Gileadmissionare verfolgen ein bestimmtes Ziel
„LETZTE Woche seid ihr noch Studenten gewesen, nächste Woche seid ihr Missionare!“ Mit diesen Worten wurden anläßlich der Abschlußfeier der 81. Klasse der Wachtturm-Bibelschule Gilead recht gut die Gefühle der 23 Absolventen beschrieben. Ihnen und den 4 262 anderen Anwesenden im Kongreßsaal der Zeugen Jehovas in Jersey City wird der 7. September 1986 noch lange in Erinnerung bleiben.
Martin Pötzinger sprach das Anfangsgebet. Carey Barber, der Vorsitzende der Abschlußfeier, sagte in seinen einleitenden Worten, daß im Laufe der Jahre Tausende von Evangeliumsverkündigern den Gileadschulkurs absolviert haben, weil sie ein bestimmtes Ziel verfolgten: als echte Missionare bis an die Enden der Erde gesandt zu werden, um die Königreichshoffnung zu verkündigen. Wie sehr wir uns doch freuen, daß die neuen Missionare entsprechend der Bedeutung des Namens „Gilead“ jetzt ebenfalls zu dem „Zeugnishaufen“ gehören!
Milton Henschel setzte das Programm fort und erklärte, daß die Absolventen gleich den Aposteln in Jesu Tagen auf ein großes Werk vorbereitet wurden. Der Missionar Paulus beschrieb seine Einstellung zu seiner Tätigkeit wie folgt: „Obwohl ich von allen frei bin, habe ich mich zum Sklaven aller gemacht, damit ich die meisten gewinne“ (1. Korinther 9:19).
Was geht aus diesen Worten des Paulus hervor? Daß die neuen Missionare an Menschen interessiert sein müssen. Sie sollten den Wunsch haben, allen Arten von Menschen mit der lebensrettenden Botschaft der Wahrheit zu helfen — selbst solchen, die mit einer anderen Religionsorganisation fest verbunden sind.
Der nächste Redner, Theodore Jaracz, erinnerte die neuen Missionare daran, daß sie keine Touristen seien, die irgendwelche Orte besichtigten, sondern in viele verschiedene Städte der Welt gesandt würden, um die gute Botschaft zu verkündigen. Er ermunterte sie, an das Beispiel Jesu und der ersten Jünger zu denken und sich die neuzeitlichen Missionare, von denen immer noch viele treu in ihrer jeweiligen Zuteilung dienen, als Vorbild zu nehmen. „Seid zielstrebig!“ forderte er die Absolventen auf. „Laßt euch nicht durch materialistische Bestrebungen ablenken. Wenn euer Auge ‚lauter‘ ist, seid ihr zielstrebig“ (Lukas 11:34). „Als Gileadmissionare“, fügte er hinzu, „verfolgt ihr ein bestimmtes Ziel — ihr sucht nach würdigen Menschen, um ihnen die gute Botschaft zu verkündigen.“
Max Larson, ein Glied des Fabrikkomitees, gab zeitgemäßen Rat, welche Schritte man unternehmen sollte, wenn in der Missionarzuteilung Probleme auftauchen. „Gebt nicht auf, und lauft nicht weg“, sagte er. „Überwindet eure Probleme.“ Wie? „Indem ihr euch bemüht, den Sinn Gottes zu bekunden“ (1. Korinther 2:11-16). Bruder Larson betonte, daß es wichtig ist, Jehova um Hilfe anzurufen, und gab Missionaren die eindringliche Empfehlung, regelmäßig ihr Verhältnis zu Gott zu überprüfen.
Lon Schilling, der dem Komitee der Wachtturm-Farmen angehört, machte deutlich, welchen Wert es hat, die richtige geistige Einstellung zu entwickeln und zu bewahren. „Wie werdet ihr reagieren, wenn Probleme entstehen oder wenn ihr euch an bestimmte Verhältnisse anpassen müßt?“ fragte er. „Da wir Geschöpfe mit einem freien Willen sind, ist jeder von uns selbst dafür verantwortlich, welchen Ausgang eine Sache nimmt.“ Er erwähnte, daß Gott „uns nicht mittels einer himmlischen Fernsteuerung lenkt“. Daher sollten Missionare auch keine übertriebenen Erwartungen in Gott setzen. Wer sich bereitwillig von Jehova Gott durch sein Wort, seinen Geist und seine Organisation leiten läßt, kann die richtige geistige Einstellung bewahren.
