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  • Unsere Kinder vor Banden schützen
    Erwachet! 1998 | 22. April
    • Unsere Kinder vor Banden schützen

      „Kinder brauchen Menschen, denen etwas an ihnen liegt“ (Not My Kid—Gang Prevention for Parents).

      NEBEN unserem Verhältnis zu Gott gehören unsere Kinder zu dem Wertvollsten, was wir haben. Wir sollten mit ihnen reden, ihnen zuhören, sie in die Arme nehmen und sie wissen lassen, daß sie uns sehr viel bedeuten. Wir müssen ihnen Werte wie Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit beibringen und ihnen zeigen, wie sie etwas aus ihrem Leben machen können.

      Der Leiter einer Jugendstrafanstalt wies auf ein großes Problem der heutigen Zeit hin, als er sagte: „In der Familie werden keine Werte vermittelt.“ Doch genau das ist notwendig. Wir müssen ein Leben führen, wie wir es uns auch für unsere Kinder wünschen, und sie müssen sehen, daß dies Freude bereitet. Wie können wir von ihnen erwarten, daß sie die richtigen Werte übernehmen, wenn wir sie ihnen nicht beibringen?

      Today, eine Zeitschrift für amerikanische Lehrer, schrieb, daß Gangs oft auf Jugendliche anziehend wirken, die „sich als Versager sehen“ und „Sicherheit, Zugehörigkeit und soziale Anerkennung suchen“. Erhalten unsere Kinder das alles zu Hause — Sicherheit und echte Erfolgserlebnisse sowohl als Teil der Familie als auch für sich persönlich —, werden sie sich nicht so leicht von den falschen Versprechungen einer Bande verlocken lassen.

      Der Leiter eines Polizeieinsatzkommandos gegen Banden in Kalifornien kennt den schockierten Gesichtsausdruck, der sich bei Eltern zeigt, sobald die Polizei vor der Tür steht und ihnen mitteilt, daß ihr Kind in Schwierigkeiten steckt. Sie sind fassungslos, daß ihr Kind, das sie so gut zu kennen glauben, etwas Schlimmes getan haben soll. Doch es hat neue Freunde gefunden und sich verändert. Den Eltern ist das nur nicht aufgefallen.

      Vorsichtsmaßnahmen sind wichtig

      Bewohner von Gegenden, wo Banden aktiv sind, sagen, daß sowohl jüngere als auch ältere Menschen umsichtig sein und eine Bande nicht provozieren oder bedrohen sollten. Es ist besser, großen Gruppen von Bandenmitgliedern aus dem Weg zu gehen und ihr Aussehen, das heißt auch den Stil und die Farben ihrer Kleidung, sowie ihr Verhalten nicht nachzuahmen. Wer sie imitiert, kann zum Angriffsziel einer rivalisierenden Gang werden.

      Außerdem kann es sein, daß man gedrängt wird, sich einer Gang anzuschließen, wenn man sich so anzieht oder verhält, als wollte man zu ihr gehören. Ein Vater von drei Kindern in Chicago weiß, wie wichtig es ist, die Merkmale der Banden in der Nachbarschaft zu kennen. Er bemerkte: „Wenn ich meine Kappe nach rechts trage, denken sie, ich würde sie verachten.“ Und das kann Gewalt heraufbeschwören.

      Sich für seine Kinder interessieren

      Eine Mutter sagte: „Wir müssen unsere Kinder kennen — wissen, was sie fühlen und was sie tun. Wenn wir uns nicht persönlich für ihr Leben interessieren, haben wir keine Chance.“ Eine andere Mutter meinte, daß das Bandenproblem nicht aufhört, solange die Eltern nichts unternehmen. Sie fügte noch hinzu: „Wir müssen unseren Kindern Liebe schenken. Sind sie verloren, dann sind wir es auch.“

      Kennen wir die Freunde unserer Kinder? Wissen wir, wohin sie nach der Schule gehen und wo sie sich nach Einbruch der Dunkelheit aufhalten? Natürlich kann nicht jede Mutter zu Hause sein, wenn die Kinder von der Schule heimkommen. Alleinerziehende Mütter, die sich tapfer abmühen, für die Miete aufzukommen und die Kinder durchzubringen, könnten jedoch mit anderen Müttern oder sonst jemandem, dem sie vertrauen, vereinbaren, daß die Kinder nachmittags beaufsichtigt werden.

