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  • Geschlechtsregister Jesu Christi
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • Ein Problem im Geschlechtsregister des Lukasevangeliums. In den uns zur Verfügung stehenden Handschriften des Lukasevangeliums ist zwischen Arpachschad und Schelach ein zweiter „Kainan“ eingefügt (Luk 3:35, 36; vgl. 1Mo 10:24; 11:12; 1Ch 1:18, 24). Die meisten Gelehrten halten dies für den Fehler eines Abschreibers. „Kainan“ ist in den Hebräischen Schriften an der entsprechenden Stelle weder in den genealogischen Verzeichnissen der hebräischen und samaritanischen Texte noch in irgendeinem Targum oder in irgendeiner Übersetzung außer der Septuaginta zu finden. Der Name scheint noch nicht einmal in den älteren Abschriften der Septuaginta gestanden zu haben. Josephus, der gewöhnlich der Septuaginta folgt, führt Sales (Schelach) gleich nach Arphaxades (Arpachschad) als dessen Sohn an (Jüdische Altertümer, 1. Buch, Kap. 6, Abs. 4). Die frühen Schriftsteller Irenäus, Africanus, Eusebius und Hieronymus lehnten den in Abschriften des Lukasevangeliums vorkommenden zweiten „Kainan“ als eine Interpolation ab. (Siehe KAINAN Nr. 2.)

      Warum stimmen die Geschlechtsregister Jesu Christi im Evangelium Matthäus und Lukas nicht überein?

      In nahezu allen Fällen, in denen sich die Namen des Geschlechtsregisters im Lukasevangelium von denen des Matthäusevangeliums unterscheiden, ist der Grund, dass Lukas die Linie über Davids Sohn Nathan führt und nicht wie Matthäus über Salomo (Luk 3:31; Mat 1:6, 7). Lukas geht offensichtlich dem Stammbaum Marias nach und zeigt somit, dass Jesus ein leiblicher Nachkomme Davids war. Matthäus dagegen zeigt, dass Jesus als ein Nachkomme Salomos über Joseph, der vom gesetzlichen Standpunkt aus sein Vater war, das gesetzliche Recht auf den Thron Davids besaß. Beide, Matthäus wie Lukas, deuten an, dass Joseph nicht der wirkliche Vater Jesu war, sondern nur sein Adoptivvater, durch den Jesus das gesetzliche Recht bekam. Matthäus weicht von dem bisher in seinem Geschlechtsregister verfolgten Stil ab, wenn er zu Jesus kommt. Er schreibt: „Jakob wurde der Vater Josephs, des Mannes der Maria, von der Jesus geboren wurde, der Christus genannt wird“ (Mat 1:16). Man beachte, dass er nicht geschrieben hat: „Joseph wurde der Vater Jesu“, sondern dass er ihn als den ‘Mann der Maria’ bezeichnet, „von der Jesus geboren wurde“. Lukas drückt sich sogar noch präziser aus, denn nachdem er zuvor gezeigt hat, dass es in Wirklichkeit der Sohn Gottes war, den Maria geboren hatte (Luk 1:32-35), schreibt er: „Jesus ... war, wie man meinte, der Sohn Josephs, Sohn des Heli“ (Luk 3:23).

      Da Jesus nicht der leibliche Sohn Josephs war, sondern der Sohn Gottes, musste das von Lukas aufgestellte Geschlechtsregister Jesu beweisen, dass er aufgrund seiner Geburt als Mensch durch seine leibliche Mutter Maria ein Sohn Davids war. Über das Geschlechtsregister Jesu, wie es im Matthäusevangelium und im Lukasevangelium erscheint, schrieb Frédéric Godet: „Durch die genauere Erwägung des Texts wird also das Ergebniß bestätigt, auf welches uns von Anfang an das Fehlen des Artikels vor ’Ιωσήφ [Iōsḗph] geführt hat: das Geschlechtsregister des Lucas ist das des Eli, des Großvaters Jesu; und die Abstammung Jesu durch Eli, wie sie hier ausdrücklich der durch Joseph entgegengesetzt wird, sich darstellt, kann nach Lucas’ Sinn nur seiner Abstammung durch Maria entsprechen. Warum aber nennt er nicht Maria und geht unmittelbar von Jesu auf seinen Großvater über? Nach dem Gefühl des Alterthums ziemte es sich nicht, die Mutter als Glied der genealogischen Kette zu nennen. Bei den Griechen war man Sohn seines Vaters, nicht seiner Mutter; und so ist auch das jüdische Sprichwort: Genus matris non vocatur genus [„Der Nachkomme der Mutter wird nicht (ihr) Nachkomme genannt“] (Baba bathra, 110, a)“ (Commentar zu dem Evangelium des Lucas, 1872, S. 98, 99).

