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  • Rettung aus einer „bösen Generation“
    Der Wachtturm 1995 | 1. November
    • Rettung aus einer „bösen Generation“

      „O du ungläubige und verdrehte Generation, wie lange muß ich noch bei euch sein und euch ertragen?“ (LUKAS 9:41).

      1. (a) Worauf weist unsere durch Katastrophen gekennzeichnete Zeit hin? (b) Was wird in der Bibel in bezug auf Überlebende gesagt?

      KATASTROPHEN kennzeichnen unsere Zeit. Erdbeben, Überschwemmungen, Hungersnöte, Krankheiten, Gesetzlosigkeit, Bombenanschläge, grauenvolle Kriege — von diesen und anderen Katastrophen ist die Menschheit im 20. Jahrhundert heimgesucht worden. Doch die größte Katastrophe aller Zeiten steht in naher Zukunft noch bevor. Worum handelt es sich? Es ist eine „große Drangsal ..., wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine gegeben hat, nein, noch wieder geben wird“ (Matthäus 24:21). Trotzdem sehen viele von uns einer glücklichen Zukunft entgegen. Warum? Weil Gottes Wort eine „große Volksmenge“ erwähnt, „die kein Mensch zählen [kann] ..., aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen ... ‚Das sind die, die aus der großen Drangsal kommen ... Sie werden nicht mehr hungern und auch nicht mehr dürsten ... Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen‘“ (Offenbarung 7:1, 9, 14-17).

      2. Welche erste prophetische Erfüllung hatten die einleitenden Verse von Matthäus 24, Markus 13 und Lukas 21?

      2 Der inspirierte Bericht in Matthäus 24:3-22, Markus 13:3-20 und Lukas 21:7-24 bildet die Einleitung von Jesu prophetischer Beschreibung des „Abschlusses des Systems der Dinge“.a Diese Prophezeiung hatte eine erste Erfüllung an dem verdorbenen jüdischen System der Dinge im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung — mit einer unvergleichlichen „großen Drangsal“ für die Juden als Höhepunkt. Das gesamte religiöse und politische Gefüge des jüdischen Systems, in dessen Mittelpunkt der Tempel in Jerusalem stand, wurde zerstört und sollte niemals wiedererstehen.

      3. Warum ist es heute für uns so dringend, die Prophezeiung Jesu zu beachten?

      3 Betrachten wir nun die Umstände in Verbindung mit der ersten Erfüllung der Prophezeiung Jesu. Das wird uns helfen, die parallele Erfüllung in der Gegenwart besser zu verstehen. Es läßt uns erkennen, wie dringend es ist, heute entschieden zu handeln, um die größte Drangsal zu überleben, die der gesamten Menschheit bevorsteht (Römer 10:9-13; 15:4; 1. Korinther 10:11; 15:58).

      Das „Ende“ — Wann?

      4, 5. (a) Warum waren gottesfürchtige Juden des ersten Jahrhunderts u. Z. an der Prophezeiung aus Daniel 9:24-27 interessiert? (b) Wie erfüllte sich diese Prophezeiung?

      4 Um das Jahr 539 v. u. Z. erhielt Gottes Prophet Daniel eine Vision von Ereignissen, die sich in der letzten „Woche“ eines Zeitabschnitts von „siebzig [Jahr-]Wochen“ abspielen sollten (Daniel 9:24-27). Diese „Wochen“ zählten ab 455 v. u. Z., als König Artaxerxes von Persien den Wiederaufbau der Stadt Jerusalem befahl. Die letzte „Woche“ begann mit dem Erscheinen des Messias, Jesus Christus, im Jahr 29 u. Z., und zwar mit seiner Taufe und Salbung.b Gottesfürchtigen Juden des ersten Jahrhunderts u. Z. war die Zeitangabe in der Prophezeiung Daniels durchaus bekannt. In Lukas 3:15 heißt es beispielsweise mit Bezug auf die Menschenmengen, die 29 u. Z. zu Johannes dem Täufer strömten, um ihn predigen zu hören, daß „das Volk in Erwartung war und alle wegen Johannes in ihrem Herzen überlegten: ‚Ist er vielleicht der Christus?‘“

      5 Die 70. „Woche“ sollte einen Zeitraum von sieben Jahren der besonderen Gunst gegenüber den Juden umfassen. Sie begann 29 u. Z. und schloß Jesu Taufe und Dienst, seinen Opfertod „zur Hälfte der Woche“ im Jahr 33 u. Z. und eine weitere ‘halbe Woche’ bis 36 u. Z. ein. Während dieser „Woche“ wurde ausschließlich gottesfürchtigen Juden und jüdischen Proselyten Gelegenheit gegeben, gesalbte Jünger Jesu zu werden. Im Jahr 70 u. Z., zu einem vorher nicht bekannten Zeitpunkt, vernichteten die römischen Legionen unter Titus das abtrünnige jüdische System (Daniel 9:26, 27).

      6. Wie trat 66 u. Z. das „abscheuliche Ding“ auf den Plan, und wie reagierten die Christen?

      6 Dadurch wurde auch die jüdische Priesterschaft ausgelöscht, die den Tempel in Jerusalem verunreinigt und sich verschworen hatte, Gottes eigenen Sohn umzubringen. Die Aufzeichnungen der Nation und der Stämme gingen dabei verloren. Deshalb konnte anschließend kein Jude mehr den Nachweis für eine priesterliche oder eine königliche Abstammung erbringen. Glücklicherweise waren jedoch gesalbte geistige Juden als eine königliche Priesterschaft abgesondert worden, um ‘die Vorzüglichkeiten Jehovas Gottes weit und breit zu verkünden’ (1. Petrus 2:9). Als das Heer Roms 66 u. Z. Jerusalem zum erstenmal belagert und sogar das Tempelgebiet untergraben hatte, war den Christen bewußt geworden, daß es sich bei dieser Armee um das „abscheuliche Ding, das Verwüstung verursacht, von dem Daniel, der Prophet, geredet hat“, handelte, das „an heiliger Stätte“ stand. Die Christen in Jerusalem und Judäa hatten daraufhin Jesu prophetischem Gebot gehorcht und waren in die schützende Berggegend geflohen (Matthäus 24:15, 16; Lukas 21:20, 21).

