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  • Alles wird neu — wie vorhergesagt
    Der Wachtturm 2000 | 15. April
    • Alles wird neu — wie vorhergesagt

      „Der, der auf dem Thron saß, sprach: ‚Siehe! Ich mache alle Dinge neu.‘ Auch sagt er: ‚. . . diese Worte sind zuverlässig und wahr‘ “ (OFFENBARUNG 21:5).

      1, 2. Warum zögern viele zu Recht, über das nachzudenken, was die Zukunft bringt?

      HABEN wir nicht alle schon einmal gesagt oder gedacht: „Wer weiß, was der morgige Tag bringt?“? Wir können verstehen, warum man zögert, über die Zukunft zu mutmaßen oder Personen zu vertrauen, die dreist behaupten, sie könnten voraussehen, was künftig geschehen wird. Der Mensch vermag einfach nicht genau vorherzusagen, was sich in den kommenden Monaten oder Jahren ereignen wird.

      2 Die Zeitschrift Forbes ASAP widmete dem Thema Zeit eine ganze Ausgabe. Darin schrieb Robert Cringely, ein Moderator von Fernsehdokumentationen: „Die Zeit demütigt schließlich einen jeden, aber niemandem fügt die Zeit mehr Leid zu als den Prognostikern. Die Zukunft erraten zu wollen ist ein Spiel, das man fast immer verliert. . . . Trotzdem machen sogenannte Fachleute weiterhin Voraussagen.“

      3, 4. (a) Welchen Optimismus haben manche, was das neue Jahrtausend betrifft? (b) Welche realistische Erwartung haben andere in bezug auf die Zukunft?

      3 Uns fällt vielleicht auf, daß man jetzt, wo das neue Millennium in aller Munde ist, anscheinend mehr über die Zukunft nachdenkt. Zu Anfang des letzten Jahres hieß es in der Zeitschrift Maclean’s: „Für die meisten Kanadier wird das Jahr 2000 wohl nur ein Jahr wie jedes andere sein, aber es könnte mit einem echten Neuanfang zusammenfallen.“ Professor Chris Dewdney von der Universität York begründete den Optimismus wie folgt: „Das Millennium bedeutet, daß wir ein wirklich schreckliches Jahrhundert hinter uns lassen können.“

      4 Hört sich das aber nicht nach reinem Wunschdenken an? In Kanada ergab eine Umfrage, daß nur 22 Prozent der Befragten „glauben, daß das Jahr 2000 einen neuen Anfang für die Welt einleiten wird“. Fast die Hälfte rechnet innerhalb der nächsten 50 Jahre eher mit „einem weiteren weltweiten Konflikt“ — einem Weltkrieg. Offensichtlich spüren die meisten, daß in einem neuen Millennium unsere Probleme nicht verbannt werden und nicht alles neu gemacht werden kann. Sir Michael Atiyah, ehemaliger Präsident der britischen Royal Society, schrieb: „Die raschen Veränderungen . . . bedeuten, daß das einundzwanzigste Jahrhundert entscheidende Herausforderungen für unsere gesamte Zivilisation mit sich bringen wird. Probleme wie das Bevölkerungswachstum, die limitierten Ressourcen, die Umweltverschmutzung und die weitverbreitete Armut spüren wir bereits, und wir müssen uns dringend damit auseinandersetzen.“

      5. Wo können wir zuverlässige Informationen über das finden, was vor uns liegt?

      5 Wir fragen uns vielleicht: „Sollte man nicht einfach alles auf sich zukommen lassen, wenn doch kein Mensch vorhersehen kann, was die Zukunft bringt?“ Die Antwort lautet: Nein. Es stimmt zwar, daß Menschen nicht genau vorhersagen können, was vor uns liegt, aber wir sollten nicht meinen, daß niemand es kann. Nun, wer kann es dann, und warum sollten wir optimistisch in die Zukunft blicken? Zufriedenstellende Antworten auf diese Fragen sind in vier spezifischen Voraussagen zu finden. Sie sind in dem am weitesten verbreiteten und meistgelesenen Buch aufgezeichnet, das allerdings auch das am meisten mißverstandene und unbeachtete ist: in der Bibel. Ganz gleich, was wir von der Bibel halten und wie gut wir damit vertraut sein mögen, sind wir es uns schuldig, die folgenden vier grundlegenden Texte zu betrachten. Darin wird eigentlich eine strahlende Zukunft vorausgesagt. Außerdem wird in diesen vier Schlüsselprophezeiungen beschrieben, wie unsere eigene Zukunft und die Zukunft von uns nahestehenden Menschen aussehen kann.

      6, 7. Wann prophezeite Jesaja, und inwiefern erfüllten sich seine Voraussagen auf erstaunliche Weise?

      6 Die erste Schlüsselprophezeiung ist in Jesaja, Kapitel 65 zu finden. Bevor wir sie lesen, wollen wir uns mit dem Rahmen vertraut machen — wann sie geschrieben wurde und um welche Situation es ging. Gottes Prophet Jesaja, der diese Worte niederschrieb, lebte, über hundert Jahre bevor das Königreich Juda endete. Das Ende kam, als Jehova den treulosen Juden seinen Schutz entzog und zuließ, daß die Babylonier Jerusalem verwüsteten und seine Bewohner ins Exil führten. Das geschah, über hundert Jahre nachdem Jesaja es vorhergesagt hatte (2. Chronika 36:15-21).

