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Strahlen wir die Herrlichkeit Jehovas wider?Der Wachtturm 2005 | 15. August
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Strahlen wir die Herrlichkeit Jehovas wider?
‘Wir strahlen wie Spiegel die Herrlichkeit Jehovas wider’ (2. KORINTHER 3:18).
1. Was sah Moses, und was geschah anschließend?
ES WAR eine der ehrfurchtgebietendsten Visionen, die je ein Mensch hatte. Moses befand sich allein auf dem Berg Sinai, als ihm eine ungewöhnliche Bitte gewährt wurde. Er durfte etwas sehen, was kein Mensch je gesehen hatte: die Herrlichkeit Jehovas. Natürlich sah er Jehova nicht direkt. Denn den Anblick der herrlichen Erscheinung Gottes würde kein Mensch überleben. Jehova hielt schirmend seine „Handfläche“ über Moses, bis er — offenbar vertreten durch einen Engel — vorübergegangen war. Dann ließ Jehova Moses den Nachglanz der göttlichen Herrlichkeit sehen. Er sprach auch mit Moses durch einen Engel. Die Bibel berichtet, was darauf folgte: „Als Moses vom Berg Sinai herabkam, . . . [warf] die Haut seines Angesichts Strahlen . . ., weil er mit ihm [Jehova] geredet hatte“ (2. Mose 33:18 bis 34:7, 29).
2. Was schrieb der Apostel Paulus über die Herrlichkeit, die Christen widerstrahlen?
2 Stellen wir uns vor, wir selbst wären mit Moses auf diesem Berg gewesen. Wären wir nicht begeistert gewesen, die strahlende Herrlichkeit des Allmächtigen zu sehen und seine Worte zu hören? Welch eine Ehre, neben Moses, dem Mittler des Gesetzesbundes, den Berg Sinai hinunterzusteigen! Spiegeln aber nicht wahre Christen Gottes Herrlichkeit auf noch überragendere Weise wider als Moses? Diesen tiefsinnigen Gedanken finden wir in einem Brief des Apostels Paulus. Paulus schrieb, dass gesalbte Christen „wie Spiegel die Herrlichkeit Jehovas widerstrahlen“ (2. Korinther 3:7, 8, 18). Auch Christen, denen Leben auf der Erde in Aussicht steht, strahlen in gewissem Sinne Gottes Herrlichkeit wider.
Wie Christen Gottes Herrlichkeit widerstrahlen
3. Wieso haben wir Jehova auf eine Art und Weise kennen gelernt, wie Moses es nicht konnte?
3 Wie ist es uns möglich, Gottes Herrlichkeit widerzustrahlen? Wir haben Jehova nicht so gesehen oder gehört wie Moses. Allerdings haben wir Jehova auf eine Art und Weise kennen gelernt, wie Moses es damals nicht konnte. Moses war nämlich schon nahezu 1 500 Jahre tot, als Jesus, der Messias, auftrat. Folglich konnte Moses nicht wissen, wie sich das Gesetz in Jesus erfüllte, der durch seinen Tod Menschen aus der schrecklichen Unterdrückung durch Sünde und Tod loskaufte (Römer 5:20, 21; Galater 3:19). Außerdem war es Moses nur begrenzt möglich, den erhabenen Vorsatz Jehovas zu erfassen, der sich um das messianische Königreich dreht und um das irdische Paradies, das dieses Königreich herbeiführen wird. Wir sehen die Herrlichkeit Jehovas zwar nicht buchstäblich, dafür aber mit dem Glaubensauge, gestützt auf biblische Lehren. Und die Stimme Jehovas haben wir nicht durch einen Engel gehört, sondern durch die Bibel, besonders durch die Evangelien, in denen die Lehren und das Wirken Jesu sehr schön beschrieben werden.
4. (a) Wie strahlen gesalbte Christen Gottes Herrlichkeit wider? (b) Auf welche Weise können diejenigen, denen Leben auf der Erde in Aussicht steht, Gottes Herrlichkeit widerstrahlen?