      7, 8. Welches „Zeichen“ sahen die Christen, aber was wußten sie nicht?

      7 Diese treuen Judenchristen hatten die Erfüllung der Prophezeiung Daniels beobachtet, und sie waren Augenzeugen der tragischen Kriege, der Hungersnöte, Seuchen, Erdbeben und der Gesetzlosigkeit geworden, die Jesus als Bestandteil des „Zeichen[s] ... des Abschlusses des Systems der Dinge“ vorausgesagt hatte (Matthäus 24:3). Hatte Jesus ihnen aber gesagt, wann Jehova das Gericht an dem verdorbenen System tatsächlich vollstrecken würde? Nein. Was er über den Höhepunkt seiner künftigen königlichen Gegenwart voraussagte, traf gewiß auch auf die „große Drangsal“ des ersten Jahrhunderts zu: „Von jenem Tag und jener Stunde hat niemand Kenntnis, weder die Engel der Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater“ (Matthäus 24:36).

      8 An Hand der Prophezeiung Daniels hätten die Juden den Zeitpunkt für das Erscheinen Jesu als Messias errechnen können (Daniel 9:25). Ihnen wurde jedoch kein Datum für die „große Drangsal“ genannt, in der das abtrünnige jüdische System der Dinge schließlich untergehen würde. Erst nach der Zerstörung Jerusalems und seines Tempels erkannten sie, daß es 70 u. Z. war. Ihnen waren allerdings die prophetischen Worte Jesu bekannt, daß „diese Generation auf keinen Fall vergehen wird, bis alle diese Dinge geschehen“ (Matthäus 24:34). „Generation“ hat hier anscheinend eine andere Bedeutung als in Prediger 1:4, wo von aufeinanderfolgenden Generationen die Rede ist, die im Laufe der Zeit kommen und gehen.

      „Diese Generation“ — Um welche handelt es sich?

      9. Wie wird das griechische Wort geneá in Wörterbüchern definiert?

      9 Wie verstanden wohl die vier Apostel, die mit Jesus auf dem Ölberg saßen und seiner Prophezeiung über den „Abschluß des Systems der Dinge“ lauschten, den Ausdruck „diese Generation“? Das in den Evangelien mit „Generation“ übersetzte griechische Wort geneá wird in anerkannten Wörterbüchern definiert als „eigtl. die v. einem Ahnherrn Abstammenden“ (Walter Bauer, Griechisch-deutsches Wörterbuch); „das, was gezeugt wurde, eine Familie; ... aufeinanderfolgende Glieder einer Geschlechtslinie ... oder eines Volksstammes ... oder die Gesamtheit der Menschen, die gleichzeitig leben, Mat. 24:34; Mar. 13:30; Luk. 1:48; 21:32; Phil. 2:15, und besonders diejenigen aus dem jüdischen Geschlecht, die zur selben Zeit lebten“ (W. E. Vine, Expository Dictionary of New Testament Words); „das, was gezeugt wurde, Menschen gleicher Herkunft, eine Familie; ... die Gesamtheit der Menschen, die gleichzeitig leben, Mt. xxiv. 34; Mr. xiii. 30; Lu. i. 48, ... bes[onders] verwendet in bezug auf das jüdische Geschlecht, das zu ein und derselben Zeit lebte“ (J. H. Thayer, Greek-English Lexicon of the New Testament).

      10. (a) Welche gleichlautende Erklärung geben zwei Autoritäten in bezug auf Matthäus 24:34? (b) Wie wird diese Definition in einem theologischen Wörterbuch und in mehreren Bibelübersetzungen gestützt?

      10 Vine und Thayer führen also beide Matthäus 24:34 an, wenn sie als Erklärung für den Ausdruck „diese Generation“ (he geneá hautē) „die Gesamtheit der Menschen, die gleichzeitig leben“ angeben. Das Theologische Wörterbuch zum Neuen Testament stützt diese Definition und sagt: „In der Rolle, die ... [geneá] in den Worten Jesu spielt, zeigt sich das Umfassende seiner Absicht — sie ist auf das Volksganze, nicht auf einzelne gerichtet — und seine Schätzung der Gemeinsamkeit in der Sünde.“ Eine „Gemeinsamkeit in der Sünde“ in der jüdischen Nation war wirklich offenkundig, als sich Jesus auf der Erde befand, und sie kennzeichnet auch das heutige Weltsystem.c

      11. (a) Von welcher Autorität sollten wir uns in erster Linie leiten lassen, wenn es um die Anwendung des Ausdrucks he geneá hautē geht? (b) Wie verwendete diese Autorität den Begriff?