      Ein Mann aus einer Gegend, wo es mehrere Gangs gibt, wurde gefragt, wie er seine Kinder schütze. Er sagte, er gehe mit seinem Sohn durch das Viertel und zeige ihm, welche Folgen Bandenaktivitäten haben. Er weise ihn auf die Graffiti und die heruntergekommenen Gebäude hin und darauf, „daß die Gegend keinen sicheren Eindruck macht und daß die Bandenmitglieder nur rumhängen und mit ihrem Leben nichts anfangen“. Er fuhr fort: „Dann erkläre ich ihm, daß man, wenn man nach biblischen Grundsätzen lebt, vor solchen Folgen bewahrt wird.“

      Schon allein echtes Interesse daran, wie die Kinder in der Schule zurechtkommen, kann für sie ein Schutz sein. Falls Elternabende oder Elternsprechstunden vorgesehen sind, sollte man unbedingt hingehen. Es ist gut, die Lehrer kennenzulernen und sie wissen zu lassen, daß man um seine Kinder besorgt ist und sich für ihre schulischen Leistungen interessiert. Bietet die Schule keine Besuchszeiten an, sollte man irgendeine andere Möglichkeit suchen, mit den Lehrern über die schulischen Fortschritte der Kinder zu sprechen und darüber, wie man selbst einen positiven Beitrag leisten kann.

      Eine Umfrage in einer amerikanischen Großstadt ergab, daß sich von den Schülern, deren Angehörige sie bei den Hausaufgaben unterstützten oder sie anspornten, 9 Prozent einer Gang angeschlossen hatten. Aus Familien dagegen, wo den Schülern keine solche Aufmerksamkeit geschenkt wurde, waren doppelt so viele — 18 Prozent — zu einer Bande gegangen. Zeichnet sich die Familie durch einen liebevollen Zusammenhalt und förderliche gemeinsame Unternehmungen aus, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, daß sich die Kinder von den falschen Versprechungen einer Gang anlocken lassen.

      Was Kinder wirklich brauchen

      Unsere Kinder haben dieselben Bedürfnisse wie wir Erwachsenen: Liebe, Güte und Zuneigung. Viele Kinder sind noch nie liebevoll in die Arme genommen worden oder haben noch nie gehört, daß sie für jemanden wichtig sind. Das sollte bei unseren Kindern ganz bestimmt nicht der Fall sein! Wir sollten sie umarmen, ihnen sagen, daß wir sie lieben, und darauf achten, daß sie nach den Moralbegriffen leben, die wir ihnen beigebracht haben. Sie sind zu kostbar, als daß wir ihnen das vorenthalten könnten.

      Gerald, der früher Bandenmitglied war, erklärt: „Ich hatte keinen Vater, zu dem ich aufblicken konnte. Also ging ich zu einer Bande, um dieses Vakuum in meinem Leben auszufüllen.“ Mit 12 Jahren nahm er zum erstenmal Drogen. Doch als er 17 war, begann seine Mutter ein regelmäßiges Heimbibelstudium mit Zeugen Jehovas. Sie wandte die hervorragenden Grundsätze der Bibel in ihrem Leben an. Gerald sagt: „Ich sah die Veränderungen an ihr und dachte: ‚Da muß was dran sein.‘“ Ihr gutes Beispiel veranlaßte ihn, sein Leben von Grund auf zu ändern.

      Unsere Kinder sollten in uns ein gutes Beispiel haben, was bedeutet, daß wir selbst so leben müssen, wie wir es von ihnen verlangen. Sie sollten zu ihren Angehörigen stehen können, und zwar nicht wegen des Besitzes, sondern wegen des Verhaltens ihrer Familie. Auch ist es wichtig, Kindern zu helfen, zu ihrem eigenen moralischen Verhalten zu stehen. Ira Reiner, ehemals Staatsanwalt in Los Angeles, drückte es so aus: „Wir müssen auf die Jugendlichen zugehen, bevor sie auf die Banden zugehen.“

      Für das sorgen, was die Kinder brauchen

      Von primärer Bedeutung sind nicht die materiellen Güter, die wir für unsere Kinder bereitstellen. Was wirklich zählt, ist, daß wir ihnen helfen, sich zu liebevollen, fürsorglichen Erwachsenen mit hohen Moralbegriffen zu entwickeln. Wie die Bibel sagt, bezeichnete Jakob seine Söhne und Töchter als ‘die Kinder, mit denen Gott ihn durch seine Gunst beschenkt hatte’ (1. Mose 33:5). Wenn wir unsere Kinder so sehen — als Geschenk von Gott —, werden wir eher liebevoll mit ihnen umgehen und ihnen beibringen, ein ehrliches, aufrechtes und moralisch einwandfreies Leben zu führen.