4 Christen strahlen zwar Gottes Herrlichkeit nicht dadurch wider, dass ihr Gesicht buchstäblich Strahlen wirft, aber sie erzählen anderen mit einem strahlenden Gesicht von der herrlichen Persönlichkeit und den herrlichen Vorsätzen Jehovas. Der Prophet Jesaja sagte für unsere Tage voraus, dass Gottes Volk ‘bestimmt Jehovas Herrlichkeit unter den Nationen kundtun’ wird (Jesaja 66:19). Außerdem lesen wir in 2. Korinther 4:1, 2: „Aus diesem Grund . . . haben [wir] uns von den hinterhältigen Dingen losgesagt, deren man sich zu schämen hat, indem wir nicht mit List wandeln noch das Wort Gottes verfälschen, sondern uns selbst durch das Kundmachen der Wahrheit jedem menschlichen Gewissen vor Gott empfehlen.“ Paulus sprach hier im Besonderen von gesalbten Christen, die „Diener eines neuen Bundes“ sind (2. Korinther 3:6). Aber ihr Dienst hat sich auf zahllose Menschen ausgewirkt, denen ewiges Leben auf der Erde in Aussicht steht. Der Dienst beider Gruppen dreht sich darum, die Herrlichkeit Jehovas widerzustrahlen — sowohl durch ihr Lehren als auch durch ihre ganze Lebensweise. Für uns ist es Verpflichtung und Vorrecht zugleich, die Herrlichkeit Gottes, des Höchsten, widerzustrahlen!
5. Worauf lässt es schließen, dass es uns geistig so gut geht?
5 Heute wird die herrliche gute Botschaft von Gottes Königreich auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt, wie Jesus es voraussagte (Matthäus 24:14). Einzelpersonen aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachgruppen nehmen die gute Botschaft begeistert auf und ändern ihr Leben, damit sie Gottes Willen tun können (Römer 12:2; Offenbarung 7:9). Wie die ersten Christen können sie nicht aufhören, von den Dingen zu reden, die sie gesehen und gehört haben (Apostelgeschichte 4:20). Über sechs Millionen Menschen — mehr als jemals zuvor — strahlen heute Gottes Herrlichkeit wider. Gehörst du zu ihnen? Dass es dem Volk Gottes geistig so gut geht, ist ein überzeugender Beweis für den Schutz und Segen Jehovas. Dass Jehovas Geist auf uns ruht, ist umso deutlicher, wenn man bedenkt, was für mächtige Kräfte sich uns entgegenstellen. Sehen wir uns einmal an, warum man das sagen kann.
Gottes Volk kann nicht mundtot gemacht werden
6. Warum sind Glauben und Mut erforderlich, um für Jehova Stellung zu beziehen?
6 Angenommen, wir sollten vor Gericht gegen einen skrupellosen Verbrecher aussagen, von dem wir wissen, dass er an der Spitze einer mächtigen Organisation steht und alles unternehmen wird, damit wir schweigen. Gegen einen solchen Verbrecher als Zeuge aufzutreten erfordert Mut und das Vertrauen, dass die Sicherheit des Zeugen garantiert wird. Tatsächlich befinden wir uns in einer vergleichbaren Lage. Wenn wir über Jehova und seine Vorsätze Zeugnis ablegen, sagen wir gleichzeitig gegen Satan, den Teufel, aus und stellen ihn als Totschläger und Lügner bloß, der die ganze bewohnte Erde irreführt (Johannes 8:44; Offenbarung 12:9). Für Jehova Stellung zu beziehen — und damit gegen den Teufel — erfordert Glauben und Mut.
7. Wie groß ist Satans Einfluss, und was versucht er zu tun?
7 Jehova ist selbstverständlich der Allerhöchste. Er verfügt über unendlich mehr Macht als Satan. Wir können davon überzeugt sein, dass er nicht nur fähig, sondern auch sehr darauf bedacht ist, uns zu beschützen, wenn wir ihm treu dienen (2. Chronika 16:9). Doch immerhin ist Satan der Herrscher der Dämonen und der von Gott entfremdeten Menschenwelt (Matthäus 12:24, 26; Johannes 14:30). Da er sich nur noch in der Umgebung der Erde aufhalten kann und „große Wut“ hat, leistet er Jehovas Dienern erbitterten Widerstand. Durch die von ihm beherrschte Welt versucht er alle Verkündiger der guten Botschaft mundtot zu machen (Offenbarung 12:7-9, 12, 17). Wie geht er dabei vor? Er gebraucht mindestens drei Taktiken.
8, 9. Was zu lieben möchte Satan uns verleiten, und warum sollten wir gewissenhaft auf unseren Umgang achten?
8 Eine Möglichkeit, die Satan nutzt, um uns durch die Welt abzulenken, sind die Alltagssorgen. Die Menschen in den heutigen letzten Tagen sind geldliebend und eigenliebig. Sie lieben Vergnügungen, aber nicht Gott (2. Timotheus 3:1-4). Die meisten gehen in ihrem Alltag auf und nehmen von der guten Botschaft, die wir ihnen überbringen möchten, keine Kenntnis. Sie sind einfach nicht daran interessiert, die biblische Wahrheit kennen zu lernen (Matthäus 24:37-39). Diese Einstellung kann ansteckend sein und auf uns geistig einschläfernd wirken. Falls wir zuließen, dass wir Liebe zu materiellen Dingen und den Freuden des Lebens entwickeln, würde unsere Liebe zu Gott erkalten (Matthäus 24:12).