      11 Christen, die sich mit diesem Themenkreis beschäftigen, lassen sich bei ihren Überlegungen natürlich in erster Linie davon leiten, wie die inspirierten Evangelienschreiber den griechischen Ausdruck he geneá hautē oder „diese Generation“ gebrauchten, wenn sie Jesu Worte wiedergaben. Der Ausdruck wurde jedesmal in negativem Sinn verwandt. So bezeichnete Jesus die geistlichen Führer der Juden als „Schlangen, Otternbrut“ und sagte weiter, daß das Gericht der Gehenna „diese Generation“ treffen werde (Matthäus 23:33, 36). Aber war jenes Gericht auf die heuchlerische Geistlichkeit beschränkt? Keineswegs. Bei zahlreichen Gelegenheiten hörten Jesu Jünger ihn von „dieser Generation“ sprechen, wobei er den Begriff stets in einem weit umfassenderen Sinn gebrauchte. In welchem?

      ‘Diese böse Generation’

      12. Wie brachte Jesus im Beisein seiner Jünger die „Volksmengen“ und „diese Generation“ miteinander in Verbindung?

      12 Im Jahr 31 u. Z., während des ausgedehnten Dienstes Jesu in Galiläa kurz nach dem Passah, hörten ihn die Jünger zu den „Volksmengen“ sagen: „Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie ist kleinen Kindern gleich, die auf den Marktplätzen sitzen und ihren Spielgefährten zurufen, indem sie sagen: ‚Wir haben euch auf der Flöte vorgespielt, doch ihr habt nicht getanzt; wir haben gewehklagt, doch ihr habt euch nicht vor Leid geschlagen.‘ Ebenso kam Johannes [der Täufer], aß nicht und trank nicht, doch sagen die Leute: ‚Er hat einen Dämon‘; es kam der Menschensohn [Jesus], der aß und trank, dennoch sagen die Leute: ‚Siehe! Ein Mensch, der ein Fresser ist und dem Weintrinken ergeben, ein Freund von Steuereinnehmern und Sündern.‘“ Man konnte es den prinzipienlosen „Volksmengen“ einfach nicht recht machen! (Matthäus 11:7, 16-19).

      13. Wen kennzeichnete und verurteilte Jesus in Gegenwart seiner Jünger als ‘diese böse Generation’?

      13 Im weiteren Verlauf des Jahres 31 u. Z., als sich Jesus mit seinen Jüngern auf der zweiten Predigtreise durch Galiläa befand, baten „einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern“ Jesus um ein Zeichen. Er sagte zu ihnen und zu den „Volksmengen“, die zugegen waren: „Eine böse und ehebrecherische Generation sucht fortwährend nach einem Zeichen, doch wird ihr kein Zeichen gegeben werden, ausgenommen das Zeichen Jonas, des Propheten. Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des riesigen Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein. ... So wird es auch dieser bösen Generation ergehen“ (Matthäus 12:38-46). Zu „dieser bösen Generation“ gehörten offensichtlich sowohl die geistlichen Führer als auch die „Volksmengen“, die das Zeichen nicht verstanden, das sich durch Jesu Tod und Auferstehung erfüllte.d

      14. Wie verurteilte Jesus vor den Jüngern die Sadduzäer und die Pharisäer?

      14 Als Jesus mit seinen Jüngern nach dem Passah des Jahres 32 u. Z. in das galiläische Gebiet Magadan kam, baten die Sadduzäer und die Pharisäer Jesus erneut um ein Zeichen. Er wiederholte ihnen gegenüber die Worte: „Eine böse und ehebrecherische Generation sucht fortwährend ein Zeichen, doch wird ihr kein Zeichen gegeben werden, ausgenommen das Zeichen Jonas“ (Matthäus 16:1-4). Diese religiösen Heuchler waren als Führer der untreuen „Volksmengen“, die Jesus als ‘diese böse Generation’ verurteilte, tatsächlich besonders tadelnswert.

      15. Welche Begegnung mit ‘dieser Generation’ hatten Jesus und seine Jünger kurz vor und unmittelbar nach der Umgestaltung?

      15 Gegen Ende seines Dienstes in Galiläa rief Jesus die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: „Wer immer sich meiner und meiner Worte in dieser ehebrecherischen und sündigen Generation schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen“ (Markus 8:34, 38). Somit bildete offensichtlich die Masse der reuelosen Juden jener Zeit ‘diese ehebrecherische und sündige Generation’. Einige Tage später, nach Jesu Umgestaltung, wurde Jesus, der mit seinen Jüngern ‘auf die Volksmenge zukam’, von einem Mann gebeten, seinen Sohn zu heilen. Jesus äußerte daraufhin die Worte: „O ungläubige und verdrehte Generation, wie lange muß ich noch bei euch sein? Wie lange muß ich euch noch ertragen?“ (Matthäus 17:14-17; Lukas 9:37-41).

      16. (a) Welche Verurteilung der „Volksmengen“ wiederholte Jesus in Judäa? (b) Wie kam es, daß „diese Generation“ das boshafteste aller Verbrechen beging?

      16 Es war wahrscheinlich in Judäa, und zwar nach dem Laubhüttenfest des Jahres 32 u. Z., „als [sich] die Volksmengen ... in Massen sammelten“ und Jesus sein Urteil an ihnen wiederholte, indem er sagte: „Diese Generation ist eine böse Generation; sie sucht nach einem Zeichen. Doch kein Zeichen wird ihr gegeben werden, ausgenommen das Zeichen Jonas“ (Lukas 11:29). Als die geistlichen Führer Jesus schließlich vor Gericht brachten, bot Pilatus an, ihn freizulassen. Der Bericht lautet: „Die Oberpriester und die älteren Männer überredeten die Volksmengen, um Barabbas zu bitten, Jesus dagegen umzubringen. ... Pilatus sagte zu ihnen: ‚Was soll ich denn mit Jesus, dem sogenannten Christus, tun?‘ Sie alle sagten: ‚An den Pfahl mit ihm!‘ Er sprach: ‚Nun, was hat er denn Schlechtes getan?‘ Sie aber schrien fortgesetzt nur noch mehr: ‚An den Pfahl mit ihm!‘“ Diese „böse Generation“ forderte Jesu Tod! (Matthäus 27:20-25).

