeschrieben. 1865 schrieb Verne den Roman Von der Erde zum Mond — nur einer seiner zahlreichen Erfolgsromane. 1895 erschien von H. G. Wells das bekannte Buch Die Zeitmaschine.
Die Fiktion wird Realität
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ die Wissenschaft einige der phantastischen Träume wahr werden. Wie in dem Buch Die Großen erklärt wird, verbrachte der deutsche Physiker Hermann Oberth Jahre damit, Jules Vernes Traum von der bemannten Raumfahrt zu realisieren. Oberths Berechnungen legten eine wissenschaftliche Grundlage für die Raumfahrt. Er war aber nicht der einzige Wissenschaftler, der durch Science-fiction beeinflußt wurde. Der bekannte Science-fiction-Autor Ray Bradbury sagte einmal: „Wernher von Braun und seine Mitarbeiter in Deutschland, all die Leute in Houston und Cape Kennedy haben als Kinder H. G. Wells gelesen, haben Jules Verne gelesen und sich dazu entschlossen, das alles wahr zu machen, wenn sie erwachsen wären.“
Im Grunde hat die Science-fiction den Anstoß zu Erfindungen auf vielen Gebieten gegeben. Der Autor René Oth ist der Ansicht, daß es „mit wenigen Ausnahmen ... überhaupt keine Erfindungen oder Entdeckungen [gibt], welche die Science Fiction nicht bereits vorausgesagt hat“. U-Boote, Roboter und bemannte Raketen waren, schon lange bevor sie Wirklichkeit wurden, zentrale Themen der Science-fiction. Science-fiction-Autor Frederik Pohl meint daher, daß „der Geist beim Lesen von Science-fiction gefordert ist“.
Allerdings hat nicht jeder SF-Stoff wirklich etwas mit Wissenschaft zu tun. Einige der bekanntesten SF-Bücher und SF-Filme gehören eigentlich dem Genre an, das als „Fantasy“ bezeichnet wird. In Fantasy-Geschichten sind der Phantasie des Schreibers keine Grenzen gesetzt, wohingegen sich die Science-fiction häufig durch wissenschaftliche Plausibilität auszeichnet. Bei der Fantasy spielen teilweise auch Zauberei und Magie eine Rolle.
Inwieweit treffen die Zukunftsschilderungen in der SF-Literatur zu? Lohnt es sich, jede Form von Science-fiction zu lesen oder sich anzusehen? Diese Fragen werden in den folgenden Artikeln behandelt.
[Bild auf Seite 3]
Das Interesse an der Raumfahrt wurde vor allem auch durch Jules Vernes Roman „Von der Erde zum Mond“ geweckt
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Moderne Science-fiction einmal näher betrachtetErwachet! 1995 | 8. Dezember
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Moderne Science-fiction einmal näher betrachtet
AUTO, Telefon und Computer — hätte jemand diese Erfindungen schon vor über 130 Jahren voraussehen können? Science-fiction-Autor Jules Verne tat es! Dieser aufsehenerregende wissenschaftliche Scharfblick geht aus einem unlängst entdeckten Roman von Jules Verne, Paris au XXe siècle (Paris im 20. Jahrhundert), hervor. In dem bis vor kurzem unveröffentlichten Roman beschreibt Verne sogar einen Apparat, der eine beinahe unheimlich anmutende Ähnlichkeit mit einem modernen Faxgerät hat.a
Doch selbst die klügsten Science-fiction-Autoren sind Lichtjahre davon entfernt, wahre Propheten zu sein. Der Roman Reise nach dem Mittelpunkt der Erde von Jules Verne ist zum Beispiel eine spannende Lektüre, aber Wissenschaftler wissen heute, daß solch eine Reise undurchführbar ist. Und es ist auch nicht anzunehmen, daß es im Jahr 2001 bemannte Raumflüge zum Jupiter oder zu anderen Planeten geben wird, wie von einigen früher angedeutet wurde.