      7 Was den geschichtlichen Hintergrund angeht, rufen wir uns in den Sinn, daß Jesaja unter Gottes Anleitung den Namen des noch ungeborenen Persers Cyrus voraussagte, der Babylon schließlich stürzte (Jesaja 45:1). Cyrus schuf die Voraussetzungen dafür, daß die Juden 537 v. u. Z. in ihre Heimat zurückkehren konnten. Erstaunlicherweise sagte Jesaja auch diese Wiederherstellung voraus, wie in Kapitel 65 nachzulesen ist. Er behandelte die Situation, die dann unter den in ihr Heimatland zurückgekehrten Israeliten herrschen würde.

      8. Welche glückliche Zukunft sagte Jesaja voraus, und welcher Ausdruck ist von besonderem Interesse?

      8 Wir lesen in Jesaja 65:17-19: „Ich schaffe neue Himmel und eine neue Erde; und die früheren Dinge werden nicht in den Sinn gerufen werden, noch werden sie im Herzen aufkommen. Doch frohlockt und freut euch immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich schaffe Jerusalem als Ursache zur Freudigkeit und ihr Volk als Ursache zum Frohlocken. Und ich will mich über Jerusalem freuen und über mein Volk frohlocken; und nicht mehr wird darin der Laut des Weinens oder der Laut eines Klageschreis gehört werden.“ Jesaja beschrieb Verhältnisse, die weit besser waren als die, unter denen die Juden in Babylon gelebt hatten. Er sagte Frohlocken und Freude voraus. Sehen wir uns jetzt den Ausdruck „neue Himmel und eine neue Erde“ an. Er kommt hier das erste Mal von insgesamt vier Malen in der Bibel vor, und diese vier Textstellen können in direktem Zusammenhang mit unserer Zukunft stehen, ja sie sogar vorhersagen.

      9. Inwiefern waren die Juden der alten Zeit an der Erfüllung von Jesaja 65:17-19 beteiligt?

      9 Die erste Erfüllung von Jesaja 65:17-19 betraf die Juden in alter Zeit, die, genau wie Jesaja es vorhergesagt hatte, in ihr Heimatland zurückkehrten, um dort die reine Anbetung wiederherzustellen (Esra 1:1-4; 3:1-4). Uns ist natürlich klar, daß sich die Heimat, in die sie zurückkehrten, nicht irgendwo anders im Universum befand, sondern auf demselben Planeten. Wenn wir uns das vergegenwärtigen, verstehen wir besser, was Jesaja mit den neuen Himmeln und der neuen Erde meinte. Wir sind nicht auf Mutmaßungen angewiesen, wie es einige bei den vagen Voraussagen des Nostradamus oder anderer menschlicher Prognostiker sind. Aus der Bibel selbst wird klar, was Jesaja im Sinn hatte.

      10. Was sollten wir unter der neuen „Erde“ verstehen, die Jesaja voraussagte?

      10 In der Bibel ist mit „Erde“ nicht immer der Erdball gemeint. Zum Beispiel heißt es in Psalm 96:1 wörtlich: ‘Singt Jehova, ganze Erde.’ Wir wissen, daß unser Planet — der Boden, auf dem wir stehen, und die riesigen Meere — nicht singen kann. Menschen singen. Psalm 96:1 bezieht sich eindeutig auf die Menschen auf der Erde.a Doch in Jesaja 65:17 werden auch „neue Himmel“ erwähnt. Wenn die „Erde“ eine neue Gesellschaft von Menschen im Heimatland der Juden darstellt, was sind dann die „neuen Himmel“?

      11. Worauf wies der Ausdruck „neue Himmel“ hin?

      11 In einem Nachschlagewerk von M’Clintock und Strong heißt es: „Wo auch immer der Rahmen einer prophetischen Vision gegeben ist, stellt der Himmel . . . die Gesamtheit der regierenden Mächte dar, . . . die ein . . . Himmel sind, der über die Untertanen erhaben ist und über sie herrscht, wie der natürliche Himmel sich über der Erde befindet und die Erde beherrscht“ (Cyclopædia of Biblical, Theological, and Ecclesiastical Literature). Hinsichtlich der Wortkombination „Himmel und Erde“ wird dann in dem Nachschlagewerk erklärt, daß unter diesem Ausdruck in prophetischer Sprache der politische Status von Personen unterschiedlichen Ranges zu verstehen ist. Der Himmel ist die Oberhoheit; die Erde ist die Bauernschaft, Menschen, die Oberen unterstehen.

      12. Wie erlebten die Juden in alter Zeit „neue Himmel und eine neue Erde“?

      12 Als die Juden in ihre Heimat zurückkehrten, erhielten sie sozusagen ein neues System der Dinge. Sie hatten ein neues regierendes Organ. Serubbabel, ein Nachkomme König Davids, war Statthalter, und Josua war Hoherpriester (Haggai 1:1, 12; 2:21; Sacharja 6:11). Sie bildeten die „neuen Himmel“. Worüber? Die „neuen Himmel“ waren über einer „neuen Erde“, über der gereinigten Gesellschaft von Menschen, die wieder in ihrem Land lebten, um Jerusalem und den Tempel für die Anbetung Jehovas wieder aufzubauen. Daher gab es in der Erfüllung an den Juden jener Tage in diesem buchstäblichen Sinn „neue Himmel und eine neue Erde“.

      13, 14. (a) Welche weitere Stelle, wo der Ausdruck „neue Himmel und eine neue Erde“ vorkommt, sollten wir betrachten? (b) Warum ist die Prophezeiung des Petrus in der heutigen Zeit von besonderem Interesse?

      13 Übersehen wir jedoch nicht das Wesentliche. Hier geht es weder um eine Übung in Bibelauslegung noch um einen Streifzug durch alte Geschichte. Dies können wir einer weiteren Erwähnung des Ausdrucks „neue Himmel und eine neue Erde“ entnehmen. Wir finden die Stelle in 2. Petrus, Kapitel 3, und wir werden feststellen, daß es um unsere Zukunft geht.