9 Deshalb sollten wir gewissenhaft auf unseren Umgang achten. „Wer mit Weisen wandelt, wird weise werden“, schrieb König Salomo, „wer sich aber mit den Unvernünftigen einlässt, dem wird es schlecht ergehen“ (Sprüche 13:20). Wandeln wir doch mit denen, die Gottes Herrlichkeit widerstrahlen! Das ist etwas wirklich Schönes! Wenn wir in den Zusammenkünften oder bei anderen Gelegenheiten unsere Brüder und Schwestern treffen, werden wir durch ihre Liebe, ihren Glauben, ihre Freude und ihre Weisheit ermuntert. Dieser wohltuende Umgang bestärkt uns in dem Entschluss, im Predigtdienst auszuharren.
10. Wie lässt Satan diejenigen verspotten, die Gottes Herrlichkeit widerstrahlen?
10 Das zweite Mittel, mit dem Satan versucht, alle Christen davon abzuhalten, Gottes Herrlichkeit widerzustrahlen, ist Spott. Diese Taktik sollte uns nicht überraschen. Jesus Christus wurde ebenfalls verspottet — man verlachte und verhöhnte ihn, machte sich über ihn lustig, behandelte ihn verächtlich und spuckte ihn sogar an (Markus 5:40; Lukas 16:14; 18:32). Auch die ersten Christen waren Zielscheibe des Spotts (Apostelgeschichte 2:13; 17:32). Heutige Diener Jehovas behandelt man ebenso. Wie der Apostel Petrus voraussagte, würde man sie praktisch als „falsche Propheten“ bezeichnen. Er schrieb, „dass in den letzten Tagen Spötter mit ihrem Spott kommen werden, die gemäß ihren eigenen Begierden vorgehen und sagen: ‚Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Ja, . . . [es] gehen alle Dinge genauso weiter wie von Anfang der Schöpfung an‘ “ (2. Petrus 3:3, 4). Gottes Volk bezeichnet man als wirklichkeitsfremd und die Moralbegriffe der Bibel als altmodisch. Für viele ist die Botschaft, die wir bekannt machen, Torheit (1. Korinther 1:18, 19). In der Schule, am Arbeitsplatz und mitunter auch in der eigenen Familie sind manche von uns Spott ausgesetzt. Doch unbeirrt strahlen wir durch das Predigen weiterhin Gottes Herrlichkeit wider, denn wie Jesus wissen wir, dass Gottes Wort die Wahrheit ist (Johannes 17:17).
11. Wie greift Satan Christen noch an, um sie mundtot zu machen?
11 Eine dritte Taktik, mit der Satan versucht, uns mundtot zu machen, ist Widerstand oder Verfolgung. Jesus sagte zu seinen Nachfolgern: „Man [wird] euch der Drangsal überliefern und wird euch töten, und ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Nationen sein“ (Matthäus 24:9). Tatsächlich sind wir als Zeugen Jehovas in vielen Teilen der Erde brutal verfolgt worden. Wie Jehova schon vor langem voraussagte, würde zwischen den Menschen, die Gott dienen, und denen, die Satan, dem Teufel, dienen, Hass oder Feindschaft entstehen. Dessen sind wir uns bewusst (1. Mose 3:15). Wir wissen auch: Wenn wir in Prüfungen die Lauterkeit bewahren, bezeugen wir, dass Jehovas universelle Souveränität zu Recht besteht. Dieses Wissen kann uns selbst in Extremsituationen Stärke verleihen. Wenn wir entschlossen sind, Gottes Herrlichkeit widerzustrahlen, wird keine Verfolgung jemals bewirken können, dass wir für immer mundtot sind.
12. Warum können wir uns freuen, wenn wir trotz Satans Widerstand treu bleiben?
12 Widerstehst du den Verlockungen der Welt und erweist du dich trotz Spott und Widerstand als treu? Dann hast du Grund, dich zu freuen. Jesus versicherte seinen Nachfolgern: „Glücklich seid ihr, wenn man euch schmäht und euch verfolgt und lügnerisch allerlei Böses gegen euch redet um meinetwillen. Freut euch, und springt vor Freude, da euer Lohn groß ist in den Himmeln; denn ebenso verfolgte man vor euch die Propheten“ (Matthäus 5:11, 12). Dein Ausharren lässt erkennen, dass Jehovas machtvoller heiliger Geist auf dir ruht und dir die Kraft gibt, seine Herrlichkeit widerzustrahlen (2. Korinther 12:9).