Science-fiction-Autoren haben zudem viele der sensationellen wissenschaftlichen Entwicklungen, die tatsächlich stattfanden, nicht vorausgesehen. In einem Artikel der Zeitschrift The Atlantic Monthly räumte der Science-fiction-Autor Thomas M. Disch ein: „Man denke an das kybernetische [Computer-]Zeitalter, das in der gesamten SF-Literatur keine Erwähnung findet, ... an den Treibhauseffekt, an die Zerstörung der Ozonschicht oder an Aids. Man denke an das neue geopolitische Ungleichgewicht der Mächte. Und dann frage man sich, was die SF darüber zu sagen hatte. So gut wie kein Wort.“
Science-fiction — ein großes Geschäft
Science-fiction hat für ihre Anhänger natürlich nichts mit reiner Wissenschaft zu tun, sondern sie bietet ihnen einfach Unterhaltung. Doch selbst der Unterhaltungswert wird von einigen angezweifelt. Den Ruf der Schundliteratur erwarb sie sich zu Beginn unseres Jahrhunderts, als billige Zeitschriften erschienen, die sich auf Science-fiction spezialisiert hatten. Die erste Zeitschrift, Amazing Stories, kam 1926 in den Handel. Ihr Herausgeber, Hugo Gernsback, soll ein Wort geprägt haben, aus dem sich der Begriff Science-fiction entwickelte. Viele waren der Ansicht, jene reißerischen Abenteuergeschichten seien von geringem literarischem Wert, wenn überhaupt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann man, Science-fiction etwas ernster zu nehmen. Die entscheidende Rolle der Wissenschaft in jenem Krieg verlieh ihr neues Ansehen. Die Vorhersagen der Science-fiction-Autoren schienen glaubwürdiger. Von da an erschienen immer neue SF-Comics, SF-Zeitschriften und SF-Taschenbücher. Gebundene Science-fiction-Bücher stiegen in die Bestsellerlisten auf. Doch bei dem Versuch, dem Bedarf eines großen Absatzmarktes gerecht zu werden, wird häufig auf literarische Qualität und wissenschaftliche Genauigkeit verzichtet. Der Science-fiction-Autor Robert A. Heinlein bedauert, daß heute alles veröffentlicht wird, was „auch nur einigermaßen unterhaltsam ist“; dazu gehöre „eine Menge minderwertiger spekulativer Romane“. Die Autorin Ursula K. Le Guin unterstützt diesen Gedanken, wenn sie sagt, daß auch „zweitklassiges Material“ gedruckt werde.
Trotz der Kritik ist Science-fiction so populär wie noch nie, denn sie hat große Unterstützung erhalten, allerdings nicht von der Wissenschaft, sondern von der Filmindustrie.
Science-fiction kommt ins Kino
Science-fiction-Filme gibt es schon seit 1902, als Georges Méliès den Film Die Reise zum Mond drehte. Eine spätere Generation von jungen Kinobesuchern war von Flash Gordon fasziniert. 1968, ein Jahr bevor der Mensch auf dem Mond landete, war der Film 2001: Odyssee im Weltraum, der als künstlerisch bedeutsam anerkannt wurde, ein Kassenschlager. Hollywood wandte nun riesige Geldsummen für Science-fiction-Filme auf.
Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre erbrachten Filme wie Alien, Krieg der Sterne, Blade Runner und E.T. Der Außerirdische in Amerika die Hälfte der Einnahmen an den Kinokassen. Einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten ist ein Science-fiction-Film — Jurassic Park. Zeitgleich mit diesem Film kam eine Flut von etwa 1 000 Jurassic-Park-Artikeln auf den Markt. Wen wundert es, daß auch das Fernsehen auf diesen Zug aufgesprungen ist? Die bekannte Filmreihe Star Trek hat zur Produktion einer ganzen Anzahl von Fernsehserien über den Weltraum geführt.
Nicht wenige sind allerdings der Ansicht, einige Science-fiction-Autoren hätten, um den Geschmack der breiten Masse zu treffen, die Merkmale geopfert, die der Science-fiction einen gewissen Wert verleihen. Für den deutschen Autor Karl Michael Armer ist Science-fiction mittlerweile ein gefragtes Markenzeichen, das nicht länger durch Inhalte definiert wird, sondern durch den Vermarktungsmechanismus. Andere bedauern, daß „special effects“ und nicht Menschen die wahren „Stars“ der modernen Science-fiction-Filme sind. Ein Kritiker sagte sogar, viele Erscheinungsformen der Science-fiction seien „widerwärtig und abgrundtief schlecht“.