      14 Der Apostel Petrus schrieb seinen Brief über 500 Jahre nach der Rückkehr der Juden in ihre Heimat. Als einer der Apostel Jesu richtete sich Petrus an die Nachfolger Christi, des in 2. Petrus 3:2 erwähnten „Herrn“. Die Prophezeiung hat viel mit der heutigen Zeit zu tun, denn in Vers 4 kommt Petrus auf die „verheißene Gegenwart“ Jesu zu sprechen. Umfassende Beweise lassen erkennen, daß Jesus seit dem Ersten Weltkrieg in dem Sinn gegenwärtig ist, daß er in Gottes himmlischem Königreich Herrschermacht innehat (Offenbarung 6:1-8; 11:15, 18). Dies gewinnt angesichts dessen, was Petrus in jenem Kapitel außerdem voraussagte, ganz besonders an Bedeutung.

      15. Wie erfüllt sich die Prophezeiung des Petrus über „neue Himmel“?

      15 In 2. Petrus 3:13 lesen wir: „Es [gibt] neue Himmel und eine neue Erde, die wir gemäß seiner Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen.“ Wir wissen vielleicht schon, daß Jesus als Herrscher im Himmel die Schlüsselstellung in den „neuen Himmeln“ innehat (Lukas 1:32, 33). Doch wie weitere Bibeltexte zeigen, herrscht er nicht allein. Jesus verhieß, daß die Apostel und andere wie sie eine Stätte im Himmel haben würden. Im Bibelbuch Hebräer bezeichnete der Apostel Paulus solche Personen als „Mitgenossen der himmlischen Berufung“. Und Jesus sagte, daß die zu dieser Gruppe Gehörenden mit ihm im Himmel auf Thronen sitzen würden (Hebräer 3:1; Matthäus 19:28; Lukas 22:28-30; Johannes 14:2, 3). Das, worauf es ankommt, ist, daß andere mit Jesus als Teil der „neuen Himmel“ regieren. Doch was meinte Petrus mit dem Ausdruck „neue Erde“?

      16. Welche „neue Erde“ existiert bereits?

      16 Wie bei der Erfüllung in alter Zeit — der Rückkehr der Juden in ihre Heimat — geht es bei der gegenwärtigen Erfüllung von 2. Petrus 3:13 um Menschen, die sich der Herrschaft der „neuen Himmel“ unterwerfen. Heute gibt es Millionen von Menschen, die einer solchen Regierung gern unterstehen. Ihnen kommt das Bildungsprogramm dieser Regierung zugute, und sie bemühen sich, ihre Gesetze zu halten, die in der Bibel stehen (Jesaja 54:13). Jene Personen sind insofern die Grundlage einer „neuen Erde“, als sie eine weltweite Gemeinschaft bilden, die sich aus allen Nationalitäten, Sprachen und Rassen zusammensetzt, und in Ergebenheit gegenüber dem regierenden König, Jesus Christus, zusammenarbeiten. Bedeutsam ist, daß wir persönlich dazugehören können (Micha 4:1-4).

      17, 18. Warum geben uns die Worte in 2. Petrus 3:13 Anlaß dazu, uns mit der Zukunft zu befassen?

      17 Denken wir jedoch nicht, damit sei alles gesagt und wir hätten keinen genauen Einblick in künftige Geschehnisse. Bei näherem Hinsehen liefert der Zusammenhang in 2. Petrus, Kapitel 3 Hinweise auf einen bevorstehenden großen Wechsel. In den Versen 5 und 6 schreibt Petrus über die Flut der Tage Noahs, die Sintflut, die der damaligen bösen Welt ein Ende machte. In Vers 7 erwähnt Petrus, daß „die Himmel und die Erde, die jetzt sind“ — sowohl die Regierungen als auch die Volksmassen —, aufbehalten sind für „den Tag des Gerichts und der Vernichtung der gottlosen Menschen“. Dies bestätigt übrigens, daß sich der Ausdruck „die Himmel und die Erde, die jetzt sind“ nicht auf das materielle Universum bezieht, sondern auf Menschen und ihre Regierungen.

      18 Wie Petrus anschließend erklärt, wird der kommende Tag Jehovas eine große Reinigung herbeiführen, um Platz zu schaffen für die neuen Himmel und die neue Erde, von denen in Vers 13 die Rede ist. Beachten wir den Schluß des Verses: „in diesen wird Gerechtigkeit wohnen“. Deutet das nicht auf größere, vorteilhafte Veränderungen hin? Weckt das nicht die Erwartung wirklich neuer Dinge, einer Zeit, in der die Menschen mehr Freude am Leben haben werden als heute? Wenn wir das sehen können, dann haben wir Einsicht in das erlangt, was die Bibel vorhersagt, Einsicht, über die nur wenige verfügen.