Ausharren kommt von Jehova
13. Aus welchem wesentlichen Grund harren wir im Predigtdienst aus?
13 Ein wesentlicher Grund, weshalb wir im Predigtdienst ausharren, besteht darin, dass wir Jehova lieben und gern seine Herrlichkeit widerstrahlen. Menschen neigen dazu, sich an den Personen ein Beispiel zu nehmen, die sie lieben und achten. Und niemand verdient das mehr als Jehova Gott. In seiner großen Liebe sandte er seinen Sohn auf die Erde, damit er für die Wahrheit Zeugnis ablegte und gehorsame Menschen erlöste (Johannes 3:16; 18:37). Wie Gott wünschen auch wir, dass Menschen aller Arten zur Reue gelangen und gerettet werden; deshalb predigen wir (2. Petrus 3:9). Dieser Wunsch und der Entschluss, uns an Gott ein Beispiel zu nehmen, drängen uns, durch unseren Predigtdienst beständig Gottes Herrlichkeit widerzustrahlen.
14. Wie stärkt uns Jehova, damit wir im Predigtdienst ausharren können?
14 Letztendlich lässt uns jedoch die Kraft von Jehova im Predigtdienst ausharren. Er stützt und stärkt uns durch seinen Geist, seine Organisation und sein Wort, die Bibel. Jehova verleiht denen Ausharren, die bereit sind, seine Herrlichkeit widerzustrahlen. Er erhört unsere Gebete und gibt uns die nötige Weisheit, Prüfungen zu bestehen (Römer 15:5; Jakobus 1:5). Außerdem lässt er keine Erprobung zu, der wir nicht gewachsen wären. Wenn wir auf Jehova vertrauen, schafft er den Ausweg, damit wir weiterhin seine Herrlichkeit widerstrahlen können (1. Korinther 10:13).
15. Was hilft uns auszuharren?
15 Unser Ausharren im Predigtdienst zeigt, dass Gottes Geist auf uns ruht. Unsere Tätigkeit ließe sich wie folgt veranschaulichen: Angenommen, man hätte uns beauftragt, eine bestimmte Art Brot von Tür zu Tür zu verteilen, und zwar gratis. Es soll in unserer Freizeit geschehen und auf eigene Kosten. Außerdem bemerken wir recht bald, dass kaum jemand dieses Brot haben möchte. Einige Leute möchten sogar verhindern, dass wir es verteilen. Könnten wir uns vorstellen, diese Tätigkeit ununterbrochen, Monat für Monat, Jahr für Jahr, zu verrichten? Wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht haben wir uns schon jahre- oder gar jahrzehntelang bemüht, die gute Botschaft in unserer Freizeit und auf eigene Kosten zu verkündigen. Warum? Tun wir es nicht deshalb, weil wir Jehova lieben und weil er unser Bemühen durch seinen Geist gesegnet und uns geholfen hat auszuharren? Ganz bestimmt.
Ein Werk, das unvergesslich bleiben wird
16. Was bedeutet das Ausharren im Predigtdienst für uns und für diejenigen, die auf uns hören?
16 Ein Diener des neuen Bundes zu sein ist ein unvergleichliches Geschenk (2. Korinther 4:7). Auch der Dienst, den die anderen Schafe auf der ganzen Erde verrichten, ist ein Schatz. Wenn du im Predigtdienst weiter ausharrst, kannst du, wie Paulus an Timotheus schrieb, „sowohl dich selbst als auch die retten, die auf dich hören“ (1. Timotheus 4:16). Bedenke einmal: Die gute Botschaft, die du predigst, bietet anderen die Gelegenheit, ewig zu leben. Dadurch kann eine tiefe Verbundenheit entstehen. Und stell dir vor, welch eine Freude es sein wird, ewig mit Menschen im Paradies zu leben, denen du geholfen hast, Gott kennen zu lernen! Bestimmt werden sie dein Bemühen nie vergessen. Was für ein befriedigendes Gefühl!
17. Wieso leben wir in einem außergewöhnlichen Abschnitt der Menschheitsgeschichte?
17 Wir leben in einem außergewöhnlichen Abschnitt der Menschheitsgeschichte. Nie wieder wird die gute Botschaft in einer gottentfremdeten Welt gepredigt werden. Auch Noah lebte in einer solchen Welt und er sah, wie sie verschwand. Wie sehr muss er sich gefreut haben, treu den Willen Gottes getan und die Arche gebaut zu haben, sodass er und seine Familie überlebten! (Hebräer 11:7). Uns kann eine solche Freude ebenfalls zuteil werden. Stellen wir uns vor, wie wir in der neuen Welt empfinden, wenn wir auf unsere Tätigkeit in den letzten Tagen zurückblicken und sagen können: Wir haben alles darangesetzt, die Königreichsinteressen zu fördern!