      17. Wie reagierten einige aus „dieser verkehrten Generation“ auf das, was Petrus zu Pfingsten predigte?

      17 Eine „ungläubige und verdrehte Generation“, die von ihren geistlichen Führern angestachelt wurde, trug somit wesentlich dazu bei, daß der Herr Jesus Christus zu Tode gebracht wurde. Fünfzig Tage später, zu Pfingsten 33 u. Z., empfingen die Jünger den heiligen Geist und begannen in verschiedenen Sprachen zu sprechen. Wegen des Geräuschs „kam die Menge zusammen“, worauf der Apostel Petrus sich mit den Worten „Männer von Judäa und all ihr Bewohner von Jerusalem“ an sie wandte und sagte: „Diesen Mann [Jesus] habt ihr ... durch die Hand Gesetzloser an einen Pfahl geheftet und umgebracht.“ Wie reagierten einige der Zuhörer? „Es [ging] ihnen wie ein Stich durchs Herz.“ Petrus forderte sie daraufhin auf zu bereuen. Er „[legte] ein gründliches Zeugnis ab und ermahnte sie fortwährend, indem er sprach: ‚Laßt euch aus dieser verkehrten Generation retten.‘“ Ungefähr dreitausend ‘nahmen sein Wort von Herzen an und wurden getauft’ (Apostelgeschichte 2:6, 14, 23, 37, 40, 41).

      „Diese Generation“ identifiziert

      18. Worauf bezieht sich der von Jesus gebrauchte Begriff „diese Generation“ ausnahmslos?

      18 Was ist demnach die „Generation“, von der Jesus so häufig in Gegenwart seiner Jünger sprach? Was verstanden sie unter seinen Worten, daß „diese Generation auf keinen Fall vergehen wird, bis alle diese Dinge geschehen“? Sicher wich Jesus hier nicht von seinem üblichen Gebrauch des Begriffs „diese Generation“ ab, den er ausnahmslos auf die Masse seiner Zeitgenossen mit ihren ‘blinden Leitern’ anwandte, die gemeinsam die jüdische Nation bildeten (Matthäus 15:14). „Diese Generation“ erlebte all die von Jesus vorausgesagten Bedrängnisse, und sie verging dann in einer beispiellosen „großen Drangsal“, die über Jerusalem kam (Matthäus 24:21, 34).

      19. Wann und wie vergingen „Himmel und Erde“ des jüdischen Systems?

      19 Jehova richtete im ersten Jahrhundert das jüdische Volk. Reumütige Personen, die Glauben an Jehovas barmherzige Vorkehrung durch Christus erlangten und ausübten, wurden aus jener „großen Drangsal“ gerettet. Alles geschah genau so, wie es von Jesus vorausgesagt worden war, und dann vergingen „Himmel und Erde“ des jüdischen Systems der Dinge — die gesamte Nation mit ihren geistlichen Führern sowie ihrer bösen menschlichen Gesellschaft. Jehova hatte sein Strafgericht vollstreckt (Matthäus 24:35; vergleiche 2. Petrus 3:7).

      20. Welche zeitgemäße Ermahnung müssen alle Christen unbedingt beachten?

      20 Die Juden, die den prophetischen Worten Jesu Aufmerksamkeit geschenkt hatten, erkannten, daß ihre Rettung nicht von dem Bemühen abhing, die Dauer einer „Generation“ oder irgendwelcher festgelegter „Zeiten oder Zeitabschnitte“ zu berechnen, sondern davon, daß sie sich von der bösen Generation ihrer Zeitgenossen getrennt hielten und eifrig Gottes Willen taten. Die abschließenden Worte der Prophezeiung Jesu betreffen zwar die größere Erfüllung in unseren Tagen, doch auch die Judenchristen des ersten Jahrhunderts mußten die Ermahnung beachten: „Bleibt also wach, und fleht allezeit, damit es euch gelingt, all diesen Dingen, die geschehen sollen, zu entgehen und vor dem Menschensohn zu stehen“ (Lukas 21:32-36; Apostelgeschichte 1:6-8).

      21. Welche unvermittelt eintretenden Entwicklungen können wir für die nahe Zukunft erwarten?

      21 Heute „[ist] der große Tag Jehovas ... nahe, und er eilt sehr“ (Zephanja 1:14-18; Jesaja 13:9, 13). Plötzlich, an dem „Tag“ und zu der „Stunde“, die Jehova festgesetzt hat, wird sich sein Zorn über die religiösen, politischen und kommerziellen Elemente der Welt sowie über jene auf Abwege geratenen Zeitgenossen entladen, die die heutige „böse und ehebrecherische Generation“ bilden (Matthäus 12:39; 24:36; Offenbarung 7:1-3, 9, 14). Wie kann man aus der „großen Drangsal“ gerettet werden? Unser nächster Artikel wird nicht nur diese Frage beantworten, sondern wird sich auch mit der großartigen Zukunftshoffnung beschäftigen.