      19. In welchem Rahmen wird in der Offenbarung auf bevorstehende „neue Himmel und eine neue Erde“ hingewiesen?

      19 Gehen wir jedoch noch einen Schritt weiter. Die Erwähnung des Ausdrucks „neue Himmel und eine neue Erde“ in Jesaja, Kapitel 65 und eine weitere in 2. Petrus, Kapitel 3 haben wir gerade betrachtet. Wenden wir uns jetzt Offenbarung, Kapitel 21 zu, wo dieser Ausdruck ein anderes Mal in der Bibel vorkommt. Wiederum hilft ein Verständnis des Zusammenhangs. Zwei Kapitel zuvor, in Offenbarung, Kapitel 19, wird in lebendiger Symbolik ein Krieg beschrieben, allerdings kein Krieg zwischen verfeindeten Nationen. Auf der einen Seite steht „Das Wort Gottes“. Dies ist ein Titel Jesu Christi, wie uns bekannt sein dürfte (Johannes 1:1, 14). Er befindet sich im Himmel, und in dieser Vision ist er zusammen mit seinen himmlischen Heerscharen zu sehen. Gegen wen kämpfen sie? In dem Kapitel werden „Könige“, ‘Militärbefehlshaber’ und Personen verschiedenen Ranges erwähnt, ‘Kleine und Große’. Dieser Kampf hat mit dem kommenden Tag Jehovas zu tun, mit der Vernichtung des Bösen (2. Thessalonicher 1:6-10). Zu Beginn des nächsten Kapitels, Offenbarung 20, wird die Beseitigung der „Urschlange, welche der Teufel und der Satan ist“, beschrieben. Vor diesem Hintergrund wollen wir Offenbarung, Kapitel 21 betrachten.

      20. Was wird in Offenbarung 21:1 in bezug auf eine bedeutende Wende angedeutet?

      20 Der Apostel Johannes beginnt mit den begeisternden Worten: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr.“ Gestützt auf das, was wir Jesaja, Kapitel 65 und 2. Petrus, Kapitel 3 entnommen haben, ist damit sicher nicht gemeint, daß der buchstäbliche Himmel und unser Planet mitsamt den Wassertiefen ausgetauscht werden. Wie die vorausgehenden Kapitel zeigen, werden böse Menschen und ihre Machthaber — darunter der unsichtbare Herrscher, Satan — beseitigt werden. Hier wird somit ein neues System der Dinge verheißen, das Menschen auf der Erde betrifft.

      21, 22. Welche Segnungen sichert uns Johannes zu, und was ist mit dem Abwischen von Tränen gemeint?

      21 Daß dies wirklich so ist, bestätigt die weitere Betrachtung dieser wunderbaren Prophezeiung. Am Ende von Vers 3 ist von der Zeit die Rede, in der Gott bei den Menschen sein wird, indem er denen, die seinen Willen tun, gütig seine Aufmerksamkeit zuwendet (Hesekiel 43:7). Johannes fährt in Vers 4 und 5 fort: „Er [Jehova] wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen. Und der, der auf dem Thron saß, sprach: ‚Siehe! Ich mache alle Dinge neu.‘ Auch sagt er: ‚Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr.‘ “ Welch eine erhebende Prophezeiung!

      22 Halten wir einmal inne, um völlig wahrzunehmen, was hier in der Bibel vorhergesagt wird. ‘Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.’ Damit können weder normale Tränen gemeint sein, die unsere empfindsamen Augen spülen, noch Freudentränen. Nein, die Tränen, die Gott abwischen wird, sind durch Leid, Trauer, Enttäuschung, Schmerz und Qual entstanden. Weshalb können wir uns dessen sicher sein? Weil die bemerkenswerte Verheißung, daß Gott Tränen abwischen wird, damit verknüpft ist, daß ‘Tod, Trauer, Geschrei und Schmerz nicht mehr sind’ (Johannes 11:35).

      23. Welche Zustände wird es gemäß der Prophezeiung des Johannes garantiert nicht mehr geben?

      23 Beweist das nicht, daß Krebs, Schlaganfälle, Herzinfarkte und sogar der Tod einmal der Vergangenheit angehören werden? Wer von uns hat nicht schon einen lieben Angehörigen oder Freund durch eine Krankheit, einen Unfall oder eine Katastrophe verloren? Gott verheißt hier, daß der Tod nicht mehr sein wird und demnach Kinder, die dann auf die Welt kommen mögen, sich nicht eines Tages damit abfinden müssen, daß sie zwar heranwachsen, dann aber altern und schließlich sterben. Diese Prophezeiung bedeutet auch das Ende von Krankheiten, die sich oft mit dem Alter einstellen, wie Alzheimer-Krankheit, Osteoporose, Fibrome und grüner sowie grauer Star.

      24. Inwiefern werden sich ‘der neue Himmel und eine neue Erde’ als Segen erweisen, und was werden wir noch betrachten?

      24 Wir sind uns zweifellos einig, daß es nach der Beseitigung von Tod, Alterserscheinungen und Krankheiten weniger Trauer und Geschrei geben würde. Aber wie verhält es sich mit erdrückender Armut, Kindesmißbrauch und unterdrückerischer Diskriminierung wegen jemandes Herkunft oder Hautfarbe? Gäbe es diese — heute üblichen — Probleme weiterhin, wären wir nicht von Trauer und Geschrei befreit. Demnach wird das Leben unter ‘einem neuen Himmel und einer neuen Erde’ nicht durch die gegenwärtigen Ursachen des Leids beeinträchtigt sein. Welch eine Wende! Bis jetzt haben wir jedoch nur drei der vier Stellen in der Bibel betrachtet, an denen der Ausdruck „neue Himmel und eine neue Erde“ vorkommt. Es gibt eine weitere Stelle, die zu dem paßt, was wir untersucht haben, und die unterstreicht, warum wir uns zu Recht auf die Zeit freuen können, wo Gott die Verheißung erfüllt, ‘alle Dinge neu zu machen’, und darauf, wie er es tut. Im folgenden Artikel wird diese Prophezeiung behandelt und auch, wie sie sich auf unser Glück auswirkt.

      [Fußnote]

      a Die Gute Nachricht gibt Psalm 96:1 wie folgt wieder: „Singt dem Herrn, ihr Bewohner der ganzen Erde.“ Das stimmt mit dem Verständnis überein, daß sich Jesaja mit dem Ausdruck „neue Erde“ auf Gottes Volk bezog, das sich in seinem Land befand.