Etliche sogenannte Science-fiction-Filme handeln in Wirklichkeit überhaupt nicht von der Wissenschaft oder der Zukunft. Futuristische Schauplätze dienen manchmal lediglich als Hintergrund für explizit dargestellte Gewalt. Wie der Autor Norman Spinrad erklärte, zeige man heute in vielen SF-Geschichten, wie jemand „erschossen, niedergestochen, verdampft, von Laserstrahlen getroffen, von Krallen entzweigerissen, aufgefressen oder gesprengt“ werde. Sehr oft werden die Bestialitäten in erschreckenden Details gezeigt.
Besorgniserregend ist auch das übernatürliche Element, durch das sich manche Fantasy-Filme und Fantasy-Bücher auszeichnen. Obwohl einige Leute diese Geschichten als allegorische Darstellung des Kampfes zwischen Gut und Böse abtun mögen, sind manche dieser Werke offenbar nicht nur eine Allegorie, und sie befürworten zudem spiritistische Bräuche.
Ausgeglichenheit nötig
Die Bibel verurteilt eine phantasiereiche Unterhaltung als solche natürlich nicht. In Jothams Gleichnis von den Bäumen sprechen Pflanzen miteinander — sie schmieden sogar Pläne (Richter 9:7-15). Der Prophet Jesaja erzählte ebenfalls etwas Unwirkliches oder Phantastisches, als er längst verstorbene Herrscher im Grab miteinander ein Gespräch führen ließ (Jesaja 14:9-11). Auch Jesus sprach in einigen seiner Gleichnisse von Dingen, die sich nicht buchstäblich ereignen können (Lukas 16:23-31). Das Phantastische diente jedoch nicht einfach zum Zweck der Unterhaltung, sondern zum Lehren und Unterweisen.
Einige der heutigen Autoren mögen sich aus berechtigtem Grund eine futuristische Kulisse wählen, entweder um etwas zu vermitteln oder zur Unterhaltung. Gewissenhafte Christen, die Science-fiction lesen, behalten jedoch im Sinn, daß uns die Bibel auffordert, uns auf Reines und Erbauliches zu konzentrieren (Philipper 4:8). Sie erinnert uns auch an folgendes: „Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“ (1. Johannes 5:19). Manche SF-Filme und SF-Bücher propagieren mit der Bibel unvereinbare Ansichten und Philosophien wie die Evolution, die Unsterblichkeit des Menschen und die Reinkarnation. Die Bibel warnt uns davor, eine Beute der ‘Philosophie und des leeren Truges’ zu werden (Kolosser 2:8). Daher ist wie bei jeder Unterhaltungsform auch bei Science-fiction Vorsicht angebracht. Wir sollten wählerisch sein in bezug auf das, was wir lesen oder was wir uns ansehen (Epheser 5:10).
Wie schon erwähnt, ist Gewalt ein Element vieler bekannter Filme. Würde man dadurch, daß man sich unmotiviertes Blutvergießen ansieht, Jehova gefallen, von dem gesagt wird: „Jeden, der Gewalttat liebt, haßt SEINE Seele gewiß.“ (Psalm 11:5)? Und da Spiritismus in der Bibel verurteilt wird, müssen Christen in Verbindung mit Büchern und Filmen, die von Zauberei oder Magie handeln, ein gutes Urteilsvermögen bekunden (5. Mose 18:10). Denken wir auch daran, daß Erwachsene zwar problemlos Unwirkliches von Wirklichem unterscheiden können, aber daß das nicht alle Kinder können. Eltern müssen deshalb achtgeben, wie ihre Kinder auf das reagieren, was sie lesen und was sie sich ansehen.b
Manche entscheiden sich vielleicht für eine andere Form der Unterhaltung oder für einen anderen Lesestoff. Man sollte jedoch niemand richten oder aus einer persönlichen Entscheidung eine Streitfrage machen (Römer 14:4).