      Wir werden also unser möglichstes tun, so zu leben, daß wir unseren Kindern das richtige Beispiel geben. Dadurch werden sie einen angebrachten, gesunden Stolz auf ihre Familie entwickeln, keinen Stolz auf materiellen Besitz, sondern auf die Art Menschen, die wir sind. Und sie werden nicht so schnell Unterstützung auf der Straße suchen.

      Ein Großvater sagte im Rückblick auf seine Jugend: „Mir wäre nie eingefallen, etwas zu tun, was der Familie Schande gemacht hätte.“ Er räumte allerdings ein, daß er so dachte, weil er sich der Liebe seiner Eltern bewußt war. Manchen Vätern und Müttern, die von ihren eigenen Eltern nie Liebe empfangen haben, fällt es nicht leicht, ihren Kindern Liebe zu schenken, aber es ist notwendig, daß sie daran arbeiten.

      Warum ist das so wichtig? In der Zeitschrift “What’s Up” von der in Utah ansässigen Vereinigung zur Erforschung von Banden heißt es dazu: „Fühlen sich Jugendliche geliebt und sicher — nicht finanziell, sondern emotionell sicher —, werden sie nicht das Bedürfnis verspüren, sich einer Bande anzuschließen.“

      Einige Leser werden denken, solche liebevollen Familien gebe es kaum noch. Doch es gibt sie. In den Versammlungen der Zeugen Jehovas findet man weltweit viele davon. Diese Familien sind natürlich nicht vollkommen, aber sie haben einen großen Vorteil: Sie untersuchen das, was die Bibel über Kindererziehung sagt, und bemühen sich, die göttlichen Grundsätze der Bibel in ihrem eigenen Leben anzuwenden. Auch vermitteln sie ihren Kindern diese Grundsätze.

      Jehovas Zeugen stimmen folgender Aussage im Journal of the American Medical Association zu: „Man kann nicht darauf hoffen, daß ... Teenager ‚einfach nein sagen‘, solange man ihnen nichts gibt, wozu sie ‚ja sagen‘ können.“ Mit anderen Worten, wenn wir wollen, daß unsere Kinder zu dem, was für sie gut und förderlich ist, ja sagen, müssen wir sie in diese Richtung leiten.

      Sicher möchte niemand von uns das sagen müssen, was sich ein Vater vorzuhalten hatte: „In seiner Gang hat mein Junge Freundschaft und Achtung gefunden, etwas, was er vorher nicht kannte.“ Auch möchten wir unsere Kinder bestimmt nie das sagen hören, was ein junger Mann bekannte: „Ich ging zu der Bande, weil ich eine Familie brauchte.“

      Wir, die Eltern, müssen diese Familie sein. Und wir sollten unser Bestes tun, damit sich unsere Kinder, die uns ans Herz gewachsen und für uns kostbar sind, in der Familie geborgen fühlen.

  • Unsere Kinder vor Banden schützen
    Erwachet! 1998 | 22. April
    • Worauf besorgte Eltern achten sollten

      ✔ Zeit mit den Kindern zu Hause verbringen und gemeinsam als Familie etwas unternehmen

      ✔ Die Freunde der Kinder und deren Eltern kennenlernen und darauf achten, wohin die Kinder gehen und mit wem sie zusammen sind

      ✔ Die Kinder wissen lassen, daß sie sich jederzeit mit irgendwelchen Problemen an die Eltern wenden können

      ✔ Den Kindern beibringen, andere Menschen, deren Rechte und deren Anschauungen zu respektieren

      ✔ Den Kindern zur Seite stehen, indem man ihre Lehrer kennenlernt, und die Lehrer wissen lassen, daß man sie schätzt und ihre Bemühungen unterstützen möchte

      ✔ Probleme nicht durch Schreien oder Gewalt lösen

      Unsere Kinder brauchen unsere liebevolle Zuwendung

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