18. Welche Zusicherung und Ermunterung gibt Jehova seinen Dienern?
18 Strahlen wir also beständig Gottes Herrlichkeit wider. Wir werden uns ewig daran erinnern. Auch Jehova wird sich an unsere Arbeit erinnern. In der Bibel lesen wir die ermutigenden Worte: „Gott ist nicht ungerecht, dass er eure Arbeit und die Liebe vergessen würde, die ihr seinem Namen gegenüber erzeigt habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient. Wir begehren aber, dass jeder von euch denselben Fleiß zeige, um die volle Gewissheit der Hoffnung bis ans Ende zu haben, damit ihr nicht träge werden mögt, sondern Nachahmer derer seid, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben“ (Hebräer 6:10-12).
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Christen strahlen die Herrlichkeit Jehovas widerDer Wachtturm 2005 | 15. August
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Christen strahlen die Herrlichkeit Jehovas wider
„Glücklich . . . sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören“ (MATTHÄUS 13:16).
1. Welche Frage erhebt sich, wenn man bedenkt, wie die Israeliten am Berg Sinai gegenüber Moses reagierten?
DIE am Berg Sinai versammelten Israeliten hatten guten Grund, Jehovas Nähe zu suchen. Schließlich hatte er sie mit mächtiger Hand aus Ägypten befreit. Er kümmerte sich um ihre Bedürfnisse und versorgte sie in der Wildnis mit Nahrung und Wasser. Außerdem verhalf er ihnen zum Sieg über ein amalekitisches Heer, das sie angegriffen hatte (2. Mose 14:26-31; 16:2 bis 17:13). Nun lagerten sie in der Wildnis am Berg Sinai und gerieten wegen Donnerschlägen und Blitzen so sehr in Furcht, dass sie zitterten. Später sahen sie Moses vom Berg Sinai herabkommen. Sein Gesicht strahlte die Herrlichkeit Jehovas wider. Sie waren aber weder erstaunt, noch schätzten sie diesen Anblick, sondern sie wichen zurück. „Sie gerieten in Furcht, sich ihm [Moses] zu nähern“ (2. Mose 19:10-19; 34:30). Warum gerieten sie bei dem Widerschein der Herrlichkeit Jehovas in Furcht? Hatte nicht Jehova bereits sehr viel für sie getan?
2. Was könnte der Grund für die Furcht der Israeliten gewesen sein, als sie sahen, wie Moses die Herrlichkeit Gottes widerstrahlte?
2 Wahrscheinlich hing die Furcht der Israeliten größtenteils mit dem zusammen, was zuvor geschehen war. Jehova hatte sie in Zucht genommen, als sie bewusst ungehorsam gewesen waren und ein goldenes Kalb gemacht hatten (2. Mose 32:4, 35). Waren die Israeliten dankbar dafür und besserten sie sich? Die meisten nicht. Moses erinnerte sie gegen Ende seines Lebens an den Vorfall mit dem Goldenen Kalb und andere Fälle des Ungehorsams und sagte zu ihnen: „Ihr [benahmt] euch rebellisch gegen den Befehl Jehovas, eures Gottes, und ihr übtet nicht Glauben an ihn aus und hörtet nicht auf seine Stimme. Ihr habt euch im Benehmen gegen Jehova als rebellisch erwiesen von dem Tag an, da ich euch kenne“ (5. Mose 9:15-24).
3. Wann verschleierte Moses das Gesicht?
3 Beachten wir, wie Moses auf die Furcht der Israeliten reagierte. Der Bericht sagt: „Wenn Moses jeweils mit ihnen ausgeredet hatte, pflegte er einen Schleier über sein Angesicht zu legen. Aber sooft Moses hineinging [in das Zelt der Zusammenkunft] vor Jehova, um mit ihm zu reden, nahm er stets den Schleier ab, bis er hinausging. Und er ging hinaus und redete zu den Söhnen Israels, was ihm jeweils geboten wurde. Und die Söhne Israels sahen Moses’ Angesicht, dass die Haut des Angesichts Mose Strahlen warf; und Moses legte den Schleier wieder über sein Angesicht, bis er hineinging, um mit ihm [Jehova] zu reden“ (2. Mose 34:33-35). Warum verschleierte Moses manchmal das Gesicht? Was können wir daraus lernen? Die Antworten auf diese Fragen können uns helfen, herauszufinden, wie es um unser Verhältnis zu Jehova bestellt ist.