  • Die neue Welt — Werden wir dort sein?
    Der Wachtturm 2000 | 15. April
    • Die neue Welt — Werden wir dort sein?

      „Es [gibt] nichts Besseres für sie . . ., als sich zu freuen und zeitlebens Gutes zu tun, und auch, daß jeder Mensch essen und trinken und Gutes sehen sollte für all seine harte Arbeit. Es ist die Gabe Gottes“ (PREDIGER 3:12, 13).

      1. Warum können wir optimistisch in die Zukunft blicken?

      VIELE halten den allmächtigen Gott für streng und hart. Doch der obenstehende Text ist eine Wahrheit aus seinem inspirierten Wort. Sie stimmt damit überein, daß er der ‘glückliche Gott’ ist, und auch damit, daß er unsere Ureltern auf der Erde in ein Paradies setzte (1. Timotheus 1:11; 1. Mose 2:7-9). Wenn wir uns einen Einblick in die Zukunft, die Gott seinem Volk verheißen hat, verschaffen, sollte es uns nicht verwundern, von Verhältnissen zu erfahren, die uns auf Dauer Freude bereiten werden.

      2. Worauf freuen wir uns persönlich?

      2 Im vorangehenden Artikel haben wir drei der vier Textstellen betrachtet, in denen die Bibel „neue Himmel und eine neue Erde“ voraussagt (Jesaja 65:17). Eine dieser zuverlässigen Voraussagen ist in Offenbarung 21:1 aufgezeichnet. Die anschließenden Verse handeln von einer Zeit, wo Gott, der Allmächtige, die Zustände auf der Erde erheblich zum Vorteil verändern wird. Er wird Tränen der Trauer abwischen. Die Menschen werden nicht mehr zufolge von Alterserscheinungen, Krankheiten oder Unfällen sterben. Trauer, Geschrei und Schmerz wird es nicht mehr geben. Welch eine erfreuliche Aussicht! Warum können wir uns aber sicher sein, daß alles tatsächlich so kommen wird; und wie könnte sich diese Aussicht unmittelbar auf uns auswirken?

      Gründe zur Zuversicht

      3. Warum können wir den biblischen Verheißungen vertrauen?

      3 Beachten wir, wie es in Offenbarung 21:5 weiter heißt. Dort wird Gott zitiert, der von seinem himmlischen Thron aus verkündet: „Siehe! Ich mache alle Dinge neu.“ Diese göttliche Verheißung ist besser als jede nationale Unabhängigkeitserklärung, als jede Menschenrechtsgarantie und alle menschlichen Zukunftsbestrebungen. Sie ist eine ganz und gar zuverlässige Erklärung desjenigen, der, wie es in der Bibel heißt, „nicht lügen kann“ (Titus 1:2). Es wäre verständlich, wenn wir meinten, wir könnten hier innehalten und uns an dieser vorzüglichen Aussicht erfreuen und auf Gott vertrauen. Aber es ist nicht nötig innezuhalten. Es gibt mehr über die Zukunft zu erfahren.

      4, 5. Welche biblischen Prophezeiungen, die wir bereits betrachtet haben, können unsere Zuversicht in bezug auf das fördern, was vor uns liegt?

      4 Denken wir über das nach, was wir im vorigen Artikel über die biblischen Verheißungen neuer Himmel und einer neuen Erde festgestellt haben. Jesaja sagte solch ein neues System voraus, und seine Prophezeiung erfüllte sich, als die Juden in ihre Heimat zurückkehrten und die wahre Anbetung wiederaufnahmen (Esra 1:1-3; 2:1, 2; 3:12, 13). War das aber alles, worauf Jesajas Prophezeiung hinwies? Bestimmt nicht! Was er voraussagte, sollte sich in ferner Zukunft auf noch großartigere Weise erfüllen. Weshalb kommen wir zu diesem Schluß? Es hat mit dem zu tun, was wir in 2. Petrus 3:13 und Offenbarung 21:1-5 lesen. Diese Textstellen weisen auf „neue Himmel und eine neue Erde“ hin, auf etwas, was sich für Christen weltweit zum Guten auswirken wird.

      5 Wie bereits erwähnt, kommt der Ausdruck „neue Himmel und eine neue Erde“ in der Bibel viermal vor. Drei Stellen davon haben wir bereits betrachtet, und wir sind zu ermutigenden Schlußfolgerungen gelangt. In der Bibel wird unmißverständlich vorausgesagt, daß Gott Bosheit und andere Ursachen des Leids beseitigen und die Menschen in dem von ihm verheißenen neuen System dann noch mehr segnen wird.

      6. Was wird in der vierten Prophezeiung, in der ‘neue Himmel und eine neue Erde’ erwähnt werden, vorhergesagt?

      6 Befassen wir uns jetzt mit der verbliebenen Textstelle, in welcher der Ausdruck ‘neue Himmel und eine neue Erde’ vorkommt, nämlich Jesaja 66:22-24. Dort heißt es: „ ‚Denn so, wie die neuen Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor mir bestehen‘, ist der Ausspruch Jehovas, ‚so wird eure Nachkommenschaft und euer Name bestehenbleiben.‘ ‚Und es wird bestimmt geschehen, daß von Neumond zu Neumond und von Sabbat zu Sabbat alles Fleisch herbeikommen wird, um sich vor mir niederzubeugen‘, hat Jehova gesagt. ‚Und man wird tatsächlich hinausgehen und die Leichname der Menschen anschauen, die sich gegen mich vergangen haben; denn selbst die Würmer an ihnen werden nicht sterben, und ihr Feuer, es wird nicht ausgelöscht werden, und sie sollen für alles Fleisch zu etwas Abstoßendem werden.‘ “

      7. Warum sollten wir zu dem Schluß kommen, daß sich Jesaja 66:22-24 in kommenden Tagen erfüllen wird?

      7 Diese Prophezeiung galt zwar den Juden in ihrem wieder bewohnten Land, aber eine weitere Erfüllung stand aus. Das mußte im Strom der Zeit erst nach der Niederschrift des zweiten Petrusbriefes und der Offenbarung geschehen, denn darin wird auf künftige „neue Himmel und eine neue Erde“ hingewiesen. Wir können diese großartige vollständige Erfüllung in dem neuen System erwarten. Betrachten wir einige der Zustände, auf die wir uns freuen können.

