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Vertraue auf Jehova!Der Wachtturm 1993 | 15. Dezember
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20, 21. (a) Wie sind während der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten andere durch die Lauterkeit der Zeugen Jehovas ermuntert worden? (b) Welchen Entschluß zu fassen, sollte uns die Stimme Jehovas veranlassen?
20 Max Liebster, ein gebürtiger Jude, der wie durch ein Wunder den Holocaust überlebte, schrieb folgendes über seine Fahrt in ein Vernichtungslager der Nationalsozialisten: „Man sperrte uns in Waggons ein, die in winzige Zweimannzellen unterteilt waren. Ich wurde mit einem Fußtritt in eine Zelle gestoßen, wo ich einen Gefangenen vorfand, dessen Augen mit einer sicheren Zuversicht strahlten. Er befand sich dort wegen seiner Achtung vor dem Gesetz Gottes. Er hatte das Gefängnis und möglicherweise den Tod gewählt, statt das Blut anderer Menschen zu vergießen. Er war ein Zeuge Jehovas. Man hatte ihm seine Kinder weggenommen, und seine Frau war hingerichtet worden. Er war darauf gefaßt, dasselbe Geschick zu erleiden. Auf der 14tägigen Reise erhielt ich eine Antwort auf meine Gebete, denn auf diesem Weg zum Tode fand ich die Hoffnung auf ewiges Leben.“
21 Nachdem er durch die „Löwengrube“ Auschwitz gegangen war, wie dieser Bruder es nannte, und nach seiner Taufe heiratete er eine Zeugin Jehovas, die auch eingesperrt gewesen war und deren Vater im Konzentrationslager Dachau gelitten hatte. Während sich der Vater dort befand, erfuhr er, daß seine Frau und seine jugendliche Tochter ebenfalls verhaftet worden waren. Seine Reaktion darauf beschrieb er wie folgt: „Ich war sehr beunruhigt. Als ich mich eines Tages zum Duschen anstellte, hörte ich eine Stimme, die Sprüche 3:5, 6 zitierte ... Es hörte sich wie eine Stimme vom Himmel an. Das war es, was ich brauchte, um mein seelisches Gleichgewicht wiederzuerlangen.“ Die Stimme war in Wirklichkeit die eines anderen Häftlings, der diesen Text anführte, aber die Begebenheit zeigt deutlich, welche Macht Gottes Wort auf uns ausüben kann (Hebräer 4:12).
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Vertraue auf Jehova!Der Wachtturm 1993 | 15. Dezember
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d Siehe auch den Artikel „Befreit! Wir möchten uns dafür dankbar erweisen“, von Max Liebster erzählt (Wachtturm vom 1. Januar 1979, Seite 20—23).
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