      Tatsächlich weist jedes der beiden Geschlechtsregister (das von Matthäus und das von Lukas) Jesu Abstammung von David aus, das eine über Salomo und das andere über Nathan (Mat 1:6; Luk 3:31). Eine Untersuchung der Listen von Matthäus und Lukas ergibt, dass sie von Salomo und Nathan an getrennt verlaufen, bis sie wieder bei zwei Personen, Schealtiel und Serubbabel, zusammenkommen. Dies kann man auf folgende Weise erklären: Schealtiel war der Sohn Jechonjas; vielleicht heiratete er die Tochter Neris, wurde damit dessen Schwiegersohn und wurde deshalb „Sohn des Neri“ genannt. Es ist aber auch möglich, dass Neri keine Söhne hatte, sodass Schealtiel auch deshalb als sein „Sohn“ zählte. Serubbabel, der wahrscheinlich der wirkliche Sohn Pedajas war, wurde, wie bereits festgestellt, vom gesetzlichen Standpunkt aus als der Sohn Schealtiels gerechnet. (Vgl. Mat 1:12; Luk 3:27; 1Ch 3:17-19.)

      Aus den Verzeichnissen geht auch hervor, dass Serubbabel zwei Söhne hatte, Resa und Abiud; an dieser Stelle gehen die Abstammungslinien wieder auseinander. (Es mag sich dabei nicht um wirkliche Söhne, sondern um Nachkommen gehandelt haben, oder zumindest könnte einer ein Schwiegersohn gewesen sein.) (Vgl. 1Ch 3:19; Luk 3:27; Mat 1:13.) Sowohl das von Matthäus als auch das von Lukas zusammengestellte Geschlechtsregister Jesu unterscheidet sich hier von dem in 1. Chronika, Kapitel 3. Dies mag seinen Grund darin haben, dass eine Anzahl Namen von Matthäus und möglicherweise auch von Lukas absichtlich ausgelassen wurden. Man sollte aber nicht vergessen, dass die Unterschiede in den genealogischen Listen des Matthäus und Lukas sehr wahrscheinlich bereits in den vorhandenen Geschlechtsregistern, die von den Juden voll und ganz akzeptiert wurden, zu finden waren und dass es keine Änderungen waren, die Matthäus und Lukas vorgenommen hatten.

      Abschließend kann man also feststellen, dass die Liste des Matthäus und die des Lukas zwei Wahrheiten miteinander verschmelzen: 1. Jesus war tatsächlich der Sohn Gottes und der leibliche Erbe des Königreiches, weil er durch ein Wunder von der Jungfrau Maria, die aus der Linie Davids stammte, geboren wurde; 2. Jesus war auch der gesetzliche Erbe in der männlichen Abstammungslinie, die von David und Salomo über seinen Adoptivvater Joseph verlief (Luk 1:32, 35; Rö 1:1-4). Wenn etwa feindselige Juden Jesus beschuldigt hätten, er sei unehelich geboren worden, dann hätte die Tatsache, dass Joseph, der den Sachverhalt kannte, Maria geheiratet und ihr den Schutz seines guten Namens und seiner königlichen Abstammung gegeben hatte, eine solch verleumderische Behauptung widerlegt.

  • Geschlechtsregister Jesu Christi
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • In Lukas, Kapitel 3 ist ein Geschlechtsregister verzeichnet, das bis ‘Adam, dem Sohn Gottes’, zurückgeht. Das Geschlechtsregister Jesu ist das einzige Geschlechtsregister, das in den Christlichen Griechischen Schriften vorkommt. Ein Teil seiner Geschlechtslinie wird in 1. Chronika, Kapitel 1 bis 3 erwähnt. Sie verläuft von Adam über Salomo und Serubbabel. Die Bücher 1. Mose und Ruth enthalten zusammengenommen die Linie von Adam bis David.

      Die letzten drei Listen (1. Mose/Ruth, 1. Chronika und Lukas) stimmen von Adam bis Arpachschad miteinander überein, von geringfügigen Unterschieden in der Schreibweise gewisser Namen abgesehen; beispielsweise heißt Kenan in Lukas 3:37 „Kainan“. Die Listen in 1. Chronika und in 1. Mose/Ruth stimmen bis David überein, während Lukas zwischen Arpachschad und Schelach einen anderen „Kainan“ eingefügt hat (Luk 3:35, 36).

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