Verpasste Gelegenheiten
4. Welche Bedeutung hatte es nach der Erklärung des Apostels Paulus, dass Moses einen Schleier trug?
4 Dass Moses einen Schleier trug, hatte, wie der Apostel Paulus erklärte, mit dem Denken und dem Herzenszustand der Israeliten zu tun. Paulus schrieb, dass „die Söhne Israels Moses nicht unverwandt ins Angesicht schauen konnten wegen der Herrlichkeit seines Angesichts, . . . ihre Denkkraft wurde abgestumpft“ (2. Korinther 3:7, 14). Wie traurig! Die Israeliten waren das auserwählte Volk Jehovas und er wünschte, dass sie ihm näher kamen (2. Mose 19:4-6). Aber es widerstrebte ihnen, den Widerschein der Herrlichkeit Gottes zu sehen. Sie wandten sich nicht voller Liebe und Ergebenheit mit Herz und Sinn Jehova zu, sondern wandten sich gewissermaßen von ihm ab.
5, 6. (a) Wer war im 1. Jahrhundert mit den Israeliten der Tage Mose zu vergleichen? (b) Worin unterschieden sich diejenigen, die auf Jesus hörten, von denen, die nicht auf ihn hörten?
5 Etwas damit Vergleichbares geschah im 1. Jahrhundert u. Z. Als Paulus ein Christ wurde, hatte der neue Bund, der durch Jesus Christus, den größeren Moses, vermittelt worden war, den Gesetzesbund bereits abgelöst. Jesus strahlte die Herrlichkeit Jehovas vollkommen wider — in Wort und Tat. Paulus schrieb über den auferweckten Jesus: „Er ist der Widerschein seiner [Gottes] Herrlichkeit und der genaue Abdruck seines Wesens selbst“ (Hebräer 1:3). Was für eine fantastische Gelegenheit sich doch den Juden bot! Sie hätten die Worte ewigen Lebens direkt von Gottes Sohn hören können! Leider hörten die meisten, denen Jesus predigte, nicht zu. Sie betreffend zitierte Jesus das, was Jehova durch den Propheten Jesaja hatte sagen lassen: „Das Herz dieses Volkes ist unempfänglich geworden, und mit ihren Ohren haben sie gehört, ohne zu reagieren, und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht etwa sehen und mit ihren Ohren hören und mit ihrem Herzen den Sinn davon erfassen und umkehren und ich sie heile“ (Matthäus 13:15; Jesaja 6:9, 10).
6 Es bestand ein krasser Gegensatz zwischen jenen Juden und Jesu Jüngern, zu denen er sagte: „Glücklich . . . sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören“ (Matthäus 13:16). Wahre Christen sehnen sich danach, Jehova immer besser kennen zu lernen und ihm zu dienen. Gern führen sie seinen Willen aus, wie er in der Bibel offenbart wird. Daher strahlen gesalbte Christen in ihrem Dienst unter dem neuen Bund Jehovas Herrlichkeit wider, und das tun auch diejenigen, die zu den anderen Schafen gehören (2. Korinther 3:6, 18).
Warum die gute Botschaft verhüllt ist
7. Warum überrascht es nicht, dass die meisten Menschen die gute Botschaft ablehnen?
7 Wie wir gesehen haben, nutzten die meisten Israeliten weder in Mose noch in Jesu Tagen die einzigartige Gelegenheit, die sich ihnen bot. Heute ist es ähnlich. Die meisten Menschen lehnen die gute Botschaft ab, die wir predigen. Das überrascht uns nicht, denn Paulus schrieb: „Wenn nun die gute Botschaft, die wir verkündigen, tatsächlich verhüllt ist, so ist sie unter denen verhüllt, die zugrunde gehen, unter denen der Gott dieses Systems der Dinge den Sinn der Ungläubigen verblendet hat“ (2. Korinther 4:3, 4). Die gute Botschaft ist nicht nur wegen der Bemühungen Satans verhüllt, sondern auch, weil viele Menschen die Augen bewusst davor verschließen.
8. Woran ist zu erkennen, dass viele durch Unwissenheit verblendet sind, und wie können wir uns selbst davor schützen?
8 Bildlich gesprochen sind viele wegen ihrer Unwissenheit blind. Die Bibel sagt von den Nationen, sie seien „wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, . . . in geistiger Finsternis und dem Leben, das Gott gehört, entfremdet“ (Epheser 4:18). Bevor Paulus ein Christ wurde, war er als ein Gesetzeskundiger durch Unwissenheit so verblendet, dass er die Versammlung Gottes verfolgte (1. Korinther 15:9). Doch Jehova offenbarte ihm die Wahrheit. Paulus erklärt: „Mir [wurde] deshalb Barmherzigkeit erwiesen, damit Christus Jesus vornehmlich durch mich seine ganze Langmut als Musterbeispiel für die zeigen könnte, die ihren Glauben zum ewigen Leben in ihn setzen werden“ (1. Timotheus 1:16). Viele, die wie einst Paulus der Wahrheit Gottes widerstanden, dienen ihm heute. Das ist Grund genug, auch Personen, die uns widerstehen, weiterhin Zeugnis zu geben. Wenn wir regelmäßig Gottes Wort studieren und den Sinn davon erfassen, bleiben wir selbst davor bewahrt, aus Unwissenheit etwas zu tun, was das Missfallen Jehovas erregt.
