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Stammen alle Prophezeiungen von Gott?Der Wachtturm 1987 | 1. Mai
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„GOTT ... ist gemäß unseren Vorstellungen viel zu groß und zu allumfassend, als daß er sich auf eine einzige Religion, einen Weg oder letztlich ein Volk beschränken könnte.“ Das schrieb ein Philosoph in der nigerianischen Zeitung The Guardian. Er vertrat die Ansicht, die traditionellen afrikanischen Religionen gingen auf göttliche Offenbarungen zurück, die die Gegebenheiten in Afrika berücksichtigten. Seiner Meinung nach sind auch große Religionen entsprechend den jeweiligen Verhältnissen gestaltet worden.
Die Anhänger der traditionellen Kulte, die das Christentum als europäische Religion betrachten, halten ihre eigenen Wahrsager für wahre Propheten. In einem Brief an die nigerianische Zeitung Daily Times hieß es: „Der allmächtige Gott offenbart sich zu verschiedenen Zeiten verschiedenen Völkern ... Die Weisen der Welt sprechen hinter vorgehaltener Hand davon, daß sich der Höchste gegenwärtig in Afrika offenbare.“ Einige erwarten sogar einen afrikanischen Propheten gleich Jesus oder Mohammed.
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Stammen alle Prophezeiungen von Gott?Der Wachtturm 1987 | 1. Mai
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E. Bolaji Idowu, Universitätsprofessor für Religionswissenschaften, verteidigt die traditionellen Religionen und spricht von einer „sehr komplexen Gottesvorstellung in Afrika“. In seinem Buch African Traditional Religion schreibt er, daß bei diesen Religionen „der Schwerpunkt und der Charakter durch die soziologische Struktur und durch das Klima bestimmt werden“. So sagt er zum Beispiel, daß „Gott, der zwar im größten Teil Afrikas als männlich gilt, in manchen Gebieten [besonders in Stämmen mit matriarchalischer Struktur] durchaus auch als weiblich betrachtet wird“. Können solche auf bestimmte Regionen begrenzten und widersprüchlichen Vorstellungen von Gott inspiriert sein? Professor Idowu räumt ein, daß „ein ... Volk in Afrika durch nichts daran gehindert werden kann, seine eigene Vorstellung von Gott zu entwickeln“. Das legt nahe, daß solche Glaubensansichten offenbar auf Ideen und Beobachtungen von Menschen beruhen und nicht auf göttlicher Offenbarung. (Vergleiche Römer 1:19-23.)
Traditionelle Wahrsager und Orakel offenbaren weder die Persönlichkeit des wahren Gottes noch seinen Willen und seinen Vorsatz. Sie beschäftigen sich lediglich mit den Tabus und Riten, die von einer Vielzahl lokaler „Götter“ vorgeschrieben werden. Ihre Voraussagen stützen sich auf mystische Kenntnisse und Wahrsagerei. Daher sind solche Prophezeiungen keine inspirierten Äußerungen des göttlichen Willens. Sie gehen nicht von dem allmächtigen Gott aus, der wahre Prophezeiungen inspiriert (2. Petrus 1:20, 21; 5. Mose 13:1-5; 18:20-22).
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