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Teil 6: Schwarzhemden und HakenkreuzeErwachet! 1990 | 22. Oktober
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Nicht, daß Nietzsche Faschist war, aber er trat für eine Herrscherelite ein, eine Rasse von Übermenschen. Dabei hatte er allerdings keine bestimmte Rasse oder Nation im Sinn, am wenigsten die Deutschen, von denen er keine hohe Meinung hatte. Doch einige seiner Ideen kamen dem nahe, was den nationalsozialistischen Ideologen als Idealbild des Deutschen vorschwebte. Diese Ideen wurden übernommen, während andere, die nicht mit der Nazidoktrin übereinstimmten, fallengelassen wurden.
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Teil 6: Schwarzhemden und HakenkreuzeErwachet! 1990 | 22. Oktober
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Das Denken Nietzsches und Wagners war von Joseph Arthur Graf von Gobineau geprägt worden, einem französischen Diplomaten und Rassentheoretiker, der zwischen 1853 und 1855 sein Werk Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen schrieb. Er behauptete, die rassischen Anlagen seien für das Schicksal von Zivilisationen bestimmend. Die rassischen Merkmale arischer Gesellschaften zu verwässern würde letztlich, so meinte er, zu deren Niedergang führen.
Der Rassismus und der Antisemitismus, die sich aus diesen Ideen entwickelten, waren für den deutschen Faschismus kennzeichnend. Beide Merkmale waren in Italien weniger bedeutsam. Tatsächlich betrachteten viele Italiener Hinweise auf Antisemitismus in Italien als Anzeichen dafür, daß Hitler Mussolini als beherrschende Kraft im Faschismus verdrängte. Mit der Zeit wuchs Hitlers Einfluß auf die Politik des italienischen Faschismus in der Tat.
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