9, 10. (a) Wie zeigte es sich, dass die Juden im 1. Jahrhundert im Allgemeinen unbelehrbar waren und auf ihren Ansichten beharrten? (b) Gibt es dazu in der Christenheit heute eine Parallele? Erkläre es.
9 Vielen ist die geistige Sicht deshalb versperrt, weil sie unbelehrbar sind und auf ihren Ansichten beharren. Zahlreiche Juden verwarfen Jesus und seine Lehren, weil sie hartnäckig am mosaischen Gesetz festhielten. Es gab natürlich Ausnahmen. Nach Jesu Auferstehung wurde zum Beispiel „eine große Menge Priester . . . dem Glauben gehorsam“ (Apostelgeschichte 6:7). Doch was die meisten Juden anging, schrieb Paulus: „Bis heute liegt, sooft Moses gelesen wird, ein Schleier auf ihrem Herzen“ (2. Korinther 3:15). Was Jesus einmal zu führenden jüdischen Religionsvertretern gesagt hatte, war Paulus höchstwahrscheinlich bekannt, nämlich: „Ihr erforscht die Schriften, weil ihr denkt, dass ihr durch sie ewiges Leben haben werdet; und gerade diese sind es, die über mich Zeugnis ablegen“ (Johannes 5:39). Aus den Schriften, in denen sie so gewissenhaft forschten, hätten sie eigentlich erkennen müssen, dass Jesus der Messias war. Doch die Juden hatten ihre eigenen Vorstellungen. Nicht einmal die Wunder des Sohnes Gottes konnten sie davon abbringen.
10 Genauso verhält es sich heute bei vielen in der Christenheit. Wie die Juden im 1. Jahrhundert „[haben] sie Eifer für Gott . . ., aber nicht gemäß genauer Erkenntnis“ (Römer 10:2). Einige befassen sich zwar mit der Bibel, wollen aber nicht an das glauben, was sie sagt. Sie wollen nicht wahrhaben, dass Jehova sein Volk durch den treuen und verständigen Sklaven lehrt, eine aus gesalbten Christen bestehende Klasse (Matthäus 24:45). Uns ist jedoch klar, dass Jehova sein Volk unterweist und dass die göttliche Wahrheit nach und nach besser verstanden wird (Sprüche 4:18). Wenn wir uns von Jehova unterweisen lassen, lernen wir seinen Willen und Vorsatz kennen.
11. Wie trägt eine Art Wunschdenken dazu bei, die Wahrheit zu verhüllen?
11 Andere macht eine Art Wunschdenken blind. Wie vorausgesagt, spotten einige über Gottes Diener und die Botschaft von der Gegenwart Jesu. Der Apostel Petrus schrieb: „Ihrem Wunsch gemäß entgeht diese Tatsache ihrer Kenntnis“, nämlich dass Gott eine Sintflut über die Welt der Tage Noahs brachte (2. Petrus 3:3-6). Ähnlich verhält es sich mit vielen Namenchristen. Sie haben nichts dagegen einzuwenden, dass Jehova barmherzig und gütig ist und Sünden vergibt. Aber sie übersehen oder wollen es nicht wahrhaben, dass er keine Straffreiheit gewährt (2. Mose 34:6, 7). Wahre Christen dagegen bemühen sich gewissenhaft, zu verstehen, was die Bibel wirklich lehrt.
12. Welche Rolle spielt die Tradition dabei, Menschen blind zu machen?
12 Viele Kirchgänger macht die Tradition blind. Jesus sagte zu führenden Religionsvertretern seiner Tage: „Ihr [habt] das Wort Gottes um eurer Überlieferung willen ungültig gemacht“ (Matthäus 15:6). Als die Juden aus der Verbannung in Babylon zurückkehrten, stellten sie zwar mit Eifer die reine Anbetung wieder her, doch die Priester wurden stolz und selbstgerecht. Die religiösen Feste wurden zur reinen Formsache und ließen echte Gottesfurcht vermissen (Maleachi 1:6-8). Zur Zeit Jesu gab es neben dem Gesetz zahllose Überlieferungen, die von den Schriftgelehrten und den Pharisäern hinzugefügt worden waren. Jesus entlarvte jene Männer als Heuchler, denn sie ließen die gerechten Grundsätze, auf denen das Gesetz beruhte, außer Acht (Matthäus 23:23, 24). Wahre Christen dürfen sich nicht durch religiöse Traditionen, die Menschen erdacht haben, von der reinen Anbetung ablenken lassen.
