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Teil 5: 1943—1945 Der Zweite Weltkrieg — Ende in Rauch und FlammenErwachet! 1987 | 8. Mai
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Als die erwartete Invasion der Alliierten näher rückte, wurde die Bombardierungsoffensive der Alliierten, „Pointblank“ genannt, immer massiver. Sie wurde sogar bis Kriegsende fortgesetzt, bis zu einem der umstrittensten Luftangriffe des ganzen Krieges im Februar 1945. Die Stuttgarter Zeitung berichtet: „Als Ziel wurde zuerst an Berlin gedacht. Dann wurde beschlossen, eine bisher noch praktisch unversehrte Stadt zu wählen. ... Dresden ... Das Hiroshima vorwegnehmende Ausmaß der Verheerung unterschied diesen Angriff von anderen.“ Die Illustrierte Wochenzeitung schreibt dazu: „Dresden, eine der schönsten Städte Europas, war zu einer Totenstadt geworden. Keine andere Stadt Deutschlands wurde so systematisch zusammengebombt.“
Lies die beiden Augenzeugenberichte von diesem Luftangriff in dem Kasten, und frage dich, ob die Grausamkeit und der Wahnsinn des Krieges noch drastischer aufgezeigt werden können.
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Teil 5: 1943—1945 Der Zweite Weltkrieg — Ende in Rauch und FlammenErwachet! 1987 | 8. Mai
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[Kasten auf Seite 17]
Ein einziges Flammenmeer
„Ganz Dresden und Umgebung bebte. Aus den Kanistern floß Benzin und Phosphor wie Regen herab. Und aus den Häusern ergossen sich die Flammen auf die Straßen, der Asphalt brannte, Straßenbahnschienen glühten. Eine Fläche von etwa 4 Kilometer Breite und 7 Kilometer Länge war ein einziges Flammenmeer. Etwa 70 000 Menschen verbrannten bei lebendigem Leibe, wurden von Bomben zerrissen, von einstürzenden Mauern erschlagen oder erstickten durch den Rauch. Durch das Feuer entstand ein furchtbarer Sturm, alles wirbelte in der Luft herum — Möbelstücke, ja sogar Menschen wirbelten wie Feuersäulen in der Luft herum. Auf dem Altmarkt befand sich ein Löschteich, 3 Meter breit, 3 Meter lang. Halb wahnsinnige Menschen sprangen brennend ins Wasser, um Rettung zu suchen, aber fast alle ertranken oder erstickten, nur wenige kamen heil heraus. Geborgen wurden nur verkohlte Leichen. Mit dem Beerdigen kam man nicht mehr nach, darum wurden die Toten aufgeschichtet, mit Benzin übergossen und verbrannt; tagelang brannten die Haufen. Unser Haus brannte aus. Auch unsere liebe Josie mit ihrem fünfjährigen Jungen kam ums Leben“ (H. und S. M., Dresdener Bürger).
„Die Stadt sah sehr schön aus, ... die Feuer im Inneren waren von verschiedenen Farben ... Es berührte mich nicht einmal so schrecklich, wegen seiner schaurigen Schönheit“ (Bomberpilot der Royal Air Force).
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