Christen, die sich gelegentlich zum Zeitvertreib für verschiedene Formen der Science-fiction entscheiden, sind allerdings gut beraten, an einen Hinweis Salomos zu denken. Er sagte: „Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und sich ihnen viel zu widmen ist ermüdend für das Fleisch“ (Prediger 12:12). Heutzutage gehen viele in ihrer Begeisterung für Science-fiction-Bücher und -Filme zu weit. Science-fiction-Clubs und große Treffen von Science-fiction-Fans nehmen überhand. Wie die Zeitschrift Time berichtete, wollen Star-Trek-Fans von fünf Kontinenten die fiktive Sprache Klingon lernen, die in den Kinofilmen und den Fernsehsendungen vorkommt. Ein solch extremes Verhalten ist nicht im Einklang mit dem biblischen Rat aus 1. Petrus 1:13, wo wir lesen: „Bleibt vollständig besonnen [„ausgeglichen“, Fußnote].“
Selbst die beste Science-fiction kann die Neugier des Menschen bezüglich der Zukunft nicht stillen. Wer wirklich wissen möchte, was die Zukunft bringt, muß sich an eine verläßliche Quelle wenden. Davon handelt der nächste Artikel.
[Fußnoten]
a Verne drückte sich so aus: „ein fotografischer Telegraf, ... [der] es gestattete, über weite Entfernungen das Faksimile von Schriftstücken, Unterschriften oder Zeichnungen zu übertragen“ (Newsweek, 10. Oktober 1994).
b Siehe den Artikel „Was sollte dein Kind lesen?“ im Erwachet! vom 8. Juli 1978.
[Bild auf Seite 7]
Eltern sollten darüber wachen, womit sich ihre Kinder zur Unterhaltung beschäftigen
[Bild auf Seite 7]
Christen müssen in Verbindung mit Science-fiction wählerisch sein
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Was die Zukunft wirklich bringtErwachet! 1995 | 8. Dezember
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Was die Zukunft wirklich bringt
VIELE Science-fiction-Begeisterte haben einen Forschergeist und ein großes Interesse an der Zukunft, und sie sehnen sich nach Veränderungen in der Gesellschaft. Die Bibel verrät sehr viel über die Zukunft; allerdings ähneln die Zukunftsschilderungen der Bibel nur wenig den Spekulationen der Science-fiction-Autoren, wenn überhaupt.
Die Science-fiction bietet sehr viele verschiedene Zukunftsmodelle an. Doch würden wir unser Leben für eines riskieren? Worauf würden wir uns bei unserer Wahl stützen? Die erdachten Abläufe oder Zukunftsszenarios können nicht alle wahr sein. Läßt sich mit Sicherheit sagen, daß überhaupt eine der Vermutungen oder Fiktionen richtig ist? Es ist viel wahrscheinlicher, daß keine einzige Vermutung der Wahrheit entspricht.
Sie treffen nicht zu
Offensichtlich treffen die Zukunftsschilderungen der Science-fiction nicht zu. Inwiefern? Nun, die Beschreibungen, die zeigen, wie die Wissenschaft zu einer besseren Zivilisation hier auf der Erde führen könnte, sind nicht realisiert worden. Die Tatsachen zeigen etwas ganz anderes. Der deutsche Autor Karl Michael Armer sagte: „Die Zukunft hat uns überrollt.“ Womit? „Mit globalen Bedrohungen durch Atomtod, Umweltkatastrophen, Hunger, Armut, Energiekrisen, staatlich gelenkten Terrorismus.“
Mit anderen Worten: Es gibt keine Anzeichen dafür, daß die Zukunft für die Erde und für die Menschheitsfamilie so sein wird, wie in vielen Science-fiction-Geschichten geschildert. Im Gegenteil, je mehr sich die Verhältnisse auf der Erde verschlimmern, desto stärker entwickelt sich die Situation der Menschheit in die entgegengesetzte Richtung. Trotz des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts wird die menschliche Gesellschaft weltweit in zunehmendem Maße mit Verbrechen, Gewalt, Armut, Völkerhaß und zerbrochenen Familien konfrontiert.