      [Fußnoten]

      a Eine detaillierte Übersicht über diese Prophezeiung enthält die Aufstellung auf Seite 14, 15 im Wachtturm vom 15. Februar 1994.

      b Weitere Informationen über die Jahr-„Wochen“ sind auf Seite 130—132 des Buches Die Bibel — Gottes oder Menschenwort? zu finden, herausgegeben von der Wachtturm-Gesellschaft.

      c In einigen Bibeln wird he geneá hautē in Matthäus 24:34 wie folgt wiedergegeben: „diese Leute“ (The Holy Bible in the Language of Today [1976] von W. F. Beck); „diese Nation“ (The New Testament—An Expanded Translation [1961] von K. S. Wuest); „dieses Volk“ (Das Jüdische Neue Testament [1994] von D. H. Stern).

      d Diese untreuen „Volksmengen“ sind nicht mit den ‛am-haʼárez oder dem „Volk des Landes“ gleichzusetzen, mit dem die stolzen geistlichen Führer keine Gemeinschaft pflegen wollten, gegenüber dem Jesus jedoch „Mitleid“ empfand (Matthäus 9:36; Johannes 7:49).

  • Eine Zeit, in der wir wach bleiben müssen
    Der Wachtturm 1995 | 1. November
    • Eine Zeit, in der wir wach bleiben müssen

      „Unter allen Nationen [muß] zuerst die gute Botschaft gepredigt werden. ... [Wer] bis zum Ende ausgeharrt haben wird, der wird gerettet werden“ (MARKUS 13:10, 13).

      1. Warum sollten wir ausharren und Mut fassen?

      WIR müssen ausharren — inmitten einer ungläubigen und verdrehten Generation. Seit 1914 hat sich eine ebenso verdorbene Generation von Menschen entwickelt, wie sie in den Tagen Jesu bestand. Allerdings umspannt die Verdorbenheit heute die ganze Erde. In den gegenwärtigen „letzten Tagen“ erleben die Menschen „kritische Zeiten ..., mit denen man schwer fertig wird“, wie Paulus erklärte. ‘Böse Menschen und Betrüger schreiten vom Schlechten zum Schlimmeren fort.’ Tatsächlich, „die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“, in der Macht Satans, des Teufels, der gegenwärtig seinen letzten Versuch unternimmt, die Erde zu verderben. Doch fassen wir Mut! Die „große Drangsal“ naht, und sie wird bleibende Erleichterung für alle gerechtigkeitsliebenden Menschen bringen (2. Timotheus 3:1-5, 13; 1. Johannes 5:19; Offenbarung 7:14).

      2. Wie erfüllte sich 1914 eine Prophezeiung?

      2 Glücklicherweise hat Jehova bereits den Herrn Jesus Christus in den Himmeln inthronisiert, was ein Teil der Vorbereitungen darauf war, die bedrückenden Feinde der Menschen zu beseitigen (Offenbarung 11:15). Wie beim ersten Kommen des Messias, so hat sich auch in unserem Jahrhundert eine von Daniel aufgezeichnete bemerkenswerte Prophezeiung erfüllt. Aus Daniel 4:16, 17, 32 erfahren wir, daß das rechtmäßige Königtum über die Erde für eine Dauer von „sieben Zeiten“ unterbrochen sein sollte. In der großen Erfüllung umfassen diese sieben Zeiten sieben biblische Jahre von jeweils 360 „Tagen“ — insgesamt 2 520 Jahre.a Sie dauerten von 607 v. u. Z., als Babylon das Königreich Israel niederzutreten begann, bis 1914 u. Z., dem Jahr, in dem Jesus im Himmel als rechtmäßiger König der Menschheit inthronisiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt endeten die „bestimmten Zeiten der Nationen“ (Lukas 21:24). Die Nationen haben es allerdings abgelehnt, sich dem messianischen Königreich zu unterwerfen (Psalm 2:1-6, 10-12; 110:1, 2).

      3, 4. (a) Welcher Vergleich kann zwischen Ereignissen im ersten Jahrhundert und Ereignissen in unserer Zeit gezogen werden? (b) Welche Fragen können in Verbindung damit entstehen?

      3 Nicht nur, als die 70. Jahrwoche (29 bis 36 u. Z.) nahte, sondern auch beim Herannahen des Jahres 1914 erwarteten gottesfürchtige Menschen das Kommen des Messias. Und er kam tatsächlich! Doch in beiden Fällen entsprach die Art und Weise seines Erscheinens nicht den Erwartungen. Übereinstimmung gibt es auch darin, daß jeweils eine böse „Generation“ nach einem vergleichsweise kurzen Zeitabschnitt die Vernichtung auf Grund eines göttlichen Urteils erleiden muß (Matthäus 24:34).

      4 Im vorigen Artikel wurde gezeigt, daß die böse jüdische Generation, die Jesu Tod gefordert hatte, ihr Ende fand. Wie verhält es sich eigentlich mit der heutigen verderblich handelnden Generation von Menschen, die Jesus Widerstand leistet oder ihn ignoriert? Wann wird das Strafurteil an der gegenwärtigen ungläubigen Generation vollstreckt werden?

      „Wacht beständig“

      5. (a) Aus welchem guten Grund müssen wir den Zeitpunkt für Jehovas ‘Tag und Stunde’ gar nicht kennen? (b) Mit welchem vernünftigen Rat schloß Jesus seine Prophezeiung ab, wie aus dem Markusevangelium hervorgeht?

      5 Jesus verband seine Voraussage von bestimmten Ereignissen, die zu einer Zeit ‘großer Drangsal’ führen würden, mit folgendem Zusatz: „Von jenem Tag und jener Stunde hat niemand Kenntnis, weder die Engel der Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater“ (Matthäus 24:3-36; Markus 13:3-32). Uns muß also die genaue zeitliche Einordnung der Ereignisse gar nicht bekannt sein. Wir müssen unser Augenmerk vielmehr darauf richten, einen starken Glauben zu entwickeln sowie wachsam und im Dienst für Jehova eifrig zu sein — nicht darauf, ein Datum zu berechnen. Jesus schloß seine große Prophezeiung mit den Worten ab: „Haltet ständig Ausschau, bleibt wach, denn ihr wißt nicht, wann die bestimmte Zeit da ist.  ... Wacht also beharrlich ... Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wacht beständig“ (Markus 13:33-37). In der Finsternis der heutigen Welt lauert Gefahr. Bleiben wir unbedingt wach! (Römer 13:11-13).