„Wie ausgeprägt sind eure Wertvorstellungen?“ Diese Frage stellte Ulysses Glass, einer der Gileadunterweiser. Anhand einer ganzen Reihe von Veranschaulichungen zeigte der langjährige Unterweiser, daß sich Missionare „auf die Königreichsinteressen konzentrieren können, wenn sie stets ausgeglichene, vernünftige und unerschütterliche Wertvorstellungen haben“. Er hielt eine Briefmarke hoch und sagte, daß sie trotz ihres geringen Wertes nützlich sei, weil sie auf einer Postsendung haftenbleibe, bis diese ihr Ziel erreicht habe. „Werdet wie diese Briefmarke“, sagte er, „und haftet euch an eine Sache — euren Auftrag zu predigen —, bis ihr sicher euer Ziel, die andere Seite der großen Drangsal, erreicht habt.“
Jack Redford, ein Unterweiser der Gileadschule und ehemaliger Missionar, erwähnte in seiner Ansprache einige der Herausforderungen, denen neue Missionare begegnen müßten. Er betonte, daß sie jedes Hindernis — das Lernen einer neuen Sprache, Heimweh, das Zusammenleben mit anderen, die Anpassung an eine fremde Kultur oder Schwierigkeiten, die durch unterschiedliche Persönlichkeiten entstehen — überwinden können, wenn sie völlig auf Jehova vertrauen. Er führte folgenden Gedanken an: „Versucht nicht, es aus eigener Kraft zu tun. In 1. Korinther 3:9 heißt es: ‚Wir sind Gottes Mitarbeiter.‘“ Den Absolventen versicherte er: „Wenn ihr euer Teil tut, könnt ihr sicher sein, daß Jehova sein Teil tun wird.“
„Die Wachtturm-Bibelschule Gilead ist eine Gabe Gottes!“ Mit diesen Worten begann Frederick W. Franz, der Präsident der Gesellschaft, die letzte Ansprache an diesem Vormittag. Die Gileadschule, sagte er, „sollte Personen ausbilden, die als Zeugen, ja als ein lebendiges Zeugnis dafür dienen, daß das messianische Königreich Gottes bereits tätig ist“. Dann erinnerte er die Absolventen der 81. Klasse an ihre große Verantwortung, die sie dadurch übernommen haben, daß sie dieses Ziel verfolgen. Er erklärte: „Ihr führt eure Zeugnistätigkeit in der kritischsten Zeit der Menschheitsgeschichte durch. Jehova hat uns die Verantwortung auferlegt, die gute Botschaft von seinem Königreich zu verkündigen und bis zum entferntesten Teil der Erde zu gehen, um alle Menschen auf Gottes Weg des Entrinnens aufmerksam zu machen.“
Wie groß die Freude und die Dankbarkeit der Absolventen waren, daß sie die Gileadschule besuchen durften, wurde offenkundig, als sie ihre Diplome in Empfang nahmen. In einem Brief an die leitende Körperschaft und an die Bethelfamilie brachten die Absolventen der 81. Klasse, die ihr Ziel als Missionare deutlich vor Augen haben, ihren Entschluß zum Ausdruck, loyal den Interessen Jehovas zu dienen und ‘unter den Nationen seinem Namen Melodien zu spielen’ (2. Samuel 22:50). Am Nachmittag demonstrierten die Studenten Szenen aus dem Predigtdienst in früheren Zuteilungen, in New York und im Missionardienst, und es wurde ein aufrüttelndes neuzeitliches Drama aufgeführt. Lyman Swingle beendete das Programm mit einem Gebet.
Mit Begeisterung sehen die 23 Absolventen den großen Freuden des Missionardienstes entgegen. Warum? Einer der Absolventen drückte es folgendermaßen aus:
Könntest auch du deinen Dienst für Gott ausdehnen und ihn produktiver gestalten? Dann bemühe dich, es den Absolventen gleichzutun, die es sich zum Ziel setzten, die Voraussetzungen für den Missionardienst zu erfüllen. Ihre und auch deine größte Freude sollte es sein, ein Leben zu führen, das mit treuem Dienst für Jehova ausgefüllt ist (Maleachi 3:10).
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„Die Ansprache von Bruder Larson führte mir deutlich vor Augen, daß man unbedingt bereit sein muß, sich anzupassen. Um meinen Platz als Missionar ausfüllen zu können, muß ich eine fleischliche Einstellung vermeiden und mich bemühen, den Sinn Jehovas und seines Sohnes, Jesus Christus, zu bekunden“ (Alain Saint-Jean; Zuteilung: Neukaledonien).
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„Die Ansprache von Bruder Glass ließ mich erkennen, wie wichtig richtige Wertvorstellungen sind. Wir dürfen uns nicht durch Belanglosigkeiten ablenken lassen. Wir müssen ausgeglichen bleiben“ (Humphrey Hermanus; Zuteilung: Surinam).
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„Als ich Bruder Redford zuhörte, verspürte ich ein Gefühl der Sicherheit, da mir bewußt wurde, daß die Probleme, vor denen wir stehen werden, keineswegs neu sind. Wir können sie genauso überwinden wie andere vor uns, wenn wir auf die Kraft Jehovas statt auf unsere eigene vertrauen“ (Veronica Lipham; Zuteilung: Papua-Neuguinea).
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„Jesus sagte: ‘Verkauf deine Habe, folge mir nach, und verkündige das Königreich Gottes weit und breit’ [Matthäus 19:21; Lukas 9:60]. Wir haben uns den Missionardienst zum Ziel gesetzt, weil wir so vielen Menschen wie möglich in geistiger Hinsicht helfen wollen, und zwar wo immer man uns benötigt und uns am besten gebrauchen kann“ (Fredrick Steiner; Zuteilung: Guatemala).
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KLASSENÜBERSICHT
Anzahl der vertretenen Länder: 7
Anzahl der zugeteilten Länder: 12
Durchschnittsalter: 30,3
Jahre in der Wahrheit (Durchschnitt): 13,4
Jahre im Vollzeitdienst (Durchschnitt): 9,3
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COSTA, Alan und Betty Vereinigte Staaten
GANSLMEIER, Anton und Rita Deutschland
GONZALES, John und Cynthia Vereinigte Staaten
GRAULICH, Uwe und Katherine Deutschland
HERMANUS, Humphrey und Ludmilla Niederländische Antillen
JOHANSEN, Bȧrd und Ester Norwegen
KLOOSTERMAN, Otto und Yvonne Niederlande
LARSON, Gary und Annette Kanada
LIPHAM, Mark und G. Veronica Vereinigte Staaten
SAINT-JEAN, Alain Frankreich
STEINER, Fredrick und Helen Vereinigte Staaten
SZYMANSKI, Cynthia Vereinigte Staaten
WILKE, David Vereinigte Staaten