      8, 9. (a) In welchem Sinne wird Gottes Volk „bestehenbleiben“? (b) Was geht daraus hervor, daß Jehovas Diener „von Neumond zu Neumond und von Sabbat zu Sabbat“ anbeten werden?

      8 Aus Offenbarung 21:4 geht hervor, daß der Tod nicht mehr sein wird. Der Text in Jesaja 66 stimmt damit überein. Jehova weiß, wie aus Vers 22 zu ersehen ist, daß „die neuen Himmel und die neue Erde“ nicht nur vorübergehend, nicht nur eine begrenzte Zeit, existieren werden. Ebenso wird sein Volk Bestand haben; es wird vor ihm „bestehenbleiben“. Das, was Gott bereits für sein auserwähltes Volk getan hat, ist ein Grund zur Zuversicht. Wahre Christen sind brutal verfolgt worden, und man bemühte sich sogar fanatisch, sie ganz auszurotten (Johannes 16:2; Apostelgeschichte 8:1). Doch selbst sehr mächtige Feinde des Volkes Gottes wie der römische Kaiser Nero und Adolf Hitler haben die loyalen Diener Gottes, die seinen Namen tragen, nicht ausradieren können. Jehova hat die Versammlung seines Volkes bis heute bewahrt, und er wird bestimmt dafür sorgen, daß sie auf Dauer bestehenbleibt.

      9 Ebenso werden diejenigen, die Gott als Teil der neuen Erde, der Gesellschaft wahrer Anbeter in der neuen Welt, treu sind, als einzelne bestehenbleiben, denn sie werden dem Schöpfer aller Dinge reine Anbetung darbringen. Dies wird nicht nur dann und wann oder planlos geschehen. In Gottes Gesetz, das Israel durch Moses erhielt, war es vorgesehen, daß bestimmte Bestandteile der Anbetung einem monatlichen oder wöchentlichen Rhythmus folgten, gekennzeichnet durch den Neumond und durch den Sabbat (3. Mose 24:5-9; 4. Mose 10:10; 28:9, 10; 2. Chronika 2:4). Folglich wird in Jesaja 66:23 auf eine regelmäßige, fortlaufende Anbetung Gottes hingewiesen — Woche für Woche und Monat für Monat. Atheismus und religiöse Heuchelei wird es dann nicht mehr geben. ‘Alles Fleisch wird herbeikommen, um sich vor Jehova niederzubeugen.’

      10. Warum können wir zuversichtlich sein, daß die neue Welt nicht ständig durch Böse beeinträchtigt werden wird?

      10 In Jesaja 66:24 wird uns zugesichert, daß der Frieden und die Gerechtigkeit der neuen Erde nie bedroht sein werden. Böse Menschen werden sie nicht zugrunde richten. Erinnern wir uns an 2. Petrus 3:7, wonach der „Tag des Gerichts“ und die „Vernichtung der gottlosen Menschen“ vor uns liegen. Diejenigen, die ihr Ende finden, werden gottlos sein. Unschuldigen wird nichts geschehen wie sonst oft in den von Menschen geführten Kriegen, bei denen meistens mehr Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung zu beklagen sind als unter den Soldaten. Der große Richter garantiert uns, daß an seinem Tag die Gottlosen vernichtet werden.

      11. Welche Zukunft werden, wie Jesaja zeigt, diejenigen haben, die sich gegen Gott und seine Anbetung wenden?

      11 Die überlebenden Gerechten werden erkennen, daß Gottes prophetisches Wort wahr ist. ‘Die Leichname der Menschen, die sich gegen Jehova vergangen haben’, werden, wie in Vers 24 vorausgesagt wird, erkennen lassen, daß es sich um sein Strafgericht handelt. Diese plastische Schilderung Jesajas mag zwar schockierend klingen, aber sie ist geschichtlich belegt. Außerhalb der Mauern des alten Jerusalem befanden sich Müllabladeplätze, auf die gelegentlich auch die Leichname hingerichteter Verbrecher geworfen wurden, denen kein anständiges Begräbnis zustand.a Dort wurden sowohl der Abfall als auch jene Leichname durch Würmer und durch Verbrennen sehr bald beseitigt. Jesajas bildhafte Sprache veranschaulicht offensichtlich die Endgültigkeit des Strafgerichts Jehovas an Übertretern.