      6. (a) Unseren Glauben woran sollten wir festigen? (b) Wie können wir ‘unsere Tage zählen’? (c) Was meinte Jesus eigentlich mit „Generation“?

      6 Wir müssen nicht nur den inspirierten Prophezeiungen über die gegenwärtigen letzten Tage des bösen Systems Aufmerksamkeit schenken, sondern auch unseren Glauben festigen, und zwar hauptsächlich an das kostbare Opfer Christi Jesu und an Gottes wunderbare Verheißungen, die sich auf dieses Opfer stützen (Hebräer 6:17-19; 9:14; 1. Petrus 1:18, 19; 2. Petrus 1:16-19). Aus dem sehnlichen Wunsch heraus, das Ende des gegenwärtigen bösen Systems zu erleben, hat Jehovas Volk manchmal Vermutungen angestellt, wann die „große Drangsal“ beginnen wird, und dies sogar mit Berechnungen über die Länge der Lebensspanne der Generation seit 1914 verbunden. Doch wir wollen „ein Herz der Weisheit einbringen“, nicht dadurch, daß wir darüber spekulieren, wie viele Jahre oder Tage eine Generation dauert, sondern dadurch, daß wir uns Gedanken darüber machen, wie wir ‘unsere Tage zählen’, das heißt Jehova freudig lobpreisen (Psalm 90:12). Der Begriff „Generation“, wie Jesus ihn gebrauchte, liefert uns keinen Maßstab für das Messen der Zeit, sondern bezieht sich hauptsächlich auf die Zeitgenossen eines bestimmten geschichtlichen Zeitabschnitts mit ihren charakteristischen Merkmalen.b

      7. Was schrieb ein Geschichtsprofessor über die Generation von 1914, und wie paßt das zu der Prophezeiung Jesu?

      7 Im Einklang mit dem oben Dargelegten schrieb der Geschichtsprofessor Robert Wohl in seinem Buch The Generation of 1914: „Eine historische Generation wird nicht durch ihre chronologischen Grenzpunkte ... definiert.  ... Sie ist kein datierter Zeitabschnitt.“ Wie er dann weiter zeigte, verursachte der Erste Weltkrieg „das überwältigende Gefühl, daß eine Ära zu Ende war“, und er fügte hinzu: „Wer den Krieg durchgemacht hatte, konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, daß im August 1914 eine Welt geendet und eine andere begonnen hatte.“ Wie wahr! Diese Aussage trifft den Kern der Sache. „Diese Generation“ von Menschen hat seit 1914 erschreckende Veränderungen durchgemacht. Sie hat erlebt, wie die Erde mit dem Blut von Millionen Menschen getränkt wurde. Krieg, Völkermord, Terrorismus, Verbrechen und Gesetzlosigkeit beherrschen die ganze Welt. Hungersnot, Krankheit und Unmoral wüten auf der Erde. Jesus prophezeite: „Auch ihr, wenn ihr [seine Jünger] diese Dinge geschehen seht, erkennt, daß das Königreich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen, bis alle Dinge geschehen“ (Lukas 21:31, 32).

      8. Wie betonten die Propheten Jehovas die Notwendigkeit, wach zu bleiben?

      8 Ja, der vollständige Triumph des messianischen Königreiches steht bevor! Hat man daher irgendeinen Nutzen davon, daß man in bezug auf Daten Erwartungen hegt oder daß man Spekulationen über die buchstäbliche Lebenszeit einer „Generation“ anstellt? Auf gar keinen Fall! In Habakuk 2:3 wird deutlich gesagt: „Die Vision ist noch für die bestimmte Zeit, und sie geht keuchend dem Ende zu, und sie wird keine Lüge mitteilen. Selbst wenn sie säumen sollte, so harre ihrer; denn sie wird sich ganz bestimmt bewahrheiten. Sie wird sich nicht verspäten.“ Jehovas Tag der Abrechnung naht mit Riesenschritten (Jeremia 25:31-33; Maleachi 4:1).

      9. Welche Entwicklungen seit 1914 zeigen, daß die Zeit kurz ist?

      9 Im Jahr 1914, als Christi Königreichsherrschaft begann, wurde Satan zur Erde hinabgeschleudert. „Wehe der Erde“, hieß es in Verbindung damit, „weil der Teufel zu euch hinabgekommen ist und große Wut hat, da er weiß, daß er nur eine kurze Frist hat“ (Offenbarung 12:12). Diese Zeit ist tatsächlich kurz im Vergleich zu den Tausenden von Jahren, in denen Satan seine Herrschaft ausgeübt hat. Das Königreich ist nahe, und dasselbe trifft auf Jehovas Tag und Stunde zu, wo er an dieser bösen Generation das Strafgericht vollstrecken wird (Sprüche 3:25; 10:24, 25).