Die Probleme sind durch einige wissenschaftliche Errungenschaften noch wesentlich verschärft worden. Denken wir nur an die Verschmutzung der Luft, des Wassers und der Nahrung durch die Chemie; an die Katastrophe in Bhopal (Indien), wo bei einem Unfall in einer Chemiefabrik Giftgas entwich, was 2 000 Todesopfer und 200 000 Verletzte forderte; an das Schmelzen des Reaktors im Atomkraftwerk in Tschernobyl (Ukraine), was zur Folge hatte, daß viele Menschen starben und in einem großen Gebiet vermehrt Krebserkrankungen und andere Gesundheitsprobleme auftraten.
Kolonisierung des Weltraums?
Eine ganze Reihe Science-fiction-Geschichten über die Zukunft lenken noch auf andere Weise von den Problemen des Lebens und dem Versagen menschlicher Bestrebungen ab. Sie versetzen den Science-fiction-Fan in eine imaginäre Welt im All. Oft handeln sie von Menschen, die mit intergalaktischen Raumschiffen auf andere Planeten oder in andere Teile des Universums gelangen und diese kolonisieren. Das führt dazu, daß viele so denken wie der Leser einer New Yorker Zeitung, der an den Herausgeber folgendes schrieb: „Die Zukunft des Menschen liegt in der Erkundung des Weltraums.“
Die Weltraumforschung wird zwar durch die Flüge von Raumfähren in Erdnähe und den Start von Sonden zur Erkundung des Alls fortgesetzt. Doch wie verhält es sich damit, den Weltraum zu besiedeln? Man spricht wohl von ausgedehnten bemannten Raumflügen, aber es wird gegenwärtig nicht ernsthaft über Pläne nachgedacht, den Mond oder die Nachbarplaneten zu besiedeln, geschweige denn andere Galaxien. Die Kolonisierung des Weltraums durch menschliche Bemühungen ist keine realistische Möglichkeit für die nähere Zukunft. Und gegenwärtige Raumfahrtprogramme verschiedener Länder sind so kostspielig, daß sie entweder eingeschränkt oder aufgegeben werden.
Tatsache ist, daß die Zukunft der Menschheit, unsere Zukunft, nicht in irgendwelchen von Menschen geförderten Weltraumabenteuern liegt. Unsere Zukunft liegt hier auf der Erde. Und diese Zukunft wird weder von Wissenschaftlern bestimmt noch von menschlichen Regierungen, noch von Autoren. Wieso läßt sich das mit Gewißheit sagen?
Weil die Zukunft von Jehova Gott, dem Schöpfer der Erde, bestimmt wird. Und keine Science-fiction-Kulisse kann mit den Verheißungen der Bibel mithalten. In diesem Buch — Gottes inspiriertem Wort, durch das er sich den Menschen mitteilt — sagt er uns, wie die Zukunft des Menschen aussehen wird (2. Timotheus 3:16, 17; 2. Petrus 1:20, 21). Was steht darin?
Die Zukunft der Menschheitsfamilie
Gott legt in seinem Wort deutlich dar, daß sein Vorsatz eine „Generalüberholung“ der menschlichen Gesellschaft vorsieht, und zwar durch eine neue Regierung, an deren Spitze Jesus Christus steht. In der Bibel wird diese himmlische Regierung als Gottes Königreich bezeichnet (Matthäus 6:9, 10).
Über das Königreich wird in der in Daniel 2:44 aufgezeichneten inspirierten Prophezeiung gesagt: „In den Tagen dieser [der heutigen] Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen. Es wird alle diese [gegenwärtigen] Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen.“
Auch der Apostel Petrus schrieb unter Inspiration der mächtigen, wirksamen Kraft Gottes über das zukünftige Leben auf der Erde unter Gottes Königreich. Er schrieb: „Doch gibt es neue Himmel [Gottes himmlisches Königreich] und eine neue Erde [eine neue menschliche Gesellschaft unter diesem Königreich], die wir gemäß seiner [Gottes] Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen“ (2. Petrus 3:13).
Was für ein Leben werden diejenigen führen, die unter der Herrschaft des himmlischen Königreiches Gottes auf der Erde leben dürfen? Der Schöpfer hat verheißen: „[Gott] wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen. Und der, der auf dem Thron saß, sprach: ‚Siehe! Ich mache alle Dinge neu.‘ Auch sagt er: ‚Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr‘“ (Offenbarung 21:4, 5).