      Was er verheißen hat

      12. Welche weiteren Hinweise gibt Jesaja auf das Leben in der neuen Welt?

      12 In Offenbarung 21:4 wird einiges erwähnt, was es in dem künftigen neuen System nicht mehr geben wird. Was wird es dann aber geben? Wie wird das Leben aussehen? Liegen uns irgendwelche zuverlässigen Hinweise vor? Ja, das ist der Fall. In Jesaja 65 werden prophetisch Verhältnisse beschrieben, in denen wir leben werden, sofern wir Jehovas Wohlgefallen haben und leben dürfen, wenn er in endgültigem Sinn die neuen Himmel und die neue Erde schafft. Diejenigen, die mit einer bleibenden Stätte auf der neuen Erde gesegnet sind, werden nicht altern und nicht zwangsläufig sterben. In Jesaja 65:20 wird uns zugesichert: „Nicht mehr wird es dann von jenem Ort einen Säugling von wenigen Tagen geben noch einen alten Mann, der seine Tage nicht erfüllt; denn obwohl hundert Jahre alt, wird einer noch als Knabe sterben; und was den Sünder betrifft, obwohl hundert Jahre alt, wird Übles auf ihn herabgerufen werden.“

      13. Inwiefern versichert uns Jesaja 65:20, daß Gottes Volk in Sicherheit leben wird?

      13 Als sich das zunächst am Volk Jesajas erfüllte, bedeutete es, daß die kleinen Kinder im Land sicher waren. Keine Feinde drangen ein wie einst die Babylonier, die Säuglinge verschleppten oder Menschen in der Blüte ihres Lebens erschlugen (2. Chronika 36:17, 20). In der bevorstehenden neuen Welt werden sich die Menschen sicher und geborgen fühlen und sich des Lebens erfreuen. Sollte jemand es vorziehen, gegen Gott zu rebellieren, wird er nicht weiterleben dürfen. Gott wird ihn beseitigen. Was wäre, wenn der rebellische Sünder schon hundert Jahre alt ist? Gemessen an einem ewigen Leben, wird er „noch als Knabe“ sterben (1. Timotheus 1:19, 20; 2. Timotheus 2:16-19).

      14, 15. Auf welche lohnenden Tätigkeiten können wir uns, gestützt auf Jesaja 65:21, 22, freuen?

      14 Jesaja erläutert nicht näher, wie ein vorsätzlicher Sünder beseitigt werden könnte, sondern er beschreibt die Lebensbedingungen, die in der neuen Welt herrschen werden. Versetzen wir uns einmal in die Szene hinein. Das, was wir uns vielleicht zuerst vorstellen, ist unsere häusliche Umgebung. Darauf geht Jesaja in Vers 21 und 22 ein: „Sie werden gewiß Häuser bauen und sie bewohnen; und sie werden bestimmt Weingärten pflanzen und deren Fruchtertrag essen. Sie werden nicht bauen und ein anderer es bewohnen; sie werden nicht pflanzen und ein anderer essen. Denn gleich den Tagen eines Baumes werden die Tage meines Volkes sein; und das Werk ihrer eigenen Hände werden meine Auserwählten verbrauchen.“

      15 Jesajas Prophezeiung deutet darauf hin, daß wir uns weiterbilden müssen, falls wir im Bauen noch unerfahren sind oder noch nie Gartenarbeit verrichtet haben. Würden wir uns aber nicht gern von jemand etwas zeigen lassen, der sich auf dem betreffenden Gebiet gut auskennt, vielleicht von einem freundlichen, hilfsbereiten Nachbarn? Jesaja sagt nicht, ob unser Haus große, unverglaste Fenster mit Jalousien haben wird, damit wir die tropische Brise genießen können, oder ob es Glasfenster hat, durch die wir die wechselnden Jahreszeiten beobachten können. Werden wir unser Haus mit einem schrägen Dach versehen, damit sich kein Regen oder Schnee darauf ansammelt? Oder ist angesichts des örtlichen Klimas ein Flachdach vorteilhaft wie im Nahen Osten, auf dem die ganze Familie gemeinsam köstliche Mahlzeiten einnehmen und sich unterhalten kann? (5. Mose 22:8; Nehemia 8:16).

      16. Warum können wir erwarten, daß wir in der neuen Welt fortwährend tiefe Befriedigung verspüren werden?

      16 Wichtiger als die Kenntnis solcher Einzelheiten ist, daß das Haus unser eigenes sein wird. Es wird uns selbst gehören — anders als heute, wo wir uns vielleicht damit abmühen, ein Haus zu bauen, aber schließlich ein anderer den Nutzen davon hat. Außerdem wird in Jesaja 65:21 gesagt, daß wir pflanzen und den Fruchtertrag essen werden. Das ist offensichtlich eine Schilderung der allgemeinen Situation. Unsere Leistungen — die Frucht unserer eigenen Arbeit — werden uns tiefe Befriedigung verleihen. Es wird ein Leben lang so sein, „gleich den Tagen eines Baumes“. Das entspricht gewiß der Beschreibung, daß „alle Dinge neu“ werden! (Psalm 92:12-14).

      17. Welche Prophezeiung ist für Eltern besonders ermunternd?

      17 Wer Kinder hat, dem gehen sicher die folgenden Worte zu Herzen: „Sie werden sich nicht umsonst abmühen, noch werden sie zur Bestürzung gebären; denn sie sind der Nachwuchs, bestehend aus den Gesegneten Jehovas, und ihre Nachkommen mit ihnen. Und es wird tatsächlich geschehen, bevor sie rufen, daß ich selbst antworten werde; während sie noch reden, werde ich selbst hören“ (Jesaja 65:23, 24). Wissen wir aus eigener Erfahrung, was es heißt, ‘zur Bestürzung zu gebären’? Wir brauchen die zahlreichen Probleme nicht zu nennen, die Kinder zur Bestürzung ihrer Eltern und anderer haben können. Was dies betrifft, haben wir alle schon Eltern beobachtet, die mit ihrem Beruf, ihren Betätigungen oder ihrem Vergnügen so sehr beschäftigt waren, daß ihnen kaum Zeit für ihre Kinder blieb. Jehova versichert uns im Gegensatz dazu, daß er hören und auf unsere Bedürfnisse eingehen wird, sie sogar im voraus erkennen wird.