      Die „Generation“, die vergeht

      10. Inwiefern gleicht „diese Generation“ der Generation der Tage Noahs?

      10 Sehen wir uns Jesu Aussage in Matthäus 24:34, 35 einmal genauer an: „Wahrlich, ich sage euch, daß diese Generation auf keinen Fall vergehen wird, bis alle diese Dinge geschehen. Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden auf keinen Fall vergehen.“ Wie Jesu Ausführungen weiter zeigen, ‘kennt niemand jenen Tag und jene Stunde’. Weit wichtiger, als diese zu kennen, ist es laut seiner Aussage nämlich, uns vor den Schlingen zu hüten, von denen wir in dieser Generation umgeben sind. Jesus fügte deshalb hinzu: „Denn geradeso wie die Tage Noahs waren, so wird die Gegenwart des Menschensohnes sein. Denn so, wie sie in jenen Tagen vor der Sintflut waren: sie aßen und tranken, Männer heirateten und Frauen wurden verheiratet bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche hineinging, und sie nahmen keine Kenntnis davon, bis die Sintflut kam und sie alle wegraffte: so wird die Gegenwart des Menschensohnes sein“ (Matthäus 24:36-39). Jesus verglich hier die Generation seiner Tage mit der Generation der Tage Noahs (1. Mose 6:5, 9, Fußnote).

      11. Wie verglich Jesus gemäß den Berichten von Matthäus und Lukas ‘Generationen’ miteinander?

      11 Das war nicht das erstemal, daß Jesus im Beisein der Apostel ‘Generationen’ miteinander verglich, denn einige Tage zuvor hatte er mit Bezug auf sich selbst erklärt: „Der Menschensohn [muß] ... vieles leiden und von dieser Generation verworfen werden. Und geradeso wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein“ (Lukas 17:24-26). Somit wird in Matthäus, Kapitel 24 und in Lukas, Kapitel 17 derselbe Vergleich gezogen. In den Tagen Noahs bildete „alles Fleisch“, das „seinen Weg auf der Erde verderbt [hatte]“ und in der Sintflut umkam, „diese Generation“. In Jesu Tagen war „diese Generation“ das abtrünnige jüdische Volk, das Jesus verwarf (1. Mose 6:11, 12; 7:1).

      12, 13. (a) Wer bildet heute „diese Generation“, die vergehen muß? (b) Wie wird Jehovas Volk heute mit der „verkehrten und verdrehten Generation“ fertig?

      12 Heute, wo sich die Prophezeiung Jesu endgültig erfüllt, bezieht sich der Begriff „diese Generation“ daher offensichtlich auf jene Erdbewohner, die zwar das Zeichen der Gegenwart Christi sehen, aber nicht von ihren verkehrten Wegen umkehren. Im Gegensatz dazu wollen wir uns als Jünger Christi auf keinen Fall vom Lebensstil „dieser Generation“ formen lassen. Obwohl wir in der Welt leben, dürfen wir kein Teil von ihr sein, „denn die bestimmte Zeit ist nahe“ (Offenbarung 1:3; Johannes 17:16). Der Apostel Paulus ließ an uns die Aufforderung ergehen: „Tut weiterhin alles ohne Murren und Widerreden, so daß ihr euch als untadelig und unschuldig erweist, Kinder Gottes ohne Makel inmitten einer verkehrten und verdrehten Generation, unter der ihr wie Lichtspender in der Welt leuchtet“ (Philipper 2:14, 15; Kolosser 3:5-10; 1. Johannes 2:15-17).

      13 ‘Wie Lichtspender zu leuchten’ bedeutet für uns, nicht nur eine reine christliche Persönlichkeit zu offenbaren, sondern vor allem dem prophetischen Auftrag Jesu nachzukommen: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14). Niemand kann sagen, wann dieses Ende erreicht sein wird, aber wir wissen, daß das Ende „dieser Generation“ böser Menschen kommen wird, sobald das Zeugnis zu Gottes Zufriedenheit „bis zum entferntesten Teil der Erde“ gegeben worden ist (Apostelgeschichte 1:8).

      ‘Jener Tag und jene Stunde’

      14. Welche Ermahnung gaben Jesus und Paulus in bezug auf „die Zeiten und die Zeitabschnitte“, und wie sollte uns das berühren?

      14 Wenn das globale Zeugnis in dem von Jehova vorgesehenen Umfang gegeben worden ist, wird für ihn ‘der Tag und die Stunde’ gekommen sein, das gegenwärtige Weltsystem zu beseitigen. Wir müssen diesen Zeitpunkt nicht im voraus wissen. Daher sprach der Apostel Paulus entsprechend dem Beispiel Jesu folgende Warnung aus: „Was nun die Zeiten und die Zeitabschnitte betrifft, Brüder, braucht euch nichts geschrieben zu werden. Denn ihr selbst wißt sehr wohl, daß Jehovas Tag genauso kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wann immer sie sagen: ‚Frieden und Sicherheit!‘, dann wird plötzliche Vernichtung sie überfallen wie die Geburtswehe eine Schwangere; und sie werden keinesfalls entrinnen.“ Beachten wir, worauf Paulus das Augenmerk lenkte: „Wann immer sie sagen ...“ Ja, wenn von „Frieden und Sicherheit“ die Rede ist, dann, wenn man es am wenigsten erwartet, wird Gottes Strafgericht plötzlich vollstreckt werden. Wie passend ist daher der Rat des Paulus: „So laßt uns denn nicht weiterschlafen wie die übrigen, sondern laßt uns wach und besonnen bleiben“ (1. Thessalonicher 5:1-3, 6; siehe auch Vers 7-11; Apostelgeschichte 1:7).

      15, 16. (a) Warum dürfen wir nicht annehmen, Harmagedon liege in fernerer Zukunft, als wir vielleicht gedacht haben? (b) Wie muß Jehovas Souveränität in naher Zukunft verherrlicht werden?