Den Unsichtbaren sehen
13. Inwiefern sah Moses Gott auf zweierlei Weise?
13 Auf dem Berg Sinai bat Moses darum, die Herrlichkeit Gottes sehen zu dürfen, und er sah tatsächlich das Nachleuchten der Herrlichkeit Jehovas. Wenn Moses in das Zelt der Zusammenkunft hineinging, trug er keinen Schleier. Denn er war ein Mann tiefen Glaubens und wollte den Willen Gottes tun. Den Abglanz der Herrlichkeit Jehovas durfte er zwar in einer Vision sehen, aber er hatte Gott gewissermaßen bereits mit dem Glaubensauge wahrgenommen. Die Bibel sagt, dass Moses „standhaft [blieb], als sähe er den Unsichtbaren“ (Hebräer 11:27; 2. Mose 34:5-7). Er strahlte Gottes Herrlichkeit nicht allein dadurch wider, dass sein Gesicht eine Zeit lang Strahlen warf, sondern auch dadurch, dass er den Israeliten helfen wollte, Jehova kennen zu lernen und ihm zu dienen.
14. Wie nahm Jesus Gottes Herrlichkeit wahr, und woran fand er Gefallen?
14 Im Himmel sah Jesus unzählige Jahrtausende lang die Herrlichkeit Gottes — bereits vor der Erschaffung des Universums (Sprüche 8:22, 30). In dieser langen Zeit vertieften sich ihre Liebe und Zuneigung zueinander. Jehova Gott brachte sie gegenüber dem Erstgeborenen aller Schöpfung auf innige Weise zum Ausdruck. Und Jesus erwiderte sie gegenüber seinem Lebengeber (Johannes 14:31; 17:24). Es war eine vollkommene Liebe zwischen Vater und Sohn. Wie Moses strahlte Jesus beim Lehren gern Jehovas Herrlichkeit wider.
15. Wie betrachten Christen Gottes Herrlichkeit?
15 Wie Moses und Jesus möchten auch Gottes heutige Zeugen auf der Erde gern Jehovas Herrlichkeit betrachten. Sie wenden sich nicht von der herrlichen guten Botschaft ab. Der Apostel Paulus schrieb: „Wenn eine Umkehr zu Jehova erfolgt [seinen Willen zu tun], wird der Schleier weggenommen“ (2. Korinther 3:16). Wir befassen uns mit der Heiligen Schrift, weil wir den Willen Gottes tun möchten. Wir bewundern die Herrlichkeit, die das Angesicht Jesu Christi, des Sohnes und gesalbten Königs Jehovas, widerstrahlt, und nehmen uns an ihm ein Beispiel. Wie Moses und wie Jesus sind wir beauftragt worden, andere über den herrlichen Gott zu belehren, den wir anbeten.
16. Welchen Nutzen hat es für uns, die Wahrheit zu kennen?
16 Jesus betete: „Ich preise dich öffentlich, Vater, . . . weil du diese Dinge vor den Weisen und Intellektuellen verborgen und sie Unmündigen geoffenbart hast“ (Matthäus 11:25). Jehova lässt Menschen, die von Herzen aufrichtig und demütig sind, seine Vorsätze und seine Persönlichkeit verstehen (1. Korinther 1:26-28). Wir verspüren seine Fürsorge, und er lehrt uns zu unserem Nutzen, damit wir das Beste aus unserem Leben machen können. Schöpfen wir daher alle Möglichkeiten aus, für die Jehova gesorgt hat, ihm näher zu kommen und mit ihm vertrauter zu werden, und schätzen wir sie.
17. Wie lernen wir Jehovas Eigenschaften in noch vollerem Maße kennen?
17 Paulus schrieb, dass gesalbte Christen, die „mit unverhülltem Angesicht wie Spiegel die Herrlichkeit Jehovas widerstrahlen, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit in dasselbe Bild umgewandelt“ werden (2. Korinther 3:18). Ob wir nun die Aussicht haben, im Himmel oder auf der Erde zu leben, gleichen wir Jehova umso mehr, je besser wir ihn kennen lernen — seine Eigenschaften und seine Persönlichkeit, die in der Bibel offenbart werden. Wenn wir mit Wertschätzung über das Leben, das Wirken und die Lehren Jesu Christi nachdenken, können wir Jehovas Eigenschaften immer besser widerspiegeln. Welch eine Freude, zu wissen, dass wir unseren Gott, dessen Herrlichkeit wir widerspiegeln möchten, dadurch preisen!
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