      18. Warum können wir erwarten, daß wir in der neuen Welt Freude an Tieren finden werden?

      18 Wenn wir über das nachdenken, woran wir uns in der neuen Welt erfreuen mögen, dann malen wir uns doch auch einmal die folgende Szene aus, die in Gottes prophetischem Wort geschildert wird: „ ‚Wolf und Lamm werden einträchtig weiden, und der Löwe wird Stroh fressen wie der Stier; und was die Schlange betrifft, ihre Speise wird Staub sein. Sie werden keinen Schaden stiften noch irgendwie Verderben anrichten auf meinem ganzen heiligen Berg‘, hat Jehova gesprochen“ (Jesaja 65:25). Kunstmaler haben versucht, diese Szene auf Gemälden wiederzugeben. Aber es handelt sich dabei nicht um ein der Vorstellung entsprungenes Bild, das durch künstlerische Freiheit entstanden ist. Diese Szene wird Wirklichkeit werden. Unter den Menschen wird Frieden herrschen, und sie werden auch mit den Tieren in Frieden leben. Heutzutage verbringen viele Biologen und Tierliebhaber die besten Jahre ihres Lebens damit, etwas über einige Tierarten zu lernen, vielleicht nur über eine Unterart oder Rasse. Überlegen wir nur einmal, wieviel wir lernen können, wenn die Tiere nicht mehr scheu sind! Dann werden wir uns sogar Vögeln und winzigen Geschöpfen nähern können, die im Wald oder im Dschungel heimisch sind — wir werden sie beobachten, von ihnen lernen und uns an ihnen erfreuen können (Hiob 12:7-9). Wir werden das gefahrlos tun können, ohne von Menschen oder Tieren bedroht zu sein. Jehova sagt: „Sie werden keinen Schaden stiften noch irgendwie Verderben anrichten auf meinem ganzen heiligen Berg.“ Welch eine Veränderung das sein wird gegenüber dem, was wir heute sehen und erleben!

      19, 20. Warum unterscheiden sich Gottes Diener deutlich von den meisten Menschen heute?

      19 Wie bereits erwähnt, können Menschen die Zukunft nicht genau vorhersagen, ungeachtet der verbreiteten Besorgnis in Verbindung mit dem neuen Jahrtausend. Daher sind viele frustriert, verunsichert oder verzweifelt. Peter Emberley, Direktor an einer kanadischen Universität, schrieb: „Viele [Erwachsene] stehen schließlich vor primären Existenzfragen. Wer bin ich? Wonach strebe ich wirklich? Welches Vermächtnis hinterlasse ich der nächsten Generation? Menschen mittleren Alters quälen sich damit, ihr Leben zu ordnen und ihm Sinn zu verleihen.“

      20 Wir können verstehen, warum das bei vielen so ist. Sie mögen sich des Lebens zu erfreuen versuchen, indem sie sich einem Hobby oder aufregenden Arten der Freizeitgestaltung widmen. Sie wissen jedoch nicht, was die Zukunft bringt, und deshalb fehlt es ihrem Leben an Bedeutung, Ordnung und einem echten Sinn. Vergleichen wir das jetzt einmal mit unserer Lebensauffassung, und zwar angesichts dessen, was wir betrachtet haben. Wir wissen, daß wir uns, wenn die von Jehova verheißenen neuen Himmel und die neue Erde Wirklichkeit sind, umsehen und aus vollem Herzen sagen können: „Gott hat tatsächlich alle Dinge neu gemacht!“ Wie sehr uns das doch gefallen wird!

      21. Was haben Jesaja 65:25 und Jesaja 11:9 miteinander gemeinsam?

      21 Es ist nicht überheblich, sich vorzustellen, in Gottes neuer Welt zu leben. Er lädt uns ein, ja er fordert uns auf, ihn heute in Wahrheit anzubeten und die Voraussetzungen für das Leben zu erfüllen, das die Menschen führen werden, wenn ‘sie keinen Schaden stiften noch irgendwie Verderben anrichten werden auf seinem ganzen heiligen Berg’ (Jesaja 65:25). Ist uns aber bewußt, daß Jesaja schon vorher etwas Ähnliches schrieb und er etwas einschloß, was ausschlaggebend dafür ist, ob wir uns des Lebens in der neuen Welt wirklich erfreuen können? In Jesaja 11:9 lesen wir: „Sie werden keinen Schaden stiften noch irgendwie Verderben anrichten auf meinem ganzen heiligen Berg; denn die Erde wird bestimmt erfüllt sein mit der Erkenntnis Jehovas, wie die Wasser das ganze Meer bedecken.“

      22. Wozu sollten wir nach der Betrachtung der vier biblischen Prophezeiungen fester denn je entschlossen sein?

      22 Die „Erkenntnis Jehovas“. Wenn Gott alle Dinge neu macht, werden die Bewohner der Erde eine genaue Erkenntnis über ihn und seinen Willen haben. Dabei geht es um viel mehr, als etwas von den Tieren zu lernen. Es geht um das von ihm inspirierte Wort. Denken wir beispielsweise nur darüber nach, wieviel wir allein dadurch erkannt haben, daß wir uns mit den vier Prophezeiungen befaßt haben, in denen von ‘neuen Himmeln und einer neuen Erde’ die Rede ist (Jesaja 65:17; 66:22; 2. Petrus 3:13; Offenbarung 21:1). Wir haben guten Grund, täglich in der Bibel zu lesen. Tun wir es bereits regelmäßig? Falls nicht, was ließe sich ändern, damit wir jeden Tag etwas lesen, was Gott uns zu sagen hat? Wir werden feststellen, daß wir über die Vorfreude auf das Leben in der neuen Welt hinaus schon jetzt wie einst der Psalmist mehr Freude verspüren werden (Psalm 1:1, 2).

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