      15 Bedeutet unsere genauere Erklärung in bezug auf „diese Generation“, daß Harmagedon in fernerer Zukunft liegt, als wir gedacht haben? Keineswegs! Wir haben noch nie ‘den Tag und die Stunde’ gewußt, Jehova Gott hat dagegen seit eh und je davon Kenntnis, und er ändert sich nicht (Maleachi 3:6). Die Welt sinkt offenkundig immer tiefer in das ausweglose Verderben. Mehr als jemals zuvor besteht die Notwendigkeit, wach zu bleiben. Jehova hat uns die Dinge offenbart, „die in kurzem geschehen sollen“, und wir sollten daher mit einem Gefühl der Dringlichkeit erfüllt sein (Offenbarung 1:1; 11:18; 16:14, 16).

      16 Bleiben wir wach, während die Zeit herannaht, denn Jehova ist im Begriff, Unglück über Satans gesamtes System zu bringen! (Jeremia 25:29-31). Jehova sagt: „Ich werde mich gewiß als groß erweisen und mich heiligen und mich kundtun vor den Augen vieler Nationen; und sie werden erkennen müssen, daß ich Jehova bin“ (Hesekiel 38:23). Der entscheidende „Tag Jehovas“ rückt immer näher! (Joel 1:15; 2:1, 2; Amos 5:18-20; Zephanja 2:2, 3).

      Gerechte „neue Himmel und eine neue Erde“

      17, 18. (a) Was sagten Jesus und Petrus darüber, wie „diese Generation“ vergehen wird? (b) Warum müssen wir wachsam sein, was den Wandel und Taten der Gottergebenheit betrifft?

      17 Jesus sagte mit Bezug auf ‘alle diese Dinge, die geschehen müssen’: „Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden auf keinen Fall vergehen“ (Matthäus 24:34, 35). Wahrscheinlich hatte Jesus dabei „Himmel und Erde“ — die Herrscher und die Beherrschten — „dieser Generation“ im Sinn. Der Apostel Petrus gebraucht ähnliche Worte, wenn er sich auf „die Himmel und die Erde, die jetzt sind“, bezieht, und sagt, diese seien „aufgespart für das Feuer und sind aufbehalten für den Tag des Gerichts und der Vernichtung der gottlosen Menschen“. Weiter erklärt er: „Jehovas Tag wird kommen wie ein Dieb, an welchem Tag die Himmel [die Regierungen] ... vergehen werden“ zusammen mit der verdorbenen menschlichen Gesellschaft oder der „Erde“ und ihren sündigen Werken. Der Apostel ermuntert uns dann zu „heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit“, indem wir ‘die Gegenwart des Tages Jehovas erwarten und fest im Sinn behalten, durch den die Himmel im Feuer aufgelöst werden und die Elemente vor Gluthitze zerschmelzen werden’. Was kommt danach? Petrus lenkt unsere Aufmerksamkeit auf ‘neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnen wird’ (2. Petrus 3:7, 10-13).c

      18 Diese „neuen Himmel“, die Königreichsherrschaft Christi Jesu und seiner Mitkönige, werden über die gerechte menschliche Gesellschaft der „neuen Erde“ Segnungen ausgießen. Bist du ein voraussichtliches Mitglied dieser Gesellschaft? Wenn ja, dann hast du allen Grund, über die großartigen Zukunftsaussichten zu jubeln (Jesaja 65:17-19; Offenbarung 21:1-5).

      19. Welches großartige Vorrecht können wir heute haben?

      19 Ja, eine gerechte „Generation“ von Menschen wird gegenwärtig bereits eingesammelt. Der gesalbte „treue und verständige Sklave“ vermittelt heute göttliche Belehrung im Einklang mit den Worten aus Psalm 78:1, 4: „Schenke Gehör, o mein Volk, meinem Gesetz; neigt euer Ohr zu den Reden meines Mundes ..., indem wir sie auch der künftigen Generation erzählen, die Lobpreisungen Jehovas und seine Stärke und seine wunderbaren Dinge, die er getan hat“ (Matthäus 24:45-47). Am 14. April dieses Jahres wohnten weltweit in über 75 500 Versammlungen in etwa 230 Ländern und Inselgebieten über 12 000 000 Menschen der Feier zum Gedenken an den Tod Christi bei. Warst auch du unter ihnen? Stütze deinen Glauben auf Christus Jesus, und ‘rufe den Namen Jehovas an, um gerettet zu werden’ (Römer 10:10-13).

      20. In bezug worauf müssen wir wach bleiben, da ‘die verbleibende Zeit verkürzt ist’, und welche Aussicht haben wir?

      20 „Die verbleibende Zeit ist verkürzt“, sagte der Apostel Paulus. Es ist daher höchste Zeit, stets wach und im Werk Jehovas beschäftigt zu sein, während wir Prüfungen und Haß von seiten einer bösen Generation der Menschen ertragen (1. Korinther 7:29; Matthäus 10:22; 24:13, 14). Seien wir wachsam, und beobachten wir all die Dinge, die gemäß den Voraussagen der Bibel über „diese Generation“ kommen sollen (Lukas 21:31-33). Wenn wir all diesen Dingen entgehen und einmal mit Gottes Gunst vor dem Menschensohn stehen werden, können wir schließlich den Preis, ewiges Leben, erlangen.

      [Fußnoten]

      a Weiteren Aufschluß über die „sieben Zeiten“ findet man auf den Seiten 127—138 und 186—189 des Buches „Dein Königreich komme“, herausgegeben von der Wachtturm-Gesellschaft.

      b Siehe das Werk Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1, Seite 862, herausgegeben von der Wachtturm-​Gesellschaft.

      c Siehe auch Seite 152—156 und 180, 181 in dem Buch Die herannahende Weltregierung — Gottes Königreich, herausgegeben von der Wachtturm-Gesellschaft.

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