Der Schöpfer verspricht uns eine wundervolle Zukunft. Sie hat nichts gemein mit den von Science-fiction-Autoren oder von Wissenschaftlern geschilderten fiktiven Szenarios, die sich oft durch unheimliche, phantastische Wesen und Schauplätze auszeichnen. Wahre Christen glauben an Gottes zuverlässige Verheißungen über die Zukunft. Doch sie glauben nicht nur daran. Sie riskieren dafür sogar ihr Leben.
Warum können sie das so voller Überzeugung tun? Weil sie aus Gottes Wort wissen, daß diese ‘Hoffnung nicht zur Enttäuschung führt’, da ‘Gott nicht lügen kann’. Tatsächlich ist es „unmöglich ..., daß Gott lügt“ (Römer 5:5; Titus 1:2; Hebräer 6:18). Josua, ein Diener Gottes, sagte vor langer Zeit: „Kein einziges Wort von allen guten Worten, die Jehova, euer Gott, zu euch geredet hat, [ist] dahingefallen ... Sie alle sind für euch eingetroffen. Kein einziges Wort von ihnen ist dahingefallen“ (Josua 23:14).
Ein Großteil der Science-fiction spiegelt die Ideologien des gegenwärtigen bösen Systems wider. Inwiefern? Die Geburtsstunde der Science-fiction fiel in das Zeitalter der Aufklärung; damals wiesen viele Menschen das traditionelle Autoritätsdenken zurück, und sie dachten, der Mensch könne seine Zukunft selbst erfolgreich gestalten. Sie gaben der Religion berechtigterweise die Hauptschuld an den Problemen der Gesellschaft, gleichzeitig verwarfen sie aber auch die Wahrheit über die Existenz Gottes und seinen Vorsatz. Jene Menschen waren von dem Lauf der Dinge enttäuscht und suchten deshalb nach neuen Ideen.
Menschlichen Ideen, ganz gleich, wie wohlüberlegt sie sein mögen, sind jedoch Grenzen gesetzt. Unser Schöpfer sagt: „Wie die Himmel höher sind als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken“ (Jesaja 55:9).
Echte wissenschaftliche Entdeckungen
In Gottes neuer Welt wird der natürliche Wissensdurst des Menschen zum Teil durch echte wissenschaftliche Forschungen gestillt werden. Man wird sich keine Phantasien mehr ausdenken müssen, denn die Realität wird fesselnd genug sein, um unseren Sinn mit förderlichen und wahrheitsgemäßen Dingen zu füllen.
Viele Menschen werden dann verstehen, was der namhafte Wissenschaftler Isaac Newton meinte, als er sagte: „Mich selber dünkt, ich habe wie ein Knabe an einem Strand gespielt ..., während der ganze große Ozean der Wahrheit unentdeckt vor mir lag.“ Gott wird in seiner neuen Welt treue Menschen mit Sicherheit von einer aufregenden Entdeckung zur anderen führen.
Dann wird sich die wissenschaftliche Forschung voll und ganz auf Wahrheit gründen, denn Jehova ist der „Gott der Wahrheit“. Er lädt uns ein, von dem irdischen Lebensraum sowie von der Tierwelt zu lernen (Psalm 31:5; Hiob 12:7-9). Ehrliches Streben nach wissenschaftlichen Erkenntnissen unter der Leitung des Gottes der Wahrheit wird gewiß ein faszinierender Aspekt von Gottes neuem System sein. Die Ehre für jede Erfindung, jede Entdeckung und jede wunderbare Verbesserung der Lebensbedingungen wird dann nicht einem Menschen, sondern dem Schöpfer des Universums, Jehova Gott, gegeben werden.
In der neuen Welt, die rasch näher rückt, werden alle gehorsamen Menschen Gott für seine liebevolle Fürsorge und Anleitung verherrlichen. Sie werden ihm mit großer Freude dienen und das sagen, was in Offenbarung 4:11 geschrieben steht: „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen.“
[Bild auf Seite 9]
Die Zukunft der Menschheit liegt hier auf der Erde
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